Festschrift

 

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Festschrift KG Konradshöhe-Tegelort

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evangelische kirchengemeinde konradshöhe-tegelort festschrift der jesus-christus-kirche der kirchengemeinde anläßlich des 70jährigen kirchweihfestes und des 60jährigen unabhängigkeitstages 1

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inhalt grußwort alles hat seine zeit leitbild zur geschichte der kirchengemeinde baugeschichte faksimilie der ersten predigt in der jesus-christus-kirche das lied von der moldau hochzeitstag der augenblick unser labyrinth das altarfresko von rudolf schäfer die neuen paramente kindertagesstätte und gemeindezentrum verein der freunde und förderer der ev kirchengemeinde konradshöhe-tegelort e.v frau sorge quiz wie gut wissen sie bescheid über ihre gemeinde leitbild der jugendarbeit zeit und ewigkeit bedenken tears in heaven angelus silesius aus dem cherubinischen wandersmann impressum 5 6 7 8 10 14 16 17 18 19 21 25 26 28 29 30 31 32 33 34 35 3

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gemeindewoche zum 60 unabhängigkeitstag der kirchengemeinde konradshöhe-tegelort sonntag 31 august 11 uhr familiengottesdienst anschließend sommerfest dienstag 2 september 17 uhr meine worte sind wie sterne am himmel die erde gehört nicht den menschen ­ der mensch gehört zur erde die rede von häuptling seattle lesung und gespräch mit karl-heinz barthelmeus mittwoch 3 september 19.30 bruder sonne schwester mond ein film über den heiligen franz von assisi von franco zefirelli donnerstag 4 september 19.30 uhr die geburtsstunde der evolution vortrag und diskussion mit prof dr stefan richter zoologisches institut rostock sonnabend 6 september 11 uhr bibelfrühstück geschichten vom paradies mit ingrid schmidt und helmut ruppel 19.30 uhr konzert schalom-chor christlich-jüdische chorgemeinschaft folklore und liturgische gesänge mit kantor isaac sheffer sonntag 7 september festgottesdienst mit konfirmationsjubiläum anmeldungen ab sofort im gemeindebüro 436 717 86 unter mitwirkung des schalom-chores anschließend ehemaligentreffen 4

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grußwort liebe leserin lieber leser zur feier der 60jährigen ,unabhängigkeit von der ,muttergemeinde heiligensee und des 70jährigen kirchweihjubiläums unserer gemeinde ist diese festschrift erschienen beim blättern darin finden sie unterschiedliche beiträge zur geschichte und gegenwart die mal heiter mal besinnlich jedoch immer interessant den blick auf bemerkenswerte stationen in der entwicklung dieser gemeinde richten ­ wie bunte tupfer in einem farbigen blumenstrauß mutet das an um beim beispiel des blumenstraußes zu bleiben andere menschen hätten diesen strauß vielleicht anders gebunden hätten andere blumen in anderen farben gewählt andere gräser geschnitten alles anders kombiniert und damit andere akzente gesetzt sicherlich wäre ein solcher strauß nicht weniger schön und gelungen nicht weniger interessant und überzeugend ­ aber es wäre nicht unser blumenstrauß wir alle wissen aus der beschäftigung mit geschichte dass wahrnehmung und akzentuierung selektiv und subjektiv erfolgen sodass damit immer eine bestimmte interpretation und bewertung verbunden ist fragen sie doch z.b einmal geschwister nach gemeinsamen erlebnissen in ihrer kindheit ­ häufig werden sie den eindruck gewinnen dass hierbei die rede von ganz verschiedenen lebensstationen ist die unmöglich gleichzeitig und gemeinsam stattgefunden haben können und so ist es ja letztlich auch wir menschen sind alle verschieden uns fehlt der blick für das ganze wir nehmen nur bruchstückhaft wahr wir sind nicht vollkommen allein diese erkenntnis bietet uns jedoch die freiheit dem entwurf dessen was wir nach gottes plan sein dürfen und wollen einen schritt näher zu kommen was bedeutet für uns unabhängigkeit ­ speziell in einer situation in der wir bewusst und gezielt erste schritte in richtung einer fusion odereines ,gemeindeverbundes mit der matthias-claudius-gemeinde in heiligensee unternehmen dies ist für uns nur vermeintlich ein widerspruch denn die frage nach abhängigkeit oder unabhängigkeit stellt sich immer unter berücksichtigung der aktuellen gesellschaftlichen entwicklung unabhängig von allem was ringsum geschieht ist niemand denn niemand lebt für sich allein wie schon paulus uns überzeugend dargelegt hat was gestern gut und sinnvoll war bedarf heute der Überprüfung und ist morgen vielleicht nicht mehr haltbar somit sind wir abhängig in der gestaltung unseres lebens von der entwicklung in der zeit wie goethe es nennt ein kleiner ring begrenzt unser leben und viele geschlechter reihen sich dauernd an ihres daseins unendliche kette unabhängig und authentisch jedoch wollen wir bleiben in unserem bemühen um ein menschenfreundliches und liebevolles profil unserer gemeinde in unserer suche nach spiritualität immer auf der reise vertrauensvoll unterwegs zur begegnung mit dem der zeit und ewigkeit in seinen händen hält herzlich grüßt marianne felde für den gemeindekirchenrat 5

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alles hat seine z eit ein jegliches hat seine zeit und alles vorhaben unter dem himmel hat seine stunde geboren werden hat seine zeit sterben hat seine zeit pflanzen hat seine zeit ausreißen was gepflanzt ist hat seine zeit töten hat seine zeit heilen hat seine zeit abbrechen hat seine zeit bauen hat seine zeit weinen hat seine zeit lachen hat seine zeit klagen hat seine zeit tanzen hat seine zeit steine wegwerfen hat seine zeit steine sammeln hat seine zeit herzen hat seine zeit aufhören zu herzen hat seine zeit suchen hat seine zeit verlieren hat seine zeit behalten hat seine zeit wegwerfen hat seine zeit zerreißen hat seine zeit zunähen hat seine zeit schweigen hat seine zeit reden hat seine zeit lieben hat seine zeit hassen hat seine zeit streit hat seine zeit friede hat seine zeit man mühe sich ab wie man will so hat man keinen gewinn davon ich sah die arbeit die gott den menschen gegeben hat daß sie sich damit plagen nur daß der mensch nicht ergründen kann das werk das gott tut weder anfang noch ende da merkte ich daß es nichts besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem leben denn ein mensch der da ißt und trinkt und hat guten mut bei all seinem mühen das ist eine gabe gottes ich merkte daß alles was gott tut das besteht für ewig man kann nichts dazutun noch wegtun das alles tut gott daß man ihn achten soll was geschieht das ist schon längst gewesen und was sein wird ist auch schon längst gewesen und gott holt wieder hervor was vergangen ist prediger salomo kapitel 3 verse 1-15 auch hat er die ewigkeit in ihr herz gelegt er hat alles schön gemacht zu seiner zeit 6

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leitbild die kirchengemeinde konradshöhe-tegelort ist eine kleine dabei selbstbewusste lebendige und offene gemeinde die die tradition zu bewahren sucht und gleichzeitig neues wagt im zentrum unseres gemeindlichen lebens steht die persönliche begegnung mit gott diese zu eröffnen wollen wir menschen aller generationen raum geben für ein eigenverantwortliches miteinander gleichzeitig schaffen wir räume für stille gebet und das seelsorgliche gespräch wir gestalten theologisch reflektierte und liturgisch durchdachte gottesdienste es ist uns wichtig die gottesdienstbesucher und ­ besucherinnen durch kirchenmusik raumgestaltung und eine zielgruppengerechte sprache anzusprechen wir lassen uns leiten von den glaubenserfahrungen der mütter und väter wie sie in der bibel bezeugt sind dabei ist uns die unlösbare verbindung des christlichen glaubens mit dem judentum grundlegend denn wir sind uns als christen unserer gemeinsamen wurzeln mit dem judentum bewusst unser menschenbild orientiert sich an der gottesebenbildlichkeit aller menschen deshalb ist uns die achtung vor menschen aller religionen und weltanschauungen wichtig wir suchen auch das gespräch mit menschen ohne religion totalitäre weltbilder und menschen verachtende ideologien lehnen wir ab unsere besondere aufmerksamkeit gilt menschen in persönlichen krisen und notlagen und solchen die aufgrund von krankheit oder durch soziale probleme gesellschaftlich benachteiligt sind ein schwerpunkt unserer gemeindearbeit ist die arbeit mit kindern und jugendlichen wir bauen auf die wachsende beteiligung ehrenamtlicher in allen bereichen des gemeindelebens da wir davon überzeugt sind dass gemeinde vom engagement aller lebt bei der leitung der gemeinde wünschen wir uns dass möglichst viele gemeindeglieder mit interesse mitarbeiten und die arbeit des gemeindekirchenrates kritisch begleiten Über unsere Überlegungen und entscheidungen kommen wir gerne ins gespräch der gemeindekirchenrat 3 mai 2007 7

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zur geschichte der kirchengemeinde dr ursula ganzer ich möchte sie zu einer zeitreise durch die geschichte konradshöhes und seiner kirchengemeinde einladen keine angst wir werden nicht lange unterwegs sein wir müssen das rad der geschichte lediglich um 143 jahre ins jahr 1865 zurückdrehen das was wir heute als dicht bebaute wohngegend zwischen havel und tegeler see kennen war damals eine unbesiedelte ackerbaulandschaft fern vom verkehr der großstadt berlin in diesem jahr 1865 also erwirbt der berliner kupferschmied theodor rohmann ein grundstück ungefähr auf der höhe des heutigen steinadlerpfads 15 und nennt die neue heimat nach seinem sohn conrads höh etwas später siedeln sich auch die ersten großstädter in tegelort an und gründen drei neue villenvororte konradshöhe tegelort und jörsfelde politisch und auch kirchenrechtlich zuständig für die neuen siedlungen ist heiligensee als die siedlungen immer größer werden wird eine außenstelle der heiligenseer schule in tegelort eingerichtet die auch als gottesdienstraum genutzt wird sehr praktisch denn der lehrer fungiert gleichzeitig als küster und vorsänger von nun an finden vier gottesdienste im jahr in der tegelorter schule statt mit jeweils ungefähr 22 gottesdienstbesuchern so vermerkt es die chronik fast so wie heute 1897 zieht die schule in das eckgebäude beatestrasse/jörsstrasse um ein harmonium und ein von einem sommergast gespendetes taufbecken komplettieren die einrichtung und so beginnt das 20 jahrhundert in konradshöhe-tegelort in den jahren vor dem 1 weltkrieg erfreut sich der ort großer beliebtheit als sommerfrische allmählich werden die auch heute noch bekannten straßenverbindungen nach tegel und heiligensee angelegt während tegelort und jörsfelde schon recht dicht besiedelt sind geht es in konradshöhe sehr viel geruhsamer vor sich 31 einwohner und sechs massive wohnhäuser zählt man um 1900 das schöne an einer zeitreise ist dass man schwere zeiten einfach überspringen kann und so lassen wir den 1 weltkrieg hinter uns und landen erst wieder 1918 in konradshöhe-tegelort die weimarer verfassung trennt streng zwischen schule und kirche und so muss sich die kirchengemeinde die immer noch in der schule beheimatet ist nach neuen räumen umsehen ein kostenvoranschlag für eine kapelle mit 100 sitzplätzen ist schnell gemacht 42.900 mark fehlt nur noch der geeignete bauplatz und die suche danach dauert in der zwischenzeit wächst die kirchengemeinde rasant was dazu führt dass 1925 ein diakon eingestellt wird der andachten kindergottesdienst und bibelstunden anbietet die suche nach einem platz für die kirche geht weiter und was ewig währt wird endlich gut im sommer 1929 verkauft der bauer erdmann lemcke der kirchengemeinde ein 5000 m2 großes grundstück am schwarzspechtweg für 30.433 feingoldmark viel geld vor allem in weltwirtschaftskrisenzeiten um den kauf finanzieren zu können muss die gemeinde anderes land verkaufen der erste schritt ist nun getan aber der weg zu dem gotteshaus in dem wir sonntags gemeinsam feiern ist noch sehr weit wie gut dass wir ihn auf unserer zeitreise nur kurz streifen müssen eine ausführlichere beschreibung des kirchbaus finden sie übrigens im aufsatz von jörg müller nur kurz die wirtschaftlichen verhältnisse sind zu beginn der 30iger jahre so schlecht dass sogar überlegt wird das baugelände wieder zu verkaufen dabei sind die räumlichen bedingungen unter denen das gemeindeleben stattfindet wirklich prekär oder wie es der damalige pfarrer haack ausdrückt wie in einer brasilianischen auslandsgemeinde gottesdienste kinder und jugendgruppen konfirmandenunterricht alles muss in der schule stattfinden in der die gemeinde ein zwar zahlender aber dennoch ungern gesehener gast ist mit großen augen beobachtet die gemeinde wie eine stattliche katholische kirche im anschluss an das mädchenheim heute haus conradshöhe gebaut wird dabei gibt s doch viel weniger katholiken in konradshöhe beate ecke jörsstraße aufnahme von 1978 8

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der kirchbau fällt in eine politisch düstere zeit viel geben die quellen nicht her aber es scheint so gewesen zu sein dass sich in der kirchengemeinde konradshöhe-tegelort sowohl deutsche christen als auch mitglieder die der staatsgelenkten kirche kritisch gegenüberstanden versammelt haben hätten wir auf unserer zeitreise ein fernglas zur hand um die ereignisse in dieser zeit besser verfolgen zu können dann wäre der blick auf die jahre unmittelbar vor dem 2 weltkrieg eher unscharf zumindest das kann gesagt werden der große kirchenkampf hat in konradshöhe nicht statt gefunden 1939 ist die kirche dann fertig und wird am 26 februar des jahres geweiht sie ist die letzte vor dem ende des krieges fertig gestellte kirche in berlin der krieg trifft auch das idyllische konradshöhe 1942 werden die drei glocken eingeschmolzen der pfarrer wird kriegsbedingt versetzt die kirche durch eine luftmine und einen bomberabsturz beschädigt die schäden können nicht sofort behoben werden orgel und altargemälde werden durch das eindringende wasser stark in mitleidenschaft gezogen 1945 ist der krieg zu ende reinickendorf gehört zum französischen sektor das leben normalisiert sich allerdings dauert es noch gute drei jahre bis die schäden an der kirche beseitigt sind das altargemälde und der innenraum werden sogar erst in den 60iger jahren wieder hergestellt sein 1947 wird die kirchengemeinde heiligensee neu aufgegliedert am 1 september 1948 ist der zeitpunkt für die selbständigkeit der gemeinde konradshöhe-tegelort gekommen innerhalb von knapp 50 jahren hat sich die kolonie mit 123 einwohnern zu einem ort mit 5000 einwohnern gemausert die 50iger und 60iger jahre stehen ganz im zeichen des wiederaufbaus und des wachstums das kirchengelände am schwarzspechtweg wird ausgebaut hausmeisterwohnung jugendzentrum miniclub und neuer bürotrakt entstehen außerdem wird ein neues gemeindezentrum in tegelort geplant um die tegelorter bevölkerung besser betreuen zu können es entsteht schließlich in der beatestr 29 und umfasst neben kirchsaal und gemeinderäumen eine schwesternstation sowie hausmeister und pfarrwohnung in den 70iger jahren kündigt sich bereits das an was heute permanente realität ist es muss gespart werden die tegelorter pfarrstelle fällt weg zunächst werden beide gottesdienststätten beibehalten bis dann doch nach einiger zeit keine gottesdienste mehr in tegelort stattfinden nun stellt sich die frage was aus dem tegelorter gemeindezentrum werden soll das noch gar nicht so alte gebäude ist schwer renovierungsbedürftig warum es nicht abreißen und etwas ganz neues in die zukunft gerichtetes wagen auf einer zeitreise stellen sich entscheidungsfindungen und ihre umsetzung naturgemäß als sehr schnell dar in wirklichkeit dauert es über 10 jahre bis aus der vision eines projekts generationenübergreifenden wohnens mit altersgerechten wohnungen kita und begegnungszentrum das wird was wir heute als den altenhof kennen die schwierigkeiten probleme und sorgen die vielen nächte geraubten schlafs überspringen wir getrost im juni 2005 ist einweihung des neuen schmuckstücks der beginn des 21 jhd wird durch große geldsorgen überschattet die gemeinde verfügt nur über geringe rücklagen eine personalstelle nach der anderen erhält den kw kann wegfallen vermerk zuletzt trifft es die kirchenmusikerin ein rühriger förderverein wird gegründet der es ermöglicht dass die aktivitäten auf dem grundstück im sekretariat in der kinder und jugendarbeit weitergehen 2007 tauchen dann die ersten gedanken an eine fusion mit der heiligenseer matthias-claudius-gemeinde auf also 60 jahre nach der unabhängigkeit von heiligensee ein back to the roots diese frage katapultiert uns wieder in die gegenwart unsere zeitreise ist zu ende was wird die zukunft bringen können wir unser buntes gemeindeleben bewahren wie wird sich die personalsituation entwickeln werden wir genügend menschen finden die sich mit herz und hand für die gemeinde engagieren wie lassen sich die gebäude mit bescheidenem budget erhalten fragen auf die es im moment noch keine antwort gibt und die manche Ängste hervorrufen können aber die eine antwort gilt so spricht der herr der dich geschaffen hat fürchte dich nicht denn ich habe dich erlöst ich habe dich bei deinem namen gerufen du bist mein jesaja 43.1 9

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baugeschichte dr jörg müller die rasche siedlungstätigkeit während der gründerjahre führte bei der landgemeinde heiligensee zu dem entschluss eine außenschule in tegelort einzurichten deren feierliche eröffnung 1895 in einem inzwischen abgerissenen wohngebäude in der heutigen beatestraße 7 stattfand durch die damals noch vorhandene verbindung zwischen schule und kirche wurde der klassenraum für 17 schulkinder ­ alle evangelisch ­ der 123 einwohner gab es nur einen für den aufbau einer kirchengemeinde tegelort genutzt als gründungstag kann der 22 dezember 1895 gelten an dem zum ersten mal ein evangelischer gottesdienst in konradshöhe-tegelort abgehalten wurde zunächst mußte sich die neue gemeinde mit dem rein für schulische zwecke eingerichteten klassenraum zufrieden geben erst später konnte dem raum durch die spende einer schwarzen altardecke eines kruzifixes zwei vergoldeten kerzenhaltern eines silbernen taufbeckens und eines harmoniums eine sakrale ausstattung gegeben werden 1897 zog die schule und damit auch der gottesdienst in das wohngebäude beatestraße 40 ecke jörsstraße um bevor am 15 juni 1905 das gemeindeschulhaus mit predigtstätte in der luisenstr 21/23 eingeweiht wurde erste bauabsichten kurz nach dem ende des ersten weltkrieges 1918/19 gab es erstmalig Überlegungen eine kirche oder kapelle mit 100 sitzplätzen in tegelort zu errichten da sich die kirchengemeinde heiligensee zu der konradshöhe-tegelort kirchenrechtlich bis 1948 gehörte über einen geeigneten kirchbauplatz nicht einigen konnte wurde der bereits vorliegende entwurf einer hennigsdorfer baufirma nicht ausgeführt die nachfolgende inflationszeit machte weitere Überlegungen zunächst überflüssig der nächste anlauf wurde erst 1925 unternommen doch der antrag an den forstfiskus auf unentgeltliche Überlassung eines zwei morgen großen grundstücks am ortseingang von tegelort scheiterte fast 50 jahre später wurde an der gleichen stelle die grundschule am tegelschen ort errichtet grundstückserwerb und bauplanung erst 1929 konnte das heutige etwa 5100 qm große kirchengrundstück am schwarzspechtweg 1-3 ecke eichelhäherstraße erworben werden die einer gemeindeversammlung angebotene alternative eines kirchbauplatzes am goetheplatz heute pumpwerk der berliner wasser-betriebe an der buntspechtstraße wurde aus verkehrstechnischen gründen abgelehnt die kirchengemeinde war willig den kirchbau so schnell wie möglich nach abschluss der grundstückssuche in die tat umsetzen zu lassen doch es haperte damals wie in vielen fällen an dem nötigen kleingeld nur zögernd gingen deshalb die planungen voran erst 1933 beauftragte die kirchengemeinde den architekten ulrich mit der erstellung von vier vorentwürfen deren verwirklichung aus kostengründen nicht höher als 30.000 reichsmark liegen durften auf grundlage der vorgelegten vorentwürfe sollte 1935/36 ein kirchbau-wettbewerb ausgeschrieben werden ob dieser tatsächlich stattgefunden hat lässt sich aus den quellen nicht mehr bestätigen jedoch ist es nicht ausgeschlossen dass aufgrund dieses bauwettbewerbs der architekt und geheime hofbaurat prof otto kuhlmann im juni 1937 mit der ausführung seines im juni 1936 vorgelegten entwurfes kirchenschiff turm und pfarrhaus beauftragt wurde der architekt hatte bereits 1907-10 die städtebauliche gesamtanlage des spandauer johannesstiftes entworfen baurealisierung nachdem im oktober 1937 nach fast zwanzigjähriger planungsphase mit dem bau begonnen worden war konnte am 7 november 1937 die offizielle grundsteinlegung erfolgen bei der der name des entstehenden gebäudes mit jesus-christus-kirche festgelegt wurde durch die großzügige stiftung des heiligenseer landwirts erdmann lemcke konnte ein acht mal vier meter großes farbiges fresko in auftrag gegeben werden welches die gesamte wandfläche hinter dem altar in anspruch nimmt und dem kirchsaal seine ausstrahlung verleiht das fresko 10

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das der oldenburger kirchen und bibelmaler prof dr rudolf schäfer gestaltete zeigt jesus christus als den herrn seiner gemeinde wie ihn der seher der offenbarung des johannes schildert auch die übrige inneneinrichtung geht auf schäfer zurück der ursprüngliche einweihungstermin der neuen kirche am reformationstag 1938 platzte da die inneneinrichtung zu diesem zeitpunkt noch nicht fertig war die kirchweih fand daraufhin am 26 februar 1939 statt und war damit der letzte fertiggestellte kirchbau vor ende des zweiten weltkrieges in berlin die gesamten baukosten des im heimatstil der dreißiger jahre erbauten kirchengebäudes beliefen sich auf über 160.000 reichsmark und waren damit doppelt so hoch wie bei auftragsvergabe vereinbart worden war die freude unter den gemeindegliedern war groß endlich nicht mehr die gastfreundschaft der schule in anspruch nehmen zu müssen doch sie sollte nicht lange währen im verlauf des kurz darauf beginnenden zweiten weltkrieges wurden alle drei kirchenglocken auf befehl des führers zum einschmelzen abgeholt durch luftminen und den absturz eines kanadischen bombers in unmittelbarer nähe wurden dem kirchbau schäden am dach und an den fenstern zugefügt die nicht sofort behoben werden konnten und zu bleibenden schäden an der orgel und am fresko führten wiederaufbau und selbstständigkeit in der zeit des wiederaufbaus wurde die jesus-christus-kirche von der kirchengemeinde heiligensee abgetrennt seit 1 september 1948 ist sie als ev kirchengemeinde konradshöhe-tegelort selbstständig zunächst wurde für die kirche ein neues geläut angeschafft nachdem im kirchturm 1958 wieder drei glocken läuteten wurde 1961 der altarraum nach modernen gesichtspunkten durch den architekten dietrich römer umgestaltet steinaltar und schäferkanzel verschwanden die altarsteine des hochaltars befinden sich heute eingemauert rechts und links neben dem neuen altartisch aus holz das damals verhängte fresko ist nach protesten 1967 durch den kirchenmaler siegmund hahn wiederhergestellt worden und prägt seitdem wieder den ansonsten schichten kirchsaal eine neue orgel konnte 1970 eingeweiht werden die wegen ihrer größe nicht mehr auf der empore sondern an der rückseite des kirchenschiffes ihren platz gefunden hat zum 50jährigen bestehen 1989 wurde der kirchsaal nach denkmalpflegerischen gesichtspunkten durch den architekten jörg müller erneuert 1995 folgte aus denkmalmitteln des landes berlin die dach und fassadenerneuerung seitdem steht der gebäudekomplex unter denkmalschutz im jahr 2001 konnte als krönender abschluss die fachgerechte restaurierung des altarfreskos mit mitteln der deutschen stiftung denkmalschutz und des landes berlin durch die restauratoren annett schulz und thoralf herschel erfolgen erweiterungen bereits 1955 wurde die errichtung des noch von prof otto kuhlmann entworfenen erweiterungsbaus pfarrhaus-doppel an der südseite der kirche angestrengt doch eine realisierung scheiterte an den fehlenden finanziellen mitteln die bestehende gebäudegruppe wurde einige jahre später nach einem entwurf des architekten dietrich römer aus dem jahr 1960 mit einem zweigeschossigen bau für jugendräume und eine hausmeisterwohnung erweitert der nach grundsteinlegung 3.4.1961 und richtfest 14.7.1961 am 10 dezember 1961 seiner bestimmung übergeben werden konnte rund 118.000 dm 1970/71 fügte der architekt wolfgang kamisch zwischen kirche und jugendzentrum einen eingeschossigen verbindungstrakt mit büroräumen ein der am 20 juni 1971 eingeweiht wurde rund 143.000 dm 11

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jesus-christus-kirche 1940 12 gemeindezentrum tegelort um eine noch bessere kirchliche betreuung der tegelorter bevölkerung zu gewährleisten kam anfang der sechziger jahre die idee zum bau eines evangelischen gemeindezentrums auf zu dieser zeit seit 1951 hatte auch die evangelisch-methodistische gemeinde zu tegel in der jörsstraße 24 eine kleine versammlungsstätte friedenskapelle die allerdings 1965 entwidmet und kurze zeit später abgerissen wurde nach vielen recherchen wurden die grundstücke theresenweg 9 b und 9 c für den geplanten bau als geeignet empfohlen da die gemeinde jedoch aufgrund fehlender finanzieller mittel nicht selbst tätig werden konnte erwarb 1961 der berliner stadtsynodalverband landeskirche diese beiden grundstücke doch erst als 1963 auch das grundstück beatestraße 29 und als verbindung das hinterland vom grundstück theresenweg 8 angekauft werden konnten wurde mit den bauplanungen für das gemeindezentrum begonnen im märz 1965 wurde der architekt ewald bubner mit der realisierung seiner 1964 vorgelegten planung kirchsaal gemeinderäume schwesternstation hausmeister und pfarrdienstwohnung beauftragt bubner baute zeitgleich noch drei weitere gemeindezentren in berlin die sich im aussehen alle sehr ähnelten die kirchenbehörde hatte in tegelort für eine holzkonstruktion mit flachdächern plädiert und setzte sich damit gegen den willen der gemeinde durch die einen massiven steinbau bevorzugte der grundsteinlegung am 23 mai 1965 und dem richtfest am 15 oktober 1965 folgte die einweihung der eingeschossigen anlage am 18 dezember 1965 die bauarbeiten konnten infolge vielerlei baumängel offiziell erst 1969 abgeschlossen werden die baukosten beliefen sich letztlich auf rund 640.000 dm aufgrund der tatsache dass es sich um ein landeskirchliches grundstück handelte wurde mit der gemeinde lediglich ein auf 25 jahre laufender nutzungsvertrag abgeschlossen der im november 1990 um weitere zehn jahre verlängert wurde bis 2000 das gemeindezentrum verfügte in den ersten jahren lediglich über ein harmonium das die wöchentlichen gottesdienste begleitete erst nach anschaffung der neuen konradshöher orgel 1970 erhielt der tegelorter kirchsaal die 1964 gekaufte schuke-kleinorgel die bis zu diesem zeitpunkt im altarraum der jesus-christus-kirche stand die pfarrdienstwohnung des gemeindezentrums wurde nach ersten skizzen vom architekten klaus diemert 1974/75 durch die architekten dieter günther und friedemann snigula für rund 83.000 dm um ein zimmer erweitert 1984 wurde die bisherige schwesternstation diakonissenwohnung zugunsten zusätzlicher gemeinderäumlichkeiten entwidmet zukunft des tegelorter kirchengrundstücks bereits 1976 kam erstmals der gedanke auf den vorderen teil des tegelorter kirchengrundstückes zu bebauen das dort stehende kleine gartenhäuschen sollte dafür abgerissen werden was ende 1977 geschah erst gut zehn jahre später 1989 fand sich mit der hilfswerk-siedlung gmbh ein kirchlicher interessent für die vordere grundstückshälfte allerdings zur errichtung von zwei doppelhäusern die gemeinde lehnte diese lösung ab um dem gemeindezentrum ein hinterhof-dasein zu ersparen mit abschaffung der tegelorter pfarrstelle fanden im gemeindezentrum nach einer Übergangszeit immer seltener gottesdienste statt der seit langem verfolgte plan zum bau eines freistehenden glockenturms wurde fallengelassen die bereits vorhandene glocke wurde über das berliner missionswerk an die ev luth kirche in tansania verschenkt seit 1986 beschäftigte sich der gemeindekirchenrat immer wieder sporadisch mit der langfristigen zukunft des gemeindezentrums ein gutachten des kirchlichen bauamtes stellte im april 1987 vielfache undichtigkeiten an der außenhaut des gebäudes fest und veranschlagte eine behebung auf mindestens 250.000 dm das gutachten eröffnete eine reihe von gedankenspielen deren höhepunkt 1989/90 erreicht wurde mit dem vom kirchlichen bauamt unterstützten vorschlag das gemeindezentrum aufzugeben und dafür zusätzliche räumlichkeiten in konradshöhe zu errichten aufgrund der im august 1990 vorgestellten entwürfe des architekten jochen langeheinecke entschied sich eine gemeindeversammlung zum erhalt der damaligen situation die zeit war noch nicht reif für neue visionen!

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projekt altenhof tegelort nachdem der gemeinde 1995 das tegelorter kirchengrundstück grundbuchrechtlich übertragen wurde entstand unter federführung des damaligen vorsitzenden des gemeindekirchenrates 1997 zusammen mit der diakonie reinickendorf ein neuer ansatz ein generationenübergreifendes projekt mit altengerechten wohnungen begegnungszentrum und kindertagesstätte zu dem die architektengemeinschaft juschkus hansen und wiegner die entwürfe lieferte das bezirksamt reinickendorf unterstützte das vorhaben u.a mit der aufstellung eines speziellen bebauungsplans 1999 als partner wurde von der gemeinde am 6.11.1999 eine christlich orientierte ev wohnungsgenossenschaft altenhof tegelort gegründet bereits 1997 war die tegelorter orgel als dauerleihgabe der dorfkirche dahlewitz teltow übergeben worden nach innerkirchlichen klärungen konnte am 18 mai 2000 der erste spatenstich für die kindertagesstätte als 1 bauabschnitt durchgeführt werden grundsteinlegung 15.7.2000 und richtfest 10.8.2000 folgten so dass bereits am 6 januar 2001 die einweihung der eingeschossigen evangelischen kindertagesstätte 30 plätze mit dem ökologischen tonnendach gefeiert werden konnte 783.000 dm für den anstelle des im sommer 2000 abgerissenen gemeindezentrums geplanten altenhof mit gemeindlichem begegnungszentrum und 23 seniorengerechten wohnungen bedurfte es noch zahlreicher grundstücksrechtlicher und finanzieller klärungen mit der kirchenbehörde und den banken ehe auch für diesen zweiten bauabschnitt der erste spatenstich 21.6.2003 der baubeginn 1.5.2004 das richtfest 22.10.2004 und die einweihung am 11 juni 2005 gefeiert werden konnten der hintere grundstücksteil bildet seitdem eine eigentümergemeinschaft wobei die gemeinde ihr grundstück gegen das sondereigentum am begegnungszentrum eingetauscht hat das gesamtgelände hat damit 40 jahre nach einweihung als gemeindlicher stützpunkt eine neue kirchlich-orientierte zukunft erhalten gemeindezentrum ,altenhof vorsitzende des gemeindekirchenrates 1895-1918 friedrich august baack 1918-1919 herr lauterbach vakanzvertretung 1920-1948 paul haack 1948-1951 johannes krinke 1951-1956 hans latkowski 1956-1959 klaus harms 1959-1972 dietrich hillebrand 1973-1976 einar elmer 1976-1977 heinz ohme 1978-1989 christian börner 1989-1990 christian grober 1990-1995 christian börner 1995-2001 dr jörg müller 2001-2004 werner kesten 2004-heute andrea richter pfarrer an der gemeindeschule tegelort 1895-1918 friedrich august baack 1918-1919 herr lauterbach vakanzvertretung 1920-1936 paul johannes haack 1936-1937 herr dr schwank bezirkspfarrer 1937-1939 herbert thiele hilfsprediger pfarrer an der jesus-christus-kirche 1939-1943 herbert thiele hilfsprediger 1943-1945 dr karl schwarzlose vakanzvertretung 1945-1951 johannes krinke 1951-1956 hans latkowski 1956-1959 klaus harms 1959-1972 dietrich hillebrand 1973-1977 einar ellmer 1977-1998 christian börner 1998-heute andrea richter pastorinnen am gemeindezentrum tegelort 1964-1973 elma waubke berendts 1974 dr marion schwarze nordmann 1974-1977 renate maria heydenreich 13

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die erste predigt in der jesus-christus-kirche am 26 2 1939 14

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