vdw magazin 1-2011

 

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licht archi tek tur raum vdw verband der wohnungs und immobilienwirtschaft in niedersachsen und bremen magazin ökologie iden ti tät 03 i ra usaus den labore n ne ue die n s te f ürs wohnen im alter 10 objekt i werden ehrgei zig e spa rzi ele errei cht an two rte n be i der 6 e n e rgie ko n f e renz ma ter ial 19 ökonomie i schm erz ha fte ein s c hnitte städte bauf ö rde ru ng in de r dis kus s io n 56 i deu tschlan ds numme r 1 be s te aus zubilde nde ko m m t aus han n over 30 zwischenahner gespräch 7 8 april 2011 in bad zwischenahn design 0111 zeitschrift des vdw niedersachsen bremen in zusammenarbeit mit dem verband norddeutscher wohnungsunternehmen e v.

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höherer wohnwert zufriedene mieter attraktivere wohnobjekte mit multimedia1 aus dem kabelanschluss en ternehm ungsun wohn and.de eutschl beld www.ka kabel anschluss mehr wohnqualität bei bestandsimmobilien ohne großen kostenaufwand der kabelanschluss macht es möglich er bietet technik fürs leben einfach unkompliziert und alles aus einer hand · digitales fernsehen · schnelles internet1 · günstige telefonie1 · mobil telefonieren und surfen2 erfahren sie mehr über die multimedialen möglichkeiten des kabelanschluss bei ihrem persönlichen geschäftskunden-partner ihr kabelanschluss für fernsehen internet und telefon 1 in immer mehr ausbaugebieten und mit modernisiertem hausnetz verfügbar 2 nur in verbindung mit einem kabel deutschland internet phone vertrag möglich.

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inhalt t ite l f oto li vi ngroom indergelnhauseneralts tadt von der architekten und künstlergruppe formalhaut diezahllosen fe ns terwirkenwiepassepartouts d i e die gegenstände des alltags ins l icht stellen alles ist geplant nichts bleibt dem zufall überlassen alles design w w w f orm a l hau t d e fo tog ra f j ür ge n h o lz enleuc ht e r b e rl in m a ga z i n 0111 02 03 06 08 09 19 24 28 32 36 40 45 49 50 51 53 vdw iiiiiiiiiiiiiiii vor wort a uftakt11 n eujahrsempfang 9 wohnungspolitischer kongress vdw-infotag social media sch werpunkt 6 n orddeutsche energiekonferenz städtebauförderung t hema a ußenanlagen mieterzufriedenheit personalentwicklung genossenschaftsrecht social media marketing trends für den wohnungsmarkt vd w kerstin mallwitz verabschiedet projekt stadtfeld a uszubildende begrüßt n amen und nachrichten inhalt 0111 » b e g inne jeden ta g s o scha us pi e le rw i l ls mi t h in de mfilm hitch ­ derdate doktor a ls wäre es absicht «

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c ars tenensivdw -p ressereferent ma ga z in 0111 man muss sich doch schon sehr wundern welche blüten das politische geschäft mittlerweile treibt so hat die bundesregierung das wohnen als klimakiller nummer 1 ausgemacht eigentlich dürfte lieber heute als morgen in den eigenen vier wänden keine energie mehr ver braucht und kein co2 mehr produziert werden nun kommt dieser anspruch selbst den kühnsten Ökorit tern verwegen vor und sie halten ein im galopp den noch klafft zwischen ihren blütenträumen und den wahren gegebenheiten in unseren wohnquartieren eine gewaltige lücke und um im bild zu bleiben die brücke mit dem namen bezahlbarer klimaschutz reicht nicht hinüber die anforderungen seitens der politik an die wohnungs wirtschaft entbehren mittlerweile jeglicher realität es wird eine branche diffamiert die bereits seit jahren im ureigenen interesse eine aktive rolle beim energiespa ren einnimmt so wird sich auch die 6 norddeutsche energiekonferenz am 24 februar in hamburg zentral mit der frage beschäftigen wie kann die energetische optimierung der wohnungsbestände wirtschaftlich erreicht werden auf einem zweiten themenfeld auf dem zwischen politik und wohnungswirtschaft grund sätzlich kein dissens bestand sind nun aber auch erste stolperfallen aufgetaucht die freude an der blüten pracht der städtebauförderderung ist mehr als ge trübt nachdem der bund kräftig mit dem rasenmäher über die wiese geschreddert ist vor allem das kleinod die soziale stadt ist betroffen von 95 millionen euro 2010 auf 28,5 millionen euro 2011 ­ wie man ein er folgreiches und in den nachbarschaften positiv wirken des programm auf derartige weise kleinmachen kann ist allen verantwortlichen in den kommunen unbe greiflich im vdw magazin werden wir in diesem jahr sehr offen siv darstellen welche erfolge die städtebauförderung in niedersachsen und bremen erzielt hat unser ziel muss es sein diese förderprogramme nachhaltig zu stär ken die wohnungswirtschaft steht an der seite verant wortungsvoller landes und kommunalpolitiker die ebenfalls die streichungen rückgängig machen wollen zu beginn unserer berichterstattung spricht sich der bremer bausenator dr reinhard loske in diesem heft vehement für die stärkung der förderung aus vorw ort j a h re s th e m a de s i gn kein design kann keiner denn im grunde hat fast alles was wir bewusst her stellen ein design dieses kann ­ genau wie nudel salat oder ampelschaltungen ­ mal mehr oder weniger wichtig und mal mehr oder weniger gelungen sein mit unserem jahresthema möchten wir allgemeinen fragen zum thema design und konkreten fragen zu design in der wohnungswirtschaft nachgehen um dabei nicht ins uferlose abzudriften werden wir uns auf optisch wahrnehmbare formgebung beschränken ­ sound geruchs oder prozessdesign lassen wir erst einmal links liegen wir wollen nach der rolle und bedeutung von design fragen und zeitlose wie aktuelle ansprüche an gutes design diskutieren dabei werden wir natürlich auch versuchen die voraussetzungen bestmöglicher design lösungen zu klären hierzu haben wir profis aus unter schiedlichen bereichen wie architektur und städtebau webdesign oder corporate design eingeladen uns mit ihren ein und ansichten zur seite zu stehen mit inter views beispielen und ausblicken in andere regionen vergangenheit und zukunft möchten wir das thema 2 design vielseitig beleuchten für die konzeptionelle be treuung unseres vorhabens konnten wir martina grün wald und axel born von den designagenten gewinnen als erfahrene grafikdesigner und kenner unserer bran che werden sie uns mit beiträgen anregungen und ein schätzungen zur seite stehen die designagenten sind seit vielen jahren für unseren verband tätig und wur den mehrfach mit renommierten designpreisen für ihre arbeiten ausgezeichnet daneben sind aber auch die wohnungsunternehmen auf gerufen sich mit eigenen beiträgen und beispielen an der berichterstattung zu be teiligen teilen sie uns mit in welcher weise design dazu beiträgt dass ihr unternehmen und ihre produkte unverwechsel bar sind los geht s in der aprilausgabe städtebau pr o du kt hi e il os op ph form fa tu r rb e in ha ar ch it ek lt fun nt ide itä t theorie kti on um ra t ma ia er l

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au f ta kt 11 n e u jahr s em p fa ng au fta k t 11 wohnen für ein langes leben gesundheit im fokus raus aus den laboren rein in die praxis hannover dass er die lacher auf seiner seite haben würde hat verbandsdirektor bernd meyer wohl geahnt so musste er selbst schmunzeln als er nach dem vortrag von patric heizmann die gäste des diesjährigen vdw-neujahrsempfangs noch zu einem kleinen imbiss und einem gläschen wein einlud immerhin hatte ernährungsentertainer heizmann zuvor rund eine stunde mit witz und tempo jede überflüssige leckerei bekämpft ­ und sei sie noch so verlockend gleichwohl nahmen alle diesen gelungenen Übergang mit humor der vdw-jahresauftakt ­ in gewohnter weise eine mischung zwischen fachtagung und wiedersehensfeier ­ hat sich zu einem der wichtigen termine für wohnungswirtschaft und wohnungspolitik etabliert staatssekretär heiner pott betonte in seinem grußwort daher auch die nähe zwischen vdw und landesregierung in diesem konstruktiven dialog seien die wichtigen fragen gerade im zusammenhang mit dem demografischen wandel zu lösen zuvor hatte verbandsdirektor bernd meyer auf die anstrengungen der vdw-mitgliedsunternehmen im bereich generationengerechter wohnangebote hingewiesen die quote der barrierearmen wohnungen liege bei den vdw-mitgliedern deutlich über den bundesdurchschnitt doch in bezug auf den alterungsprozess der bevölkerung geht es nach ansicht meyers nicht nur um den zustand der wohnungen sondern insbesondere auch um ein altengerechtes wohnumfeld vor diesem hintergrund sei die kürzung der städtebauförderung nicht hinnehmbar meyer kündigte an dass sich der verband in den nächsten wochen und monaten massiv für eine anhebung der förderprogramme stark machen werde einfach fit gesund so lautete der vortragstitel von patric heizmann seine empfehlung sich nicht krampfhaft aber umsichtig gesund zu ernähren konnte er sehr unterhaltsam mit vielen bildern und vergleichen unterstreichen heizmanns vortrag rundete ein tagesprogramm ab das im weitesten sinn auf das thema gesundheit fokussiert war dabei ging es im fachteil nicht um ernährungsfragen sondern um ein forschungsfeld das in der wohnungswirtschaft erst zu geringen teilen angekommen und bekannt ist aal ambient assisted living oder frei übersetzt assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes generationengerechtes leben und wohnen verbandsdirektor meyer meinte zu beginn der demografische wandel wird die branche zwingen sich mit themen dieser art zu beschäftigen gegebenenfalls könnten sich sogar neue geschäftsfelder daraus ergeben prof dr rolf g heinze von der ruhr-universität bochum gab zum einstieg einen Überblick über die vielfältigen aal-aktivitäten in deutschland soweit die forschung auch schon sei am dialog zwischen wissenschaft und wohnungswirtschaft hapere es noch gewaltig sagte heinze wir müssen raus aus den laboren und rein in die praxis sollte dies gelingen könne sich altersgerechtes wohnen zu einem leitmarkt entwickeln die schlüsseltechnologien seien hierzulande vorhanden es fehle aber noch an vorzeigbaren praxisbeispielen hier kann die wohnungswirtschaft zukünftig eine wichtige vorreiterrolle einnehmen ist sich der soziologe sicher außerdem könnten die wohnungsunternehmen wichtige partner von krankenkassen aus finanziellen gründen und krankenhäusern aus organisatorischen gründen werden sehr kritisch äußerte sich heinze zur rolle der politik sie habe es bisher versäumt integrative prozesse zu fördern zuständigkeiten seien nicht klar erkennbar die probleme ma ga z in 0111 auftakt 11 verbandsdirektor bernd meyer eröffnet das vdw-veranstaltungsjahr 3

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staatsekretär heiner pott dr maik plischke prof dr andreas hein delia balzer ma ga z in 0111 fritz zitterich christina harland die patric-heizmann-show des demografischen wandels werden wir mit den derzeitigen strukturen der ministerien jedenfalls nicht lösen sagte heinze während beispielsweise in dänemark seniorenpolitik wirtschaftspolitik ist teilen sich in berlin gleich mehrere ministerien diesen aufgabenbereich dabei liegen die vorteile auf der hand älteren menschen die möglichkeit zu geben so lange wie möglich in ihrer gewohnten umgebung wohnen bleiben zu können technik unterstützte prozesse seien dabei sicherlich hilfreich eine automatische bewegung in richtung technisierung der wohnung gebe es jedoch nicht ein grund dafür ist die geringe zahlungsbereitschaft älterer menschen nach worten heinzes sind die deutschen bereit für technische assistenzsysteme nur rund 20 bis 30 euro pro monat zu bezahlen monika prött pr-expertin und gründerin des reifenetzwerks beklagte in ihrem vortrag ein falsches defizitmodell des alterns alt sein und älter werden sind zwei verschiedene dinge Ältere sind die heterogenste zielgruppe überhaupt meinte prött so gelte es auch hier genau hinzusehen mit wem man es zu tun hat abgestimmte kommunikationsstrategien seien ebenso notwendig wie gezielte produktgestaltung und serviceangebote die anstrengungen würden sich lohnen denn kaum eine konsumgruppe verfügt über so viel geld deswegen auch prötts fazit die goldgrube heißt 50 es liegt an ihnen diesen goldschatz zu heben auf den zukunftsmarkt seniorenwirtschaft hob auch delia balzer ab die sprecherin der landesinitiative nie4 dersachsen generationengerechter alltag linga warnte davor mit produkten und dienstleistungen ältere menschen zu stigmatisieren mitunter sind es nur nuancen die aber entscheidend sein können formulierungen wie komfort statt hilfsmittel oder generationengerecht statt seniorengerecht seien ebenso hilfreich wie die verwendung von gegenständen die für jung und alt gleichermaßen nützlich sind stichwort universal design einen bemerkenswerten einblick in die unternehmensstrategie des bauvereins leer gab fritz zitterich der vorstand der genossenschaft skizzierte wie sich der bauverein dem thema wohnen im alter seit den 1990er jahren genähert hat ausschlaggebend waren vor allem die sich abzeichnende demografische entwicklung sowie die erkenntnis eigentlich nicht viel über die wohnbedürfnisse älterer menschen zu wissen mittlerweile ist der nachbarschaftshilfeverein aus dem leben in leer nicht mehr wegzudenken neben dem angebot seniorengerechter dienstleistungen hat die genossenschaft auch den bestand durchforstet und in weiten teilen modernisiert bis 2013 soll jede fünfte bauverein-wohnung barrierearm sein eine beispiellose quote zum abschluss der tagung wurde es teilweise sehr speziell dr maik plischke geschäftsführer von e-health braunschweig und kooperationspartner der nibelungen wohnbau und prof dr andreas hein vom offis institut für informatik in oldenburg gewährten einen kleinen blick ins küchenlabor notruf diagnostik und sensorsysteme sind nur einige beispiele so werde auch die frage diskutiert ob wohnungen kurzzeitig und modular an besondere

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heiner pott ehepaar ravens bernd meyer christina harland prof dr rolf g heinze monika prött heinz-dieter backhaus erikathake ma ga z in 0111 auftakt 11 kurt müschen michael kiesewetter randolf fries jost riecke hans-herbert kruse von rechts marco hahn andreas wahl christian mattern rudolf immel lutz nolte detlef meine dirk tenstedt im gespräch mit den fachleuten von f+b bedürfnisse angepasst werden können ­ und die technik nach bedarf wieder demontiert wird des weiteren ­ und in braunschweig derzeit in kooperation zwischen e-health und nibelungen im forschungsstadium ­ gerät auch das wohnumfeld in den blick der wissenschaftler was nützt eine technisierte wohnung wenn sich die bewohner in der nachbarschaft unsicher fühlen unterm strich die gdw-initiative wohnen für ein langes leben hat beim vdw-jahresauftakt eine inhaltliche fortsetzung erfahren vernetztes wohnen ist keine zukunftsmusik mehr laut und vernehmlich klopft die wissenschaft an die türen der wohnungswirtschaft noch klingen viele ideen sensorgestützte aktivitätskontrolle etwas schrill aber wie immer wird letztlich der markt entscheiden was sinnvoll ist und was im kuriositätenkabinett verschwindet die kunden so scheint es werden verlässliche technologien vermehrt nachfragen sofern sie ihnen das leben im vertrauten umfeld erleichtern a a l-net z werk f Ü r ni edersa chsen der vdw niedersachsen bremen wird mitglied im aalnetzwerk für niedersachsen damit will der verband die bedeutung von vernetztem wohnen als zukunftsthema für die branche unterstreichen verbandsdirektor meyer unser engagement im netzwerk ist sinnvoll der verband will die schnittstelle zwischen forschung und praxis sein nur mit der hilfe unserer kompetenten und innovativen mitgliedsunternehmen wird es der wissenschaft gelingen verbraucherfreundliche und alltagsgerechte technologien für die wohnung und das wohnumfeld zu entwickeln term i n auftakt12 und vdw-neujahrsempfang am 11 januar 2012 5

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9 wohnungspolitischer kongress sozialministerin Özkan ist erstmals dabei ma ga z in 0111 wohnen attraktiv vom standort zum lebensort hannover der winter hielt anfang dezember einzug und brachte auch das programm des 9 wohnungspolitischen kongresses im hannover congress centrum ins rutschen dass am ende alles gut verlaufen ist und die rund 200 teilnehmer ­ etwa 80 hatten den weg bei eis und schnee nach hannover offenbar gescheut ­ zufrieden nach hause fahren konnten lag an dem vielfältigen programm und den zahlreichen profilierten referenten unter dem motto wohnen attraktiv vom standort zum lebensort haben experten aus politik verwaltung wissenschaft und wohnungswirtschaft ihre positionen und ideen ausgetauscht erstmals sprach niedersachsens sozialministerin aygül Özkan auf dem kongress der von ihrem ministerium dem vdw niedersachsen bremen und der nbank veranstaltet wurde sie betonte bei einem attraktiven lebensort spielen viele faktoren zusammen erreichbarkeit infrastruktur wohnungsbestand arbeitsplätze sicherheit und soziales miteinander sind einige der entscheidenden faktoren erst das gelungene zusammenspiel aller aspekte mache das leben in einer kommune reizvoll erklärte die ministerin daher freue ich mich dass der wohnungspolitische kongress sinnvolle und nachhaltige wege der städtebaulichen entwicklung in niedersachsens städten und gemeinden herausarbeitet die anschließende diskussionsrunde mit der unternehmerin petra ledendecker wohnungsunternehmer matthias herter und städtetagsvizepräsident ulrich mädge machte deutlich dass die attraktivität von lebensorten eine integrierte aufgabe vieler akteure ist problematisch da waren sich die diskussionsteilnehmer einig entwickeln sich in niedersachsen einige ländliche regionen die durchaus auch in der konkurrenz mit attraktiveren ballungszentren oder größeren städten langfristig auf die verliererstraße geraten könnten wandel durch kultur ­ hat das ruhrgebiet als kulturhauptstadt europas einen schritt in diese richtung getan fritz pleitgen vorsitzender der geschäftsführung der ruhr.2010 ist sich sicher kultur bringt regionale entwicklung voran das sei im ruhrgebiet an vielen stellen zu beobachten am ende des jahres werden über 10 millionen menschen die veranstaltungen der kulturhauptstadt besucht haben die menschen an rhein und ruhr haben die kulturhauptstadt europas zu ihrer sache gemacht viele einrichtungen sind entstanden die langfristige wirkungen entfalten wie zum beispiel das dortmunder u oder die zeche nordstern mit der herkules-figur nicht zu vergessen das medienecho eine so intensive und positive berichterstattung wie im jahr 2010 habe das ruhrgebiet noch nie erlebt pleitgens bilanz kultur zahlt sich aus und kann die entwicklung einer metropole oder region deutlich voranbringen für nbank-vorstand walter koch werden die kommunen in den nächsten jahrzehnten in unterschiedlicher intensität eine ganze bandbreite von eng ineinander greifenden herausforderungen erleben die veränderungen sind komplex deshalb sind integrierte entwicklungsstrategien nötig koch riet zu regional vernetzten strategien kommunen empfahl er sich gemeinsam zu positionieren als partner der kommunen biete sich die nbank mit ihrer jahrelangen expertise bei der beobachtung regionaler wohnungsmärkte an schließlich verfüge sie aus ihren beobachtungen über die erforderlichen relevanten daten 6

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xxx xxx fritz pleitgen aygül Özkan walter koch von links matthias herter aygül Özkan matthias kaufmann bernd meyer ma ga z in 0111 ulrich mädge im gespräch mit der ministerin quartiere zu leisten wo man keine arbeit findet wo man keinen arzt findet wo man sich in seinem wohnumfeld nicht wohlfühlt ­ dort können nur gemeinsame initiativen erfolg haben vor diesem hintergrund die städtebauförderung und insbesondere das erfolgsprogramm die soziale stadt zu kürzen sei so sagte der vdw-chef eine fatale entscheidung deren folgen vermutlich erst in einigen jahren zu spüren sein werden am nachmittag wurde der kongress mit drei arbeitsgruppen und erstmals auch mit einer exkursion fortgesetzt trotz winterwetter machten sich fast 30 teilnehmer auf den weg um die entwicklungen in hannover-kleefeld unter die lupe zu nehmen maßgeblich geprägt von den initiativen der wohnungsgenossenschaft kleefeld-buchholz hat sich der traditionsreiche stadtteil in den vergangenen jahren äußerst positiv verändert vorstand christian petersohn begründete die strategie wir wollen unseren mitgliedern attraktive wohnangebote in einem funktionierenden umfeld bieten dafür modernisieren wir die bestände werten die grünanlagen auf und sorgen für eine intakte infrastruktur im herbst dieses jahres wird es die zehnte auflage des wohnungspolitischen kongresses geben w ohnungspolit ische r kongr ess aus landesweiten bevölkerungs wohnungs und erwerbstätigenprojektionen wir unterstützen daher kommunen gerne eigene instrumente und notwendige strukturen aufzubauen demografie und strukturwandel sind kein teufelskreis sondern müssen als chance gesehen werden hob der direktor des vdw verband der wohnungs und immobilienwirtschaft niedersachsen bremen bernd meyer in seinem zwischenruf hervor und führte weiter aus die wohnungswirtschaft stellt sich im neubau bei der bestandsentwicklung und der bereitstellung von dienstleistungen ihrer verantwortung zu attraktiven wohnstandorten gehören für meyer intakte nachbarschaften eine gute infrastruktur und natürlich ein breites arbeitsplatzangebot bund länder und kommunen seien in der pflicht substanzielle beiträge zur entwicklung der stadt 7

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g ü n terexe l so cial med i a e xp erte » facebook is t d ie wohl s chlecht e st eerfolgr eichs te web s ite d e r welt « infotag web 2.0 chancen durch soziale netzwerke user oder looser hannover seit langer zeit weist der vdw niedersachen bremen auf die vielfältigen perspektiven des internets hin auch der wohnungswirtschaft bieten sich im web hervorragende vertriebs und kommunikationsmöglichkeiten wie komplex die materie mittlerweile ist wurde beim infotag web 2.0 des verbandes in hannover deutlich professor jörg erpenbach und seine mitreferenten betonten unisono die chancen die gerade auch soziale netzwerke für die unternehmenskommunikation bieten anzahl der aktiven nutzer von facebook in deutschland von juli 2009 bis januar 2011 juli 09 september 09 november 09 januar 10 märz 10 mai 10 juni 10 3.463.000 4.296.500 5.411.960 5.750.400 7.616.160 9.165.240 9.544.840 juli 10 august 10 september 10 oktober 10 november 10 dezember 10 januar 11 9.968.300 10.276.120 11.072.300 11.119.240 13.392.500 13.927.860 13.929.000 q u el l e facebook jörg erpenbach klaus saloch es eine reihe von stellschrauben kein hexenwerk und nicht übermäßig teuer wie in vielen anderen dingen im web 2.0 auch geht es bei den suchmaschinen um pfiffige ideen die letztlich viel bewirken können wie blogs und social networks sinnvoll eingesetzt werden können skizzierte andré richter von der agentur mindbox in dresden anhand zahlreicher gelungener und misslungener praxisbeispiele konnte er fehler aufzeigen und zugleich motivieren selbst erste schritte in den sozialen netzwerken zu unternehmen so habe das tourismusmarketing des landes sachsen über facebook erstaunliche resultate erzielt auch der otto-versand sei bei der suche nach einem titelmodel für den nächsten katalog über social media gegangen das resultat war total verblüffend hoffnungsvolle nachwuchs-schönheiten wurden von einem jungen mann aus dem feld geschlagen der sich spaßeshalber in frauenkleider geschmissen hatte aus dem gag wurde ernst otto wird ihn aufs cover heben user oder looser soweit wollte beim vdw-infotag letztlich niemand gehen aber für richter gehrke sowie für ulrich soergel von vw immobilien machen die anstrengungen im web 2.0 schon deswegen sinn weil sich diese kommunikation nicht zuletzt auf die bestehenden kunden ausrichtet wir werden uns bei facebook und bei xing strategisch positionieren kündigte soergel an ohne die potenziale der sozialen netzwerke zu nutzen sei erfolgreiche unternehmenskommunikation künftig wahrscheinlich nicht mehr möglich soziale net zw er ke ma ga z in 0111 es gibt praktisch kein wohnungsunternehmen mehr im bereich des vdw das bei der vermietung von wohnungen nicht auch auf den nutzen einer eigenen internetpräsenz vertraut andreas gehrke marketingleiter bei der braunschweiger baugenossenschaft sagte beim vdw-infotag wir vermieten derzeit 70 prozent unserer wohnungen übers internet als vermarktungsinstrument ist das internet längst etabliert kooperationen mit immoscout 24 und immonet erleichtern den unternehmen diesen service und verbessern die erfolgsaussichten das world wide web jedoch auch als mitmachplattform zu sehen und auf diesem weg mit ihren kunden in den dialog zu treten haben viele vermieter bislang noch nicht ausprobiert warum diese zurückhaltung erpenbach vermutet dass die unternehmen befürchten die kontrolle über die kommunikation zu verlieren und dadurch zu viele negative kommentare zu kassieren klaus saloch mitglied der geschäftsführung bei immonet rät den entscheidern in den unternehmen zu weniger verbissenheit schlimmstenfalls wird über sie geredet prof roland schröder wie erpenbach von der bits iserlohn erläuterte in seinem vortrag die nutzungsmöglichkeiten von google er rät allgemein zur konzeptionellen optimierung der suchmaschinenergebnisse dazu gebe der vdw wird die diskussion über facebook co in den nächsten monaten fortsetzen verbandsdirektor bernd meyer der die informationsveranstaltung mit interesse verfolgt hatte kündigte bereits an das thema auch beim verbandstag in bremerhaven auf die tagesordnung setzen zu wollen 8

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schwe rpunkt energ ie 6 norddeutsche energiekonferenz in hamburg modernes energiemanagement wird immer wichtiger ma ga z in 0111 ener giekonferenz was ist wunsch was ist wirklichkeit die wohnungswirtschaft sieht sich immer häufiger unrealistischen anforderungen gegenüber die wirtschaftlich nicht mehr darzustellen sind be re it szumsec hs t en m al v er an s ta lt en de r vn w ve r ban dnordd eu t s c her w ohnungsunternehmen und der vdw verband der wohnungs und immobilienwirtschaft n ie d e r sa ch s en bremeninkooper at i on m it te ch emdienorddeutsc he en e rgi ekon ferenz bei der tagung am 24 februar in hamburg wird noch einmal deutlich werden wie kompliziert die aufgabenstellung für die wohnungswirtschaft mittlerweile geworden ist wenn es um fragen der energetischen modernisierung von wohnungsbeständen geht auf den nächsten seiten stimmen petra oventrop prof dr norbert raschper dr wolfgang förster und hans westfeld schon auf die veranstaltung ein neben ihren themen werden die enev 2012 zeitgemäßes energiemanagement und modernisierungsbegleitende kommunikation diskutiert durchs programm führt erneut ulrike silberberg ­ nun aber nicht mehr als stellvertretende chefredakteurin des bundesbaublattes sondern als neue chefredakteurin des fachmagazins die wohnungswirtschaft 9

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schwe rpunkt energ ie energieeinsparungen und wirtschaftlichkeit ­ wie passt dies zusammen i p rof d r norb er t r a sc hp er i w b braun s ch we ig politische rahmenbedingungen in der aktuellen politischen diskussion um die enev2012 wird immer wieder auf eine weitere verschärfung der mindestwerte um bis zu 30 prozent gegenüber enev2009 verwiesen begründet wird dies mit der eu-richtlinie 2010/31/eu gesamtenergieeffizienz von gebäuden vom 19.05.2010 in dieser eu-richtlinie werden jedoch keine energetischen mindestanforderungen an bestandsgebäude vorgegeben oder deren grundsätzliche verschärfung verlangt vielmehr wird erstmalig die berechnung der kostenoptimalen niveaus von mindestanforderungen an die gesamtenergieeffizienz verbindlich vorgesehen sofern wirtschaftlich vertretbar sollen die mitgliedsstaaten dann die mindestanforderungen für das gebäude bzw seine bauteile auf dieses kostenoptimale niveau absenken ma ga z in 0111 nicht wirtschaftliche objekte mit hohen investitionsrisiken erhalten also keine mittelzuwendungen sie stehen in der portfolio-strategie auf abwohnen oder halten/instandsetzen nicht aber auf investition der abzug der sowiesokosten in der wirtschaftlichkeitsbetrachtung wäre somit nicht korrekt da diese objekte zukünftig keine nennenswerten investitionen erhalten würden eine energetische modernisierung muss sich im normalfall mit den vollkosten für das wohnungsunternehmen wirtschaftlich abbilden lassen sofern nicht aus strategischer sicht eine quersubvention innerhalb des bestandes entschieden wird energetische einsparpotenziale bei bestandsportfolios die wirtschaftlichkeit energetischer modernisierungen unter vollkostenrechnung ist jedoch schon bei der enev2009 nur selten ohne förderungen gegeben dies liegt im wesentlichen an den häufig nur geringen energieeinsparpotenzialen bei bestandsimmobilien die z b in den 80er jahren eine 6 oder 8 cm wärmedämmung neuere heizungen oder fenster erhielten basierend auf einem forschungsprojekt von acht hamburger wohnungsgenossenschaften aus dem jahr 2009 mit einem bestand von rund 60.000 wohnungen und der datenbank der iwb entwicklungsgesellschaft mbh mit ca 137.000 wohnungen können folgende aussagen bzw empfehlungen zum energieeinsparpotenzial bei bestandsportfolios gemacht werden l art der wirtschaftlichkeitsberechnungen wird dominant die aus der eu-richtlinie erforderliche novellierung der enev in 2012 wird daher durch forschungsprojekte zur wirtschaftlichkeit energetischer investitionen und deren berechnungsverfahren begleitet in der diskussion über zu berücksichtigende kosten ist der definition von sowiesokosten hohe bedeutung beizumessen unter sowieso-kosten versteht man jene kosten die dem immobilienbesitzer bei der nutzung der immobilien sowieso also ungeachtet der energetischen aufwertung des gebäudes entstehen und die in den wirtschaftlichkeitsbetrachtungen nicht berücksichtigt werden durch die annahme objekt verbleibt im bestand und benötigt instandsetzungen werden energetisch bedingte investitionskosten deutlich reduziert und damit energetische investitionen wirtschaftlicher wie abb 1 vereinfachend und plakativ zeigt bei der definition von investitionsstrategien in wohnungsunternehmen auf basis von portfolio-analysen greift jedoch häufig auch das prinzip der investitionsvermeidung der durchschnittliche endenergieverbrauch für wohngebäude in westdeutschland beträgt für heizung und warmwasser 145 kwh m²a der reine heizenergieanteil 121 kwh m²a in westdeutschen wohnungsunternehmen sind maximal 5 ­ 10 prozent der gebäude hochverbraucher 200 kwh m²a für umfangreiche modernisierungen inkl wärmedämmung prädestiniert ostdeutsche bestände sind noch besser l 10

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l bis zu 60 prozent der gebäude besitzen nur noch ein geringes energieeinsparpotenzial 75 kwh/m²a so dass lediglich gering oder niedriginvestive maßnahmen wirtschaftlichen nutzen zeigen fernwärmebeheizte gebäude liegen infolge der messgröße endenergie ca 20 ­ 50 kwh m²a unter individuell beheizten gebäuden bieten jedoch infolge höherer spezifische energiepreise keinen grundsätzlichen heizkostenvorteil nicht gedämmte bauteile sind möglichst hoch effizient zu dämmen die aufdoppelung vorhandener wärmedämmungen ist nur bei bauschäden wirtschaftlich geraten l die optimierung der anlagentechnik durch geringoder niedriginvestive maßnahmen ist infolge erheblicher energieeinsparungen bei hoher wirtschaftlichkeit flächendeckend vorzusehen siehe auch projekt alfa nord die vereinfachte energiebedarfsberechnung liegt bei älteren nicht modernisierten gebäuden ca 40 ­ 60 kwh m²a über den verbrauchswerten bei neueren oder modernisierten gebäuden ca 20 ­ 30 kwh m²a unter den verbrauchswerten dadurch wird das vor modernisierung berechte energieeinsparpotenzial in den verbrauchsabrechnung nach modernisierung häufig nicht erreicht die ehrgeizigen energiesparziele einer zukünftigen modernisierung können nur durch das intensive einbinden der nutzer und deren akzeptanz für energieeinsparungen erreicht werden andernfalls kann das technisch mögliche energieniveau um bis zu 30 kwh m²a verschlechtert werden ma ga z in 0111 l l l ener giekonferenz l l fenster sind bei bereits vorhandener außenwanddämmung bzw im rahmen von dämmmaßnahmen möglichst hochwertig zu erneuern da hier der energieeinspareffekt sehr deutlich eintritt leistungsbeschreibung kosten in /m² fassadenfläche aufstellen gerüst großflächige putzsanierung von 25 der fläche anstrich erneuern wärmedämmung aufbringen einheitspreis gesamtinvestition sowieso-kosten energetische mod 7,50 35,00 11,50 81,00 7,50 8,75 11,50 81,00 108,75 7,50 8,75 11,50 81,00 27,75 81,00 kosten in pro fenster austausch 30 jahre alter fenster wegen nicht ausreichender blendrahmendicke bei laibungsdämmung anteil fensterinstandsetzung mit 70 geschätzt 430,00 430,00 430,00 129,00 301,00 301,00 129,00 abb 1 beispiele für den ansatz von sowieso-kosten auch bei folgemaßnahmen hier fenster 11

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schwe rpunkt energ ie wohnen im zeichen des klimawandels ­ energieeffizientes bauen und sanieren in wien v on wol f g an g fÖ rster ma ga z in 0111 ma g d r wo lfg an g fÖ rsterist lei ter des re f er at s wo hn b au f o r sc hu ngund intern at ion aleb ezi ehu n ge n in w o hn bauu nd s tad t e rn e u er ungd er s tad twien v o rsi tz e nd erdesune ce-a us s c hu s s es fÜr wo hnba uundd er euroci ti es a rb ei t s gr u ppe h ou s in g mehr als 40 prozent aller co2-emissionen innerhalb der eu kommen aus dem gebäudebestand 77 prozent davon aus wohnbauten in Österreich entfallen rund 20 prozent des endenergieverbrauchs auf die raumwärme für haushalte in wien steht einem wohnungsbestand von rund 940.000 wohnungen derzeit eine neubauleistung von jährlich 8.000 wohnungen ­ weniger als 1 prozent des bestands ­ gegenüber die lösung der energiefragen im wohnbau muss daher beim gebäudebestand ansetzen und hier vorrangig bei den energetisch schlechtesten bauten der 1960er und 1970er-jahre dies betrifft in wien ­ abzüglich der in den letzten jahren bereits sanierten gebäude ­ rund 140.000 wohnungen kernstück des energetischen sanierungsprogramms ist seit dem jahr 2000 die thermische wohnhaussanierung thewosan gefördert werden alle baulichen maßnahmen die der verringerung des heizwärmebedarfs dienen also die dämmung der gesamten gebäudehülle die erneuerung der fenster und außentüren und die beseitigung von wärmebrücken ergänzend dazu ist auch die verbesserung oder neuschaffung von haustechnischen anlagen zur belüftung und warmwasseraufbereitung förderbar die förderungsleistung ist ein einmaliger nicht rückzahlbarer beitrag pro quadratmeter nutzfläche und bemisst sich an der reduzierung des heizwärmebedarfs es wird also bewusst nicht von einer abstrakten zielgröße sondern vom ausmaß der tatsächlichen einsparung ausgegangen bisher wurde im rahmen von thewosan die förderung für rund 85.000 wohnungen ­ mit 1,13 milliarden euro gesamtbaukosten und einem förderanteil von 433 millionen euro ­ zugesichert die durchschnittliche jährliche förderungsleistung liegt bei etwa 10.000 wohnungen im schnitt konnte der heizwärmebedarf um mehr als 50 prozent reduziert werden was einer reduktion der co2-emissionen um 97.000 tonnen pro jahr entspricht im geförderten wohnbau in wien ­ der mit 6000 ­ 7000 wohnungen pro jahr etwa 90 prozent des gesamten wohnungsneubaus ausmacht und damit den allgemeinen standard setzt ­ wird bereits seit mehreren jahren durchgehend niedrigenergiestandard bis 38 kwh/m2 jahr heizwärmebedarf erreicht in vielen fällen auch darunter dies lag einerseits an den schrittweise verschärften förderbestimmungen andererseits am system des bauträgerwettbewerbs bei dem energetische und sonstige umweltrelevante standards eine entscheidende rolle spielen wien setzte damit bewusst auch auf einen innovationsschub bei den bauträgern neue wohnhausanlagen im niedrigenergiestandard werden seit jahren fast ausnahmslos verpflichtend an das fernheizsystem der fernwärme wien angeschlossen diese verpflichtung gilt soweit möglich auch für geförderte sanierungsprojekte derzeit ist etwa ein viertel aller wiener wohnungen an das fernheizsystem angeschlossen mit jeweils individueller heizlastablesung rund ein viertel der benötigten energie kommt ganzjährig aus der verbrennung des hausmülls der überwiegende rest aus kraft-wärme-kopplungen mehrerer kraftwerke und der omv-raffinerie dadurch werden rund 64,6 prozent an primärenergie eingespart was einer reduzierung der co2-belastung von fast einer million tonnen entspricht die derzeitige kapazität der fernwärme wien ermöglicht den anschluss von rund 100.000 weiteren wohnungen in den nächsten jahren das netz wird daher kontinuierlich ausgebaut in zunehmendem maße werden aber auch passivhausstandard bis 14 kwh/m2/jahr bzw passivhausähnliche werte im neubau erreicht pilotprojekte wurden umfassend evaluiert ­ im hinblick auf den tatsächlichen energieverbrauch hier mit verstärktem augenmerk auf den gesamtprimärenergieaufwand anstelle des bloßen heizwärmebedarfs ebenso wie auf die bewohnerzufriedenheit dabei konnte festgestellt werden dass eine hohe zufriedenheit herrscht anpassungsprobleme gibt es im Übrigen eher im sommer als in kalten wintermonaten es zeigt sich aber auch dass passivhäuser nicht das allheilmittel sein können ­ zumal in einer gegebenen städtischen struktur die nicht immer optimale gebäudeausrichtungen erlaubt dies spricht für flexible rahmenbedingungen anstelle sturer energiegrenzwerte die oft nur mit beträchtlichem mehraufwand erreichbar sind 12

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wien ist damit ohnehin europas passivhaus-hauptstadt im mehrgeschossigen wohnbau auf 20 hektar grundstücksfläche entsteht derzeit mit dem projekt eurogate das größte innerstädtische entwicklungsgebiet in wien und die größte passivhaussiedlung ­ im endausbau etwa 1.700 geförderte mietwohnungen ­ europas auch im neubau sollen zusätzlich alternative energiequellen genutzt werden diese reichen bei kürzlich fertig gestellten wohnhausanlagen von passiver solarenergienutzung durch wintergärten bis zu photovoltaikanlagen wärmerückgewinnung und geothermie ­ letztere etwa im größten wiener stadtentwicklungsprojekt der seestadt aspern auf einem ehemaligen flugplatz mit mehr als 8.500 wohnungen und 20.000 arbeitsplätzen bis 2020 die reduzierung des heizwärmebedarfs ­ im falle der thermischen wohnhaussanierung um mehr als 50 prozent beim passivhaus bis zu 90 prozent ­ trägt natürlich zur entlastung der privaten haushalte bei allerdings ist dies nur mit beträchtlichem öffentlichen mitteleinsatz erreichbar die mehrkosten beim passivhausbau betragen etwa 15 prozent gegenüber dem niedrigenergiehaus und amortisieren sich daher nur über sehr lange zeiträume ­ selbst bei weiter steigenden energiekosten würden diese mehrkosten auf die bewohner überwälzt könnten sich wohl viele ein zeitgemäßes wohnen nicht mehr leisten dies steht im widerspruch zu den erklärten zielen der wiener wohnungspolitik wohnhaussanierung und wohnungsneubau die sich ihrer verantwortung gegenüber der umwelt und den herausforderungen des klimawandels bewusst sind können daher nur dann umgesetzt werden wenn die wohnbauförderung dafür weiter zur verfügung steht ­ mit anderen worten wenn soziale und ökologische ziele gleichermaßen ökonomisch abgesichert sind anstelle eindimensionaler modelle die sich lediglich an gerade aktuellen technischen werten orientieren sind daher flexibilität und innovation gefordert wir die flensburger arbeiter-bauverein eg sind eine traditionsreiche wohnungsbaugenossenschaft mit sitz im nördlichen schleswig-holstein z zt bewirtschaften wir rd 2.200 genossenschaftswohnungen und rd 2.000 wohnungen für dritte und in der rechtsform des weg im rahmen einer altersbedingten nachfolgeregelung suchen wir zum 01.07.2012 ein ma ga z in 0111 vorstandsmitglied m/w beabsichtigt ist dem bewerber die möglichkeit einer einarbeitungszeit im hinblick auf die künftige beschäftigung und die besonderheiten der örtlichen gegebenheiten nach absprache einzuräumen der schwerpunkt dieser position liegt in der strategisch erfolgreichen weiterentwicklung unserer genossenschaft daher sind erfahrungen in führungspositionen in der wohnungs und immobilienwirtschaft wünschenswert neben einem betriebswirtschaftlichem studium oder einer adäquaten fachbezogenen ausbildung erwarten wir kenntnisse über bautechnische abläufe und einer positiven einstellung zum genossenschaftswesen die partnerschaftliche zusammenarbeit mit dem vorstandsvorsitzenden setzen wir genau so voraus wie einen kooperativen führungsstil soziale kompetenz und integrative fähigkeiten unternehmerisches denken verantwortungsbewusstsein und erfahrungen in der mitarbeiterführung runden ihr profil ab unser angebot richtet sich auch an jüngere bewerber ihre bewerbung mit angabe ihrer gehaltsvorstellung senden sie bitte an den aufsichtsratsvorsitzenden herrn hans peter rossen flensburger arbeiter-bauverein eg husumer straße 314 24941 flensburg ener giekonferenz 13

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