Mensch und Mund

 

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Zahnunfall

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3. Jahrgang · Ausgabe 2/2014 Mensch & Mund Ganzheitliche ZahnMedizin für interessierte Patienten Zahnunfall: Richtig reagieren! Mensch & Mund · 3. Jahrgang 2/2014 1 Fotoquelle: wikipedia

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Mensch & Mund Richtig reagieren bei Zahnunfällen Zähne sind verletzlich – bei einem Unfall können sie leicht Schaden nehmen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man sich richtig verhält – damit ein verletzter Zahn gerettet werden kann. Z ahnunfälle sind häufig – vor allem bei Kindern. Hier heißt es: Ruhe bewahren, richtig reagieren und so schnell wie möglich zum Zahnarzt. Dann lassen sich abgebrochene, verschobene oder ausgeschlagene Zähne oft noch retten. Dabei gilt es, einige wichtige Verhaltensregeln zu befolgen. Kinderzähne sind gefährdet Ein Unfall ist so schnell passiert: ein Sturz mit dem Fahrrad, ein Rempler beim Hockey-Training, ein Ausrutscher im Schwimmbad – und schon kann ein Zahn Schaden nehmen. Gerade bei Kindern sind Zahnunfälle häufig – Statistiken zeigen, dass fast jedes zweite Kind davon betroffen ist. Umso wichtiger ist zu wissen, wie Sie und Ihr Kind sich richtig verhalten, damit ein verletzter Zahn gerettet werden kann. Vorbereitung ist wichtig Kinder können Gefahrenquellen oft nicht richtig einschätzen – das fängt schon zu Hause an: Spielzeug, das im Weg liegt, ist eine Stolperfalle, und wer stürzt, verletzt oft seine Zähne. Aufräumen ist da deutlich weniger unangenehm. Die meisten Unfälle passieren aber beim Sport, beim Spielen oder in der Schule. Deshalb: Sprechen Sie in der Familie, in der Schule oder im Sportverein mit den Kindern über mögliche gefährliche Situationen und wie man sie entschärfen kann. Erklären Sie, warum es so wichtig ist, beim Fahrradfahren einen Helm aufzusetzen, beim Inlineskating Protektoren zu tragen oder im Schwimmbad nicht zu rennen oder zu raufen. Übrigens: Der Hinweis auf Gefahrenquellen ist zwar wichtig; trotzdem soll Bewegung natürlich weiterhin Spaß machen – denn Kinder, die sich viel bewegen, verletzen sich seltener als andere! 2 Mensch & Mund · 3. Jahrgang 2/2014 Fotoquelle: wikipedia, Grafik: Biber Studio

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Mensch & Mund Zahnunfall – was nun? Wenn es trotzdem zum Unfall gekommen ist, ist entscheidend, dass Ihr Kind und Sie selbst wissen, was jetzt zu tun ist. Regel Nummer Eins: Ein geretteter Zahn ist besser als jeder Zahnersatz. Deshalb müssen Sie bei einem abgebrochenen oder ausgeschlagenen Zahn das fehlende Stück finden, einsammeln und sofort zu Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt bringen. Für eine möglichst hohe Heilungs-Chance beachten Sie bitte diese Punkte:  Erste Hilfe ist selbstverständlich Nicht nur der Zahn ist bei einem Unfall betroffen, deshalb gehört zur schnellen, richtigen Reaktion natürlich auch die Erste Hilfe:  Wenn der Zahn „nur“ wackelt Auch wenn ein Zahn nicht gleich abbricht oder ausgeschlagen wird, kann ein unbehandelter Zahnunfall schwerwiegende Folgen haben. Deshalb gehen Sie bitte auch in folgenden Fällen direkt (d.h. innerhalb weniger Stunden!) zum Zahnarzt:  Wenn es im Mund blutet, am besten leicht auf ein sauberes, fusselfreies Tuch beißen, z.B. Verbands-Gaze oder ein sauberes Taschentuch; das hilft, die Blutung zu stoppen. Gesicht im Bereich des betroffenen Zahns von außen kühlen. Fassen Sie den Zahn nur an der Spitze an, niemals an der Wurzel Das Gewebe der Zahnwurzel darf nicht austrocknen – hier kommt es auf jede Minute an! Am besten geschützt ist der Zahn in einer Zahnrettungsbox Notfalls legen Sie den Zahn in HMilch oder eine isotonische Kochsalzlösung (aus der Apotheke); das ist besser als gar nichts, allerdings überleben die Zahnzellen darin nur wenig länger Bitte nicht den Zahn abspülen, in Wasser legen oder gar desinfizieren! Gehen Sie mit Ihrem Kind möglichst sofort zu Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt, außerhalb der Sprechzeiten in die Zahnklinik oder zur Notaufnahme.  Lockerer Zahn – ein Zahn wackelt oder sitzt nicht mehr richtig fest und lässt sich bewegen; die richtige Funktion ist akut in Gefahr Verschobener Zahn – der Zahn muss vorsichtig und fachkundig (niemals selbst machen!) an die richtige Stelle bewegt werden; dort wird der Zahn mit einer Schiene fixiert, bis er wieder richtig angewachsen ist; ein falsch sitzender Zahn stört das gesamte System und kann langfristig Beschwerden verursachen Hineingeschlagener Zahn – auch hier muss der Zahn vorsichtig und fachkundig wieder an seinen richtigen Platz gebracht werden; nur so lassen sich schmerzhafte und gefährliche Komplikationen vermeiden     Bei Symptomen wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, ungleich große Pupillen kann eine Gehirnerschütterung vorliegen. Bitte dringend sofort zum Arzt gehen! Immer auch den Impfschutz prüfen – und bei Bedarf die Tetanusimpfung auffrischen!      Zahnrettungsbox Eine Zahnrettungsbox ist die beste Art, ausgeschlagene Zähne (oder Zahnstücke) zum Zahnarzt zu transportieren. Sie enthält ein spezielles Zellnährmedium, das die Zellen der Zahnwurzel oder ein Zahnbruchstück feucht hält und besonders gut schützt, bis Sie beim Zahnarzt sind. Eine Zahnrettungsbox können Sie bei Zahnärzten, Apotheken oder über das Internet kaufen. Auch manche Sportvereine haben sie vorrätig. Milchzähne – jeder einzelne ist wertvoll! Sind bleibende Zähne von einem Unfall betroffen, ist schnelle Reaktion besonders wichtig, Aber auch bei Milchzähnen sollten Sie so schnell wie möglich zum Zahnarzt gehen. Vor allem bei verschobenen und hineingeschlagenen Milchzähnen besteht ein hohes Risiko für Folgeschäden. Denn die Wurzel des Milchzahns kann die Anlage des darunter liegenden, bleibenden Zahns beschädigen. Hier muss Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt genau schauen, ob ein Defekt die spätere Entwicklung beeinträchtigen könnte, und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Bitte denken Sie immer daran: Je mehr Zahnwurzelzellen überleben, desto höher ist die Chance, dass selbst ein ausgeschlagener Zahn wieder richtig einwächst und normal funktioniert. Deshalb ist das schnelle, richtige Verhalten so wichtig. Mensch & Mund · 3. Jahrgang 2/2014 3

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Mensch & Mund Mundschutz – am besten individuell Eine optimale Maßnahme zum Schutz vor Zahnverletzungen beim Sport ist ein individuell angefertigter Mundschutz für Ihr Kind – vor allem bei Sportarten, wo es richtig zur Sache geht, z.B. Hockey, Kampfsport, Reiten, Inlineskaten und Mountainbiken. Ganz wichtig: die perfekte Passform. Dazu fertigt Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt einen Abdruck an, und auf dieser Basis wird dann vom Zahntechnikermeister eine Schutzschiene aus unterschiedlichen Kunststoffen hergestellt. Ein- oder mehrfarbig, mit Aufdruck, Text, Bildern oder Symbolen – so wird aus einem Schutz ein trendiges Sportgerät. Damit sinkt die Verletzungsgefahr bis zum Faktor 60 – es lohnt sich also unbedingt, hier individuell vorzugehen und nicht einfach irgendeine Schiene aus dem Sportgeschäft zu nehmen, die dann nicht richtig passt. Tipp: Bei Kindern und Jugendlichen verändern sich Zähne und Kiefer im Wachstum – deshalb regelmäßig den richtigen Sitz des Mundschutzes beim Zahnarzt prüfen lassen. Wer homöopathischen Mitteln vertraut, findet auch bei Unfällen Unterstützung – sowohl für Betroffene als auch für die Helfer, in unserem Fall also Kinder wie Erwachsene:  Rescue-Tropfen und Rescue-Salbe: Salbe einfach auf die Wunde auftragen; 3–4 Tropfen pur in den Mund geben oder 10 Tropfen in einem Glas Wasser auflösen und schluckweise trinken  Arnica C30: Diese Heilpflanze gilt seit jeher als probates Hausmittel bei Verletzungen, Blutungen und Blutergüssen; bei akuten Zuständen viertelstündlich, ansonsten bis zu 4 x täglich verabreichen Bitte besprechen Sie die Einnahme am besten vorher mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt. Prävention: Lassen Sie sich rechtzeitig beraten Wenn Sie das nächste Mal bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt sind, sprechen Sie das Thema Zahnunfall von sich aus an. Niemand kennt die Zähne Ihres Kindes so gut wie Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt – sie oder er können in Sachen Prävention viele gute Tipps geben und Sie beraten, welche Verhaltensregeln in Ihrem speziellen Fall vielleicht noch zu beachten sind. n GZM – Sicherheit durch gezielte Qualitätsorientierung Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin (GZM) fördert die Kooperation zwischen Zahn-Medizin und Medizin und setzt sich stark für die Realisierung regionaler Netzwerke ein. Dazu organisiert und veranstaltet die GZM regelmäßig internationale Symposien und Kongresse. Die GZM fördert intensiv die Erforschung ergänzender Diagnose- und Therapiekonzepte und arbeitet aktiv daran mit. Qualifizierte Mitglieder der GZM haben eine umfangreiche Weiterbildung in verschiedenen Diagnose- und Therapieverfahren absolviert und sich einer Prüfung unterzogen. Eine Liste der Qualifizierten GZM-Mitglieder nach PLZ-Bereichen finden Sie im Internet unter www.gzm.org Wenn Sie 2,80 € in Briefmarken an die Geschäftsstelle schicken, erhalten Sie die Liste gerne auch per Post zugesandt. Dort sind auch weitere Broschüren zu verschiedenen Themen sowie Infopakete erhältlich. Bitte schreiben Sie an: Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V. Kloppenheimer Str. 10 68239 Mannheim Tel.: +49 (0)621 48179730 Fax: +49 (0)621 473949 E-Mail: gzm@gzm.org www.gzm.org 4 Mensch & Mund · 3. Jahrgang 2/2014

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Mensch & Mund Zungenreinigung gegen Mundgeruch A In den meisten Fällen entsteht Mundgeruch im Mund- oder Rachenraum. Neben den Bakterien in den Zahnzwischenräumen sind auch die Besiedlungen auf der Zunge häufig Verursacher der unangenehmen Gerüche. uf der rauen Oberfläche der Zunge sammeln sich zahlreiche Essensreste an. Sie bilden einen Belag, der sich vor allem auf dem hinteren Drittel der Zunge verfestigt, da dieser Teil der Zunge nicht mit dem Gaumen in Kontakt kommt und dadurch gereinigt wird. Dieser Belag bietet Bakterien einen perfekten Nährboden, auf dem sie sich vermehren können. Zungenreiniger sind in anderen Kulturen seit langer Zeit weit verbreitet, beispielsweise in der indischen Gesundheitslehre Ayurveda. Auch in Europa wurde erkannt, dass die Reinigung der Zunge wichtig ist für eine ausgeglichene Mundflora und einen gesunden, frischen Atem. Die Zunge sollte mit einem Zungenreiniger mindestens einmal täglich gereinigt werden. Daneben ist die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnzwischenraumbürstchen wichtig. Ihr Zahnarzt berät Sie gerne. n Kakao gut für Gefäße Bestimmte Pflanzeninhaltstoffe des Kakaos, die Flavanole, können die Funktionen des arteriellen Systems bei jungen und älteren Menschen verbessern und altersabhängigen Veränderungen der Gefäße entgegenwirken. Fotoquelle: DPix Center - Fotolia.com D as ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die ein Team des Universitätsklinikums Düsseldorf gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Großbritannien durchgeführt hat. 22 junge Männer (unter 35 Jahren) und 20 ältere Probanden zwischen 50 und 80 Jahren erhielten zwei Wochen lang zweimal täglich entweder ein Kakaoflavonol reiches (450 mg) oder ein Kakaoflavonol freies Getränk. Nach zwei Wochen täglicher Einnahme von 900 mg Kakaoflavonolen waren bei jungen und älteren Probanden die Gefäße durch eine Verbesserung der Funktion der Gefäßinnenwand deutlich erweitert. In beiden Altersgruppen verbesserte sich nach dem täglichen Konsum der Kakaoflavonole die Elastizität der Arterien (gemessen in Form der Pulswellengeschwindigkeit) und der diastolische Blutdruck ging zurück. Nur bei den älteren Kakaobohnen Probanden nahmen auch der periphere und zentrale systolische Blutdruck ab, ebenso wie der Augmentationsindex, eine weitere Messgröße für die Gefäßelastizität. Quelle: DGK Mensch & Mund · 3. Jahrgang 2/2014 5 Fotoquelle: wikipedia, 3268zauber

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Mensch & Mund Dein Stress ist auch mein Stress Allein das Beobachten stressiger Situationen kann eine körperliche Stressantwort auslösen S tress ist ansteckend. Es kann ausreichen, eine andere Person in einer stressigen Situation zu beobachten, damit der eigene Körper das Stresshormon Kortisol ausschüttet. Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler vom Leipziger Max-Planck-Institut und von der Technischen Universität Dresden. Empathischer Stress trat besonders häufig auf, wenn Beobachter in einer Paarbeziehung zu der gestressten Person standen und das Geschehen direkt über eine Glasscheibe verfolgen konnten. Aber auch wenn fremde Personen lediglich auf einem Bildschirm zu sehen waren, versetzte das einige Menschen in Alarmbereitschaft. In unserer von Stress geprägten Gesellschaft ist dieser empathisch vermittelte Stress ein nicht zu vernachlässigender Faktor für das Gesundheitswesen.

Stress ist heutzutage einer der wichtigsten Krankheitsauslöser. Er verursacht verschiedene psychische Probleme wie Burnout, Depression oder Angstzustände. Selbst wer ein relativ entspanntes Leben führt, kommt ständig mit gestressten Personen in Berührung. Ob bei der Arbeit oder im Fernsehen: Irgendwer hat immer gerade Stress, und dieser kann auf die Umwelt abfärben. Nicht nur gefühlt, sondern auch körperlich messbar als erhöhte Konzentration des Stresshormons Kortisol.

 Die Studie zeigt, dass selbst Fernsehsendungen, die uns mit dem Leid anderer konfrontieren, den Stress auf uns übertragen können. Stress hat ein enormes Ansteckungspotential. Ein Problem ist Stress vor allem dann, wenn er chronisch wird. Eine hor- monelle Stressreaktion hatte evolutionär den Sinn, dass wir durch den Anstieg des Stresshormons in einer Gefahr besonders leistungsfähig sind. Aber bei konstant erhöhten Kortisol-Werten leiden auf Dauer das Immunsystem und die Nervenzellen. Von potentiell schädlichen Konsequenzen empathischen Stresses sind daher besonders Menschen in Helferberufen oder Angehörige dauergestresster Personen betroffen. Wer ständig direkt mit dem Leid und Stress anderer konfrontiert wird, der hat ein erhöhtes Risiko auch selbst darunter zu leiden.

 Dabei reagieren Männer und Frauen gleich häufig mit empathischem Stress. Quelle: idw 6 Mensch & Mund · 3. Jahrgang 2/2014 Fotoquelle:© drubig-photo - Fotolia.com

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Mensch & Mund Schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnarztbesuche steigern Krebsrisiko Eine Untersuchung an Patienten mit Krebs der oberen Luft-und Speisewege zeigt, dass eine schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnarztbesuche eine Rolle bei der Krebsentstehung spielen. Außerdem gibt es Hinweise, dass der exzessive Gebrauch von Mundwasser möglicherweise eine weitere Ursache für diese bestimmte Krebsform ist. D as ist das Ergebnis einer europaweiten Verbundstudie. Die beteiligten Wissenschaftler identifizierten neue Risikofaktoren für Krebs der oberen Luft- und Speisewege (Mundhöhle, Kehlkopf, Rachen und Speiseröhre). Die Studie, die fast 2000 Patienten mit Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs und gleich viele gesunde Vergleichspersonen umfasste, wurde in 13 Zentren in neun Ländern durchgeführt. Nicht nur Rauchen und Alkohol sind Ursachen für Krebs

 In der Fachwelt als erwiesen gilt, dass Rauchen und Alkoholkonsum – besonders in Kombination – die Entstehung von Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs verursacht. Auch ein niedriger sozioökonomischer Status ist ein anerkannter Risikofaktor für die Krebsentstehung. Wolfgang Ahrens, Professor für epidemiologische Methoden an der Universität Bremen, fasst es so zusammen: „Diese Ergebnisse sind sehr wichtig. Bisher war nicht klar, ob diese zahnmedizinischen Risikofaktoren unabhängig von den bereits bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und niedrigem sozioökonomischen Status wirken.”

 Erstmals sei es durch die methodische Vorgehensweise und die große Teil- nehmerzahl gelungen, den Einfluss der einzelnen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und niedrigem sozioökonomischen Status voneinander zu trennen. Und obwohl mehrere Risikofaktoren in Kombination natürlich die Wahrscheinlichkeit für die Krebsentstehung erhöhen, fanden die Forscher heraus, dass schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnpflege als unabhängige Einflussfaktoren zu betrachten sind. Als Anzeichen für schlechte Mundgesundheit wurden in der Studie unter anderem häufiges Zahnfleischbluten und das Tragen von Zahnersatz angesehen. Als Anzeichen für eine schlechte Zahnpflege wurden insbesondere seltenes Zähneputzen und seltene Zahnarztbesuche bewertet.. weiter. Die Häufigkeit der Zahnarztbesuche sollte vom Zahnarzt festgelegt werden. Bei Patienten mit niedrigem Risiko reicht einmal im Jahr, bei höherem Risiko kann hingegen ein halbjährlicher Besuch notwendig sein. Exzessiver Gebrauch von Mundwasser erhöht Krebsrisiko „Die ursächliche Rolle von Mundspülung bei der Krebsentstehung muss noch weiter untersucht werden“, so der Bremer Professor Wolfgang Ahrens. In der Studie konnte gezeigt werden, dass exzessiver Gebrauch von Mundwasser – mehr als dreimal pro Tag – mit einem erhöhten Risiko für Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs verbunden war. Es konnte allerdings nicht ermittelt werden, ob eine bestimmte Sorte von Mundwasser für die Risikoerhöhung verantwortlich ist. Dr. Conway empfiehlt Mundwasser nicht täglich zu benutzen. Das wichtigste sei das regelmäßige Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide in Kombination mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen.

 Quelle: idw „Wer eine Prothese trägt, sollte auch regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle gehen.“
 
 „Menschen, die Prothesen tragen und keine eigenen Zähne mehr haben, sollten nicht glauben, Zahnarztbesuche seien überflüssig”, sagt Dr. David Conway, Dozent an der Zahnklinik der Universität Glasgow und Mitautor der Studie. „Im Gegenteil, wer eine Prothese trägt sollte trotzdem regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle gehen“, so der Wissenschaftler Mensch & Mund · 3. Jahrgang 2/2014 7

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Mensch & Mund bei bis zu fünf Tassen Kaffee pro Tag Die Angst, dass Kaffeegenuss das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen könnte, scheint unbegründet. Im Gegenteil: Risiko bei einem mäßigen Kaffeegenuss von drei bis fünf Tassen täglich. Aber auch Menschen, die bis zu sieben Tassen Kaffee tranken, erlitten im Durchschnitt weniger Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Herzleiden als diejenigen, die gar keinen Kaffee tranken. „Diese Studie erbrachte starke Beweise, dass der langfristige Konsum großer Mengen Kaffee nicht mit einem höheren Herz-KreislaufRisiko verbunden ist“, schreiben die Wissenschaftler um den Harvard-Epidemiologen Frank B. Hu. Egal, ob die Studienteilnehmer durchschnittlich nur eine Tasse täglich getrunken hatten oder sieben – das Risiko war eindeutig niedriger gewesen als in der Gruppe ohne Kaffee.

 Moderater Kaffeekonsum ist kein Risikofaktor für Schlaganfall. Im Gegenteil, mit moderatem Kaffee-Konsum (durchschnittlich 3,5 Tassen) hatten die Forscher das geringste Schlaganfall-Risiko errechnet: Es war um 20 Prozent geringer als bei Menschen, die gar keinen Kaffee tranken.

Ein höheres Risiko als Nicht-Kaffee-Trinker scheint man jedoch erst ab ungefähr neun bis zehn Tassen täglich zu haben. Die meisten Menschen brauchen sich also keine Sorgen zu machen, lediglich in der Schwangerschaft und bei schwer einstellbarem hohen Blutdruck ist Zurückhaltung angebracht. Quelle: idw F orscher haben sogar festgestellt, dass Menschen, die nicht mehr als fünf Tassen Kaffee pro Tag trinken, seltener einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erleiden als diejenigen, die gar keinen Kaffee trinken. „Kaffee ist – in Maßen genossen – kein Risikofaktor für den Schlaganfall. Wir raten den Menschen, lieber auf den Blutdruck zu achten, sich zu bewegen und nicht zu rauchen.“

 Die neueste, größte und wohl auch genaueste Studie über einen möglichen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Herz-KreislaufErkrankungen stammt von Forschern der Universitäten Harvard (USA) und Singapur. Dabei fand man das geringste www.yogamour.de ogamour ist ein Video-PodcastProjekt mit kostenlosen Videokursen für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Botschaft von Yogamour:
 Man kannst immer, überall und vor allem regelmäßig Yoga üben, meditieren, entspannen. 99 % Praxis, 1 % Theorie, 100 % Freude! Y Deshalb werden die meisten Videos nicht in Yogastudios gefilmt, sondern draußen, an schönen Kraftplätzen, an urbanen oder Naturorten. Die Videos helfen, die regelmäßige Yogapraxis in den Alltag zu integrieren. Yogamour ist kein Yogastudio-Ersatz. Um die Grundzüge der Yoga-Praxis kennen zu lernen, sollte jeder bereits bei einem Yogalehrer geübt haben, um die notwendige Eigenverantwortung übernehmen zu können. Fotoquelle: wikipedia, Istvan Takacs Geringeres Schlaganfall-Risiko

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