Geschäftsbericht 2013 Spitex Zürich Sihl

 

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Geschäftsbericht 2013 Spitex Zürich Sihl

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Spitex Zürich Sihl Spitex Zürich Die Spitex Zürich Sihl als attraktive Arbeitgeberin – vier Berufsporträts Geschäftsbericht  2013

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INHALT JahresBericht Jahresbericht der Präsidentin und des Geschäftsleiters  Herzlichen Dank  2 7 Organisation Organigramm Spitex Zürich Sihl per 10. März 2014  8 ErfAhrungsberichte Rahel Witzig, Fachverantwortliche Pflege, Wipkingen/Industrie  Karin Diefenbacher, Bereichsleiterin Hauswirtschaft, Wiedikon  Stefanie Lütscher, Dipl. Wundexpertin, Albisrieden  Michael Kuhn, Berufsbildner, Wollishofen/Leimbach/Enge  10 14 17 20 Interview Anne Messinger, Leiterin Human Resources, Spitex Zürich Sihl  24 Kennzahlen Kunden, Mitarbeitende und Mitglieder 28 Jahresrechnung Kommentar zur Jahresrechnung  Bilanz  Erfolgsrechnung Anhang zur Jahresrechnung  Bericht der Revisionsstelle 32 34 36 38 41 Impressum  43 1

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Jahresbericht der Präsidentin und des Geschäftsleiters Liebe Leserin, lieber Leser Sie halten den Geschäftsbericht 2013 der Spitex Zürich Sihl in den Händen. Wie bereits im letzten Jahr, konnten wir auch diesmal den Journalisten und Fotografen Patrick Rohr gewinnen, für uns vier interessante und spannende Reportagen sowie ein Interview mit der Leiterin Human Resources zu verfassen. Als Leitfaden wurde in diesem Jahr das Hauptthema «Spitex Zürich Sihl – die attrak- tive Arbeitgeberin» gewählt. Ziel dieses Themas ist, unseren Kundinnen und Kunden unser breites Spektrum an verschiedenen Berufsbildern aufzuzeigen und näher zu bringen. Hierzu hat Patrick Rohr in jedem unserer vier Zentren eine Person getroffen und diese in Wort und Bild porträtiert. Folgende Berufsbilder wurden berücksichtigt: Fachverantwortliche Pflege (TER FP), Bereichsleiterin Hauswirtschaft, Wundfach- 2

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JahresBericht person und Berufsbildner Fachmann Gesundheit (FaGe). Ausserdem haben wir im ganzen Geschäftsbericht fiktive Stelleninserate platziert, um die Vielfalt unserer Berufe in der ganzen Breite abzubilden. WARUM DAS THEMA «ATTRAKTIVE ARBEITGEBERIN»? Wie bereits im letzten Geschäftsbericht erwähnt, leiden wir weiterhin an einem ausgetrockneten Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, als Arbeitgeberin attraktiv zu bleiben und genügend in die Aus- und Weiterbildung zu investieren. Auch der diesjährige nationale Spitextag vom 7.  September 2013 fand unter dem Titel «Spitex – die attraktive Arbeitgeberin» statt. ALLGEMEINER RÜCKBLICK Wir blicken bereits auf das vierte Geschäftsjahr der Spitex Zürich Sihl zurück. Es war ein Jahr mit vielen Herausforderungen. Nachdem wir in den letzten Jahren eine Zunahme der geleisteten Stunden verrechnen konnten, kehrte dieser Trend im 2013 überraschend. Der Rückgang der verrechenbaren KLV-Stunden (Stunden, die gemäss der Krankenpflege-Leistungsverordnung KLV verrechnet werden können) hat uns stark beunruhigt. So haben wir zu Beginn des Jahres 2013 personell aufgestockt, um das Wachstum bewältigen zu können – und wurden dann im Verlaufe des Jahres vom Rückgang eingeholt. Die Gründe des Rückgangs sind viel- schichtig und nur schwer nachvollziehbar. Einer der Gründe könnte sein, dass aussergewöhnlich viele stundenintensive Kundinnen und Kunden verstorben sind oder ins Pflegeheim eingetreten sind. Zudem ist die Konkurrenz der privaten Spitexorganisationen im Raum Zürich verhältnismässig hoch. Ein Massnahmenkatalog wurde im 2. Quartal erarbeitet, aber die personellen Einsparungen konnten aus verschiedenen Gründen nur teilweise umgesetzt werden. Ein Grund war sicher unser grosses ITProjekt SWING+, welches massive personelle Ressourcen erforderte (siehe unten). Es war leider nicht möglich, sofort auf die veränderte Situation zu reagieren. Der zunehmende Aufwand in der Administration ist ein weiterer Kostentreiber. Die Rückfragen der Krankenkassen zu Leistungsabrechnungen sind massiv gestiegen. Zudem traten wir dem Administrativvertrag der santésuisse, dem Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer, bei. Dieser Vertrag regelt die administrativen Abläufe zwischen den Spitex-Betrieben und den Krankenversicherern. Die Vorarbeiten für die Umsetzung waren ebenfalls aufwändig. PROJEKT SWING+ Nach einer längeren Evaluationsphase konnte mit der SWING IT AG eine neue EDV-Lösung für die Spitex-Leistungsabwicklung gefunden werden. Mit diesem Spitex-Produkt haben wir endlich eine massgeschneiderte Lösung für unsere 3

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Organisation gefunden. Neugierig und mit vollem Elan nahmen wir die neue Herausforderung an. Seit dem 1.  Juni 2013 arbeiten wir mit der neuen Software Swing, welche zum Beispiel bereits bei der Spitex Luzern erfolgreich im Einsatz ist. Das Projekt SWING+ (Software Swing, Rai-HC und Nanda) hat uns das ganze Jahr erwartungsgemäss stark beschäftigt. Nanda betrifft die Pflegediagnose, die ebenfalls elektronisch erfasst wird, und mit Rai-HC erfolgt auch die Abklärung elektronisch und im ganzen Sihl-Einzugsgebiet auf die gleiche Art. Die Leistungsaufträge für die Mitarbeitenden erfolgen nun über Smartphones. Über diese werden auch die erbrachten Leistungen unserer Mitarbeitenden bestätigt. Mit Swing haben wir ausserdem ein optimales Controllingtool eingeführt, welches uns die gewünschten Auswertungen liefert. Mit dem grossen Projekt SWING+ sind wir in der Lage, noch einheitlicher im Dienste unserer Kunden zu arbeiten. Als weitere Meilensteine sind die elektronische Pflegedokumentation und eine professionelle Wunddokumentation geplant. Das gesamte Kader und sämtliche Mitarbeitenden haben grosse Arbeit geleistet. Wir waren uns bewusst, dass wir einen sehr grossen und aufwändigen Schritt von den Planungstafeln in die elektronische Welt machen würden. Der Prozess ist nun in den Zentren vereinheitlicht, braucht aber sicher noch mehr Zeit und Erfahrung, bis alles so läuft, wie wir es uns wünschen. Geduld und eine gewisse Hartnäckigkeit sind weiterhin gefragt. NEUER ADMINISTRATIVVERTRAG abgeschlossen Per 1.  Januar 2014 traten wir dem Administrativvertrag zwischen dem Spitex Verband Schweiz, der Association Spitex privée Suisse sowie der santésuisse bei. Der Vertrag regelt die administrativen Abläufe zwischen den Spitex-Betrieben und den Krankenversicherern und insbesondere auch die Kontrolle der Leistungserbringer durch die Krankenversicherer. Im Jahr 2013 wurden diesbezüglich viele Vorarbeiten geleistet. Als grosse Neuerung wurden die kleinste verrechenbare Einheit von 15 Minuten auf 10 Minuten heruntergesetzt und die Rundungsmodalität auf 5  Minuten reduziert. Zudem ist im neuen Administrativvertrag der «Tiers Payant» vorgesehen, das bedeutet, dass die KLV-Leistungen (Pflege) direkt den Krankenversicherern in Rechnung zu stellen sind. Ein Vorteil für unsere Kunden ist, dass sie nicht mehr in Vorkasse treten müssen. Die nicht kassenpflichtigen Leistungen dagegen werden mit separater Rechnung weiterhin den Kundinnen und Kunden fakturiert. Der bestehende Tarifvertrag für die Akut- und Übergangspflege wird nicht tangiert und bleibt in Kraft. Zudem hat der Vertrag zur Folge, dass die Rollen der Mitarbeitenden überprüft und angepasst werden. ERARBEITUNG UND DOKUMENTATION DES IKS Entsprechend den gesetzlichen Anforderungen haben wir ein Internes Kontrollsystem (IKS) eingeführt. Das Risikomanagement ist gut etabliert und wichtig für unsere strategischen Entscheide. Im IKS wurden im 4

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JahresBericht gesetzlich geforderten finanziellen Bereich die Prozesse abgebildet und die Kontrolle implementiert. Die Software Swing hat auch hier Auswirkungen, so dass diese Prozesse nach einer Konsolidierung von Swing wieder angepasst werden. Laufend werden wir das IKS auf weitere betriebliche Prozesse ausdehnen. Neue Sozialpartnerschaft Die Spitex Zürich Sihl und die Spitex Zürich Limmat haben die Zusammenarbeit mit dem vpod (Verband des Personals öffentlicher Dienste) per Ende 2012 gekündigt und arbeiten neu mit curahumanis und weiterhin mit dem SBK (Schweizerischer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer) zusammen. DIE QUALITÄTSPOLITIK DER STADT ZÜRICH Die Qualitätspolitik der Stadt Zürich ist ein Teil des Reportings, bei dem wir zum zweiten Mal an Spitex & Alter, Stadt Zürich, Auskunft über folgende Punkte «Wir blicken auf das vierte Geschäftsjahr der Spitex Zürich Sihl zurück. Es war ein Jahr mit vielen Herausforderungen.» 5

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lieferten: die Qualität der Leistungserbringung, die Zufriedenheit von Kundschaft, Mitarbeitenden und weiteren Anspruchsgruppen, optimale Organisation und angemessenes Kostenbewusstsein sowie aktive Innovation. Des Weiteren werden wir im Jahr 2014 sowohl eine Kundenumfrage als auch eine Mitarbeiterumfrage durchführen. Wir sind sehr daran interessiert, die Qualität unserer Dienstleistung zu überprüfen und stets zu verbessern. GEMEINSAME STRATEGIE 2022 Die neue Spitex Strategie 2022, ein gemeinsames Projekt der Spitex-Organisationen und der Städtischen Gesundheitsdienste, wurde vom Stadtrat genehmigt. In der neuen Strategieperiode wird das Augenmerk künftig auf die Angebotsoptimierung und die Zielgruppenausrichtung gelegt. Viele Aspekte wie die Altersstrategie der Stadt Zürich, neue Wohnformen, die demografische Entwicklung und der Anstieg von chronischen Mehrfacherkrankungen oder Demenz sollen im Strategieprozess berücksichtigt werden. GENERALVERSAMMLUNG VOM 22. Mai 2013 Sämtliche statutarischen Geschäfte wurden von den Mitgliedern gutgeheissen. Im Anschluss an die Versammlung referierte Dr. med. Andreas Meier, Facharzt Allgemeinmedizin mit Spezialisierung auf Geriatrie und leitender Arzt Pflegezentrum Entlisberg Zürich, über das Thema «Das Pflegezentrum im Wandel der Zeit». NEUE RÄUME FÜR WIPKINGEN/ INDUSTRIE UND WIEDIKON/Friesenberg Nach langer und aufwändiger Suche konnten an der Dorfstrasse 4 in Wipkingen geeignete und zahlbare Räumlichkeiten für das Zentrum Wipkingen/Industrie gefunden werden. Der Umzug von der Burgstrasse 17 an die Dorfstrasse 4 wurde im April 2014 durchgeführt. Ebenfalls umgezogen ist das Zentrum Wiedikon/Friesenberg, allerdings nur innerhalb des bestehenden Gebäudes. Dieser Umzug fand im März 2014 statt. PROJEKT OUTSOURCING IT Wir standen vor der Frage, ob wir mit grossem Aufwand und erheblichen finanziellen Mitteln unsere eigene Hardware aufrüsten oder unsere IT auslagern sollten. Nach einer intensiven Evaluationsphase entschieden wir uns für das Outsourcing an die Firma Steffen Informatik AG. Die Projektleitung seitens Steffen Informatik AG arbeitete sehr professionell und informierte stufengerecht und klar. Seit der Auslagerung unserer IT läuft unser System wesentlich stabiler. PROJEKT OUTSOURCING FUHRPARK Auf unseren Anstoss hin wurde gemeinsam mit der Spitex Zürich Limmat AG und der Firma LeasePlan unser gemeinsamer Fuhrpark von 72 Fahrzeugen (Sihl: 24, Limmat: 48) analysiert. Die Firma LeasePlan wurde anschliessend damit beauftragt, für die beiden Spitex-Organisationen ein Outsourcing-Konzept zu erarbeiten. Ein Full- 6

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JahresBericht Outsourcing, bei welchem alle Kosten (Leasingrate, Treibstoff, Versicherung, Reparatur, Reifen etc.) mit einem fixen monatlichen Betrag gedeckt sind, ist die wirtschaftlich attraktivste Variante. Seit November 2013 fahren die beiden Spitex-Organisationen mit den neuen Citroen C1 in der Stadt Zürich zu ihren Kunden. VERANSTALTUNGSMANAGEMENT UMANTIS Seit März 2013 verfügen wir über ein neues Software-Produkt, mit dem sämtliche Fortbildungen verwaltet werden. Alle Ausschreibungen sowie Anmeldungen und Anmeldungsbestätigungen laufen über dieses sehr benutzerfreundliche Tool. Herzlichen Dank … der Stadt Zürich für die finanziellen Beiträge, die uns eine fachgerechte Pflege und Betreuung unserer Kundinnen und Kunden zu angemessenen Tarifen erlaubt, … den Städtischen Gesundheitsdiensten, insbesondere Renate Monego, Direktorin, und Thomas Büchler, Leiter Spitex & Alter, für die angenehme Zusammenarbeit, … unseren Mitgliedern für ihre Treue und die Anerkennung unserer ehrenamtlichen Tätigkeit, … allen Spendern für ihre grosszügigen Beiträge an die öffentliche Spitex, … unserem Geschäftsleiter, dem Leitungsteam und allen Mitarbeitenden für ihr grosses Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz, welchen sie tagtäglich im Dienste unserer pflege- und hilfsbedürftigen Quartierbevölkerung erbringen, sowie ... den Vorstandsmitgliedern für die wertvolle Zusammenarbeit und für die Mithilfe bei der Bewältigung der vielfältigen Vorstandsaufgaben. Ursula Enz Hans Petter Storskogen Präsidentin Geschäftsleiter 7

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Organigramm Spitex Zürich Sihl per 10. März 2014 Generalversammlung Vorstand Präsidentin Ursula Enz Personal & Recht, Vizepräsident Andreas Käser Infrastruktur Otto Singer Assistenz GL Anetta Wohler Geschäftsleitung Hans Petter Storskogen Qualitätsmanagement Mirja Karttunen Zentrumsleitung Albisrieden Roger Bayard Zentrumsleitung Wiedikon / Friesenberg Iris Gronemeier Zentrumsleitung Wipkingen / Industrie Christine Keller BL Pflege Süd Doris Dillmann BL Pflege Friesenberg Matthias Keller BL Pflege Wip. West Sarah Eymard BL Pflege Nord Veton Shala BL Pflege Wiedikon Lotti Vinzens BL Pflege Industrie Jacqueline Morgenroth BL Hauswirtschaft Brigitte Mühlestein Abadlia BL Abenddienst Priska Theubet BL Hauswirtschaft Karin Diefenbacher BL Pflege Wip. Ost Fabian Spring BL Abenddienst / FD Petra Finkenzeller BL Hauswirtschaft Reinhard Thenen 8

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Organisation Dienstleistungen Katharina Tobler Finanzen & Öffentlichkeitsarbeit a. i. Devrim Yetergil Kiefer Revisionsstelle BDO AG Peter Stalder Hygiene Pia Martic Projekte Peter Eckert Fachstelle Bildung Stadt Zürich Barbara Steiger Zentrumsleitung Enge /  Leimbach / Wollishofen Brigitte Candinas Leitung Human Resources, Aus- und Weiterbildung & SiBe Anne Messinger Leitung Finanzund Rechnungswesen & IT Simon Lutz BL Pflege West Martin Baumgarten BL Pflege Nord Therese Salvisberg BL Pflege Ost Franziska Sommer Legende BL Hauswirtschaft Maja Frei Morf BL FD SiBe Wip. Bereichsleitung Fachdienst Sicherheitsbeauftragte Wipkingen 9

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ErfAhrungsberichtE Rahel Witzig, Fachverantwortliche Pflege, Wipkingen/Industrie «Unser Berufsbild hat sich stark gewandelt» Diese Frau hat Energie! Und die braucht sie auch: Rahel Witzig, 37 Jahre alt und alleinerziehende Mutter einer dreijährigen Tochter, arbeitet seit fünf Jahren als Pflegefachfrau in einem 60-Prozent-Pensum im Zentrum Wipkingen/Industrie. Nach einem zweieinhalbjährigen berufsbegleitenden Bachelor-Studium im Fachbereich Gesundheit ist sie in ihrem Spitex-Zentrum ausserdem die Fachverantwortliche Pflege (FP). «Eine unglaublich spannende Aufgabe», sagt Rahel Witzig, die in ihrer Zusatzfunktion ihre Kolleginnen und Kollegen von der Pflege coacht und fachlich begleitet. «Aber ich muss meine Zeit gut einteilen.» Einen Tag pro Woche im Pflegeeinsatz Heute steht Rahel Witzig wieder einmal selber als Pflegefachfrau im Einsatz. «Das ist wichtig, damit ich weiss, wovon ich rede, wenn ich meine Kolleginnen begleite», sagt sie. Etwa während einem Drittel ihrer Arbeitszeit, also an einem Tag pro Woche, leistet sie noch selber Pflegeeinsätze. Ein weiteres Drittel beansprucht das Coaching des Pflegeteams – und das letzte Drittel verbringt sie im Büro, «wo ich mit den Krankenkassen am Telefon über Leistungskürzungen streite.» Rahel Witzig lacht. Ihr Beruf verlangt von ihr alles ab, gibt ihr aber auch sehr viel: «Ich bin glückDie diplomierte Pflegefachfrau packt ihre Tasche und macht sich auf den Weg zu Hans Müller, einem 88-jährigen ehemaligen Schriftsetzer, der nach einer Operation im letzten Oktober eine offene Wunde am linken Bein hat, die nicht verheilen will. Die Begrüssung ist herzlich, Hans Müller freut sich über den Besuch der SpitexFrau. Dreimal die Woche kommt die Pflege zu Herrn Müller, Rahel Witzig ist heute zum ersten Mal bei ihm. Sie wirft einen Blick in sein Dossier und macht sich dann routiniert und mit sicheren Handgriffen ans Wechseln seines Verbands. Immer wieder lich, dass ich diese Weiterbildung gemacht habe und in der Folge immer mehr Verantwortung übernehmen konnte.» Wir bieten eine Stelle als Einsatzplaner/in Ihre Aufgaben: · Planung der Kundeneinsätze mit elektronischem Planungsinstrument · U nterstützung der Bereichsleitung in organisatorischen, fachlichen und administrativen Aufgaben Wir bieten: · e ine abwechslungsreiche Tätigkeit und ein kollegiales, motiviertes Team 10

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«Etwa ein Drittel meiner Arbeitszeit verbringe ich im Büro.» 11

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ErfAhrungsberichtE «Ich muss wissen, wovon ich rede, wenn ich meine Kolleginnen coache.» Von klassischen Macherinnen zu modernen Pflegerinnen «Unser Berufsbild hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt», sagt Rahel Witzig, «wir sind von klassischen Macherinnen zu modernen Dienstleisterinnen geworden.» Heute würde der Kunde, viel mehr als früher, stark mit einbezogen. Während früher die Krankenschwester zum Patienten ging und die ihr aufgetragene Arbeit verrichtete, erarbeiten heute die Pflegefachpersonen in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden die Pflegeziele und Massnahmen, die es zu erreichen gilt. Um für jeden Kunden die passende Pflegepla- erkundigt sie sich bei ihrem Kunden, ob er Schmerz verspüre. Herr Müller verneint, lieber erzählt er von seiner Leidenschaft für die Fotografie und seiner Berufszeit als Schriftsetzer bei der NZZ und als Bibliothekar in der Zentralbibliothek. Der Schwatz scheint ihm gut zu tun, viel Besuch hat Hans Müller nicht mehr, und sehr mobil ist er mit seinem lädierten Bein auch nicht mehr. Der frische Verband sitzt, Rahel Witzig beginnt mit dem Aufräumen. Sie fragt Hans Müller, ob er zufrieden sei mit den Dienstleistungen der Spitex. Hans Müller nickt, er sei sehr zufrieden mit den Dienstleistungen der Spitex. 12

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ErfAhrungsberichtE nung zu erstellen, stehen den Pflegefachpersonen heute verschiedene Instrumente zur Bedarfsabklärung und Pflegediagnostik zur Verfügung. «Die Pflege ist ein Prozess, unsere Aufgabe ist es, permanent zu überprüfen, ob die pflegerischen Massnahmen wirksam sind. Wenn nicht, müssen wir sie anpassen oder neu definieren.» Elf Pflegefachleute mit Fallführung und zwei Lernende betreut Rahel Witzig als Fachperson Pflege derzeit im Zentrum Wipkingen/Industrie direkt. Als Ansprechperson für alle Mitarbeitenden im Pflegebereich bespricht sie laufend die aktuellen Fälle, berät ihre Kolleginnen im Pflegeprozess und überprüft dessen Qualität. An Abwechslung mangelt es Rahel Witzig nicht. Und falls sie dann doch mal wieder Lust auf etwas Neues bekommen sollte, kann «ich mir durchaus vorstellen, den Master in Gesundheitspflege zu machen». Auch mit diesem Titel fänden sich bei der Spitex spannende Betätigungsfelder. Wir bieten eine Stelle als Pflegefachperson für Abendeinsätze · Acht oder mehr Abende pro Monat ·V  oraussetzung: hohe Sozialkompetenz, Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein · F lexibilität und Selbstständigkeit bei den Abendeinsätzen

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