Wahlprogramm Kreistag

 

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zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014

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MEHR N Ü GR . D L E F S E O C S I E R K N 4 – 2020 E 1 0 D 2 m R m a Ü r F Kommunalwahlprog MEHR GRÜN FÜR HIER.

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GRÜN.BUNT. SO SEHEN WIR DIE AUFGABE UNSERER POLITIK, KEINEN AUSZUSCHLIESSEN UND AN MORGEN ZU DENKEN. LIEBE WÄHLERINNEN UND WÄHLER, seit 30 Jahren sind wir im Kreis Coesfeld DIE Stimme für Natur und Umwelt. Wir sind bislang eine kleine Truppe und bei vielen wichtigen Themen kann die politische Mehrheit uns noch leicht ignorieren. Wir wollen jedoch nicht nur mitreden, sondern auch mit entscheiden. Es muss sich vieles ändern, damit Zukunft gelingen kann. Wir hoffen darauf, dass Sie uns JETZT stärken. Wir haben das Ziel am 25. Mai mit einem größeren Team in den Kreistag wieder einzuziehen. Warum das wichtig ist? Wir kümmern uns darum, unsere Umwelt zu stärken und gute Bedingungen für uns und unsere Kinder oder Nachbarn zu schaffen. Lebensqualität wollen wir für alle Menschen im Kreis sichern, ganz gleich in welchem Alter, mit welcher Herkunft und Nationalität, mit welcher Religion, sexuellen Orientierung, ob mit Behinderung oder ohne, ob arm oder reich, ob Mann oder Frau. So sehen wir die Aufgabe unserer Politik: Keinen auszuschließen und an Morgen zu denken. Eine intakte Natur, gesunde Nahrungsmittel, eine gerechte Wirtschaft und eine funktionierende Gesellschaft sind nicht von selbst da. Der demographische Wandel, die Inklusion und die notwendige CO2 Reduktion klappen nicht von alleine. Dafür braucht es Sie in der demokratischen Mitbestimmung, im Ehrenamt, in der Familie und in Ihrem privaten und beruflichen Engagement. Dafür braucht es aber auch eine stärkere Grüne Fraktion im Kreistag. Und nicht zuletzt – der Kreis Coesfeld ist mit der Region Münsterland ein wichtiger Teil Europas. Wir Grünen sind überzeugte Europäer. Frieden, Freiheit und Wohlergehen hängen ganz wesentlich von unserem JA zu Europa ab. Stärken Sie deshalb am 25. Mai auch unsere europäische GRÜNE Fraktion. Wie wir unsere Ziele erreichen wollen, haben wir auf den folgenden Seiten für Sie zusammengefasst. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre. Richard Dammann Jutta Bergmoser 2 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020

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INHALTSVERZEICHNIS 1. LANDWIRTSCHAFT FÜR KIEBITZ UND LERCHE 4 Kreis Coesfeld ................................................... 4 Kulturlandschaft ade? ...................................... 4 Industrielle Tierproduktion ............................ 4 2. ENERGIEWENDE VOR AN! 6 Energieautark 2060 .......................................... 6 100% Klimaschutz ........................................... 6 Bürgerbeteiligung ........................................... 6 3. MIT BUS UND BAHN DURCH STADT & LAND 7 Mobilität ausbauen........................................... 7 Bedarfsorientierte Angebote ........................... 7 4. TOURISMUS 8 Natur erleben .................................................... 8 Wir fordern ........................................................ 8 5. LANDWIRTSCHAFT & ERNÄHRUNG 9 Regionales stärken ........................................... 9 Lange Wege? ..................................................... 9 6. BILDUNG UND AUSBILDUNG IM KREIS 10 Die Berufskollegs ............................................ 10 Duale Ausbildungssysteme ............................ 10 Förderschulen ................................................. 10 7. DEMOGRAFISCHER WANDEL IM KREIS 11 Weniger, älter und bunter .............................. 11 Neue Lebenskonzepte .................................... 11 Vernetzung ...................................................... 11 8. KULTUR 12 Kunst und Kultur erleben ............................... 12 Kultureinrichtungen unterstützen ................. 12 13 Bewegung macht fit ....................................... 13 Wir fordern ...................................................... 13 12. KINDER & JUGENDLICHE 16 Kinder brauchen Kinder ................................. 16 Der Jugend Mut machen ................................ 16 13. JUGENDPOLITIK 17 Jugend soll mitentscheiden........................... 17 Wir fordern ...................................................... 17 14. FLÜCHTLINGSPOLITIK 18 Integration direkt vor der Tür......................... 18 Menschenachtende Politik............................. 18 Sprachen lernen ............................................. 18 15. MONA LISA IM KREIS COESFELD 19 Politik für Frauen ............................................ 19 Gleichstellung – ein großes Wort ................... 19 16. INFRASTRUKTUR 20 Straßenpflege und -neubau .......................... 20 Schienenverkehr............................................. 20 Flugverkehr ..................................................... 20 17. GESUNDHEITSBEWUSST 21 Aktion & Entspannung.................................... 21 Steigende Lebenserwartung .......................... 21 18. FRACKING 22 Große Schäden ............................................... 22 Gefahr für unser Trinkwasser ......................... 22 19. DAS GRÜNE MÜNSTERLAND 23 Lebendiger Lebensraum ................................ 23 Nachhaltigkeit ................................................ 23 20. EUROPA IM KREIS – SVEN GIEGOLD, MEP 24 Über den Tellerrand........................................ 24 Zukunftsvisionen ............................................ 24 Erneuerbare Energien .................................... 24 Flüchtlingspolitik ............................................ 24 21. KANDIDATEN 25 Listenplätze 1-8 .............................................. 25 22. BESETZUNG DER WAHLKREISE 26 Kreistagswahl 2014-2020 ............................... 26 23. RESERVELISTE 27 Kreistagswahl 2014-2020 ............................... 27 9. SPORT 10. SICHERHEIT UND ORDNUNG 14 Zivilcourage .................................................... 14 Ein starkes Miteinander .................................. 14 11. ABFALLWIRTSCHAFT 15 Rohstoffe nutzen ............................................ 15 Vermeidung besser als Aufbereitung............. 15 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 3

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1. LANDWIRTSCHAFT FÜR KIEBITZ UND LERCHE DIE VIEL GERÜHMTE MÜNSTERLÄNDISCHE PARKLANDSCHAFT VERLIERT ZUNEHMEND IHRE TOURISTISCHEN REIZE UND VERWANDELT SICH IMMER MEHR IN EINE MAISLANDSCHAFT. KREIS COESFELD Der Verbrauch und die Versiegelung von Landschaft schreiten ungebremst fort. Anstelle von Wiesen und Weiden prägt jetzt Mais das Landschaftsbild und die Bauernhöfe sehen aus wie Industrieunternehmen. Der Bau riesiger neuer Mastställe und die enorme Zunahme der Viehdichte in jüngster Zeit auf über 3,0 GVE (GroßViehEinheiten, umweltverträglich sind 2 GVE) sind auf sehr viel Ablehnung gestoßen. Der Viehbestand wächst weiter. Zu den 1,1 Millionen Schweinen im Kreis sind im letzten Jahr noch 25.000 Tiere hinzugekommen und für dieses Jahr sind weitere 20.000 Stallplätze beantragt. Zum Geflügelbestand von 2,4 Millionen kam ein Zuwachs von 230.000 Tieren und in diesem Jahr werden weitere 330.000 Tierplätze neu beantragt. Durch die Änderung des §35 BauGB haben die Gemeinden und Kreise die Möglichkeit an die Hand bekommen, dem Bau von baulichen Anlagen zur intensiven Tierhaltung und –zucht etwas entgegenzusetzen. Wir GRÜNE sind der Ansicht, dass diese Gelegenheit auch genutzt werden soll. KULTURLANDSCHAFT ADE? Die Verarmung unserer Kulturlandschaft ist auch eine Folge der industrialisierten Landwirtschaft. Für die Menschen hat das einen Verlust an Lebensqualität und an Naturerlebnissen zur Folge. Das Verständnis für einfachste ökologische Zusammenhänge geht verloren. INDUSTRIELLE TIERPRODUKTION Die traditionelle bäuerliche Landwirtschaft ist bedroht durch fortschreitende Industrialisierung in der Erzeugung von Agrarprodukten. Eine Flut von Bauanträgen für riesige Schweine- und Hähnchenmastställe überschwemmten in der letzten Zeit das Münsterland. Massentierhaltung und ausufernder Anbau von Mais schaden dem Grundwasser, (überhöhte Nitrat- u. Pestizidwerte) der Landschaft und der Tierwelt. Der Druck auf die Landwirte verschärft sich weiter durch die tägliche Versiegelung von 15 Hektar Land in NRW für Bau- und Gewerbeflächen, die der Landwirtschaft den „Nährboden“ entzieht. Viele charakteristische Landschaftselemente, wie Hecken, Feldgehölze, Baumreihen und Kleingewässer, sind verschwunden und der restliche Baumbestand der stark geschrumpften Obstwiesen ist fast überall völlig überaltert. Auch die Alleen an unseren Kreisstraßen werden nicht weiterentwickelt. Mit diesem Niedergang der Parklandschaft geht ein erschreckender Artenschwund einher. Die Roten Listen werden länger. 60 % aller Vogelarten sind in ihrem Bestand bereits akut gefährdet, Feld- und Wiesenvögel, wie Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn, verschwinden endgültig aus der Fläche, Heuschrecken, Schmetterlinge, Wildbienen verlieren mit 4 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020

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Kleiner Waldkauz zunehmender Pflanzenmonotonie ihre Nahrungsquellen und Lebensräume. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es auch drastische Bestandsabnahmenbei Amphibien und einigen Fischarten. Das bedeutet: Das Leben verabschiedet sich auf breiter Front, die Vögel sind dabei nur sichtbare Spitze des Eisberges. Die Aufwendungen des Kreises für Natur und Landschaft sind erschreckend niedrig. Bei einem Haushalt von 277 Millionen investiert der Kreis Coesfeld lediglich 0,12 Promille in Natur und Landschaft. Es gibt vermutlich in ganz NRW keinen weiteren Kreis, dem Natur und Landschaft so wenig wert sind. Diese fatale Entwicklung erfordert ein energisches Gegensteuern. WIR FORDERN • Bedarfsgerechte Erhöhung der finanziellen Mittel des Kreises für den Naturschutz, damit die Landschaft im Kreis Coesfeld wieder bunter und abwechslungsreicher wird, das heißt mehr Wildblumen, mehr Wildwuchs, besseren Schutz der letzten Rückzugsräume wie Wegeseitenstreifen, Raine, Säume und Blühstreifen. • Wiederaufleben der früheren kreisweiten Aktionen, um wieder mehr Obstbäume, Solitäreichen und Kleingewässer in die Landschaft zu bringen. • Wiederanlage von Blühstreifen dient nicht nur dem Artenschutz, sondern auch der Verkehrssicherheit. Maislandschaften machen Wirtschaftswege zu unübersichtlichen Schluchten. • Erstellung eines Pflegekonzeptes für die Ufer- und Wasservegetation durch die Untere Landschaftsbehörde und das Naturschutzzentrum unter Einhaltung des Landschaftsgesetzes. Derzeit wird immer noch häufig gemäht, wenn die ohnehin schon degenerierte Ufer- und Wasservegetation in vollem Saft steht und letzte Zuflucht für bedrohte Lebewesen bietet. • Konkrete und umfassende Umsetzung der Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) im Kreis Coesfeld. Bei den Entscheidungen ist insbesondere auch der ehrenamtliche Naturschutz mit einzubeziehen. • Erstellung eines Pflegekonzeptes für die ökologisch wertvollen Gewässerrandstreifen durch die Untere Landschaftsbehörde und das Naturschutzzentrum für ein späteres Mähen und Mulchen. • Einladung zu einem Runden Tisch mit Naturschützern, Jägern und Imkern durch den Landrat. Die Sichtweise dieser Interessengruppen muss genauso gehört werden, wie die der Landnutzer aus der Land- und Forstwirtschaft. • Gespräche mit der Landwirtschaft führen, um nach Wegen zu suchen, wie die negativen Auswirkungen der heutigen Landbewirtschaftung naturverträglicher abgemildert werden können. • Nutzung des §35 BauGB zur Eindämmung industrieller Großmast- und Zuchtanlagen. Für unser dicht besiedeltes Bundesland sind die jetzigen Änderungen des §35 ein Schritt in die richtige Richtung. Wir werden darauf achten, dass keine Hintertüren genutzt werden. KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 5

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2. ENERGIEWENDE VORAN! – WIRTSCHAFTSPOLITIK IM KREIS COESFELD DIE ENERGIEWENDE ALS GESAMTGESELLSCHAFTLICHES GROSSPROJEKT IST IM ÖFFENTLICHEN BEWUSSTSEIN ANGEKOMMEN. WIR WISSEN: DIE ZUSTÄNDIGKEIT FÜR DIE ALLGEMEINE RAHMENSETZUNG LIEGT IN BRÜSSEL UND IN BERLIN. UMGESETZT WERDEN MUSS UND KANN DIE ENERGIEWENDE ABER NUR AUF KOMMUNALER EBENE. ENERGIE AUTARK 2060 Wir GRÜNE sehen in der Energiewende in Bürgerhand einen großen Strauß sozialpolitischer, gesellschaftspolitischer, vor allem aber auch wirtschaftspolitischer Möglichkeiten. Der mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnete Kreis Steinfurt ist dabei für uns ein Vorbild. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die in der Energiewende liegen, sind enorm. Allein für Energie geben die Menschen in Kreis Coesfeld jährlich ca. 600 Mio. Euro aus. Mit unserem Plan „Energieautark 2060“ streben wir an, mit diesem Geld die äußerst erfolgreiche mittelständisch und landwirtschaftlich geprägte Wirtschaftsstruktur unseres Kreises zu stärken und so ein Klima für erfolgreiche Existenzgründungen zu schaffen. Nutznießer sind dabei nicht nur die Unternehmen, denn Energiewende in Bürgerhand bedeutet, dass möglichst viele Interessierte davon profitieren sollen. Es liegt in der Zuständigkeit der Kommunen durch eine entsprechend ausgestaltete Genehmigungspraxis die Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger sicher zu stellen. 100% KLIMASCHUTZ Auf der Grundlage des Masterplanes „100% Klimaschutz“ des Kreises Steinfurt können wir davon ausgehen, dass die Umsetzung der Energiewende im Kreis Coesfeld jährlich 800 neue und zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen lässt, und zwar nicht nur im Bereich Hochtechnologie, sondern auch im Bereich Gebäudesanierung und Regionalvermarktung. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag zur Sicherstellung nachhaltiger Finanzen geleistet. BÜRGER-BETEILIGUNG Die Energiewende lässt sich nicht mit einigen ‚von oben‘ geplanten und durchgesetzten Großprojekten umsetzen, sie braucht die Beteiligung Aller. Sichere Energie ist unter den Bedingungen der Energiewende eine Frage der richtigen Infrastruktur. Diese zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger bereit zu stellen ist die vordringliche Aufgabe der vor uns liegenden Wahlperiode. In den kommunalen Gremien ist es Aufgabe der GRÜNEN, diesen Prozess demokratisch zu gestalten und die Entscheidungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger zu garantieren. Der Kreis Coesfeld muss künftig mit eigenen Programmen zur Gebäudesanierung einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten und dabei Maßstäbe für andere Kreise und Regionen setzen. WIR FORDERN • Der Kreis Coesfeld muss seine Rolle als Dienstleister für Kommunen und Bürgerinnen und Bürger wahrnehmen. • Vernetzung der Akteure der Energiewende auf Kreisebene. • Förderung der Energiewende als Bestandteil der Geschäftspolitik der kreiseigenen Unternehmen. • Konsequente Ausrichtung der Wirtschaftsförderung des Kreises Coesfeld an den Erfordernissen der Energiewende. • Aktive Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger bei der Gründung von Bürgersolar- und Bürgerwindkraftanlagen durch den Kreis. • Verbot der Erdgasförderung durch Fracking. 6 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020

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3. MIT BUS UND BAHN DURCH STADT & LAND – ÖPNV FÜR DEN KREIS COESFELD UNSER ZIEL IST ES, DEN ÖFFENTLICHEN PERSONENNAHVERKEHR ATTRAKTIVER ZU MACHEN. MOBILITÄT AUSBAUEN Ein attraktiver öffentlicher Personennahverkehr zeichnet sich durch ein dichtes Haltestellen- und Liniennetz, komfortable Umsteigemöglichkeiten, günstige Tarife und einfache Bezahlweisen aus. Dazu gehören außerdem attraktive, behindertengerechte Fahrzeuge, eine gute Fahrgastinformation sowie Pünktlichkeit und Service. Der demografische Wandel stellt diesen Qualitätsanspruch vor eine neue Herausforderung. Bislang war der Schülerverkehr eine wichtige Stütze für die Finanzierung des Busverkehrs. Bei sinkenden Schülerzahlen brechen wichtige Einnahmen weg. Gleichzeitig führt der Wunsch nach Mobilität im Alter zu neuen Anforderungen. Ein gut ausgebauter ÖPNV ist auch ein wesentlicher Standortfaktor für den Kreis Coesfeld. BEDARFSORIENTIERTE ANGEBOTE Wir unterstützen innovative Konzepte für eine optimierte Auslastung der Buslinien und eine bessere Vertaktung der Linien und Verkehrssysteme. Hierzu gehört auch eine Flexibilisierung der Ticketpreise sowie der Linienführungen. Das neue bedarfsorientierte Angebot für die Schülerbeförderung und der Bürgerbus in Olfen, sind hierfür interessante Beispiele. Für uns GRÜNE ist es wichtig, allen Menschen im Kreis Coesfeld durch Mobilität eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Bei der Fahrpreisermittlung sind daher auch soziale Erfordernisse zu berücksichtigen. Es muss sichergestellt sein, dass auch für Jugendliche und Personengruppen mit geringem Einkommen Busse und Bahnen ein erschwingliches Mobilitätsangebot darstellen. Die Streichung von Verbindungen, eine weitere Einengung der Betriebszeiten oder die Ausdünnung von Taktzeiten sind falsche Wege um auf diese Herausforderungen zu reagieren. Wir GRÜNE sind davon überzeugt: In den ÖPNV investiertes Geld ist gut angelegtes Geld. WIR FORDERN • Verbesserte Taktung und Abstimmung der Fahrpläne von Bussen und Bahnen im Kreisgebiet. • Einrichtung zusätzl. Busverbindungen im Kreis Coesfeld. • Ergänzung und Vernetzung des ÖPNV-Angebots mit Fahrrad- und E-Bike-Verleihsystemen. • Überdachte und sichere Fahrradabstellplätze an wichtigen Haltestellen. Bahnhof Billerbeck KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 7

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4. TOURISMUS WIR GRÜNE UNTERSTÜTZEN EINEN UMWELT- UND SOZIALVERTRÄGLICHEN TOURISMUS IN EINER INTAKTEN NATUR. DABEI GILT ES FREIZEIT, TOURISMUS UND NAHERHOLUNG NACHHALTIG UND ZUKUNFTSFÄHIG ZU GESTALTEN. NATUR ERLEBEN Der Kreis Coesfeld ist als Teil des Münsterlandes ein beliebtes Reiseziel von Radwanderern, Wanderreitern und Naturtouristen. Durch eine verbesserte interkommunale Kooperation können der Kreis Coesfeld und das Münsterland im Wettbewerb mit anderen Naherholungsregionen bestehen. Es gilt, schneller und effektiver übergemeindliche Projekte, wie Rad- und Reitwege abzusprechen und Ideen umzusetzen, die die Region für die Urlauber und Gäste noch attraktiver machen. Ein gelungenes Beispiel für eine solche Umsetzung ist der „RadBahn Münsterland“ von Coesfeld nach Rheine. Neben den Radfahrern und Reitern soll der Kreis Coesfeld künftig auch für Wanderer und Inline-Skater ein interessantes Ziel sein. WIR FORDERN • Interkommunale Kooperation zur Verbesserung des Naherholungsangebotes. • Einrichtung und Pflege von gemeindeübergreifenden Inliner-Strecken im Kreis Coesfeld. • Weiterer Ausbau und Auszeichnung der Radwege zwischen den Städten und Gemeinden. • Hinweisschilder auf nächste Ladestation für Pedelecs. • Verbesserung des Reitwegenetzes. 8 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020

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5. LANDWIRTSCHAFT & ERNÄHRUNG – WAS VERBRAUCHERN NÜTZT & LANDWIRTSCHAFT SCHÜTZT DIE TRADITIONELLE BÄUERLICHE LANDWIRTSCHAFT IST BEDROHT DURCH FORTSCHREITENDE INDUSTRIALISIERUNG IN DER ERZEUGUNG VON AGRARPRODUKTEN. REGIONALES STÄRKEN Agrochemie-Konzerne verkaufen den Landwirten ein ‚Wohlfühlpaket‘ aus Saatgut, Dünger und Pestiziden zur Steigerung der Erträge. Landwirtschaft wird damit immer kapitalintensiver. In der Folge werden durch finanzielle Abhängigkeiten und Knebelverträge aus landwirtschaftlichen Familienunternehmen häufig Franchise-Unternehmen. Die herrschende Agrarpolitik, die diese Entwicklung verursacht, lehnen wir GRÜNE ab. Die Grenzen dieser Wachstumspolitik werden mittlerweile weit überschritten. Landwirtschaftliche Produkte werden im Überfluss erzeugt, ihre Qualität leidet oft darunter und am Ende erzielen die Bauern Preise, von denen sie nicht mehr existieren können. Viele müssen ihre Höfe aufgeben. Die Entwicklung der industriellen Landwirtschaft, die heute bundesweit einen Anteil von fast 90 Prozent hat, ist eine Entwicklung zu Lasten der Bauern. Grüne Agrarpolitik ist dagegen auf die Zukunft ausgerichtet. Statt Überfluss zu produzieren, erzeugen die bäuerlichen Betriebe hochwertige Nahrungsmittel in natürlichem Kreislauf. In der Erzeugung von Bioprodukten sehen wir GRÜNE eine Möglichkeit, gegenzusteuern und die bäuerliche Landwirtschaft zu stützen. Grundlage für die Größe des Viehbestandes soll die Futtermenge sein, die der Betrieb selbst produzieren kann. Mist und Gülle können dann problemlos auf den eigenen Flächen genutzt werden, sodass eine für das Grundwasser gefährliche Überdüngung nicht stattfindet. Auch der Einsatz von Biogasanlagen und PV-Solaranlagen auf den Dächern von Scheunen und Stallungen sichern den Landwirten zusätzliche Einnahmen. LANGE WEGE!? Warum muss Mineralwasser aus Italien Hunderte von Kilometern zu uns transportiert werden, warum müssen Schweine aus unserer Region zum Schlachten qualvoll nach Südfrankreich gefahren werden, warum muss Joghurt aus Bayern in Kühlwagen in unsere Läden vor Ort gelangen? Wir GRÜNE treten für die Rückbesinnung auf die Waren der Region und die saisonalen Gemüse für unseren Speisezettel ein. Selbstvermarktung regionaler Produkte verbindet VerbraucherInnen und ErzeugerInnen und stärkt die bäuerliche Landwirtschaft. Wir Grünen möchten, dass auch die Bürgerinnen und Bürger zusammen mit den Landwirten im Kreis Coesfeld mehr vom Bio-Boom profitieren, auch im Hinblick auf die Gesundheit von Mensch und Tier. Zurzeit importieren wir viele BioLebensmittel aus anderen Europäischen Ländern und exportieren riesige Mengen von Fleisch und Milchprodukten in alle Welt. WIR FORDERN • Erzeugung gesunder Lebensmittel ohne Massentierhaltung, intensive chemische Düngung und Pestizideinsatz. • Schutz unseres Grundwassers, damit es Trinkwasser bleibt. • Unterstützung der regionalen Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte. KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 9

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6. BILDUNG UND AUSBILDUNG IM KREIS BILDUNG IST EIN MENSCHENRECHT · BILDUNG IST EINE WICHTIGE GRUNDLAGE FÜR DIE SELBSTBESTIMMTE GESTALTUNG DES INDIVIDUELLEN LEBENSWEGES · BILDUNG IST EINE ZENTRALE BASIS FÜR DEN WIRTSCHAFTLICHEN ERFOLG DES KREISES COESFELD. WORUM ES GEHT... Infolge rückläufiger Schülerzahlen stehen auch in den Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld viele Schulstandorte und Bildungsangebote auf der Kippe. Zwischen den Kommunen ist daher ein Kampf um die SchülerInnen entbrannt. Durch die Umbrüche ergibt sich in vielen Kommunen die Gelegenheit, das längere gemeinsame Lernen an Schulen im Kreis Coesfeld weiterzuentwickeln und auszubauen. Hier kommt dem Kreis eine moderierende und koordinierende Rolle zu. DIE BERUFSKOLLEGS Die Berufskollegs im Kreis Coesfeld bieten ein breit gefächertes Bildungsangebot: in der Vorbereitung auf einen Beruf oder ein Studium, als Partner in der dualen Berufsausbildung oder in der beruflichen Weiterbildung. Berufliche Bildung findet in einem Umfeld stetigen technischen und sozialen Wandels statt. Die Ausstattung der Werkstätten, Labore und Klassenräume in den Berufskollegs muss dem technischen Fortschritt in der betrieblichen Praxis angepasst werden. Die Region steht vor der Herausforderung, dem bereits jetzt erkennbaren Fachkräftemangel in einzelnen Branchen durch spezifische Bildungsangebote auch der Berufskollegs zu begegnen. DUALE AUSBILDUNGSSYSTEME Innerhalb des dualen Systems haben sich in den letzten Jahren die Ausbildungszahlen der einzelnen Ausbildungsberufe verändert, neue Berufsbilder wurden entwickelt und von der Wirtschaft angenommen. Diesen Entwicklungen muss auch das Angebot der örtlichen Berufskollegs Rechnung tragen. Ziel muss es sein, den Ausbildungsbetrieben wie auch den Auszubildenden ein entsprechendes Berufsschulangebot innerhalb des Kreises Coesfeld zu unterbreiten. Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Schulsozialarbeit ein elementares und wichtiges Instrument für den individuellen Bildungserfolg ist. Es werden präventive Fähigkeiten vermittelt, um insbesondere die sozialen Kompetenzen der SchülerInnen zu erweitern. Zusätzlich fängt die Schulsozialarbeit Krisen und Konflikte im sozialen Umfeld der jungen Leute auf, begleitet und vermittelt ggfs. an zuständige Interventionsstellen. Wir GRÜNE treten für eine Weiterführung der Schulsozialarbeit an den Berufskollegs ein. FÖRDERSCHULEN Die Zahlen von 2013 belegen, dass das Angebot des gemeinsamen Unterrichtes gut angenommen wird. Deutlich wird, dass die Eltern beim Übergang zur Sekundarstufe für ihre Kinder eine sehr bewusste Entscheidung darüber fällen, ob Förderschule oder inklusive Beschulung das Richtige für ihr Kind ist. Im Mittelpunkt muss das Wohl des Kindes stehen. WIR FORDERN • Anpassung der Ausstattung von Werkstätten, Laboren und Klassenräumen in den Berufskollegs an den technischen Fortschritt in der betrieblichen Praxis. • Weiterführung der Schulsozialarbeit an den Berufskollegs. • Erhalt der Förderschulen-Standorte im Kreis Coesfeld solange, wie dieses Bildungsangebot von den Eltern für ihre Kinder in entsprechendem Umfang in Anspruch genommen wird. 10 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020

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7. DEMOGRAFISCHER WANDEL IM KREIS KINDERBETREUUNG, FAMILIE, BERUF UND ALTER – ALLES IM WANDEL WENIGER, ÄLTER UND BUNTER Der demografische Wandel wirkt im Kreis Coesfeld genau wie andernorts in Deutschland. Für Familien gilt: Wir müssen die Kinderbetreuung verbessern, damit beide Eltern die Möglichkeit haben, ihren Beruf auszuüben, wenn sie es wollen. Die Frauen und Männer im Kreis sind gut ausgebildet und sollen Familie und Beruf vereinbaren können. Kinder zu bekommen ist beruflich immer mit einer Phase des ‚kürzer Tretens‘ verbunden. Wir wollen den Eltern diese Zeit als wertvolle Bereicherung ermöglichen, ohne dass sie beruflich das Nachsehen haben. NEUE LEBENSKONZEPTE Auch für Ältere bedeutet der demografische Wandel eine Chance. Wo es mehr ältere Menschen gibt, werden auch Angebote und Hilfen ausgebaut. So soll es auch im Kreis Coesfeld sein. Wir GRÜNE setzen uns ein für mehr zentral gelegene altengerechte und barrierefreie Wohnungen und den Ausbau von Möglichkeiten der Versorgung und Pflege zu Hause. Jeder muss das Recht haben, selber zu entscheiden, wie er im Alter leben möchte. Wir werden uns für innovative Projekte einsetzen, die eine sinnvolle Bündelung von Hilfsund Freizeitangeboten ermöglichen. Neue Wohnformen kommen dem Wunsch entgegen, im Alter nicht alleine zu sein. Solche Projekte wollen wir unterstützen. VERNETZUNG Wenn es um die bessere Vernetzung zwischen den Akteuren bei Tagesstätten, bei der Kurzzeitpflege, bei der Beratung von Bauträgern und Planern im Sinne von Barrierefreiheit und erneuerbaren Energien oder um die Umsetzung von Pflege-Qualitäts-Checks geht, soll der Kreis Coesfeld mit Rat und Anregungen zur Seite stehen. KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 11

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8. KULTUR DAS BESONDERE HIER IM KREIS SIND DAS ENGAGEMENT UND DIE VIELFALT DER VERANSTALTUNGEN. sätzliche Möglichkeiten. Die Stiftung Hülshoff in Havixbeck – ausgebaut zu einem neuen Literaturort mit Strahlkraft – bereichert die Literatur und Kulturlandschaft des Kreises. Die Möglichkeit der Integration von regionalen Künstlern sollte dabei stärker in den Blick genommen werden. Klassische Konzerte mit internationalen Künstlern sind ebenso wichtig wie die Bereitstellung eines breiten und facettenreichen Kulturprogramms für jede Frau und jedermann. Dabei sollten für alle Bevölkerungsschichten passende Angebote geschaffen oder gefördert werden. WIR FORDERN • Förderung der kulturellen Bildung und des kulturellen Lebens für alle Bevölkerungsschichten. • Vernetzung der kulturellen Angebote für jedermann in den verschiedenen Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld. Kunstverein Coesfeld KUNST UND KULTUR ERLEBEN Das kulturelle Leben in den elf Gemeinden des Kreises Coesfeld wird von dem künstlerischen Engagement und dem kreativen Einsatz der Bürgerinnen und Bürger gestaltet, geprägt und getragen. Diese Kulturarbeit ist nicht nur ein wichtiger Standortfaktor für den Kreis Coesfeld, sie macht den Kreis auch lebenswert und lebendig. KULTUREINRICHTUNGEN UNTERSTÜTZEN Aufgabe wird es sein, diesen kulturellen Einsatz weiter zu unterstützen und zu fördern. Die beiden Kultureinrichtungen, die vom Kreis getragen werden, die Kolvenburg Billerbeck sowie die Burg Vischering in Lüdinghausen, gilt es nicht nur zu erhalten, sondern auch verstärkt der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Die Regionale 2016 eröffnet hier zu- 12 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 Dülmener Sommer auf dem Marktplatz

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9. SPORT DER SPORT FÄNGT BEI 0 AN UND HÖRT NICHT MIT 80 JAHREN AUF. ER FÖRDERT SOZIALE BEZIEHUNGEN, LEISTET INTEGRATIONSARBEIT UND IST FÜR DEN ZUSAMMENHALT DER GESELLSCHAFT UNERSETZLICH. BEWEGUNG MACHT FIT Das große ehrenamtliche Engagement der Vereine im Kreis Coesfeld sorgt in einem hohen Maße für die Tragfähigkeit unseres sozialen Netzwerkes. Sport und Bewegung tragen aber auch entscheidend zur Gesundheitserhaltung bei. Wir begrüßen die sehr erfolgreiche Arbeit des KreisSportBundes und der Sportvereine, z.B. im Hinblick auf die abgelegten Sportabzeichen im Kreis Coesfeld. Dem Kreis Coesfeld obliegt es dabei, die Arbeit des KreisSportBundes weiter zu fördern und zu unterstützen. Der Ausbau des Ganztagsangebotes an den Schulen im Kreis Coesfeld eröffnet Schulen und Sportvereinen neue Möglichkeiten zur Kooperation. Sportliche Großereignisse, wie der Münsterland-Giro oder der Sparkassen-Marathon 2015 in Coesfeld sind gelungene Beispiele für die erfolgreiche Vernetzung verschiedener Akteure. Dieses oft ehrenamtliche Engagement soll von der Kreisverwaltung weiter unterstützt werden. Die Zusammenarbeit zwischen der Kreisverwaltung und dem KreisSportBund muss weiter intensiviert werden. Hier gilt es nicht, sich auf dem Anfang des Jahres geschlossenen „Pakt für den Sport“ auszuruhen, sondern kontinuierlich weiterzuarbeiten. WIR FORDERN • Eine weitere enge Zusammenarbeit zwischen KreisSportBund und Kreis Coesfeld über „Pakt für den Sport“ hinaus. • Etablierung und Förderung der Kooperation von Schulund Vereinssport als Teil der ganzheitlichen Bildung und Erziehung der Kinder. KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 13

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10. SICHERHEIT UND ORDNUNG DURCH EIN STARKES MITEINANDER, DURCH ZIVILCOURAGE, NACHBARSCHAFTSHILFE, GEGENSEITIGE RÜCKSICHTNAHME UND VERSTÄNDNIS KANN DIE SICHERHEIT DER MENSCHEN IM KREIS COESFELD GESTÄRKT WERDEN.. ZIVILCOURAGE Die öffentliche Sicherheit und Ordnung auf lokaler Ebene ist eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität und ein grundlegendes Bedürfnis aller Menschen. Hier geht es vorrangig um die Durchsetzung des Prinzips „Prävention vor Strafe“. Das bedeutet: Die Ursachen von Kriminalität müssen stärker bekämpft werden. Aufgabe des Kreises ist es dabei, die notwendige Vernetzung und Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Schule, Familien, Polizei, Ärzten und der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu organisieren. EIN STARKES MITEINANDER Sicherheit beinhaltet für uns GRÜNE auch die Möglichkeit einer freien Entfaltung der Menschen. Die Arbeit der Polizei ist hierbei nur ein Baustein. Entscheidend kommt es dabei auf die Menschen im Kreis Coesfeld an. Durch ein starkes Miteinander, durch Zivilcourage, Nachbarschaftshilfe, gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis kann die Sicherheit der Menschen im Kreis Coesfeld gestärkt werden. Sicherheit heißt für uns auch Distanzierung von flächendeckender Überwachung und übertriebener Reglementierung. Zur Sicherheit im Kreis Coesfeld gehört es schließlich, dass Opfer von Kriminalität besser unterstützt werden. Nur da, wo Opfern schnell und ohne Hürden geholfen wird, fühlen sich die Menschen nicht allein gelassen. Wir GRÜNE setzen uns deshalb dafür ein, dass Beratungsangebote für alle Opfer von Kriminalität im Kreis Coesfeld besser erreichbar sind. 14 KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020

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11. ABFALLWIRTSCHAFT WERTSTOFFHÖFE MÜSSEN FÜR ALLE BÜRGER DES KREISES GUT ERREICHBAR SEIN UND BÜRGERFREUNDLICHE ÖFFNUNGSZEITEN BIETEN. ROHSTOFFE NUTZEN Der Kreis Coesfeld ist verantwortlich für die Entsorgung und Verwertung des Abfalls der Einwohner des Kreises. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Rohstoffe nicht vergeudet werden und dass unsere Umwelt durch Abfall nicht belastet wird. In den vergangenen Jahren hat der Kreis Coesfeld eine Biogasaufbereitungsanlage errichtet, mit deren Hilfe anfallenden Biomüll erzeugte Gas ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Dies ist ein Beispiel dafür, wie ressourcenschonendes Wirtschaften ökonomische und ökologische Vorteile vereinen kann. Wir setzen uns dafür ein, dass dies nicht der letzte innovative Schritt bei der Abfallverwertung bleibt. Bei der Abfallentsorgung ist es nach unserer Überzeugung auch erforderlich, in Kooperation mit Umweltverbänden und Bürgerinitiativen Müllvermeidungs- und stoffliche Wieder- und Zweitverwertungskonzepte zu entwickeln, auszubauen und zu sichern. VERMEIDUNG IST BESSER ALS AUFBEREITEN Der beste Umgang mit Abfällen ist die Abfallvermeidung. Deshalb müssen die Bürgerinnen und Bürger kompetent über alle vorhandenen Möglichkeiten zur Abfallvermeidung informiert werden. Wir halten es für erforderlich, hierbei aktiv auf Bürger und Unternehmen zuzugehen und eine entsprechende Infrastruktur zu entwickeln. Bei der Müllvermeidung kann die Kreisverwaltung selbst mit gutem Beispiel vorangehen. So treten wir dafür ein, dass bei Beschaffungen, Baumaßnahmen und Renovierungen konsequent auf Abfallvermeidung geachtet wird. Dies ist in der Regel kostenneutral darstellbar. Wo immer es möglich ist, muss die Abfallvermeidung und der Einsatz von Recyclingprodukten auch Bestandteil der Vergabe öffentlicher Aufträge sein. Wir GRÜNE treten dafür ein, die Umwelt im Kreis Coesfeld nicht durch privat betriebene Gefahrstoffdeponien zu belasten. Die Planungen für eine überdimensionierte Deponie in Dülmen-Rödder lassen das Entstehen eines Abfalltourismus in den Kreis Coesfeld befürchten. Diese Entwicklung lehnen wir ab. WIR FORDERN • Entwicklung von Müllvermeidungs- und stofflichen Wieder- und Zweitverwertungskonzepten in Kooperation mit Umweltverbänden und Bürgerinitiativen. • Einbezug von Recyclingideen bei Beschaffungen, Baumaßnahmen und Renovierungen des Kreises. • Keine privat betriebenen Gefahrstoffdeponien im Kreis Coesfeld. KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2014 – 2020 15

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