Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten 01/2014

 

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Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten 01/2014

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten Februar 2014 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten • 1/14 Knorpelregister DGOU Röntgen in der WBO Europa auf dem Vormarsch

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Editorial 2014 – ein wichtiges Jahr für uns Fachärzte Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Feiertage sind überstanden, viele von uns haben hoffentlich die Gelegenheit nutzen können, sich zumindest kurze Zeit aus der täglichen Arbeitsbelastung zu lösen und im Kreise ihrer Lieben aufzutanken. Das Jahr 2014 dürfte ein sehr wichtiges Jahr für die (Fach)-Ärzteschaft und damit auch für O&U werden. Die neue Bundesregierung hat nach langem Ringen einen Koalitionsvertrag aufgesetzt, der vieles im Vagen lässt. Der Abschnitt zur Gesundheitspolitik beginnt wie folgt: „Im Zentrum unserer Gesundheitspolitik stehen die Patientinnen und Patienten und die Qualität ihrer medizinischen Versorgung. Die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist unverzichtbares Element für die flächendeckende ambulante Versorgung. Sie ist ein Garant für die Diagnose- und Therapiefreiheit und für die freie Arztwahl.“ Es fällt jedoch auf, dass unverdrossen das Hohelied auf die hausärztliche Versorgung gesungen wird. Immerhin wird die fachärztliche Versorgung als förderungswürdig angesehen („Darüber hinaus soll die fachärztliche Versorgung gestärkt werden.“), konkrete Angebote an die Fachärzte finden sich nicht. Krankenhausbetten werden abgebaut Die Aussagen zu den Kliniken lassen zwar vereinzelte Akteure in der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) frohlocken und bereits vollmundige Versprechen machen, aber machen wir uns nichts vor – in einem Punkt sind sich Politik und Kostenträger einig: Es gibt zu viele Krankenhausbetten – hier wird es einen Kahlschlag geben. Viele, und es sind etliche Kliniker dabei, werden sagen, dass das lange überfällig war. Das ist so richtig wie falsch. Die aktuelle Kliniklandschaft muss „entrümpelt“ werden. Es besteht ein Nebeneinander von hocheffizienten Häusern, die eine Versorgung der Spitzenklasse bieten, und Krankenhäusern, die nur dank mitunter mysteriös anmutender Subventionierungsstrategien, des Einfallsreichtums mancher Krankenhausverwaltung oder des politischen Sendungsbewusstseins einzelner Lokalpolitiker krampfhaft am Leben gehalten werden. Das Geld muss der Versorgung folgen Das in diesen Strukturen unsinnig verschleuderte Geld dient nicht der Versorgung unserer Patienten, und es fehlt an anderer Stelle. Wenn wir Versorgung ernst nehmen, müssen wir auch die eine oder andere „heilige Kuh“ schlachten. Die Konfliktlinie verläuft nicht zwischen stationär oder ambulant und auch nicht zwischen Haus- und Facharzt, sondern zwischen guter und schlechter Versorgung. Das Geld muss der Versorgung folgen. Die krampfhafte Trennung der Sektoren ist ein teurer Anachronismus. Es wäre fatal für die Ärzteschaft, bei der Entwicklung neuer Versorgungsformen nicht an einem Strang zu ziehen. Ärztinnen und Ärzte werden knapp In der Versorgung tätige Ärztinnen und Ärzte werden trotz hoher Studentenzahlen ein immer knapper werdendes Gut. Alternative Berufswege, Work-Life-Balance und vieles mehr lassen den Anteil der in der Patientenversorgung tätigen Ärztinnen und Ärzte bzw. die von ihnen am Patienten erbrachten Arbeitsstunden sinken. Hier liegt unsere große Chance als Ärzteschaft. Nach den Seehoferschen Phrasen von der Ärzteschwemme sehen sich jetzt Politik, Kostenträger und Patienten zunehmend mit der Tatsache konfrontiert, dass der behandelnde (Fach-)Arzt eine endliche Ressource ist. Das ist umso schmerzlicher, als dass der Versorgungsbedarf einer immer älter werdenden Bevölkerung kontinuierlich zunimmt. Das müssen wir als (Fach-) Ärzteschaft gemeinsam nutzen. Kliniker und Niedergelassene betrifft dies gleichermaßen. Es wäre aberwitzig zu glauben, die Rettung der Krankenhäuser läge in der Über- Dr. Andreas Gassen, Präsident des BVOU nahme von ambulanten Patienten, die in der Facharzt-Praxis nicht schnell genug einen Termin bekommen. Die in diesem Zusammenhang gefallene Äußerung, Klinikärzte könnten eventuell auch Hausbesuche machen, lässt einen nur den Kopf schütteln. Bereits jetzt ist die personelle Situation in Kliniken nicht gerade rosig. Vielerorts wird bereits darüber geklagt, dass viele Kollegen in der Klinik nur gebrochen Deutsch sprechen – die Vorstellung, diese Kollegen dann auf Hausbesuchstour zu schicken, ist nur begrenzt amüsant. Manchmal ist es nicht verkehrt, Dinge erst einmal zu Ende zu denken, bevor man durch jeden Reifen springt, den der Populismus hinhält. Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung Ein Thema der nächsten Legislatur könnte die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) werden. Diese neue Versorgungsform, die den alten §116b ersetzt, ist im Augenblick für viele noch eine „Black Box“. Manche befinden sich in Goldgräberstimmung, viele Niedergelassene befürchten eine Benachteiligung im Vergleich zu den Krankenhäusern. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Die ASV stellt zunächst einmal eine Versorgung dar, die von den Kassen separat zu vergüten ist. Dies dürfte der Grund Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014 1

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Editorial sein, warum die Entwicklung der ASV mit ihren Indikationsspektren so langsam voranschreitet – die Kostenträger befürchten eine nicht zu kontrollierende Kostenentwicklung. Dies gibt uns aber die Gelegenheit, die Diskussion sachlich zu entwickeln. Ich sehe unverändert Chancen, in der ASV einen neuen Sektor zu entwickeln, der sich weniger an der Frage festmacht, ob die Versorgung stationär oder ambulant durchgeführt wird, sondern wer wann welche Leistung im Rahmen der Versorgung eines Patienten erbringt und diese Leistung dann zu einem festen Preis vergütet bekommt. Wir sollten diese Diskussion nutzen, um gemeinsam als Fachärzte in Klinik und Praxis der Politik Lösungswege anzubieten. Gerade Orthopädie und Unfallchirurgie sind in großem Umfang sowohl in der Klinik als auch in der Praxis versorgungsrelevant. BVOU und DGOU werden als Repräsentanten unseres Faches für Berufspolitik und Wissenschaft von Kostenträgern, Politik und anderen Verbänden akzeptiert und gehört. Wir werden dies nutzen, um die Interessen von Orthopäden und Unfallchirurgen in Klinik und Praxis, auch im Interesse unserer Patienten, nachhaltig zu vertreten Dr. Andreas Gassen 2 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Editorial 2014 – ein wichtiges Jahr für uns Fachärzte 1 I N T E R N AT I O N A L E S Sondierungsgespräch mit Kollegen aus Afghanistan DKVF 33 Impressum Nachrichten „Erfolge evaluieren – am Patienten orientieren“ 6 DKVF 34 Patientenorientierung sichern – Versorgungsforschung stärken ÖGO 35 20 Wichtiger Beitrag zur Versorgungsforschung: Die DGOU hat das weltweit erste Knorpelregister gestartet. Es erfasst deutschlandweit die Daten von operativ behandelten Knorpelschäden. Kurz und bündig GBA verabschiedet Standards für Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme 8 2014 / 2015: Neuer Vorstand – Arbeitsschwerpunkte OT WORLD 37 8 Interdisziplinär, innovativ, informativ 1 5 . E F O R T KO N G R E S S 39 Politik INTERVIEW DR. ANDRE AS GASSEN Schwerpunkt Patientensicherheit 41 Eine große Herausforderung WA R T E Z E I T E N 10 Recht HAF TPFLICHT VERSICHERUNG Die Diskussion muss versachlicht werden AG HOCHSCHULMEDIZIN 12 Die Flucht der Versicherer stoppen M E D I AT I O N 42 Neue Finanzierung der Universitätsklinika dringend notwendig 13 Konventionelles Röntgen: Die Röntgendiagnostik steht nicht mehr in der Weiterbildungsordnung für den Facharzt für O&U. Das soll sich in der neuen WBO wieder ändern. Die Rolle des medizinischen Sachverständigen K I N E S I O - TA P I N G 44 25 Aus unserem Fach Z U K U N F T S W E R K S TAT T O & U Werbung auf der Praxis-Homepage unlauter? 47 Finanzierung der Weiterbildung in O&U KNORPELCHIRURGIE 16 Unterwegs E I N S AT Z I N A F R I K A Knorpelregister DGOU: Wichtiger Beitrag zur Versorgungsforschung INTERESSENGEMEINSCHAF T Das Kibogora-Hospital in Ruanda 20 A F G H A N I S TA N 50 Gott ist mit den Geduldigen EK A FELLOWSHIP 2013 53 Der konservativen O&U verpflichtet 24 WEITERBILDUNGSORDNUNG Förderung junger Knie-Spezialisten 25 56 Konventionelles Röntgen für Unfallchirurgen / Orthopäden Namen Personalia 57 59 60 Wir gratulieren . . . Europa auf dem Vormarsch: Das europäische Normierungsinstitut CEN / CENELEC formuliert Standards für sämtliche Lebensbereiche, sei es für den Krümmungsgrad von Gurken, sei es für die Ausgestaltung von Gesundheitsberufen. Dabei kommt das Institut durchaus den Interessen der DGOU in die Quere. 29 NORMIERUNG VON GESUNDHEITSBERUFEN Europa auf dem Vormarsch ROADSHOW O&U 29 Hands-on für die Youngsters 31 Nachruf für Prof. Dr. Giselbert Fries 4 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Nachruf für Dr. Dietrich Muthmann 61 Nachruf für Prof. Dr. Ernst Teubner 62 Für unsere Mitglieder Service/Preise Kursangebote 105 114 125 IN EIGENER SACHE Liebe Leserinnen und Leser, wie gewohnt finden Sie hinten in den „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ den Kurskalender mit den Angeboten der Akademie Deutscher Orthopäden (ADO) und der Akademie der Unfallchirurgie (AUC). Den Kongresskalender veröffentlichen wir fortan in der Online-Ausgabe der OUMN, die Sie über die Websiten von BVOU, DGOU, DGOOC und DGU aufrufen können. Ihre Redaktion Für Sie gelesen 102 OU Medizin und Markt BVOU Brandenburger Orthopädentreffen am 8. / 9. November 2013 Versicherungsbedarf für Ärzte im Ruhestand Die nichtoperative Basis für orthopädische Praxen stärken Mitglieder-Fachexkursion nach Usbekistan sowie nach Argentinien/Brasilien Neue Mitglieder Der BVOU trauert um seine verstorbenen Mitglieder Änderungen der Mandatsträger in den BVOU-Bezirken 65 DGOU Nennen Sie uns Kandidaten für den Nichtständigen Beirat! Das MuP-Forum mit festem Sekretariat Orthopädie & Unfallchirurgie – Einheit in der Vielfalt? 78 DGU Wir haben viel vor! 92 Kandidaten für den Nichtständigen Beirat der DGU 2015 bis 2017 gesucht! 94 Gemeinsam Gutes bewegen 79 Tätigkeitsbericht der AG Becken III Das Archiv der DGU sucht … 98 100 100 95 67 78 70 Bericht des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit 81 71 76 Jahresbericht der Sektion Wirbelsäule Neue Mitglieder 76 83 86 Neue Mitglieder 77 DGOOC „Menschen bewegen – Erfolge erleben“ Neue Mitglieder 88 91 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014 5

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Impressum Herausgeber Für den Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Dr. med. Andreas Gassen Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: funiethard@dgooc.de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19 E-Mail: dreinhoefer@bvou.net Schriftleitung DGU Prof. Dr. Reinhard Hoffmann Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de Redaktion Jana Ehrhardt-Joswig Tel.: (0 30) 340 60 36 30 E-Mail: jana.ehrhardt@gmx.de Verlag Georg Thieme Verlag KG Dr. Grit Vollmer Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 630 Fax: (07 11) 89 31 408 E-Mail: grit.vollmer@thieme.de www.thieme.de/oumn Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 470 E-Mail: christine.volpp@thieme.de Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 18 vom 1. Oktober 2013 ISSN 2193-5254 Satz und Layout Georg Thieme Verlag KG Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Vorstand Präsident Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vizepräsident Helmut Mälzer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Schatzmeister Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg Vorstandsmitglied Dr. med. Angela Moewes, Bochum Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard, Aachen Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Bertil Bouillon, Köln Erster Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Josten, Leipzig Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Dritter Vizepräsident Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Generalsekretär Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Schatzmeister Prof. Dr. Joachim Windolf, Düsseldorf Schriftführer Prof. Dr. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsführer der AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH Prof. Dr. Johannes Sturm, München/Münster Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de Geschäftsstelle des BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net Jährlicher Bezugspreis* Versandkosten Persönliches Abonnement (Gesamtpreis inkl. Versandkosten) Institutionelles Abonnement** (Gesamtpreis inkl. Versandkosten) Inland 32,80 219,(251,80 €) 375,(407,80 €) Ausland 34,90 219,(253,90 €) 375,(409,90 €) Übersee 42,80 219,(261,80 €) 375,(417,80 €) * unverbindlich empfohlene Preise (gültig bis 31.12.2014) ** Weitere Informationen finden Sie unter http://www.thieme.de/connect/de/services/productlicensing.html 6 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Impressum Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Henning Windhagen, Hannover 1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf Generalsekretär Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard, Berlin Schatzmeister Prof. Dr. med. Werner E. Siebert, Kassel Präsident des Berufsverbandes BVOU Dr. med. Andreas Gassen, Berlin Leiter Konvent der Lehrstuhlinhaber für Orthopädie Prof. Dr. h. c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vorsitzender VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Geschäftsstelle der DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. med. Henning Windhagen, Düsseldorf Stellv. Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. med. Bertil Bouillon, Köln 2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf Generalsekretär (und Generalsekretär der DGOOC) Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard, Aachen Stellv. Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/Main Schatzmeister (und Schatzmeister der DGU) Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Schatzmeister der DGOOC Prof. Dr. med. Werner E. Siebert, Kassel Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat Dr. Richard Stange, Münster Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Dr. Daniel Frank, Düsseldorf Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. Almut Tempka, Berlin Leiter des Ausschusses Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vertreter des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen (BDC) Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen Vertreter des Jungen Forums der DGOU Dr. Matthias Münzberg, Ludwigshafen DGOU-Geschäftsstelle Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 00 Fax: (0 30) 340 60 36 01 office@dgou.de www.dgou.de Vorstand Präsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich 1. Vizepräsident Univ. Prof. Dr. Stefan Nehrer, Krems/Österreich 2. Vizepräsident Prim. Univ. Prof. Dr. Mag. Bernd Stöckl, Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr. Alexander Giurea, Wien/Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Dominkus, Österreich Schriftführer Univ. Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Dagmar Serfezi Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 407 13 82 74 E-Mail:ds@medacad.org Mitglieder der oben genannten Verbänden und Gesellschaften erhalten die Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014 7

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Nachrichten Kurz und bündig Daumen hoch für Facebook Seit dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie Ende Oktober 2013 ist die DGOU mit einer Seite bei Facebook präsent. Am 15. Januar 2014 erhielten wir das 100ste „Gefällt mir“. Wenn auch Sie ein Profil bei Facebook haben, freuen wir uns, wenn Sie für uns „Daumen hoch“ anklicken. Gern können Sie auch selbst aktiv werden und Links zu interessanten Fachartikeln, Interviews oder anderen Meldungen aus O&U posten: www.facebook.com/dgou.ev GBA verabschiedet Standards für Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme In vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Praxen sowie in Krankenhäusern gelten künftig neue Vorgaben zum Aufbau von Risikomanagement- und Fehlermeldesystemen. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) im Januar beschlossen und erfüllt damit fristgerecht einen Auftrag aus dem im Februar 2013 in Kraft getretenen Patientenrechtegesetz. Dieses sieht unter anderem GBA Mindeststandards für Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme in der medizinischen Versorgung vor. So hat der GBA in den Qualitätsmanagement-Richtlinien zur vertragsärztlichen, vertragszahnärztlichen sowie stationären Versorgung für das Risikomanagement beispielsweise das Erfordernis einer Risikoanalyse, -bewertung, -bewältigung und -überwachung sowie Schulungen der Beteiligten als Mindeststandards vorgegeben. Für Fehlermeldesysteme soll gelten, dass diese für Mitarbeiter in Praxen und Kliniken niederschwellig zugänglich sind und Meldungen freiwillig, anonym und sanktionsfrei erfolgen können und dass daraus entsprechende Verbesserungen resultieren. Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des GBA und Vorsitzende des für Qualitätssicherung zuständigen Unterausschusses: „Die moderne Medizin wird immer komplexer, die Arbeitsdichte in Kliniken und Praxen immer größer. Vor diesem Hintergrund werden Maßnahmen zur Fehlerprävention immer wichtiger. Im Mittelpunkt steht hierbei nicht die Frage, wer, sondern was ist schuld daran, wenn Fehler passieren. Oft liegt eine Verkettung mehrerer kritischer Faktoren vor. Wenn zum Beispiel eine Spritze verwechselt wird, liegt das in der Regel nicht allein daran, dass die Ampullen ähnlich aussehen, sondern weil unter Umständen zu viel Material auf kleinstem Raum gelagert wird, oder die Lieferung der Ampullen aus der Apotheke nicht überprüft wurde oder Checklisten fehlen. Auch die Überlastung des medizinischen Personals, wenn zu viele Patienten gleichzeitig versorgt werden müssen, trägt zur Fehlerentstehung bei. Kritische Zwischenfälle nicht zu verschweigen, sondern im Hinblick auf fehlerbegünstigende Faktoren zu analysieren und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten, ist der Dreh- und Angelpunkt von Fehler- und Risikomanagement.“ Auch bisher schon sind Vertragsärztinnen und -ärzte, Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte sowie Krankenhäuser verpflichtet, nach den bestehenden Richtlinien des GBA ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln. Die aktuellen Beschlüsse des GBA zu Risikomanagement und Fehlermeldesystemen ergänzen diese Richtlinien. Sie werden zunächst dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und treten nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss Journalistenpreis O&U 2014 erneut ausgeschrieben Bereits zum 5. Mal loben der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) den „Journalistenpreis Orthopädie / Unfallchirurgie“ aus. Damit möchten die Gesellschaften die Qualität der Berichterstattung über orthopädisch-unfallchirurgische Themen fördern und die wachsende Bedeutung dieses Faches in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Preis wird im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) am 28. Oktober 2014 in Berlin verliehen. Im vergangenen Jahr holten sich Dr. Max Rauner und Sigrun Damas die Trophäe. Rauner hatte im Zeit-Magazin den querschnittgelähmten Chirurgen Mirko Aach porträtiert, der am Bochumer Uniklinikum Bergmannsheil an Exoskeletten forscht. Damas erhielt den Preis für ihren Fernseh-Beitrag „Kniegelenk-OP – Mehr Sicherheit durch Zertifikat“ über Qualitätsinitiativen in O&U, der in der NDR„Visite“ ausgestrahlt wurde. (red) Gehirnerschütterung mit Hilfe eines Tropfens Blut nachweisen Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des Klinikums rechts der Isar der TU München haben zusammen mit US-amerikanischen Kollegen einen Bluttest entwickelt, mit dem sich einfach und schnell nachweisen lässt, ob bei einem Sportler eine Gehirnerschütterung vorliegt. Damit können Athleten und Betreuer direkt am Spielfeldrand entscheiden, ob ein Spieler weitermacht oder besser pausiert. Die Arbeit wurde in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht. Die Wissenschaftler stellen in ihrer Studie fest, dass nach einer Gehirnerschütterung der Wert des Proteins S100B im Blut des Verletzten ansteigt. Beträgt dieser Anstieg mehr als 45 Prozent, liegt zuverlässig eine Gehirnerschütterung vor. (Quelle: Klinikum Rechts der Isar, München) Bild: lom123/Fotolia 8 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Politik INTERVIEW DR. ANDRE AS GASSEN Eine große Herausforderung Nach dem Rücktritt von Dr. Andreas Köhler als KBV-Vorsitzender hat sich die Facharzt-Fraktion in der KBV für BVOU-Präsident Dr. Andreas Gassen als Kandidaten für das Amt ausgesprochen. Dr. Gassen würde die Wahl annehmen. In unserem Interview erklärt er, wofür er als KBV-Chef stehen würde. Herr Dr. Gassen, Sie werden als Kandidat für das Amt des KBV-Vorsitzenden gehandelt. Sie haben auch angekündigt, dass Sie die Wahl annehmen würden. Ihr Vorgänger, Dr. Andreas Köhler, hat dieses Amt ganz entscheidend geprägt. Ist das ein schweres Erbe? Dr. Gassen: Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Ich habe großen Respekt vor Herrn Köhler und vor dem Amt. Er war ja schon vor seiner Tätigkeit als Vorsitzender in der KBV tätig und hatte auch dort schon maßgeblichen Einfluss auf die Ausgestaltung vieler Dinge. Insofern hinterlässt er große Fußstapfen. Was werden Sie anders machen? Der wesentliche Unterschied zwischen Herrn Köhler und mir besteht darin, dass ich schon lange ärztlich tätig bin, also aus der Versorgung komme. Ich war eine ganze Weile an der Klinik, seit 1996 bin Was gewinnen die BVOU-Mitglieder, wenn sie Sie als Präsidenten verlieren? Für die BVOU-Mitglieder wie überhaupt für alle Vertragsärzte – das betrifft die Hausärzte genauso wie die Fachärzte – gung der GKV-Versicherten versehen. In der letzten Zeit gewinnt der Vertragsarzt den Eindruck, dass eigentlich nur noch die Verpflichtungen aus dem Sicherstellungsauftrag gelten. Deshalb werde ich nachhaltig dafür eintreten, den von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Oktober 2012 beschlossenen Forderungskatalog umzusetzen. Können Sie neben dem KBV-Vorsitz noch BVOU-Präsident sein? Das Amt des BVOU-Präsidenten ist allein vom Arbeitsaufwand neben so einem Amt nicht zu leisten. Ich würde also als BVOU-Präsident zurücktreten. Dr. Andreas Gassen: „Es ist mein Pluspunkt, dass ich aus der vertragsärztlichen Versorgungsschiene komme.“ „Mein Herz wird immer für die Orthopädie und Unfallchirurgie schlagen. Nichtsdestotrotz bin ich einer übergeordneten Betrachtungsweise verpflichtet.“ Sie sind außerdem Vorsitzender des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands (SpiFA). Werden Sie dieses Amt fortführen? Das wird sich zeigen. Das kann man nicht übers Knie brechen, sondern eine eventuelle Amtsniederlegung muss in geordneten Bahnen vonstatten gehen. Wie ja auch im BVOU Beratungen und Nachwahlen erforderlich sein werden. Wir werden sehen, in welchem zeitlichen Rahmen das möglich ist. Wie sieht es an der Hausarzt-Front aus? Fach- und Hausärzte liegen sich seit Jahren in den Haaren. Können Sie diese konfliktträchtige Situation befrieden? Von einer Front würde ich schon gleich gar nicht sprechen. Dieser Konflikt ist zum Teil persönlich begründet, zum Teil ich Vertragsarzt. Ich habe hautnah erleben müssen, wie sich Regelungen aus dem KV-System nicht immer zur Freude der Kollegen ausgewirkt haben. Diesen Blickwinkel einzunehmen ist für Jemanden, der nie vertragsärztlich tätig war, sehr schwierig. Ich glaube, das ist ein Pluspunkt, den ich habe. Er wird meine Arbeit natürlich beeinflussen. Wo werden Sie Ihre Schwerpunkte setzen? Der Sicherstellungsauftrag war in seiner Konzeption für die Vertragsärzte einerseits Verpflichtung, andererseits aber auch mit einer Art „Monopol“ der Versor- ist es sicherlich von Vorteil, Jemanden im KBV-Vorstand zu haben, der aus der vertragsärztlichen Versorgungsschiene kommt. Wer ist als ihr Nachfolger beim BVOU in der Diskussion? Auf der BVOU-Januartagung haben wir verschiedene Optionen diskutiert. Ich bin fest davon überzeugt, dass es im jetzigen Vorstand Jemanden gibt, der inhaltlich in der Lage ist, das Amt zu füllen und der einen hohen Akzeptanzgrad bei den Kollegen hat. Die Mandatsträger würden den derzeitigen Schatzmeister Helmut Weinhart zur Wahl vorschlagen. 10 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Politik HINTERGRUND Am 16. Januar 2014 gab der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen zum 1. März sein Amt aufgeben wird. „Ich habe mich immer und mit voller Kraft für die ärztliche und psychotherapeutische Selbstverwaltung eingesetzt. Denn sie ist der Garant für eine flächendeckende und hochwertige ambulante medizinische Versorgung. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich die für mich schwere Entscheidung getroffen, mein Amt zum 1. März niederzulegen“, erklärte er. Seit 2005 ist Köhler Vorstandsvorsitzender der KBV. „Großen und uneingeschränkten Respekt vor dieser persönlichen Entscheidung“, zollte der Vorsitzende der Vertreterversammlung der KBV, Dipl.Psychologe Hans-Jochen Weidhaas, auch im Namen seiner beiden Stellvertreter, Dr. Stefan Windau und Dr. Andreas Gassen. Weiterhin erklärte er: „Dr. Andreas Köhler hat für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sowie für das gesamte System der Kassenärztlichen Vereinigungen Großes geleistet. Der heutige Tag stellt eine Zäsur dar.“ Die Fachärzte in der KBV haben sich auf BVOU-Präsident Dr. Andreas Gassen als Köhlers Nachfolger verständigt. Dr. Gassen ist außerdem stellvertretender Vorsitzender der KBV-Vertreterversammlung sowie 1. Vorsitzender des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands (SpiFA). völlig legitim. Das heißt nicht zwingend, dass dies die Interessen aller Hausärzte sind. Sie müssen auch nicht den Interessen der Fachärzte entsprechen. Darüber muss man dann diskutieren. Ob man alle befrieden oder glücklich machen kann – ich glaube, das gelingt sowieso nie. Ich glaube allerdings auch, dass man sich von dem Gedanken verabschieden muss, dass, wenn man dem einen nützt, man dem anderen automatisch einen Schaden zufügt. Hausärzte und Fachärzte – das sind zwei Versorgungsbereiche, die ihre Daseinsberechtigung haben und entsprechend honorarpolitisch gewürdigt werden müssen. Vielen Dank für das Gespräch! Interview: Jana Ehrhardt-Joswig verbandspolitischen Ursachen geschuldet. Einen wirklichen Konflikt zwischen Haus- und Fachärzten sehe ich nicht. Zumindest in der Praxis funktioniert das Nebeneinander von Haus-und Fach- ärzten in der Regel sehr gut. Man muss eben genau hinschauen, wer welche Interessen verfolgt. Hausärzte und ihre verbandspolitischen Strukturen haben ihre klaren Interessen, und das ist auch Jana Ehrhardt-Joswig, freie Journalistin und Redakteurin der OUMN Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014 11

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Politik WA R T E Z E I T E N Die Diskussion muss versachlicht werden Das Thema Wartezeiten wird alle Jahre wieder in die Diskussion gebracht. Nachdem es zu Zeiten von Ulla Schmidt Usus war, die vermeintliche „doppelte Facharztschiene“ zu geißeln, stellt man jetzt verwundert fest, dass es bei wachsendem Versorgungsbedarf in Klinik und Praxis zunehmend zur Knappheit an Fachärzten kommt. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das Problem Wartezeiten kein echtes Massenproblem darstellt, sondern – so die letzte KBV-Versichertenbefragung – mehr als zwei Drittel der Patienten unmittelbar oder binnen einer Woche Facharzttermine erhielt. Unbestritten gibt es aber Facharztgruppen, bei denen es auch mal etwas länger dauert, einen Termin zu bekommen. Letztlich ist das ein Effekt, der bei einem bestehenden Globalbudget von Politik und Krankenkassen billigend in Kauf genommen wurde bzw. als „Rationierung durch die Hintertür“ durchaus gewollt war. Der Vorschlag, Patienten, die keinen schnellen Termin bekommen, in die Kliniken zu verweisen und die Behandlung dann aus dem Budget der Kassenärzte zu bezahlen, ist allerdings reiner Populismus. Die Ärzteschaft ist gut beraten, das Thema offensiv anzugehen und Lösungen anzubieten. Die Fachärzte sollten Herr des Verfahrens sein und sich nicht unsachgemäße Lösungen überstülpen lassen. Es erscheint zunächst unumgänglich, die Diskussion um Wartezeiten zu versachlichen. Ein Weg kann es sein, dass die Hausärzte für dringliche fachärztliche Termine eine „qualifizierte“ Überweisung ausstellen. Dadurch würde es für die Fachärzte möglich, die dringenden Überweisungen zu identifizieren. Ob eine Terminvermittlung über die Kassenärztlichen Vereinigungen zu organisieren ist, muss man dann gegebenenfalls prüfen. Unumgänglich erscheint es, dass dieser zusätzliche Aufwand, den Hausärzte und Fachärzte damit haben, auch honoriert wird. Krankenhausärzte haben keine Langeweile Es ist absurd anzunehmen, die Kollegen in den Krankenhäusern könnten spontanen Terminwünschen der Patienten unproblematisch entsprechen. In den Kliniken ist es nicht so, dass die Kollegen über einen Überfluss an Zeit klagen. Je nach Fachbereich besteht auch im Krankenhaus eine mehr oder weniger ausgeprägte Personalknappheit. Die Äußerungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zu diesem Thema erscheinen deshalb wenig durchdacht. Die Fachärzte streben einen Wandel bezüglich der bisher unsachgemäß starren Sektorengrenzen an. Dies muss aber bedarfsgerecht geschehen. So mag es in einigen Fällen sinnvoll sein, Krankenhäuser in die ambulante Versorgung einzubinden oder niedergelassene Fachärzte in die stationäre Versorgung. Ein erster Schritt wird die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) sein. Ein Aufweichen der Sektorengrenzen muss grundsätzlich auch dazu führen, dass Honorarmittel zur Verfügung stehen, mit denen die erbrachten Leistungen hinterlegt werden. Die aktuelle Wartezeitendiskussion zeigt die große Bedeutung fachärztlicher Versorgung in Praxis und Klinik. Das sollte uns ermutigen, das fachärztliche Versorgungsmodell nachdrücklich zu vertreten und dafür zu werben. Dr. Andreas Gassen Dr. Andreas Gassen, Präsident des BVOU und 1. Vorsitzender des SpiFA – Spitzenverband Fachärzte Deutschlands Foto: Adrian Hillmann/Fotolia In der öffentlichen Debatte wird es oft so dargestellt, dass viele Patienten monatelang auf einen Facharzttermin warten müssen. Die letzte KBV-Versichertenbefragung zeigte jedoch, dass zwei Drittel der Patienten sofort oder innerhalb einer Woche einen Termin bekommen. 12 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Foto: Sudok1/Fotolia AG HOCHSCHULMEDIZIN Neue Finanzierung der Universitätsklinika dringend notwendig Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin hat im vergangenen Jahr „Forderungen an die zukünftige Bundesregierung zur Sicherstellung einer zukunftsfesten Finanzierung der deutschen Universitätsmedizin“ veröffentlicht, die wir an dieser Stelle wiedergeben. 1. Die Einführung eines auf Fallpauschalen basierten Vergütungssystems (DRG) für die deutschen Krankenhäuser im Jahre 2003 sollte zu mehr Transparenz und Gerechtigkeit im Gesundheitssystem sowie einer Reduktion von Liegezeiten führen. Während eine Reduktion der Liegedauer, Belegungstage und Transparenz erzielt worden konnte, ist ein transparenteres und gerechteres System der Krankenhausfinanzierung nicht erreicht worden. Insbesondere die vom Fallpauschalensystem vorgegebene Gleichbehandlung scheinbar gleicher Behandlungsfälle ohne ausreichende Berücksichtigung der Besonderheiten und spezifischen Aufgaben sowie Kosten der Universitätsklinika bei Diagnostik und Therapie hat zu einer signifikanten Schlechterstellung der Universitätsklinika geführt. Trotz erheblicher ökonomischer Anstrengungen konnten die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre nicht durch ebensolche Ertragssteigerungen im DRG-System ausgeglichen werden. Diese Scherenproblematik bedarf in der neuen Legislaturperiode aus Sicht der AG Med dringend einer Korrektur durch die Bundesregierung, um die Universitätsklinika als Zentren medizinischer Ausbildung und Innovation zukunftsfest zu finanzieren. Die bisherigen Finanzierungsmodalitäten haben sich aufgrund der Nichtberücksichtigung der Besonderheiten der Universitätsklinika als nicht nachhaltig erwiesen. ■ ■ 3. 2. Nach Auffassung der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin liegen die Besonderheiten der Universitätsklinika insbesondere in den folgenden Punkten: ■ Die Universitätsklinika haben als Zentren der Spitzenmedizin die Aufgabe der Innovation, das heißt der Generierung neuer Methoden und Erkenntnisse im Bezug auf die Diagnose und Therapie von Krankheiten. ■ Hier kommt der spezifische Verbund von Krankenversorgung und Forschung und Lehre zum Tragen. An den Universitätsklinika findet im Zusammenschluss mit den jeweiligen medizinischen Fakultäten ein Großteil der Aus-, Weiter- und Fortbildung der Medizinstudierenden und Assistenzärztinnen und -ärzte statt. Die Universitätsklinika sind Zentren der Maximalversorgung, bei denen Krankenversorgung, Forschung und Lehre ineinander greifen. Somit werden die schwersten und kurativ komplexesten Fälle schwerpunktmäßig in den Universitätsklinika behandelt. Die sich in diesem Zusammenhang auch ergebenden Extremkostenfälle sowie akut notwendige Krisenbewältigungen (beispielsweise die EHECEpidemie) werden nicht ausreichend und nur nachlaufend durch die Krankenkassen finanziert. Die Behandlung seltener Erkrankungen (Orphan Diseases) findet aufgrund Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014 13

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Politik ARBEITSGEMEINSCHAFT HOCHSCHULMEDIZIN In der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin sind folgende Institutionen zusammengefasst: ■ Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften ■ Bundesärztekammer ■ Bundesvereinigung der Landeskonferenzen ärztlicher und zahnärztlicher Leiter von Kliniken ■ Institute und Abteilungen der Universitäten und Hochschulen Deutschland ■ Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. ■ Deutsche Gesellschaft für Medizinrecht ■ Deutscher Hochschulverband ■ Marburger Bund ■ MFT Medizinischer Fakultätentag in der neuen Legislaturperiode nachhaltig zu verbessern. Praktikabel erscheint ein gesonderter Zuschlag für die spezifischen Aufgaben der Universitätsmedizin neben dem Fallpauschalensystem. Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin unterstützt daher die Forderungen nach Einführung eines Systemzuschlages für die systemrelevanten Aufgaben der Universitätsmedizin und fordert die neue Bundesregierung auf, diesen Punkt im Koalitionsvertrag zu verankern. ■ ■ der Spezialisierung und Zentrenbildung vielfach ausschließlich an den Universitätsklinika statt. Denn diese sind die einzigen Krankenhäuser, in denen seltene Erkrankungen überhaupt mit einer relevanten Fallzahl und Expertise und damit evidenzbasiert behandelt werden können. Die Universitätsklinika sind weiterhin regelmäßig für die Sicherstellung der Notfallversorgung im jeweiligen Einzugsbereich im wesentlichem Umfang mitverantwortlich. Die ursprünglich nur für Forschung und Lehre und damit Belange der Ausbildung vorgesehenen Hochschulambulanzen stellen mittlerweile die ambulante Versorgung in Teilen sicher, ohne hierfür auch nur annähernd kostengerecht vergütet zu werden. Maße Zugang zu den für die Aufgaben in Forschung, Lehre und Weiterbildung erforderlichen ambulanten Patienten erhalten. An einigen Standorten stellen Universitätsklinika in Teilbereichen die ambulante Versorgung sicher. Die Kosten für die Betreuung ambulanter Patienten müssen transparent und leistungsgerecht vergütet werden. 7. 5. Die zunehmende Verlagerung von Krankenversorgungsleistungen aus dem stationären in den ambulanten Sektor hat Konsequenzen für die Universitätsklinika. Diese müssen in ausreichendem 4. Diese Spezifika der Universitätsklinika sind bis dato unter anderem in den Fallpauschalen nicht berücksichtigt worden, wodurch eine evidente Entwicklung zu Lasten der Universitätsklinika eingetreten ist. Erstmals wird die Mehrzahl der Universitätsklinika negative Jahresabschlüsse vorlegen. Diese Entwicklung wird sich kurzfristig verschärfen, wenn das derzeitige DRG-System in der aktuellen Systematik beibehalten werden sollte. Vor diesem Hintergrund fordert die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin die künftige Bundesregierung auf, die Finanzierung der Universitätsklinika 6. Die Universitätsklinika sind allerdings nicht nur im Rahmen der Finanzierung der Betriebskosten benachteiligt, sondern auch im Rahmen der Investitionskosten. Die sogenannte duale Finanzierung krankt an beiden Enden. Denn bis zur Förderalismusreform wurden die Investitionskosten und damit die Investitionen in Gebäude und Gerätschaften von Bund und Ländern hälftig getragen. Im Rahmen der Förderalismusreform hat sich der Bund dieser Aufgaben entledigt. Die Bundesländer sind aufgrund ihrer eigenen teilweise prekären Haushaltslage nicht willens oder in der Lage, die Investitionskosten der Universitätsklinika zu schultern. Um zu einer Lösung der genannten Problemstellungen zu kommen, fordert die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin die neue Bundesregierung auf, eine Kofinanzierung der Investitionskosten der Universitätsklinika durch den Bund und die Länder gegebenenfalls auch durch eine Grundgesetzänderung (Artikel 91 b GG) zu ermöglichen. 14 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Fotos: Ehrhardt-Joswig Zahlreiche Vertreter der ärztlichen Selbstverwaltung, der Kostenträger, von Krankenhäusern, politischen Institutionen und anderen Fachgesellschaften diskutierten mit Vorstandsmitgliedern von DGOU, DGOOC, DGU und BVOU. Z U K U N F T S W E R K S TAT T O & U Finanzierung der Weiterbildung in O&U „Die Finanzierung der Weiterbildung in Orthopädie und Unfallchirurgie – Anspruch, Wirklichkeit und Perspektiven“ – diese Frage diskutierten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt, die die DGOU und der BVOU gemeinsam im November 2013 veranstalteten. Wieviele Fachärzte für O&U werden zukünftig angesichts der demografischen Entwicklung – auch innerhalb des eigenen Berufsstandes – benötigt? Wie kann man das Berufsbild attraktiv halten und zukünftig gestalten? Und vor allem: Wer trägt die Kosten einer strukturierten und qualitativ hochwertigen Weiterbildung? Ärztetag fordert angemessene Finanzierung der Weiterbildung Der 116. Deutsche Ärztetag 2013 forderte jedenfalls in einer Entschließung (IV34) eine angemessene Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung im klinischen und niedergelassenen Sektor. Zur Sicherung einer guten Weiterbildung müssen Abteilungen ausreichend mit Fachärzten besetzt sein, die Zeit dafür haben, junge Kollegen anzuleiten. Dass Weiterbildung Geld kostet, ist ja nicht neu. Dass dies aber nun auch in der ärztlichen Selbstverwaltung und in der Politik angekommen ist, hat Gründe: Die Ökonomisierung der gesamten Gesundheitsversorgung, erlahmendes Interesse am ärztlichen Beruf und bereits bestehende Versorgungslücken fordern die Verantwortlichen heraus. Orthopädie und Unfallchirurgie haben sich als erste dieser brennenden berufspolitischen Fragen angenommen. Der vom Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes, Heinz Stüwe, geleitete Workshop hat es auf den Punkt gebracht: „Finanzierung der Weiterbildung in Orthopädie und Unfallchirurgie – Anspruch, Wirklichkeit und Perspektiven“. Neben Vertretern der Vorstände von DGOU, DGOOC, DGU und BVOU nahmen zahlreiche Vertreter der ärztlichen Selbstverwaltung, der Kostenträger, von Krankenhäusern, politischen Institutionen und anderen Fachgesellschaften teil. Besonderes Interesse galt den Beiträgen aus der Schweiz und den Niederlanden, die bereits spezifische Wege der Bedarfsplanung bzw. Finanzierung der Weiterbildung verfolgen. Ärzteblatt berichtet über Debatte um Extrafinanzierung Die Initiative von Orthopädie und Unfallchirurgie zu diesem Workshop wurde allgemein gelobt und wenig später auch im Ärzteblatt gewürdigt. Unter dem Titel: „Weiterbildung – Debatte um Extrafinanzierung“ heißt es: 16 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014

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Aus unserem Fach „Brauchen Krankenhäuser und Arztpraxen zusätzliches Geld, wenn sie Ärztinnen und Ärzte weiterbilden? Die Diskussion darüber kommt allmählich in Fahrt, denn inzwischen sind viele Experten der Ansicht, dass die Fallpauschalen in den Kliniken die Kosten für die fachärztliche Weiterbildung nicht mehr abbilden … Praxen, die einen Weiterzubildenden beschäftigen, dürfen ihren Umsatz in der Regel nur in geringem Umfang steigern. Das verhindert, dass die Ärzte in Weiterbildung durch ihre ärztliche Arbeit so zum Praxiserlös beitragen, dass sich ihre Anstellung für den Praxisinhaber rechnet … In ihrer Koalitionsvereinbarung haben sich Union und SPD am 27. November darauf verständigt, die Kalkulation der DRGs im Krankenhaus so anzupassen, dass die Personalkosten ausreichend berücksichtigt werden. Außerdem wollen sie die Förderung der Weiterbildung in Allgemeinmedizin um 50 Prozent erhöhen und die Weiterbildung in grundversorgenden Fachgebieten in ambulanten Einrichtungen fördern (…) Bislang ist die Allgemeinmedizin der einzige Weiterbildungsgang, der finanziell unterstützt wird. Seit 1999 fördern die gesetzliche und (anteilig) die private Krankenversicherung allgemeinmedizinische Weiterbildungsstellen in den Krankenhäusern. Im ambulanten Bereich beteiligen sich die Kassenärztlichen Vereinigungen zur Hälfte an der Fördersumme. Seit 2010 werden Weiterbildungsstellen in den Praxen mit 3.500 Euro monatlich gefördert. Im Krankenhaus gibt es in der Inneren Medizin 1.020 Euro, in anderen Gebieten der unmittelbaren Pa- tientenversorgung 1.750 Euro. Jährlich fließen etwa 140 Millionen Euro in die Weiterbildung künftiger Hausärzte (…) Aber auch in den Kliniken wächst angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks – dem Krankenhaus-Barometer 2013 zufolge schreibt inzwischen jedes zweite Haus rote Zahlen – die Unzufriedenheit. „Die Kliniken sehen Weiterbildung zunehmend als Kostenfaktor an“, erklärte Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).“ (Deutsches Ärzteblatt, Jg.110, Heft 49, A235-A2352) Junges Forum O&U kritisiert Bedingungen der Weiterbildung Diese Unzufriedenheit wurde auch vom Jungen Forum der DGOU geäußert. Dr. Münzberg und Dr. Perl kritisierten mit einem Umfrageergebnis den Anforderungskatalog der WBO, so zum Beispiel den OP-Katalog. Problematisch seien auch die Arbeitsbedingungen für Weiterzubildende in der Phase der Familiengründung. Immerhin würden ja die Medizin und auch Orthopädie und Unfallchirurgie zunehmend weiblich. Darüber hinaus wurde häufig das Mentoring bemängelt, da es an Einzelbetreuung fehle. BÄK schlägt Module mit Simulationstraining vor – in Klinik und Praxis Die Bundesärztekammer ist bekanntermaßen mit einer Novellierung der Weiterbildungsordnung unterwegs. Diese soll sich an der „Versorgungsrealität“ ori- entieren und daher auch vermehrt ambulante Weiterbildungsmöglichkeiten entwickeln. Nach Franz Bartmann müsse die Finanzierung der Weiterbildung daher in Kliniken und Praxen gleichermaßen erfolgen. Bei stetig steigenden Arztzahlen im Krankenhaus resultieren weniger Erfahrungsinhalte für den einzelnen Weiterzubildenden. Franz Bartmann möchte dies durch Module mit Simulationstraining lösen. Die Qualität der Weiterbildung könne auch dadurch verbessert werden, dass genauer selektiert wird, an wen man Weiterbildungsbefugnisse erteilt. GBA: Bedarfsplanung nicht außer Acht lassen Regina Klakow-Franck vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) brachte das Thema der „Bedarfsplanung“ ins Spiel: Bei einer erheblichen Diskrepanz zwischen Bedarf und ausgebildeten Fachärzten müsse rechtzeitig gegengesteuert werden können. Hierzu wurde die Notwendigkeit einer Abstimmung zwischen den Trägern mit einer fachübergreifenden Lösung betont. Das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) befürwortete Rucksackmodell, bei dem die Ärzte in Weiterbildung Geld erhalten, das sie frei für die verschiedenen Stationen auf dem Weg zum Facharzt nutzen können, berge die Gefahr, dass notwendige Weiterbildungsinhalte auf der Strecke bleiben, die das Budget nicht mehr zulässt. Daher hielt Klakow-Franck eine Einpreisung der Kosten der WB-Assistenten in das DRG-System für angemessen. Als eine Möglichkeit wurde gesehen, ausbildende Kliniken der Maximalversorgung gesondert im DRG-System darzustellen, um ihnen gegenüber nicht ausbildenden Kliniken Rechnung zu tragen. Die Förderung müsse in diesem Falle qualitätsgebunden sein. VUD: Mischkalkulation nicht praktikabel Ralf Heyder vom Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) hält eine Mischkalkulation für nicht praktikabel, da eine differenzierte Darstellung der WB-Inhalte im DRG-System kaum möglich sei, und schlägt eine eigene Fondslösung vor, wie sie in Form von Weiterbildungsfonds bereits in zahlreichen Ländern üblich ist. Der Vorschlag, die Weiterbildung aus Mitteln des Gesundheitsfonds zu finanzieren, steht aufgrund Heinz Stüwe, Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes, leitete den Workshop. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2014 17

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