Christus König Halver Netzwerk 2014 Ostern

 

Embed or link this publication

Description

Magazin der Pfarrei Christus König Halver-Schalksmühle-Breckerfeld-Dahl

Popular Pages


p. 1

netzwerk christus könig Magazin der Pfarrei Christus König Halver – Breckerfeld – Schalksmühle – Hagen-Dahl Osterausgabe 2014 Auferstehung Erwacht zu neuem Leben. Unsere Freude löse Erstarrtes. Unsere Liebe schaffe Geborgenheit. Unsere Güte heile Verbitterung. Unsere Sanftmut versöhne Streitende. Unsere Kraft überwinde Mutlosigkeit. Feiert das Fest des Lebens. Christus ist erstanden. Wir mit ihm.

[close]

p. 2

Inhalt 02 03 04/5 06/7 08 09-11 12/13 14 15 16 17 18/19 20/21 22 23 24 Inhalt/Impressum Zum Geleit Fastenzeit Karl Balkenhol Vater unser Zukunftsbild des Bistums Schreiben des Papstes Kirchenkäfer Marian Treffpunkt Bücherei Die Kommunionkinder (Nicht nur) Für Jugendliche Kirchweihfest in Dahl Die neuen Gemeinderäte Einladungen Termine Bild der Kommunionkinder Bitte diese Termine vormerken! 23. und 24. August 2014, Christus König Halver, Gemeindefest mit Spiel und Spaß für alle. Am Samstagabend: Live-Musik mit der Gruppe »Verwandt« Herzliche Einladung an Sie und Euch alle! Sonntag, 21. September 2014, voraussichtlich ab spätem Vormittag, unternehmen wir eine gemeinsame Pfarrei-Wallfahrt zum Zisterzienserkloster in Bochum-Stiepel – per Bus, per Auto, ein Stück zu Fuß – und vielleicht sogar mit Erbsen in den Schuhen? Nähere Informationen demnächst. Das nächste Netzwerk erscheint im Sommer 2014. Das Netzwerk-Redaktionsteam wünscht Ihnen einen wunderschönen Frühling! Wie Sie uns erreichen… Impressum NETZWERK – Magazin der katholischen Pfarrei Christus König Herausgeber: Katholische Kirchengemeinde Christus König Halver – Breckerfeld – Schalksmühle – Hagen-Dahl Redaktion: Ulrike Biesenbach, Michelle Karwot, Thomas Miebach, Cornelia Nölle, Heidrun Rediger, Thorsten Rehberg Mitarbeit an dieser Ausgabe: Ileana Beckmann, Barbara Hirmke, Claus Optenhöfel, Sandra Schnell, Ralf Wegerhoff, Barbara Wilk. Titel-Foto: Henryk Olszewski/fotolia.com; Text: Gisela Baltes, aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer/pfarrbriefservice.de Bilder: Karl Balkenhol; Andreas Gunkel; Hans-Peter Kistler; Susanne Hitschold/pfarrbriefservice.de; Michael Hesemann; Heidrun Rediger; Thorsten Rehberg; Sandra Schnell; Ralf Wegerhoff. Anschrift der Redaktion: Pfarrei Christus König, Hermann-Köhler-Straße 15, 58553 Halver E-Mail: netzwerk@christus-koenig.de Layout/Gestaltung: Heidrun Rediger Druck: Reintjes Graphischer Betrieb GmbH, Kleve Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder. Für Leserbriefe ist die Redaktion dankbar, ohne den Abdruck zu garantieren. Katholische Pfarrei Christus König Hermann-Köhler-Straße 15 58553 Halver Telefon 0 23 53 / 37 30 Filialkirche Sankt Georg Heerstraße 12 58553 Halver-Oberbrügge Telefon 0 23 53 / 37 30 Gemeinde Sankt Jakobus Am Wehrgraben 7 58339 Breckerfeld Telefon 0 23 38 /1316 Gemeinde Sankt Thomas Morus Hälverstraße 8 58579 Schalksmühle Telefon 0 23 55 / 66 79 Gemeinde Herz Jesu Kallestraße 4 58091 Hagen-Dahl Telefon 0 23 37/ 6 21 www.christus-koenig.de Aktuelle Termine und Informationen, aber auch Bilder und Berichte aus dem Gemeindeleben finden Sie auf der Homepage unserer Pfarrei mit Links zu den einzelnen Gemeinden. Regelmäßig auf den neuesten Stand bringt Sie ein Pfarrnachrichten-Abo, das Sie ebenfalls über die Homepage bestellen können. 2 netzwerk

[close]

p. 3

Rund oder eckig? Liebe Leserinnen und Leser des Netzwerk, diese Frage kann helfen, ins Gespräch zu kommen. Ist Ihre Arbeit für Sie eine »Runde Sache«? Oder hat sie Ecken und Kanten? Dazu kann wohl jeder Berufstätige einiges erzählen. Und mit der einfachen Frage: »Rund oder eckig?« lässt sich auch die Kommunionvorbereitung oder Fronleichnam in der Pfarrei ansehen und reflektieren. Wie sieht es mit der Kirche aus? Ist die Kirche für Sie eher »rund« oder »eckig«? Mein Bild dazu: Traditionell eckig! Ein Rechteck, schmal und lang. Vorn: Ein Altar und ein Lesepult, Ambo genannt. Ein Kreuz und Kerzen. Dann lange Wände und Reihen. Bänke über Bänke. Wenn es gut geht, darin, sonntags, auch Leute über Leute. Manchmal auch Leere über Leere. Und hinten: Tür. Bücher. Weihwasserbecken. Informationen. So sehen viele »traditionelle« Kirchen aus – so sind sie auch in unserer Pfarrei gebaut und »bestückt«. Rechteckig. Kann Kirche zur »Runden Sache« werden? Auf Ostern hin ist ja »Fasten« und »Buße« angesagt. Es geht um die Ecken und Kanten. Es geht darum, sie dem guten Gott hinzuhalten – und ihm – mit mir zusammen – etwas an Feilen und Formen, an neuem Gestalten und Wandeln zu gestatten. Dass es wieder rund wird. Mein eigenes Leben mit seinen vielen Seiten und Ausgestaltungen. Aber doch auch: wir zusammen – »die Kirche«. Ich rede nicht von Räumen und nicht von Dingen – ich meine »uns« als Getaufte in den Gemeinden unserer Pfarrei. Die Christen, die zusammen »Kirche« sind. Lässt Ostern alles ein Stück »runder« werden? Unser Bistum lädt mit seinem Zukunftsbild dazu ein. Wir wollen im Bistum Essen Kirche sein – so, dass es eine runde Sache ist. Ein neues Bild – rund statt eckig. Wie kann das gehen? Ein Experiment In Breckerfeld wagen wir es in der Fastenzeit, die fast 300 Jahre alte Jakobuskirche von innen mal neu anzugucken. Und uns als Kirche darin anders anzusehen und zu erleben. Die Formen dazu sind zunächst ganz einfach: die Bänke nicht stehen lassen wie bisher, sondern neu gruppieren. Freiräume schaffen – aber auch Möglichkeiten, sie zu besetzen, mit Hilfe von Stühlen für die sonntags »volle« Kirche. Und in einer neu sich versammelnden Feier-Gemeinde auch neue Orte: Der Ambo dem Altar gegenüber, das Taufbecken mittendrin. Nach Vorbildern an anderen Orten, wo Kirchen so gestaltet sind. »Passt« diese Kirche gut? Lohnt dieser »neue Blick« für uns alle – oder zumindest für manche ganz persönlich? Indem ich dies schreibe, weiß ich es selbst noch nicht, denn all das ist ein Experiment, dessen Wirkung wir alle erst durch das Erleben kennen werden. Auf Ostern zu Die Sache wagen – und nach der »Runden Sache« suchen. Mit Gottes Hilfe. Das ist für mich in diesem Jahr der Weg zum Osterfest, zum Fest der Auferstehung und des Lebens. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete, lebendige, runde Zeit! Ihr Pfarrer netzwerk 3

[close]

p. 4

Fasten – Zeit, sich selbst zu erkennen Wir sind in Gefahr. Täglich aufs neue lockt sie, umgarnt uns und hält uns im Griff – kaum dass wir sie bemerken, ist sie doch allgegenwärtig. Aber sie verrät sich. Sie hinterlässt Spuren. Ihr augenfälligster Ausdruck ist der Überfluss. Diese Übermäßigkeit menschlicher Gier kann sie nicht verhindern; im Gegenteil: die Gier ist wesentlicher Bestandteil ihres Wesens. Dies zu erkennen ist unsere Chance, ihr zu entkommen. I Wir besitzen so viel, dass wir – befragt nach unserem Lebensinventar – nicht bis ins letzte sagen könnten, was alles zu unserer Habe zählt. Und täglich sind wir den Verlockungen und Versprechungen der Glücksproduzenten aufs neue ausgesetzt, die uns vor Augen halten, was alles noch fehlt, was wir noch konsumieren müssen, um den von uns gesuchten Lebenssinn doch noch zu realisieren. Wir stehen in der Gefahr, uns selbst an die Dinge zu verlieren. Die Dramaturgie unseres Lebens gerät zusehends in die Hände derjenigen, deren Projekt es ist, die Welt in einen großen Warenmarkt zu verwandeln. Das Motto dieser Weltordnung lautet: Ich kaufe, also bin ich. Wer jedoch nur ist, was er hat, der macht sich selber klein. Denn die Habe als Statussymbol befreit uns von der scheinbar als lästig empfundenen Aufgabe, unsere Selbstvergewisserung und unser Selbstwertgefühl aus unserer Seele zu schöpfen. Ein solches Lebensverständnis bedeutet einerseits das Eingeständnis, sich im eigenen Selbst nicht zurechtzufinden. Andererseits aber verwandeln sich die Menschen unter dem Diktat der Besitzstandvermehrung in Konkurrenten und letztlich in Feinde im Kampf um das käufliche Lebensglück. Das Geld, der Besitz und die Gier sind die wahren Herrscher dieser Welt, weil sie die Köpfe der Menschen beherrschen. Sie sind so mächtig, dass sie jeden demokratischen Volkswillen oder gar den Anspruch des Christentums, das Reich Gottes zu verwirklichen, mit Leichtigkeit beiseite wischen. II In der Tradition des Christentums gilt die Gier als Todsünde, weil sie die Menschen in die Verlorenheit der Gegnerschaft verwickelt. Die gute Ordnung, welche die Lebensräume der Geschöpfe Gottes schützt, droht unter ihrer Herrschaft in Chaos umzuschlagen, wenn jeder dem anderen neidet, was er hat. Es ist somit eine Frage auf Gedeih und Verderb, unter welchen Lebenshorizont wir unser Leben stellen. Das Matthäusevangelium betont die Kompromisslosigkeit der Antwort auf diese Frage (Mt 6,24): »Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen: Gott und dem Mammon.« Es gibt kein halbes Verderben. Es gibt keine halbe Rettung. Der von uns – meist unreflektiert – gewählte Lebensstil verrät unsere Haltung: für oder gegen Gottes gute Ordnung. Und weiter betont Matthäus die Verlorenheit dessen, der sich gegen Gott entscheidet (Mt 16,25f.): »Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?« Das hier ausgesprochene Paradoxon lässt sich nur auflösen, wenn man davon ausgeht, dass hier zwei Quentin Massys (1466–1530): Die Steuereintreiber. Ausschnitt. Das Innere nach außen gekehrt, malt Massys Seelenportraits. 4 netzwerk

[close]

p. 5

verschiedene Lebensbegriffe Verwendung finden. In dem Streben nach dem vermeintlich guten Leben, das alle Annehmlichkeiten des Konsums bietet und sich in den verkrusteten Strukturen der Macht einhüllt, verliert sich der Mensch aus den Augen, wird nicht nur dem anderen ein Gegner, sondern auch sich selbst – bis hin zum Totalverlust. Wer hingegen sein Leben ausrichtet an dem Urbild des Göttlichen im Menschen, an Christus Jesus, der gewinnt das »wahre Leben«, wird wirklich menschlich – ein Gleichnis Gottes. Wie gefährdet der Mensch ist, zeigt das Evangelium ebenfalls, indem es etwa schildert, wie sich Jesus von Nazareth immer wieder aus »der Welt« zurückzieht an einen Ort der Abgeschiedenheit, um zu beten und die Ausrichtung des eigenen Lebens auf Gott hin zu festigen. Insbesondere die Versuchung Jesu (Mt 4, 1-11) zeigt, worauf es ankommt: In der Wüste führt Jesus den geistigen Kampf gegen die Verlockungen der Gier nach Macht und Besitz, indem er 40 Tage und Nächte fastete, das heißt: Verzicht übt. III Das Fasten ist also eine Gelegenheit, Haltung zu wahren, indem wir – gegen allen Zeitgeist – die Fähigkeit zum freiwilligen Verzicht einüben. Die kirchliche Tradition hält uns jedes Jahr die Tür offen, in diese Zeiten des Fastens einzutreten. Nur die wiederholte Einübung des Verzichtes kann uns helfen, uns nicht ganz an »die Welt« zu verlieren. Die Wüste, so lehrt uns die Bibel immer wieder, ist der Ort der Ödnis, in der wir ganz auf uns selbst zurückgeworfen sind. Hier können Menschen sich nicht ablenken von dem uns eigenen Seelenleben. Hier gibt es nichts, das der Konfrontation mit sich selbst im Wege steht. Und die Fragen sind immer dieselben: Wer bist du? Auf welcher Seite stehst du? Wem dienst du – Gott oder dem Mammon? In der Fastenzeit schälen wir alles von uns ab, was nicht zur Notwendigkeit des Lebens gehört, decken unter all dem Unrat der Dinge unser wahres Selbst wieder auf. Wir räumen ein Stück weit die innere (und äußere) Zerstörung auf, welche die Stanley Spencer: Christus in der Wildnis / Der Skorpion, 1939. Jagd nach dem scheinbaren Glück hinterlassen hat. Wenn wir uns klar darüber werden, was wir alles nicht zum Leben brauchen, welche Dinge wir nicht besitzen müssen, welchem Trend wir nicht folgen müssen, erkennen wir uns selbst besser wieder. Das Resultat: Selbsterkenntnis, Handlungsfreiheit, Souveränität, Unabhängigkeit. Befreit können wir einander wieder menschlich begegnen; der Bann der Gier ist gebrochen, die Verlorenheit überwunden (wie lange?). Im freiwilligen Verzicht üben wir die Haltung ein, miteinander teilen zu können, was wir haben, und zusammen den Aufbruch zu wagen, gegen die Strukturen der Gier die Visionen des guten Lebens für alle zu setzen. (Thomas Miebach) »Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.« (Mt 6,31-33) netzwerk 5

[close]

p. 6

»Anstatt auf die großen Wunder zu warten, bietet mir jeder Augenblick die Möglichkeit, Wunderbares in meinem Leben zu entdecken und zu fördern!« (Pierre Stutz) Mit Unternehmergeist und Gottvertrauen So kann man vielleicht das Leben von Pfarrer Karl Balkenhol unter ein Motto stellen: Es ist ein abwechslungsreiches, spannendes, langes Leben mit vielen Höhen und Tiefen. Im September vergangenen Jahres feierte er, im Kreise seiner Freunde, seinen achtzigsten Geburtstag und auch sein goldenes Priesterjubiläum. Leider war es NETZWERK nicht möglich, darüber eingehend zu berichten. Seinen Unmut darüber können wir, die Redaktion, gut verstehen: Das war schade, aber es war auch keine böse Absicht. Mit der Priesterweihe beginnt Karl Balkenhols Priesterleben: Als junger Kaplan ist es Karl Balkenhol ein Anliegen, für Menschen etwas zu bewegen. Sein Gedanke, eine Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche anbieten zu können, lässt ihn nicht los und so stößt er nach einigem Suchen auf ein recht verfallenes Bauerngehöft im Schwarzwald. Es steht zum Verkauf, aber niemand scheint sich so recht dafür zu interessieren. Recht baufällig und heruntergekommen ist es keine große Schönheit. Doch Karl Balkenhol, ein »Bochumer Junge«, sieht vor seinem geistigen Auge dort die Möglichkeit, für Kinder und Jugendliche etwas aufzubauen: Eine Begegnungsstätte, die vor allem Kindern des Ruhrgebietes eine Zeit der »Freiheit« in ländlicher Umgebung geben könnte. Mit viel Verhandlungsgeschick und Muskelkraft wird aus Traum Wirklichkeit und 1966 wird das Schwarzwaldheim Thomas Morus eingeweiht. Sein Bestreben, den Menschen etwas Gutes zu tun, sie zu unterstützen beim Aufbau eines lebenswerten Lebens – dieses Anliegen begleitet ihn auch weiter. Im Jahr 1983 übernimmt er das Erbe von Pfarrer Erich Kremer – die Pfarrei Christus König in Halver: Eine lebendige Gemeinde mit vielen engagierten, glaubenstreuen Christen. Diese Gemeinde baut Pfarrer Karl Balkenhol weiter aus: Er lässt den Menschen Freiräume und die Möglichkeit sich einzubringen und sich zu entwickeln. »Jeder kann etwas, jeder auf seinem Platz«, sind seine Worte. Also »lässt« er die Menschen »machen« und verlässt sich auf sie, dass es gut wird. Und es wird gut! Man unterstützt sich in allen kirchlichen Belangen, hilft und bereichert sich gegenseitig. Karl Balkenhol wollte nie der »Macher« sein: Ihm ist es wichtig, viele Menschen mit einzubeziehen, weil nur so etwas Großes entstehen kann. Das lebendige Gemeindeleben von Christus König hält er so am Leben und baut es weiter auf: Menschen begegnet er auf gleicher Augenhöhe und nimmt sie und ihre Anliegen ernst – so kann das Miteinander über lange Jahre Früchte tragen. Als kommunikativer Mensch lernt Pfarrer Balkenhol bei einem Besuch in Rom Geistliche aus Moldawien kennen und kommt schnell mit ihnen ins Gespräch. Von ihnen erfährt er, wie groß die Not der Menschen in diesem kleinen Land ist und macht sich bei einem persönlichen Besuch ein Bild von den Gegebenheiten. Sie leben unter einfachsten Bedingungen und mit großen Entbehrungen. Staatliche Hilfe ist nicht zu erwarten. Moldawien, ein Binnenland in Südosteuropa, grenzt im Westen an Rumänien und wird im Norden,  Karl Balkenhol an seinem 80. Geburtstag im Kreis der Kollegen und Messdiener. Neben ihm sein Ehrengast, Bischof Anton Cosa aus Moldawien.

[close]

p. 7

 Bischof Anton Cosa als Zelebrant der Heiligen Messe in Halver… …und beim Besuch einer Suppenküche in Moldawien. Osten und Süden vollständig von der Ukraine umschlossen. Mit seinen fast vier Millionen Einwohnern und einer Fläche von ca. 33.000 Quadratkilometern ist Moldawien ein recht kleines Land, das sicher vielen Menschen hier nicht bekannt ist. Die Gesundheitsversorgung liegt weit hinter unserer zurück, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 63 Jahren – allein diese Tatsache verdeutlicht bereits die Lebensbedingungen der Moldawier. Die römisch-katholische Kirche ist in diesem Land eine religiöse Minderheit mit ca. 20.000 Gläubigen. So herrschen auch in diesem Bereich für Viele schwere Bedingungen. Sie freuen sich sehr über Hilfe, die von Menschen kommt, die ehrlichen Kontakt suchen, die ihre Not erkennen und anpacken. Einer von ihnen ist Karl Balkenhol: Er ist seit vielen Jahren mit dabei, wenn es darum geht, dort etwas Gutes zu tun. Seine häufige Präsenz und auch seine materielle und finanzielle Hilfe trägt dazu bei, dass die Menschen in Moldawien ein Leben in Würde führen können. Natürlich ist das nicht möglich ohne viele Helfer und Spender: Karl Balkenhol mobilisiert dafür »seine Leute« daheim, in finanzieller, aber auch in geistlicher Hinsicht. Der Bischof von Moldawien, Anton Cosa, freut sich sehr über die Hilfe von Karl Balkenhol. Und so folgte er gern der Einladung zum Geburtstag Pfarrer Balkenhols und feierte mit ihm und der Gemeinde die Heilige Messe. Priester sollen für Menschen ansprechbar sein: Sich Zeit nehmen und zuhören – dies gelingt Pfarrer Balkenhol in seiner aktiven Zeit in unserer Pfarrei. Auch im Ruhestand übernimmt er immer noch viele Aufgaben, die er gerne erfüllt, sei es als Ratgeber, oder als Priester bei der Feier der Heiligen Messe. Es gibt auch noch einige Projekte, die er gerne weiterführen möchte, so dass er eigentlich gar keine Zeit zum Älterwerden hat. Und das merkt man ihm auch an! So hoffen wir, dass seine langjährige Arbeit, sein Lebenswerk, in diesen Zeilen gewürdigt wurde und wünschen ihm noch viele gute, kreative, gesunde Jahre. (Ulrike Biesenbach)  Ihm schmeckt es, man sieht‘s! »Heute ernten wir all jene Früchte von Menschen, die in der Vergangenheit an das Unmögliche geglaubt haben.« (Pierre Stutz) Erwartungsvoll haben sich die Kinder an die Tische gesetzt. Doch vor dem Essen werden noch kleine Faxen gemacht. In den 15 Gemeinden werden täglich etwa 1000 Essen ausgegeben an Kinder und alte Leute. Wer dieses Anliegen unterstützen möchte, möge seinen Betrag überweisen an: Caritas Halver, Kto 72 777, BLZ 458 500 05, Sparkasse Halver. Vermerk: Moldova. Bei vollständiger Anschrift wird eine Spendenquittung zugesandt. ! netzwerk 7

[close]

p. 8

Vater unser im Himmel So darf ich dich immer nennen, du gibst mir Heimat, zu dir schaue ich auf, dir vertraue ich Geheiligt werde dein Name Was du sagst, das gilt. Du bist in allem Lebenden, allem Fröhlichen, allem Leidenden. Du bist die Sehnsucht meines Suchens und richtest mich immer wieder auf. Und vergib uns unsere Schuld Wir leben nicht nur vom Brot, auch von der Vergebung. Vergib uns nicht nur unsere großen Schulden, sondern auch unsere andauernden kleinen Entschuldigungen, unsere Ausreden: ich konnte nicht, ich wusste nicht, ich bin zu spät gekommen... Vergib meinen Mangel an Engagement, an Barmherzigkeit. Vergib meine Bequemlichkeit mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dein Reich komme Was du tust, das geschehe! Dein Reich sind Galaxien und Planeten, Wolken und Meere, Berge und Seen, Wüsten und Wälder. Du herrscht überall und in allem. In deiner Welt gibt es Liebe, Ordnung und Weisheit, aber auch Gleichgültigkeit und Grausamkeit. Deine Macht ist im Inneren aller Dinge! Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Lass mich nicht vergessen, wie sehr ich die anderen brauche. Gegenseitige Vergebung hilft mir, dass ich den anderen immer wieder annehme und auch ich immer wieder angenommen werde. Gut und Böse ist eng miteinander verflochten. Hilf mir, eindeutig zu unterscheiden, damit ich vergeben kann, wie auch mir vergeben werden soll. Dein Wille geschehe Was du willst, das geschehe überall. Du lässt Rosen erblühen, deine Sehnsucht nach Heimat lässt die Schwalben gen Süden ziehen. Du bist der Allmächtige, was du willst, passiert – immer wieder, unerschöpflich. Unser tägliches Brot gib uns heute Das sind die lächelnden Augen von lieben Menschen, das freundliche Wort, der Händedruck, die Umarmung wenn ich traurig bin, wenn die Arbeit schwerfällt. Das ist das Aufblühen der Schneeglöckchen nach einem harten Winter, das lustige Springen des Hundes im Wald, das ist auch der Reif des ersten Frostes über den Zweigen, das warme Zimmer, das Ziehen der Wolken am Himmel, das Prasseln der Regentropfen auf das Dach. Von und mit all dem leben wir, das ist unser tägliches Brot. Und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen Gewiss, es gibt die Versuchung, der Hang zur Bequemlichkeit, die Neigung zum raschen Genuss, die Verlockung der günstigen Gelegenheit, die Verderbnis der Oberflächlichkeit. Die Versuchung ist der Augenblick, wo ich zweifle, entscheide und ausführe. Dann weiß ich nicht mehr, wer ich eigentlich bin, alles, was einmal wahr war, bricht zusammen. Diese Krisen werden gewiss immer wieder eintreten, sie sind Teil unseres Lebens. Gib mir die Kraft, aus Gewohntem auszubrechen, Neues zu entdecken, damit ich jung bleibe und die Möglichkeit habe, mein Leben zu gestalten. Denn der Geist der Angst ist das BÖSE , der die Verwandlung verweigert, der mich einmauert, mutlos macht und erstickt. Aus Fehlern kann ich lernen, mich weiterentwickeln und so dem Bösen entfliehen. (Ulrike Biesenbach) 8 netzwerk

[close]

p. 9

Das Zukunftsbild des Bistums Essen Von wegen »von selbst«! Und wo soll man da anfangen? Bischof Overbeck fragt: »Wie können wir heute als Christinnen und Christen glauben und davon in einer Welt erzählen, in der vielen Menschen der Zugang zu Gott längst verloren gegangen ist? Wie finden wir eine Sprache und Formen, um den Glauben in der heutigen Zeit erfahrbar zu machen? Was brauchen wir selbst, um in unserem Leben die Berührungen Gottes zu entdecken?« Der Glaube ist ein Geschenk an uns, aber er ist kein Geschenk ausschließlich für uns. Allzu lange haben wir uns in Deutschland gesagt: Um die Weitergabe des Glaubens muss ich mich nicht kümmern, das kommt von selbst. Sicher ist gar nichts mehr sicher! Aber wie sieht die Weitergabe des Glaubens in den Familien und Elternhäusern aus? Wie selbstverständlich sind die religiöse Früherziehung im Kindergarten, der Religionsunterricht in der Schule u.a.? Wo kann man noch als Kind und Jugendliche/r teilnehmen an verbandlicher katholischer Jugendarbeit? Wo finden sich junge Erwachsene in & um Kirche? Wo bilden sich bei der Erstkommunion selbstverständlich Familienkreise? Fragen über Fragen... Nur Eines ist sicher: »Sicher« im Sinne von »Selbstverständlich« ist die Weitergabe des Glaubens schon lange nicht mehr. Überall Religion?! Wo in mir Sinn und Empfänglichkeit für Glaubenserfahrungen nicht mehr geweckt werden: Was bekomme ich von dieser Dimension meines Lebens dann noch bewusst mit? Wir erleben um uns herum eine immense religiöse Sehnsucht, die aber als solche nicht mehr erfahren wird, weil die geliebte Fernsehserie »Kult« ist, weil die Liebe »zelebriert« wird, weil die Automobilausstellung Wallfahrtscharakter hat und unsere Einkaufshäuser Tempeln gleichen... Da liegt es vor uns: Das Zukunftsbild des Bistums Essen. Eine ungefähre Vorstellung, wie Kirche sein soll. Wie Kirche sich anfühlen und erlebt werden soll. Noch nicht sonderlich konkret im Hinblick darauf, wie man diesen Zustand erreichen kann, aber sehr konkret in der Vorstellung, wie das Ziel aussieht! Dies ist zugleich die Stärke wie die Schwäche des Zukunftsbildes: Jeder hat ja mehr oder minder realistische »Träume von Kirche«, aber meistens bleibt es auch dabei. Träume sind allzu oft auch Schäume und unser allseits beliebter Altkanzler Helmut Schmidt pflegte dazu skeptisch zu sagen: »Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!« Seine Schwäche, seine Stärke Die Stärke des Zukunftsbildes besteht darin, dass es sehr konkret ist, was das verbindliche »feeling« von Kirche sein soll. Wenn sich dieses Gefühl bei Kirchennahen wie Kirchenfernen nicht einstellt, muss sich Kirche fragen: Bin ich meiner Berufung eigentlich treu? Es reicht eben nicht mehr auf andere zu zeigen und zu sagen: »Wenn sie nur wollten, könnten sie kommen!« Nein: Wir zeigen ab sofort auf uns und fragen uns selbst: (Wie) Entsprechen wir dem Bild von Kirche, dass unser Herr Jesus Christus vor Augen hatte, als er sagte: »Tut dies zu meinem Gedächtnis«? Wozu sind wir, wozu ist Kirche da? Die sieben Wörter, die Kirche beschreiben, wollen also für Unruhe sorgen. Unser Papst schreibt: »Jede Erneuerung der Kirche besteht wesentlich im Wachstum der Treue gegenüber ihrer eigenen Berufung...« Kirche und Glaube sollen wieder fähig werden, »alles zu verwandeln, damit die Gewohnheiten, die Stile, die Zeitpläne, der Sprachgebrauch und jede kirchliche Struktur ein Kanal werden, der mehr der Evangelisierung der heutigen Welt als der Selbstbewahrung dient.« Unruhe in diesem Sinne ist also heilsam – und notwendig, wenn Kirche nicht zum Museum werden soll. netzwerk 9

[close]

p. 10

10 netzwerk

[close]

p. 11

erfahre ich die Freude am Glauben? Und was trage ich dazu bei, dass andere von unserer Freude am Glauben erfahren? Es geht uns alle an! Wer sich in dieser Weise auf den Weg macht und z.B. nach der Sonntagsmesse mit anderen ins Gespräch kommt, wird Gleichgesinnte treffen. Das ist freilich kein Wunder, denn Kirche ist ja auch kein Dienstleister, sondern eine Glaubensgemeinschaft! Aber: In diesem Augenblick verlässt der Umgang mit dem Zukunftsbild den Bereich des rein Privaten und beginnt, in Gemeinde und Pfarrei relevant zu werden – und auf diesen Moment warten wir doch alle! Nun stehen solche Fragen im Raum, die beantwortet werden können, etwa: • Wie muss die Veranstaltung xy stattfinden, damit sie andere Menschen berührt? • Wie muss der gegenseitige Umgang in Gremium X sein, dass man von gegenseitigem Lernen und einer Freude an der Vielfalt sprechen kann? Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (rechts) und Generalvikar Msgr. Klaus Pfeffer • Was können wir tun, damit unsere Gemeinde am Ort als nah und wirksam erfahren werden kann? • Wie befähigen wir Menschen, sich als wach und gesendet zu erleben und die Werke des Heiligen Geistes zu tun? Die Kurzform des Zukunftsbildes (siehe Seite 10) mag Ihnen vielleicht eine Hilfe sein, den ersten (?) Schritt der ganz persönlichen Auseinandersetzung mit der je eigenen Berufung zum Christsein zu gehen. Aber für unser Miteinander ist es wichtig, dass wir dort nicht stehen bleiben: Die Seelsorger/innen vor Ort sowie die Gemeinderäte freuen sich über jede Wortmeldung, die ihnen zugetragen wird. Und: Sie sind auch darauf angewiesen, denn ob die Pfarrei in und um das Volmetal lebt und wächst entscheidet nicht der Pastor: Leben wächst immer von unten! (Thorsten Rehberg) Und bei uns? Nu: Bei »Kirchens« sucht man nicht! Aber warum? Aus Dummheit? Oder weil man dort nichts zu finden glaubt? Weil Kirche sich viel zu sehr zwischen Frohbotschaft und Empfänger geschoben hat? Weil wir selbstzufrieden geworden sind und uns lieber zu »Herren des Glaubens« aufgespielt haben statt »Diener der Freude« zu sein? Welchen Stellenwert hat die Freude am Glauben im Alltag von Terminabsprache und »Hab’ keine Zeit«, zwischen Kaffee kochen und Stühle stellen? Auch hier: Fragen über Fragen... Sackgasse oder Startblock Eine Katastrophe wäre das aber nur, wenn wir es dabei belassen würden, an dieser Situation zu leiden! Es gilt Ideen zu entwickeln und (neue?) Wege auszuprobieren. Dazu noch einmal unser Papst: »Mir ist eine ›verbeulte‹ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.« Also gut... Aber wo soll man anfangen? Erstmal ich! Ganz einfach: Nicht »man« fängt an (denn den gibt es gar nicht), sondern immer nur ich! Ich selbst muss mich fragen, wie ich mich zu dem Zukunftsbild verhalte, ein/e jede/r von uns! Nicht vor der Unruhe sollten wir Angst haben, sondern lediglich vor einem selbstverliebten »Ich will meine Ruhe haben«! Wenn wir bei uns selber anfangen ist das auch eine Sicherheit davor, in blinden und hirnfreien Aktionismus zu verfallen in der Art von »Man müsste mal...«. Dann finden sich Antworten, die sich erst einmal lediglich auf mein Leben beziehen: Wo netzwerk 11

[close]

p. 12

Evangelii gaudium Papst Franziskus hat die Evangelisierung zum Mittelpunkt seines ersten Apostolischen Schreibens gemacht. Das am 24. November 2013 unterzeichnete Schriftstück trägt den Titel »Evangelii gaudium«. Es bezieht sich unter anderem auf die Generalversammlung der Bischofssynode »Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Lebens« vom 7. bis 28. Oktober 2012, führt die Lehre Pauls VI in »Evangelii nuntiandi« fort und greift die ein oder andere These des 2. Vatikanischen Konzils auf. Papst Franziskus unterstützt damit den Auftrag zur Evangelisierung durch die Kirche, ja eigentlich durch jeden Christen. Er zeigt Perspektiven für den zukünftigen Weg der Kirche und will, dass wir alle unseren Glauben erneuern und mit anderen teilen. Auf 84 Seiten mit fünf Kapiteln stellt Papst Franziskus seine Gedanken dar, die sich auf sieben Punkte stützen: • die missionarische Reform der Kirche • die Versuchungen, denen pastorale Mitarbeiter gegenüber stehen • die Kirche als Gesamtheit des evangelisierenden Volkes Gottes • die Predigt als Dialog Gottes mit seinem Volk • die Einbeziehung der Armen und der in Not Geratenen in die Gesellschaft • der soziale Dialog als Beitrag zum Frieden • spirituelle Gründe und Hilfen für den missionarischen Einsatz Diese Punkte werden zusammengehalten durch die erbarmende Liebe Gottes und durch die Freude, die das Teilen dieser Gottesliebe mit sich bringt. So beginnt das Schreiben mit den Worten: »Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen.« Das erste Kapitel handelt von einer Reform der missionarischen Ausrichtung der Kirche, die dazu berufen ist, aus sich »selbst heraus zu gehen«. Die eigentliche Initiative zur Verkündigung liegt immer bei Gott, der uns aufruft, das Licht des Evangeliums unter die Menschen zu bringen. Papst Franziskus lädt uns ein, wagemutig und kreativ zu sein in der Aufgabe, die Ziele, die Strukturen, den Stil und die Methoden zur Evangelisierung der eigenen Gemeinde zu überdenken. KNA-Bild/Reuters/pfarrbriefservice.de So kann es sein, dass wir eigene, in der Geschichte verwurzelte Bräuche erkennen, die heute nicht mehr denselben Dienst für die Weitergabe des Evangeliums leisten wie früher. Eine »Kirche im Aufbruch« muss nicht nur auf andere zugehen, sondern auch für alle offen sein, z.B. durch die offenen Türen unserer Kirchen. Das zweite Kapitel widmet sich den Herausforderungen der Welt von heute. Im Angesicht von Armut, Perspektivlosigkeit, Respektlosigkeit und Gewalt, hervorgerufen durch die Entmenschlichung des herrschenden ökonomischen Systems, steht die Kirche vor einer großen Verantwortung. An dieser Stelle übt der Papst deutlich Kritik an unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem: »Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann. Wir haben eine ›Wegwerfkultur‹ eingeführt, die sogar gefördert wird.« Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen wieder aufzuwerten. Das Evangelium lädt uns immer wieder neu ein, das Risiko der Begegnung mit dem anderen einzugehen. Dabei sollen wir realistisch mit möglichen Rückschlägen umgehen, ohne dabei die Freude, den Wagemut und die Hingabe an das Wort Gottes zu verlieren. Die Evangelisierung ist Aufgabe des ganzen Volkes Gottes. Davon ausgehend betont Papst Franziskus die Notwendigkeit, das Engagement von Frauen zu fördern. Jeder Christ ist in dem Maße selber Missionar, in dem er der Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist. 12 netzwerk

[close]

p. 13

Das dritte Kapitel handelt von der weiteren Entwicklung der Evangelisierung, von der Rolle, die die verschiedenen Kulturen in diesem Prozess haben und von der Predigt als Form der Evangelisierung. Bei richtigem Verständnis des Anderen bedroht die kulturelle Vielfalt die Einheit der Kirche nicht. Im Gegenteil: Die Evangelisierung erhält durch die Unterschiede zwischen den Menschen und Gemeinschaften eine Dynamik, die anziehend wirkt. Genauso soll auch die Predigt wirken. Sie braucht echte Leidenschaft und Liebe für das Wort und das Volk Gottes. Der Herr findet Gefallen daran, sich mit seinem Volk zu unterhalten, daher ist jeder Prediger gefordert, den Dialog zwischen Gott und Gemeinde zu unterstützen. Grundlage und Quelle der Evangelisierung ist somit das Wort Gottes, das vernommen, betrachtet, gelebt, gefeiert und bezeugt wird. Christus verkündigen, bedeutet zu zeigen, dass an ihn glauben und ihm nachfolgen nicht nur etwas Wahres und Gerechtes, sondern auch etwas Schönes ist. Im vierten Kapitel geht es um das große Thema der Verbindung von Verkündigung und der Förderung jeglichen menschlichen Lebens: »Echter Glaube beinhaltet stets den tiefen Wunsch, die Welt zu verändern.« In dem Maß, in dem Gott unter uns weilt, wird das Leben für alle ein Raum der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Würde sein. Aus unserem Glauben ergibt sich die Sorge um die am stärksten vernachlässigten Mitglieder unserer Gesellschaft. Deshalb müssen wir den Armen das zurückgeben, was ihnen zusteht. Wir alle sind dazu aufgefordert, gegen Armut und Ungleichheit zu kämpfen, da das herrschende System »in der Wurzel ungerecht« ist und »diese Wirtschaft tötet«. Mit gleicher Kraft verteidigt der Papst das menschliche Leben vom ersten Augenblick an sowie die Würde eines jeden Lebewesens. Weitere Themen in diesem Kapitel sind Friede und sozialer Dialog. Der soziale Friede kann nicht als Abwesenheit von Gewalt verstanden werden. Letztlich hat Frieden, der nicht Frucht der Entwicklung der gesamten Gesellschaft ist, nur wenig Zukunft. Als Beitrag zum Frieden bietet die Evangelisierung einen Weg des Dialogs: im Dialog mit den Staaten, mit der Gesellschaft und mit anderen Glaubenden. Im letzten Kapitel soll der Geist der Evangelisierung zum Ausdruck gebracht werden: »Ich weiß, dass keine Motivation ausreichen wird, wenn in den Herzen nicht das Feuer des Heiligen Geistes brennt.« Die Kirche braucht dringend die Unterstützung durch das Gebet. Wir alle wurden für das erschaffen, was das Evangelium anbietet: für die Freundschaft mit Jesus und die brüderliche Liebe. Wir haben einen Schatz an Leben und Liebe, der nicht trügen kann, eine Botschaft, die weder manipulieren noch enttäuschen kann. Jedes Mal, wenn wir einen Menschen in dieser Liebe begegnen, können wir etwas Neues von Gott und unserem Glauben entdecken. Neben dem Heiligen Geist soll Maria uns bei der Verkündigung des Evangeliums unterstützen. Maria weiß die Spuren des Geistes Gottes zu erkennen. Sie ist der »Stern der Neuevangelisierung«, Mutter des lebendigen Evangeliums und Vorbild für die missionarische Tätigkeit der Kirche. An Maria sehen wir, dass Demut und Zärtlichkeit nicht Tugenden der Schwachen, sondern der Starken sind, die nicht andere schlecht zu behandeln brauchen, um sich wichtig zu fühlen. Papst Franziskus zeigt in seinem Schreiben eine Kirche, die auf dem Weg ist, die mit ihm zusammen auch neue Wege gehen kann. Wir Christen sollen alle Mitmenschen begleiten, die auf der Suche nach Gott sind und zusammen den Dialog mit Gott aufnehmen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch würdigt das Apostolische Schreiben in einer ersten Stellungnahme: »Ich bin dem Heiligen Vater sehr dankbar für sein ermutigendes Schreiben, in dem er uns an seinem Traum von einer ›Option für die Mission‹ teilhaben lässt. Ihm ist eine Kirche lieber, die zwar ›verbeult, verletzt und beschmutzt ist‹, aber auf die Straßen hinausgegangen ist, ›als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist‹.« (Conny Nölle) Das Apostolische Schreiben in deutscher Sprache finden Sie zum Herunterladen auf der Internetseite des Vatikans. Glaube Wenn ich von Gott zu den M enschen rede hätte aber den Glauben nicht, wäre ich ein un gestimmtes In strument, das den richtig en Ton nicht m ehr trifft. Wenn ich mitr eißend reden könnte, Menschenmas sen zu begeiste rn wüsste und mich in de r Bibel ausken nen würde wie in meiner Westentasche hätte aber den Glauben nicht, wäre ich ein Sc hwätzer. Der Glaube ist Hoffnungsträg er, der Glaube gibt Halt, er macht innerlich stark. Er macht dich nicht besser al s andere, aber er hilft, w enn andere be reits verzweife ln. Der Glaube ist still und macht keinen Lärm hilft in Einsam keit und Begren ztheit. Als ich ein Kin d war, plappe rte ich wie ein redete andere Kind, n nach dem M und, um ihnen zu ge fallen glaubte, alles drehe sich nur um mich. Jetzt aber, dem Kinde entwac hsen, rede ich dank meines erlernte n Ausdruckver empfinde ich mögens, dank meiner re ichen Erfahrun glaube ich dank g und – meines Wissens , dass Gott mei n ständiger Be gleiter ist, der mich liebe voll anschaut. (Ulrike Biesen bach)

[close]

p. 14

Marian der Kirchenkäfer Hallo Kinder! Jetzt hat mir der Pastor so ein komisches kleines Buch vor die Nase gelegt und gesagt: Da könntest du doch auch mal drüber schreiben! Ausgerechnet ich... Das Aufklappen habe ich ja noch hinbekommen, aber aus Auseinanderfalten war für mich der pure Horror! Na ja, jetzt, wo alles endlich vor mir liegt, finde ich es ja schon interessant. Obwohl... Manchmal habe ich den Eindruck, ihr Menschen macht um viele Dinge zu viele Worte! Hätte man das nicht alles viiiel einfacher sagen können??? Ich meine: Diese sieben Worte, die beschreiben sollen wie Kirche ist (oder wieder werden soll?) – die finde ich ja völlig okay. Aber all das, was in den Spalten danach kommt? Uiuiui... Dabei ginge es doch auch ganz einfach. Ich habe zum Beispiel meine Freundin Hanni (die Honigbiene) gefragt: »Sag mal, wo würdest du sagen: Da bin ich ganz nah bei Kirche? Oder Kirche ganz nah bei mir? Oder nah bei Gott (oder auch umgekehrt)?« Hanni hat mich da erst ganz komisch angeguckt, aber als ich mich bei ihr hinsetzte, die Hände in den Schoß legte und meine Fühler auf Empfang stellte, da kam sie dann langsam aus sich heraus. Und was soll ich sagen? Den ganzen Nachmittag haben wir miteinander darüber gesprochen! Erst sie, dann ich, dann umgekehrt und manchmal haben wir uns auch gegenseitig unterbrochen. Das soll man zwar nicht tun, aber wir merkten beide, wie viel wir da auf dem Herzen hatten. Und als ich dann gefragt habe: Was müssten oder könnten wir hier bei uns eigentlich machen, daß wir uns der Kirche näher fühlen oder dass Kirche auf andere Menschen wieder mehr zugeht – wow! Schließlich rief Esmeralda von unten, wir sollten aufhören zu sabbeln und zum Abendessen kommen. Aber haste gedacht: Am Tisch ging es weiter und auch die Anderen machten mit, als sie begriffen hatten, worum es ging. Also, mein Tipp ist ganz einfach der: Zuerst frage Dich selbst oder jemanden, mit dem Du darüber sprechen willst: Kirche soll doch eigentlich – berührt – wach – vielfältig – lernend – gesendet – wirksam – nah – sein: Stimmt das eigentlich? Wie finde ich das? Wie erlebe ich das? Dann kommt man nämlich ganz gut miteinander ins Gespräch und fast von selbst zu der nächsten Frage: Was kann ich/Was können wir tun, damit Kirche so wird? Der Papst hat dazu gesagt (zumindest sinngemäß), dass die Kirche so werden muss, wie Jesus sie sich von Anfang an gewünscht hat. Und an der Zukunft zu arbeiten sei im Grunde genommen dasselbe wie sich zu fragen: »Wie bin ich eigentlich so – als Christ/in? Und was fehlt mir, um ein guter Christ/eine gute Christin zu werden?« Im Endeffekt ist das ganz etwas Ähnliches wie das, was unsere Kommunionkinder bei ihrer ersten Beichte machen: Überlege, was bei dir nicht gut ist und lass dir dann dabei helfen, wie du das, was nicht gut ist, aus der Welt schaffen kannst. Ich wollte das dann auch gleich dem Pastor erzählen, aber der meinte nur, er müsse nachher über das Zukunftsbild predigen und müsse jetzt etwas Ruhe vorab haben. Na, hoffentlich versteht jeder, was er dann sagen will. Sonst mache ich das. Allerdings bin ich mir gar nicht sicher, ob Marienkäfer überhaupt predigen können... Euer und Dein Marian 14 netzwerk

[close]

p. 15

Katholische öffentliche Bücherei Wenn man si ch in einen Ro man oder eine schaltet man Erzählung vert perfekt ab. Be ieft, reits nach se beruhigt sich chs Minuten der Pulsschlag Lesezeit , die Muskeln konnten Fors entspannen si cher in Tests ch. Das nachweisen. den Stressleve Ergebnis: Lese l um 68%, ein n senkt Spaziergang le diglich um 42 %. Halver Öffnungszeiten: Sonntag nach der Hl. Messe, Dienstag und Freitag 15.00 – 18.00 Uhr Breckerfeld Öffnungszeiten: Sonntag 10.30 – 12.30 Uhr, Mittwoch 15.00 – 16.00 Uhr, Freitag 16.00 – 17.00 Uhr Schalksmühle Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 15.30 – 18.00 Uhr Dahl Öffnungszeiten: Sonntag 10.00 – 12.00 Uhr, Montag 17.30 – 18.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag 16.00 – 18.00 Uhr Veranstaltungen Alle Büchereien präsentieren eine Auswahl an Sachbüchern und Geschichten zur Ausleihe zum Thema Erstkommunion. Zusätzlich findet im März und April in Breckerfeld, Schalksmühle und Dahl eine Verkaufsausstellung statt mit Geschenkideen zur Erstkommunion (Kreuze, Rosenkränze, Gebetswürfel, Bücher etc.) und Frühjahrsneuerscheinungen (Romane und Kinderbücher). Vorlesewettbewerb in Dahl am 29. und 30. März für Kinder des 3. und 4. Grundschuljahres. (Info: 0 23 37-8160 oder 2355, Email: ileana_beckmann@hotmail.com) Büchereiflohmärkte in Halver am 30. März 2014 (mit Osterflohmarkt); in Dahl anlässlich des Ökum. Gottesdienstes am Pfingstmontag, 9. Juni; in Breckerfeld auf dem Gemeindefest am 29. Juni. Lese- und Seh-Tipps: Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry. Ein Brief, der Erinnerungen und Schuldgefühle auslöst, lässt den älteren Harold Fry aufbrechen zu einer Wanderung 1000 km quer durch England. Julia Boehme: Tafiti und die Reise ans Ende der Welt. Das Erdmännchen Tafiti möchte herausfinden, was sich hinter dem Hügel in der Ferne verbirgt. Ist dort das Ende der Welt? Es macht sich auf die Reise und findet einen richtig guten Freund. (Für Kinder ab 7 J.) Khaled Hosseini: Traumsammler. Die bewegende Geschichte zweier Geschwister aus einem kleinen afghanischen Dorf. Pari ist drei Jahre alt, ihr Bruder Abdullah zehn, als der Vater mit ihnen zu einem Fußmarsch quer durch die Wüste nach Kabul aufbricht. Doch am Ende der Reise wartet nicht das Paradies, sondern die herzzerreißende Trennung der beiden Geschwister, die ihr Leben für immer verändern wird. DVD: Veronika beschließt zu sterben. Die Verfilmung von Paulo Coelhos Roman erzählt die Geschichte einer unglücklichen jungen Frau, die alles hat und doch sterben will. Erst angesichts des Todes entdeckt sie, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert. Alex Capus: Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer. Drei (historische) Persönlichkeiten im Aufbruch: Emile Gilliéron träumt von einer Künstlerkarriere, wird dann Assistent des Archäologen Schliemann und Fälscher. Der Pazifist Felix Bloch studiert Physik, um ein friedliches Leben führen zu können, und endet in den USA als Atombombenbauer. Laura d’Oriani träumt von einer Karriere als Sängerin und endet als Spionin. Drei Lebenswege in der ersten Hälfte des 20.Jh. die ganz anders enden als ursprünglich geplant. netzwerk 15

[close]

Comments

no comments yet