Brandpredigt

 

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brand und bußpredigt 1734 seiten 80 84

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seite 81 inhalt der brand und bußpredigt von pfarrer johann christian koch die druckschrift umfasst 47 seiten neben den zwei abgebildeten titelblättern ist das evangelium des sonntags oculi 2 sonntag nach ostern 1734 abgedruckt am schluss des druckes finden wir ein längeres gebet die vorliegende brand und bußpredigt ist auf wunsch vieler gemeindeglieder später gedruckt worden die gehaltene predigt ist bestimmt nochmals überarbeitet worden viele hinweise auf bibelstellen und literatur zieren den druck die predigtlänge wird über eine stunde liegen was erfahren wir aus der predigt über den brand von 1734 titelblatt dort finden wir die hauptdaten das feuer brach am 25 märz 1734 6.00 uhr morgens aus in asche gelegt wurden das rathaus 75 häuser und 10 scheunen in der stadt auch drei brauhäuser fielen dem brande zum opfer wird die ursache des brandes angedeutet ­ unachtsamkeit und nachlässigkeit ­ ohne dass ein name genannt wird in der stadt ist geplündert worden seite 9 seite 21 seite 36 seite 40 in diesen zeilen klingt an dass die benachbarten dörfer schadenfreude über die städter empfinden seite 42 dank für alle hilfe und die bewahrung der kirche vor dem brand theologische und seelsorgerliche auseinandersetzung mit der brandkatastrophe zu beginn der predigt wird die unfassbarkeit des geschehens genannt und die frage nach dem warum gestellt verschärfend kommt hinzu dass 1727 die stadt in ähnlichem ausmaß durch feuer verwüstet wurde.

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seite 82 seite 8 noch sitzt das trauma tief in den köpfen und herzen der einwohner von lommatzsch bezüge zu biblischen gestalten werden aufgebaut freunde des hiob der ähnlich schweres erfahren musste schweigen mit ihm psalmworte klingen an neben dem schweigen dem aushalten des schreckens und der ohnmacht werden biblische bezüge gefunden zu ähnlichen geschichten so zum beispiel zur biblischen geschichte vom untergang von sodom und gomorra eine stadt die im feuerregen vernichtet wird weil sie ein gottabgewandtes leben führt und nicht mehr auf gott hören will gott führt diese strafe herbei seite 15 was soll geprüft gebessert und bestraft werden vieles scheint in der stadt und in den dörfern nicht in ordnung zu sein in anspielungen ohne namensnennung wird darauf eingegangen zank streit und unversöhnlichkeit ­ seite 29 hochmut stolz und keine nächstenliebe ­ seite 33 verachtung des göttlichen wortes und des gottesdienstes ­ seite 39

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seite 83 sittliche verwahrlosung und schlechtes vorbild ­ seite 40 was soll aus all dem schlimmen werden wie soll es weitergehen weder trüben gedanken nachgehen noch die schuld bei anderen suchen und richten seht auf euer eigenes gewissen seite 23 und 24 erbarmt euch der abgebrannten ­ tatkräftige hilfe und gebet seite 41

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seite 84 christliche gemeinschaft zwischen den dörfern und der stadt ­ seite 41 hoffnung auf einen neuen aufbau der irdischen existenz und aufnahme in gottes reich seite 44 im vorspruch zum abschlussgebet finden wir folgende worte:

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seite 117 stadtbrände in lommatzsch 1600 ­ 1800 1632 eodem ward diese stadt von den kayserlich-holckischen völkern soldaten gänzlich ausgebrannt und eingeäschert 1637 ward die stadt lommitzsch zum anderen male von denen kayserlichen streiff-rotten bis auf die kirche schule und rathaus in asche gelegt 1664 am 13 julius als tages margaretha kam umb mitternacht in der alten kießlingin hauße auf der meißner-gasse feuer aus und nahm binnen 3-4 stunden dermaßen überhand dass in so kurzer zeit 98 wohnhäuser nebst 23 scheunen auch 5 brau und malzhäußer in die asche verfielen aus den feuerschutz und brände akten ix no 54 der stadt lommatzsch geht hervor dass hanß bäger bürger und weißbäcker aus lommatzsch nachts um 11 ½ uhr von adam kießlings witwe auf das feuer welches in ihrer schlafkammer ausgebrochen war aufmerksam gemacht worden war ebenso bezeugt johannes gruhle das in kießlings hauße und kammer durchs dach das feuer auf elias jahnes stalldach übergegriffen hatte frau kießling war trotz fleißigen suchen und nachfragen in der stadt am kommenden tage nicht mehr zu finden.

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seite 118 1694 den 17 martii brannten zu lommatzsch drei und vierzig häußer und etliche scheunen weg welche zum theil auch noch nicht alle wieder erbauet werden können wegen der schlechten zeit es fielen 43 häuser den flammen zum opfer 1727 am 30 mai freitags vor pfingsten nachmittags 5 uhr entstand hierselbst beim hufschmied peter paul poy in einem stalle aus unbekannter ursache feuer wodurch nicht nur die sogenannte viehweide sondern auch die döblinsche gasse und alle darin befindlichen gebäude bis an die glöcknerey und christian schuhmann`s witbe hauß in die asche geleget der glöcknerey dagegen nebst elien rühlichs und gottfried schiers häußern ingleichen der schumannischen witbe fehrmann`s und kampfradts wohnungen zur verhütung mehren unglücks biß auf den untersten stock abgerissen worden auch die pfarrwohnung wurde vom feuer vernichtet und außerdem kamen dabei zwei kinder nämlich johann david hentzschels siebenjähriges töchterlein und peter paul poyen´s knäblein elend ums leben die namen der abgebrannten befinden sich in den rathsakten insgesamt brannten 103 häuser 13 scheunen ein brau und malzhaus nieder 7 häuser wurden wegen der brandgefahr niedergerissen pfarrhaus wurde 1729 wieder aufgebaut bild vom pfarrhaus eines hobbymalers von ca 1850 1734 den 25 märz am tage mariä verkündigung morgens nach 6 uhr ist auf der meißnischen gasse jetzt meißner straße bei johann jacob piltzen dem seifensieder abermals ein heftiges feuer ausgebrochen welches außer dem rathause und der frohnfeste auch noch 75 bürgerliche häußer zehn getreidescheunen und drei brauhäußer verzehrte die betroffenen sind in den rathsakten aufgezählt pfarrer m johann christian koch hält am sonntag oculi eine brand und bußpredigt die im druck erschienen ist aus einer familienchronik erfahren wir folgendes den 25 maertz am tage mariä verkündigung brach wieder ein groß feuer in der meißnischen gasse in joh jacobpiltzens brauhause aus welches der bräuer tamme durch nachlässigkeit verwahrloßt hatte hinaufwärts brannte nur sein nachbar gottfried thamme mit weg der alte pötzsch blieb stehen und auf der anderen seite blieb ruperts hauß stehen die übrigen häußer auf beyden seiten der gassen herunter brandten weg bis auf gruhlers haus wovon nur das dach drauf ging von der anderen seiten liefs feuer hindern rathausse herunter nahms rathaus mit weg von saupens hauße unten kams feuer auf die andere seite herüber und branden auf beyden seiten die häußer hinunter bis auf grätzschen und piltz häußer oben in der meißnischen gasse war das feuer herüber in die korn-gasse in herrmanns hauße gekomme da brande linker hand;

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seite 119 von herrfurths hausse an die gantze korn-gaße herunter die juden-gaße brande auch mit weg von fleischer möbius hauße liefs feuer den bornberg herauf und legte peter pauls meinerts scheufflers und piltz-hauß in die asche nun kams feuer an abrahams kühns haus weil dieses nur einen steinern stockwerk mit schindeln gedeckt war auch auf der seite wo das feuer herkam gantz frei stundt das die feuer-spritzen angebracht werden konnten so brande nur das dach mit den sparren hinweg das steinerne stockwerk mit der estrich-decke blieb stehen aber scheuer kühstall und bretterschuppen mit dem gantzen buden-zeige brande reine hinweg meißner str 2 apotheke im schlussstein über dem eingangstor ein monogramm michael wild privilegierter apotheker bürgermeister und steuereinnehmer darüber auf einem breit ausladendem tragstein ein erker auf der fensterbrüstung die inschrift das feuer legte mich in staub und asche nieder d 25 martij 1734 gott aber halff mir auff und baute mich bald wieder d 26 sept 1735 meißner str 4 ­ haus der familie kühn die fünflinge siehe fünfkinderstein wurden im vorgängerhaus des kürschners s kühn geboren im schlussstein die jahreszahl 1734.

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seite 120 meißner str 6 ­ haus der familie piltz im schlussstein ist die jahreszahl 1734 erkennbar als familienwappen ist der pilz zu sehen auf diesem grundstück wurde eine seifensiederei betrieben von da aus ging der brand im jahre 1734 meißner str 8 ­ haus der familie bredtschneider 1734 heutige straßenansicht der meißner straße vormals meißner gässchen

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seite 121 1756 den 24 februar abends in der siebenten stunde brach in der an den hiesigen gottesacker anstoßenden scheune des bürgers und büttners johann christian saupens abermals ein schadenfeuer aus welches zufolge berichtes des damaligen consul regens regierenden bürgermeisters johann gottlieb limbach an die hohe landesregierung vom 28 februar desselbigen jahres auch die beiden nachbarscheunen des hufschmiedes johann pahnitz und des schuhmachers christian kühne mitergriff und sammt allem vorrath verzehrte dabei musste auch das daranstoßende haus des kirchners sixtus arras welches von den flammen mitergriffen wurde ingleichen das jenige der johanne rosine görler eingerissen werden 1758 den 29 mai nachmittags viertel 5 uhr brach in des weißbäckers johann george schantzes scheune auf der meißnischen gasse ein feuer aus welches binnen drei stunden zwölf häuser und fünf scheunen einäscherte eine freiwillige sammlung durch viertelsmeister christioph heinrich gerstäcker zu gunsten der abgebrannten brachte 49 thaler und 8 gr und 10 pf ein 1772 den 4ten may ist ein feuer in der korngasse frühe um 1 uhr ausgekommen von sind 5 häuser abgebrannt und zwey ruinirt worden even in diesem 1772ten jahre und auch den 4 may nach mittage um 6 uhr ist das ganze alt-lommatzscher dorff bis auf eine kleine wohnung weg gebrandt das feuer war auch so wüthend dass in 1 stunde 12 bauer-güter nebst dem hirtenhause in die asche gelegt wurden 1797 den rogate-markt montags nachmittags nach 6 uhr ward hiesige stadt in ein großes schrecken versetzet indem beym malzdörren in kühnens wohnhause auf der meißnischen gasse feuer auskam welches auch durch gottes beystand und herbeygeeilte menschliche hülffe wieder gelöscht wurde es verbrannte aber doch das ganze malz und die dorre aus 1799 den 28 julii sonntags früh gleich nach halb 3 uhr geriethe ich so wie die gantze stadt in ein außerordentliches schrecken indem ein feuer in gottlob haupts am markte und möbius scheunen ausgebrochen und in zeit von einer ½ stunde 6 scheunen und 8 wohnhäuser und sieben seitengebäude 1802 den 11 october abends um 7 uhr brach ein feuer aus in der döblischen gasse alwo 2 hintergebäude und 1 scheine wegbranden 1805 den 11 oktober in der nacht kam feier aus in der meißner straße wo 6 scheunen und 4 häußer abbrannten.

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seite 124 die pest in lommatzsch und den dazugehörigen dörfern 1600 1700 1582 1584 1606/1607 rote ruhr in den dörfern scheerau lautzschen rositz daubnitz domselwitz und zöthain ­ 110 personen verstorben 445 personen in jessen altlommatzsch scheerau und lautzschen vom oktober 1606 bis dezember 1607 wütete die pest in lommatzsch und den umliegenden dörfern 1100 menschen sterben in der stadt und ca 500 menschen auf den dörfern bürgermeister kantor ratsherren diakonus naarhammer fallen der seuche 1607 zum opfer am 18 august 1607 sind als eintragung im totenbuch 19 tote zu verzeichnen der peststein von trogen inschriften johann gotthelf reichel frau und schenkwirth zu trogen und dessen ehefrau johanna christine gebr nonikin haben diesen stein erbauen lassen u als mit gottes hülfe somanch wohn und wirthschaftsgebäude

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seite 125 wieder aufgebaut welche am 9 july 1802 durch einen blitzstrahl in die asche gelegt worden dies geschah am 8 august 1806 an einen dem tage als vor 199 jahren der wirth thiftthal mit 3 töchtern dem knecht und der magd begraben worden am 24 july ist ein sohn und am 4 august 1607 eine tochter thiftthals als die ersten opfer der pest gestorben welche durch fremde so allhier geblieben mitgebracht worden ist das denkmal ließ erneuern i.g hänsel 1848 1912 v o hänsel 1937 v c hänsel anno 1607 ist im monat julio und in augusto in seinen gottseliglichen schlafen tempore pestis hans thiftthal gewesener wirth allhier zu trogen beneben dreyn tÖchtern sibilla martha und magdalena item ein knecht der matthes kretzschmar geheisen und die grossmagd barbara liegen allhier in diesen gartenbegraben der allmÄchtige gott verleihe allen eine selige und sanfte ruhe und am jÜngsten tage eine frÖhliche auferstehung zum ewigen leben amen trÖst gott alle betrÜbten herzen reiss sie aus noth und grosen schmerzen o gott wend ab von dieser grenz gefahr unglÜck und pestilenz erfreu uns alle zu dieser zeit nach diesen leben in ewigkeit diesen stein hat johannes persch dieser zeit wirth zu trogen verfertigen lassen des 1610 jahres 1611 205 bürger an der pest gestorben trotzdem mag die stadt lommatzsch eine gewisse sicherheit geboten zu haben am 3 juli 1611 erhält der schösser zu meißen landesherrlichen befehl der daselbst noch ärger grassierenden pest wegen sich auf weiteres nach lommatzsch zu begeben und dort die ambtskommission und andere vorfallende sachen zu verrichten 43 personen in der stadt und dörfern messa daubnitz zöthain jessen altlommatzsch und scheerau in der zeit von oktober 1613 bis 28.4.1614 verstorben 26 personen in prositz und zscheilitz am 17 und 19.2.1614 verstorben 11 personen in der stadt und 8 personen in domselwitz verstorben 33 personen vom juli bis 17 oktober in der stadt verstorben 39 personen vom september bis dezember in der stadt verstorben der dreißigjährige krieg brachte durch die soldaten die pest mit nach sachsen besonders durch die armee des feldmarschalls holck der unter dem befehl von wallenstein stand januar bis oktober sterben 81 personen in der stadt an contagium seuche die rote ruhr fordert in der stadt viele menschenleben 1613/14 1614 1626 1631/32 1633 1676

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