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seite 8 begräbnisstätte lommatzscher kirche wie viele kirchen in unserem land war auch die stadtkirche st wenzel vom 16 bis zum 18 jahrhundert begräbnisort lommatzscher bürgerinnen und bürger bis 1528 war der friedhof kirchhof um die lommatzscher kirche herum angelegt durch den neubau der kirche beginn 1504/05 und die damit verbundene flächenmäßige erweiterung wurde der friedhof zu klein und es musste ein ersatz gesucht werden mit dem kauf einer wiese des anliegenden dorfes messa wurde vor dem döbelner tor ein friedhof angelegt dies entsprach auch dem hygienischen bedürfnis beerdigungen außerhalb der stadtmauern zu legen trotzdem wurde der brauch weitergeführt verdienstvollen und wohlhabenden bürgern eine begräbnisstätte innerhalb der kirche zu ermöglichen die einkünfte aus den grablegungen dienten auch zur erhaltung der kirche wir verdanken diesem brauch wertvolle grabdenkmäler aus der renaissance und barockzeit spätestens nach dem 7jährigen krieg ist die beisetzung in der kirche eingestellt worden heute erinnern grabplatten und epitaphe in der kirche an die zeit wo menschen innerhalb der kirchenmauern im altarraum beigesetzt wurden bei umbauarbeiten in der kirche wurden die grabplatten und epitaphe aus dem altarraum entfernt und anderer stelle wieder aufgestellt grabplatten wurden oft als baumaterial verwendet und teilweise bei bauarbeiten im altarbereich 2007 gefunden menschen die in der kirche begraben wurden folgten dem guten christlichen brauch den toten einen ehrenvollen und lebensnahen platz zu bewahren die hoffnung auf die auferstehung der toten beim wiederkommen christi schart lebende und tote um den ort des heils des gottesdienstes der wirkstätte von wort und sakrament die in christus verstorbenen bleiben in der gemeinde der gott lobenden integriert sie sind nicht verloren sondern im weg zum ewigen leben nur vorausgegangen dieser glaube tröstet die lebenden und ehrt die toten und hat die begräbniskultur in unserem land wesentlich geprägt die bei der sanierung 2007 gefundenen grabplatten sollen restauriert und in der kirche aufgestellt werden die stadt und bürgerkirche lommatzsch st wenzel gemahnt uns mit den sichtbaren gedenken an viele väter und mütter des glaubens die zugleich mit der stadtgeschichte verbunden sind an den zusammenhang von gemeinschaftssinn lebensqualität und würdigen umgang mit den toten.
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seite 9 lage der grabplatten
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seite 11 grabplatte 2 pfarrer magister valentin lossius 1615 siehe pfarrerverzeichnis aufnahme in 3dscan-format/diffus wohl 1615 grabplatte des lommatzscher pfarrers magister valentin lossius d Ä loße im halbrelief mit einem buch in den händen die ehemals umlaufende inschrift wurde bei der umarbeitung zu einer fußbodenplatte abgeschlagen auf dem buch ist die inschrift m.v.l angebracht die wohl als magister valentin lossius aufzulösen ist da es sich aufgrund der darstellung um einen pfarrer handeln muss die platte aus der lommatzscher stadtkirche stammt und somit ganz sicher einen lommatzscher pfarrer darstellt und schließlich die platte aus stilistischen gründen in die jahrzehnte um 1600 einzuordnen ist handelt es sich bei der grabplatte mit hoher wahrscheinlichkeit um die des valentin lossius d Ä der von 1579 bis 1616 pfarrer in lommatzsch war reinhold grünberg sächsisches pfarrerbuch bd 1 1939/40 s 397 valentin lossius d Ä wurde im jahre 1616 von seinem gleichnamigen sohn abgelöst der im jahre 1670 starb ebda aus stilistischen gründen kann ausgeschlossen werden dass es sich um die grabplatte dieses sohnes handelt sterberegister 1557-1616 seite 963 nb der weiland ehrwürdige ährbare undt wohlgeartete herr m valentius lossius by dieser kirchen 36 jahr gewesener pfarrer ist den 29 august1615 abendt umbt 6 uhr seligen von dieser weldt abgeschieden undt den 31 augusty ehrlig in der kirchen hinder dem altar begraben wordten.
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seite 15 grabplatte 4 johann dietrich 1604 3dscan-aufnahme plastisch platte mit einem schriftfeld zu der verstorbenen person im oberen teil einem reliefierten wappen darunter und einem bibelspruch unten an den rändern fehlen einige zentimeter bei der umarbeitung zu einer fußbodenplatte abgeschlagen fond der schriftfelder schwarz eingetiefte buchstaben mit gold ausgelegt wappen farbig gefasst inschrift im oberen teil nach christi gebvrt m ci1i2civ iahre nachmit tage vmb vier vhr ist in gott seligklich vorschie den der erbar3e vnd wolge achte herr iohann dietrich mot pvpl vnd stadt schreiber zu lommatzsch seines alters im liv iahre ligt alhier begraben dem gott genade in deo spesme4a darunter folgt das wappen und darunter die inschrift ad phil i ich begere avfgeloset zv werden vnd bei iesv christo zv sein sterberegister 1557-1616 seite 893 herrn johann dittrichs stadtschreiber in lommatzsch den 25 martius 1604 1 2 es handelt sich um ein nach links offenes c es handelt sich um ein nach links offenes c 3 buchstaben a und r ligiert 4 buchstaben m und e ligiert.
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