Ab in die Mitte Dokumentation - 2011

 

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Ab in die Mitte Dokumentation - 2011

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kreatives staDt(er)Leben Dokumentation 2011 1

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SponSoren und partner inhalt Grußwort des Staatsministers Interview mit Hauptsponsoren Prolog Übersichtskarte Preisträger ......................................................................................................... ........................................................................................................ 4-5 6-10 11-15 16-17 .......................................................................................................................................... ............................................................................................................................. Volksbanken Raiffeisenbanken seit 1923 Görlitz: Entdecke die Ecke ................................................................................................................ ................................................ 18-21 22-25 26-29 30-33 34-37 38-41 42-45 46-49 50-53 54-57 58-86 87-92 92-93 94-101 94-95 96-97 98-99 100-101 102-103 104 105 Plauen: Erleben – Verbinden – Begeistern „Die Plauener Schlossterrassen“ Hohnstein: Hohnsteiner Kasper – einfallsreich – clever – kreativ Zeithain: Magnet aus Stahl und Stein Pirna: Pirna Wasserleben! Mittweida: Museumsberg Mittweida ............................................................. ................................................................................................ ................................................................................................................. .................................................................................................. .................................................................... .................................................................. Mulda / OT Zethau: „Wir flachsen“ Kreatives Dorf(er)leben www.fischerdruckmedien.de Schwarzenberg: Kreativ in einer Tour! Kreativ in einer Spur! Stollberg: Schlachthof – Band House and more ................................................................................... Strehla: Strehla natürlich sinnvoll . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Präsentation der Teilnehmer _ die Wettbewerbstafeln 2011 Jahre danach – aus umgesetzten Projekten Statements Sponsoren/Initiatoren Aus den anderen Bundesländern Nordrhein-Westfalen Berlin Hessen ..................................................................................................................... ........................................................................................................................................... .......................................................................................................................................... ............................................................................................................................... ............................................................... .......................................................................................... ...................................................................................................... Niedersachsen Mit freundlicher Unterstützung von: Sächsisches Staatsministerium des Innern Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Auf dem Weg zum Erfolg Meilensteine 2012 Impressum ............................................................................................................... ......................................................................................................................... .................................................................................................................................... 2 3

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GruSSWOrT dES STAATSMINISTErS Nachhaltige, kreative Konzepte zur Aufwertung und Verbesserung der Zentren und Ortskerne zu entwickeln und diese gleichzeitig öffentlichkeitswirksam – mit Beteiligung der Bürger – umzusetzen, ist das Ziel des sächsischen „Ab in die Mitte!“-Wettbewerbes. Seit nun acht Jahren verfolgt dieser Wettbewerb, der im Jahr 2011 unter dem Motto „Kreatives Stadt(Er)Leben“ stand, diese Anstrengungen zur Belebung unserer Innenstädte. Das Grundanliegen der gesamten Initiative, konzentrierte, neue Lösungswege durch Partnerschaft zu finden, spiegelt sich in der Zusammenarbeit von Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung bereits auf Landesebene wider, ebenso in der engen Kooperation bei allen anderen Initiatoren und Sponsoren von „Ab in die Mitte!“. Ohne privates – nicht nur finanzielles, sondern auch ideelles Markus Ulbig Sächsischer Staatsminister des Innern Engagement vieler Unternehmen und Bürger wäre diese Initiative nicht denkbar. Gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft, Bürgern und Gemeinde führen so im Ergebnis zu beachtenswerten Projekten, welche die kulturelle und wirtschaftliche Belebung der Zentren in unseren Städten und Gemeinden fördern und entwickeln. Auch in diesem Jahr haben die eingereichten Projekte gezeigt, wie kreativ die Lösungsansätze sein können. Ob Eckhäuser in der Stadtsanierung, die Verknüpfung von Altstadt und Schloss durch kreative Nutzung der Stadt, das kulturelle und künstlerische Erlebnis als roter Faden für bauliche Maßnahmen, die Revitalisierung des Teiches im „Alten Dorfkern“ oder die thematische Verbindung von Wasser und Stadt - die eingereichten Vorschläge waren vielseitig und standen überzeugend für das Jahresmotto „Kreatives Stadt(Er)Leben“. Diese Dokumentation steht für das Engagement der Projektpartner in den sächsischen Städten und Gemeinden. Lassen Sie sich von den zu Recht ausgezeichneten und außergewöhnlichen Projekten überraschen und vielleicht auch ermutigen, sich beim nächsten Wettbewerb für Ihre Stadt oder Gemeinde zu engagieren. Markus Ulbig Sächsischer Staatsminister des Innern 4 5

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INTErvIEW MIT dEN HAuPTSPONSOrEN Gegründet: Mitarbeiter: Jahresumsatz: Standorte bundesweit: Standorte Sachsen.: bei „Ab in die Mitte! die CityOffensive Sachsen“ seit: 1907 ca. 25.300 ca. 4,8 Mrd. Euro ca. 1.200 198 2010 Gegründet: Mitarbeiter: 1862 168 (Chemnitz) 163 (dresden) 130 (Leipzig) Standorte bundesweit: Standorte Sachsen: 80 Chemnitz dresden Leipzig bei „Ab in die Mitte! die CityOffensive Sachsen“ seit: von Anfang an! Edeka Grundstücksgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH Christoph Grundmann Prokurist Geschäftsbereichsleiter Immobilien und Expansion Thomas Ott Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden Landesarbeitsgemeinschaft der sächsischen Industrie- und Handelskammern Die City ist und bleibt das Herz jeder Stadt. Trotz Internet, Einkaufspaläste auf der grünen Wiese und hoher Mobilität der Bürger sind wir an einem Punkt angekommen, wo die Innenstadt wieder attraktiv geworden ist: Zum Arbeiten, zum Einkaufen und vor allem zum Wohnen! Wir beteiligen uns an „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“, um die Innenstädte als Lebensmittelpunkt zu stärken, um die City rund um die Uhr lebendig zu halten. Handel(n) für den Handel Wir stehen genauso wie der Wettbewerb „Ab in die Mitte!“ für die Stärkung der Kommunen. Mit dem stationären Einzelhandel von Edeka dienen wir der Bevölkerung, in einem lebenswerten Umfeld qualitätsvolle Lebensmittel anbieten zu können. 6 7

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INTErvIEW MIT dEN HAuPTSPONSOrEN Gegründet: Mitarbeiter: umsatz: Standorte bundesweit: 1879 rund 24.500 3,6 Mrd. € netto 109 Warenhäuser (GALErIA Kaufhof und Kaufhof) Gegründet: Mitarbeiter: umsatz: Standorte bundesweit: Standorte Sachsen: bei „Ab in die Mitte! die CityOffensive Sachsen“ seit: weitere PPP-Projekte: 1990 1.700 531,3 Millionen € 41 Standorte dresden und Chemnitz 2007 16 Sporthäuser (Sportarena und Wanderzeit) 15 GALErIA Inno (Belgien) Standorte Sachsen: Offensive Sachsen“ seit: weitere PPP-Projekte: „Ab in die Mitte!“ in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Hessen und Berlin Lovro Mandac Vorsitzender der Geschäftsführung der GALRERIA Kaufhof GmbH Chemnitz, Leipzig von Anfang an! bei „Ab in die Mitte! die City- „Ab in die Mitte“ in Nordrhein-Westfalen Ströer Out-of-home Media AG GALErIA Kaufhof GmbH Lebendige Städte brauchen innovative und kreative Zentren. Dies gilt umso mehr in Zeiten, in denen viele gewachsene Zentren unter einem drohenden Funktionsverlust leiden. Will man aber auch der zunehmenden Uniformierung und Verödung der Innenstädte begegnen, muss man ihre Attraktivität steigern. Die Innenstadt als Mittelpunkt des städtischen Lebens muss gestärkt werden – als Ort vielgestaltiger Austauschbeziehungen und als alltäglicher Handels- und Lebensraum. Hierfür bietet „Ab in die Mitte!“ eine einzigartige Plattform. Steffen Jantz Niederlassungsleiter, Niederlassung Mitteldeutschland, Ströer Deutsche Städte Medien GmbH Ströer Out-of-home Media AG unterstützt „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ seit 2007, da wir wissen, wie wichtig die Innenstädte für eine Stadt sind: Sie sind der Mittelpunkt und geben ihr ein Gesicht. Hier treffen Menschen auf ihren unterschiedlichen Wegen zusammen. Auf dem Weg zur Arbeit oder in ihrer Freizeit, zu Fuß, mit der Bahn, dem Bus oder dem Auto - die Menschen in Deutschland werden mobiler und bewegen sich immer mehr im öffentlichen Raum. Ströer ist spezialisiert auf alle Werbeformen, die außer Haus zum Einsatz kommen - von klassischen Plakatmedien über die Werbung auf Wartehallen und Transportmitteln bis zum digitalen Out-of-Home Channel, dem weltweit größten Bewegtbildnetz mit nationaler Reichweite an deutschen Bahnhöfen und in Einkaufszentren. Hinweis- und Kulturmedien ergänzen das Stadtbild und beantworten die Ansprüche der Menschen. Auf diese Weise belebt Ströer die Innenstädte und gibt den Menschen Anreize für ihren Konsum und ihre Kaufentscheidungen. 8 9

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INTErvIEW MIT dEN HAuPTSPONSOrEN PrOLOG Volksbanken Raiffeisenbanken „Ab in die Mitte!“ – einmal anders erläutert Auch wenn man meint, nach acht Jahren wird alles schon zur Routine, müsste „alles klar“ sein, sollte man nur noch anstoßen müssen, dann läuft ein Projekt schon von allein – dies wäre der Anfang vom Ende! Also bleiben wir beim A – damit lässt sich „Ab in die Mitte!“ einmal sehr einprägsam, zwar altmodisch nach Begriffen, aber hoffentlich auch als Ansporn zum Mitmachen beschreiben. Und so gestaltete sich im Jahr 2011 der Ablauf: Gegründet: Mitarbeiter: Bilanzsumme: Standorte Sachsen: bei „Ab in die Mitte! die CityOffensive Sachsen“ seit: 1850 2.400 in Sachsen 7,7 Mrd. Euro 20 von Anfang an! Arbeitstitel Wie in jedem Jahr ist ein offizielles Jahresmotto zu finden. Intensive Diskussionen im Initiativkreis, Vorschläge einzelner Initiatoren sowie ein Ideenpool des Ausschusses Bau, Umwelt und Verkehr des sächsischen Städte- und Gemeindetages führten zu einem sehr interessanten Motto, zunächst als Arbeitstitel, dann aber schnell bestätigt von allen relevanten Kräften, die Ihre Zustimmung geben sollten. Mit „Kreatives Stadt(Er-)Leben“ sollten viele Bereiche der Stadtentwicklung angesprochen und viele Interessensgruppen motiviert werden, sich zu beteiligen. Ausschreibung Gunnar Bertram Vorstand der Volksbank Chemnitz eG die volksbanken raiffeisenbanken Die Volksbanken Raiffeisenbanken sind mit mehr als 330 Hauptstellen, Filialen und SB-Stellen sowie über 400 Geldautomaten in den großen und kleinen sächsischen Innenstädten präsent wie kaum eine andere Bankengruppe. Somit sind wir mitten drin in der „Mitte“. Es ist im Sinne unserer Kunden und Mitglieder, Städte und Gemeinden bei ihren Bemühungen zur Stärkung ihrer Zentren zu unterstützen, schließlich möchten sie natürlich auch in den Innenstädten ihre Bankgeschäfte erledigen. Aktuelle Umfragen zeigen, dass der Filialbesuch und das persönliche Gespräch mit dem Berater noch immer wichtiger sind als Online-Banking. Eine attraktive, gut frequentierte und lebenswerte Innenstadt ist also auch für unsere Banken in Sachsen erklärtes Ziel. An den vergangenen Wettbewerben beeindruckt uns immer wieder die Kreativität, mit der die Kommunen ihre Wettbewerbsbeiträge erstellen und einreichen. Wir bewundern das große Engagement, mit dem viele dieser Ideen, wie zahlreiche Beispiele aus den vergangenen Jahren beweisen, auch in die Tat umgesetzt werden. Der Wettbewerb belebt nachweislich die Innenstadtentwicklungskonzepte, auch wenn die Ausgangssituation mitunter nicht immer einfach ist. Das ist es, was uns antreibt, bei der City-Offensive in Sachsen als Partner dabei zu sein. Formal nicht immer neu, sondern möglichst ähnlich den Ausschreibungen der Vorjahre werden die Bedingungen zur Teilnahme vorgegeben. Dies sind zunächst die Ziele des Wettbewerbs, die Vorgabe zur Einreichung von investiven und nicht investiven Projektteilen als Besonderheit in Sachsen, die Terminstellung zur Abgabe der Wettbewerbsunterlagen (Fragebogen, Projekttafel(n), Teilnahmeerklärung) sowie einige damit verbundene logistische Aufgaben. Immer wieder neu ist hingegen die Erläuterung zum Jahresmotto. Was ist kreativ in der Stadtentwicklung? Wie kann man Stadt kreativ gestalten, um sie zum Erlebnis werden zu lassen? Welche Bereiche sind damit angesprochen? Mit der Beschreibung des Jahresmottos werden nicht alle Fragen beantwortet. Es sollen vielmehr Anregungen gegeben werden, selbst darüber nachzudenken, Antworten zu finden. Auftakt Noch frühzeitig im jeweiligen Jahr, dieses Mal am 2. Februar 2011, waren alle sächsischen Städte und größeren Gemeinden zur Auftaktveranstaltung geladen. Hier ist die beste Gelegenheit, dass sich auch am Wettbewerb interessierte Kommunen inspirieren lassen, sich tatsächlich daran zu beteiligen. Neben der Bekanntgabe des Wettbewerbsmottos, der Verteilung dieser Dokumentation, der Ergebnisse des vorangegangenen Wettbewerbs sowie auch der Ausgabe der aktuellen Ausschreibungsunterlagen gehören zur Auftaktveranstaltung ebenso Fachvorträge, Diskussionsrunden und die Einführung in den Wettbewerb durch den Schirmherrn der Initiative – dieses Mal dem sächsischen Staatsminister des Innern, 10 11

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PrOLOG Markus Ulbig. Die Wirkung der Auftaktveranstaltung im Jahr 2011 verdeutlichen Kommentare aus Kommunen, die selbst in Wettbewerbsbeiträgen so dokumentiert wurden: „Die Auftaktveranstaltung 2011 hatte uns bereits auf dem Heimweg inspiriert, Gedanken zum Wettbewerbsmotto auszutauschen.“ Abgabe Zur Ideenfindung, Projekterarbeitung und -fertigstellung für eine Wettbewerbsteilnahme bleibt den Städten und Gemeinden relativ viel Zeit – ca. ein halbes Jahr. Aber die Zeit vergeht schnell. Und so ist immer wieder anzuraten, schnell zu beginnen, Aktiv-Gruppen zu bilden, Interessen und Ideen zusammenzubringen. Denn gerade dies ist meist der schwierigste, langwierigste und sensibelste Teil. Welche Ideen hat jeder im Kopf? Ist daraus eine gemeinsame Idee, ein interessantes, kreatives Projekt zu entwickeln? Sind dies auch die tatsächlich aktuellen Probleme der jeweiligen Stadt/Gemeinde? Wurde ein breites Meinungsbild eingeholt? Halten diese Ideen notwendigen Entscheidungen für die zu planende Umsetzung stand? Sind diese Projekte überhaupt bei aller Kreativität realistisch bzw. realisierbar? Nicht zuletzt der Jury ist stets bewusst, wie viel Aufwand, wie viel Personen, Engagement und oft freiwillige Zeit hinter jedem einzelnen Wettbewerbsbeitrag stehen. Austausch von Erfahrungen Wie in Sachsen führen seit Jahren noch vier weitere Bundesländer „Ab in die Mitte!“ durch: Nordrhein-Westfalen (seit 1999), Niedersachsen und Hessen (seit 2002) sowie Berlin (seit 2005). Jedes Bundesland hat neben dem Hauptsponsor GALERIA Kaufhof GmbH in Partnerschaft mit den Ministerien für Stadtentwicklung oder Wirtschaftsförderung (in Sachsen beide) einige weitere Sponsoren und Initiatoren des Wettbewerbs. Bei einer Übereinstimmung der allgemeinen Ziele zur Erhaltung und Stärkung der Multifunktionalität der Innenstädte, zur besseren Vernetzung von lokalen und überregionalen Interessen sowie der Erhöhung der Bürgerbeteiligung gibt es doch zahlreiche Unterschiede in der Ausgestaltung und Durchführung des Wettbewerbes. Ein Erfahrungsaustausch zwischen den Projektleitern auf Landesebene am 22. März 2011 sollte best-practise-Beispiele aufzeigen und gemeinsam zu verfolgende Aufgaben zur weiteren Qualifizierung und Stärkung des Wettbewerbs abstecken. Auch hier gilt vor allem: Vernetzung und gemeinsames Handeln erhöht die Chancen zur Realisierung von Zielen. Abstimmung Der entscheidende Moment kommt im Sinne des Wortes Wettbewerb immer mit der Beurteilung der eingereichten Beiträge durch eine Jury. Nun schon traditionsgemäß werden hierfür an einem Tag alle Projekte ausgestellt, nochmals vorgestellt und es wird darüber ausführlich diskutiert. Dank des Novotel Leipzig City steht dafür ein hervorragender Rahmen zur Verfügung. Die 13 Jurymitglieder trafen sich am 26. September 2011, um ihre „Abstimmung“ herbeizuführen. Wie jedes Jahr galt auch in 2011: „Die Jurymitglieder hatten es nicht leicht, eine Auswahl zu treffen“. Alle 29 Beiträge mit ihren Anträgen zu studieren, zu verstehen und einzuordnen, dann schließlich das „Bild im Kopf“ um die Illustrationen anhand der Projekttafeln zu ergänzen und im intensiven Gespräch mit den anderen Kollegen nochmals zu bewerten – das erfordert viel Vorstellungskraft, Einfühlungsvermögen, Systematik, Vergleichbarkeit und schließlich Urteilsvermögen. Alle Teilnehmer sollten wissen, dass trotz aller Gruppendynamik in solchen Diskussionen die Meinung jedes einzelnen Jurymitgliedes in die Punktebewertungen eingeht und somit ein stets alle überzeugendes Ergebnis ermittelt wird. Angebote „Ab in die Mitte!“ als interessantes Projekt für engagierte, kreative Stadtentwicklung – dies kann auch international Anerkennung finden. So wurde die Möglichkeit genutzt, die gesamte Initiative am 14. April 2011 zur XI. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz in Rothenburg ob der Tauber vorzustellen. Für die Vertreter zahlreicher russischer Städte noch etwas „Neuland“, hat man der Initiative großen Respekt gezollt, wie solche Partnerschaften überhaupt möglich sind. Als eine Chance und Notwendigkeit zugleich zum Erhalt des europäischen Stadtmodells wurde es über die Beispiele und schließlich die Gastgeberstadt Rothenburg selbst sehr eindrucksvoll verstanden. Anfrage Von der Idee bis zur Umsetzung sind es oft lange Wege. Dies ist gerade in solch komplexen Aufgaben wie der Stadtentwicklung und der damit verbundenen Nutzung von Mitteln der Städtebauförderung zu sehen. Oft entstehen Fragen, die nur von Fachbereichen zu beantworten und zu bearbeiten sind. Aus diesem Grunde wurde erstmals mit dem Referat für Städtebau und EU-Förderung die Möglichkeit zur direkten Rücksprache am 16. Juni 2011 angeboten, um gemeinsam mit der Städtebauförderung die mit den Projekten von „Ab in die Mitte!“ zusammenhängenden Problemstellungen zu erörtern. Einige Städte haben diese Chance genutzt und offensichtlich die richtigen Antworten gefunden, denn gerade diese haben fast alle erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen. Natürlich bleiben Anfragen nicht nur auf diesen Termin beschränkt. Die Auskunftsbereitschaft bzw. das Angebot zur Unterstützung in Förderfragen steht seitens des Innenministeriums das ganze Jahr über. Abschluss Höhepunkt jedes Wettbewerbsjahres ist die Abschlussveranstaltung mit Bekanntgabe der Preisträger, aber auch ersten Präsentationen ausgewählter Projekte. Wenn hier durch ähnliche Interessenslagen und gute Bedingungen in den „geraden Jahren“ die Euregia in Leipzig gute Voraussetzungen bietet, so war es 2011 die „via regia“ – als Thema der 3. Sächsischen Landesausstellung in Görlitz. Für den Veranstaltungsort Görlitz sprachen jedoch weitere Argumente. Die Stadt hatte bisher 12 13

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PrOLOG an allen Wettbewerben teilgenommen und ist mehrmals auch mit Preisen geehrt worden. Die Beiträge zeichneten sich jeweils durch Kreativität aus. Wie kreativ Görlitz in 2011 war, sollte sogar ein Argument mehr für die Gastgeberrolle (im Nachhinein) sein, denn die Stadt erhielt für ihren Wettbewerbsbeitrag den 1. Preis! Und schließlich sprach noch eine Besonderheit für Görlitz: Mitten in der Stadt befindet sich das wohl schönste Warenhaus Europas – seit 2009 jedoch nahezu leer stehend und ungenutzt. Die Teilnehmer an der Abschlussveranstaltung am 10. Oktober 2011 konnten neben der Ausstellung der „via regia“ im Kaisertrutz, neben den Vorträgen und dem Diskussionsforum in der alten Synagoge, neben einem aufwärmenden Empfang im Hotel „Am Goldenen Strauß“ schließlich die Atmosphäre eines solchen Warenhausbaus noch einmal spüren. Die Preisverleihung fand mitten in der Stadt, mitten im Handel und somit mitten im Warenhaus statt. Sicher wird auch dieses Haus bald wieder richtig mit Leben gefüllt. Abschied Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende. Damit ist nicht „Ab in die Mitte!“ gemeint, sondern das Schaffen eines der Mitbegründer dieser Initiative: Eberhard Gebauer, Leiter Verbandsarbeit der GALERIA Kaufhof GmbH verlässt das Unternehmen mit seinem 65. Lebensjahr und geht in den Ruhestand. Seine Verdienste bei „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ wurde mit der Aufnahme als Ehrenmitglied des Initiativkreises nochmals unterstrichen. Der Dank gilt nicht nur seinem Eintreten für diese Initiative, sondern für die Entwicklung der Innenstädte weit über ein Bundesland und sogar über die Bundesrepublik hinaus. Seinem großen Interesse für Kunst kam einmal mehr ein persönlich für ihn gestaltetes Bild vom Künstler Michael-Fischer Art entgegen. Ausstellung Die Wettbewerbstafeln, als illustrierte Beiträge in Ergänzung der zu beantwortenden Fragen, helfen nicht nur der Jury, sich das Projekt besser vorzustellen. Sie sollen auch der breiteren Bekanntmachung der Ideen dienen – ob in der öffentlichen Wahrnehmung oder für Konferenzen, Fachdiskussionen und in einzelnen Städten bzw. Rathäusern. Es ist bekannt, das Visualisierungen oft der Schärfung der Vorstellungskraft, aber auch der gezielteren Übermittlung, Wahrung und Umsetzung der Ideen dient. In diesem Sinne erfüllen die Wettbewerbstafeln auch einen anderen ganz praktischen Zweck: ohne lange, detaillierte Projektbeschreibungen aufzuzeigen, was die Stadt wirklich vor hat. Übrigens: die Tafeln können auch für kleinere Ausstellungen, für Konferenzen oder Foren selbst „gebucht“ werden. Rechtzeitiges Anmelden über das Organisationsbüro sichert noch freie Termine. Ausblick „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Wenn auch jedes Jahr neu der Wettbewerb von der Unterstützung und Finanzierung über die Sponsoren und Initiatoren lebt, so hat das Engagement eine breite Basis über viele Institutionen, Unternehmen, Kommunen und Interessensgruppen angenommen, dass es jedes Jahr eigentlich mehr um die Frage geht: Wie geht es weiter? Was soll das Motto sein? Wann beginnen wir? In diesem Sinne wird der Auftakt zum Wettbewerb 2012 am 27. Februar 2012 erfolgen. Die Stadt Reichenbach im Vogtland hat sich beworben, Gastgeber der Auftaktveranstaltung zu sein. Die Initiatoren stimmten dem gern zu, zumal Reichenbach hervorragende Wettbewerbsprojekte bereits entwickelt und umgesetzt hat. Ansicht Und weil es so schön war… Jedes Jahr wird der Wettbewerb von einem Film-Team MOB Taucha begleitet. Eindrücke von Veranstaltungen, Statements der Verantwortlichen und Akteure vor Ort, Beispiele aus Wettbewerbsbeiträgen – mittlerweile könnte aus den 12- bis 15 Minuten-Filmen schon eine Serie zusammengestellt werden. Der aktuelle Film des Vorjahres ist der Auftakt fürs neue Wettbewerbsjahr. Genauso ist auch mit der Auftaktveranstaltung eine Dokumentation zum gesamten Wettbewerb des Vorjahres erhältlich, kostenfrei für alle Interessenten. Schließlich begleiten uns weitere Informationsmaterialen, Plakate, die Homepage und direkte News das ganze Jahr. Auszeichnung (Preisübergabe) Nicht jeder kann Preisträger werden, sonst wäre es keine Auszeichnung. Wenn auch alle Beiträge schon des Engagements wegen es verdient hätten, sicher auch hohe Qualitäten aufweisen und entsprechend den Erfahrungen viele auch unabhängig von einem oder keinem Preis tatsächlich umgesetzt werden, sind die Preisgelder in Höhe von 30.000, 20.000, 10.000 oder 6.000 Euro nicht nur Anreiz, sondern meist die erste wichtige Unterstützung zur Projektrealisierung. Natürlich sollte man sich deshalb auch darüber freuen können – in der Preisträgerstadt, mit den Akteuren, Bürgern und Projektbeteiligten. Deshalb wird die Preisübergabe stets in der betreffenden Stadt bzw. Gemeinde selbst durchgeführt. Es ist der erste Schritt zur Umsetzung. Abfrage Wenn Sie nun trotzdem noch Fragen zum Wettbewerb haben, nicht wissen, ob Sie mitmachen dürfen, können, sollten, dann fragen Sie uns! Oder lesen Sie erst einmal weiter. Ein Anruf oder Mail an das Organisationsbüro genügt. Nun aber erst einmal viel Spaß beim Lesen, neue Erkenntnisse und Motivation zum Mitgestalten für unsere Zentren wünscht Ihr Organisationsbüro 14 15

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TEILNEHMErÜBErSICHT ÜBErSICHTSKArTE Große Kreisstadt annaberg-Buchholz Große Kreisstadt auerbach/Vogtl. Große Kreisstadt Borna Stadt Colditz landeshauptstadt dresden Stadt Freiberg Stadt Görlitz Stadt Grimma Stadt hohnstein Stadt leipzig Stadt leisnig Stadt lugau Stadt Meerane Große Kreisstadt Meißen Stadt Mittweida Gemeinde Mulda Stadt Mügeln Stadt neustadt in Sachsen Stadt oederan Große Kreisstadt pirna Stadt plauen Große Kreisstadt radeberg Stadt riesa Große Kreisstadt Schwarzenberg Große Kreisstadt Stollberg Stadt Strehla Große Kreisstadt Werdau Gemeinde Zeithain Stadt Zittau pulsschlag und h(erz)töne - die Stadt lebt! theatergenuss am laufenden Band Borna öffnet sich … Blühende City innere neustadt - auf den Weg! Vom parkplatz zum Marktplatz entdecke die ecke! Kultur erleben hohnsteiner Kasper - einfallsreich - clever - kreativ nachbarschaftsbühne alte Salzstraße 64 Was(s)erleben hort-detektive Zauberhafte augenblicke Meißens singende klingende Gassen Museumsberg Mittweida „Wir flachsen“ Kreatives dorf(er)leben „GanS“ MÜGeln Feiert FeSte der Mitte - die längste Kaffeetafel Sachsens Wenn ich König von neustadt wär‘ … oederan hoch drei pirna Wasserleben! erleben - Verbinden - Begeistern „die plauener Schlossterrassen“ MachBar: temporäre Zwischennutzung in radeberg riesa - eine interaktive Stadt Kreativ in einer tour! Kreativ in einer Spur! Schlachthof - Band house and more Strehla natürlich sinnvoll Werdau schmeckt - ideen tragen Früchte - regional statt Global Magnet aus Stahl und Stein Zittau von Sinnen Leipzig Grimma Borna Colditz Mittweida Mügeln Leisnig Strehla Riesa Zeithain Görlitz Meißen Dresden Freiberg Neustadt in Sachsen Radeberg Zittau Pirna Hohnstein Meerane Werdau Lugau Oederan Mulda Stollberg AnnabergBuchholz Schwarzenberg Auerbach Plauen Preisträgerstädte 2011 Teilnehmerstädte 2011 16 17

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GörLITZ 1. PrEIS GörLITZ Entdecke die Ecke Görlitz thematisiert mit „Entdecke die Ecke“ ein gravierendes Problemfeld im Rahmen seiner Stadtsanierung. Treffsicher in der Analyse der Nach-, aber auch der Vorteile von Eckhäusern werden Aktivitäten abgeleitet, die bestens geeignet erscheinen, die gesamtstädtische Entwicklung entscheidend voran zu bringen. Die Jury von „Ab in die Mitte!“ überzeugt der kreative Ansatz und der Dreiklang von baulichen Maßnahmen, fachlichem Austausch und öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen auf hohem Niveau. Der sächsische Wettbewerb hat damit einen überaus würdigen Sieger 2011 gefunden. Herzlichen Glückwunsch gilt der Stadt Görlitz, die für ihr Vorhaben einen Betrag von 30.000 Euro Preisgeld erhält. Wir gratulieren dem Oberbürgermeister und allen Akteuren, die mit ihrem Engagement die Umsetzung und den Erfolg des ambitionierten Vorhabens verantworten. Alles Gute dafür! „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass wir den Fokus auf die Ecken bzw. die Eckhäuser der Quartiere legen wollen. Diese Eckhäuser sind wichtig, weil sie die Quartiere zusammenschließen. Sie sind natürlich auch problematisch für Hauseigentümer, weil sie schwierige Zuschnitte in den Wohnungen haben und schwer zu bewirtschaften sind. Hier sind neue kreative Ideen gefragt und wir hoffen, dass wir mit dem Wettbewerb und der Beteiligung von Bürgern und Unternehmen und der Stadtverwaltung einige neue Ideen gewinnen können. Nutzungsmöglichkeiten und -varianten, an die vielleicht keiner denkt, sollen vorgeschlagen und durchgespielt und beim Eckenfest letztendlich vielleicht auch mal ausprobiert werden.“ Joachim Paulick Oberbürgermeister der Stadt Görlitz 18 19

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PrEISTräGEr GörLITZ Entdecke die Ecke! oder was Görlitz 2012 auf die Spitze treibt Sie ist Stolz und Schreck, Prunk und Problem vieler Städte und nun auch Siegerin in Sachsen: die Ecke. Eckgebäude sind Problem und Chance. Gründerzeitliche Stadtquartiere aber auch einige Eckgebäude der Altstadt fallen ins Auge - und schlimmstenfalls ein. Rund 60 unsanierte, zum Teil baufällige Eckhäuser zählt die Stadt Görlitz, obwohl die Straßenzüge überwiegend glänzend saniert wurden. Man muss nicht lange nach Ursachen forschen. Ecken haben schwierige Grundrisse, sind durch zwei Straßen verlärmt und oft schlecht belichtet. Ihre Höfe sind Schächte, ohne Sonne, ohne Grün. Angestellte, Studenten, die Citymanagerin, Künstler. Das Layout wurde von der jungen Grafikerin Jördis Heizmann erarbeitet. Die Zeichnungen stammen aus der Feder von Andreas Neumann-Nochten, der mit lockerem Stift bereits zu jedem Erfolg beisteuerte. Der Preis beweist, dass weder Einwohnerzahlen noch Altersdurchschnitt, oder Kaufkraft einer Stadt über die Phantasie für gute Lösungen entscheiden. Bereits im zeitigen Frühjahr soll die „Eck-Akademie“ tagen. Etwa zeitgleich vermittelt die Ecken-Börse Häuser bereitwilliger Eigentümer an die richtigen Partner. Konzept und bauliche Bedingungen werden abgestimmt, Zuschüsse ermöglicht. Im Frühsommer starten die Vorbereitungen, schweißen Eigner und Nutzer zusammen und steigern die öffentliche Neugier. Was hEcken die hier aus? Vereine und Einzelpersonen, Künstler und Kultur-Stifter sind hier ebenso gefragt wie Unternehmer mit ungewöhnlichen Geschäftsideen. Das Eckenfest steigt Ende September 2012. Mehr als ein Dutzend Eckgebäude sollen durch ein außergewöhnliches Angebot für 3 bis 23 Tage aus dem Vergessen geholt werden: Im Hör-Eck entsteht ein Kammerkonzertraum, im FotoEck eine improvisierte Galerie. Im Nasch-Eck lässt sich’ s schlemmen. Eine interaktive Installation zur Fußball EM heißt „Ecke. Kopfball. Tor!“. Im Jump-Corner können Kids per Trampolin (gefahrlos) durch die fehlende Geschossdecke hüpfen. Blick-Winkel sind Eckgebäude mit Panoramablick. Wohn-Ecken sind Projekte junger „Haus-Haltung“. In vier Geheimratsecken wurde jemand um die Ecke gebracht. Aufklärung in dieser Kriminalkomödie erhält, wer mitspielt… Eigen-Art und Einfallsreichtum entscheiden. Das Eckenfest hilft Stadträume zu entdecken und Denkbares zu probieren. Das Eckenfest treibt Dinge auf die Spitze und will gleichzeitig „stabile Verhältnisse“ durch bleibende Belebung. Untermarkt 1 Macht die Ecke Musik, tanzt das Quartier Mit Ideenreichtum und neuen Partnerschaften will Görlitz die Erfolgserlebnisse an Eckgebäuden steigern und das auf drei Ebenen: • In einer Eck-Akademie entwickeln Planer, Architekten, Immobilienwirtschaftler, Denkmalschützer und Ingenieure neue Eck-Lösungen – einen „Runden Tisch für starke Ecken“. • Ein Eck-Bonus, der Investitionen in Eckgebäude besser stellt, soll im Rahmen der Städtebauförderung in Görlitz auf den Weg gebracht werden. • Beim spätsommerlichen Eckenfest verwandeln unternehmungslustige Bewohner, Besitzer, Vereine aus Görlitz aber auch auswärtige Interessierte ein Dutzend leerstehender Eckgebäude und laden ein zur Eck-Expedition. Der Görlitzer Wettbewerbsbeitrag von „Ab in die Mitte!“ wurde in einem Team unterschiedlicher kreativer Köpfe ersonnen. Federführend war das Stadtplanungsamt. Zu den kritischen Ideengebern gehörten aber auch Selbständige, Görlitz neu Luftbild von Görlitz 20 21

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PLAuEN 2. PrEIS PLAuEN Erleben – verbinden – Begeistern „die Plauener Schlossterrassen“ An alte Wegebeziehungen anknüpfend werden Altstadt und Schloss – nun Campus – neu zusammengeführt. In der Mitte der Stadt treffen sich demnächst Bewohner, Touristen, Wissenschaftler und Studenten in neuer städtebaulicher Qualität. Das Projekt führt kreativ verschiedene Nutzungen der Stadt Plauen zusammen. Besonders gelungen ist die Einbindung vieler unterschiedlicher Akteure, ohne den Anspruch an eine überzeugende – nicht zu parzellierte – GeGe samtgestaltung aufzugeben. Der Beitrag knüpft vorbildlich an die Vorhaben der vergangenen Jahre an. „Die Schlossterrassen in Plauen sind ein Grüngürtel. Das alte Schloss der Vögte ist im Krieg zerstört wurden. 150 Jahre war außerdem auf diesem Gelände ein Gefängnis und jetzt soll es hier einen städtebaulichen Neuanfang geben. Die Schlossterrassen sollen wieder zum Lebensraum gestaltet werden – vom wilden Grün hin zu einer Aufenthaltsqualität. Hier soll auch Kultur und Gastronomie zu finden sein.“ Ralf Oberdorfer Oberbürgermeister der Stadt Plauen 22 23

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PrEISTräGEr PLAuEN Erleben – Verbinden – Begeistern: Die Plauener Schlossterrassen 2016 wird der Campus der Staatlichen Studienakademie Plauen auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses der Vögte im Plauener Stadtzentrum seiner Nutzung übergeben. Der unzugängliche Schlosshang mit seinem wilden Grünbewuchs trennt derzeit noch das zukünftige CampusGelände von der 1A-Lage des Stadtzentrums Wasserläufe die von der historischen Schlosswasserleitung gespeist werden, führen neben den beiden Außentreppen über Tröge auf den Terrassen und werden in eine attraktive Bepflanzung eingebettet. Die Wasserläufe enden in einer Plantschfläche für Kinder, der eine Spielfläche zugeordnet ist. Zusätzlich werden kleine Klettermöglichkeiten für Kinder geschaffen. Die vorhandene Bastion wird ausgebaut und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Die Sichtachsen von dort aus auf die historische Altstadt werden freigelegt, entstehende Sichtbeziehungen mit historischem Bezug erklärt. Neben der Bastion wird eine Eventfläche mit gastronomischer Versorgung geschaffen. Vielfältige Sitzmöglichkeiten laden auf den Terrassen zum Ausruhen, zum Lesen, zum Kommunizieren in größerer oder kleinerer Runde ein. Im nordöstlichen Bereich werden eine Liegewiese und ein Grillplatz eingeordnet. Die im Schlosshang vorhandenen Keller werden teilweise aktiviert. Der bereits der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Luftschutzkeller („Ab in die Mitte!“-Projekt 2005) erhält einen attraktiven Vorplatz mit ansprechendem Eingangsgebäude. Weitere Keller werden für Gastronomie, als Musikkeller und Erlebniskeller für Kinder und „Sanitärkeller“ genutzt. Plauen-Terassen Plauen-Wege Die Plauener Projektidee: Der Plauener Schlosshang wird als lebendige Verbindungsachse zwischen dem Campus mit Schlossgebiet und den 1A-Lagen des Stadtzentrums mit der Plauener Altstadt sowie zwischen den Tälern von Syra und Weißer Elster gestaltet. Die vielfältige Aufenthaltsqualität auf den zukünftigen Plauener Schlossterrassen soll die Studenten, Einwohner und Gäste der Stadt begeistern und zur weiteren Belebung des Plauener Stadtzentrums beitragen. Dazu werden die historischen Wegebeziehungen wiederbelebt, die Nord-Süd-Verbindung dabei behindertengerecht. Die historisch vorhandenen Terrassierungen werden baulich saniert und in Wert gesetzt. An der Südwestseite des Hanges ranken Rosen und Wein an den Terrassen. Drei Treppen verbinden das Campusgelände mit der Syrastraße und führen zu den 1A-Lagen des Postplatzes und der Altstadt. Wege und Treppen werden mit Solarleuchten ausgerüstet. Plauen-Kaskaden, Kletterwand, Spielplatz Plauen-neue Bank Die Plauener Schlossterrassen werden aufgrund ihrer vielfältigen Erlebbarkeit ein permanentes Event sein. Um die Plauener und ihre Gäste immer wieder neu auf den Standort aufmerksam zu machen, ist geplant, vor der Projektumsetzung eine 10-tägige Ausstellung zum Thema „Historie und Zukunft von Schlossareal und Schlossterrassen“ im Plauener Einkaufszentrum Stadt-Galerie durchzuführen. Die Einweihung des Campus der Studienakademie auf dem ehemaligen Schlossgelände soll mit einem „Schlossfest“ auch auf den Terrassen gefeiert werden, bevor dann jährlich für die Studenten „Erst“-Fest und „Berg“-Fest dort durchgeführt werden. Musikveranstaltungen wie „Keller-Contest“ und „Spitzennacht auf den Plauen-Keller Terrassen“, das Kinderfest mit Freilicht-Puppentheater und die Nacht der Museen locken neben den Studenten alle Plauener und Gäste der Stadt gezielt zu einem Besuch der Plauener Schlossterrassen ein. Das Kreative des Plauener Projektes besteht darin, dass nicht einfach „wildes Grün“ durch „strukturiertes Grün“ ersetzt wird. Im Zusammentreffen von „alten Plauenern“ mit viel Sensibilität für die Historie und jungen Studentinnen mit den Ansprüchen eines modernen Studentenlebens entstanden viele liebenswerte Detail-Ideen und die differenzierten Nutzungsansprüche für die Plauener Schlossterrassen konnten kreativ zu einer Gesamtgestaltung miteinander „verwoben“ werden. 24 25

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HOHNSTEIN 3. PrEIS HOHNSTEIN Hohnsteiner Kasper einfallsreich – clever – kreativ Mehr Aufmerksamkeit bei den auf der S165 durchfahrenden Autos wünschen sich die Hohnsteiner. Um zum Verweilen und Bleiben zu animieren, haben sich die Bewohner der Burgstadt auf ihre Tradition besonnen und ein neues Leitbild kreiert. Pate stand das künstlerische Erbe des hier geborenen Max Jacob, des Vaters der Handpuppen. Puppenspiel wird künftig der rote Faden für bauliche Maßnahmen und verschiedene Events sein. Eine tolle Idee und eine echtes Alleinstellungsmerkmal für die Attraktivitätssteigerung von Hohnstein, die auch die Jurymitglieder begeisterte und überzeugte. „Das besondere an unserem Projekt ist die Verbindung zwischen unserem künstlerischem Erbe, unserer Tradition des Handspielpuppenmachers Max Jakob und dem neuen Stadterleben, was wir gern in unserer Stadt initialisieren wollen. Das Kreative ist der Geist von Max Jacob und unserem Wahrzeichen, den Hohnsteiner Kasper in der Stadt neu zu erleben und mit neuen kreativen Dingen wieder der Bevölkerung, aber auch unseren Gästen zugänglich zu machen.“ Daniel Brade Bürgermeister der Stadt Hohnstein 26 27

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PrEISTräGEr HOHNSTEIN Hohnsteiner Kasper einfallsreich-clever-kreativ Der Kasper ist eine lustige, schlaue Gestalt, die in allen Lebenslagen eine Antwort parat hat. Der Hohnsteiner Kasper ist einer der ältesten Kasperköpfe Deutschlands und wurde von 1928 bis cirka 1960 durch seinen Puppenspielvater Max Jacob auf der Bühne, im Fernsehen und auch durch das Hörspiel weltberühmt. In seinem Heimatort Hohnstein, seiner ersten Wirkungsstätte, soll deshalb dieser kreative Geist erlebbar werden, denn gerade in der heutigen Zeit sind pfiffige Ideen gefragt - besonders auch um das alte Burgstädtchen Hohnstein zu bereichern. Kuchen- und Mützenverkauf Puppenspielhaus Mit der Teilnahme am Wettbewerb 2011 unter dem Motto „Kreatives Stadterleben“ wurde die Umsetzung des Leitziels neu aktiviert. Um eine Strategie für die Realisierung der noch fehlenden Bestandteile zu erarbeiten, trafen sich erneut der Traditionsverein Hohnsteiner Kasper e.V., private und wirtschaftliche Förderer und die Stadtverwaltung Hohnstein. So entstand ein Maßnahmekatalog, welcher nicht investive und investive Maßnahmen zusammen führt: Karl mit Kasper Teufelsclan 1.) Mit der Neueröffnung des Puppenspielhauses 2012/13 wird die Erweiterung des kulturellen Veranstaltungsangebots mit Aufführungen für jede Generation, Handspielpuppenworkshops, Vorträgen, Kinovorstellungen, Musik- und Tanzveranstaltungen geplant. 2.) Das bis jetzt nur auf der Burg Hohnstein stattfindende Puppenspielfestival wird in Zukunft für das gesamte Stadtgebiet organisiert. 3.) Zur Stärkung der Wiedererkennung des Hohnsteiner Kaspers werden Produkte/ Souvenirs mit einem „Kaspertypischen Design“ entworfen und Partnerschaften für den Vertrieb aufgebaut. T-Shirts, Taschen oder Tassen mit Kasperaufdruck wird es dann geben. 4.) Ein regionaler Kasperschmaus wird erfunden und lädt zu Gaumenfreuden ein. Bereits in den Jahren 2004 bis 2006 fand in der Stadt Hohnstein ein sehr umfangreicher Leitbildprozess statt. Unter professioneller Anleitung wurde mit Hilfe von vielen engagierten Bürgern aus allen 11 Ortsteilen das Leitbild Hohnstein 2015 entwickelt. Dieses befindet sich jetzt in der Umsetzung und bewirkte u. a. die Gründung des Traditionsvereins Hohnsteiner Kasper e.V.. 5.) Das alte Puppenspielhaus wird mit Hilfe von Sponsoren, Förderern und EU- Förderprogrammen saniert und neu eröffnet. 6.) Die Stadt macht an den Ortseingängen und auf dem zentral gelegenen Spielplatz auf den Hohnsteiner Kasper und die Tradition spielerisch bspw. mit überdimensionierten Schnitzarbeiten oder Spielgegenständen aufmerksam und weckt so die Neugierde der Besucher. geschmückte Traditionsstätte Im Leitbild fest verankert ist das Ziel, das berühmte „Hohnsteiner Handpuppenspiel“ mit dem „Hohnsteiner Kasper“ als Leitfigur, seinen Begründer Max Jacob, die Spielstätte „Puppenspielhaus“ und die Tradition in Hohnstein lebendig und spürbar zu bewahren. In diesem Sinne wurde schon eine kleine, kinderfreundliche Ausstellung aufgebaut und ein Kasperpfad mit dem spielerischen Suchauftrag „findet die versteckten Kasper entlang des Weges“ umgesetzt. Vereinsvorsitzende 7.) Die brachliegenden Häuser im denkmalgeschützten Ortskern entlang der vielbefahrenen Staatsstraße S165 werden von der Stadt erworben, äußerlich in Stand gesetzt und mit Mosaikbildern zum Hohnsteiner Kasper versehen. So werden die durchströmenden Besucher auf die Besonderheit, den „national und international“ berühmten Hohnsteiner Kasper, aufmerksam gemacht und zum kreativen Miteinander bspw. entlang des Kasperpfades, während einer Veranstaltung im Puppenspielhaus, in der Ausstellung oder spielerisch auf dem Spielplatz eingeladen. 28 29

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