DSDL Magazin 1/2012

 

Embed or link this publication

Description

DSDL Kundenmagazin 1/2012

Popular Pages


p. 1

DSDL Magazin Die Kundenzeitschrift der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen Ausgabe 1 1/2012 Ein „Delikatessengeschäft“ – Interview 10 Jahre DSDL Seite 4 Neue Energie – Fünf Fallbeispiele Seite 10 Großbaustelle Wasser Seite 16

[close]

p. 2

Impressum Herausgeber DSDL Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen Regens-Wagner-Str. 8, 89407 Dillingen Tel. (09071) 5039-0, www.dsdl.de Konzept, Gestaltung, Redaktion musselmann wulz intermedia www.m-w-i.de, 89407 Dillingen Druck Roch Druck, 89407 Dillingen Bildnachweis: Stadt Dillingen a. d. Donau Seite 3; Stadt Lauingen Seite 3; VERBUND Seite 10/11; Jan Koenen Seite 11 (1), 13; Gehrlicher Solar AG Seite 12/13; Bildarchiv Karl Baumann Seite 18/19; www.girls-day.de Seite 23 (1); Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen Seite 11 (1), 16/17 (4), 18 (2), 19 (2), 20 (2), 21 (1), 22 (3); alle weiteren Bildrechte bei musselmann wulz intermedia. Urheberrechte für den gesamten Inhalt, soweit nicht anders angegeben, bei musselmann wulz intermedia. Reproduktion und elektronische Verbreitung sowie jede andere Wiedergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung. Keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos. Druckfehler unter Vorbehalt.

[close]

p. 3

Editorial Wenn die Energiewende in Deutschland gelingen soll, brauchen wir starke Partner vor Ort. Dillingen und Lauingen können sich glücklich schätzen: Sie haben mit ihren eigenen Stadtwerken, den DSDL, einen heimatnahen, leistungsfähigen und flexiblen Versorger. Stadtwerke müssen heute weit mehr sein als reine Energielieferanten: Neben Pflichtaufgaben wie der Versorgung mit Trinkwasser tragen die DSDL beispielsweise mit dem Betrieb der Hallen- und Freibäder zur Lebens- und Freizeitqualität unserer Städte bei. Sie sind sichere Arbeitgeber und Garant für eine regionale Wertschöpfung. Der besondere Schwerpunkt der DSDL ist schon lange die Förderung und der Ausbau regenerativer Energien in unserer Heimat. So sind unsere Stadtwerke Anteilseigner am größten Solarpark Schwabens. Darüber hinaus bieten die DSDL einen Ökostromtarif an, der sich zu 100 Prozent aus zertifizierter Wasserkraft speist. Und Dank der vielen privaten und öffentlichen Stromerzeuger in Dillingen und Lauingen können sich unsere Städte immer häufiger völlig selbstständig mit regenerativer Energie versorgen, ohne auf Strom aus fossilen Brennstoffen oder Atomkraft zurückgreifen zu müssen. So gelingt die Energiewende! Wolfgang Schenk Bürgermeister von Lauingen Verbandsvorsitzender Frank Kunz Oberbürgermeister von Dillingen Stellv. Verbandsvorsitzender Inhalt 4 9 10 15 16 18 23 Ein „Delikatessengeschäft“ 10 Jahre DSDL (Interview) Starker Auftritt Neues Erscheinungsbild zeigt energiepolitisch Flagge Neue Energien Das Engagement der DSDL für alternative Energien ist vorbildlich Service rund um die Uhr Die Monteure der Donau-Stadtwerke im Einsatz Großbaustelle Wasser Zukunftssichere Trinkwasserversorgung 107+10 Vom „Regiebetrieb“ zum modernen Energiedienstleister Aktuelle Neuigkeiten 3

[close]

p. 4

Ein „Delikatessengeschäft“ 10 Jahre DSDL: Werkleiter Richard Frech und Wolfgang Behringer über Meilensteine und Zukunft der Stadtwerke Entstanden aus der Fusion der ehemaligen Eigenbetriebe am 01. Januar 2002, feiern die Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen als Zweckverband ihr zehnjähriges Jubiläum. Geschichte schreibt auch dieses Interview. Es ist der erste Beitrag im ersten Kundenmagazin des Energieversorgers. 4 DSDLMagazin: Herr Frech, die Donau-Stadtwerke gibt es nun zehn Jahre. In den letzten drei Jahren haben Sie die Zweckverbandsära als Werkleiter aktiv mitgestaltet. Wie kamen Sie zu DSDL und was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Ereignisse seit der Gründung des partnerschaftlichen Unternehmens?

[close]

p. 5

fer untersuchten wir ja alle Arbeitsabläufe ganz exakt auf Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit. Als einen der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung der DSDL sehe ich den Aufbau unseres geografischen Informationssystems. Die digitale Erfassung dieser physikalischen Stammdaten war eine große Leistung und ist heute Grundvoraussetzung für eine vorbildliche Projektverwaltung. Im Zusammenspiel mit der Einführung einer modernen EDV ist sie noch effizienter geworden. Viele Kollegen aus anderen Stadtwerken holen sich hier Rat bei uns. Von Bedeutung war auch die Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr mit Unterteilung in Schmutz- und Niederschlagswasser. Wir haben das Betriebsgebäude in Lauingen einer sinnvollen Nutzungsänderung zugeführt, eine Geschäftsstelle in der Brüderstraße eingerichtet und uns auch personell weiterentwickelt. Ganz große Schritte haben wir beim Thema „Öko-Energie“ gemacht, die schon vor der Gründung des Zweckverbandes wesentliches Ziel aller Anstrengungen war. „Große Schritte beim Thema Öko-Energie“ DSDLMagazin: Herr Behringer, Sie sind vor rund zwei Jahren von einem der weltweit führenden Maschinen- und Anlagenbauern zur DSDL gestoßen und koordinieren seitdem als stellvertretender Werkleiter u. a. das Netzmanagement. Welche Erfahrungen konnten Sie speziell einbringen? Wo sehen Sie Chancen für eine innovative Weiterentwicklung der DSDL in der Zukunft? Wolfgang Behringer: Wesentliche Impulse konnte ich mit meiner Erfahrung aus dem Projektmanagement im After-Sales-Bereich beisteuern. Wir hatten gerade im Ersatzteil- und Servicemanagement eine starke Kundenorientierung. Und die nimmt zweifelsohne auch bei einem kommunalen Energiedienstleister in Zeiten der Energiewende eine wichtige Schlüsselrolle ein. Aufgaben und Chancen für die Zukunft liegen ganz sicher im Ausbau des Breitbandnetzes. Denn hier kommt den Stadtwerken ihre vorausschauend geplante Trassenlage zu Gute. Die vielen Leerrohre, die über das ganze Stadtgebiet verteilt liegen, können jetzt für den kostengünstigen Einsatz von Glasfaserkabeln genutzt werden. Das sind echte Vorteile, die wir auch hier direkt an die Kunden weitergeben können. Mit großem Engagement bei der Sache: Werkleiter Richard Frech (links) und sein Stellvertreter Wolfgang Behringer. Richard Frech: Ich bin hier in der Region aufgewachsen und hatte schon immer enge Kontakte zu den Stadtwerken, zuletzt als Abschlussprüfer des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes insbesondere für den Bereich der Stadtwerke. Ich kannte die Strukturen also ganz genau, als ich im Jahr 2009 die Werkleitung übernahm. Als Prü- „Kundenorientierung als Schlüsselrolle“ Richard Frech: Unsere Möglichkeiten resultieren tatsächlich aus dieser besonderen, fast paritätischen Kundenbindung im Zweckverband. Jeder Bürger ist ja sozusagen Mit5

[close]

p. 6

eigentümer der Stadtwerke, jedem gehört im Grunde ein Teil des Ganzen. Als kommunale Energiedienstleister liefern wir „Grundversorgung aus einer Hand“ und schätzen das Vertrauen, das viele Bürger in uns haben. Wir kommen technisch über einen einzigen Punkt mit allen Anschlüssen in die Haushalte und liefern dazu einen kompletten und sehr persönlichen Service. Mit diesem Profil sind wir im Grunde nahezu konkurrenzlos, selbst wenn wir im Stromsegment immer wieder Kunden an Billiganbieter im Internet verlieren. Die meisten dieser Trendkunden kommen aber über kurz oder lang auch wieder zurück. Unser Selbstverständnis ist das eines „Delikatessengeschäfts“ und nicht das eines „Discounters“. DSDLMagazin: Zehn Jahre DSDL fällt in die Zeit der Energiekrise und Energiewende. Mit welchen Konzepten reagieren die Stadtwerke auf die neuen globalen Herausforderungen? Welche Projekte stehen in der Zukunft? Richard Frech: Wie schon erwähnt, haben die DonauStadtwerke schon sehr früh die Weichen für effiziente und ökologisch sinnvolle Energiekonzepte gestellt. Unser Ziel Energie, regen Biogasprozesse an und sanieren das Dach unseres Hallenbades, damit auch hier der Energiebedarf merklich gesenkt werden kann. Mit dem Solarpark „Helmeringen III“ haben wir uns an der größten Photovoltaik-Anlagen Schwabens beteiligt und führen sogar erste Planungsgespräche für eine Windkraftanlage. Alle unsere Atomstromkontingente haben wir verkauft, so dass an keinen einzigen Haushalt mehr Strom aus Kernenergie geliefert wird. Mit den brandneuen Angeboten für Ökostrom und Elektromobilität sind wir zu einem frühen Zeitpunkt sehr innovativ aufgestellt. „Lokale Wertschöpfung ausbauen“ DSDLMagazin: Herr Behringer, mit „ÖKOStrom by DSDL“ haben die Stadtwerke ein neues und sehr ehrgeiziges Angebot an erneuerbaren Energien unter Ihrer Federführung bereit gestellt. Wodurch zeichnet sich das Angebot aus? Wolfgang Behringer: Bei unserem Ökostrom-Angebot handelt es sich um Strom aus Wasserkraft. Dieser Ökostrom ist für private, gewerbliche und kommunale Kunden im gesamten Netzgebiet verfügbar und kostet kaum mehr als konventioneller Strom. DSDLMagazin: Woher stammt der Strom und wie kann ich als Kunde sicher sein, dass er auch eingespeist wird? Wolfgang Behringer: Der Strom stammt aus den Wasserkraftwerken einer Verbundkooperation, die ständig vom TÜV Süd überwacht wird. Die Zertifizierung stellt sicher, dass der Strom unter ökologisch einwandfreien Bedingungen produziert und in das Stromnetz eingespeist wird. Richard Frech • geb. 09.11.1947 in Neresheim • wohnhaft: Finnigen • Familienstand: verheiratet, eine Tochter • Studium: Betriebswirtschaftslehre • Abschluss: Dipl.-Kaufmann • ab 1973 Verbandsprüfer beim Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV) • ab 1978 Steuerberater • ab 1981 Wirtschaftsprüfer • ab 1982 stellvertretender Abteilungsleiter BKPV • seit 2009 Werkleiter der Donau-Stadtwerke DillingenLauingen • Hobbys: Tätigkeiten in der Natur, Handwerken, Lesen „Günstiger Strom aus Wasserkraft“ DSDLMagazin: Wieviel kostet der Ökostrom derzeit an einem Beispiel gerechnet. Gibt es eine Preisgarantie? Wolfgang Behringer: Für einen Vier-Personen-Haushalt bei einer durchschnittlichen Verbrauchsmenge von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr entstehen Kosten von 1.026,92 Euro. Das sind nur 20 Euro mehr als im konventionellen Stromtarif. Wir binden uns bei Vertragsabschluss für bis drei Jahre an den Tarif, vorausgesetzt der Gesetzgeber ändert nichts an den Rahmenbedingungen. Anders als manche freien Anbieter auf dem Strommarkt verlangen wir übrigens keine Vorauskasse. DSDLMagazin: Haben die Kunden beim Tarifwechsel mit Unannehmlichkeiten zu rechnen? Wolfgang Behringer: Überhaupt nicht. Die neuen ist es, diese lokale Wertschöpfung permanent auszubauen, nach innen wie nach außen. Wir veranlassen zum Beispiel Maßnahmen zur Energieeinsparung bei unseren bestehenden technischen Anlagen. Dazu gehören der Umbau der Wasserversorgung auf ein direktes Wassernetzpumpwerk mit Einsparwerten bis zu 100.000 Kilowattstunden. Wir nutzen unsere Kläranlagen zur Gewinnung regenerativer 6

[close]

p. 7

Stromgesetze ermöglichen den Anbieterwechsel ja grundsätzlich zu jeder Zeit. Und wer als DSDL-Kunde intern von konventionellem zu ÖKOStrom wechselt, füllt nur ein einfaches Onlineformular aus oder besucht unser neues Kundencenter. Es genügt im Grunde eine einzige Unterschrift. DSDLMagazin: Herr Frech, inzwischen gibt es sogar zwei Elektrotankstellen in Dillingen und Lauingen. Fahrzeuge sieht man allerdings noch kaum tanken. Folgt man einem unsichtbaren Trend oder steht ein strategisches Konzept dahinter? Richard Frech: Natürlich haben wir auch hier vorausschauend Möglichkeiten für die Zukunft geschaffen. Es ist absehbar, dass nicht nur die sinkenden Anschaffungskosten für Elektroautos, sondern auch Leasingkonzepte für die teuren Batterien die Nutzung beschleunigen werden. Und auch der Trend bei den Elektrofahrrädern geht weiter nach oben. In jedem Fall wollen wir die Elektromobilität auf Kleinstrecken in der ländlichen Region unterstützen und außerdem einen Beitrag für die Integration in das Tankstellennetz Bayerisch-Schwaben leisten. Ich denke, wir setzen auch das richtige Zeichen, wenn wir im Moment das Tanken an den Säulen auf dem Marktplatz in Lauingen und vor unserer Zentrale in der Regens-Wagner-Straße in Dillingen kostenlos anbieten. Wolfgang Behringer • • • • geb. 30.05.1972 in Dillingen wohnhaft: Dillingen Familienstand: verheiratet, zwei Söhne Beruf: Elektrotechnikermeister, Technischer Betriebswirt ab 1989 Ausbildung bei Elektro Kain in Dillingen ab 1999 Besuch der Meisterschule ab 2000 Servicetechniker Kuka Roboter, Augsburg ab 2006 Weiterbildung Technischer Betriebswirt IHK ab 2006 Abteilungsleiter Kuka Roboter, Augsburg seit 01.01.2010 Stellvertretender Werkleiter DSDL • • • • • • • Hobbys: Feuerwehr (FFW Dillingen, Maschinist, seit 25 Jahren aktiv), Jugendfußballtrainer/Jugendleiter SV Donaualtheim „Energiesparende Lampen im Taxispark“ DSDLMagazin: Welche ökoenergetischen Maßnahmen wurden außerdem getroffen? Richard Frech: Mit unserem Blockheizkraftwerk am Eichwaldbad erzeugen wir rund 2,5 Mio. Kilowattstunden regenerativer Energie pro Jahr. Etwa 72 Haushalte und das Eichwaldbad werden mit Wärme versorgt. Eine Vorreiterrolle haben wir außerdem mit energiesparender Straßenbeleuchtung eingenommen. Die neuen Lampen im Taxispark wurden sogar mit modernster LED-Technik ausgestattet. Eine differenzierte Energieberatung werden wir in den nächsten Jahren als eigenen Service aufbauen. Mit unseren Kunden stehen wir immer im Dialog. leister wurde bereits im Jahr 2002 mit der Neuentwicklung eines Erscheinungsbildes gestützt. Unter den veränderten Rahmenbedingungen der Energiepolitik und neuen kundennahen Anforderungen hat sich die DSDL zum Jahreswechsel 2011/2012 dazu entschlossen, eine neue Corporate Identity, also ein neues Leitbild, und ein daran angeschlossenes neues Corporate Design, also die visuelle Umsetzung des Leitbilds, in Auftrag zu geben. Das neue Erscheinungsbild mit dem Claim „Energie für Mensch & Umwelt“ besteht nun nicht mehr aus der orangefarbenen Energiewelle in der Wortmarke „DSDL“, sondern aus einer blau-grünen und wird begleitet von Impulslinien in der gleichen Farbwelt. Das Erscheinungsbild wird in der gesamten Unternehmenskommunikation umgesetzt. Die Maßnahmen reichen von der Geschäftsausstattung über Website, Printmedien und Videoclip bis zum Messestanddesign. Auch für unsere neue Marke „ÖKOStrom by DSDL“ wurde ein eigenständiges Design geschaffen, das sich mit der Dachmarke DSDL optimal ergänzt. DSDLMagazin: Die Konzentration auf dem Strommarkt nimmt immer mehr zu. Im Internet tummeln sich zahllose Billiganbieter. Wie behauptet sich die DSDL gegen die virtuelle Konkurrenz mit ihren preisaggressiven Tarifmodellen? Wolfgang Behringer: Die Zeiten als tatsächlich relativ viele Kunden zum „gelben Strom“ wechselten, sind vorbei. Inzwischen haben sich auch die Preise weitestgehend nah beieinander eingependelt. Bei genauerem Hinsehen haben die Kunden dabei nicht nur das günstige Preisniveau der 7 „Neue Corporate Identity“ DSDLMagazin: Die Donau-Stadtwerke führen einen neuen Claim „Energie für Mensch & Umwelt“ im farblich neu gestalteten Logo. Was für eine Strategie steckt dahinter? Wolfgang Behringer: Die rasante Entwicklung der Stadtwerke vom Ämterbetrieb zum modernen Energiedienst-

[close]

p. 8

DSDL registriert. Sie vergleichen auch den Mehrwert, den sie bei ihren Stadtwerken bekommen – nicht aber beim unbekannten Internetanbieter: Den persönlichen Service, den günstigen Besuch in Freizeiteinrichtungen wie Eichwaldbad, Eislaufplatz und Hallenbad, das vielfältige Engagement der Stadtwerke bei Vereinen und Organisationen vor Ort. Das alles schätzen die Kunden. „Technisch vorbildlich“ DSDLMagazin: Wie leistungsfähig ist die DSDL bei der Sicherung der Grundversorgung mit Strom und welche Methoden der Qualitätssicherung werden betrieben? Richard Frech: Mit unserem ausgefeilten geografischen Informationssystem und hervorragenden technischen Betriebssystemen haben wir überregional eine Vorbildfunktion eingenommen, auf die wir stolz sind. Damit gewährleisten wir im Stromsegment einen Spitzenservice. Alle Monteure sind im Einsatz mit Laptops ausgestattet und können sich beim Kunden vor Ort in das Informationssystem einwählen, Plan- und Ist-Zustände vergleichen. Die Monteure werden im eigenen Betrieb ausgebildet und geschult. Sie kennen sich aus in den Städten und in der Umgebung und reagieren im Störfall schnell und zuverlässig. Der Störungsservice ist ständig erreichbar. Ein weiteres Qualitätskriterium ist das gut ausgebaute Kabelnetz. DSDLMagazin: Für viele Kunden sind Strompreiserhöhungen schlecht nachvollziehbar. Woran liegen sie und welche Tarife gibt es aktuell? Richard Frech: Preiserhöhungen sind natürlich nie schön. Als Energiedienstleister sind wir jedoch allein zu rund 40 Prozent von Steuern und Abgaben betroffen, die wir weiterberechnen müssen, um selbst wirtschaftlich arbeiten zu können. Dazu gehören das EEG-Gesetz (Erneuerbare Energien-Gesetz), die KKW-Umlage, die Stromsteuer und auch die Konzessionsabgaben für Wegerechte der Kommunen. Darüber hinaus greifen Netznutzungsentgelte der Vorlieferanten und der eigentliche Preis für die Energie. Grundsätzlich unterscheiden wir bei DSDL die Tarife der „Grundversorgung“ mit 14-tägiger Bindung, den „Licht & Kraft“-Tarif mit einer Laufzeit von drei Jahren und entsprechend günstigen Konditionen und den ÖKOStrom-Tarif. DSDLMagazin: Thema Wasserversorgung: Wie stellt DSDL die Versorgung sicher, mit welchen Leistungen, in welcher Qualität und zu welchen Preisen? Wolfgang Behringer: Zwei Tiefbrunnen mit einer Tiefe von 200 und 300 Metern im Dillinger Auwald und zwei 8 neue Flachbrunnen mit zwölf bis 18 Metern Tiefe im Wasserschutzgebiet „Vogelhölzle“ in Lauingen sind die Trinkwassergaranten für das Versorgungsgebiet. Mit der Notverbundsleitung konnten wir aktuell eine wichtige Maßnahme für die Versorgungssicherheit im Notfall abschließen. Dennoch stehen in den nächsten Jahren Millionenbeträge für die Sanierungsarbeiten am Netzpumpwerk und an den Leitungen an. Die Wasserqualität ist sehr gut. Und die Preise sind im regionalen Vergleich günstig, weil die Förderung in Dillingen durch artesischen Auftrieb, in Lauingen durch die Nähe zur Erdoberfläche erleichtert wird. Die Wirtschaftlichkeit ist aber auch hier das Ergebnis innovativer Energiesparmaßnahmen. Indem wir dem Wasser aus dem Dillinger Brunnen mittels Wärmepumpentechnik Energie entziehen und dabei die Temperatur von rund 15 auf acht Grad Celsius senken, sorgen wir nicht nur für eine bessere Trinkwasserqualität – wir erzielen auch eine bessere Energiebilanz. „Günstige Wasserpreise“ DSDLMagazin: Bleibt die Kläranlage in Lauingen auch in der Zukunft ein unangenehmer Kostenträger? Richard Frech: Es ist richtig, dass besonders die Kläranlage in Lauingen nach dem Wegfall von Molkerei, Brauereien und einem Unternehmen in der Umwelttechnik überdimensioniert ist. Da der Anlagenbetrieb aber immer gleich aufwändig ist, werden die relativ hohen Kosten auf die Lauinger Bürger umgelegt. Abwasseranlagen werden allderdings nach behördlichen Auflagen errichtet und für die Stadtwerke bleibt bis dato nur eine möglichst sparsame und wirtschaftliche Fortführung der Anlage. „Seite an Seite mit dem Kunden“ DSDLMagazin: Mit welchen Visionen gehen die DonauStadtwerke Dillingen-Lauingen in die Zukunft? Richard Frech: Wir wollen die Position der Stadtwerke als starker Energiedienstleister in der Region festigen und ausbauen. Die klare Positionierung zum Thema Umweltschutz ist dabei genauso wichtig wie eine sehr viel stärker ausgeprägte Kundenorientierung. Wir sehen uns weiter als vertrauenswürdiges Gemeinschaftsunternehmen, Seite an Seite mit unseren Kunden. Der Bau unseres neuen Kundencenters ist ein Signal für die Zukunft. Im übrigen werden wir noch mehr auf hochqualifiziertes Fachpersonal setzen, Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen ausbilden und auch langfristig beschäftigen.

[close]

p. 9

Starker Auftritt Mit neuen Farben und dem Claim „Energie für Mensch & Umwelt“ zeigen die Stadtwerke energiepolitisch Flagge Für die glaubwürdige Wahrnehmung eines Unternehmens spielen Erscheinungsbilder eine große Rolle. Die Donau-Stadtwerke haben sich auch in Sachen Imagepflege entscheidend weiterentwickelt. Schon unmittelbar nach seiner Gründung im Jahr 2002 hat sich der Zweckverband ein professionelles Corporate Design entwickeln lassen. Die liegende, orangefarbene Energiewelle im „S“ von DSDL wurde zum Markenzeichen, ebenso wie der Claim „Energie hoch 2“. Die energiepolitischen Veränderungen, aber auch neue Schwerpunkte in der Kundenorientierung veranlassten die DSDL dazu, das komplette Erscheinungsbild überarbeiten zu lassen. Schließlich wollte man die gesteigerte energiepolitische Aufmerksamkeit in der Bevölkerung nutzen, um auf das Selbstverständnis der DSDL als ein von Anfang an sehr ökologisch orientiertes Energieunternehmen hinzuweisen. Die Designagentur mwi aus Dillingen, spezialisiert auf die Entwicklung anspruchsvoller Unternehmenskommunikation, übernahm die Aufgabe. Enstanden ist ein neuer Claim „Energie für Mensch & Umwelt“. In Verbindung mit der neuen blau-grünen Farbgebung im liegenden „S“ von DSDL bringt er das kundenorientierte Engagement für erneuerbare Energien klar zum Ausdruck. Neu sind die blauen, hellblauen und grünen Impulslinien, die als sog. „Key Visuals“ den Markenauftritt verstärken. Zugleich wurde eine Submarke für das Produktsegment „ÖKOStrom by DSDL“ entwickelt. Mit seinen übereinander gelagerten Kreisflächen in abgestuften Blautönen und einem zentralen Grün zeigt sich das Logo auffällig plakativ und frisch, ohne die Seriösität des Unternehmenszwecks zu unterlaufen. „Den neuen Gesamtauftritt so aufzuladen, dass beide Marken zusammenspielen und für sich betrachtet trotzdem eine gewisse Eigenständigkeit und Spannung behalten, war eine echte Herausforderung“, so Wolfgang Behringer, der als stellvertrender Werkleiter auch das Marketing der DSDL verantwortet. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden!“ Das neue Corporate Design von DSDL und „ÖKOStrom by DSDL“ unterstützt das energiepolitische Selbstverständnis. Die Abbildungen von oben nach unten zeigen einen ÖKOStromFlyer, den neuen Internetauftritt und eine Elektro-Ladesäule mit neuem DSDL-Logo als drei von vielen Umsetzungen. 9

[close]

p. 10

Neue Energie Das Engagement der DSDL für alternative Energien ist vorbildlich und vielfältig – nicht erst seit heute Vielen energiepolitischen Entscheidungen haftet der Makel einer „Feuerwehrlösung“ an. Man kümmert sich erst dann um die Dinge, wenn es bereits zu spät ist. Anders bei den DSDL. Verbandsvorsitzende, Verbandsversammlung und Werkleitung haben sich schon vor Jahren mit den drängenden umweltenergetischen Fragen auseinandergesetzt und Entscheidungen mit Weitblick getroffen. Rechtzeitig die politischen, wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen nicht nur für energieeffiziente Maßnahmen, sondern auch für alternative Energien zu treffen, war schon immer die Philosophie der Stadtwerke. Viele Beispiele allein in der Jubiläumsgeschichte der DSDL aus den letzten zehn Jahren könnten das eindrucksvoll belegen, so Werkleiter Richard Frech. Das einzige Versäumnis sei vielleicht gewesen, dass man es nicht immer an die große Glocke gehängt habe. Dass die Stadtwerke heute auf breiter Basis mit dem Thema „erneuerbare Energien“ vertraut sind und auch konkrete Angebote bereit stellen können, ist Ergebnis dieser Philosophie, die sich nun bezahlt mache, so Frech. Fallbeispiel 1: „ÖKOStrom by DSDL“ Aufgrund der erfolgreichen Verhandlungen mit einem der größten Stromerzeuger mit Schwerpunkt Wasserkraft in Europa gelang es bereits im vergangenen Jahr, ein eigenständiges und preisattraktives Angebot für Ökostrom zu gestalten. Aufgrund der gestiegenen Bezugsmengen für Strom aus erneuerbaren Energien durch die DSDL konnten für 2012 sogar günstigere Einkaufspreise erzielt werden. Den TÜV Süd-zertifizierten Strom aus Wasserkraft können die Kunden der DSDL gegenüber dem Vorjahr deshalb um 1,5 Ct/kWh günstiger beziehen. Der Grundpreis für Ökostrom liegt damit bei 11,01 Euro pro Monat. Pro 10 „ÖKOStrom by DSDL“ wird in riesigen Wasserkraftwerken wie dem Kaprun-Werk in Österreich produziert. Abnehmer dieses Stroms leisten einen aktiven Beitrag zum Ausbau regenerativer Energiequellen in der Stromversorgung.

[close]

p. 11

Zwei „smart fortwo electric drive“ wurden an die Städte Lauingen und Dillingen übergeben. Bild oben v. l. n. r.: Wolfgang Behringer (DSDL), Landrat Leo Schrell, Bürgermeister Wolfgang Schenk (Lauingen), Oberbürgermeister Frank Kunz (Dillingen) und Werkleiter Richard Frech. Ganz hinten Werner Hoffmann und Gerhard Winkler (Mitglieder der Verbandsversammlung). Schalteten den Strom auf „grün“: Werkleiter Richard Frech, Bürgermeister Wolfgang Schenk, Oberbürgermeister Frank Kunz und Rechtsdirektor Bernd Nicklaser. An den Ladesäulen in Lauingen (im Bild) und Dillingen kann kostenlos Ökostrom getankt werden. ÖKOStrom by DSDL • • • • • TÜV Süd-zertifizierter Strom aus Wasserkraft nur 0,5 Ct/kWh teurer als konventioneller Strom garantiert kein Atomstrom/Strom aus Kohlekraft für Kunden mit einem Verbrauch < 10.000 kWh/Jahr keine Vorauskasse, einfacher Wechsel © VERBUND

[close]

p. 12

Kilowattstunde (kWh) werden 22,37 Cent veranschlagt. Das sind nur 0,5 Cent pro kWh mehr als beim regulären Stromtarif der DSDL. „ÖKOStrom by DSDL“ ist im gesamten Netzgebiet der Stadtwerke erhältlich für Kunden mit einem Verbrauch von maximal 10.000 kWh/Jahr. Der Wechsel vom konventionellen Strom zum ÖKOStrom ist einfach. DSDL-Kunden können jederzeit wechseln. Das Umweltengagement der DSDL geht aber noch weiter. Fallbeispiel 2: Elektromobilität Mit zwei neuen, öffentlich zugänglichen Elektro-Tankstellen in Dillingen (Eingang Zentrale in der Regens-Wagner-Straße) und Lauingen (Marktplatz) unterstützt der Energiedienstleister maßgeblich den Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien. An beiden Ladesäulen kann der Strom bis auf Weiteres sogar kostenlos getankt werden. Geladen werden können Elektrofahrzeuge aller Art. Die nötigen Adapter für E-Bikes stellen die Geschäftsstellen in Dillingen und Lauingen sowie das Bürgerbüro im Rathaus Lauingen zur Verfügung. Mit den beiden Tankstellen verdichtet sich auch das regionale Tankstellennetz in Bayerisch-Schwaben, die über das Portal www.ich-tanke-strom.de Autofahrern die Suche nach Ladestationen erleichtert. Der Kooperation Bayerisch-Schwäbischer Energieversorger gehört auch die DSDL an. Fallbeispiel 3: Photovoltaik Die DSDL hat sich außerdem an einer der größten Solarenergieanlagen Bayerns beteiligt, dem Energiepark Lauingen, dessen dritte Erweiterungsfläche ans Netz gegangen ist. Auf einer Gesamtfläche von 81 ha, das entspricht einer Fläche von 113 Fußballfeldern, werden bis zu 7.500 Haushalte mit dem dort erzeugten Strom versorgt. Über 300.000 Dünn- schichtmodule des Herstellers First Solar wandeln das Sonnenlicht in elektrische Energie um, die dann mit Hilfe von insgesamt 21 Wechselrichtern von Gleich- in Wechselspannung transformiert und ins Stromnetz eingespeist wird. In dem Großkraftwerk Energiepark Lauingen • Einweihung: 10.10.2010 • größtes Solarkraftwerk Schwabens (und mit 25,7 MWp das größte Solarkraftwerk der Gehrlicher Solar AG) • erzeugt jährlich 26,98 Mio. kWh Ökostrom, das entspricht dem jährlichen Strombedarf von 22.500 Bürgern • hat eine CO2-Ersparnis von 14.353 t/Jahr Die Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen setzen auf moderne Zukunftstechnologien: Das Bild unten zeigt das Solar-Großkraftwerk Helmeringen. Ein Drittel der Fläche von „Herlmeringen III“ hat die DSDL erworben. Rechts oben der Taxispark in Dillingen mit LED-Pilotbeleuchtung. 12

[close]

p. 13

mit einer Spitzenleistung von 25,7 MWp wurden rund 10 Mio. Einzelteile verbaut und über 600 km Kabel verlegt. Das 72 Mio. teure Projekt leistet durch das Engagement der örtlichen Investoren, zu denen auch die DSDL gehört, einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft. Fallbeispiel 4: LED-Beleuchtung Als Pilotprojekt versteht sich die Ausstattung des Dillinger Taxisparks mit modernen LED-Leuchten. Sollten die Laternen im langfristigen Probebetrieb überzeugen, will die Stadt stückweise auch das gesamte Stadtgebiet mit LED-Technik modernisieren. Pro Jahr spart allein die Pilotbeleuchtung mit 25 LED-Laternen Kosten in Höhe von rund 6.500 kWh Strom ein. 13

[close]

p. 14

Die Öko-Bilanz trumpft nochmal mit einer CO2-Einsparung von 75 Tonnen während der Gesamtlaufzeit auf. Für die Projektierung und Überwachung der Pilotbetriebs sorgt die DSDL. Fallbeispiel 5: Blockheizkraftwerk Ganz auf umweltfreundliches Biomethangas umgestellt wurde das Blockheizkraftwerk auf dem Gelände des Eichwaldbads. Mit einem modernen Zündstrahlmotor ausgestattet, liefert es pro Jahr 2,5 Mio. kWh Strom und in etwa ebensoviel Wärme. Damit wird nicht nur das Eichwaldbad, sondern auch die Theresia-Haselmayr-Schule und weitere 72 Woheinheiten in der näheren Umgebung versorgt. Leistungsdaten Blockheizkraftwerk • • • • • • Elektrische Leistung: 400 kW Thermische Leistung: 400 kW Jahresstromproduktion: 2,5 Mio. kWh Jahreswärmeproduktion: 2,7 Mio. kWh Kraftstoff: 90% Biomethangas/10% Biodiesel Spitzen-/Notversorgung: 1.000 kW Brennwertkessel Bilder von oben: In zwei großen Aluminiumtanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 40.000 Liter wird der Biodiesel gelagert, mit dem das Blockheizkraftwerk betrieben wird. Klaus Grau überprüft am Leitstand die Leistungswerte der Anlage. Der Zündstrahlmotor ist das Herz des Kraftwerks. 14

[close]

p. 15

Service rund um die Uhr Die Monteure der Donau-Stadtwerke sind schnell und zuverlässig vor Ort, nicht nur im Störfall Die Grundversorgung mit Strom und Wasser wird oft als Selbstverständlichkeit betrachtet. Erst wenn dann tatsächlich das Licht ausfällt oder kein Wasser mehr fließt, wird jedem die Bedeutung eines leistungsstarken und kundennahen Energieversorgers bewusst. Das Monteur-Team der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen besteht aus zwölf Monteuren und drei Auszubildenden. Sie sind alle gut geschult und technisch auf dem neuesten Kenntnisstand. Mit ihren orangefarbenen Transportern sind sie rund um die Uhr im Einsatz, nicht nur im Störfall. Abteilungsleiter Niederspannungsnetz Paul Launer: „Unsere gewachsene Organisationsstruktur im Haus sorgt für einen besonders guten Workflow im technischen Service. Egal, welche Arbeiten unsere Monteure verrichten – ob Zählerwechsel, Anlagenbetreuung oder Neuanschlüsse von Häusern oder eben der Störfall vor Ort – sie arbeiten schnell und zuverlässig. Ständige Weiterbildung und vor allem der Nachwuchs an Auszubildenden aus dem eigenen Haus ist dabei ganz wesentlich.“ Ob Wartungsarbeiten oder Bereitschaftsdienst: Auf das Monteur-Team der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen ist Verlass. Bild oben: Wasserwart Norbert Kuchler im Störungseinsatz. Bild unten: Ein Monteur nimmt eine Hausanschlussleitung in Betrieb. Servicenummern im Notfall • Störungsservice Strom/Wasser: (0175) 5934000 • Kläranlage Dillingen: (0175) 5934011 • Kläranlage Lauingen: (09072) 921562 15

[close]

Comments

no comments yet