Mensch und Mund 1_2014

 

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Parodontitis die versteckte Bedrohung

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3. Jahrgang · Ausgabe 1/2014 Mensch & Mund Ganzheitliche ZahnMedizin für interessierte Patienten Parodontitis: Die versteckte Bedrohung Systemische Orale Medizin · 3. Jahrgang 1/2014 1 Fotoquelle: prodente

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Mensch & Mund Parodontitis: Bedrohung für den ganzen Körper Zahnfleischentzündungen und Erkrankungen im gesamten Körper weisen deutliche Wechselwirkungen auf – deshalb sind Zahngesundheit und Mundhygiene so wichtig. Z ähne und Mund stehen in Wechselwirkung mit dem ganzen Organismus. Die ganzheitliche Zahn-Medizin nimmt deshalb eine doppelt wichtige Aufgabe wahr: bei der Erhaltung oder Wiederherstellung der Zahngesundheit, und als wichtiger Faktor bei der Prävention und Therapie von Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Alzheimer. Wie Parodontitis entsteht Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnfleischs und des Kieferknochens, wobei sich die Entzündungsherde vor allem in so genannten Zahntaschen einnisten. Beim gesunden Zahn liegt das Zahnfleisch vollständig am Zahn an und umschließt den Zahnhals komplett und bakteriendicht. Wenn sich aber Zahnbeläge bilden – etwa weil sie nicht durch regelmäßiges gründliches Zähneputzen entfernt werden – und sich diese dann durch Einlagerung von Mineralien zu Plaque verfestigen, gibt es ein Problem: Die Ablagerungen dringen unter den Zahnfleischrand ein und lösen diesen vom Zahnhals. Jetzt können Bakterien immer weiter unter das Zahnfleisch gelangen, das Zahnfleisch wird gereizt, es bilden sich Zahntaschen und der Knochen baut sich ab. kann sehr nachteilig sein: Studien belegen, dass allein in Deutschland 40 % aller Erwachsenen – das sind zwei von fünf Personen! – eine mindestens mittelschwere Parodontitis haben. Diese Zahl ist alarmierend, wenn man die Auswirkungen von Parodontitis auf die Gesamtgesundheit bedenkt. Parodontitis und Diabetes Betrachten wir zunächst die Wechselwirkungen von Parodontitis und Diabetes – sie sind besonders gut erforscht und belegt. Erste Studien gab es bereits seit den 1950er-Jahren, und bis heute liegen mehr als 550 wissenschaftliche Veröffentlichungen zu diesem Thema vor. In Deutschland leiden ca. 6 Millionen Menschen an Diabetes mellitus – mit steigender Tendenz. Acht von 10 Patienten sind älter als 40 Jahre und haben Typ2-Diabetes. Aber auch immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind betroffen. Mundhygiene ist Prävention für die ganze Gesundheit Viele Menschen glauben, dass Mundhygiene „nur“ der Gesunderhaltung ihrer Zähne dient. Natürlich profitieren Zähne und Zahnfleisch direkt von regelmäßigem und richtigem Zähneputzen, von bewusster Lebensführung und halbjährlicher professioneller Zahnreinigung. Doch die positiven Wirkungen gehen weit darüber hinaus und betreffen den gesamten Organismus. Das wird besonders deutlich, wenn zum Beispiel eine Zahnfleischentzündung vorliegt. Denn eine solche Störung im Mundraum hat nachweislich negative Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit. Das beginnt bereits bei kleinen Entzündungen, ist aber besonders schwerwiegend, wenn eine Parodontitis vorliegt. Parodontitis: gefährlich für den ganzen Körper Parodontitis bleibt anfangs oft noch unbemerkt, solange keine Schmerzen auftreten. Allerdings wird das Zahnfleisch berührungsempfindlich – es blutet beim Zähneputzen. Auch dann sind viele Menschen noch nicht weiter beunruhigt. Das Das Krankheitsrisiko steigt deutlich an Das Risiko, an einer schweren Parodontitis zu erkranken, ist bei Diabetes-Patien- 2 Systemische Orale Medizin · 3. Jahrgang 1/2014

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Mensch & Mund Zahngesundheit als wichtiger Faktor Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Medizinern und Zahn-Medizinern ist – und wie wichtig es für Patienten ist, auch ihren Zahnarzt gründlich über ihren allgemeinen Gesundheitszustand auf dem Laufenden zu halten. Aufklärung ist lebenswichtig Weil immer mehr Menschen an Diabetes erkranken – sogar Kinder und Jugendliche – ist es besonders wichtig, umfassende Aufklärung zu leisten: über die Krankheit, ihre Gefahren und Folgeerkrankungen, vor allem aber, wie jeder einzelne durch seine persönliche Lebensführung dazu beitragen kann, gesund zu bleiben. Hier lauten die Eckpunkte: gesunde Ernähung, regelmäßige Bewegung und eben Zahngesundheit. Menge der Keime das Immunsystem, können sich die Bakterien in anderen Organen ansiedeln. Vor allem bereits geschädigte Herzklappen sind einem hohen Risiko ausgesetzt. Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folge von verengten Arterien, der Mediziner spricht von „ischämischen HKE“. Hierzu zählen Arteriosklerose, Angina pectoris, Herzinfarkt sowie Schlaganfall. Auch hier gibt es deutliche Hinweise darauf, dass Parodontitis die Häufigkeit des Auftretens steigert und den Verlauf verschlimmert. Die gute Nachricht liegt im Umkehrnachweis: Ähnlich wie bei Diabetes kann eine erfolgreiche Parodontitistherapie dazu führen, die Parameter, die mit einem erhöhten HKE-Risiko verbunden sind, zu senken. Parodontitis: Risiko von Kopf bis Fuß Parodontitis steht im begründeten Verdacht, bei folgenden Erkrankungen eine wichtige Rolle zu spielen – bei der Auslösung, bei einem schwereren Verlauf oder bei der Erschwerung der Therapie. Viele Studien belegen das – Grund genug, dass Ihnen Ihre Zahngesundheit buchstäblich am Herzen liegen sollte:        Parodontitis und andere Erkrankungen Auch darüber hinaus gibt es belastbare Belege oder zumindest starke Hinweise darauf, dass die Krankheit im Mund für zahlreiche andere Erkrankungen mitverantwortlich ist oder deren Verlauf verschlimmert. So besteht laut aktueller Studien sogar ein Zusammenhang zwischen Zahnfleischerkrankungen und Alzheimer! Es gibt also viele gute Gründe, Parodontitis so früh wie möglich zu diagnostizieren und zu therapieren. Sprechen Sie darüber Parodontitis und HerzKreislauf-Erkrankungen Das Gleiche gilt für die Auswirkungen von Parodontitis auf Herz-KreislaufErkrankungen (HKE). Wenn die Keime aus dem Mund ins Blut gelangen – was bereits bei kleinsten Verletzungen beim Zähneputzen mit blutendem Zahnfleisch passiert –, stellen sie eine Belastung für das Immunsystem dar. Überlastet die Diabetes Herz-Kreislauf-Erkrankungen Gelenkerkrankungen, Arthrose, Arthritis Rheuma Atemwegsinfektionen, Lungenentzündung Osteoporose Abszesse, Tumore Systemische Orale Medizin · 3. Jahrgang 1/2014 Bildquelle: Wikipedia, Autor: Sansculotte ten bis zu 3,5-fach höher als bei Gesunden. Außerdem schreitet die Parodontitis bei ihnen schneller voran als bei NichtDiabetikern, und reagiert schlechter auf Behandlungen. Umgekehrt hat Parodontitis einen negativen Effekt auf den Verlauf von Diabetes. Auch Folgeerkrankungen des Diabetes (Herz-Kreislauf, Nieren) werden durch Parodontitis negativ beeinflusst. Mehr noch: Es gibt Hinweise darauf, dass Parodontitis sogar Diabetes auslösen kann. 3

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Mensch & Mund Killer-Keime im Mund? Internationale Studien zeigen, dass eine unbehandelte Parodontitis das Risiko für andere Erkrankungen stark erhöht:      Diabetes – um das 6-Fache Schlaganfall – um das 7-Fache Herzinfarkt – um das 2- bis 3-Fache Arthritis – um das 6-Fache Rheuma – um das 6-Fache Parodontitis bei Schwangeren steht sogar im Verdacht, das Risiko von Frühgeburten zu erhöhen. so bald wie möglich mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt – und bitte denken Sie daran: Es geht bei Ihren Zähnen um die Gesundheit Ihres ganzen Körpers. Die systemische Zahn-Medizin berücksichtigt die Vernetzungen und Wechselwirkungen im Gesamtsystem Mensch: Dieses umfassende Verständnis prägt die Prävention, Diagnostik, Beratung und Therapie. Die breit gefächerten Auswirkungen der Zahngesundheit – wie hier am Beispiel Parodontitis gesehen – sind der Grund, warum ganzheitlich arbeitende ZahnMediziner so viel Wert auf den Austausch mit ihren Fachkollegen legen: Damit Sie ganzheitlich, also in jeder Hinsicht, optimal medizinisch versorgt sein können. In jedem Fall lohnt es sich, geplante therapeutische Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Sowohl zahnmedizinischen als auch allgemeinmedizinischen Erkrankungen kann dadurch besser und wirksamer vorgebeugt werden – für Ihre Gesundheit.  Informieren Sie Ihren Zahnarzt! Wann immer Sie bei Ihrem Zahnarzt sind, sprechen Sie mit ihm oder ihr auch darüber, wie Sie sich allgemein fühlen:    Sind Sie aktuell bei Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt in Behandlung? Haben Sie irgendwelche Beschwerden? Nehmen Sie Medikamente ein? Das ist für Ihren Zahnarzt wichtig zu wissen – damit er oder sie die Auswirkungen auf Ihre Zahngesundheit richtig einschätzen kann. Außerdem sollten Sie besprechen, welche positiven Auswirkungen Ihre Zahnbehandlung auf Ihre Allgemeingesundheit haben kann. GZM – Sicherheit durch gezielte Qualitätsorientierung Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin (GZM) fördert die Kooperation zwischen Zahn-Medizin und Medizin und setzt sich stark für die Realisierung regionaler Netzwerke ein. Dazu organisiert und veranstaltet die GZM regelmäßig internationale Symposien und Kongresse. Die GZM fördert intensiv die Erforschung ergänzender Diagnose- und Therapiekonzepte und arbeitet aktiv daran mit. Qualifizierte Mitglieder der GZM haben eine umfangreiche Weiterbildung in verschiedenen Diagnose- und Therapieverfahren absolviert und sich einer Prüfung unterzogen. Eine Liste der Qualifizierten GZM-Mitglieder nach PLZ-Bereichen finden Sie im Internet unter www.gzm.org Wenn Sie 2,80 € in Briefmarken an die Geschäftsstelle schicken, erhalten Sie die Liste gerne auch per Post zugesandt. Dort sind auch weitere Broschüren zu verschiedenen Themen sowie Infopakete erhältlich. Bitte schreiben Sie an: Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V. Kloppenheimer Str. 10 68239 Mannheim Tel.: +49 (0)621 48179730 Fax: +49 (0)621 473949 E-Mail: gzm@gzm.org www.gzm.org 4 Systemische Orale Medizin · 3. Jahrgang 1/2014

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Mensch & Mund Tipp aus der Praxis Gesünderes Zahnfleisch durch Ölziehen Von Zahnarzt Peter Bornhofen Ursprünglich kommt das morgendliche Ölziehen aus der indischen Heil- und Lebenslehre des Ayurveda. Durch den russischen Arzt Dr. Karach wurde es in den 1990er-Jahren auch im Westen verbreitet. E in Teelöffel kaltgepresstes Sesam- oder Sonnenblumenöl wird morgens vor dem Frühstück in den Mund genommen, ohne es zu schlucken. Das Öl ist ohne Anstrengung und Hast im Mund zu saugen, durch die Zähne zu ziehen, auch zu kauen, wobei das Kinn bewegt und bei stets geschlossenem Mund viel Speichel gezogen wird. Das Ölziehen wird am besten morgens vor dem Frühstück durchgeführt. Um die Heilvorgänge zu beschleunigen, kann man es auch dreimal täglich, immer vor dem Essen und mit leerem Magen durchführen. Dauer: Bis der Mund voll ist bzw. 10 bis 15 Minuten. Bei sehr starkem Speichelfluss evtl. ausspucken und nochmals mit frischem Öl fortsetzen. Nach dem Ölziehen soll die Mundhöhle gründlich und mehrere Male mit Wasser gespült werden und eine gründliche Reinigung mit der Zahnbürste erfolgen. Auch die Zunge reinigen (z. B. mit einem Silberlöffel „abschaben“). Die beobachteten positiven Wirkungen sind bislang wissenschaftlich noch nicht belegt. Möglicherweise werden durch das Ölziehen Schadstoffe und Krankheitserreger aus Blut und Lymphen abgezogen, weshalb auch das Öl nicht geschluckt werden sollte. Nach den Untersuchungen von Dr. Karach befinden sich in der ausgespuckten Flüssigkeit Toxine, Bakterien und andere schädliche Stoffe. Anwendung des Ölziehens      Zusätzlich zur optimalen Mundpflege bei Parodontitis und Zahnfleischerkrankungen Bei Mundtrockenheit und Mundbrennen Vorbeugung von Aphten Unterstützend bei allen Fasten- und Reinigungskuren Unterstützend bei der Therapie der Übersäuerung Mit Bohnenkraut bekömmlicher Gerichte mit Hülsenfrüchten oder Kohl werden bekömmlicher, wenn sie mit Bohnenkraut gewürzt werden. Bohnenkraut fördert die Verdauung und unterstreicht das Aroma. Es passt sehr gut zu Lamm, Geflügel, Fisch, Pilzgerichten und Pasta. Das Kraut enthält ätherische Öle und ist reich an Vitamin C. Quelle: Ernährung im Fokus Systemische Orale Medizin · 3. Jahrgang 1/2014 Foto: wikipedia 5

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Mensch & Mund Foto: © Picture-Factory - Fotolia.com Homöopathie hilft bei AufmerksamkeitsdefizitSyndrom Eine Langzeitstudie zeigt die Wirksamkeit der klassischen homöopathischen Behandlung von AD(H)S bei Kindern: 74 Prozent der behandelten Patienten profitieren davon auch noch nach zehn Jahren. „Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her…“ Der schon vor fast 170 Jahren vom Kinderarzt Heinrich Hoffmann in seinem Buch „Struwwelpeter“ skizzierte „Zappelphilipp“ hätte heutzutage sehr wahrscheinlich die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom erhalten. Tatsächlich ist das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit und ohne Hyperaktivität die häufigste psychiatrische Erkrankung im Kindesalter: Allein in Deutschland leiden etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren daran – Tendenz steigend. Die konventionelle Therapie setzt in vielen Fällen auf eine Behandlung mit Psychostimulanzien (z. B. Methylphenidat). Demgegenüber belegt die bereits 2005 veröffentlichte Studie des Instituts für Komplementärmedizin und der Kinder-Neurologie und Neuropsychologie der Kinderkliniken des Inselspitals an der Universität Bern, dass die homöopathische Einzelmitteltherapie eine effektive, ebenwirkungsarme Alternative zur pharmakologischen Therapie ist. Dass der Behandlungserfolg nachhaltig ist, zeigt nun das Ergebnis einer Langzeituntersuchung: 74 Prozent der damals behandelten Kinder kommen auch zehn Jahre später ohne die Einnahme von chemischen Psychostimulanzien aus. Einigen geht es heute so gut, dass auch eine Fortführung der homöopathischen Behandlung nicht mehr nötig ist. Quelle: idw Wer wenig Softdrinks, Dies ist das Ergebnis einer großen Langzeit-Beobachtungsstudie, welche die Ernährungsgewohnheiten von Menschen aus sieben europäischen Ländern untersuchte. In die Studie flossen die Daten von 21.616 Frauen und Männern ein, von denen 9.682 während der Beobachtungszeit an Typ-2-Diabetes erkrankten. In ihrer Studie untersuchten die Forscher insgesamt fünf spezifische Ernährungsmuster im Hinblick auf das Diabetesrisiko. Die Datenanalyse zeigt, dass Menschen, die viel verarbeitetes Fleisch, zuckerhaltige Erfrischungsgetränke sowie Weißbrot konsumieren, ein höheres Diabetes-Risiko haben als Menschen, die weniger von diesen Lebensmitteln essen bzw. trinken. Fleischprodukte und Weißbrot konsumiert, hat ein geringeres Diabetes-Risiko Eine Ernährung, die nur wenig zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Fleischprodukte und Weißbrot enthält, ist mit einem verminderten Typ-2-Diabetes-Risiko verbunden. Dabei lässt sich nur ein Teil dieses Zusammenhangs durch das Körpergewicht erklären. Die Ergebnisse decken sich zudem mit anderen Daten aus Beobachtungsstudien sowie mit Resultaten klinischer Studien. In diesen beeinflusst z. B. eine hohe Aufnahme von Getreideballaststoffen die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen günstig. In Deutschland wie auch in anderen Ländern ist deutlich zu beobachten, dass Menschen, die regelmäßig Vollkornbrot anstelle von Weißbrot verzehren, seltener oder später an Diabetes erkranken. Quelle: www.dife.de 6 Systemische Orale Medizin · 3. Jahrgang 1/2014

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Mensch & Mund Schwangere, esst Salz! Während der Schwangerschaft senkt eine reichliche Salzversorgung im Gegensatz zu sonst den Blutdruck. Dies ergab eine Studie am Inselspital Bern. Foto: wikipedia, Christian Mertes B luthochdruck während einer Schwangerschaft ist ein großer Risikofaktor für die Gesundheit von Mutter und Kind. So begünstigt ein zu hoher Blutdruck beispielsweise die Entstehung von Schwangerschaftsvergiftung, welche je nach Schweregrad stark gesundheitsschädigend für Frau und Embryo werden und bei der Frau lebenslange Folgeerkrankungen hervorrufen kann. Umso erstaunlicher scheint die Entdeckung einer Studie am Inselspital, dass einfaches Kochsalz den Blutdruck in der Schwangerschaft senkt. Das Hormon Aldosteron hält Salz im Körper zurück und ist in der Schwangerschaft stark erhöht. Damit unterstützt es das Blutvolumen der Mutter, welches wichtig ist, um das Kind zu versorgen. Während einer Schwangerschaft haben Frauen daher oft einen großen Salzhunger. Salz wird auf der anderen Seite aber normalerweise eine Erhöhung des Blutdrucks nachgesagt. tatsächlich löste eine erhöhte Kochsalzzufuhr bereits innerhalb 1 Woche bei nahezu allen schwangeren Frauen eine Blutdrucksenkung aus, während der Blutdruck bei den nicht-schwangeren Frauen im Schnitt anstieg. Überraschende Beziehung von Salz und Blutdruck Während eine vermehrte Salzaufnahme bei nichtschwangeren Frauen das Salzhormon Aldosteron stark hemmte, war dies bei den Schwangeren viel weniger der Fall und auch der Blutdruck stieg bei Schwangeren nicht an. In einer Studie wurde bestätigt: Schwangere reagieren anders Die Studie lässt vermuten, dass entweder die unterschiedliche Wirkweise von Aldosterone oder direkt das zugeführte Salz in der Schwangerschaft blutdrucksenkend wirken. Mögliche Vorteile salzreicher Ernährung in der Schwangerschaft wurden bereits in früheren Studien aufgezeigt. Quelle: idw Gefährlicher Medikamentenmix Gleichzeitige Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika ist riskant Blutverdünner werden eingesetzt, um die Blutgerinnung zu verlangsamen, etwa bei Thrombosebildungen oder Herz-Rhythmus-Störungen wie Vorhofflimmern. Gleichzeitig geht mit der Einnahme dieser sehr häufig verschriebenen Mittel aber auch ein verstärktes Risiko von Blutungen einher, die als schwere Nebenwirkung anzusehen sind. Das Blutungsrisiko kann durch zusätzliche Einnahme anderer Mittel wie Antibiotika noch zusätzlich erhöht werden und stellt damit ernsthafte Gefahren für den Patienten dar. In einer Studie der Universität Köln wurde nachweisen, dass je nach Art des Antibiotikums das Blutungsrisiko zwei bis fünf Mal so hoch ist, verglichen mit Patienten, die kein Antibiotikum erhalten haben. Es ist daher sehr wichtig, dass Patienten vor ärztlichen und zahnärztlichen Eingriffen ihre Ärzte und Zahnärzte darüber informieren, welche Medikamente sie aktuell einnehmen. Quelle: idw Systemische Orale Medizin · 3. Jahrgang 1/2014 7

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Mensch & Mund Diagnose Demenz und dann? Döbele, Martina; Schmidt, Simone Demenzbegleiter für Betroffene und Angehörige. Informationen und Hilfen für den Alltag. Springer 2014, Softcover, 230 S., 150 Abb., 19,99 € ISBN 978-3-642-38356-4 D er Ratgeber wendet sich mit zahlreichen praktischen Tipps rund um den Alltag und das Zusammenleben an Betroffene und Angehörige. Einerseits ist es nur ein Wort, anderseits eine Diagnose, welche die komplette Veränderung eines Menschen, seiner Lebenslage und des gemeinsamen Alltags bedeutet: Demenz. Diese herausfordernde Situation wirft viele Fragen für Betroffene und Angehörige auf: Wie verändert sich das tägliche Leben? Was kann der Betroffene jetzt für die Zukunft regeln, wie den Alltag gestalten? Der Ratgeber gibt in den Eingangskapiteln einen Überblick über das Krankheitsbild sowie Handlungsempfehlungen, wie der Betroffene nach der Diagnose aktiv mit der neuen Situation umgehen kann. Besonderheiten der Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen mit Demenz und Bezugspersonen werden genauso thematisiert wie aktive Begleitung und Möglichkeiten der Gestaltung eines strukturierten Tagesablaufes. Auch Ernährung, Erste Hilfe und rechtliche Grundlagen werden mit Tipps für den Alltag behandelt. Ein Abschnitt über mögliche gesetzliche Leistungen wie Pflegeversicherung, Hilfe zur Pflege und Hilfsmöglichkeiten für Angehörige (z. B. Selbsthilfegruppen, technische Hilfsmittel, Wohnformen) runden diesen Ratgeber ab. Gut verständlich und übersichtlich ermöglicht das Buch einen Einstieg in das Thema. Es eignet sich für Betroffene, Angehörige und all jene, die sich über das Krankheitsbild Demenz und seine Folgen für das Zusammenleben informieren möchten. www.zahnunfall.de Was ist bei einem Zahnunfall zu tun? Grundsätzlich sollte schnellstmöglich ein Zahnarzt kontaktiert werden. Durch richtiges Verhalten nach Zahnunfällen können die Folgen beträchtlich gemildert werden. www.zahnunfall.de informiert auf seiner Webseite, wie Sie Zahnunfälle verhüten können und wie Sie nach einem Zahnunfall reagieren sollten.

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