Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten 06/2013

 

Embed or link this publication

Description

Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten 05/2013

Popular Pages


p. 1

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten Dezember 2013 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten • 6/13 Menschen bewegen – Erfolge erleben Abschied von Prof. Siebert Das Bielefelder Urteil

[close]

p. 2

Editorial Wie geht’s weiter? Das nahende Jahresende bietet sich an zum Innehalten und lädt ein zum Nachdenken, zu Reflektionen und nicht zuletzt zu einem Ausblick auf das Kommende. Bei dieser Gelegenheit ziehen in Gedanken besondere Erlebnisse und Ereignisse der vergangenen Monate am inneren Auge vorbei: berufliche, private, schöne, erschreckende – manchmal erreichen sie die Qualität des Überdauerns. Nur selten wird diese Zeit genutzt und der Mut aufgebracht, auch längere Zeitspannen anzuschauen, zu bedenken, Erreichtes zu analysieren, Prioritäten zu prüfen, Einstellungen zu hinterfragen. Wie oft ist mit dem „Blick nach vorn“ eher der Dienstplan für den nächsten Monat und die Urlaubsplanung unter Berücksichtigung der Brückentage gemeint, als grundsätzliche Überlegungen oder Konzepte zu Kontinuität oder möglicher Weise notwendigen Veränderungen. Auf der Bühne der deutschen Politik haben die letzten Wochen im Zusammenhang mit den Verhandlungen zur Bildung der „GroKo“ (Großen Koalition) vermittelt und gezeigt, dass ein vordergründig – auf den ersten Blick – großer Sieg nicht unbedingt und zwangsläufig im weiteren Verlauf eine starke Position bedeutet; und dass ein schlechtes Wahlergebnis durch geschicktes Manövrieren und Verhandeln einen überproportionalen Machtgewinn einbringen kann, wenn man als Partner „gebraucht“ wird. Was genau ist die „eigene Identität“? Es ist erneut klar geworden, dass Koalitionen und Kooperationen aller Arten mit Kompromissen einhergehen, die zum Teil zunächst wehtun können – dieser Schmerz aber zumeist für ein „größeres Ganzes“ gerne in Kauf genommen wird. Gleichwohl besteht die berechtigte Befürchtung, durch Kompromisse auch einen Teil der eigenen Überzeugung und Identität aufzugeben. Genau hier wird es gedanklich und argumentativ anspruchsvoll, manchmal schwierig: Was ist denn nun eigentlich genau die „eigene Identität“? Welche Gesamtheit von Eigentümlichkeiten oder Eigenschaften ist als Übereinstimmungs- oder Unterscheidungsmerkmal gemeint? Die Überzeugungen, die man seit jungen Jahren im Herzen mit sich herumgetragen hat, die sich aber möglicherweise über all die vielen Jahre an vermeintliche Realitäten angepasst haben, schon längst verschwommen sind? Die Abgrenzungen anderen Gruppen oder Gruppierungen gegenüber, die sich ihrerseits zwischenzeitlich auch schon längst weiterentwickelt haben und somit eine ständig neuartige Abgrenzung erfordern? Der Mensch scheint seine Identität in einem Wechselspiel von „Dazugehören“ und „Abgrenzen“ ständig weiterzuentwickeln. Heraklit wird der Ausspruch zugeschrieben: „Wir steigen alle in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“ Menschen, insbesondere aber auch Gruppierungen (Parteien, Verbände, Länder) können ihre Orientierung und Ausrichtung verändern – mit dem Effekt, dass dadurch einige Mitglieder ihre ureigene Zugehörigkeit zu dieser Gruppe oder Gruppierung gefährdet sehen oder sogar verlieren. Dies kann für politische Parteien zutreffen, deren politische Programme oder Diskussionen sich in unterschiedliche Strömungen oder Gruppierungen immer mehr einer vermeintlich bürgerlichen, gemeinsamen politischen Mitte nähern. Veränderungen oder Weiterentwicklungen können auch zu einem Problem für die einzelnen wissenschaftlichen Gesellschaften und Berufsverbände werden, die durch Fusionen an Größe und Stärke gewinnen – aber möglicherweise oder nur vermeintlich die eigene Identität verlieren. Derartige Gedanken könnten so manchem Orthopäden oder Unfallchirurgen ganz im Stillen kommen, der über viele Jahre in seinem Bereich Großes geleistet oder bewegt hat und nun bemerkt, dass seine eigenen Schwerpunktinteressen nicht mehr im „Main Stream“ des Faches liegen. Aber gerade dann kann es so wichtig sein, sich erst recht bemerkbar zu machen, sich zu artikulieren und zu positionieren – dies gilt gleichermaßen für den konservativen Orthopäden wie für den chirurgischen Intensivmediziner, den technischen Orthopäden oder den Rettungsmediziner. Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, BVOU-Vizepräsident Selbsterkenntnis und Selbstgestaltung Die Identitätsentwicklung beim Menschen beruht auf zwei Prozessen, nämlich Selbsterkenntnis und Selbstgestaltung (Leo Montada). Dieses setzt zwei Eigenschaften voraus: die Fähigkeit, sich selbst und die aktuelle Situation zu hinterfragen, sowie Mut und die Kraft, gestalterisch tätig zu werden. Die gelebte Erfahrung lehrt, dass es keine Konstanz im Leben gibt, und auch die Wunschvorstellung, dass man diese Konstanz im beruflichen Umfeld erwarten kann, erscheint nur bedingt realistisch. Die Flusslehre Heraklits besagt auch: Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Diesen Herbst hatte ich meine 25jährige Examensfeier in Hannover – und neben der Freude über das Wiedersehen und -treffen alter Kommilitonen und Wegbegleiter fiel mir auf, wie unterschiedlich die Entwicklungen der Einzelnen geprägt worden waren. Und dennoch erschienen mittlerweile nahezu alle aus diesem Jahrgang ein überraschend „wertgleiches Weltbild“ zu haben. Offensichtlich werden die Generationen durch äußere Einflüsse relativ homogen geprägt. Dies zu realisieren und auch zu berücksichtigen, erscheint mir wie ein großer Marktvorteil. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013 643

[close]

p. 3

Editorial Generationen im Wandel Vor wenigen Monaten berichtete das Deutsche Ärzteblatt in einem sehr interessanten Beitrag über „Vier Generationen unter einem Dach“ (DÄ 19/2013: A928 ff) mit unterschiedlichen Wertemustern und Haltungen, die dann beispielsweise im klinischen Arbeitsumfeld aufeinanderprallen. Mein Jahrgang und diejenigen drum herum – die sogenannten Babyboomer – stellen die größte Population aller vorangegangenen Generationen dar. Wir sind der sogenannten „Wirtschaftswundergeneration“ gefolgt, die in den vergangenen Jahren die Kliniken und Fachgesellschaften geprägt haben. Während diese als idealistisch, skeptisch gegenüber Autoritäten und loyal zum Unternehmen bezeichnet werden, wird unser Jahrzehnt als durch den Wettbewerb um Positionen und Karriere charakterisiert, geprägt von Umweltbewusstsein und Emanzipation. Wir haben den Begriff „Workaholic“ das erste Mal gehört – und häufig persönlich umgesetzt – und waren und sind vor allem durch Partizipation und zum Teil durch materielle Anreize zu motivieren. Die nachfolgende „Generation X“ (1966 - 1985) wird durch den Begriff der „Work-LifeBalance“ beschrieben: Individualismus und materielle Wertorientierung haben eine große Bedeutung, sie sei karriereo- rientiert und ehrgeizig. Während die Babyboomer leben, um zu arbeiten, hat die Generation X es gedreht und arbeitet, um zu leben. Die anschließend Geborenen (nach 1986 ) werden der „Generation Y“ zugerechnet, den sogenannten Millenials. Während sich die vorangehenden Generation Sorgen um einen Arbeitsplatz machen mussten, ist die „Generation Y“ aufgewachsen mit der Gewissheit, dass es einen Fachkräftemangel geben wird. Das Arbeitsmotto lautet „Leben beim Arbeiten“, sie sind lernbereit, flexibel und mobil, aber die Arbeit muss Spaß machen und fordern. Privatleben kommt vor Arbeit, und somit sind finanzielle Anreize, Titel und Hierarchiestufen ohne wesentliche Bedeutung, hingegen sollte es geregelte und planbare Arbeitszeiten geben. Wenn wir nun dieses zur Kenntnis nehmen, wird es relativ schnell offensichtlich, dass es für die „Bewahrer“ schwierig werden wird. Die Einstellungen, die unsere Generation zum Umfang und Inhalt der Aus- und Weiterbildung hat, aber insbesondere auch zur Arbeit im klinischen Alltag, sind nicht mehr unbedingt deckungsgleich mit den Vorstellungen der nachfolgenden Jahrgänge. Anreize und Motivationstrigger sind unterschiedlich – und dennoch arbeiten wir gemeinsam im gleichen beruflichen Um- feld. Sicherlich ist ein anderer, ein offener Führungsstil ebenso notwendig wie die beiderseitige Bereitschaft, sich aufeinander einzustellen. Führung bedeutet auch und insbesondere, Position zu beziehen. Es sollte sich ein jeder fragen, welche Werte und Haltungen in der medizinischen Versorgung unabhängig von den Schwerpunkten der Generationen erhaltenswert erscheinen – und diese sollten wir gemeinsam diskutieren und uns um ihre Erhaltung und Kultivierung bemühen, gegebenenfalls sogar dafür kämpfen. Eine weiter zugespitzte Ökonomisierung der Medizin erscheint mir persönlich genauso bedrohlich wie die Einstellung zum Beruf des Arztes als reinem „Job“. Wir arbeiten in einem unglaublich privilegierten Umfeld: Menschen mit großen persönlichen Sorgen und Problemen kommen zu uns und vertrauen uns – dies ist eine große persönliche Verantwortung, über die wir uns täglich klar sein sollten – unabhängig vom externen Druck und vom Zeitgeist. Im Namen der Redaktion wünsche ich Ihnen und Ihren Familien besinnliche und geruhsame Feiertage und alles Gute für das Neue Jahr! Ihr Karsten Dreinhöfer Die Vorstände von BVOU, DGOOC, DGOU und DGU wünschen allen Mitgliedern frohe Tage im Kreise ihrer Familien und einen schwungvollen Start ins neue Jahr! 644 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

p. 4

Editorial 1/1 Anzeige Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013 Februar 2012 645

[close]

p. 5

Editorial Editorial Wie geht’s weiter? 643 PREISE UND EHRUNGEN Die Crème de la Crème von O&U JOURNALISTENPREIS FÜR O&U 680 Fast ein Wunder und gute Führung 688 Impressum Nachrichten Kurz und bündig Ein Lotse geht von Bord: Prof. Dr. Hartmut Siebert verabschiedet sich aus dem Amt des DGU/DGOUGeneralsekretärs. Was er selbst und einige seiner Mitstreiter dazu sagen, lesen Sie ab S. 658. 648 B E R L I N D E C L A R AT I O N Für einen Wissenschaftsaustausch mit China 690 JUNGES FORUM 650 Tag der Studierenden feiert fünfjähriges Jubiläum TA G D E R S T U D I E R E N D E N 692 658 „Jeden kann es treffen“ neu erschienen TraumaNetzwerk DGU® gewinnt MSD-Gesundheitspreis TKmed® auf Überholspur Mediziner so positiv gestimmt wie nie 650 Ein guter Weg, den Nachwuchs zu begeistern 651 694 TAG DER TECHNISCHEN ORTHOPÄDIE 651 Weiter auf Erfolgskurs SYMPOSIUM 696 651 Deutsch-Japanische Gesellschaft für O&U tagte in Berlin 698 Verspätete Behandlungen kosten Deutschland jährlich 217 Millionen Arbeitsstunden 652 D KO U A B S C H L U S S V E R A N S TA LT U N G Zum Abschied die Kongressdoktorwürde ORTHOFIT 699 Politik H O N O R A R S I T U AT I O N I N O & U Menschen bewegen – Erfolge erleben: Vom 22. bis 25. Oktober 2013 zog Europas größter Kongress für O&U, der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, fast 12.000 Besucher an. Über den Regenbogen balancieren 701 SUMMER SCHOOL 2013 664 KBV stellt sich der Realität KO A L I T I O N S V E R T R A G 654 Wissen! Können! Machen! MUP-FORUM 702 Relevante Themen für O&U 655 Qualität und Sicherheit von Kongressveranstaltungen KLINIKSUCHMASCHINE 704 Aus unserem Fach P R O F. D R . H A R T M U T S I E B E R T Der AOK-Navigator vor Gericht 705 Ein herzlicher Dank – kein Abschied D KO U 2 0 1 3 658 UNFALLCHIRURGISCH O RT H O PÄ D I S CH E B E G U TACHT U N G Kurs IV: Arzthaftungsfragen Menschen bewegen – Erfolge erleben KLINIKFUSION 707 664 Kräfte bündeln – Synergien nutzen 709 P H Y S I C I A N A S S I S TA N T O & U P R Ä S I D E N T E N R E D E P R O F. H E L L E R Wir bewegen Menschen! 668 Eine Initiative der DGOU A N O A - KO N G R E S S 711 PRÄSIDENTENREDE PROF. HOFFMANN Das Bielefelder Urteil: Im Oktober vergangenen Jahres verurteilte das Landgericht Bielefeld einen angehenden Arzt wegen fahrlässiger Tötung. Was können wir daraus lernen? 724 „Nichts ist überzeugender als der Erfolg“ Schmerz und Funktion 670 DGKM-FORUM 713 P R Ä S I D E N T E N R E D E P R O F. K L A D N Y O&U – ein Fach mit Zukunft INTERVIEW 672 Medizinisches Management von MANV-Lagen > 50 716 C H I R U R G I S C H E F O R S C H U N G S TA G E Ein Kongress auf Neuland 676 „Mastering Surgical Biology“ 718 646 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

p. 6

Editorial C H I R U R G I S C H E F O R S C H U N G S TA G E „Mastering Surgical Biology“ E S T E S - KO N G R E S S 2 0 1 4 718 Qualität und Sicherheit KO M M E N TA R AW M F Frühjahrssitzung 2013 des Arbeitskreises „Ärzte und Juristen“ 737 728 Einladung nach Frankfurt am Main 720 V S O U - J A H R E S TA G U N G 2 0 1 4 Was lernen wir aus dem Bielefelder Urteil A E - KO N G R E S S Kongress-Zepter der VSOU erstmals in Frauenhand UEMS 721 Qualitäts- und Sicherheitsinitiative – Endoprothetik 2013 730 Namen Personalia Wir gratulieren . . . Nachruf für Prof. Dr. Wolfgang Heipertz 740 741 Die konservative Orthopädie in Europa stärken LESERBRIEF 723 Recht KR ANKENHAUSABRECHNUNG Zur periradikulären Therapie 726 Gelungene Reform oder bürokratischer Overkill? WA H L Ä R Z T L I C H E L E I S T U N G E N 742 732 Neue Risiken bei der Abrechnung 734 Für unsere Mitglieder Service/Preise Kleinanzeigen OU Medizin und Markt 790 794 795 Die Rubriken „Für Sie gelesen“ und „Kursangebote/Kalender“ finden Sie in der Onlineausgabe von Heft 6/2013 Die Kursangebote und den Kalender finden Sie weiterhin auf den Homepages der Verbände/Gesellschaften BVOU Basis im Erwartungsstand Das Hüftgelenk Aktuelles zur Berufs-HaftpflichtVersicherung Neue Mitglieder Änderungen der Mandatsträger in den BVOU-Bezirken 745 747 Aktuelle Aktivitäten des Ausschusses Wissenschaft und Forschung 763 Tätigkeitsbericht der AGiTEC Neue Mitglieder 765 766 DGU Mitgliederversammlung der DGU Gedenken jüdischer Mitglieder Georg Friedrich Louis Stromeyer-Medaille 2013 778 780 749 753 DGOOC Mitgliederversammlung 2013 der DGOOC 768 781 782 753 Zum Tod von Urs Heim DGOU Protokoll der Mitgliederversammlung der DGOU 754 Internationale Aktivitäten der DGOU im Fokus 30 Jahre AGA Jahresbericht 2013 der ASAMI Deutschland e.V. Neues von der AFACOT Endoprothesenregister Deutschland jetzt in der Einführungsphase 771 Ein Jahr Zertifizierung von EndoProthetikZentren Ein Jahr Arbeitskreis „Wachsende Wirbelsäule“ der VKO Konstituierende Sitzung der neuen AG Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie (EKTC) 783 Symposium „Herausforderungen in der Alterstraumatologie“ Septische Chirurgie in O&U: Wo stehen wir? Neue Mitglieder 772 757 759 784 774 761 762 Weißbuch für Tumoren des Haltungsund Bewegungsapparates 775 Neue Mitglieder 776 787 789 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

p. 7

Impressum Herausgeber Für den Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Dr. med. Andreas Gassen Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Hartmut Siebert Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: funiethard@dgooc.de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle BVOU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19 Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Vorstand Präsident Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vizepräsident Helmut Mälzer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Schatzmeister Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg Vorstandsmitglied Dr. med. Angela Moewes, Bochum Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. med. Hartmut Siebert, Schwäbisch Hall Geschäftsstelle des BVOU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/Main Stellv. Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. Bernd Kladny, Herzogenaurach Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach 1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Wolfram Mittelmeier, Rostock 2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Henning Windhagen, Prof. Dr. Bertil Bouillon, Köln Hannover Prof. Dr. Henning Windhagen, Hannover Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. Hartmut Siebert, Schwäbisch Hall Stellv. Generalsekretär (und Generalsekretär der DGOOC) Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard, Aachen Schatzmeister Prof. Dr. Werner E. Siebert, Kassel Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat Dr. Richard Stange, Münster/ Dr. Babak Moradi, Heidelberg Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Dr. Daniel Frank, Düsseldorf Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. Almut Tempka, Berlin Leiter des Wissenschaftsausschusses Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vertreter des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Generalsekretär Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard, Berlin Schatzmeister Prof. Dr. med. Werner E. Siebert, Kassel Präsident des Berufsverbandes BVOU Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Leiter der Ordinarienkonferenz Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Grifka, Bad Abbach 2. Vorsitzender des VLOU Prof. Dr. med. Volker Ewerbeck, Heidelberg Geschäftsstelle der DGOOC Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de Schriftleitung DGU Prof. Dr. med. Hartmut Siebert Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: hsiebert@office-sha.de Redaktion Jana Ehrhardt-Joswig Tel.: (0 30) 340 60 36 30 E-Mail: jana.ehrhardt@gmx.de Verlag Georg Thieme Verlag KG Dr. Grit Vollmer Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 630 Fax: (07 11) 89 31 408 E-Mail: grit.vollmer@thieme.de Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 470 E-Mail: christine.volpp@thieme.de Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 18 vom 1. Oktober 2013 ISSN 2193-5254 Satz und Layout Georg Thieme Verlag KG Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/Main Erster Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Josten, Leipzig Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. Bertil Bouillon, Köln Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Michael Nerlich, Regensburg Generalsekretär Prof. Dr. Hartmut Siebert, Schwäbisch Hall Schatzmeister Prof. Dr. Joachim Windolf, Düsseldorf Schriftführer und Schriftleiter der Website www.dgu-online.de Prof. Dr. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen Vertreter des Jungen Forums Dr. Matthias Münzberg, Ludwigshafen Vorstand Präsident Prof. Dr. Stefan Nehrer, Krems/Österreich 1. Vizepräsident Prim. Dr. Josef Hochreiter, Linz/Österreich 2. Vizepräsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr Alexander Giurea, Wien/ Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Karl Knahr, Wien/ Österreich Schriftführer Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Wiener Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Silvia Konstantinou Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 405 13 83 23 E-Mail: sk@medacad.org DGOU-Geschäftsstelle Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 00 Fax: (0 30) 340 60 36 01 office@dgou.de www.dgou.de Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Mitglieder dieser Vereine erhalten die Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft. 648 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

p. 8

Impressum 1/1 Anzeige Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013 Februar 2012 649

[close]

p. 9

Nachrichten Kurz und bündig Honorare für Gutachten wurden angepasst Die Honorare für Gutachten laut Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG) wurden ab 1. August 2013 angepasst. Für Leistungen der in Abschnitt O des Gebührenverzeichnisses für ärztliche Leistungen (Anlage zur Gebührenordnung für Ärzte) bezeichneten Art bemisst sich das Honorar nach dem 1,3 fachen Gebührensatz. § 4 Absatz 2 Satz 1, Absatz 2a Satz 1, Absatz 3 und 4 Satz 1 und § 10 der Gebührenordnung für Ärzte gelten entsprechend; im Übrigen bleiben die §§ 7 und 12 unberührt. So erhält ein Sachverständiger in der Honorargruppe M1 = 65 Euro/Stunde, in M2 = 75 Euro/Stunde, und M3 = 100/Euro/Stunde. (VLOU) OPS 2014 veröffentlicht Das DIMDI hat die endgültige Fassung der Version 2014 des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) veröffentlicht. Eingeflossen sind 264 Vorschläge und zusätzliche Anforderungen aus der Weiterentwicklung des Entgeltsystems für Krankenhausleistungen: www.dimdi.de → Klassifikationen, Terminologien, Standards → OPS → OPS 2014 online (DIMDI) „Jeden kann es treffen“ neu erschienen Das Buch „Jeden kann es treffen – Gesichter jenseits der Statistik“ ist jetzt in zweiter, überarbeiteter Auflage erschienen. Bereits die Erstauflage aus 2009 hat große Beachtung in der Öffentlichkeit erfahren. Die Publikation ist das Ergebnis einer Kooperation der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) – der die Produktion finanziert hat – und Ina Kutscher, selbst Unfallopfer und Initiatorin des Projekts „Jeden kann es treffen“. Ina Kutscher lässt Unfallopfer, Hinterbliebene, Ersthelfer und Unfallverursacher ihr Erlebtes in eigenen Worten erzählen, ihre Portraitfotos geben den Zahlen und Statistiken Gesichter. Die dargestellten Einzelschicksale machen deutlich, dass Verkehrsunfälle Familien zerrütten, Existenzen zerstören und immer auch tiefgreifende Spuren bei den Helfern hinterlassen. Damit erweitert das Buch die in der Öffentlichkeit oft genug sehr abstrakt geführte Diskussion um entscheidende Aspekte – Mitgefühl und Menschlichkeit. Schließlich sind es Menschen, die unvermittelt Opfer schwerer Unfälle werden, und die doch zu oft hinter nüchternen Zahlen und Statistiken verborgen bleiben. Die DGU unterstützt dieses Buch ausdrücklich und tatkräftig. Als Fachgesellschaft sieht sie gemeinsam mit ihrer Arbeitsgemeinschaft „Prävention von Unfällen“ eine ihrer wichtigsten Aufgaben darin, Unfälle zu vermeiden. Elke Leopold DGOU jetzt neu bei Facebook Die DGOU wird interaktiv: Zum Auftakt des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin hat die DGOU eine Facebook-Fanpage gestartet: www.facebook. com/dgou.ev. Dort gibt es ab jetzt News, Veranstaltungstipps, Fotos und viele andere interessante Infos. Wir freuen uns auf viele Besucher und Kooperationen! (MBA) DGOU jetzt neu bei Facebook Mitte Oktober 2013 hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ihre neue Website freigeschaltet: www.dgou.de. Diese enthält jetzt sehr viel mehr Informationen als bislang und soll stetig weiter ausgebaut werden. Unter anderem bietet die DGOU dort in Kooperation mit dem Thieme Verlag und Stepstone eine Jobbörse für den Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie an: www.dgu-online.de/dgu/stellenboerse.html (MBA) Jeden kann es treffen Das Buch kann kostenfrei in der DGU-Geschäftsstelle bestellt werden: office@dgu-online.de Weitere Informationen: www.jeden-kann-es-treffen.de 650 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

p. 10

Nachrichten TKmed® auf Überholspur Foto: MSD/Angelika Bardehle Das Projekt TKmed ®/TeleKooperation TNW® erntet in diesem Jahr Lorbeeren: den Telematik Award sowie den Karl Storz Telemedizinpreis. Auf der Internationalen Funkausstellung Berlin (IFA) im September 2013 wurde das Projekt TKmed®/TeleKooperation TNW® – das bundesweite Netzwerk für Telekooperation in der Medizin mit dem Telematik Award im Bereich der Human Telematik ausgezeichnet. Der renommierte Preis würdigt die besondere Entwicklungsleistung und anwenderfreundliche technische Umsetzung. Zudem wurde am 7. November die interdisziplinäre „Arbeitsgemeinschaft Telekooperation“ der AUC – Akademie der Unfallchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) für TKmed® – mit dem Karl Storz Telemedizinpreis des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Damit würdigt die DGTelemed (Deutsche Gesellschaft für Telemedizin) gleichzeitig das Engagement der DGU, durch telemedizinische Anwendungen die Schwerverletztenversorgung zu optimieren. Gemeinsam entwickelt von der AUC-Akademie der Unfallchirurgie, einer Tochter der DGU, sowie den Technologiepartnern CHILI GmbH und pegasus GmbH ermöglicht das innovative System die multidisziplinäre, bundesweite und sektorenübergreifende Vernetzung medizinischer Dienstleister. Derzeit sind zirka 80 Kliniken über TKmed® miteinander vernetzt und nutzen den schnellen, sicheren und datenschutzkonformen Transfer von Bild- und Patientendaten (Befunde, Arztbriefe etc.). TKmed® kann zur Notfallkonsultation und zur Einholung von Zweitmeinungen eingesetzt werden. Teleradiologie nach RöV ist ebenfalls möglich. Ein erweitertes Befundmanagement, die Möglichkeit von standortübergreifenden Tele-Konferenzen sowie volle Funktionalität auch am privaten Rechner im Rufdienst erleichtern die tägliche klinische Arbeit enorm. Weitere Informationen finden Sie auf: www.tkmed.org. (DGU) Prof. Dr. Steffen Ruchholtz, Sprecher des Arbeitskreises zur Umsetzung Weißbuch/TraumaNetzwerk DGU® (hinten, 3. v. li.), nahm am 18. September 2013 den MSD-Gesundheitspreis entgegen. TraumaNetzwerk DGU® gewinnt MSDGesundheitspreis Für die flächendeckende Verbesserung der Schwerverletztenversorgung in Deutschland wurde das TraumaNetzwerk DGU® der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) e. V. am 18. September dieses Jahres mit dem 1. Preis des MSD-Gesundheitspreises 2013 ausgezeichnet. Mit dem MSD-Gesundheitspreis werden wegweisende Versorgungsprojekte geehrt, die zu einer Verbesserung der flächendeckenden Patientenversorgung beitragen können, die finanzierbar und deren Effekte nachweisbar sind. Der Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert und stand in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Von den 35 eingereichten Versorgungsprojekten schafften es zehn in die Endrunde – aus diesen ermittelte die Jury schließlich sechs Preisträger. Das TraumaNetzwerk DGU® war das einzige Projekt aus dem Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie. Es erhielt von der Jury einen der beiden ersten Preise. (EL) Mediziner so positiv gestimmt wie nie Seit 2006 befragt die Stiftung Gesundheit zweimal jährlich Ärzte nach ihrer Stimmung. Im Herbst dieses Jahres erreichte diese ein Rekordhoch. Mit einem Index von -2,6 beurteilen die Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in Deutschland im Herbst 2013 ihre wirtschaftliche Lage positiver als je zuvor. Im Frühjahr hatte der MKI bei -6,4 gelegen - schon damals war ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Optimistische Spitzenreiter bleiben auch im Herbst die Zahnärzte mit einem MKI von + 15,6 (Frühjahr: + 8,9). Sehr viel positiver als noch vor einem halben Jahr blicken die Psychologischen Psychotherapeuten mit einem MKI von + 6,3 in die Zukunft (Frühjahr: - 7,0). Einzig die Ärzte zeigen sich mit einem MKI von - 9,6 etwas pessimistischer (Frühjahr: - 9,2). Quelle: Stiftung Gesundheit Der Medizinklimaindex im Zeitverlauf Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013 651

[close]

p. 11

Nachrichten Verspätete Behandlungen kosten Deutschland jährlich 217 Millionen Arbeitsstunden Eine Millionen mehr Beschäftigte als bisher könnten täglich zur Arbeit gehen, wenn sie besseren Zugang zu frühzeitiger Intervention bei muskuloskelettalen Erkrankungen (MSD) wie Rückenschmerzen hätten. Dies ist einem von der Work Foundation verfassten Bericht der Fit for Work Europe Coalition zu entnehmen, der im Oktober 2013 in Brüssel vorgestellt wurde. Nachdem viele EU-Mitgliedsstaaten damit rechnen müssen, dass bis 2030 bei 50 Prozent der Bevölkerung muskuloskeletale Erkrankungen diagnostiziert werden, rät der Bericht dringend dazu, einer frühzeitigen Behandlung von MSD höchste Priorität einzuräumen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Darüber hinaus veranschaulicht die Studie, wie mit Hilfe eines erprobten und bewährten Modells dauerhafte Arbeitsbeeinträchtigungen länderübergreifend um 50 Prozent reduziert werden könnten. MSD gelten als die EU-weit häufigste Ursache für krankheitsbedingte Ausfälle: 44 Millionen Beschäftigte leiden an muskoskelettalen Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Verspannungen in Nacken, Schultern und Armen. Die Fehlzeiten und Produktivitätsausfälle verursachen jährlich Kosten in Höhe von bis zu 240 Milliarden Euro. Das entspricht zwei Prozent des EU-weiten Bruttoinlandprodukts. Der Bericht fordert deshalb die EU-Mitgliedsstaaten auf, zwischen Regierungsbehörden, Arbeitgebern und Medizinern koordinierte Maßnahmen zu ergreifen, um das Problem anzugehen und Kosten in Milliardenhöhe einzusparen sowie den von den massiven Beschwerden Betroffenen zu helfen. Land Fehltage in Folge von MSD Muskuloskeletale Erkrankungen verursachen jährlich in Europa Kosten von bis zu 240 Milliarden Euro. „Unsere Analyse hat ergeben, dass der Zugang zu frühzeitiger medizinischer Intervention für Beschäftigte mit MSD derzeit keine Priorität hat“, sagte Prof. Stephen Bevan, Gründungspräsident der Coalition, die praktizierende Ärzte, PatientenverbänZahl der zur Verfügung stehenden Beschäftigten bei einer Reduzierung um 25 % 307.675 39.773 29.545 24.704 15.208 8.750 7.955 5.860 3.586 2.807 1.584 1.164 448.610 Zahl der zur Verfügung stehenden Beschäftigten entsprechend der in Madrid erzielten Ergebnisse 479.973 62.045 46.091 38.538 23.724 13.650 12.409 9.142 5.594 4.379 2.472 1.815 699.832 Deutschland Großbritannien Spanien Polen Frankreich Österreich Irland Finnland Rumänien Slowenien Griechenland Estland Gesamt 217 Mio. 35 Mio. 26 Mio. 21,7 Mio. 13,4 Mio. 7,7 Mio. 7 Mio. 5,15 Mio. 3,15 Mio. 2,47 Mio. 1,2 Mio. 1,02 Mio. 102 Mio. Tabelle Fehltage aufgrund muskuloskelletaler Erkrankungen in Europa: Da die Bezeichnung von Patienten bei Frühinterventionsdienstleistungen in den Ländern erheblich variiert, basieren die hier erhobenen Daten auf einer vorsichtigen Schätzung zur Verbesserung der Gesamtsituation um 25 Prozent, statt um die in Madrider Klinik erzielten 39 Prozent. Nichtsdestoweniger wäre die Zahl verhinderter Ausfälle auch bei dieser konservativen Schätzung erheblich und zeigt die signifikante Wirkung, die ein breiterer Zugang zu früher Intervention EU-weit erzielen würde. 652 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

p. 12

Nachrichten de, Ökonomen und Forscher vertritt, die sich für gesundheitsfördernde Bedingungen für Arbeitnehmer einsetzen. „Tausende Beschäftigte sind unnötig lange krank oder fallen dauerhaft aus, obwohl bewährte Maßnahmen dabei helfen könnten, ihre Genesung zu beschleunigen und sie früher an den Arbeitsplatz zurückzubringen“, fügte er hinzu. Frühzeitige Behandlung reduziert Fehlzeiten An einer Klinik für frühzeitige Interventionen bei MSD in Madrid wurde ein zweijähriger erfolgreicher Modellversuch durchgeführt. Auf Grundlage der hier gewonnenen Daten hat die Fit for Work Europe Coalition eine Hochrechnung erstellt, die einen vergleichbaren Erfolg für zwölf EU-Mitgliedstaaten in Aussicht stellt. 13.000 Arbeitnehmer mit MSD wurden nach fünf Krankheitstagen untersucht und behandelt. Dadurch gelang es der Madrider Klinik, die temporären Fehlzeiten um 39 Prozent und Fälle dauerhafter Arbeitsunfähigkeit um 50 Prozent zu reduzieren. Der Bericht erläutert die Implikationen dieser Ergebnisse für zwölf EU-Mitgliedstaaten und legt Schätzungen für alle 28 EU-Mitgliedstaaten vor. „Wenn dieses Vorgehen in der gesamten EU wiederholt würde, könnten unseren Schätzungen zufolge täglich bis zu einer Million Beschäftigte, die derzeit ausfallen, am Arbeitsplatz zur Verfügung stehen“, fuhr Bevan fort. „Dies würde zu einem deutlichen Produktivitätsschub führen sowie Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall spürbar reduzieren. Und das zu einer Zeit, in der die Mitgliedstaaten gezwungen sind zu sparen und ihr Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Selbst wenn die Fehlzeiten statt um 39 Prozent nur um 25 Prozent reduziert würden, stünden unseren Berechnungen zufolge täglich 640.000 Beschäftigte mehr zur Verfügung.“ Die Studie unter Federführung von Prof. Juan Jover hat gezeigt, dass ähnliche Ergebnisse alleine in Spanien, wo jährlich 26 Millionen Arbeitstage MSD-bedingt ausfallen, dazu führen würden, dass täglich 46.000 Beschäftigte zur Verfügung stünden, die derzeit gesundheitsbedingt fehlen. Wie der Tabelle zu entnehmen ist, ergeben sich für die elf weiteren EU-Mitgliedsstaaten ähnlich signifikante Werte. In Deutschland, wo jährlich 217 Millionen Arbeitsfehltage aufgrund von MSD verzeichnet werden, könnten bis zu 480.000 Menschen mehr pro Tag als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen (39 Prozent). Quelle: Fit for Work Europe Hinweis: Fit for Work ist ein Projekt der Work Foundation und wird von AbbVie und GE Healthcare unterstützt. 1/2 Anzeige Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013 653

[close]

p. 13

Politik H O N O R A R S I T U AT I O N I N O & U KBV stellt sich der Realität Spitz könnte man formulieren, jetzt geht es den Orthopäden und Unfallchirurgen wirklich schlecht – denn in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verlieren sie das Image der „Jammernden auf hohem Niveau“. Auch dort dringen die herben Verluste, die das Fach zu verzeichnen hat, ins Bewusstsein vor. Zuviel pauschaliert Man könnte EBM-Verluste rechtfertigen, wenn die Kosten in den OU-Praxen gesunken wären. Dem ist aber nicht so, im Gegenteil, es hat Kostensteigerungen gegeben. Parallel sind auch die Überschüsse der OU gesunken. Ursächlich für die Vergütungsverluste sind die enormen Pauschalierungen im EBM: „Im Grunde haben Sie vier Leistungen, die 90 Prozent Ihres Leistungsspektrums abdecken. Dies in Kombination mit der Tatsache, dass wir bisher immer feststellen mussten, dass die fachärztlichen Grundversorger – und dazu zähle ich auch die konservativen Orthopäden – Verlierer jeder EBMReform waren.“ Kassen überzeugen Die Einsicht, die in der KBV reift, steht bei den Kassen allerdings noch aus. Bislang galt die Selbstverwaltung mit den Kassen als Bastion der Ignoranz gegenüber der Situation der OU. Doch jetzt der Schwenk: „Man muss feststellen, es gibt Handlungsbedarf bei der Gruppe“, bekannte Dr. Andreas Köhler, 1. Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) während des DKOU in einem Vortrag auf Einladung von Dr. Andreas Gassen und Prof. Dr. Karl-Dieter Heller zum Seminar „Vergütungs- und Honorarsystem: Wie werden wir in Zukunft bezahlt?“. OU haben signifikante Verluste erlitten Die Orthopäden und Unfallchirurgen hatten in den Jahren 2000 bis 2012 einen Rückgang beim GKV-Umsatz von 1,1 Milliarden auf 985 Millionen Euro zu verzeichnen. Der Anteilsverlust sei signifikant, wie Dr. Andreas Köhler ausführte. Damit gehören die OU neben den Gynäkologen und HNO-Ärzten zu den Verlierern. Andreas Köhler legte in seinem Vortrag Zahlen vor, die die schlechte Lage im Fach O&U verdeutlichen. Beispiel GKV-Umsatz pro OU: In den Jahren zwischen 2000 und 2012 stieg die ärztliche Vergütung um 15 Prozent an. Nicht so bei den OU, die einen Umsatzrückgang zu verzeichnen hatten. Zurückzuführen sei diese Entwicklung auch auf Umverteilungen zwischen den Fachgruppen. Einen nicht unerheblichen Anteil hätten die Medizinischen Versorgungszentren in Anspruch genommen, deren GKV-Anteil mittlerweile bei zehn Prozent liege – nebenbei ein Signal des Wechselwindes in der Versorgungslandschaft. Aber allein daran liege es nicht, so Dr. Andreas Köhler, und prüfte mehrere Antworten auf deren Erklärungskraft für die Verluste: ■ „Mehr Orthopäden?“ – Nein, deren Zahl ist, wenn auch leicht, eher rückläufig. ■ Nächster Versuch: „Sind es mehr Fälle?“ – Nein, es gibt einen Fallzahlrückgang, aber auch einen moderaten Anstieg des Honorarumsatzes je Fall von 45 auf 48 Euro –, das heißt, keine Auswirkungen. ■ Schließlich: Es sind EBM-Effekte, die dies verursachen. Den Handlungsbedarf sieht Dr. Andreas Köhler in der Herstellung der Chancengleichheit zu anderen Facharztgruppen. Dazu sei die Gesetzliche Krankenversicherung zu informieren, dass die O&U ihr Image, „denen geht es gut“ längst verloren hat. Konkreten Handlungsbedarf sieht der KBV-Chef weniger bei den operativ tätigen OU, sondern gezielt müssen die konservativ tätigen OU gefördert werden. Die Stärkung der konservativen Schiene soll auch bei Gynäkologen und HNO-Ärzten erfolgen. „Wir müssen das orthopädische Leistungsspektrum wieder abbilden“, so Dr. Andreas Köhler. Grundleistungen sollen außerhalb der budgetierten, morbiditätsbedingten Gesamtvergütung zu festen Preisen vergütet werden. Dies auch, weil sonst eine flächendeckende fachärztliche Versorgung im ländlichen Bereich gar nicht mehr sichergestellt werden kann. Unter besonderem Schutz Dr. Köhler erläuterte auch noch die ärztliche Zielstruktur der KBV, in der eine wohnortnahe, fachärztliche Versorgung 654 Foto: KBV Dr. Andreas Köhler, KBV: „Es gibt Handlungsbedarf bei der Gruppe.“ Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

p. 14

Politik D E R FA D E N G E H T N I C H T V E R L O R E N Die Fachärzte haben ein Gremium gewählt, das den KBV-Vorstand beraten wird. Das Gremium besteht aus fünf hauptamtlichen KV-Vorständen. Aufgrund seiner Funktion als einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Vertreterversammlung und der damit verbundenen engen Anbindung an den Vorstand wurde Dr. Andreas Gassen zum Sprecher des Gremiums ernannt. Assoziiert sind auch die Vorsitzenden der Beratenden Fachausschüsse Psychotherapie und fachärztliche Versorgung, Dieter Best und Dr. Horst Feyerabend. „Wir werden die Fäden nicht aus der Hand geben und die ärztliche Selbstverwaltung arbeitsfähig halten“, so Dr. Andreas Gassen. Die Arbeit am neuen EBM wird unvermindert fortgesetzt. Die gewählten Gremiummitglieder: ■ ■ ■ ■ ■ Dr. Sigrid Ultes-Kaiser, Rheinland-Pfalz Dr. Ralph Ennenbach, Schleswig-Holstein Dr. Hans-Joachim Helming, Brandenburg Dr. Norbert Metke, Baden-Württemberg Dr. Pedro Schmelz, Bayern Neukalkulation im EBM Im Zuge der EBM-Reformen werden die Parameter für die OU erhöht – was zu einer Neukalkulation der EBM-Leistung führt. Auch die Sachkostenpauschale wäre neu zu bewerten. Besonders wichtig sei es, die vier Pauschalen aufzulösen: „Die Leistungen, die über diese Pauschalen nicht mehr abgebildet werden, müssen ausgegliedert werden“, schloss Dr. Andreas Köhler. Dr. Andreas Gassen zum Abschluss: „Wir werden alles daran setzen, den konservativen Orthopäden in der Praxis zu erhalten. Die KBV ist bereits in der Anerkenntnis dieses Fakts weit vorangekommen. Gemeinsam werden wir auch die Gesetzliche Krankenkassen von der Notwendigkeit überzeugen.“ Joachim Stier ebenso definiert wird wie eine spezialisierte. Letztere wird eher im Zusammenhang mit der stationären Grund- und Regelversorgung in Ober- und Mittelzentren zu sehen sein. Sie ist übrigens nicht zu verwechseln mit der Ambulanten Spezialisierten Versorgung, die eine Teilmenge der Spezialisierten Versorgung ist. Wo gehören die OU hin? Fallbezogen werden sich die Orthopäden dort jeweils einsortieren. Mit der fachärztlichen Pauschale für die Grundversorger wird mit dieser Systematik seit 1. Oktober begonnen. Dabei wird fallbezogen definiert, ob der OU Grundversorger oder spezialisiert tätig ist. In dieses Konstrukt flossen auch alle Zuwächse im fachärztlichen Versor- gungsbereich – also nicht nur die zusätzlich verhandelten 126 Millionen Euro aus dem Verhandlungsjahr 2012/2013. Und für 2014 wird es nochmals 70 Millionen Euro dazu geben. Aus diesem Finanzvolumen der PFG (Pauschale Fachärztliche Grundvergütung) soll den konservativen Orthopäden ein Zuwachs in Höhe von 5,9 Prozent ermöglicht werden: „Hier spiegelt sich die Bedürftigkeit dieser Gruppe wieder, denn dies liegt über dem Bundesdurchschnitt. Die konservativen Orthopäden sind damit der Gruppe zugeordnet, die besonders geschützt werden müssen“, führte Dr. Andreas Köhler aus. Joachim Stier, freier Journalist, Aachen/Berlin KO A L I T I O N S V E R T R A G Relevante Themen für O&U Die Verhandlungen in der großen Koalition, die in jedem Fall notwendige Neubesetzung des Bundesgesundheitsministeriums und die zwischenzeitlich immer wieder durchsickernden Verhandlungsargumente von Jens Spahn und Karl Lauterbach haben verständlicherweise alle Mediziner interessiert. Nun ist er also geboren, der Koalitionsvertrag. Darin steht einiges, was die Ärzte in ihrer Gesamtheit, aber auch Orthopäden und Unfallchirurgen interessiert. Der Koalitionsvertrag enthält einige Punkte, die die Ärzte im Allgemeinen und die Orthopäden und Unfallchirurgen im Besonderen interessieren dürften. Das Kapitel Gesundheit und Pflege umfasst immerhin elf Seiten und ist damit mehr als dreimal so lang wie dasjenige über die soziale Sicherheit. Einige Aspekte, die für O&U relevant sind, werden dort detailliert abgehandelt. Ambulante Gesundheitsversorgung Die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen wird für die ambulante Gesundheitsversorgung nachdrücklich unterstrichen. In unterversorgten Gebieten sollen die Krankenhäuser verbesserte Möglichkeiten zur Zulassung im ambulanten Bereich erhalten. Wartezeiten auf einen Facharztter- min sollen durch eine zentrale TerminServicestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) reduziert werden. Den Hausärzten wird eine größere Mitsprache in den Vertreterversammlungen der KV eingeräumt. Die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliche Gesundheitsberufe soll gestärkt und die Substitution ärztlicher Leistungen soll in Modellvorhaben evaluiert werden. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013 655

[close]

p. 15

Politik Notfallversorgung). Auch die Universitätskliniken und Krankenhäuser der Maximalversorgung sollen im DRG-System besser vergütet werden. Dies gilt auch für die Leistungen der Hochschulambulanzen. Masterplan Medizinstudium 2020 Ein „Masterplan Medizinstudium 2020“ plädiert für eine zielgerichtete Auswahl der Studienplatzbewerber, die Förderung und Praxisnähe und Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium. Dass auch dieses Thema nicht kurzfristig gelöst werden kann, wurde beim eben zu Ende gegangenen Workshop über „Die Finanzierung der Weiterbildung“ der DGOU klar. Wir werden darüber berichten. Schwarz-Rot widmet dem Kapitel Gesundheit und Pflege ganze elf Seiten des Koalitionsvertrages. Einige Punkte sind für O&U von großem Interesse. Foto: Fotolia Präventionsgesetz Noch 2014 soll ein Präventionsgesetz verabschiedet werden, das die Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten wie Kita, Schule, Betrieb und Pflegeheim und die betriebliche Gesundheitsförderung stärkt und alle Sozialversicherungsträger einbezieht. Auch das im großen Umfang ein Thema für O&U. Was wird sich davon als realistisch herauskristallisieren? Erfordert dies alles Berücksichtigung und Maßnahmen bei DGOU und BVOU? In der WELT am Sonntag (Nr. 48/2013) heißt es: „Die politische Haltbarkeit solcher Dokumente war schon immer sehr begrenzt, zeigt die Geschichte der Bundesrepublik… Ob eine Regierung Erfolg hat, hängt von Mut und Tatkraft ab – nicht vom Vertrag!“ Dennoch – vorausgesetzt, dass die SPDBasis dem Koalitionsvertrag zustimmt – werden sich BVOU und DGOU auf den Weg machen, um den ein oder anderen Aspekt des Koalitionsvertrages für sich auszuloten. Maßnahmen, die ein gewisses Misstrauen den Forderungen der Ärzteschaft gegenüber darstellen. Dazu gehört auch, dass die Sektoren übergreifende Qualitätssicherung mit Routinedaten ausgebaut werden soll – ein Projekt, das wohl mindestens zwei Legislaturperioden benötigt. Und dazu gehört auch, dass ein neuer Straftatbestand Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen im Strafgesetzbuch geschaffen werden soll. Für Orthopädie und Unfallchirurgie besonders interessant sind die vorgesehenen strukturierten Behandlungsprogramme – so auch für die Behandlung von Rückenleiden. Krankenhausversorgung Die Qualität der Krankenhausversorgung soll verbessert werden. Dafür soll ein neues Qualitätsinstitut (haben wir nicht schon genug?) eingerichtet werden, in dem Sektoren übergreifend die Daten gesammelt und publiziert werden. Besonders interessant ist die Verkoppelung von Qualität und Quantität in der Leistungserbringung. Leistungen mit nachgewiesen hoher Qualität sollen nämlich von Leistungsabschlägen ausgenommen werden können, was ja eine differenzierte Qualitätsbeurteilung in den Krankenhäusern erfordert. Wie schwierig diese ist, zeigt der Umgang mit dem AOK-Navigator (siehe: „Der AOK-Navigator vor Ge- richt“, Seite 705). Für vier vom Gemeinsamen Bundesausschuss ausgewählte planbare Leistungen sollen die Krankenkassen in den Jahren 2015 bis 2018 modellhaft Qualitätsverträge schließen dürfen. Das ist quasi ein Einstieg in Selektivverträge. Das gewisse Misstrauen den Ärzten gegenüber zeigt sich auch in der nun eingeforderten Zweitmeinung bei Operationen. Hierüber ist bei der Aufklärung verbindlich zu informieren. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen (!). Ein besonders wichtiger Aspekt ergibt sich für das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). Die Koalition möchte nämlich als ersten Schritt ein Transplantationsregister und ein ImplantateRegister aufbauen, wofür die Datenlieferung verpflichtend ist. Bestehende Register sollen in diese Projekte einbezogen werden, wozu sicher das EPRD gehört. Dies wäre ein starker Anschub für das Register, das am 1. Januar 2014 in den Echtbetrieb geht. Die von der OECD geäußerte Kritik am deutschen DRG-System (siehe: „Die Hütte brennt“, OUMN 3/2013, Seite 246) ist auch bei den Koalitionspartnern angekommen. Vorhaltekosten von speziell ausgestatteten Krankenhäusern sollen berücksichtigt werden (zum Beispiel Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard, Generalssekretär DGOOC 656 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2013

[close]

Comments

no comments yet