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internationales mailart-projekt blick aus dem fenster 2010 mailart kunstforum weilheim www.mail-art-projekt.kunstforum-weilheim.de
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internationales mailart-projekt blick aus dem fenster 2010 katalog herausgeber kunstforum weilheim www.kunstforum-weilheim.de www.mail-art-projekt.kunstforum-weilheim.de c/o stadtmuseum weilheim marienplatz 1 d-82362 weilheim germany
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internationales mailart-projekt ein projekt des kunstforums weilheim die projektgruppe blick aus dem fenster 2010 thorsten fuhrmann initiator projektleiter susanne kohler eingangsbearbeitung inventarisierung fotos scan dokumentation ausstellungsaufbau workshop katalog horst esser recherche einladungen mirja lang layout mailart-aufruf richard maier internet-seiten layout internet und katalog webmaster ilka niederfeld layout ausstellungseinladung plakat wolf schindler Öffentlichkeitsarbeit recherche finanzen katalog heiner welchert dokumentation hans-erhardt wobbe ausstellungsplanung und -aufbau gabriele weber kay reinhard renata nemitz u.a ausstellungsaufbau/vernissage ellen zybill robert robin englisch-Übersetzungen rudolf bruns portugiesisch-Übersetzungen unterstützung des projekts stadt weilheim i.ob ragnhild thieler stadträtin und kulturreferentin kester haeusler-stiftung fürstenfeldbruck sparda-bank geschäftsstelle weilheim margarete neuerburg huglfing ausstellung im stadtmuseum weilheim 24.04 30.05.2010 katalog herausgeber © kunstforum weilheim 2010 redaktion thorsten fuhrmann susanne kohler richard maier wolf schindler textbeiträge 1.bürgermeister der stadt weilheim i ob thorsten fuhrmann lutz wohlrab wolf schindler textdurchsicht monika fink margarete neuerburg Übersetzungen ellen zybill robert robin fotos susanne kohler reinhard giebelhausen wolf schindler rechte der abgebildeten einsendungen werkabbildungen © bei den künstlern rechte der textbeiträge und fotos © bei den autoren grafik layout richard maier böbing druck buch und offsetdruckerei häuser kg köln schrift futura auflage 500
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grußwort des 1 bürgermeisters von weilheim i obb den mitgliedern des kunstforums war es immer schon wichtig sich mit anderen künstlern auszutauschen und ihre ausstellungen auch in anderen städten zu präsentieren wieder einmal ist es dem kunstforum gelungen ein interessantes kunstprojekt durchzuführen erstmals wurde in weilheim das mail-art-projekt zum thema blick aus dem fenster gestartet Über 300 künstler aus der ganzen welt fühlten sich angesprochen und haben mitgemacht das zeigt wie groß das interesse der künstler daran ist sich über grenzen hinweg auszutauschen und andere künstler und interessierte an ihrem blick durchs fenster teilhaben zu lassen weilheim hat eine große künstlerische vergangenheit in diesem jahr steht weilheim ganz im zeichen der 1000-jahr-feier wir wissen dass künstler immer schon gereist sind um ihren horizont zu erweitern und zu sehen wie andere künstler arbeiten freilich war es vor hunderten von jahren etwas beschwerlicher und umständlicher andere länder zu erreichen als dies heutzutage der fall ist aber trotzdem haben es viele künstler auf sich genommen andere städte und länder und deren kunst kennen zu lernen und so ihren stil weiter zu entwickeln die 1000-jahr-feier soll nicht nur anlass sein zurückzuschauen sondern auch in die zukunft zu blicken das mail-art-projekt ist eine moderne form wie künstler heutzutage miteinander in verbindung treten es ist gelungen dass sich über 300 künstler aus der ganzen welt mit ihrem blick aus dem fenster bei uns in weilheim versammeln ich möchte mich bei allen mitgliedern des kunstforums bedanken die sich mit diesem projekt beschäftigt haben allen voran bei herrn wolf schindler und herrn thorsten fuhrmann der die projektleitung übernommen hat im namen der stadt weilheim und persönlich wünsche ich der ausstellung zahlreiche besucher und viel erfolg und bin jetzt schon gespannt auf das nächste projekt des kunstforums markus loth 1 bürgermeister
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mailart-projekt blick aus dem fenster die idee von thorsten fuhrmann welt/außenwelt rahmung und ordnung die frau im fenster und als motiv auffallend viele katzen am fenster es überwiegen collagen und fotografien neben zeichnungen und malerei die gliederung nach ländern nach techniken oder alphabetisch nach künstlern wird der vielfalt der einsendungen nicht gerecht ein strenges raster oder eine eindeutige führungslinie gibt es nicht wir haben uns mit abweichungen an der fortlaufenden eingangsnummer orientiert besonders freut mich dass sich neben bekannten mailart-künstlern und -archivaren wie anna banana buz blurr ryosuke cohen john held jr ruud janssen birger jesch peter küstermann francis van maele jürgen o olbrich dawn redwood auch viele lokale ersttäter an unserem projekt beteiligt haben aus der vielzahl der einsendungen möchte ich einige hervorheben drei historische arbeiten zeigen wir in der ausstellung eine filigrane zeichnung von dawn redwood aus den 1980er jahren eine postkarte von guillermo deisler von19867 und eine anthologie von dr klaus groh aus dem jahr 1978 zum thema blick aus meinem fenster ein künstler war damals wie heute beteiligt horst tress das thema post und fenster hat die 11 klasse des gymnasiums in bad oeynhausen umgesetzt indem die schüler einheitliche fensterbriefumschläge bearbeitet haben dass mailart ein netzwerk ist zeigt luigino solamito sein charakteristischer kopf-stempel erscheint auch in der arbeit braincell von ryosuke cohen manche arbeiten wirken auf den ersten blick recht unscheinbar verweisen jedoch auf weitere zusammenhänge die übermalten fotokopien von buz blurr zeigen eine kirche und den blick von einem kirchturm diese ehemalige kirche ist ein kulturzentrum in minden wohin regelmäßig peter netmail küstermann zu einem weltweiten mailart und performance-festival einlädt für ein wochenende ist minden dann das zentrum der mailart-welt die kleine auswahl zeigt bereits dass sich die teilnehmer mit viel spaß und kreativität mit dem thema auseinandergesetzt haben ob lokaler künstler schüler oder documenta-teilnehmer mit der petersburger hängung sind die werke gleichwertig präsentiert während der ausstellung haben wir ein buch von lutz wohlrab über robert rehfeldt den wichtigsten mailart-künstler der ddr präsentiert sowie die edition instructions und postkarten von thorsten fuhrmann außerdem lagen viele mailart-aufrufe zum mitnehmen und mitmachen aus führungen und workshops in denen wir anregten eigene beiträge zu aktuellen mailart-aufrufen zu schaffen haben wir am 08.05 für kinder von 8 bis 14 jahren und für erwachsene angeboten die einträge in unserem gästebuch sind durchgehend positiv das bestärkt uns weiter an internationalen projekten zu arbeiten seit vielen jahren beschäftige ich mich mit fluxus und mailart nehme an internationalen ausschreibungen teil und habe selbst eigene projekte durchgeführt1 das engagement der einwohner weilheims für das kandinsky-bodenbild auf dem marienplatz 2009 gab für mich den anstoß hier ein mailart-projekt zu initiieren nach gesprächen mit wolf schindler und einer präsentation vor dem sprecherrat des weilheimer kunstforums gründete sich im sommer 2009 eine arbeitsgruppe die das projekt durchführen wollte unser thema blick aus dem fenster funktioniert in zwei richtungen der blick nach außen auf die welt und der blick nach innen auf sich selbst eine spannende gegenüberstellung von sichtweisen regionaler und internationaler künstler 2 3 während der 1000-jahr-feierlichkeiten in weilheim was ist mailart mailart ist kunst deren wesentliches merkmal der versand per post ist4 neue medien wie internet und email sind inzwischen selbstverständlicher bestandteil der kommunikation und dokumentation in der mailart geht es nicht um preise und titel oder qualifikationen sondern gleichermaßen um die freude am künstlerischen gestalten wie um die auseinandersetzung mit einem thema neben der gemeinschaft ist ein weiterer schwerpunkt der austausch in ausstellungen und in publikationen mailart umfasst viele spielarten eine davon ist der offene themenbezogene aufruf hierbei gibt es keine festgeschriebenen richtlinien aber als grundlage seriöser projekte gelten keine jury präsentation aller eingesandten arbeiten5 kein kauf/kein verkauf kein rückversand der werke dokumentation/katalog des projekts die umsetzung das kunstforum leistete starthilfe mit der finanzierung einer eigenen website www.mail-art-projekt.kunstforum-weilheim.de und dem druck des aufrufes die einladungen verschickten wir zunächst an künstler in unserem umfeld parallel dazu recherchierten wir weltweit nach künstlervereinigungen kunstvereinen und künstlern die wir dann per email einluden wir haben lediglich die maße und die anzahl der arbeiten pro künstler begrenzt die technik hingegen frei gestellt erfahrungsgemäß spielen viele künstler mit den grenzen die ein projekt oder der postversand vorgeben von november 2009 bis anfang april 2010 erhielten wir mehr als 400 beiträge von 322 künstlern aus über 30 ländern6 die ausstellung die ausstellung wurde vom 24.04 bis zum 30.05.2010 im stadtmuseum weilheim gezeigt die vernissage fand mit ca 120 gästen am 30.04 statt mit insgesamt 1000 besuchern war die ausstellung ein voller erfolg das spektrum der einsendungen ist weit gefasst der blick aus dem fenster wörtlich genommen das fenster der seele innen die ziele mit dem projekt verbinden wir zwei ziele wir wollen anregungen zu eigenem künstlerischen schaffen und allen beteiligten und interessierten die möglichkeit geben kontakte zu knüpfen sehr anschaulich wird dies durch die arbeiten des künstlers ryosuke cohen aus osaka verdeutlicht er produziert seit über 25
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jahren drucke aus beiträgen die ihm künstler weltweit zusenden diese brain cells inzwischen um die 800 schickt er an die beteiligten künstler mit einer teilnehmerliste zurück und vernetzt die beteiligten künstler weltweit untereinander das zweite ziel lautet we try to put weilheim on the map wir möchten weilheim auf die landkarte der mailart setzen mit regelmäßigen projekten sind z.b ceuta in spanien minden und andere städte international bekannt geworden mit unterstützung der stadt und regelmäßigen internationalen projekten kann der slogan weilheim zieht an dann um weilheim strahlt aus erweitert werden fluxus lives 2008 one-minute-project 2009-10 wobei wir nicht die ersten waren z.b klaus groh 1978 hans heß 1993 3 damit sind im folgenden selbstverständlich immer auch künstlerinnen gemeint 4 siehe lutz wohlrab mail art ein fenster zur welt in dieser publikation 5 in der gedruckten dokumentation mussten wir uns auf eine arbeit pro künstler einschränken 6 vielen dank an den geduldigen postzusteller in wielenbach 7 leihgabe von valerie deisler berlin 1 2 mail art project view through the window the idea for many years i have been involved in fluxus and mail art participated in international public invitations and carried out projects of my own1 the enthusiastic involvement of weilheim`s population to reproducing a kandinsky painting on mary s square in 2009 inspired me to initiate here a mail art project preliminary talks with chairman wolf schindler and a presentation before the spokespersons of the kunstforum weilheim were followed in summer 2009 by the establishment of a working group supposed to implement the project our subject view through the window was to include two directions the view to the outside over the world and the view to the inside onto oneself a fascinating juxtaposition of perceptions of regional and international artists2 in the course of the 1000-yearanniversary of the first documentary mention of the settlement of weilheim by thorsten fuhrmann i was particularly pleased that aside from well-known mail artists and mail art archivists like anna banana buz blurr ryosuke cohen john held jr ruud janssen birger jesch peter küstermann francis van maele jürgen o olbrich dawn redwood we could welcome also many local beginners to our project i should like to bring out a few among the large number of submitted works three historical works were shown in the exhibition a filigree drawing by dawn redwood of the 1980s a postcard by guillermo deisler of 19866 and an anthology by dr klaus groth of 1978 about the view through my window one artist has participated since those times until today horst tress students in the 11th grade of the grammar school in bad oeynhausen tackled the subject mail and window by working on standard window envelopes luigino solamito whose typical head stamp appears also in ryosuke cohen`s work braincell underlines the fact that mail art constitutes a network though at first glance some works might seem quite inconspicuous they nevertheless reveal further connections the photocopies painted over by buz blurr show a church and the view from a church tower this former church is now a cultural center in minden where peter netmail küstermann regularly invites artists from all over the world to a mail art and performance festival for one weekend minden is then the center of the mail art world this small selection already should make clear that all participants set their wits to the subject with a lot of fun and creativity be it artist student or documenta participant using the petersburg hanging all works were presented on a par with each other during the exhibition we presented a book by lutz wohlrab about robert rehfeldt the most important mail artist in the former german democratic republic as well as the edition instructions and postcards of thorsten fuhrmann moreover we distributed plenty of mail art handouts inviting people to join on the 8th of may we offered guided tours and workshops in which we attempted to inspire children in the age of 8 to 14 and adults alike to create their own contributions to current mail art invitations the entries in our guest book were consistently positive encouraging us to continue our work on international projects what is mail art the essential feature of mail art consists in the art works being sent by mail3 new media such as the internet and email messaging have meanwhile become a natural part of communication and documentation mail art does not promise prizes honors or qualifications but is to promote the pleasure in working creatively the detailed examination of a subject as well as meetings and interchange of ideas in exhibitions and publications mail art includes many variant forms one of them is the open subject-related invitation despite the absence of established rules some principles still apply as the basis of respectable projects public presentation of all incoming works4 no jury no purchase/sale no return of the works project documentation/cataloguing the implementation the kunstforum assisted in starting the project off by financing an own website under www.mail-art-projekt.kunstforum-weilheim.de and the printing of the invitation letters we sent these invitation letters initially to artists in the environs concurrently we inquired worldwide to find artists unions art associations and artists who we would then invite per e-mail while the participants were free to use whatever technique they preferred we had to cap the dimensions and number of works every artist could submit experience has shown that many artists tend to play around with the limits set by the project or the post office between november 2009 and early april 2010 we received more than 400 contributions of some 315 artists from 35 countries5 the goals two goals are connected with this project first we intend to give suggestions for one s own artistic working offering all existing and potential participants opportunities to establish contacts this is quite clearly illustrated by the works of the artist ryosuke cohen from osaka for more than 25 years he has produced prints from contributions he receives by mail from artists all over the world he returns these meanwhile some 800 brain cells including a list of participants to the senders so networking them worldwide among each other the second goal reads we try to put weilheim on the map ceuta in spain minden and several other cities and towns have become well known to the international community owing to their regular projects with the support of weilheim`s town council and with regularly organized international projects the present slogan weilheim attracts might then well be changed into weilheim radiates fluxus lives 2008 one-minute-project 2009-10 here we were not the first e.g klaus groh 1978 hans heß 1993 3 cf lutz wohlrab mail art ein fenster zur welt in this publication 4 in the printed documentation we were confined to one work per artist 5 thanks a lot to the hard-working mailman in wielenbach for his infinite patience 6 loan by valerie deisler berlin 1 2 the exhibition the exhibition was open from 24 april to 30 may 2010 in weilheim s town museum the vernissage took place on 30 april in the presence of some 120 guests the attendance of 1000 visitors in total made the exhibition a great success the received works covered a wide range of subjects the view through the window taken literally the window of the soul inner/outer world framing and order the woman in the window and a remarkable number of windows with cats there were more collages and photographs than drawings and paintings any classification by countries creative techniques or alphabetical order of the artists names would have failed to appreciate the great variety of the works received we did not a strict categorization nor proceed along an unambiguous guideline we simply followed with a few deviations the chronological order in which the works arrived.
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mail art ein fenster zur welt von lutz wohlrab 1 dezentralen internationalen mail art-congresses fand weil offiziell verboten im september 1986 ersatzweise in seinem atelier stattfand der holländer kees francke 1951 2002 brachte sein projekt the workers paradise zum 1 dezentralen internationalen mail art-congress 1986 in die ddr mit und stellte es in berlin und dresden aus es wurde auch später in den retrospektiven ausstellungen mail art osteuropa im internationalen netzwerk im abb guillermo deisler 1940 staatlichen museum schwerin 1995 postkarte um 1986 1996 und keine kunst der exilchilene kam 1986 über mail art-projekte im museum bulgarien in die ddr dafür dass die für post und kommunikation mail art ist ein tor zur welt ist fand er ein wunderbar einfaches bild berlin 1997 sowie posthum in der großen ausstellung wahnzimmer kunst der 80er jahre in deutschland im museum der bildenden künste leipzig 2002 und im folkwang-museum essen 2003 ausgestellt anna banana beteiligt sich seit 1971 am mail art-netzwerk 1974 begann sie mit der publikation des vile magazine und 1975 veranstaltete sie die erste banana olympiade eine parodie auf die olympischen spiele 1978 tourte sie mit bill gaglione und ihrer gemeinsamen futurist sound performance durch europa und 1980 mit toward the future durch kanada als mitglied der künstlergruppe specific research institute führte dr anna freud banana mit arbeiten wie proof positive germany is going bananas 1993 und bananas in distress 1998 parodien auf psychologische forschungsprojekte durch mit ihren öffentlichen events hinterfragt sie auf humorvolle weise autoritäten und lässt das publikum an der kreativen arbeit teilhaben von den 1980er jahren an bis heute publiziert sie banana rag artistamp news the artistamp collector s album und international art post anna banana lebt heute in kanada ryosuke cohen wurde 1948 als ryosuke kouen in japan geboren seit 1985 verschickt er mit erstaunlicher konsequenz seine brain-cell-bögen die in einen speziellen kopierverfahren hergestellte collagen aus den ihm zugesandten stempeln anderer mailartisten wiedergeben bereits 1987 bereiste er europa und 1989 nordamerika für seine zweite europareise 1997 brachte er große bahnen seiner braincell-bögen mit auf die er die körperumrisse seiner gastgeber mit schwarzer tusche zeichnete dieses fractal-project hat er 2009 auf seinen nordamerika und europareisen fortgesetzt der niederländer ruud janssen ist in der mail art-szene seit 1980 aktiv er organisierte viele internationale mail art-projekte und gab diverse artikel und magazine heraus 1983 wurde er kurator der größten sammlung internationaler gummistempel mail art ist visuelle kommunikation mit vergleichsweise einfachen mitteln sie ist bis heute underground-kunst geblieben hat ihre größte politische brisanz jedoch in der zeit bis zum mauerfall 1989 entfaltet mail art war für osteuropäer und südamerikaner eben nicht nur künstlerische kommunikation und ein tor zur welt wie das guillermo deisler 1940 1995 genial darstellte sondern sie war auch subversive praxis gegen den totalitären machtanspruch der kommunisten oder der lateinamerikanischen rechtsdikatoren dazu genügte schon eine postkarte kunsthistorisch wird der ursprung der mail art in gründung der new york correspondance school 1962 gesehen ray johnsons 1928 1995 correspondence art war aber noch um ihn herum zentriert fluxuskünstler wie er und ken friedman robert filliou endre tót oder joseph beuys zählen zu den mail artisten der ersten stunde ben vautier schuf 1965 beispielsweise die legendäre fluxpost-karte the postman`s choice mit zwei identischen anschriften-seiten die dem postboten die entscheidung überlassen wollte wohin er sie sendet den begriff mail art prägte jean-marc poinsot für sein projekt mail art communication a distance concept bat der französische kunstwissenschaftler 1971 etliche avantgarde-künstler um einen beitrag per post das war aber noch kein echtes mail art-projekt an dem jeder mitmachen kann doch bald folgten die typischen thematischen projekt-aufrufe mit ihrer einfachen grundregel no jury no return documentation to all participants solche dokumentationen bzw adresslisten wie sie die kanadischen filemagazine ab 1972 enthielten waren die voraussetzung für weitere projekt-ausschreibungen ebenfalls 1972 verschickten die beiden polen jaroslaw kozlowski und andrzej kostolowski ihr manifest net nebst adressliste mail artisten haben das ziel die einseitige beziehung des künstlers zum betrachter in ein sender empfänger-prinzip mit gleichwertigen partnern zu verwandeln den netzwerkern im westen ging es darum alternativen zur kommerzialisierung von kunst zu entwickeln durch sie konnte das monopol von galerien und museen zwar nicht gebrochen ihm aber immerhin eine alternative entgegen gesetzt werden aus der vielzahl international bekannter mail artisten möchte ich einige beispiele geben robert rehfeldt 1931 1993 war der erste künstler in ostberlin der anfang der 1970er jahre die mail art für sich entdeckte und diese form der postalischen kommunikation von nun an mit prägte es gelang ihm ein weitreichendes kontaktnetz zwischen ost und westeuropa den usa und lateinamerika aufzubauen sein pankower atelier wurde zum informationsbüro über westliche kunstentwicklungen rehfeldt war ein zusammen-arbeiter sein motto meine idee hilft deiner idee unsere ideen helfen andern ideen druckte er auf viele postkarten 1975 bat er künstler aus aller welt um die gestaltung einer postkarte und machte daraus anlässlich einer eigenen ausstellung in der galeria teatru studio in warschau die erste mail art-ausstellung der ddr mit 50 internationalen teilnehmern er inspirierte die legendären mail art-ausstellungen in der ost-berliner galerie arkade 1978 und in der ep-galerie von jürgen schweinebraden 1979 das ostberliner treffen zum
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1985 begann er mit elektronischer kommunikation zu experimentieren 1988 gründete iuoma international union of mail artists 1996 startete er die anthologie mit interviews wichtiger mail artisten im internet die er regelmäßig erweitert sie ist unter http www.iuoma.org zu erreichen Überhaupt hat das internet die mail art-szene bereichert es gibt jede menge blocks und foren mit aktuellen projektausschreibungen wie z.b http www.mail-art.de projektbeteiligungen sind aber nach wie vor überall als papierpost erwünscht literatur wohlrab lutz hg robert rehfeldt kunst im kontakt berlin 2009 mit beiträgen von eugen blume wolfgang leber oskar manigk lutz wohlrab valeri scherstjanoi karla sachse leonard frank duch ruth wolf-rehfeldt gerd börner dietrich schneider birger jesch jürgen schweinebraden u.a 96 seiten mit 42 farb und 19 s/w-abbildungen format 24 x 17 cm,15 bestellung über http www.wohlrab-verlag.de/index.php weitere biografien vieler mail artisten finden sich unter http mailartists.wordpress.com lutz wohlrab geb 1959 in greifswald dr med arbeitet als psychoanalytiker in eigener praxis in berlin 1994 gab er zusammen mit friedrich winnes das buch mail art szene ddr 1975 1990 heraus mehrere artikel über mail art u.a auf spiegel-online arbeitet seit 2007 an einem internationalen mail artisten-lexikon mail art a window to the world by lutz wohlrab the first banana oympiade a parody of the olympic games 1978 she toured with bill gaglione and his mutual futurist sound performance through europe and in 1980 with toward the future through canada ryosuke cohen was born in 1948 as ryosuke kouen in japan since 1985 he mailed his brain-cell-sheets with astonishing consequence those sheets were reproductions of stamp collages of incoming mail art works and were produced in a special copying process in 1997 on his second trip to europe he brought huge webs of brain-cell-sheets on which he painted his hosts body outlines he continued this fractal project in 2009 on his trips to north america and europe the dutch ruud janssen is engaged in the mail art scene since 1980 he organized many international mail art projects and published diverse articles and magazines in 1983 he became curator of the biggest collection of international rubber stamps in 1985 he began experimenting with electronic communication 1988 he founded iuoma international union of mail artists 1996 he started an anthology with interviews of important mail artists in the internet http www.iuoma.org in the first place he has tremendously fostered the mail art scene there are all kinds of blocks and forums with up-to-date project calls e.g http www.mail-art.de nevertheless it is still appreciated that contributions will be submitted as paper mail pictures guillermo deisler 1940 1995 postcard around 1986 the exiled chilean came over bulgaria to the gdr for the topic `mail art as a gateway to the world he found a wonderfully simple picture literature wohlrab lutz hg robert rehfeldt kunst im kontakt berlin 2009 with contributions by eugen blume wolfgang leber oskar manigk lutz wohlrab valeri scherstjanoi karla sachse leonard frank duch ruth wolf-rehfeldt gerd börner dietrich schneider birger jesch jürgen schweinebraden a.o more biographies of mail artists can be found at http mailartists.wordpress.com lutz wohlrab born in 1959 in greifswald dr med as psychoanalyst he worked in his own practice in berlin in 1994 he published together with friedrich winnes the book mail art szene ddr 1975 1990 several articles about mail art i.a at spiegel-online since 2007 he works on an international mail art encyclopedia mail art means visual communication with comparably simple methods to the present it is regarded as underground-art but developed its greatest political sensitivity during the times up to the fall of the wall for eastern europeans as well as for south americans mail art was not only artistic communication and a gateway to the world as guillermo deisler 1940-1995 put it but it was a subversive practice against totalitarian claim to power of the communists or against the latin american right-wing dictatorships for this a postcard often would suffice from an art-historical point of view the origin of mail art can be seen in the new york correspondance school 1962 ray johnson s 1928 1995 correspondence art was still centered around himself fluxus artists as himself as well as ken friedman robert filliou endre tót or joseph beuys rate among the mail artists of the early days ben vautier for example created the legendary fluxpost-card the postman`s choice with two identical address sides who left the decision to the postman where the postcard should be sent to the term mail art was characterized by jean-marc poinsot for his project mail art communication a distance concept 1971 the french art historian asked several avant-garde artists for a contribution by postal mail but this was not yet a real mail art project where everybody could participate but soon typical thematic project calls followed with simple basic rules no jury no return documentation to all participants the underlying concept of the mail artists is to transform the unilateral relationship of the artist to the recipient into a sender receiver principle with equal partners the aim of networkers in the west is to develop alternatives to the commercialization of art with this the monopoly of galleries and museums remained undiminished but at least they have shown an alternative out of the great number of international well-known mail artists here are some examples robert rehfeldt 1931 1993 was the first artists in east berlin he discovered mail art in the beginning of the 1970 ies he succeeded in establishing a wide-ranging network between eastern and western europe the usa and latin america his pankow studio became an information office about current developments in the field of western art rehfeld was a coworker he printed his motto my idea helps your idea our ideas help other ideas on many postcards the dutch kees francke 1951 2002 brought his project the workers paradise to the 1 dezentralen internationalen mail art-congress 1986 in the gdr where he made exhibitions in berlin and dresden anna banana participated in the mail art network since 1971 in 1974 she started the publication of the vile maganzine and in 1975 she organized
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argentinien samuel montalvetti http samuelmontalvetti.blogspot.com australien monica gallundo gallardo http ulartistamps.com.ar helen amyes york www.helenamyes.co.cc david dellafiora geelong francis leonie osowski kensington raz mail art bulimba 8
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belgien miche-art-universalis merksplas servane morel brüssel www.mailartpostal.canalblog.com inez olude da silva brüssel http inezoludedasilva.be sjoerd paridean gent bernd reichert brüssel www.bernd-reichert.net anke van den berg henselt 9
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bosnien herzegowina guido vermeulen brüssel http friour.multiply.com natasa stanisic sarajevo www.natasastanisic.com brasilien maria darmeli araujo porto alegre darmeli@terra.com.br marithe bergamin porto alegre sirlei caetano porto alegre mara caruso porto alegre 10
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maria de gloria jesus de oliveira porto alegre www.madaglor.blogspot.com jeanete ecker kohler porto alegre luiza g p gutierrez porto alegre eny herbst porto alegre neiva mattioli leite porto alegre therezinha fogliatto lima porto alegre 11
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tania luzzatto porto alegre tanialuz@terro.com.br jussara pires porto alegre godiatelie@gmail.com nadia poltosi porto alegre nadia@vfrgs.br theresinha boff reis porto alegre jane beatriz sperandio balconi porto alegre janebalco@hotmail.com.br 12 maria do carmo toniolo kuhn porto alegre
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