HANDLUNGSSCHWERPUNKTE DER LANDKREISE GÖRLITZ UND BAUTZEN FÜR DIE STRATEGIE DER EUROREGION NEISSE-NISA-NYSA

 

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HANDLUNGSSCHWERPUNKTE DER LANDKREISE GÖRLITZ UND BAUTZEN FÜR DIE STRATEGIE DER EUROREGION NEISSE-NISA-NYSA

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HANDLUNGSSCHWERPUNKTE DER LANDKREISE GÖRLITZ UND BAUTZEN FÜR DIE STRATEGIE DER EUROREGION NEISSE-NISA-NYSA

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Zusammenstellung und Bearbeitung erfolgte durch: Landkreis Görlitz, Amt für Kreisentwicklung (Federführung) Landkreis Bautzen Euroregion Neisse e. V. Regionaler Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien Regionaler Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien Seite 2 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Inhaltsverzeichnis 1. EINLEITUNG ................................................................................................................................................. 4 1.1 AUSGANGSSITUATION ................................................................................................................................ 5 1.2 METHODIK DER ERSTELLUNG DER HANDLUNGSSCHWERPUNKTE ................................................................. 6 2. BEWERTUNG DER GRENZÜBERSCHREITENDEN PRIORITÄTEN ....................................................... 8 3. GRENZÜBERSCHREITENDE ENTWICKLUNGSZIELE ............................................................................. 9 3.1 ENTWICKLUNGSZIELE DER PRIORITÄT 1 ...................................................................................................... 9 3.1.1 Sicherheit und Daseinsvorsorge ..................................................................................................... 9 3.1.2 Tourismus ...................................................................................................................................... 11 3.1.3 Lebenslanges Lernen .................................................................................................................... 12 3.1.4 Begegnungen der Bürger und Institutionen ................................................................................... 13 3.2 ENTWICKLUNGSZIELE DER PRIORITÄT 2 .................................................................................................... 14 3.2.1 Verkehr........................................................................................................................................... 14 3.2.2 Kultur .............................................................................................................................................. 15 3.3 ENTWICKLUNGSZIELE DER PRIORITÄT 3 .................................................................................................... 16 3.3.1 Umweltschutz, nachhaltige Ressourcennutzung ........................................................................... 16 3.3.2 Stärkung Wettbewerbsfähigkeit KMU ............................................................................................ 17 3.3.3 Wissenschaft, Forschung, Innovation ............................................................................................ 18 3.3.4 Energie, Klimaschutz ..................................................................................................................... 19 3.4 ENTWICKLUNGSZIELE DER PRIORITÄT 4 .................................................................................................... 20 3.4.1 Raumordnung, regionale und lokale Planungen ........................................................................... 20 3.4.2 Informations- und Kommunikationstechnologie ............................................................................. 21 4. BESONDERHEITEN DER KLEINPROJEKTEFÖRDERUNG .................................................................... 22 5. FAZIT UND AUSBLICK .............................................................................................................................. 24 6. ANHANG ..................................................................................................................................................... 25 6.1 BEWERTUNGSMATRIZEN 6.1.1 Bewertungsmatrix des Landkreises Görlitz 6.1.2 Bewertungsmatrix des Landkreises Bautzen 6.2 PRIORITÄTENMATRIZEN DER LANDKREISE GÖRLITZ UND BAUTZEN 6.3 AUSZÜGE AUS DER STRATEGIE DER EUROREGION NEISSE-NISA-NYSA (TSCHECHISCH-POLNISCHER TEIL) 6.3.1 Inhaltsverzeichnis 6.3.2 Vision 6.4 HARMONISIERUNGSVORSCHLAG Seite 3 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 1. Einleitung Grenzgebiete wie die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa unterliegen durch ihre periphere Lage besonderen Entwicklungsbedingungen. Daraus ergibt sich das Erfordernis, Problemlösungen und Zukunftsvorhaben gemeinsam grenzüberschreitend zu realisieren. Die Landkreise Görlitz und Bautzen, die räumlich das Gebiet der deutschen Seite der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa umfassen, besitzen grenzüberschreitende Entwicklungspotentiale, die verstärkt zu nutzen sind. Dabei wurden seit Gründung der Euroregion im Jahr 1991 u. a. folgende Ergebnisse erreicht: • • • weitgehende Beseitigung der dramatischen Umweltschädigungen der Luft und der Oberflächenfließgewässer, Neuaufbau bzw. Wiedereröffnung grenzüberschreitender Verkehrswege, Einrichtung erster grenzüberschreitender öffentlicher Verkehrsverbünde und der signifikante Abbau historischer Belastungen. Obwohl die Euroregion auf eine über zwanzigjährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken kann, bestehen zwischen den deutschen, tschechischen und polnischen Partnern immer noch einige Abstimmungsprobleme. Dazu gehören insbesondere: • • • • • • • unterschiedliche Zuständigkeiten der Verwaltungseinheiten, fehlende Sprachkenntnisse, unterschiedliche Qualitätsstandards und Mentalitäten, historisch gewachsene gegenseitige Vorbehalte, teilweise fehlende Kontinuität, Kommunikation und Koordinierung bei der Zusammenarbeit, begrenzte Ressourcen zur Umsetzung von Projekten bei gleichzeitig restriktiven Vorgaben der Förderprogramme, regionale Ungleichgewichte und unterschiedliche Interessen. Demgegenüber stehen: • • • die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, das gemeinsame Interesse, die Euroregion zu entwickeln und die Identifikation der Akteure mit der Euroregion. Seite 4 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa In der Euroregion Neiße-Nisa-Nysa bestehen bereits zahlreiche grenzüberschreitende Initiativen, die erfolgreich für eine gemeinsame Regionalentwicklung arbeiten. Diese Initiativen gilt es, in den Prozess der sektorübergreifenden Strategieentwicklung einzubinden, um zukünftig die Zusammenarbeit besser koordinieren und gestalten zu können. In Zukunft wird es vordergründig darum gehen, die grenzüberschreitenden Projekte zur wirtschaftlichen, kulturellen, touristischen, sozialen und ökologischen Entwicklung der gesamten Euroregion verstärkt an der Entwicklungsstrategie der Euroregion auszurichten und nachhaltige sowie politisch legitimierte (aber unabhängige) Strukturen zur kontinuierlichen Abstimmung und Entscheidung aus-, um- und aufzubauen. Die Herausarbeitung einer gemeinsamen trinationalen Entwicklungsstrategie für die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa soll zudem dazu beitragen, Einfluss auf die Operationellen Programme des Freistaates Sachsen zu nehmen, die Interessen der Landkreise Görlitz und Bautzen während des Ausgestaltungsprozesses der Programme herauszuarbeiten und den Mitgestaltungs- und Mitbestimmungswillen der Landkreise auch in den künftigen Entscheidungsgremien und Monitoringausschüssen zum Ausdruck zu bringen. Außerdem soll dieses Konzept die Lebensqualität in der Grenzregion erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Durch die Abstimmung von gemeinsamen Themen, Prioritäten und Vorhaben sowie die Umsetzung gemeinsamer Projekte werden die Entwicklungspotentiale der Region grenzüberschreitend mobilisiert und genutzt. 1.1 Ausgangssituation Im Oktober 2011 hat die Europäische Kommission ihre Vorschläge für die nächste EUStrukturfondsverordnung vorgelegt, darunter auch die Verordnung zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ-VO), die derzeit öffentlich diskutiert wird. Die Förderinstrumente der EU-Struktur- und -kohäsionspolitik, insbesondere im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit, dienen der Umsetzung von grenzüberschreitenden Projekten zur Bewältigung lagebedingter Nachteile und struktureller Probleme. Seite 5 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Für die nächste Förderperiode wurden folgende thematischen Ziele vorgeschlagen: 1. 2. Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation, Verbesserung der Zugänglichkeit sowie der Nutzung und Qualität der Informations- und Kommunikationstechnologien, 3. 4. Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, Förderung der Bestrebungen zur Verringerung der CO2-Emissionen in allen Branchen der Wirtschaft, 5. Förderung der Anpassung an den Klimawandel sowie der Risikoprävention und des Risikomanagements, 6. 7. Umweltschutz und Förderung der Ressourceneffizienz, Förderung von Nachhaltigkeit im Verkehr und Beseitigung von Engpässen in wichtigen Netzinfrastrukturen, 8. 9. 10. 11. Förderung von Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte, Förderung der sozialen Eingliederung und Bekämpfung der Armut, Investitionen in Bildung, Kompetenzen, lebenslanges Lernen Verbesserung der institutionellen Kapazitäten und Förderung einer effizienten öffentlichen Verwaltung. Des Weiteren sehen die vorgeschlagenen neuen Förderkonditionen vor, dass im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nur noch Projekte mit tschechischen bzw. polnischen Partnern finanziell unterstützt werden, wenn sie gemeinsam geplant, gemeinsam durchgeführt, gemeinsam finanziert werden und jeder der Projektpartner Personal zur Verfügung stellt. Bisher war das Erfüllen von zwei der vier Kriterien ausreichend. 1.2 Methodik der Erstellung der Handlungsschwerpunkte Die Landkreise Görlitz und Bautzen erstellen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe unter Federführung des Amtes für Kreisentwicklung des Landkreises Görlitz die Handlungsschwerpunkte für den deutschen Teil der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa. Die Zusammenarbeit erfolgt mit dem Regionalen Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien und der Euroregion Neisse e. V.; außerdem wurden Experten konsultiert. Seite 6 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Mit Hilfe einer Bewertungsmatrix wurden die prioritären Ziele der gemeinsamen Entwicklung herausgearbeitet. Den Zielen sollten Schwerpunkte und - im Idealfall - konkrete Vorhaben zugeordnet werden. Das dabei erarbeitete Dokument bildet nun die Grundlage für die Abstimmung mit den tschechischen und polnischen Partnern zur Erstellung eines gemeinsamen Konzeptes (Strategie für die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa) und langfristig auch für die Arbeit der Strukturen der Euroregion (EUREX-Gruppen). Methode Interviews Literatur- und Internetrecherche SWOT-Analyse Ergebnis Definition der Handlungsschwerpunkte Optimierung der Handlungsschwerpunkte Priorisierung der Schwerpunkte Formulierung der Entwicklungsziele Hinweise und Ergänzungen zu den Handlungsschwerpunkten Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Arbeitsgruppensitzungen Bewertungsmatrix Überarbeitete SWOT-Analyse Expertenbefragung Harmonisierung der deutschen Handlungsschwerpunkte mit den tschechischen und polnischen Strategiepapieren Seite 7 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 2. Bewertung der grenzüberschreitenden Prioritäten Themen Sicherheit (Katastrophenschutz, Polizei, Feuerwehr, Hochwasserschutz usw.) und Daseinsvorsorge (Rettungsdienst, Ver- und Entsorgung, Gesundheitswesen, Veterinärwesen, Soziale Eingliederung und Infrastruktur / Bekämpfung der Armut) Tourismus Lebenslanges Lernen (Bildung, Qualifizierung) Begegnungen der Bürger und Institutionen (im Bereich Kunst, Sport, Kultur, partnerschaftliche Zusammenarbeit) Verkehr (ÖPNV, SPNV) Kultur (Kulturlandschaft, Denkmalschutz, Großprojekte) Umweltschutz, nachhaltige Ressourcennutzung Stärkung Wettbewerbsfähigkeit KMU besonders im Bereich Handel / Wirtschaftsförderung (gemeinsame Abstimmung), Arbeitsmarkt Wissenschaft, Forschung, Innovation Energie und Klimaschutz (einschl. Verringerung CO2-Emissionen) Raumordnung, regionale und lokale Planungen Informations- und Kommunikationstechnologien (schnelles Internet) Priorisierung 1 1 1 1 2 2 3 3 3 3 4 4 Erläuterung Priorisierung 1-5 1 2 3 4 5 Sehr hohe Priorität Hohe Priorität Mittlere Priorität Niedrige Priorität Sehr niedrige Priorität Seite 8 Görlitz / Bautzen – Mai 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 3. Grenzüberschreitende Entwicklungsziele 3.1 Entwicklungsziele der Priorität 1 3.1.1 Sicherheit (Katastrophenschutz, Polizei, Feuerwehr, Hochwasserschutz usw.) und Daseinsvorsorge (Rettungsdienst, Ver- und Entsorgung, Gesundheitswesen, Veterinärwesen, Soziale Eingliederung und Infrastruktur / Bekämpfung der Armut) Den Themen Sicherheit und Daseinsvorsorge wird eine sehr hohe Priorität eingeräumt. Die bestehende Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Brand- und Katastrophenschutz und Rettungswesen, ist weiter auszubauen und an die sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Erhebliche Herausforderungen bestehen doch durch die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und Standards sowie die fehlenden Regelungen des finanziellen Aufwands bzw. der Rückerstattung und das zusätzliche Risiko des Wegfalls der Grenzkontrollen und des damit verbundenen fehlenden Personals. Ebenso kommt der Zusammenarbeit in den Bereichen Grundversorgung, Rettungsdienst, Gesundheitswesen und Ver- und Entsorgung - nicht nur hinsichtlich des Grenzraumes, sondern zugleich im ländlichen Raum mit dessen demografischer Entwicklung - eine immer größere Bedeutung zu. Ziele: • Verbesserung der Kommunikationsinfrastruktur im Bereich der Daseinsvorsorge (Frühwarnsystem, Meldewege, Abbau der Sprachbarrieren) • Schaffung wirksamer grenzüberschreitender Kooperationsvereinbarungen und Regelungen • Verbesserung der Maßnahmen zur Prävention und Reaktion (z. B. Veterinärwesen, Katastrophenschutz) • Verbesserung der Informationspolitik für die Bürger im Grenzraum (Informationen über gesetzliche Änderungen, Rechte und Pflichten in den Nachbarländern, z. B. im Bereich Verkehr, Veterinärwesen) • Erhöhung der Sicherheit der Bevölkerung im Grenzgebiet und Verbesserung der regionalen Sicherheitseinrichtungen unter technischen und operationellen Aspekten • Bekämpfung der Armut und der Ausgrenzung sozialer Minderheiten • Nutzung der modernen Techniken zur Diebstahlsbekämpfung bzw. -eindämmung • Forderung nach finanziellem Ausgleich der besonderen Situation (Grenzlage im Dreiländereck, Naturkatastrophen) und dem damit einhergehenden Mehraufwand durch Förderung und Zuschüsse, Kumulierbarkeit mit anderen nationalen Förderprogrammen Seite 9 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa • Minderung der Differenzen bei den Standards und der Qualität in der sozialen Infrastruktur • Nutzung der Synergien durch die Grenzlage im Bereich Rettungs- und Gesundheitswesen, Bildungseinrichtungen • Schaffung der Barrierefreiheit im öffentlichen Bereich • Aktivierung der Bürger zur stärkeren Mobilität im Grenzraum • Entwicklung von Abfallverminderungsstrategien • Verbesserung der Entsorgung der kommunalen Abwässer • Verbesserung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Waldbrandschutzes und der Waldbrandbekämpfung • Sanierung notwendiger Brücken zur Sicherung der gegenseitigen Erreichbarkeit bzw. Abriss der nicht mehr nutzbaren Brückenbauwerke an der Lausitzer Neiße (Hochwasserschutz) Seite 10 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 3.1.2 Tourismus Durch die attraktiven Natur- und Kulturlandschaften sowie kulturhistorische Reichtümer in der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa ist der Tourismus ein wichtiger Entwicklungsfaktor. Vor allem hinsichtlich der gemeinsamen Vermarktung und der Qualität der touristischen Infrastruktur besteht noch erheblicher Handlungsbedarf. Auch in Zukunft wird der Tourismussektor einen Schwerpunkt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bilden. Wichtig dabei ist es, eine gemeinsame Ferienregion zu gestalten und zu entwickeln. Diese Herausforderung ist mit aller Konsequenz weiter zu verfolgen. Ziele: • Entwicklung einer gemeinsamen Marketingstrategie für die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa, welche auch das Image der Grenzregion verbessern soll • Anpassung der Qualität und Quantität der touristischen Infrastruktur sowie des Servicestandards in allen drei Ländern • Schaffung von touristischen Attraktionen mit überregionaler Ausstrahlung • grenzüberschreitende Verknüpfung der Freizeit- und Tourismusangebote in der Region • Ausbau und Instandhaltung der gemeinsamen touristischen Infrastruktur, vor allem hinsichtlich Wasser-, Wander- und Radtourismus • Pflege der gemeinsamen regionalen historischen Kulturlandschaft • Entwicklung eines mehrsprachigen Leitsystems • Erhöhung der Anzahl der touristischen Grenzübergänge • Schaffung und Ausbau von trinationalen touristischen Netzwerken • Ausbau von Aktivitäten für längere Aufenthalte der Touristen in der Region • Qualifikation bestehender Angebote, gemeinsame Angebotsplanung Seite 11 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 3.1.3 Lebenslanges Lernen (Bildung, Qualifizierung) Die Landkreise Görlitz und Bautzen sehen in der Gestaltung einer leistungsfähigen grenzüberschreitenden Bildungslandschaft einen grundlegenden Standortfaktor für eine erfolgreiche Entwicklung der Euroregion. Das gemeinsame Lernen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aller drei Nachbarländer in allen Lebensphasen schafft nicht nur die Basis für den Abbau von Vorurteilen, gelingendes Miteinander und die Stärkung der gemeinsamen euroregionalen Identität der Menschen. Interkulturelle und nachbarsprachige Kompetenzen gewinnen gleichzeitig auch zunehmend wirtschaftliche Relevanz für die Unternehmen und berufliche Relevanz für die Bürger auf dem grenzüberschreitenden Wirtschafts- und Arbeitsmarkt. Unterschiedliche Bildungssysteme, unzureichende Rahmenbedingungen für den Austausch von Lehrpersonal und fehlende finanzielle Sicherheiten für längerfristige Kooperationen gehören zu den besonderen Herausforderungen für die grenzüberschreitende Bildungsentwicklung. Ziele: • Schaffung eines durchgängigen Angebotes zum Erlernen der jeweiligen Nachbarsprachen Deutsch, Polnisch, Tschechisch sowie Sorbisch, beginnend ab dem Kindergarten und aufeinander abgestimmt über alle Bildungsphasen • Förderung von grenzüberschreitenden Praktika und Schüler-/Lehrlings-/Studierenden-/ Fachkräfteaustausch • Qualitätsentwicklung und Professionalisierung der grenzüberschreitenden Bildungszusammenarbeit in allen Bildungsbereichen • bedarfsgerechte Anpassung der Aus- und Weiterbildungsangebote an tatsächliche Anforderungen und Bedarfe des grenzüberschreitenden Wirtschafts- und Arbeitsmarktes • Entwicklung und Implementierung gemeinsamer Bildungsprogramme mit - in allen drei Ländern - anerkannten Zertifikaten bzw. Abschlüssen • Ausbau tragfähiger Strukturen für ein grenzüberschreitendes Management, um die Koordination der Projekte zu verbessern und damit Bildungsangebote besser aufeinander abzustimmen und bedarfsgerecht weiter zu entwickeln • Verbesserung von grund- und fachspezifischen Kenntnissen der Mitarbeiter der Verwaltungen und Bürger in den Bereichen Nachbarsprachen und interkultureller Kompetenz • Erweiterung der grenzüberschreitenden Angebote der Hochschulen sowie Verbesserung der Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit Seite 12 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 3.1.4 Begegnungen der Bürger und Institutionen Die grenzüberschreitenden Begegnungen und die Zusammenarbeit der Bürger sind die Grundvoraussetzungen für die Schaffung einer neuen Anerkennungskultur und ein besseres Miteinander. Daneben sind Nachbarsprachkenntnisse sowie das Verständnis der fremdkulturellen Verhaltensformen (Mentalitätsunterschiede) für den Abbau der existierenden Vorbehalte und Ängste notwendig. Ziele: • Unterstützung von grenzüberschreitenden Aktivitäten der Bürger, Vereine, Verwaltungen, Institutionen und Einrichtungen auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens • Unterstützung von Kultur-, Kunst- und Sportereignissen • Schaffung von Rahmenbedingungen und Perspektiven zur Vermittlung von sozialen Kompetenzen an die Bürger • Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses und des Informationsstandes der Bevölkerung über die Nachbarländer • Förderung und Erhalt der grenzüberschreitenden Potentiale in der Euroregion Neisse-NisaNysa, Stärkung der Verbundenheit und der Identifikation mit dem gemeinsamen Lebensraum • Verbreitung der Kenntnisse über strukturelle, wirtschaftliche, soziokulturelle und historische Bedingungen in grenzübergreifenden Regionen • Erhöhung des Engagements der Bürger sowie der lokalen Akteure durch Kooperation und Austausch in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens • Verbesserung des Förderverfahrens des Kleinprojektefonds zum Ausbau der Kontinuität von gemeinsamen Projekten • Schaffung von symmetrischer Finanzausstattung und gleichen Förderregeln beidseitig der Grenzen • flächendeckende Bereitstellung hochwertiger öffentlicher Dienstleistungen Seite 13 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 3.2 Entwicklungsziele der Priorität 2 3.2.1 Verkehr Die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa befindet sich im Schnittpunkt wichtiger Verkehrsachsen. Die Verkehrsnetzdichte ist in allen drei Ländern unterschiedlich. Außerdem bestehen Qualitätsunterschiede. Ein gut ausgebautes grenzüberschreitendes Verkehrsnetz ist die Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. Ziele: • Entwicklung leistungsfähiger grenzüberschreitender Verkehrsverbindungen (z. B. Ausbau der B 178 neu - I35) • Ausbau eines integrierten, bedarfsgerechten, grenzüberschreitenden ÖPNV/SPNV • Schaffung zusätzlicher bedarfsgerechter Grenzübergänge und Grenzbrücken • Verbesserung der Einbindung in die transeuropäischen Netze (Reise- und Güterverkehr) • Ausbau der Eisenbahnstrecke Cottbus–Görlitz–Liberec unter besonderer Berücksichtigung des Abschnitts Zittau–Hradek n. N., Elektrifizierung der Strecke Wegliniec–Görlitz–Dresden • Schaffung neuer und besserer Vermarktung der bestehenden länderübergreifenden Verkehrsangebote durch attraktive grenzüberschreitende Tarife, u. a. durch die Weiterentwicklung des Euro-Neiße-Tickets (ENT) Seite 14 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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Handlungsschwerpunkte der Landkreise Görlitz und Bautzen für die Strategie der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa 3.2.2 Kultur Die historisch gewachsene vielfältige Kulturlandschaft der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa ist zur Wahrung des kulturellen Erbes, zur Herausbildung regionaler Identität und als Standortpotential für das Leben und Arbeiten sowie als bedeutendes Potential der touristischen Entwicklung zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die sorbische Kultur ist als eine Besonderheit der Oberlausitz grenzüberschreitend in die Entwicklungskonzepte einzubeziehen. Ziele: • Verbesserung des soziokulturellen Austausches • Unterstützung und Förderung der grenzüberschreitenden Verknüpfung der Bildungs- und Kulturangebote • Pflege und Erhaltung des gemeinsamen Kulturerbes (z. B. der grenzüberschreitenden Umgebindehauslandschaft, Parks und Gärten) • generationenübergreifende Kulturvermittlung als Bildungsauftrag und Sicherung der kulturellen Qualität und Vielfalt • Ausbau tragfähiger Strukturen, die verstärkt Ressourcen bündeln und deren effektivere Nutzung ermöglichen, um nachhaltig die Koordination der Projekte zu verbessern Seite 15 Görlitz / Bautzen – Mai/Juni 2013

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