CASH FLOW 03-04 2013

 

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Das Abenteuer Wirtschaft

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P.b.b. VERLAGSORT 1190 WIEN GZ 11Z039091M EURO 7,50 • AUSGABE 03 04 | 2013 Das Abenteuer Wirtschaft LUXUS IST

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AUSGABE 1/2013 10 EURO P.b.b. VERLAGSORT 1050 WIEN • 13Z039768 M Autos, Uhren und Häuser sind out. Vitalität, Fitness und strahlende Zähne sind in. Die Stars hinter den Trend-Methoden Pilates, Feldenkrais, Kieser & Co und ihre stillen Anfänge premium health und die Top-Ten Die 10 besten Kurorte Die 10 Medizin-Milliardäre Die 10 Entzugskliniken Das neue Statussymbol: Gesundheit Die Zukunft der Medizin Die Klinik als Marke, Ordination – fast privat und Krankenhaus 2020 Der Dschungel der Privatversicherungen Checkliste: Worauf Sie vorher achten müssen, Prämien und Leistungen phmagazine.net Cover-Gesicht Florence Colgate hat angeblich das perfekte Gesicht mit den perfekten Proportionen 01_PH_Cover.indd 1 03.10.13 06:12 WWW.PREMIUM-HEALTH.COM

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E d i to r i a l EigEnsinn Über meinen Opi-Enkel-Freund, über sauteure Designertaschen, die man für ein ordinäres Ding halten könnte, und über unser neues Magazin „premium health“ . Ü CASH FLOW am iPad CASH FLOW – Das Abenteuer Wirtschaft, die Gratis-App www.cash-flow.cc CASH FLOW am PC ber Luxus zu sinnieren, setzt den Luxus, viel Zeit zu haben, voraus. Hinzu kommt, dass jeder Einzelne Luxus für sich selber definieren muss. Ein lieber Freund von mir hat den Donnerstagnachmittag für arbeitsfrei erklärt, da widmet er sich regelmäßige seinem Enkel. Fast alle anderen Österreicher machen das anscheinend am Freitagnachmittag. Wenig hilfreich auch die Sprüche manierierter Zeitgenossen: „Der Höhepunkt des Luxus ist es, nicht nach dem Preis zu gucken,“ äußerst sich Karl Lagerfeld. Luxusbetroffene und Zukunftsforscher haben nun versucht, Ordnung ins Gefüge zu bringen. Vom klassischen Luxus spricht man demnach, wenn man das meint, was wir schon immer als Luxus empfunden haben: Autos, Uhren, Mode, Getränke etc., ausschließlich der teuersten und renommiertesten Marken. Dieses öffentliche Zurschaustellen von Statussymbolen, bekannt als „Conspicuous Consumption“ wan, delt sich zu einem Trend, den die Trendforscher des Zukunftsinstituts Kelkheim „Stealth Luxury“ in Anlehnung an den Stealth-Tarnkappen, bomber, nennen. Also moderner Luxus. Die neue Konsumelite kauft Luxusprodukte zwar wegen der ausgezeichneten Qualität und auch, um sich selbst zu verwirklichen, nur darf man ihnen das am besten nicht mehr ansehen. Der Soziologe Jean-Claude Kaufmann zeigt in seinem Buch über Handtaschen ein passendes Beispiel auf. Marc Jacobs ist derzeit einer der beliebtesten Handtaschen-Designer, Taschen von Jacobs können bis zu 40.000 Euro kosten. Der ungebildete Blick könnte sie leicht für ein ordinäres Ding aus dem Supermarkt halten, doch glücklicherweise zählt allein der Blick der Wissenden, der Insider, nur sie können die Codes entziffern. Und nun auch noch der neue Luxus, der sich über persönliche Befindlichkeiten und Freiheiten definiert. Es geht um immaterielle Werte. Was knapp und immer knapper wird, wird heute als Luxus gehandelt: Zeit, Raum, Muße, Gesundheit, Familie und ähnliches. Also doch mein Opi-Enkel-Freund. Sichtlich kein Russe. Ferenc Papp für das ganze Team AUSGABE 1/2013 10 EURO E premium health und die Top-Ten Die 10 besten Kurorte Die 10 Medizin-Milliardäre Die 10 Entzugskliniken Die Zukunft der Medizin Die Klinik als Marke, Ordination – fast privat und Krankenhaus 2020 Der Dschungel der Privatversicherungen Checkliste: Worauf Sie vorher achten müssen, Prämien und Leistungen phmagazine.net 03.10.13 06:12 Das neue Statussymbol: Gesundheit Autos, Uhren und Häuser sind out. Vitalität, Fitness und strahlende Zähne sind in. Die Stars hinter den Trend-Methoden Pilates, Feldenkrais, Kieser & Co und ihre stillen Anfänge Cover-Gesicht Florence Colgate hat angeblich das perfekte Gesicht mit den perfekten Proportionen 01_PH_Cover.indd 1 // Der zweite Gesundheitsmarkt wird auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. So werden die privaten Ausgaben für Prävention und Behandlung jährlich um zehn Prozent zunehmen, die für gesunde Lebensmittel um acht Prozent. Auch in anderen Teilbereichen werden ähnlich hohe Steigerungen erwartet. Roland BeRgeR/WKo // nde Oktober präsentierten wir unser neues Magazin „premium health, the leading magazine for private healthcare/ведущий магазин для частного здравоохранения“ mit großem Erfolg. Das neue Magazin fokussiert exklusiv das Thema der privaten Gesundheitsvorsorge und Medizin. Allein in Österreich sind rund 2,3 Millionen Personen privat zusatzversichert und davon haben rund eine Million die Top-Sonderklassen-Verträge, Tendenz steigend. Wir zeigen das individuelle und internationale Angebot führender Ärzte und Kliniken in allen Bereichen – Ästhetische Medizin, Orthopädie, Chirurgie, Innere Medizin, um nur einige zu nennen. Plus: Das nahezu unüberschaubare Angebot für Medical-Wellness, Beauty, Spa, Relaxing und gesunden Lifestyle bis hin zu den Burnout-Profis. Nicht zu vergessen die ständig wachsende Zahl neuer Medizinund Wellnessprodukte und Dienstleistungen. „premium health“ wird mit kompetentem Journalismus, mit exklusivem Layout und hochwertiger Haptik gemacht. Und dieses einzigartige Konzept spricht genau jene aktiven Menschen an, die sich stark für beste Medizin, gesundes Leben, vitale Schönheit, Wellness, aber auch für einen kultivierten Lebensstil und materielle Sicherheiten interessieren. Nicht umsonst verwendet man das Wort „premium“ für höchsten Qualitätsanspruch. Höchster Anspruch an die Gesundheit, höchster Anspruch ans Leben: „premium health“ erscheint 2014 mindestens vier Mal jährlich, die nächste Ausgabe erscheint Ende Jänner 2014. www.premium-health.com P.b.b. VERLAGSORT 1050 WIEN • 13Z039768 M CASH FLOW 03-04 /2013 3

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P.b.b. VERLAGSORT 1190 WIEN • GZ 11Z039091M INcash flow halT i n h a lt Das Abenteuer Wirtschaft EURO 7,50 • AUSGABE 03-04 | 2013 Das Abenteuer Wirtschaft LUXUS IST 18 LUXUS iSt SchnAPS Ob Litschis, Mangos oder Maulbeeren – es gibt keine Frucht aus den thailändischen Gärten, die Maximilian Coreth noch nicht zu Schnaps verarbeitet hätte. 22 LUXUS iSt weGhAUen Laptop, Smartphone, Klamotten – Punkt. Mehr braucht Andreas Klinger nicht. Den Rest hat der Lookk-Gründer verschenkt oder weggeschmissen. 26 LUXUS iSt bRiLLAnt Im Internet kann man alles verkaufen, dachten sich zwei Münchner. Wenig später ging der erste Diamantenshop der Welt online. 28 LUXUS iSt MASSARbeit Franz List mag Flugzeuge, Boote und schicke Hotels. Anstatt sie zu benutzen, tischlert er lieber maßgeschneiderte Interieure für die Luxusgüter. 30 LUXUS iSt DAnDY Ein Kind zu bekommen, stresst, packt man kurz darauf noch eine Unternemensgründung drauf, lebt man in der Welt von Teresa Zimmermann. 33 LUXUS iSt PAUSe Whatchado-Gründer Ali Mahlodji arbeitet 14 Stunden am Tag. Für ihn bedeutet Luxus ein Straßencafé in einem Bezirk, wo ihn niemand kennt. 34 LUXUS iSt AbhAUen Tobias Gerhard �üchtete aus Berlin nach Zentralasien. Dort gründete er ein Unternehmen. Eine Entscheidung, die sein Leben veränderte. 36 LUXUS iSt VeRtRAUen Die Hypo Vorarlberg wurde von der Financial Times / The Banker zur Bank des Jahres in Österreich gewählt. Erstmals gewinnt eine Regionalbank diesen Titel. DAS AbenteUeR wiRtSchAft 38 LUXUS iSt RiSikO Götz Schrage ist Pokerpro�. Für uns hat er sich bei einem Turnier die prägnantesten Szenen gemerkt und ein paar erfolgreiche Kollegen ausgehorcht. 46 LUXUS iSt SchweReLOS Sehnsuchtsziel: Mond. Das US-Unternehmen Space Adventures will diesen Menschheitstraum für betuchte Hobbyastronauten wahr machen. 50 LUXUS iSt tRÄUMen Im Burgenland basteln zwei Männer an ihrem großen Traum, einem Labor für Start-ups und Forscher. Nebenher verhelfen sie anderen Menschen zu ihrem Glück. 56 LUXUS iSt PROGRAMM Net�ix verändert den TV-Markt wie zuvor nur der VHS-Recorder und die Einführung des Privatfernsehens. Und das mit Stil und Kevin Spacey in der Hauptrolle. 60 LUXUS iSt Pfeif DRAUf Janina Lebiszczak-Schuster war Society-Redakteurin. Bei uns schreibt sie über den Stumpfsinn, den sie mitten unter den Oberen Zehntausend erlebt hat. 62 LUXUS iSt AUfStAnD Leopold Seiler ist Investmentbanker und Weltverbesserer in einem. Er schafft den ideologischen Spagat mit einer Pirouette zuvor und einem Salto danach. 66 LUXUS iSt eXzeSS Jedes Jahr entsteht in der Wüste Nevadas eine Stadt, in der Geld keine Rolle spielt. Heuer waren wir dabei. Die Reportage vom Burning Man.

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Platz für Ihre Ideen. Jetzt auf s-lab.at Wir nden, die Bank von morgen sollte schon heute für Verbesserungen offen sein. Deshalb gibt es jetzt s-lab.at. Die Plattform, auf der wir gemeinsam die Bank der Zukunft gestalten. Gestalten Sie mit und melden Sie sich an.

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i n h a lt cash flowIN halT IMpressuM herausgeber ferenc papp chefredakteure otto bohInc, ferenc papp stV. chefredakteur bastIan kellhofer artdIrectIon herbert WInkler grafIk, produktIon MartIna bIschof WWW.bIschofgrafIk.coM bIldbearbeItung: MartIna bIschof autoren dIeser ausgabe otto bohInc, paul felMerer, elIsabeth gerstendorfer, bastIan kellhofer, JanIna lebIszczakschuster, ferenc papp, franko petrI, cleMens ruthner, bernhard schInWald, susanne schreIner, danIel steInlechner, Jakob steInschaden, eVa WInroIther korrektur renate Messenbäck, sIlVIa knotek   IllustratIon tex rubInoWItz fotos pascal Querner, daVId saIler, götz schrage, raffael stIborek, daVId VIsnJIc WIr haben uns beMüht, säMtlIche text- und fotorechte zu klären. falls credIts fehlen oder falsch sInd, bItten WIr uM rückMeldung sales peter allMayer-beck pa@cash-floW.cc kurt turek kt@cash-floW.cc, alle tel +43/1/996 20 70 cash floW das abenteuer WIrtschaft ausgabe 03-04/2013, cash floW erscheInt 2014 VIerMal: März, JunI, septeMber, dezeMber redaktIon, produktIon und anzeIgenabteIlung: 1050 WIen, kohlgasse 16, tel +43/1/996 20 70, fax +43/1/544 15 02 e-MaIl cf@cash-floW.cc, WWW.cash-floW.cc eInzelVerkaufspreIs 7,50 €, abonneMent 30 € Inkl. Versand 6 74 LUXUS iSt PROtz Die Kinder der Gesellschaft tummeln sich nicht auf Facebook. Für sie, und nur für sie, hat ein Schweizer ein Netzwerk erschaffen. Wir waren trotzdem drin. 76 LUXUS iSt Schenken Indianerstämme stürzen sich in den Ruin, weil der Potlatsch den Beschenkten zum Buhmann stilisiert. Anlass für Ruthners kleine Gesellschaftskritik. 78 LUXUS iSt SicheRheit Egal, ob Kunstwerk, Schmuck, Uhren oder Juwelen – Nikolaus Barta versichert die Statussymbole von 70 Prozent der 100 reichsten Österreicher. 80 LUXUS iSt bRitiSch Erfolge, Übernahmen, schwarze Zeiten – Bentley liefert seit über 100 Jahren Luxuskarossen aus. Aus dem bewegten Leben eines britischen Traditionshauses. 84 LUXUS iSt fReiheit Österreichs erfolgreichster Popexport Anna F. würde es als den größten Luxus ansehen, nie wieder über Geld nachdenken zu müssen. SPektRUM 86 LUXUS iSt weibLich Die PR-Branche für Luxusmarken ist in Österreich fest in den Händen arrivierter Damen. Sie verraten, was Luxus für sie ganz persönlich bedeutet. 90 LUXUS iSt beQUeM In Wien ist ein Traum vieler Frauen wahr geworden. Dem Unternehmen Softstepheels ist es gelungen, einen bequemen Stöckelschuh zu entwickeln. 92 LUXUS iSt LAnDLUft Thomas Klepits trägt den typischen Schal der Werbebranche mit Stolz. Bisher konzipierte er vom burgenländischen Oberwart aus. 94 LUXUS iSt DiSkRet Keine Gesichter, keine Namen – dafür ist ihr Geschäft zu heiß. Denn im Tresorraum von Sparta Safe Services lagert alles außer Sprengstoff. 96 LUXUS iSt LUXUS Wer schon alles hat, dem wird schnell fad. Zum Glück gibt es ein paar Spielzeuge, die den harten Millionärsalltag ein bisschen bunter machen. 98 LUXUS iSt zU enDe In Wien ist hin und wieder etwas los. CASH FLOW schaut sich auf den Festen der Mondänen und Reichen um und schreibt, wen man da so trifft. MedIenInhaber, eIgentüMer und Verleger: fpM MedIenbeteIlIgung gMbh, 1190 WIen, arMbrustergasse 18. gedruckt In der eu. VertrIeb MoraWa & co, 1141 WIen. spezIalVertrIeb Med MedIen frey. das nächste cash floW das abenteuer WIrtschaft erscheInt IM März 2014. eIne ausgabe kostet 7,50 €. das JahresabonneMent 2014 kostet 30 € InklusIVe Versandspesen Inland (ausland bItte auf anfrage!). 01-02 /2013 CASH FLOW

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WIR WACHSEN JAHR FÜR JAHR Dass die PALFINGER AG kontinuierlich wächst, liegt zum großen Teil an der erfolgreichen Internationalisierungsstrategie: Durch neue Partnerschaften wurden etwa der Markteintritt in China und ein gewaltiger Wachstumsschritt im Bereich Marine erzielt. Doch nur nachhaltiges Handeln – und zwar in sämtlichen Bereichen – ist die Wurzel für gesundes Wachstum und langfristigen Erfolg. Dann gedeihen die Geschäfte auch in Zukunft prächtig! www.palfinger.ag Palfinger AG · 5020 Salzburg, Austria · E-Mail h.roither@palfinger.com Rahofer.

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C a s h f low i n t e r n neues aus der Kohlgasse auTor: BasTian Kellhofer Wir ziehen den Hut vor unseren Grafikern, Fotografen, und Schreibern. Mit euch macht die Medienkrise einen Heidenspaß. In der Medien­ krise machen neue Special Interest Magazine mit geringen Auflagen von sich reden. Dass viele von ihnen in kleinen Verlagen entwickelt werden, überrascht nicht. Hier versteht man sich noch auf das Machen von Zeitschriften. Mr. Media ThoMas Koch // W // ir leben in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten. Das spüren selbst wir in unserem Versuchslabor in der Kohlgasse. Umso mehr konnten wir darüber lachen, ein Heft über den luxus in unserer Drei-Zimmerbude im brennpunkt-bezirk Margareten herzustellen. Mit uns freuten sich talentierte Kreative, die bei uns anklopfen und ihre Dienste für ein Schnittlauchbrot und ein wärmendes Häferl Tee anbieten. Auch bei der Produktion dieser Ausgabe haben wir wieder außergewöhnliche Menschen aus der irgendwas-mit-Medien-Szene kennen, schätzen und lieben gelernt. Tausendfinger bernhard Schinwald zum beispiel trieben die miesen Jobaussichten in der europäischen. irgendwas-mit-Medien-Hauptstadt berlin in unsere Fänge. Zuvor hatte er das Debatten-Magazin „The european“ zu ruhm und ehren gebracht. Zudem kamen mit Susanne Schreiner, eva Winroither, elisabeth Gerstendorfer, Daniel Steinlechner und Jakob Steinschaden ausgewiesene experten für innovationen, Zeitgeist und Trend aus allen möglichen Wiener Verlagshäusern an den Schreibmaschinen für uns zum Zug. ein bückling geht auch raus an Franko Petri, der WWF-Pressesprecher hat uns wortgewaltig über seine erlebnisse vom burning-Man-Festival in der Wüste von nevada berichtet, sodass uns Hören, Sehen und Staunen verging (S. 66). in Zeiten der bröckelnden budgets und ideologien staunen wir über die bildgewalt, die unsere Fotografen entfachen können. Seien es die Porträts von investmentbanker leopold Seiler (S. 62), für die David Sailer eine Dunkelkammer in dessen Wohnzimmer einrichtete (Und jetzt mit Zunge, Poldi!), Götz Schrages Kunstwerke der Pokermillionäre (S. 38) oder das feine Auge von David Visnjic, der die betreiber der Sicherheitsspezialisten Sparta Safe Services weder sehen noch anfassen, geschweige denn ablichten durfte (S. 94). Was raffael Stiborek mit lookk-Gründer Andreas Klinger und der Schwerkraft anstellte, verwischt die Grenzen zwischen Kunst und Pressefotografie ohnehin (S. 22). Wir danken außerdem Martina bischof und ihrem Team für ihren langen Atem und die Professionalität, mit der sie die großartigenlayouts zauberten (www.bischofgrafik.com). Auch ihrer Handschrift ist es zu verdanken, dass CASH FlOW so ist, wie es eben ist – schön, cool, elegant und extravagant. Um der Arbeit einen schönen rahmen zu geben, drucken wir weiterhin in höchster Qualität, sparen weder an Papier noch an Korrekturlesern, noch an der bildbearbeitung, noch an der Farbsetzung. Mit der neuen Ausgabe wollen wir uns vor dem Medium Print verneigen. Der deutsche Agenturgründer, Starcom-Manager und Mr. Media Thomas Koch himself, hat uns mit einem blog-eintrag Mut zugesprochen. er erörterte die nimmermüde Frage nach der Medienkrise folgendermaßen: „{...} exemplarisch für die entwicklung des Zeitschriftenmarktes ist, dass immer neue Special interest Magazine mit immer geringeren Auflagen von sich reden machen. Dass viele von ihnen von kleineren Verlagen entwickelt wurden, überrascht nicht. Denn hier versteht man sich noch auf das Machen von Zeitschriften.“ ein herzliches „Word!“ und ein klatschendes High-Five aus der Kohlgasse, Mr. Media! DAVID SAILER. Fotograf mit Liebe. Diesmal verführte er unter anderem seinen Namens­ vetter und Investmentbanker Leopold Seiler zu provokanten Posen (S. 62), RAFFAEL STIBOREK. Das Nesthäkchen ent­ führten wir aus der Boarder­Szene. Für sein Porträt von Minimalist Andreas Klinger setzte sogar die Schwerkraft aus. (S. 22) DAVID VISNJIC. Der Miley Cyrus­Fan ist un­ ser Mann fürs Grobe. Diesmal legte er sich mit den Sicherheitsfanatikern von Sparta an und schlüpfte in Stöckelschuhe. (S. 92) GÖTZ SCHRAGE. Der Pate der bebildernden Zunft. Hobbys: VfL Bochum, Thai­Boxen (passiv) und Kneipensport. Für uns hat er sich in der Pokerszene umgesehen (S. 38). 8 03-04 /2013 CASH FLOW F oto s : dav i d s a ile r , r a F Fa el s ti bo r e k , dav i d v i s n j i c, g ötz s ch r ag e

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W U N D E RW E LT Ein großer stiller Ort Als hätte man erst gestern aufgehört zu arbeiten. So präsentiert sich noch heute die ehemalige Abingdon Pottery in Abingdon im US-amerikanischen Staat Illinois rund 300 Kilometer südwestlich von Chicago. Tausende WC-Schüsseln stehen noch herum. Die Abingdon Sanitary Manufacturing Company, so der ursprüngliche Name, wurde 1908 gegründet und produzierte Sanitärkeramik, so auch unsere vergessenen WC-Freunde. 1928 wurden die ersten farbigen Keramiken hergestellt, von 1934 bis 1950 wurde auch Kunsthandwerk, wie etwa Vasen, die heute einen hohen Sammlerwert haben, gefertigt. 1950 stieg die Nachfrage nach Sanitärkeramik, sodass man sich auf das Kerngeschäft konzentrierte. Nach Eigentümerwechseln hieß das Unternehmen Briggs Manufacturing und wurde 2000 von der Ceramicas Industriales, S.A. endgültig geschlossen. Seit 2007 beschäftigt das Gelände die Umweltbehörde von Illinois, da man im Erdreich der Anlage eine höchst gefährliche Konzentrationen von Blei, das jahrzehntelang für die Produktion verwendet und nicht richtig entsorgt wurde, fand. FOTO: FLICKR/ CRAIG FINLAY 10 03 04 /2013 CASH FLOW

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W U N D E RW E LT WUNDERWELT 01 CASH FLOW 03 04 /2013 11

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W U N D E RW E LT Echte Kinder und AFOLs Bereits früh sollen US-amerikanische Kinder an Waffen gewöhnt werden. Aber bitte nicht unter drei, denn da könnten sie die Miniaturwaffen der Firma Brickarms verschlucken. Bei diesem Spielzeug handelt es sich um Lego-kompatible Miniwaffen aus hochwertigem KunststoffSpritzguss, wie Will Chapman, Gründer und Eigentümer der Mini-Familienfirma, versichert. Angefangen hat alles 2006, als Chapmans jüngster Sohn, damals neun Jahre alt, seinen Vater um authentische Winzigwaffen für seine Lego-Mannen aus dem Zweiten Weltkrieg bat. Ein durchaus verständlicher Wunsch eines Kindes und ein fürsorglicher Vater erwiesen sich als Urknall für Brickarms. Heute stehen bereits über 100 Waffen- typen auf dem Programm und um auch AFOLs (Adult Fans of Lego), vornehmlich Sammler, bei Laune zu halten, gibt es von Zeit zu Zeit echte Gustostückerl. Beim aktuellen BrickArms Mystery Pack – Golden Crate zu rund 20 US-Dollar ist in jeder Packung eine dieser 59 goldenen Waffen, wobei es von der Minigun (X) überhaupt nur fünf Stück gibt. FOTO: BRICKAR MS CASH FLOW 03 04 /2013 13

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W U N D E RW E LT Viel, aber doch nicht so günstig Die Cyber-Monday-Woche, diesmal vom 23. bis zum 30. November, ist die größte Angebotsaktion des Jahres bei Amazon und sorgt in allen Ländern regelmäßig für Kaufstürme. Zu sehen ist das englische Amazon-Versandlager in Peterborough nördlich von London, das sich für den Ansturm rüstet. Allein am Cyber Monday 2012 wurden über amazon.co.uk mehr als 3,5 Millionen Artikel bestellt, durchschnittlich 41 Bestellungen pro Sekunde. Rund 15.000 Aushilfskräfte, davon mehr als 2.000 alleine in Peterborough, wurden in ganz England für den Ansturm angeheuert. Ernüchterung kommt aus Deutschland: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 50 Produkt- preise in Amazons deutscher CyberMonday-Woche überprüft. Statt der versprochenen Rabatte von 50 Prozent gab es nur rund 18 Prozent. An acht Tagen in Folge versprach Amazon Deutschland rund 3.500 sogenannte Blitzangebote mit über einer Million Produkten aus sämtlichen Kategorien mit bis zu 50 Prozent Rabatt. FOTO: BEN CAWTHRA/ EYEVINE/ P ICTUREDESK.CO M 14 03 04 /2013 CASH FLOW

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