Schulchronik Barbaraschule

 
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Schulchronik Barbaraschule

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Katholische Volksschule St. Barbara Neukirchen -Vluyn

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Die katholische Volksschule St. Barbara war für viele ältere Gemeindemitglieder unserer Pfarrgemeinde nicht nur eine Lehranstalt. Sie war auch das Bindeglied zwischen den Familien und der Kirche.

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Hier ein Auszug der Schulchronik vom damaligen Schulleiter „Rektor Nowotnik“ zur Einweihung der neuen St. Quirinus - Kirche am 01.06.1958.

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Gründung und Aufbau der katholischen Volksschule St. Barbara in Neukirchen – Vluyn vor und nach dem zweiten Weltkrieg Die Geschichte unserer katholischen Schule ist eng verbunden mit der Geschichte unserer Pfarrgemeinde und der NBAG. Durch die aufblühende Kohlenindustrie an unserem Heimatorte fanden viele katholische Arbeiterfamilien namentlich aus Schlesien, Bayern und dem Saarland hier Arbeit und Brot. Ihre Kinder besuchten bis 1917 die evangelische Dorfschule oder die katholische Schule in Schaephuysen, soweit sie in Vluyn wohnten.

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Nach dem ersten Weltkriege faßte man die zugewanderten Kinder zu einer Simultanschule im Laßfonderfeld in einer Baracke zusammen wo später die Barbaraschule und heute der Diskounter Netto ein Ladenlokal betreibt, und gab ihr den Namen Ernst – Moritz – Arndt – Schule zur Erinnerung an die Gewerkschaft Ernst – Moritz – Arndt, die unsere Zeche gründete. Der Schulleiter dieser Simultanschule war Rektor Rohde. Als katholische Lehrer wirkten an ihr Lehrer Oli, und Frl. Lindemann. Der Religionsunterricht wurde getrennt erteilt.

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1920 reichte die Baracke nicht mehr aus, so entstand der erste Teil des jetzigen Steinbaues mit vier Klassen. 1923 wurde die Simultanschule aufgelöst und die katholischen Kinder als katholische Schule in der Haarbeckschule zusammengefaßt. Leiter dieser Schule war Konrektor Scheppan. Die Schulchronik berichtet darüber folgendes: Am 26.10.1923 wurde die katholische Schule eröffnet. Die Einweihung fand am gleichen Tage statt. An dem selben nahmen teil: Kreisschulrat Elschenbroich, Bürgermeister Dr. Baehr, einige Mitglieder des Schulvorstandes und einige Eltern der Kinder.

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D er K reissch u lra t v erp flich tete d ie L eh rp erso n e n d u rch H a n d sc h la g a u f ih re D ien stp flich ten . D r. B a eh r er m a h n te d ie K in d er, d a sie n u n n a ch K o n fessio n en g etren n t seien , zu ein e m fried lich e n B etra g en . P fa rrekto r K lu cken b eto n te d ie ch r istlich e E rzieh u n g d er K in d er d u rc h d ie S c h u le u n d K o n rekto r S ch ep p a n d a n kte u n d v ersp ra ch , d ie S ch u le zu ein er P fla n z u n d B ild u n g sstä tte zu m a ch e n . D ie S ch u le h a tte b ei ih rer G rü n d u n g d rei K la ssen , d rei L e h r krä fte u n d 1 4 3 K in d er. S ch o n im n ä ch sten J a h r w u rd e sie v ierkla ssig , erh ielt jed o ch erst 1 9 2 7 d ie v ierte L eh rkra ft. N a ch d er V erein ig u n g d er b eid en G e m ein d en N e u kirc h en u n d V lu y n u n d d er E rö ffn u n g d er D iesterw eg sch u le b e ka m u n sere S ch u le ein n eu es H eim u n d ein en n eu e n N a m en .

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Sie zog in das Gebäude der früheren Simultanschule und erhielt auch ihren Namen Ernst – Moritz – Arndt – Schule. Sie wurde von allen katholischen Kindern der Gemeinde Neukirchen – Vluyn besucht. 1933 zählte sie bereits 367 Kinder in acht Klassen mit neun Lehrkräften. Bis zu diesem Zeitpunkt fanden an der Schule endgültige Anstellung: Rektor Scheppan ( 1923 – 1935 ), Frl. Lindemann ( 1923 – 1932 ), Lehrer Oli (1932 - 1964 ), Lehrer Quinkert ( seit 1928 ), Frl. Osthoff ( 1932 – 1955 ), Frl. Wiggers ( 1932 – 1939 ) und Lehrer Huch ( 1931 – 1939 ).

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Soviel zur äußeren Entfaltung der Schule. Lebendig war auch das Innenleben. Die Schulchronik berichtet von vielen Festen und Feiern, bei denen die Kinder ihr Können zeigten und meist beschenkt wurden. St. Nikolaus, Weihnachten, Entlassung, Reichsjugendwettkämpfe und Verfassungsfeier. Auch am kirchlichen Leben nahm sie regen Anteil. 1924 besuchte seit Jahrhunderten ein Katholischer Bischof die Gemeinde.

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Bischof Johannes von Münster wurde von Radfahrern und einem Reiterzug feierlich in die Gemeinde geleitet und erteilte 73 Kindern der Schule das Sakrament der Firmung. 1929 waren es 50 Kinder, die durch den H. H. Weihbischof Dr. Scheefers das hl. Sakrament empfingen. Besonders herzlich war auch der Abschied der Kinder von ihrem ersten Seelenhirten Herrn Pfarrektor Klucken im Jahre 1932.

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Störung und Zerstörung In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens litt die Arbeit der Schule durch Lehrermangel und Lehrerwechsel. Die Schulchronik nennt nahezu dreißig Namen von Lehrern und Lehrerinnen, die für kürzere oder längere Zeit vorübergehend an der Schule beschäftigt waren. Auch die Raumnot wirkte sich nachteilig aus. Erst 1934 bekam die Schule durch einen Anbau zwei Klassen, ein geräumiges Lehrerzimmer und einen Luftschutzkeller, so daß nunmehr zum erstenmal alle Kinder der Schule in einem Gebäude gemeinsam unterrichtet wurden.

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Doch tiefer lagen die Störungen, die eine neu heraufziehende Zeit brachte. Schon 1932 hieß es in der Schulchronik: Leider haben nur sehr wenige der zur Entlassung kommenden Kinder eine Stelle in Aussicht. Als die Zahl der Arbeitslosen im Reiche auf über sechs Millionen anstieg, kam der politische Umschwung und mit ihm für die Schule ein neues Erziehungsziel, das sein Heil und sein Unheil in Blut und Boden suchte. Dieser Erziehungswandel, wurde recht deutlich bei der Einführung des neuen Schulleiters Rektor Nowotnik, der im Zuge der Gleichschaltung mit Rektor Scheppan ausgetauscht worden war.

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Bei dieser Gelegenheit, es war der 13.01.1935, betonte der Schulrat, es sei die Pflicht des Leiters der Schule, die Kinder im nationalsozialistischen Geiste zu erziehen, der Leiter der NSLB hob hervor, dies sei erst dann möglich, wenn alle Kinder in der HJ oder dem BDM erfaßt seien, und der Bürgermeister wies darauf hin, daß für diese Erziehung in der Bevölkerung des Ortes ein starker Rückhalt bestehe, denn nicht nur der evangelische, sondern auch der katholische Bevölkerungsteil habe schon vor der Machtübernahme in seiner Mehrheit treu zum Führer der nationalsozialistischen Bewegung gestanden.

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Dieser Wechsel im Erziehungsziel wurde nun durch viele äußere Dinge sichtbar: In der Klasse hing aus Anordnung der Gemeinde anstelle des Kruzifixes das Hitlerbild. Im Zuge der staatspolitischen Umerziehung gab es einen Staatsjugendtag, Flaggenhissung, Fanfaren, Uniformen, Kampflieder, militärische Ausbildungslehrgänge und Statistiken. In allen Stunden und an allen Tagen wurde so der Blick der Kinder durch das Schulfenster auf die Straße gelenkt. Fast unbemerkt für die Öffentlichkeit, nicht aber für die Schule unternahm die Regierung gegenüber der Kirche entscheidende Maßnahmen.

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Auf Einfacher Abzugspost geschrieben erhielt die an der Schule unterrichtende Geistlichkeit ein Dankeswort für die bisher geleistete Arbeit und die Mitteilung, daß der Religionsunterricht nunmehr durch die Lehrkräfte der Schule erteilt würde. Es sollte dies die Vorbereitung des letzten vernichtenden Schlages gegen die konfessionelle Schule sein. Ostern 1939 wurde sie aufgelöst, indem Lehrer und Kinder auf alle Schulen des Ortes, letztere nach ihren Wohnbezirken verteilt wurden. Unsere Schule erhielt den Namen „ Deutsche Schule Ernst- Moritz- Arndt „. An ihr waren tätig:

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