HERAUSFINDUNG

 

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Kreativwirtschaftliches Magazin für das Vest Recklinghausen

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DAS KREATIV WIR TSCHAFTSMAGAZIN IM VEST · OK TOBER 2013 · ERSCHEINT 3x JÄHRLICH Urban Pop & Social Innovation  Ein kreatives Quartier für Herten-Süd Let’s co to work Mit der 10er-Karte in’s eigene Büro Unser Tertial-Special »Verortet« Im Interview Dieter Gorny will mehr Tempo und Breite 1

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EDITORIAL „Themenfelder und konkrete Handlungsansätze zur weiteren Unterstützung der Kreativwirtschaft im Vest Recklinghausen generieren“ – dieser Satz beschreibt die Intention, mit der wir uns vor einigen Monaten dazu entschlossen, das ehemalige Wirtschaftsjahrbuch VEST in die HERAUSFINDUNG – das neue kreativwirtschaftliche Magazin im Vest Recklinghausen – aufgehen zu lassen. CREATIVE.NRW, das Cluster für Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, hat sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und 10 Punkte formuliert, deren Umsetzung dazu beiträgt, die Relevanz der Kreativiwirtschaft zu steigern. Damit gehen wir konform und machen Sie daher auch zur „Präambel“ der HERAUSFINDUNG. 1. Kreativnetzwerke müssen als Forschungs- und EntwicklungsRessourcen der Akteure begriffen und gefördert werden. 2. Die Kreativwirtschaft ist wesentlicher Vorreiter in der Entwicklung und Anwendung neuer Kommunikationsformate. Diese gilt es zu stärken. 3. Um am Markt bestehen zu können, benötigen Akteure der Branche Kompetenzen im Künstlerischen wie in unternehmerischen Belangen. Hier müssen Angebote ermöglicht und gefördert werden. 4. Die Kreativwirtschaft benötigt für den Aufbau neuer Unternehmen und Existenzgründungen Räume, die durch eine Kultur der Offenheit geprägt sind. Notwendig ist die Entwicklung eines gebiets- und themenbezogenen Standortmarketings. 5. Das politisch-administrative System der Städte im Vest und der Region muss sich angesichts des verschärften Standortwettbewerbs stärker als bisher auf die Anforderungen der kreativen Akteure einlassen. 6. Um die Querschnitts-Disziplin Kreativwirtschaft in Zukunft aktiv und effizient fördern zu können, braucht es stärkere Synergieeffekte der Bereiche Wirtschaft, Kultur und Stadtentwicklung. 7. Die wirtschaftliche Relevanz der Kreativwirtschaft basiert nicht zuletzt auf ihrer Führungsrolle im Bereich soziale Innovation. Das Thema soziale Innovation benötigt seinen Platz auf der wirtschaftspolitischen Agenda einer jeden Stadt, bzw. Region. 8. Politik muss kreativwirtschaftlichen Leistungen nicht nur differenzierter gegenüber treten, sondern sie ebenso differenziert honorieren. Diese Art der Auszeichnung kann symbolischer (Auszeichnungen), kommunikativer (Berichte), persönlicher (Mentoren), qualifizierender (Coaching) und/oder monetärer Art sein. 9. Die Kreativwirtschaft benötigt eine starke, effiziente Lobby, um nachhaltige Strukturen und Institutionalisierungen schaffen zu können. 10. Die Kreativwirtschaft im Vest Recklinghausen ist bis dato noch nicht ausreichend in europäischen Netzwerken und Strukturförderprogrammen der Europäischen Kommission vertreten. Dazu braucht es eine Kompetenzerweiterung in der Bearbeitung europapolitischer Fragen im Bereich Kreativwirtschaft. Die HERAUSFINDUNG wird sich ab jetzt – und dann dreimal im Jahr – mit dem Stand der Umsetzung dieser 10 Punkte in Reportagen, Statements, Interviews und vielem mehr auseinandersetzen. Guido Röcken · Axel Schuch Inhaltsverzeichnis 3 3 4 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 18 20 Editorial Inhaltsverzeichnis / Impressum Kunst als Bestandteil der Unternehmensphilosophie Vorwärts denken… Tertial Special · »Verortet« »Verortet« · M. Becker/Herr Orm »Verortet« · Ilse Hilpert »Verortet« · Axel Schuch »Verortet« · Uwe Sevcik »Verortet« · Katrin Wegemann »Verortet« · Silvia Wienefoet Produktfindung Interview mit Prof. Dieter Gorny Raum für Ideen – Ideen für Räume Urban Pop & Social Innovation Kreativzentrum für Rhythmus & Bewegung im Vest im ART.62 21 22 23 25 28 29 30 Glaube an die Region und Interesse an der urbanen Popkultur Kreative Quellen zu einem mächtigen Strom verbinden Let´s co to work Vom schwarzen zum kreativen Revier Künstler raufen sich zusammen Atelier am Lohtor Urban Green auf der Herner Straße Inhaltliches Konzept und Redaktion: Guido Röcken Redaktionsmitarbeit: Kristina Göbel, Stefanie Rogg, ecce GmbH (S. 16) Gestaltungskonzept, Layout und Herstellung: Axel Schuch, schuch@work Layout, Satz: Anna Vagelpohl Titelfoto: Leerstand Herner Straße Druckerei: Druckhaus Duisburg Die verwendeten Fotos und Texte sind Impressum HERAUSFINDUNG · Das Kreativwirtschaftsmagazin im Vest, Sept. 2013 Herausgeber: Guido Röcken / Axel Schuch in Kooperation mit der Stadt Recklinghausen urheberrechtlich geschützt und dürfen auch auszugsweise nur mit ausdrücklicher Genehmigung weiterverwendet werden. Für Bildrechte gelieferten Fotomaterials, das den Herausgebern gegenüber nicht gekennzeichnet wurde, übernehmen wir keine Haftung. 3

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Kultureller Mehrwert RECKLINGHAUSEN: KunsT ALs BEsTAnDTEIL DER unTERnEhmEnsphILOsOphIE „Der Erfolg von Einkaufszentren ist planbar,“ sagt die mfi AG – Bauherr und zukünftiger Betreiber der Recklinghäuser Arcaden. Dazu gehören nach Ansicht der „management für Immobilien AG“ Qualitätsmerkmale auf Basis höchster Ansprüche: der richtige standort, die richtige Größe, integrierte, renommierte Architektur, ein attraktiver, effektiver mieter-mix und multifunktionale Lösungen für Innenstadt oder stadtteil. Als i-Tüpfelchen sieht das Essener unternehmen seine Kunst-am-BauObjekte aus der hand bekannter zeitgenössischer Kreativer: heinz mack, Günther uecker und Fabrizio plessi sind nur drei namen von vielen. Kunst ist generell ein fester Bestandteil der mfi-unternehmensphilosophie. Es beginnt mit der richtigen Wahl der Architekten. Wesentliche Kriterien der mfi AG für die Wahl der Architekten sind der gestalterische Bezug zur Umgebung, ein ästhetischer A nspruch, Funktionalität und Aufenthaltsqualität. Als Sieger aus einem von der Stadt Recklinghausen und der mfi ausgelobten Wettbewerbs ging das erfolgreiche Architekturbüro Auer+Weber+ Assoziierte hervor. Für die Architekten ist Recklinghausen kein unbekannter Schauplatz. Sie gestalteten das Ruhrfestspielhaus zu einer Kongress- und Tagungsstätte um und erhielten hierfür im Jahre 2001 den Deutschen Architekturpreis. Um den besonderen Charakter der Region zu akzentuieren, plant die mfi AG für die Recklinghäuser Arcaden die Themenwelten Industriekultur, Energie und Renaturierung. So sollen mehr- 4

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Kultureller Mehrwert mittlerweile verstorbenem Lichtkünstler mit vielfältigen Arbeiten auch im Ruhrgebiet z.B. in Gelsenkirchen, Bottrop oder Oberhausen. Der italienische Medien- und Konzeptkünstler Fabrizio Plessi zeigt in den Erlanger Arcaden ein eindrucksvolles Video-Kunstwerk zum Thema Wasser, den „Digital River“ – ein Bezug zu der Stadt Erlangen, durch die die zwei Flüsse Regnitz und Schwabach fließen. Die Auswahl des Künstlers für die Recklinghäuser Arcaden ist noch nicht getroffen. Außerdem verleihen die Essener alle zwei Jahre den mit 50.000 Euro dotierten „mfi Preis“ für Kunst am Bau. Hier sollen herausragende Kunstprojekte gewürdigt und einer breiten Öfgeschossige Fassaden und Elemente aus modernen Materialien die Stahl- und Kohleindustrie symbolisieren. An anderer Stelle werden die Schwerpunkte auf Elektrizität und Energie gesetzt, die für das fortschrittliche und innovative Revier stehen. Durch bepflanzte Formen und Industriearchitektur wird an dritter Stelle an die Renaturierung der Industrieflächen im Ruhrgebiet erinnert. Die Verknüpfung von Architektur und Kunst ist ein integrativer Bestandteil der Konzeptumsetzungen der mfi AG. Dabei ist das Wort „Kunst“ nicht nur im übertragenen Sinn zu verstehen, sondern ganz wörtlich: Denn es wird für jedes Objekt ein individuelles Kunstwerk in Auftrag gegeben. So entwarf Günther Uecker – Maler, Objektkünstler und ehemaliger Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf – für die Düsseldorfer Arcaden 2008 mit seinem Werk „Bäume“ zum ersten Mal ein Kunstwerk für eine Shopping-Mall. Im Rund der Zwickau Arcaden schwebt eine leuchtende Scheibe: „Licht-Puck“ genannt – entworfen von Jürgen LIT Fischer, fentlichkeit vorgestellt werden. Die Verleihung findet regelmäßig im Museum Folkwang in Essen statt. Der Preis wurde erstmals 2002 vergeben. Derzeit läuft die Ausschreibung für den kommenden Wettbewerb. Am Wettbewerb teilnehmen können alle Künstler, die zusammen mit Bauherren und Architekten dauerhaft installierte Kunstwerke in den letzten drei Jahren in oder an öffentlichen, privaten oder gewerblichen Immobilien in Deutschland realisiert haben. Einsendeschluss ist der 4. November. Mehr: www.mfi.eu ANZEIGE Kunstwerke. Abgestimmt auf Ihren Raum. moderne Kunst, die passt. Original aussuchen. Größe abstimmen. Liefern lassen. Hängung bestaunen. Fertig. www.bildwelten.info/BeyondPixel info@bildwelten.info Dauerausstellung in der Bürogalerie der Agentur schuch@work Sandweg 1B in Recklinghausen Fragen? – 0151 240 718 43 5

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Kultureller Mehrwert VORWÄRTs DEnKEn… KREATIVWIRTsChAFT nRW produkte und Dienstleistungen der Kultur- und Kreativwirtschaft finden in nordrhein-Westfalen eine hohe nachfrage. Die Branche ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor und Impulsgeber für die gesamte Wirtschaft des Landes. mehr als 315.000 Erwerbstätige in rund 50.000 unternehmen zählen zu den Kreativen in nRW und generieren mit einem umsatz von 36 milliarden Euro wertvolle, innovative Ideen und setzen an den schnittstellen zu anderen Branchen neue Impulse (stand 12.2012). Anbei einige Empfehlungen aus dem Land in´s Vest hinein: 3. bis 6. Oktober plan14-prolog Die Architektur Biennale Köln plan14 startet 2013 mit dem plan-prolog: ein viertägiger intensiver Veranstaltungsparcours unter dem thematischen Motto „Architektur im Kontext“. Geplant sind: eine Exkursion zu Kölner A rchitektur- und Freiraumprojekten mit Martin Stankowski, Projektpräsentationen, Workshops, Dialogen und Diskussionen u.a. mit Elke Krasny (Wien), Andreas Veranstaltungen Denk (Berlin), Pablo Molestina (Köln), Per Als (Kopenhagen, tbc). Die Veranstaltung ist offen für alle, die sich für aktuelle Architektur- und Stadtentwicklungsthemen interessieren oder in diesen Bereichen selbst aktiv sind. Mehr: www.plan-project.com Zukunftsweisende Produkte verfolgen einen ganzheitlich nachhaltigen Ansatz. Hersteller und Designer vereinbaren dabei gute Gestaltung mit Qualität, innovativem Denken, Umweltbewusstsein und berücksichtigen die Bedürfnisse der Menschen bei Produktion und Nutzung. Der Green Product Award richtet sich daher an alle Designer oder Unternehmen, die dieser Idee folgen und mit ihren Produkten oder visionären Produktideen eine Vorreiter-Rolle einnehmen. Gesucht werden kreative, mutige und leidenschaftliche Produkte sowie Dienstleistungen, die uns im täglichen Leben begleiten und Impulse für einen „grünen“ Konsum geben. Teilnehmer haben bis zum 18. November 2013 Gelegenheit, ihre Entwürfe und Produkte einzureichen. Mehr: www.gp-award.com Awards © Foto: Mark Ansorg, Dortmund – © Gestaltung: labor b designbüro, Dortmund 6. und 7. Dezember Die „Next Level Conference“ ist das Event zur Kunst, Kultur und Wirtschaft der digitalen Spiele. Die Teilnehmer erwartet erneut eine einzigartige Mischung aus Konferenz und Festival: 2 Tage, gespickt mit einem vielfältigen Programm und hochwertigen Experten. Veranstaltet wird das Event vom NRW Kultursekretariat. Eine Neuerung: Zum ersten Mal findet die bekannte „Next Level Conference“ im Dortmunder U statt. Damit finden Akteure der Gameswirtschaft sowie der Spielekultur und -kunst ein neues Zuhause. Gewohnt bleibt dabei die hohe Qualität des zweitätigen Veranstaltungsprogramms. Mehr: next-level.org. 9. bis 13. Oktober Filmfestival Münster Das FILMFESTI VA L MÜ NSTER ist alle zwei Jahre ein verlässliches Barometer für innovatives und unabhängiges Filmschaffen, neue Themen und ästhetische Formen im Film und natürlich auch für gute Unterhaltung. Von den 1981 ins Leben gerufenen „Tagen des unabhängigen Films“ über die „Filmzwerge“ bis hin zum „Filmfestival Münster“ wurde das Konzept immer wieder erweitert und das Festival ist zu einer festen Größe in der deutschen Filmfestivallandschaft herangewachsen. Mehr: www.filmfestival-muenster.de Der Kreativpreis DMMA OnlineStar f ür die Online-Branche w ird vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. und der MFG Innovationsagentur für IT und Medien BadenWürttemberg. Teilnehmen können Werbe-, Design und Kommunikationsagenturen, werbungtreibende Unternehmen sowie Einzelpersonen (freie Creative Directors, Art Directors, etc.) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Arbeiten aus dem Bereich Neue Medien. Über die nominierten und prämierten Arbeiten entscheidet eine Jury, besetzt mit Teilnehmern aus der Werbewirtschaft, Industrie und Fachpresse. Die Verleihung findet am 17. Oktober 2013 in Berlin statt. Mehr: www.dmma-onlinestar.de 6

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Tertial-Special VERORTET Eine der besonderen Rubriken der hERAusFInDunG ist das „Tertial-special“: In jeder Ausgabe wollen wir ein besonderes, künstlerisches, bzw. kulturelles projekt der Region mit einer umfangreichen Berichterstattung und einem 8- bis 12-seitigen sonderdruck unterstützen. In unserer 1. Ausgabe fiel die Wahl auf VERORTET, ein temporäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum, dass der Vestische Künstlerbund in Zusammenarbeit mit der stadt Recklinghausen ausgeschrieben hat. VERORTET „bespielt“ bis zum 20. Oktober, Stadträume Recklinghausens, die historisch gewachsene Orte der Stadtentwicklung darstellen. Künstler/innen der Region waren aufgefordert, temporär Markierungen zu setzen, sie mit ihren Mitteln zu befragen und neu erlebbar werden lassen. Über eine Jury wurden aus den Bewerbungen sechs Arbeiten und damit sechs Orte ausgewählt. Auf den folgenden Seiten stellt HERAUSFINDUNG die Arbeiten und Künstler vor. Kultur und Wirtschaft rücken in den letzten Jahren immer näher zusammen – so waren auch Kooperationen zwischen Künstlern und Unternehmen für die Umsetzung der VERORTET-Projekte nötig. Trotz Förderung durch die Stiftung RUHR.2010 (die Stadt Recklinghausen und das „Kultur- und Projektmanagement Guido Röcken“ kamen für die notwendigen Eigenmittel von 20% auf), übernahmen vor allem bei zwei Arbeiten spezielle Unternehmen einen Teil der Finanzierung, bzw. stellten ihr know-how zur Verfügung. Zu ihren Beweggründen gefragt, zeigte sich, dass meist persönliche Affinitäten der Entscheider den maßgeblichen Impuls für die Unterstützung gaben. Weiterer Unterstützer von VERORTET war die Sparkasse Vest Recklinghausen, über deren Engagement für Kulturprojekte auf S. 6 der HERAUSFINDUNG noch mehr zu lesen ist. ANZEIGE Durch die Kooperation zwischen örtlicher Polizei, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und zweier Fachfirmen konnte die Künstlerin Silvia Wienefoet z.B. ihre Arbeit umsetzen. So montierte die münsterländische Firma „ABN - Industrie-Elektronik und Transformatoren-Bau“ vorab die genaue Anordnung der verwendeten 71 LED-Leuchten so auf verschieden Gabionen, dass nun der Braille-Schriftzug „Ich sehe was, was du nicht siehst“ am Polizeipräsidum zu sehen ist. Herr Kirschner und die Mitarbeiter des Recklinghäuser Unternehmens „Landschaftsbau Vest“ montierten den Schriftzug letztendlich an die denkmalgeschützte Fassade. (S.13) Die Arbeit „Saat“ von Axel Schuch – ausgewählt für den Kirchplatz der Pauluskirche – wurde ebenfalls mit Unterstützung zweier Unternehmen realisiert. Zum einen sorgte Gregor Keller, Chef des Dattelner Unternehmens „Gartenmagie Keller“ für die notwendige Erde, die als Grundlage für vier Quadrate diente, in der mehrere Hundert Graspflanzen eingesetzt wurden. Der Transport der Graspflanzen erfolgte durch das Essener Unternehmen Garten- und Landschaftsbau Hetfeld&Coesfeld. Beide Unternehmen halfen zudem bei der Bepflanzung. (S. 10) 7

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Tertial-Special markus Becker »EnGLIsh pIpE«   Informiert man sich über die Grünanlage hinter dem Recklinghäuser Rathaus, so erfährt man schnell von dem „englischen Garten“, der für die Grünflächenplanung als Vorbild diente. „Da sich auf dem Gelände auch eine Skateboardrampe befindet, die momentan einen eher „ghettohaften“ Eindruck vermittelt, ist dort mein Ansatzpunkt,“ erklärt Markus Becker. Es handelt sich bei der Rampe um eine „Halfpipe“, die Form ähnelt einem längs durchgeschnittenen Rohr. „Ich werde diese Halfpipe mit der Flagge Englands bemalen. Da sich auch eine Kopfseite und zwei Flächen für die startenden Skater anbieten, werde ich diese auch gestalten und somit eine „english Pipe“ schaffen, die dann durch ihre ursprüngliche Form eine anschauliche Installation ergibt. Die einzelnen roten Streifen sollen, wie beim englischen Garten, sehr geschwungen sein.“ Die Arbeit wird im Internet dokumentiert und es entsteht dazu ein Blog. Über den Ausstellungszeitraum wird Markus Becker regelmäßig „nach dem Rechten“ sehen, evtl. Veränderungen durch Dritte auch im Blog veröffentlichen.   VITA: Geboren 1978 in Recklinghausen Ausbildungen: KFZ Lackierer Geselle, Diplom Designer, Graffiti Sprayer Mitglied im Vestischen Künstlerbund freischaffend künstlerisch tätig seit 2009. Ausstellungen (Auszug): · Tausend, Köln, „Orm X Qumi“ April 2012 · Preisträger des Vestischen Künst- lerbund, Thema „Ereignis“ Oktober 2012 · Sold Out Gallery, Bochum, „MCA Tribute Show“ Dezember 2012 · KGallery, Bochum „Der Anfang ist tot und begraben“ Januar 2011 · Cafe Fundus, Münster „Eyes and Ears“, Festival für Clubculture März 2011 · Neurotitan Gallery, Berlin „Simple is rare“ Dezember 2011 · All the time, Stadion Rote Erde Dortmund „Bretter, die die Welt bedeuten“ März 2010 Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen „Outdoor and Outside“ Juli 2010 · Jury „Deutsche Meisterschaft für Kunst im Öffentlichem Raum“ www. kunstmeisterschaft.de, August 2010 · Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl „Trashismus“ April 2009 · We love kicks, Zürich, Luzern, Baden, Basel, Schweiz “We love kicks” April/ Mai 2009 · Prét á Pórter, Paris, Frankreich, September 2008 · Streetlab, Künstlerzeche, Herne „Streetart“ Oktober 2007 · Bright Tradeshow (Hurley), Frankfurt „Hurley Art Show“ Juli 2007 · Tableau, Bochum “Optischer Chiasmus” Februar 2007 · BBK Westfalen (Bundesverband bildender Künstler), Dortmund „ZeitgleichZeitzeichen“, Oktober 2004 · Galerie Münsterland in Emsdetten „Graffiti“ Februar 2003 · Rathaus der Stadt Marl, Marl „Graffiti Art“ Juni 2001 8

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Tertial-Special Ilse hilpert »VERpuppT« Auf dem Hügel gehen das Festspielhaus und der sie umgebende Stadtpark eine Verbindung ein. So wie die Natur und Kultur keine Gegensätze sind, vielmehr einander bedingen. Sinnbild dafür sind in der Installation „verpuppt“ die an Bäumen haftenden Kokons. Einige Kokons sind bereits geöffnet und verlassen, andere noch verschlossen. Im Park herrscht die gebändigte Natur. Die überdimensionalen künstlichen Puppen wirken da befremdlich, vielleicht erschreckend, bedrohlich. Die daraus geschlüpften oder befreiten - nicht sichtbaren - „Schmetterlinge“ stehen symbolisch für die Freiheit des Geistes und der Kunst, wie sie sich im Festspielhaus äußern kann. VITA: Geboren 1950 in Recklinghausen. Studium der Kunst/Ästhetische Erziehung und Kulturmanagement. Tätig in Kunst und Design, Kunstmanagement und -pädagogik seit 1973; kulturell tätig in Entwicklungsländern von 1982 bis 2002. Mitglied im Bund Bildender Künstler (BBK Westfalen) seit 2006 und Mitglied im Vestischen Künstlerbund seit 2011. Einzelausstellungen (Auswahl) · NATURfremde, Stadt. Galerie der Stadt Dortmund im Torhaus Rombergpark (2012) · Zwischen Schwarz und Weiß, Installation Zeche Ewald Herten (2011) · NATURfremde, Museum Burg Dringenberg (2010) · hintergründig, Atelier_ Anschnitt, Dor tmund (2009) · alles.papier, C. Brand + I. Hilpert, Papiermühle Plöger, Kunstverein Schieder-Schwalenberg (2008) · reichlich ärmlich, Stadthaus am Dom, Kulturamt Wetzlar (2005) · surFaces, Goethe Institut, Kalkutta/Indien (2003) · ARTifical, Gallery 21, Dhaja/Bangladesch (2002) Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) · Das Beste zum Schluss, Künstlernetzwerk Starke Orte, ehem. Ostwallmuseum, Dortmund (2013) · zwischenraumzwischenzeit, Künstlernetzwerk Starke Orte, ehem. Polizeigebäude Bochum (2013) · Kontraste, STARKE ORTE - Höhlenhunst 2012, Kluterthöhle, Ennepetal · Kunstszene Recklinghausen, Ausschreibung der Kunsthalle in der Fährmannschule (2011) · quergesponnen, BBK Westfalen, Scheidt´sche Stoffhallen Essen (2011) 9

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Tertial-Special Axel schuch »sAAT« Gras und Getreide sind die Grundlagen der Arbeit „Saat“ von Axel Schuch. Sie teilt den Kirchplatz der Recklinghäuser Pauluskirche so in vier „Felder“, dass ein Gesamtfeld in Kreuzform mit mittig ausgespartem Quadrat entsteht. Der Künstler sieht die Grasfelder als Assoziationsflächen oder Gedankenfelder. Assoziationen können seiner Meinung z.B. sein: · die historische Kornkammer vor den Toren der Stadt, · die Grundnahrung - physischer und psychischer Art, · die Weitergabe von Werten, Werden und Vergehen, · das Aufgehen der Saat, · die Virtualität von Glauben und Zielen, · die Gegentradition des „Auferstehungskreuzes“ – es wächst und blüht. An allen Seiten der Installation liegen in kleinen quadratischen Aussparungen weiß lackierte Metalltafeln mit aufgedruckten QR-Codes, die auf Videoclips verlinken. Damit gelingt eine Visualisierung der Virtualität. Dieser technische Prozess ist Gleichnis des Übergangs von Historie zum Jetzt. Die Codes können mit jedem handelsüblichen Smartphone erkannt werden. Diese spielen die hinterlegten Videoclips direkt vor Ort ab. Projektseite: www.bildwelten.info/saat VITA: Geboren 1962 in Oer-Erkenschwick. 1976 Beginn mit konzeptioneller Fotografie, 1980 Beginn mit der Kunst: Malerei, Konzept, Performance; 1978 Lehre zum Betriebsschlosser anschließend Hydraulikschlosser unter Tage, Studium Fotoingenierwesen FH Köln, Studium Visuelle Kommunikation FH Dortmund, seit ’90 selbständig mit einer Werbeagentur Auszeichnungen · 1990 3. Preis im Fotowettbewerb »Schmuck« der Zeitschrift Photographie · 1995 1. Platz »Die schönsten deutschen Bücher / Kategorie: Sachbuch« für »Das Kant-Dreieck« J.P. Kleihues · 2004 2. Platz Geschichtswettbewerb des Landes NRW für den Ausstellungsband »Symmetrie und Symbol« der Zeche Zollverein, Essen Ausstellungen · 1989 A.T.W. Exhibition »Past–Present–Future« · Language Plus, Alma, Canada · 1990 A.T.W. Exhibition »Past–Present–Future« · The Institut for Contemporary Art P.S.1, New York, USA · 1991 A.T.W. Exhibition »Past–Present–Future« · Museum de Arte Moderna, Rio de Janeiro, Brazil; Museum de Arte Plasticas, Montevideo, Uruguay; Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl, Germany · 2008 kunst.raum Recklinghausen »Fehleroffenbarungen« · 2011 Galerie Hoffmann+Weiss Berlin, »Beyond Pixel« · 2011 Kunsthalle Recklinghausen „Kunstszene Recklinghausen“ · 2012 „Fließende Übergänge“ Galerie Kunstmanagement Gess, Düsseldorf · 2013 Dauerausstellung „Erlebnispfad RZ“ (Lichtfeldfotografien) AUDI, Ingolstadt Das Projekt wird unterstützt von: www.heco-galabau.de www.gartenmagie-keller.de 10

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Tertial-Special uwe sevcik Das Denkmal auf dem Bismarckplatz von 1888 hat diesen Platz im Namen der Stadt Recklinghausen auf eine bestimmte Weise „verortet“. Auf der Ost- bzw. Westseite des Denkmalsockels wird auf Schrifttafeln „an die große Zeit der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches“ durch die drei Einigungskriege 1864, 1866 und 1870/71 sowie an „die Edlen“ erinnert, „die für Kaiser und Reich opferten Leben und Blut“ und der Betrachter wird aufgefordert: „Rufet Altdeutschland Dich, opfere Dein Leben wie sie“. Diese Verortung besteht seit 125 Jahren, erst vor dem Lohtorfriedhof, wo das Denkmal vorher stand, und nun auf dem Bismarckplatz. „Doch diese inhaltliche Ausrichtung ist den BürgerInnen, die diesen Platz heute nutzen, so gut wie unbekannt, ist sich Uwe Sevcik sicher. „Sie ist aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden.“ Uwe Sevcik wird den Denkmalsockel durch eine Konstruktion aus Stahlstangen umringen, wie Jahresringe. Von diesen Ringen werden Stoffbahnen herabhängen, die den Sockel mit seinen Schrifttafeln verhüllen, aber nicht unzugänglich machen. Der neugierig gewordene Betrachter kann die lose hängenden Stoffbahnen beiseite schieben. Dann steht er in einem verdunkelten kleinen Raum direkt vor den Schrifttafeln. So wird er sie zum ersten Mal bewusst wahrnehmen und kann sich ein Urteil neu bilden, ob er deren Inhalt in unserer heutigen Gesellschaft für angemessen hält oder nicht. VITA: · 1947 in Hamburg geboren · 1967 Abitur · bis 1972 Ausbildung und Arbeit als Fotograf und Kameramann in Hamburg · ab 1972 Studium der Geschichte, Sozialwissenschaften, Publizistik in Münster · 1978 Staatsexamen, anschließend Referendariat · seit 1981 Studienrat am Heisenberg-Gymnasium in Gladbeck (bis 2012) · ab 1982 Kunststudium an der Universität Essen mit Schwerpunkt Bildhauerei · 1987 Staatsexamen im Fach Kunst und Kunstgeschichte · 1986 - 92 jährlich Ausstellungen in Essen, Gelsenkirchen und München: Plastiken in Stein und Holz, Tafelbilder · seit 1996 Arbeiten mit Stahl (Schweißtechnik) · 2003 Gemeinschaftsausstellung mit der Malerin Verena Kuhlmann in der Maschinenhalle Zeche Scherlebeck in Herten · Teilnahme Gemeinschaftsausstellung Atelier im Glashaus, Recklinghausen · 2004 Beteiligung an der Messe „Kunst.Zeit“ Zeche Ewald, Herten · 2005 „Kunst kompakt“ – Teilnahme an der Gemeinschaftsausstellung, Maschinenhalle Zeche Scherlebeck, Herten; · Beteiligung an der Erarbeitung der „Bilgur“, Zeche Scherlebeck · 2006, 2007, 2012 Beteiligung am „Kunstraum“ Recklinghausen 11

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Tertial-Special Katrin Wegemann »VERORTEn« Die Bildhauerin Katrin Wegemann, gebürtige Recklinghäuserin, wird die ortsbezogene Aufführung „VERORTEN“ zeigen. Einige Spuren auf dem Friedhof am Lohtor und die Erinnerungen des Publikums werden verbleiben. Der stillgelegte Friedhof wird zur Bühne. Bei der Aufführung gibt es keine zentrale Zuschauerperspektive, ein Flötenspieler leitet das Publikum über den Friedhof. Bei dem Objekt-Theaterstück handelt es sich um elementare Bewegungen von Materie, Gegenständen und Musik. Die Darsteller und der Musiker erschaffen nur diese minimalen, langsamen Erscheinungen der Elemente. Es wird etwas freigelegt, was in den Dingen selbst liegt, eine elementare Beziehung zwischen Zeit und Materie. Die Luft wirkt als K langproduzent und Klangraum, als Materie der Objekte und als Ort der Aufführung. Ein Flötenspieler inszeniert die Luft durch Klänge. Eine Dame auf einem Fahrrad rauscht durch die Luft. Ein Gärtner bewegt Ballons und Bälle durch den Luftraum, sie fliegen genauso schnell durch die Luft wie sie wieder verschwinden. Das Stück lebt durch die Musik und Bilder, es wird nichts gesprochen. Geschriebene und improvisierte Musik, die uns an verschiedene Orte des Friedhofs führen, bilden das Drehbuch. Entstehen und Vergehen, Auftauchen und Verschwinden, Dasein und Abwesendsein sind die Themen, die sich an den verschiedenen Orten entfalten. In der begleitenden Ausstellung der Kunsthalle Recklinghausen ist ein Video der Aufführung zu sehen. Musiker: Erik Drescher Performerin: Elisa Marschall Jongleur: Washington Braz Sampaio Bildhauerin: Katrin Wegemann VITA: Geboren 1982 in Recklinghausen. Mitglied des Vestischen Künstlerbundes seit 2007 Ausbildung: · 2009 Forschungsaufenthalt in Japan, DAAD · 2007 - 2009 Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Bildhauerei · 2008 Diplom bei Prof. Inge Mahn, Meisterschülerin bei Prof. Else Gabriel · 2008 Emily Carr Institute Vancouver, Kanada · 2005 - 2006 Accademia di belle arti Lorenzo da Viterbo, Italien · 2003 - 2007 Kunstakademie Düsseldorf, Bildhauerei Prof. Irmin Kamp, Prof. Martin Gostner · 2002 - 2003 Kunstakademie Münster, Freie Kunst Stipendien / Preise: · 2012 Kunststiftung NRW, Nachwuchsförderung Ausstellung · 2011 DEW21 Kunstpreis Dortmund (2.Platz) · 2010 GWK Förderpreis Kunst · 2009 Stipendium zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses (NaFöG) der Elsa-Neumann Stiftung, Berlin · 2008 Preis des Vestischen Künstlerbundes Recklinghausen // Förderpreis der Mart Stam Gesellschaft, Berlin · 2005 - 2009 Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Verzeichnis Einzelausstellung (Auswahl) · 2013 Aufsteigen, Galerie im Turm, Berlin EMSCHERKUNST.2013 Blowin’ free, O’hausen · 2012 stein.zeit.formen, Baustelle Schaustelle, Essen · 2011 Floating, jozi art:lab, Johannesburg, Südafrika Poiesis, Galerie artplosiv, Freiburg im Breisgau Werkschau, S11 Künstlerhaus Solothurn, Schweiz · 2007 Tausch, LOGE, Berlin · 2006 Scheibenkleister, Wewerka-Pavillon, Münster 12

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Tertial-Special silvia Wienefoet »ICh sEhE WAs WAs Du nIChT sIEhsT« Diese temporäre Installation „Ich sehe was was du nicht siehst“ der Künstlerin Silvia Wienefoet zitiert ein bekanntes Spiel der Kindheit. Der Schriftzug „Ich sehe was was du nicht siehst“ wird in Brailleschrift - der Punktschrift für Blinde - zentral über dem Haupteingang des Polizeipräsidiums und unter der Gebäudebezeichnung Polizeipräsidium installiert. 71 LED Punkte leuchten an der Fassade des Polizeipräsidiums Recklinghausen. „Die leuchtenden Punkte sind in einem für die meisten von uns nicht durchschaubaren System angeordnet“, erklärt die Timm-Ulrichs-Schülerin. „Die Anordnung im Sechserfeld der Brailleschrift irritiert den Vorübergehenden, fordert ihn auf die Spurensuche aufzunehmen. Durch die vor Ort angebrachte Hinweistafel kommt der Betrachter dem Inhalt der Brailletextzeile auf die Spur: Warm, wärmer, ...“ Die künstlerische Arbeit von Silvia Wienefoet erinnert an die Freude des Spiels, etwas früher als die anderen entdeckt zu haben, und ruft das Gefühl der Spannung hervor, etwas zu sehen, was die anderen MitspielerInnen vielleicht nie entdecken werden - es sei denn es wird ihnen am Ende verraten. Trotz der vermeintlichen Freude bei der Erinnerung vergangener Tage, bleibt ein Unbehagen, nicht zuletzt aufgrund des gewählten Ortes für die Installation: Wer ist das „Ich“, das mehr sieht als ich selbst? Wer beobachtet wen? Was wird gesehen? Stehe ich im Zentrum des Sehens? Ich sehe was was du nicht siehst ist eine Chiffre im öffent lichen Raum. Eine Chif f re, die scheinbar spielerisch das Spannungsfeld von beobachten und beobachtet werden an der Fassade des Polizeipräsidiums eröffnet. Das Projekt wird unterstützt von: www.landschaft2020.de www.abn-trafobau.de VITA: · 1975 geboren in Gronau/Westf. · 1996 - 2000 Kunst- und Germanistikstudium an der Universität Dortmund. Graphik bei Bernhard Balkenhol · 2002 - 2006 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster. Klasse Timm Ulrichs · 2005 Gründung von esweerwe. Agentur zur Demokratisierung der Gestaltung des öffentlichen Raums · 2006 Die Schutzhülle des Privaten. Akademiebrief Freie Kunst. Prof. Timm Ulrichs. Kunstakademie Münster Preise, Stipendien, Förderungen · 2013 VerOrtet. Kunst im öffentlichen Raum | Vestischer Künstlerbund Recklinghausen | Wettbewerbsgewinn | Realisierung · 2012/13 KWW Stipendium des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW | Projektstipendium · 2011-2014 Atelierförderprogramm der Landeshautpstadt München · 2011 Give me five! Kunst im öffentlichen Raum | Wettbewerbsgewinn | Realisierung · 2010 Künstlergut Prösitz | Residenzstipendium · 2009 Erwin und Gisela von Steiner Stiftung | Projektstipendium · 2009/10 HWP Nachfolgestipendium des bayerischen Staatsministeriums | Arbeitsstipendium · 2008 Stiftung Künstlerdorf Schöppingen | Residenzstipendium Europäisches Stipendium Schafhof, Rumänien | Residenzstipendium DEW21 Kunstpreis | 3. Platz · 2008 - 2010 Bayerisches Atelierförderprogramm · 2007 Stiftung Künstlerdorf Schöppingen | Residenzstipendium 13

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pRODuKTFInDunG Wir stellen Ihnen fünf ausgewählte produkte vor, die von Akteuren der Kreativwirtschaft aus dem Vest entwickelt wurden, oder im Rahmen von kreativwirtschaftlichen Veranstaltungen im Vest angeboten werden: Einhundert ausgefal lene Fragen rund um vestische Geschichte und Geschichten – aus Sport, Wirtschaft, Kultur, Natur über Personen, Städte und die Region – bietet das VEST-QUIZ. Erhältlich für 9,80 EUR bei der Buchhandlung Attatroll in Recklinghausen. Das „Hirn“ – 4,5 x 4,5 x 3 cm groß – ist ideal als Geschenk für Bedürftige, Freunde, Verwandte, zum Werfen, als Deko-Objekt und Brief beschwerer. Mit Bohrung optimal als Stifthalter. Zu kaufen im Atelier am Lohtor, Reck linghausen f ür 10 EU R . Die Lu x u s va r ia nte „ H i r n am St il“ ( H irn au f A lu st a nge mit würfelförmigem Sockel) gibt es f ür 12 EUR, allerdings nur auf Anfrage. Ihr Lieblingsplatz ist der Stehtisch vor Gerd Gim mels Frit tenbude. Und wenn sie dort mal keine „Currywurst / Pommes rotweiß“ essen, bekämpfen die fünf Jungs das Böse in ihrer Stadt: Fuzzi, Gonzo, Larry, Dumbo und Otto. Sie sind dabei nicht aufzuhalten – es sei denn, die fünf Mädchen kommen ihnen mal wieder in die Quere… Die Pommes-Soko hat bereits drei Fälle erfolgreich gelöst. Jeden einzelnen als Hörspiel-CD mit Dorstens Bürgermeister Lambert Lütkenhorst als Erzähler. Zu haben sind die CDs für je 6 EUR in Dorsten u.a. im Buchhandel, beim Treffpunkt Altstadt, der Stadtinfo und in allen Filialen der Volksbank Dorsten.   DickMadame nennt die Rheiner Künstlerin Barbara Hänsel ihre Sk ulpt uren. Sie entsprechen meist nicht dem Schönheitsideal abgemagerter Models, sind aber echte Hingucker. Seit 15 Jahren modelliert sie mit Ihren Händen, nutzt dabei weder Formen noch Schablonen. Die ca. 50 cm großen Skulpturen – alles Unikate – kosten ca. 400 EUR und es gibt sie vom 30. November bis 24. Dezember bei KUNST. ZEIT, dem temporären Kunstkaufhaus im 1A – Aktionsraum für Kunst und Design, Am Steintor 1a. D i e Salzstreuer oder Pfefferstreuer „Schäfchen“ sind gefertigt von Diplom-Designer Herwart Frie aus Krefeld und es gibt sie in schwarz oder weiß/braun. Da einzeln handgefertigt und bemalt, schaut jedes etwas anders aus. Zu kaufen sind sie bei „ARTVENT – Geschenke für  Individualisten“, dem traditionellen Designmarkt am 1. Advent in den Sälen des Hertener Schlosses. Je Stück 12 EUR 14

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ICh WünsChE mIR mEhR TEmpO unD BREITE Guido Röcken im Gespräch mit Prof. Dieter Gorny Credit © BVMI/Markus Nass Sehr geehrter Herr Prof. Gorny, in einem Interview mit Ihnen, das ich im Mai diesen Jahres gelesen habe, sagen Sie: „Berlin funktioniert wunderbar für sich selbst, aber ein paar Kilometer weiter ist man auf dem Land. Wenn ich im Ruhrgebiet ein paar Kilometer weitergehe, bin ich in Europa.“ Lassen Sie uns diese paar Kilometer gemeinsam zurücklegen und mit einigen Ihrer Kollegen „treffen“: 1. Der britische Städteforscher und Publizist Charles Landry sagt: „Eine kreative Stadt ist ein Ort, wo es Kreativität in jedem Bereich gibt, auch in der Verwaltung.“ Hat in den Verwaltungen des Kreises Recklinghausen bzw. des Ruhrgebietes seit der RUHR.2010 ein Umdenkungsprozess bezüglich Kreativwirtschaft stattgefunden und welche Entwicklungen würden Sie sich noch wünschen? Die Beschäftigung mit der Kultur- und Kreativwirtschaft ist immer auch eine Entdeckungsreise hin zu neuen kulturellen, kreativen und ökonomischen Realitäten und Perspektiven. Wenn man dem Rechnung tragen will, müssen alle Beteiligten lernen, damit umzugehen: die Kultur mit einem deutlich weiter gefassten Kulturbegriff, die Wirtschaft mit neuen Technologien, Innovationen und Arbeitsformen und auch die Verwaltungen, die ja innerstädtisch die Rahmenbedingungen für solche Entwicklungen setzen. Hier machen sich tatsächlich positive Veränderungen bemerkbar. Natürlich wünsche ich mir dabei noch mehr Tempo und Breite. 2. Eric Reynolds, Stadtraum-Entwickler in London ist überzeugt: „Es sind eher die kleinen Projekte und die geringeren Summen, die große Veränderungen in den Städten bewirken können“ und „Die schwierigsten Projekte sind immer diejenigen, bei denen sich entweder der Staat zu sehr einmischt oder bei denen zu viel Geld vorhanden ist.“ Hinken die Kreativen im Kreis Recklinghausen oder im Ruhrgebiet den Planungen und Vorstellungen von ecce hinterher? Muss man sie „auf Trab bringen“ oder soll man besser abwarten was sich von selbst entwickelt und nur punktuell unterstützen? Die Kreativen hinken nie hinterher. Es geht immer um die Optimierung von Rahmenbedingungen, innerhalb derer sie sich entfalten können, wenn sie wollen. Ehe wir also beginnen, eine bessere Selbstorganisation der Kreativen zu fordern, sollten wir uns vorher darum kümmern, diese Rahmenbedingungen, die von einer Vielzahl von Kräften geschaffen werden müssen, optimal auf den Weg zu bringen. Diese Prozesse sind dann im Ergebnis weniger die großen Leuchttürme, sondern Veränderungen in der Struktur und in den Köpfen. Weder in Richtung der Kreativen noch in Richtung der Strukturen kann man solche Veränderungen künstlich herbeifördern. Notwendig ist immer der Grundimpuls hin zu einer Bewegung, die man dann unterstützen kann und sollte. 3. Dr. Oliver Frey, Stadtplaner an der Technischen Universität Wien, hat über 15

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