Mensch und Mund

 

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Wie verträglich ist Zahnersatz?

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2. Jahrgang · Ausgabe 3/2013 Mensch & Mund Ganzheitliche ZahnMedizin für interessierte Patienten Wie verträglich ist Zahnersatz? Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013 1 Fotoquelle: Prodente

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Mensch & Mund Editorial Von A wie Amalgam bis Z wie Zirkon: Wie verträglich ist Zahnersatz? Angesichts der vielen unterschiedlichen Materialien, die in der Zahn-Medizin verwendet werden, sollten Sie sich umfassend informieren und beraten lassen, was für Sie das Richtige ist. Bei den Materialien für zahnerhaltende Maßnahmen oder Zahnersatz gibt es große Unterschiede in Sachen Verträglichkeit – vor allem wer empfindlich reagiert oder eine Vorerkrankung hat, sollte sich unbedingt an einen verständigen, ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt wenden, um die Verträglichkeit vorher individuell auszutesten und sich über Alternativen beraten zu lassen. D 2 Mögliche Reaktionen Wird ein Dentalmaterial nicht vertragen, kann das ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen:    er Mund ist die Stelle im Körper, an der verschiedenste körperfremde Materialien dauerhaft eingebracht werden: Zahnfüllungen und Zahnersatz bestehen aus unterschiedlichen Metallen und Legierungen, Kunststoffen, Klebstoffen oder Keramik. Leider bleiben diese Stoffe nicht unverändert – durch den Speichel, durch Kauen und Wechselwirkungen mit Nahrungsund Genussmitteln lösen sich kontinuierlich kleinste Mengen dieser Stoffe und wandern in den Körper. Reaktionen am Zahnfleisch Mundbrennen Unspezifische Symptome:  Kopfschmerzen  Chronische Müdigkeit  Schnelle Erschöpfung  Konzentrationsstörungen  Allergien Dabei sind diese „kleinsten Mengen“ keineswegs zu vernachlässigen: Sie können große Auswirkungen haben. Vor allem Menschen, die empfindlich sind, unter Allergien leiden oder chronisch krank sind, sollten bei der Wahl der Zahnmaterialien besonders vorsichtig sein. Und es liegt auf der Hand, dass auch andere Patienten sich etwas Gutes tun, wenn sie Zahnmaterialien vorher auf ihre Verträglichkeit testen lassen. Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013

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Mensch & Mund Mensch & Mund Individueller Verträglichkeits-Test Ziel der ganzheitlich orientierten ZahnMedizin ist es, das Wohl der Patienten zu sichern und bei der Eingliederung von Zahnersatz eine möglichst geringe Belastung zu erreichen. Ein ganzheitlich tätiger Zahnarzt wird daher nicht einfach „irgendein“ Material einsetzen, sondern den Werkstoff zuvor gründlich auf Verträglichkeit testen. Ein solcher Test ist immer ganz individuell auf den einzelnen Patienten ausgerichtet. Denn man kann nicht pauschal sagen, dass dieses oder jenes Material für alle Menschen gleich verträglich ist, ganz im Gegenteil. Es spielen sehr viele individuelle Faktoren eine Rolle, angefangen bei Vorerkrankungen, bereits bekannten Allergien und bestehenden Reizfaktoren. Zusätzlich zur schulmedizinischen Basis können komplementäre Testverfahren hilfreich sein, z. B. bioenergetische Verfahren wie Kinesiologie, Physioenergetik, Elektroakupunktur und RegulationsThermographie. Sie verfeinern den Überblick über die Belastungen und Belastbarkeit des Patienten. Ganzheitliche Zahn-Medizin Risiken weitgehend im Netzwerk ausschließen Der nächste Schritt, vor allem für Menschen, die unter Allergien, Umwelterkrankungen, Elektrosensibilität oder anderen chronischen Krankheiten leiden, sind dann immunologische Methoden wie der LTT-Test (Lymphozyten-Transformationstest). Die Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten wie Immunologen und Labormedizinern, aber auch der Austausch mit dem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker liefert dem Zahnarzt wichtige Informationen, die er für die richtige Therapie seiner Patienten benötigt. Deshalb verstehen sich ganzheitlich tätige Zahnärzte immer als Teile eines medizinischen Netzwerks. Die Ergebnisse der umfangreichen Testverfahren geben dem ganzheitlich tätigen Zahnarzt Hinweise darauf, ob der Patient ein Material individuell vertragen wird. Die Ergebnisse sind allerdings Momentaufnahmen: Sie zeigen an, dass in der augenblicklichen Situation des Patienten bei einem Material keine gesundheitlichen Risiken zu erwarten sind. Ein gewisses Restrisiko bleibt, vor allem durch den Faktor Zeit. Denn im Laufe der Zeit können sich die gesundheitliche Situation und damit die Verträglichkeit eines Materials verändern. Trotzdem ist ein gründlicher, individueller Verträglichkeitstest im Vorfeld die beste Methode, um mögliche Risiken für sich weitgehend auszuschließen.  3 Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013 Fotos: Prodente

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Mensch & Mund Welche Materialien stehen zur Wahl? Im Wesentlichen lassen sich drei Gruppen unterscheiden: Metalle und Legierungen, Kunststoffe und Keramik. Metalle und Legierungen Wohl am meisten diskutiert ist die Rolle von Amalgamfüllungen. Sie sind stabil und kostengünstig, werden aber aufgrund ihres hohen Quecksilberanteils aus ganzheitlicher Sicht als problematisch für die Allgemeingesundheit eingestuft. Allerdings sind auch andere, hochwertige Metalle wie Gold, Platin und andere Legierungsbestandteile nicht von vornherein unproblematisch. Denn alle Dentalmetalle, die in Kronen, Brücken und Zahnfüllungen verarbeitet werden, geben laufend Bestandteile frei, die in den Organismus gelangen und hier Reaktionen auslösen können. Kunststoffe und Kompositwerkstoffe Um die negativen Auswirkungen von Metall im Mund zu vermeiden, werden oft so genannte Kompositfüllungen eingesetzt. Sie bestehen aus einer organischen Kunststoffmatrix, die mit anorganischen Füllkörpern versetzt ist. Der Kunststoffanteil birgt allerdings die Gefahr, Allergien auszulösen. Metallfreier Zahnersatz: Keramik Keramikwerkstoffe gelten als eine gesundheitlich unbedenklichere Alternative, denn sie sind stabil; aus ihnen treten keine Bestandteile aus. Vor allem Zirkonoxid hat sich in der ganzheitlichen ZahnMedizin sehr gut bewährt. Zirkonoxid gilt als Werkstoff, der im Vergleich zu Metallen und Kunststoffen deutlich körperverträglicher (biokompatibel) ist. Wechselwirkungen mit anderen dentalen Werkstoffen sind unbekannt. Dank neuer Verarbeitungstechniken (CAD/CAM-Verfahren) kann Zirkonoxid in der Zahn-Medizin sehr gut genutzt werden: Selbst größere Brücken lassen sich damit metallfrei anfertigen. Zirkonkronen lassen sich mit bewährten, körperverträglichen Zementen befestigen, potentiell belastende Klebstoffe sind nicht erforderlich. Auch ästhetisch ist Zirkon überzeugend: Deshalb ist Zirkonoxid nicht nur eine gute, metallfreie Alternative für Allergiker, Umweltkranke, elektrosensible oder andere chronisch kranke Patienten, sondern für alle, die hohe Anforderungen an ihren Zahnersatz stellen. Fotoquelle: Prodente Wir möchten, dass Sie gut informiert sind. Aber auch der beste Werkstoff ist kein Allheilmittel. Wer sichergehen will, was er oder sie gut verträgt, sollte sich unbedingt umfassend beraten und die geplanten Werkstoffe individuell für sich und seine persönliche Situation austesten lassen. Dafür – wie für alle Ihre Fragen im Hinblick auf die Versorgung mit metallfreiem Zahnersatz – steht Ihnen Ihre ganzheitlich orientierte Zahnärztin oder Zahnarzt gerne zur Verfügung.  4 Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013 Fotos: Prodente

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Mensch & Mund Mensch & Mund GZM – Sicherheit durch gezielte Qualitätsorientierung Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin (GZM) fördert die Kooperation zwischen Zahn-Medizin und Medizin und setzt sich stark für die Realisierung regionaler Netzwerke ein. Dazu organisiert und veranstaltet die GZM regelmäßig internationale Symposien und Kongresse. Die GZM fördert intensiv die Erforschung ergänzender Diagnose- und Therapiekonzepte und arbeitet aktiv daran mit. Qualifizierte Mitglieder der GZM haben eine umfangreiche Weiterbildung in verschiedenen Diagnose- und Therapieverfahren absolviert und sich einer Prüfung unterzogen. Eine Liste der Qualifizierten GZM-Mitglieder nach PLZ-Bereichen finden Sie im Internet unter www.gzm.org Wenn Sie 2,80 € in Briefmarken an die Geschäftsstelle schicken, erhalten Sie die Liste gerne auch per Post zugesandt. Dort sind auch weitere Broschüren zu verschiedenen Themen sowie Infopakete erhältlich. Bitte schreiben Sie an: Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V. Kloppenheimer Str. 10 68239 Mannheim Tel.: 0621 48179730 Fax: 0621 473949 E-Mail: gzm@gzm.org www.gzm.org Unterstützung für die natürliche Sonnenbrille des Auges D Ernährungswissenschaftler der Universität Jena belegen, dass bestimmte NahrungsErgänzungsmittel einer altersbedingten Augenkrankheit vorbeugen können ie altersbezogene Makula-Degeneration (AMD) ist eine Augenkrankheit, die in Deutschland etwa jede Dritte und jeden Dritten der über 60-Jährigen betrifft. Die Krankheit führt zu einem erheblichen Verlust der Sehkraft. Bei fortgeschrittener AMD erscheint das Zentrum des Sehfeldes als blinder Fleck. Ursache dafür sind absterbende Netzhautzellen. Doch bereits im Frühstadium von AMD werden Ablagerungen extrazellulären Materials auf der Makula gefunden – jenem Teil der Netzhaut, der für die Detailerkennung in der Mitte des Sehfeldes sorgt. Die Ernährungswissenschaftlerin Christin Arnold von der Universität Jena hat gemeinsam mit Kollegen untersucht, wie sich die regelmäßige Gabe von Lutein und Zeaxanthin auf den Organismus auswirkt. Lutein und Zeaxanthin sind Carotinoide, natürliche Pigmente pflanzlicher Herkunft. In der Netzhaut des Menschen wirken sie als eine natürliche Sonnenbrille, die schädliches UV-Licht von der Netzhaut fernhält. „Der Mensch kann diese Carotinoide nicht selbst synthetisieren, wir müssen sie über die Nahrung aufnehmen“, sagt Christin Arnold. Geeignete Lebensmittel sind Gemüse wie Grünkohl, Spinat oder Brokkoli. Verwendbar sind zudem sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, die Carotinoide enthalten. Weitere Informationen: www.uni-jena.de Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013 5

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Mensch & Mund Foto: Wikipedia Doch kein Mythos: Schlechter Schlaf bei Vollmond V iele Menschen klagen über schlechten Schlaf bei Vollmond. Eine Forschungsgruppe der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel ist diesem Mythos nachgegangen und hat herausgefunden, dass sich ein Zusammenhang zwischen Mondphasen und Schlafverhalten wissenschaftlich nachweisen lässt. Es stellte sich heraus, dass unsere innere Uhr auch heute noch auf den Rhythmus des Mondes reagiert. und zeigten tiefere Melatoninwerte, ein Hormon das unsere Schlaf- und Wachphasen reguliert. „Dies ist der erste zuverlässige Beweis, dass der Mondzyklus die Schlafstruktur bei Menschen beeinflussen kann“, schreiben die Basler Forscher. Relikt aus vergangenen Zeiten Laut den Forschern könnte dieser sogenannte „circalunare Rhythmus“ ein Relikt aus vergangenen Zeiten sein, als der Mond möglicherweise verschiedene unserer Verhaltensmuster beeinflusst hat. Bei vielen Tierarten, vor allem bei Meereslebewesen, ist etwa der Einfluss des Mondlichts auf das Paarungsverhalten gut dokumentiert. Heutzutage überstrahlen meist andere Einflüsse des modernen Lebens wie elektrisches Licht den Einfluss des Mondes auf den Menschen. Die Studie zeigt aber, dass dieser in einem kontrollierten Umfeld wie dem Schlaflabor sicht- und messbar wird. Quelle: idw Kurzer und schlechter Schlaf bei Vollmond Die Ergebnisse zeigen, dass sich sowohl die objektive als auch die subjektive Wahrnehmung der Schlafqualität mit den Mondphasen verändert. Bei Vollmond fiel die Aktivität in den Hirnarealen, die mit tiefem Schlaf in Verbindung stehen, um 30 Prozent. Ausserdem brauchten die Probanden im Schnitt fünf Minuten länger, um einzuschlafen und schliefen 20 Minuten weniger lang. Die Probanden berichteten von schlechterem Schlaf bei Vollmond Gesünder leben: Online-Test gibt Tipps zur Verbesserung des persönlichen Lebensstils Wenig Bewegung, Rauchen, einseitige Ernährung – viele Menschen wissen zwar um die Risiken einer ungesunden Lebensweise, schaffen es aber langfristig nicht ihr Verhalten zu ändern. Ab sofort suchen Wissenschaftler der Jacobs University und der Stiftung Bremer Herzen Teilnehmende für einen OnlineTest zur Steigerung des Gesundheitsbewusstseins. Untersucht wird das Gesundheitsverhalten unter den Aspekten Motivation, Erwartung und Planung und wie man Menschen bei nötigen Verhaltensänderungen unterstützen kann. Am Ende des Tests erhalten die Teilnehmenden Tipps zur Verbesserung ihres Lebensstils. Der Online-Gesundheitstest dauert ca. 10-15 Minuten. Nach drei Monaten ist eine erneute Teilnahme an dem Test möglich. Alle Angaben des Tests werden vertraulich behandelt und nur für Forschungszwecke verwendet. Interessierte finden den Test kostenlos unter: www.jacobs-university.de/JCLL-online-test 6 Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013

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Mensch & Mund Hundertjährige In Deutschland hat sich die Zahl der Hundertjährigen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Dass diese Hochaltrigen heute geistig und körperlich fitter sind als diejenigen früherer Generationen, belegt eine repräsentative Untersuchung von Forschern der Universität Heidelberg. Foto: Wikipedia Psychologische Stärken wichtiger als Gesundheit oder geistige Fitness M it der Hundertjährigen-Studie, haben Wissenschaftler ein umfassendes Bild von Hundertjährigen und ihrer Lebenssituation ermittelt. Dabei hat sich gezeigt, dass für die Lebensqualität und Zufriedenheit von Senioren mit sehr hohem Alter psychologische Stärken wie eine optimistische Einstellung und Lebenswillen wichtiger sind als die geistige Leistungsfähigkeit oder Gesundheit. Inzwischen gibt es mit 52 Prozent deutlich mehr Hundertjährige, die keine oder nur geringe geistige Einschränkungen aufweisen. 2001 lag diese Zahl noch bei 41 Prozent. „Allerdings sind die Fortschritte nicht so ausgeprägt, dass sie sich in einer geringeren Pflegebedürftigkeit niederschlagen“, betont Studienleiterin Prof. Dr. Daniela Jopp: Weiterhin ist nur jeder fünfte Hundertjährige gesundheitlich so fit, dass keine Leistungen der Pflegeversicherung nötig sind. „Trotz vielfältiger Einschränkungen und Verluste erleben die meisten Hundertjährigen ihr Leben als lebenswert, und mehr als 80 Prozent sind mit ihrem Leben zufrieden“, erklärt Dr. Christoph Rott, Co-Leiter der Studie. Eine große Rolle bei der Lebenszufriedenheit spielen psychologische Stärken wie eine optimistische Einstellung, Lebenssinn und Lebenswillen. Wichtig ist auch die so genannte Selbstwirksamkeit – die Überzeugung, das, was man tun möchte, auch wirklich zu können. „Wir haben Menschen befragt, deren Leben sich dem Ende zuneigt, dennoch zeigen sie sogar einen durchschnittlich höheren Optimismus als 80-Jährige. Diejenigen, die trotz des nahen Lebensendes weiterhin optimistisch in die Zukunft schauen, zeigten sich zufriedener mit ihrem Leben. Im Vergleich dazu sind Gesundheit, kognitive Leistungsfähigkeit und soziale Aspekte mit wenigen Ausnahmen deutlich unwichtiger für die Lebensqualität“, erklärt Christoph Rott. „Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse unserer Studie, dass das Erleben von Verlusten durch Einschränkungen beispielsweise im gesundheitlichen Bereich sich nur bedingt auf das Wohlbefinden auswirkt und dass ein sehr hohes Alter auch positive Seiten hat, beispielsweise eine deutliche Wertschätzung des Lebens“, erklärt Prof. Jopp. Quelle: idw Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013 7

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Mensch & Mund Trauben-Heidelbeersaft – Studie zeigt positiven Einfluss auf Fettstoffwechsel Kann ein Trauben-Heidelbeersaft Risikofaktoren für Übergewichts-bedingte Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ 2 Diabetes beeinflussen? Diese Frage untersuchten Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts. Ü bergewicht und die damit assoziierten Krankheiten breiten sich weltweit immer mehr aus. Eine obst- und gemüsereiche Ernährung reduziert jedoch das Risiko der Entstehung dieser Krankheiten. Die aktuelle Datenlage deutet darauf hin, dass für die gesundheitsfördernde Wirkung von Obst und Gemüse auch sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe verantwortlich sind. Dieser Begriff ist eine Sammelbezeichnung für Substanzen mit sehr unterschiedlichen chemischen Strukturen, die im Sekundärstoffwechsel von Pflanzen entstehen. Zu diesen Stoffen zählen auch die Anthocyane, eine Gruppe wasserlöslicher Farbstoffe, die beispielsweise für die Farbe von roten Trauben, Heidelbeeren oder auch Johannisbeeren verantwortlich sind. Im Rahmen eines BMBF-Verbundprojekts untersuchte das Max Rubner-Institut zusammen mit Kooperationspartnern aus Geisenheim, Gießen und Dortmund die gesundheitsfördernde Wirkung von Anthocyanen. Während einer 10-wöchigen Fütterungsstudie bekamen Ratten einen anthocyanreichen Trauben-Heidelbeersaft oder einen Trauben-Heidelbeersaft ohne Anthocyane zu trinken. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der anthocyanreiche Saft den Fettstoffwechsel der Tiere positiv beeinflusste. So hatten die Tiere der Anthocyangruppe niedrigere Cholesterinspiegel und wiesen ein verändertes Fettsäurenspektrum im Plasma auf. Besonders erfreulich ist hierbei, dass der Anteil an mehrfach un- gesättigten Fettsäuren anstieg und dafür der Anteil an gesättigten Fettsäuren abnahm. Diese Beobachtung ist deshalb interessant, da für mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine gesundheitsfördernde Wirkung beschrieben ist. Des Weiteren waren die Serumspiegel bestimmter Botenstoffe, die bei Übergewicht vermehrt produziert werden und die an der Entstehung Übergewichts-bedingter Krankheiten beteiligt sein sollen, gesenkt. Zusammengenommen deuten die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass anthocyanreiche Lebensmittel möglicherweise ein risikoreduzierendes Potenzial für Krankheiten wie Typ 2 Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Quelle: idw Herausgeber & Verlag: Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V. Kloppenheimer Straße 10 68239 Mannheim Tel.: +49 (0)621 4824300 Fax: +49 (0)621 473949 Internet: www.gzm.org E-Mail: info@gzm-org.de 8 Mensch & Mund · 2. Jahrgang 3/2013 Grafik: Biber Studio

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