Calluna Winter 13

 

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Die Winterausgabe des Südheide-Magazins

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Winter 2013 Nr. 55/15. Jahrgang Das Vier-Jahreszeiten-Magazin Der Südheide Fruchtgummi & Flügelmuttern ...und alles, was man sonst so braucht, gibt‘s bei Elvira Müller Bungalow & Bauernhaus Karin und Ulrich Kiesow haben beides ausprobiert Dexter & Dülmener ...als vierbeinige Landschaftspfleger in der Esterau-Niederung Calluna 1

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Natur und Kultur in Ihrer Umgebung können Sie noch mehr genießen, wenn Sie mit Ihrem Zuhause zufrieden sind. Damit Sie es drinnen so schön wie draußen haben, gibt es die GWG. Mit 2.200 Wohnungen und Einfamilienhäusern in Gifhorn, Meinersen und Brome sind wir der größte Vermieter vor Ort. Und als Genossenschaftsmitglied sind Sie sogar Mitbesitzer Ihrer vier Wände. Die Marke GWG steht für hohe Wohn- und Lebensqualität: Lebenslanges Wohnrecht und kautionsfreie Wohnungen in einem sozial ausgewogenen Umfeld. Weitere Mehrwerte sind der Reparatur-, Notfall- und Sozialservice sowie die geldwerte Mitgliedskarte. GIFHORNER WOHNUNGSBAU-GENOSSENSCHAFT EG GWG als gewohnt! Mehr DRINNEN SO SCHÖN WIE DRAUßEN Mehr Infos zum maßgeschneiderten Wohnen für Singles, Paare, Familien und Senioren erhalten Sie unter: Tel. (0 53 71) 98 98-0 und www.gwg-gifhorn.de 2 Calluna

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Inh a lt Liebe Leserin, lieber Leser, das neue Jahr bringt Ihnen hoffentlich nur Gutes. Ich zumindest werde mich von der 13 in der Jahreszahl nicht einschüchtern lassen – erstens, weil ich nicht abergläubisch bin, und zweitens, weil wir uns für 2013 viel vorgenommen haben. Schrittweise werden wir dieses Magazin noch weiter verbessern. Lassen Sie sich überraschen – und helfen Sie uns dabei mit, indem Sie uns Ihre Wünsche und Anregungen an kontakt@calluna-medien.de mailen! Schreiben Sie uns, welche Themenbereiche Sie besonders interessieren (zum Beispiel Natur, Kultur-, Tier-, Haus- oder Gartengeschichten, Unterwegs-Reportagen mit Tourentipps oder Geschichten vom Landleben) und ob wir bestimmte Rubriken (zum Beispiel unseren Veranstaltungskalender) weiter ausbauen oder verändern sollten! Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge. Damit Sie möglichst kurze Wege zu uns haben, eröffnen wir zum Jahreswechsel eine weitere Geschäftsstelle mit Redaktionsbüro, und zwar in Uelzen. Dort stehen Ihnen Christine Kohnke (Redaktion), Friederike Kohnke (Satz und Layout) und Werner Remus (Anzeigenverkauf) als Ansprechpartner zur Verfügung. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen und heiße sie hiermit in unserem Team herzlich willkommen. Somit ist Calluna künftig drei Mal in Ihrer Nähe vertreten: In Gifhorn (im Kavalierhaus von 1546), in Uelzen (hinter dem historischen Kaiserlichen Postamt) und im Isenhagener Land (auf dem Calluna-Hof in Oerrel). Die Kontaktdaten der drei Geschäftsstellen finden Sie auf der vorletzten Seite dieses Heftes. Zur Feier der Eröffnung unserer Uelzener Depandance ist der nördliche Bereich unseres Verbreitungsgebietes in dieser Ausgabe inhaltlich besonders stark vertreten. Viel Freude beim Lesen und ein gutes neues Jahr und einen schönen Winter wünscht Ihnen Ihre Grunzende Schweine, quietschende Esel Begegnungen im Schneegestöber Nur Kraniche und Wildschweine mögen Mais-Monokulturen Großflächiger Maisanbau führt langfristig zu vielen Problemen Wo Dexter und Dülmener weiden Die Esterau-Niederung: Lebensraum für Tiere, Erlebnisraum für Menschen 4 8 9 Je kälter der Winter, desto weniger Schädlinge im Garten? 13 Besonders der Frostspanner bereitet Gartenbesitzern zurzeit Sorgen Die letzte ihrer Art 15 Im Großen Moor kommt noch eine uralte Torfstechmaschine zum Einsatz Bauernhaus statt Bungalow 16 Karin und Ulrich Kiesow fühlten sich im Neubau nicht wohl und bauten deshalb ein altes Fachwerkhaus wieder auf Backform, Bohrmaschine, Bienenhonig ...und alles, was man sonst noch so braucht, gibt‘s bei Elvira Müller in Suderburg 36 Gestickte Geschichte 39 Drei Wandteppiche im Kloster Wienhausen zeigen die Tragödie von „Tristan und Isolde“ Vieles gibt noch Rätsel auf Drei Exkursionen zur Geschichte der Gegend an der Oker zwischen Hillerse und Meinersen RUBRIKEN Editorial Ausflugsziele Gartenkolumne Südheide-Kalender Besser leben Buchempfehlungen Sagenhafte Südheide Impressum Besuchen Sie uns auch im Internet! 3 7 12 22 32 42 46 47 40 Merle Höfermann Calluna-Redakteurin Inka Lykka Korth (rechts) begrüßte Christine Kohnke (links) und Friederike Kohnke im Calluna-Team. Die beiden neuen Kolleginnen betreuen künftig die Calluna-Geschäftsstelle in Uelzen, die zum Jahreswechsel eröffnet wird. Unser Blog exklusiv für Abonnenten und Inserenten (Anmeldung erforderlich per E-Mail an blog@calluna-medien.de): callunamagazin.blogspot.de TITELBILD Winterspaziergang mit Hunden im Schneegestöber in der Nähe des Hässelbergs bei Oerrel. Fotos Titelseite: Inka Lykka Korth (2) Christine Kohnke (1), NABU (1) Calluna 3

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Dr aussen Wir sind Ihr Ziel, wenn Sie stets frische Deutsche Küche in angenehmem Ambiente genießen möchten! Jeden Sonntag nach Voranmeldung: Gourmet-Sektfrühstück von 9:30 bis 12:00 Uhr Ente satt - krosser, ausgelöster Entenbraten mit Rotkohl, Gemüse, Salzkartoffeln und Klößen pro Person € 19,50 jeden Freitag und Sonntag bis Ende Februar (an anderen Tagen nach Voranmeldung) Bis Ende März Grünkohlzeit! Wir haben Grünkohl auf der Karte Saal bis zu 160 Personen Pauschalen für Feiern Susanne Olvermann Hindenburgstraße 2 · 29386 Hankensbüttel · Tel. 05832/468 E-Mail: Info@zur-linde-hankensbuettel.de www.zur-linde-hankensbuettel.de 4 Calluna

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Dr aussen GRUNZENDE SCHWEINE, QUIETSCHENDE ESEL Begegnungen im Schneegestöber VON INKA LYKKA KORTH (Text und Fotos) iese Wanderung mit denkwürdigen Begegnungen und tiefen Einblicken ist eigentlich nur ein Spaziergang. Aber im Schnee ist das Gehen manchmal etwas mühsam, und die fünf Kilometer werden so schnell zu (gefühlten) 15 Kilometern. Als Start- und Endpunkt dieser Wintertour haben wir das Jagdmuseum Wulff in Oerrel bei Hankensbüttel gewählt, das gut ausgeschildert und somit leicht zu finden ist. Vom Jagdmuseum führt die Hässelmühler Straße in Richtung Osten hinunter zu der alten, idyllisch am Fuß des Hässelbergs gelegenen Wassermühle. Vor dem Mühlenhof verlassen wir die Straße und biegen hinter einer Sitzbank links ab in einen kleinen Forstweg. Den malerischen, aus dem Hässelbach aufgestauten, eingezäunten Mühlteich sieht man vom Weg wegen der Bäume am Ufer leider nicht. Aber dafür entdecken wir einen Trupp Raben, der sich mit großem Gezeter über ein Stück Aas hermacht, das auf der verschneiten Wiese liegt. Und wir entdecken noch etwas: Es gibt hier ein Echo, wie wir zufällig feststellen, als wir die Hunde rufen, die Jagd auf die Raben machen wollen. Am Ende des Tals führt der Weg in einem Bogen bergauf, und wir gelangen auf ein Plateau, auf dem drei Exemplare einer seltenen Spezies namens Nickesel weiden. Und weil sie so selten sind, steht jeder von ihnen in einem eigenen, von einem ho- D Tiefer Einblick: Hier geht es noch steiler bergab, als es auf dem Foto den Anschein hat – eine richtige kleine Schlucht, gegraben von dem Bach, der dort unten fließt. Mit den in einen dicken weißen Mantel eingehüllten jungen Fichten sieht der Winterwald geradezu märchenhaft aus. Im frei zugänglichen Wildgehege des Jagdmuseums können Hirsche und Wildschweine aus der Nähe beobachtet werden. Calluna 5

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Dr aussen 4 1 Die Nickesel ernähren sich nicht von Gras und Heu, sondern von Erdöl, das sie aus der Erde saugen. 2 Schautafeln mit beweglichen Elementen für Kinder auf dem „Pirschgang Natur“ am Wildgehege des Jagdmuseums. 3 Über den Hässelberg verläuft der Wanderweg von Hankensbüttel nach Oerrel. 4 Klares Wasser und feinster Kies: der munter plätschernde Hässelbach. hen Zaun umgebenen Gehege. Ein Nickesel ist vielleicht zehn Mal so groß wie ein normaler Esel und heißt deshalb Nickesel, weil er dauernd seinen Kopf auf- und ab bewegt. Dabei quietscht er, als sei er schlecht geölt. Merkwürdig, denn an Öl mangelt es ihm nicht. Im Gegensatz zu seinen kleineren Artgenossen ernährt sich ein Nickesel nämlich nicht von Gras oder (jetzt im Winter) von Heu und auch nicht von Hafer oder Mohrrüben, sondern von Erdöl. Tausende von Litern des schwarzen Goldes saugt er mit seinem langen Rüssel jeden Tag aus dem Erdreich. Da der Nickesel so viel Öl gar nicht selbst verbrauchen kann, wird das überschüssige Öl in eine unterirdische Pipeline gepumpt und gelangt so zur Raffinerie. Früher prägten die Nickesel genannten Ölförderpumpen das Landschaftsbild im Dreieck Hankensbüttel-Emmen-Oerrel. Früher standen sie hier dicht an dicht. Mit ihrer Hilfe wurde Deutschlands größtes Erdölvorkommen ausgebeutet. Der Öldurst der Nickesel war so groß, dass sie irgendwann nichts mehr zu pumpen hatten und sie größtenteils abgebaut wurden. Nur ein paar Meter östlich des Nickesel-Trios fällt das Gelände so steil ab, dass einem beim Hinunterschauen schwindlig werden kann. Fast wie im Gebirge! Von den Einheimischen wird das Tal am Fuß des Hässelbergs seit eh und je scherzhaft Zillertal genannt. Natürlich kann es nicht mit dem echten Zillertal konkurrieren, aber für die norddeutsche Tiefebene ist es doch schon recht beeindruckend – aber leicht zu übersehen. Zwar könnten wir von den Nickeseln auch am Ackerrand entlang stiefeln, um zu dem Weg zu gelangen, der auf den immerhin 96 Meter hohen Hässelberg führt, aber wir nehmen stattdessen lieber den Weg, der hinauf zur „Ölstraße“ führt, die Hankensbüttel und Emmen verbindet. Solche einspurigen Straßen waren vor Jahrzehnten in der Gegend zahlreich gebaut worden, um den Ölfördergesellschaften die Zufahrten zu ihren Erdölfeldern zu ermöglichen. Wir gehen ein kleines Stück Richtung Emmen und biegen dann rechts ab. Der kleine Waldweg führt uns wieder zu der großen Ackerfläche im „Zillertal“. Neben einem Hochsitz geht es steil bergauf. Jetzt beginnt unsere „Bergetappe“. Den Hässelberg hatte es im Januar 2007, als der Orkan Kyrill über ihn hinwegfegte, schwer erwischt. Inzwischen sind die jungen Bäume, die als Ersatz für die umgekippten alten gepflanzt wurden, schon wieder so gewachsen, dass die Spuren der Verwüstung kaum noch zu sehen sind. Ein baumloser Hässelberg hätte allerdings auch seinen Reiz, denn dann könnte man von dort oben kilometerweit blicken, in Richtung Osten über das Moor, den Emmer Leu, und in der Ferne würde man sogar noch die Schornsteine des VW-Heizkraftwerks in Wolfsburg sehen. Über den Hässelberg verläuft auch der ausgeschilderte Wanderweg Hankensbüttel-Oerrel, dem wir hinab zum munter plätschernden Hässelbach am Anfang einer Allee mit alten, knorrigen Apfel- und Birnenbäumen folgen. Auf dem schnurgeraden asphaltierten Wirtschaftsweg biegen wir eine kleines Stück hinter einer am Waldrand stehenden Sitzbank rechts in den Wald ab. Auf einem schmalen Pfad gelangen wir an das Wildgehege des Jagdmuseums Wulff, wo uns eine Rotte Wildschweine grunzend begrüßt. Außerdem gibt es hier Rot-, Dam- und Muffelwild. Außen am Gehege führt der „Pirschgang Natur“ entlang – ein kleiner Lehrpfad mit Schautafeln vor allem für Kinder. Uns sind die lebenden Hirsche und Schweine draußen im Gehege übrigens viel lieber als die ausgestopften Tiere im Jagdmuseum. Es wird schon dunkel und das Schneegestöber immer schlimmer, als wir wieder an unserem Ausgangspunkt ankommen. „Zillertal“ Start Wildgehege 6 Calluna

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Ausfl ug sziel e Ihr Ausflugsziel! Wild- und Heidschnuckenbraten, saftige Steaks und saisonale Spezialitäten Planen Sie eine Feier? Sprechen Sie uns an! Unser Festsaal bietet Platz für individuelle Familien- oder Vereinsfeiern (in kleinem oder großem Rahmen) Einkaufen – Entspannen – Genießen Das Ziel für Ihren Ausflug Wir bieten ganzjährig (außer 25.12.2012 - 3.1.2013): Gasthaus Zur Linde · Hauptstraße 15 · 29393 Groß Oesingen Tel. 05838/302 · Fax 05838/607· E-Mail gasthauszurlindeoesingen@t-online.de Wir freuen uns auf Ihren Besuch! www.obstscheune-an-der-b4.de www.gasthauszurlindeoesingen.de Das ideale Ausflugsziel in der Heide:  Café mit Frühstück, Brunch und Torten Jeden Sonntag Frühstücksbüffet ab 9.00 Uhr  Bistro mit Mittagstisch ab 12.00 Uhr  nostalgischer Tante-Emma-Laden  Übernachten mit individuellem Flair Täglich geöffnet von 8.30 bis 18.00 Uhr Hinter den Höfen 7 • 29556 Suderburg-Hösseringen • Tel. 05826/8343 www.dorfcafe-hoesseringen.de Oktober bis März Dienstags Ruhetag Selbstgebackene Torten und Kuchen Kaffee-, Tee- und Eisspezialitäten Mittagstisch für Gruppen nach Anmeldung Hochzeitskutsche und Ausrichtung der Feier Hauptstraße 28 29394 Lüder Kutsch- und Planwagenfahrten Tel. 05824/96500 durch das Naturschutzgebiet „Lüder Bruch“ Fax 05824/965050 und zur Heideblüte in die Bodenteicher Heide service@bauernhofhotel.de www.bauernhofhotel.de Streicheltiere und Kinderspielplatz Familienfeierlichkeiten aller Art 1. Januar 19. Januar 16. Februar ab 11:00 Uhr geöffnet Wild- und Waldspezialitäten (Menü) 19:00 Uhr, bitte anmelden! Großes Muschel- und Lachsbuffet 19:00 Uhr, bitte anmelden! Rustikaler Grillwagen Hotel - Ferienwohnung - Heuhotel Calluna 7

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Tierg e s c hic ht en Ein Trupp Kraniche auf einem abgeernteten Maisfeld bei Oerrel. NUR KRANICHE UND WILDSCHWEINE MÖGEN MAIS-MONOKULTUREN VON INKA LYKKA KORTH (Text und Foto) Unsere Vielfalt – ganzjährig genießen ... auch bei Wurst, Brot und Käse Jeden Freitag Hofverkauf 15 bis 18 Uhr Bornstr. 15 · 31311 Eltze · Tel. 0 51 73/18 24 eit es fast in jedem Dorf eine (staatlich subventionierte) Biogasanlage gibt, hat sich unsere einst vielfältige Kulturlandschaft geradezu dramatisch verändert. Statt anderer Feldfrüchte wird zunehmend Mais in Monokulturen als Energiepflanze angebaut. Mais benötigt nicht nur viel Wasser, sondern auch große Mengen an Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden und Düngemitteln. Zwar kann der Einsatz der Gifte durch den Anbau gentechnisch veränderter Maissorten deutlich verringert werden, aber gegen die Gentechnik gibt es verständlicherweise starke Vorbehalte. Der großflächige Maisanbau kann langfristig zu erheblichen Problemen führen: • Maisanbau ohne Fruchtwechsel laugt auf Dauer die Böden aus. • Aufgrund der geringen zeitlichen Bodenbedeckung fördert der Maisanbau die Erosion. • Die hohen Düngegaben gefährden das Grundwasser. • Die Pflanzenschutzmittel, zum Beispiel gegen den Maiswurzelbohrer, schädigen Bienen und andere Blüten besuchende Insekten. • Mais taugt kaum als Trachtpflanze für Bienen. Flächen, auf denen Mais angebaut wird, verringern daher das Nahrungsangebot für Bienen und andere Blüten besuchende Insekten. • Der Maisanbau bedeutet Nahrung im Überfluss für das Schwarzwild, das sich stark vermehrt, was wiederum zu Problemen führt. Die Problematik ist der Politik bekannt, und es wird auch mit Nachdruck nach anderen Energiepflanzen für die Biogasanlagen gesucht. Als gute Alternativen haben sich in Versuchen Roggen, Hirse und Schilf erwiesen. Trotz all der negativen Begleiterscheinungen gibt es beim Maisanbau auch einen positiven Effekt, der besonders jetzt im Winter zu beobachten ist: Bei der Maisernte bleiben so viele Körner auf dem Feld zurück, dass Kraniche einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Manchmal sind es Trupps von mehr als hundert Tieren, die sich auf den abgeernteten Feldern niederlassen und sich satt essen. Im Schnee würde man die scheuen, grauen Vögel oft gar nicht entdecken, würden sie sich nicht durch lautes Trompeten verraten. Dass sich die Kranichpopulation nach dem totalen Niedergang – Anfang der 1970er Jahr gab es nur noch acht Brutpaare in ganz Niedersachsen – inzwischen gut erholt hat, ist allerdings nicht dem Mais, sondern den engagierten Naturschutzmaßnahmen, insbesondere der Schaffung von Bruthabitaten zu verdanken. S 8 Calluna

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Tierg e s c hic ht en WO DEXTER UND DÜLMENER WEIDEN Esterau-Niederung: Lebensraum für Tiere, Erlebnisraum für Menschen VON CHRISTINE KOHNKE Dülmener Pferde gehören zu einer ursprünglichen alten Rasse, die sich für die Extensivbeweidung sehr gut eignet. Foto: Lars Wellmann W o ist der Fischotter noch in freier Natur zuhause? Hier bei uns in der Südheide: In der Ise-Niederung zwischen Hankensbüttel und Wahrenholz im nördlichen Landkreis Gifhorn ebenso wie in der Esterau-Niederung zwischen Könau und Kroetzmühle bei Wieren im südlichen Landkreis Uelzen. Naturschützer haben hier bereits vor Jahren Nachweise für das Vorkommen dieser eigentlich in ganz Europa verbreiteten, aber in vielen Regionen bedrohten Tierart gefunden, die die Esterau mindestens als Verbindungsgewässer für ihre Wanderungen nutzt. Ansonsten gibt es noch einige Fischotter-Bestände in Osteuropa, auch im Osten Deutschlands und im Bayerischen Wald. Diese letzten noch bestehenden Le- bensräume zu erhalten und zu verbessern und zerstörte Biotope so wiederherzustellen, dass sich der Fischotter dort wieder ansiedeln kann, ist das Ziel der Deutschen Otter Stiftung mit Sitz in Hankensbüttel (Otter-Zentrum). Zumindest an der Esterau ist das Überleben der geschickten und einst von den Menschen als Fischräuber gehassten Jäger heute sehr viel sicherer als noch vor einigen Jahren. Die Voraussetzungen hierfür schuf das Naturschutz-Projekt Erlebnisraum Esterau-Niederung, das über Jahre hinweg vom NABU Uelzen vorangetrieben wurde und das 2012 eröffnet werden konnte. Drei Säulen bilden das Konzept: Extensivbeweidung, Biotopentwicklung und Umweltbildung. Und deshalb schlängeln sich Hausbesuche auch für Kleintiere Physio- und Aquatherapie nach Vereinbarung Hauptstraße 7 29393 Groß Oesingen Telefon 0 58 38 - 2 67 Sprechstunde: Mo – Sa Vormittag 10.30 – 13.00 Uhr Mo, Di, Fr Nachmittag 16.00 – 18.00 Uhr Do Nachmittag 16.00 – 20.00 Uhr Öffnungszeiten: Mo – Fr 7.45 – 18.30 Uhr Do 7.45 – 20.00 Uhr Sa 9.00 – 13.00 Uhr tiergesundheitspraxis-soujon.de Termine außerhalb der Sprechzeiten sind jederzeit möglich. RUFEN SIE UNS AN! Calluna 9

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Tierg e s c hic ht en 2 1 3 4 1 Michael Walke vom NABU war die treibende Kraft für das Schutz- und Entwicklungsprogramm in der Esterau-Niederung. 2 Der Aussichtsturm ermöglicht interessante Einblicke in einen vielfältigen Lebensraum. 3 Für Wildpferde sind die beiden Dülmener Stuten erstaunlich zutraulich. 4 Die Dexter-Rinder an der Esterau haben sich schon vermehrt. Fotos: NABU (1), Thomas Dorschner (2/3), Lars Wellmann (4) seit 2010 mehrere Flachgewässer an den Ufern der Esterau entlang, weiden hier Dexter-Rinder und Dülmene Stuten und hin und wieder pilgern Kindergruppen oder auch einsame Spaziergänger den Naturerlebnisweg entlang. Die Esterau-Niederung ist nämlich ein ganz besonderer Lebensraum. Hohe Grundwasserstände prägen die Landschaft, in der viele selten gewordene Tiere und Pflanzen zuhause sind. Im angrenzenden Erlenbruchwald wurde beispielsweise der Baummarder nachgewiesen, Kiebitz und Braunkehlchen nutzen den Lebensraum für ihre Brut, auch die Nachtigall und der Pirol sind hier zu Hause. Im Jahr 2008 hatte sich im benachbarten Ostedt ein Weißstorchenpaar angesiedelt und einen Brutversuch gestartet. Das erste Brutpaar landkreisweit seit 40 Jahren! Für die Extensivbeweidung hat der NABU 25 Hektar Weidefläche zwischen Könau und Kroetzmühle angepachtet, mittlerweile rund drei Hektar zusätzlich erworben. Darauf weidet eine kleine Herde Dexter-Rinder. Die Tiere, eine alte Haustierrasse, fühlen sich hier offenkundlich sehr wohl. Die Herde hat bereits ordentlich zugelegt, sieben Tiere waren es vor knapp zwei Jahren, heute sind es mehr als doppelt so viele. Zu ihnen gesellen sich Calluna HAT EIN HERZ FÜR TIERE Praxis für Kleintiere u. Pferde Ultraschalltherapie (V-Sonic) Ultraschalltherapie (V-Sonic) Massage n. P. am Pferd Homöopathie Blutegeltherapie Bioresonanztherapie Magnetfeldtherapie Kirsten Harenburg Harenburg Reitsport Der Reitsportshop Tel.: 05832 71 50 Mobil: 0174 93 63 33 8 Fr.: 14.00 - 18.00 Uhr Sa.: 09.00 - 12.00 Uhr Tierheilpraxis für Kleintiere und Pferde info@ tierheilpraxis-harenburg.de Termine nach Vereinbarung nach Vereinbarung auch Abends und an den Wochenenden www.tierheilpraxis-harenburg.de & www.reitsport-harenburg.de Forsthaus Malloh 29379 Wittingen-Knesebeck Tel. 0 58 34-14 20 www.forsthaus-malloh.de E-Mail dorit.jaekel@freenet.de 10 Calluna

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Tierg e s c hic ht en ESTERAU EMERN KROETZMÜHLE OSTEDT NSG DROHER HOLZ ESTERAU-NIEDERUNG ESTERAU-NIEDERUNG DROHE KÖNAU WIEREN ESTERAU Grafik: Calluna Foto: Lars Wellmann zwei Dülmener Stuten mit Fohlen, die dem Menschen ebenso wie ihre vierbeinigen Nachbarn keine Berührungsängste entgegen bringen. Neu angepflanzte Kopfweiden und Hecken schaffen zudem kleinräumige Biotope, die einer großen Anzahl von Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten, Wiesenvögeln etwa, wie Kiebitz, Bekassine und Schwarzkehlchen. Spinnen, Laufkäfer, Wespen, Heuschrecken sowie Molche und Kröten sollen sich hier künftig ebenfalls wohl fühlen. Ein vier Kilometer langer Naturerlebnisweg mit Aussichtsturm und Informationstafeln vermittelt Wissen über die Region, dazu werden auch Führungen angeboten. Die Vorbereitung und Umsetzung dieses umfangreichen und vielfältigen Gemeinschaftsprojektes hat mehrere Jahre gedauert, „eine gute, aber auch sehr anstrengende Zeit, die viele Partner miteinander verband“, wie es Peter Block, der Vorsitzende des NABU Uelzen, formuliert. Zu den Partnern gehören der Landkreis Uelzen, das Otter-Zentrum Hankensbüttel und die Jägerschaft Uelzen sowie die BINGO-Umweltstiftung Niedersachsen. Einen wichtigen Part hat der Verein Martinshof Klein Bollensen, eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft auf anthroposophischer Grundlage, übernommen: Seine Mitarbeiter und Bewohner, etwa 60 seelenpflegebedürftige erwachsene Menschen, kümmern sich um die Tiere. Die Initiative für das Schutz- und Entwicklungsprogramm ging von NABU-Vorstandsmitglied Michael Walke bereits im Jahr 2007 aus. Er wird dank seines unermüdlichen Engagements in Insiderkreisen auch gerne mal „der Esterauer“ genannt. Nach Bewilligung von Fördermitteln aus dem EU-Programm Leader konnte es zwischen 2010 und 2012 an die praktische Umsetzung gehen: 300 Meter Wallhecke, Anlage von fünf Flachgewässern, Kopfweidensetzlinge als Singwarten und ein Storchenhorst. Der Naturerlebnisweg bietet auf zwölf Schautafeln viele Informationen am Wegesrand. Vom Beobachtungsstand aus hat der Besucher einen weiten Blick über die Beweidungsflächen bis hin zur Kroetzmühle. Die Gesamtplanung oblag dem Uelzener Büro Lamprecht & Wellmann sowie der Aktion Fischotterschutz in Hankensbüttel. INFO www.nabu-uelzen.de TIPP Bei Caroline Rothe, Telefon 0 58 06/98 08 07, eMail abnachdraussen@googlemail.com, können Führungen durch die Esterau-Niederung gebucht werden. JUNG UND URTÜMLICH hren Namen haben die kleinen Rinder von einem gewissen Herrn Dexter. Der war um 1840 Gutsinspektor in Irland, in der Grafschaft Kerry, und beschäftigte sich mit der Rinderzucht. Ziel war es, eine genügsame, robuste Rasse zu züchten, die sowohl Milch als auch Fleisch liefert. Sie sollte armen irischen Kleinbauern die Möglichkeit geben, auch auf wenig Weide Fleisch und Milch zumindest für den Eigenbedarf zu erzeugen. Für diesen Zweck sind Dexter-Rinder hervorragend geeignet. Sie kommen mit Gras im Sommer und Heu im Winter aus und können das ganze Jahr über draußen bleiben. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere, die gerne an Wegrändern und Grabenböschungen herumstreifen, eine gute Mischung von Gräsern und Kräutern vorfinden und dass die Weide die richtige Größe hat. Übrigens werden Tiere, die zwei Haupterzeugnisse liefern, in diesem Falle also Milch und Fleisch, „Zweinutzungsrasse“ genannt. Es gibt auch „Dreinutzungsrassen“, aber eher selten. Eigentlich eine prekäre Bezeichnung, aber wenn man Tiere ausschließlich von der Warte aus betrachtet, welchen wirtschaftlichen Nutzen sie dem Menschen bringen, dann kann das zur Schöpfung solcher Wortungetüme führen. Wie alle domestizierten Rinder stammen auch die Dexter vom heute ausgestorbenen Auerochsen ab. Dessen Bestände haben sich schon vor Jahrhunderten durch Jagd und HabitatAuerochse, Illustration im Buch zerstörung nach und nach „Die Geschichte der vierfüßireduziert. Die letzte Urkuh gen Tiere und der Schlangen“ soll angeblich im Jahre 1627 von Edward Topsell. in Polen einem Wilderer zum Opfer gefallen sein. In den 60er und 70er Jahren wären auch die anspruchslosen Dexter fast ausgestorben, das moderne Leistungsrind machte ihnen Konkurrenz. Das Dexter-Rind ist also eine recht junge Rasse und dennoch sehr urtümlich. Es gehört zu den kleinsten Rindern in Europa. Nach Deutschland kamen die Dexter um das Jahr 1970, ein Tierarzt in Holstein hatte sie aus England mitgebracht. Bei Dextern wurde übrigens bislang weltweit kein einCalluna 11 ziger BSE-Fall registriert. I

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G a rt eng e s c hic ht en Aus dem Garten VON MARION KORTH E rfrorene Blumen im Balkonkasten: Die letzten Reste des Sommers sehen jämmerlich aus. Doch ich versuche, es pragmatisch zu sehen. Eine Sorge weniger und vor allem eine Pflanze weniger, die im Winter nach häuslichem Asyl verlangt. Jedes Jahr vor dem ersten Frost schlägt meine Liebe zu Exoten und Kübelpflanzen zwar nicht in Hass, aber doch in Widerwillen um. Wohin nur mit all dem Grünzeug? Vom elendigen Geschleppe mal ganz abgesehen. Das Ergebnis der winterlichen Einräumaktion ist jedes Mal eine wilde Mischkultur: Banane neben Gummi- und Weihnachtsbaum im Wohnzimmer, Olivenplantage neben Weihnachtskaktus im Badezimmer, Duftgeranien neben Weichspüler in der Waschküche. Mein Weg ins Bett ist gesäumt von einer grünen Allee aus Kamelien, aus den Fenstern in der Küche kann ich vor lauter Töpfen und Blättern kaum noch hinausschauen. Nicht einmal der Kartoffelkeller blieb verschont, aber irgendwo mussten die Körbe voller Dahlienknollen ja schließlich hin. Wir rücken zusammen, was bleibt uns anderes übrig? Aber Dankbarkeit darf man nicht erwarten. Denn kaum sind die „grünen Lieblinge“ eingezogen, habe ich es nur noch mit Mimosen zu tun. Heikel und empfindlich und obendrein noch hässlich. Kompakte Geranienbüsche verlieren jede Haltung, schieben bleiche Blättchen in die Höhe. Die Knollenbegonie rächt sich an mir für den Rettungsversuch und beherbergt seit neuestem eine muntere Blattlauskolonie. Die Wunderblume, die ich in einem Anfall von Wahnsinn ebenfalls mit hineingenommen habe, wirft mit Blättern nach mir. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Manche Menschen werden aus Erfahrung klug, ich leider nicht. Zwar schwöre ich mir jedes Jahr aufs Neue, nicht wieder irgendeinen Südländer meiner Pflanzensammlung einzuverleiben, um bei der ersten sich bietenden Gelegenheit freudestrahlend mit einem Granatapfel nach Hause zu kommen. Wieder ein potenzieller Pflegling mehr. Eine Rettung ist nicht in Sicht. Vielleicht sollte man es mal mit Warnhinweisen wie auf Cornflakes-Packungen versuchen: Statt „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ steht dann am Blumentopf „Kann Ihnen den Winter vermiesen“ oder „Macht sich ganz schön breit“ oder „Kübelschleppen gefährdet Ihre Gesundheit“. Das wäre ein Anfang. Bis es soweit ist, übe ich mich in friedlicher Koexistenz, sammle abgeworfene Blätter ein, versuche die Geranien mit aufmunternden Worten bis zum nächsten Frühjahr durchzupäppeln, spritze kalten Kaffee gegen Blattläuse und erfreue mich am Computer sitzend über den Blick ins Grüne, seitdem die Zitrone ihre Äste über den Bildschirm neigt. Und dann sage ich mir: Der nächste Sommer kommt bestimmt. Und eigentlich hätte ich ja doch noch ganz gern ein Mandarinenbäumchen. Neben dem Toaster in der Küche, da wäre vielleicht noch winziges Kübelplätzchen frei... In der Calluna-Redaktion sind schon viele Fotos von schönen, lebendigen und vielfältigen Gärten eingetroffen. Vielen Dank dafür! IHR GARTEN IM SÜDHEIDE-MAGAZIN Gartenporträts im Wandel der Jahreszeiten n der Herbstausgabe hatten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, gefragt, ob wir einen Blick über Ihren Gartenzaun werfen dürfen und ob wir Sie und Ihren Garten durch das Gartenjahr 2013 begleiten dürfen. Wir hatten Sie gebeten, uns eine kurze Beschreibung Ihres Gartens und ein paar Fotos zu schicken. Inzwischen haben wir viele schöne Fotos erhalten und richtig Lust bekommen, in die einzelnen, ganz unterschiedlichen Gärten zu schauen. Eigentlich wollten wir das schon für diese Ausgabe tun, aber das Wetter im Dezember hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unter der Schneedecke wäre ja nicht viel von den Gärten zu sehen gewesen. Und als der Schnee langsam wieder taute, war der Boden aufgeweicht und viele Gärten sahen wie kleine Moortümpel auf. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir starten unsere Gartenbesuche Anfang März – in der Hoffnung, dass der Winter sich dann schon langsam verabschiedet. Wenn Sie meinen, dass Sie auch einen schönen, vielfältigen Nutz- oder Ziergarten – egal ob klein oder groß, ob in der Stadt oder auf dem Land – haben, den wir im Südheide-Magazin im Wandel der Jahreszeiten vorstellen dürfen, dann können Sie gerne noch mitmachen. Schicken Sie uns bitte bis Ende Februar eine kurze Beschreibung Ihres Gartens mit vollständiger Anschrift und ein paar Fotos entweder per E-Mail an kontakt@calluna-medien. de oder per Post an unser Redaktionsbüro im Isenhagener Land (die Adresse finden Sie auf Seite 47). Selbstverständlich können Sie die Bilder auch gerne persönlich in einer unserer drei Geschäftsstellen abgeben (am besten vorher anrufen). Wir suchen keine perfekt aufgeräumten Gärten, in dem ein Halm dem anderen gleicht, sondern lebendige Gärten, in denen auch Platz ist für Gänseblümchen und Löwenzahn und in denen auch Igel Unterschlupf oder Vögel Nistmöglichkeiten finden, also möglichst naturnah gestaltete Gärten. I . 12 Calluna

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G a rt eng e s c hic ht en JE KÄLTER DER WINTER, DESTO WENIGER SCHÄDLINGE IM GARTEN? utofahrer, vor allem Berufspendler, wünschen sich alles andere als einen strengen Winter mit viel Schnee und Eis. Hobbygärtner sorgen sich bei Minustemperaturen zwar um ihre Rosen und exotischen Pflanzen, haben zugleich aber auch die Hoffnung, dass der Frost den Schädlingen so zusetzt, dass sie sich im neuen Gartenjahr rar machen. Aber hilft die Kälte wirklich gegen die Schädlinge, die ebenso wie der sommerliche Wassermangel dem Gartenfreund zunehmend Probleme bereiten? Grundsätzlich gilt, dass alle bei uns heimischen Insekten an unsere Klimaverhältnisse angepasst sind und somit „normale“ Winter überstehen können. Blattläuse, Frostspanner und Spinnmilben überdauern in speziellen Eisstadien, die gegen tiefe Temperaturen widerstandsfähig sind. Allerdings vertragen sie wechselhafte Witterungsverläufe, also abwechselnd kalte und milde, aber feuchte Wetterperioden wesentlich schlechter. Viele Schädlinge sterben dann durch Verpilzung ab. Mit welchen Schädlingen in Gartenjahr 2013 zu rechnen ist, A kann noch nicht genau gesagt werden. Relativ sicher ist jedoch, dass der Frostspanner sogar noch stärker als im Vorjahr auftreten wird. Der Frostspanner schädigt Laubbäume sowohl im Garten als auch im Wald. Besonders betroffen sind die Eichen. „Bedingt durch den Klimawandel funktionieren natürliche Abwehrmechanismen der Bäume Die Raupe des Frostspanners ernährt sich von den Blättern von Laubbäugegen Schadorganismen nur noch eingeschränkt“, men. Besonders stark betroffen sind Eichen. Foto: Landesforsten erläutert Peter Wollborn, der in den Landesforsten für den Waldbau zuständig ist. Forstschutzexperte Dr. Michael Habermann, Leiter der Abteilung Waldschutz in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, macht den Frostspanner für den teilweise extremen Blattverlust an älteren Eichen verantwortlich. Der starke Blattfraß führe dazu, dass sich die durch fehlende Niederschläge im Frühjahr ohnehin gestressten Bäume kaum erholen können, wodurch mittlerweile ganze Eichenbestände in Auflösung begriffen seien. Foto: Angelika Wolter/pixelio.de Winterdienst und vieles mehr Planen Sie mit uns! Calluna BEGLEITET SIE DURCHS GARTENJAHR Gartengestaltung Köpei Dienstleistungen für Haus und Garten Thomas Köberlein Telefon 05371-7 59 09 39 Hauptstr. 7 B mobil 0160-4 06 83 77 38518 Gifhorn-Kästorf eMail thomas.koeberlein@alice.de www.der-naturnahe-garten.de tierfreund Streufutter Der Klassiker zur Unterstützung frei lebender Vögel. Mit Sonnenblumenkernen, Sämereien Erdnüssen. 2,5 kg-Beutel tierfreund Sonnenblumenkerne Ergänzungsfuttermittel für die Versorgung frei lebender Vögel. Reich an Vitaminen und Mineralstoffen. 5 kg-Beutel = 3,79 1kg = 1,60 399 5 kg-Beutel = 8,99 Alle Sorten auch als Großgebinde in 25 kgSäcken erhältlich! 1kg = 2,00 499 Calluna 13 Saatzucht Flettmar-Wittingen eG Am Bahnhof 18 38539 Müden/Aller

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Tec hnik DIE LETZTE IHRER ART ...und sie läuft und läuft und läuft: Im Großen Moor bei Westerbeck kommt noch eine uralte Torfstechmaschine zum Einsatz VON INKA LYKKA KORTH (Text und Fotos) D er Boden bebt, und es riecht penetrant nach Diesel, als Heinz Kunze den Motor anwirft und sich die Maschine Mitleid erregend ächzend und schnaufend und schwarze Rauchwolken ausstoßend in Bewegung setzt. Scheibchenweise wird der nasse und schwere Torf, der an dieser Stelle eine drei Meter dicke Schicht bildet, der Erde entrissen und neben der Höllenmaschine fein säuberlich zum Trocknen aufgereiht. Zurück bleibt ein wie mit dem Lineal gezogener Graben, knapp einen halben Meter breit und fast einen Meter tief, und die aneinander gelehnten Torfsoden, die mit einigem Abstand aus der Luft betrachtet wie eine Reihe Dominosteine aussehen müssen. Die betagte Sodenstechmaschine, die nach Aussage ihres Besitzers die letzte ihrer Art im Großen Moor ist, wirkt im Ruhezustand wie ein Fossil – ein rostiges Relikt aus der Hochzeit des industriellen Torfabbaus. Man mag kaum glauben, dass diese Maschine überhaupt noch funktioniert. Aber das tut sie, und zwar noch genauso gut wie vor 50 Jahren, als sie als Wunderwerk der Technik die Farbik verließ, um fortan den Torfstechern die harte Arbeit zu erleichtern. Offenbar ist der Hinweis auf der Maschine stets beachtet worden: „Betriebssicherheit und Lebensdauer des Motors hängen von der Wartung ab!“ Heinz Kunze arbeitet inzwischen überwiegend mit modernen Torffräsen, mit denen sich der Torf schneller und effektiver „ernten“ lässt, aber die alte Maschine mag er trotzdem nicht missen. Es ist vor allem die Faszination für die alte Technik, die ihn immer wieder einmal den Motor anwerfen lässt, aber ein bisschen Nostalgie sei natürlich auch dabei. Falls er sich dennoch mal von ihr trennen sollte, wenn der Torfabbau im Großen Moor aus Naturschutzgründen endgültig eingestellt wird, hat er schon einen Interessenten: Der Förderverein Großes Moor, der auf dem Gelände eines ehemaligen Torfwerks bei Neudorf-Platendorf ein Museum mit Lehrpfad einrichten will (siehe Calluna Sommer 2011), würde die Maschine gerne vor der Verschrottung retten. Die im Herbst gestochenenen und aufgereihten Torfsoden bleiben über den Winter draußen stehen. Der Frost soll beim Trocknen helfen. Im Frühling werden sie dann zermahlen und in Säcke gefüllt und an den Handel verkauft. Früher galt Torf als „Allheilmittel“ im Garten. Heute wird er meist nur noch gezielt für Rhododendren, Azaleen und andere Pflanzen, die es sauer mögen, verwendet. 14 Calluna

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Jetzt im Winter ist der knallrote Sonnenschutz für den Maschinenführer eigentlich überflüssig, aber im Sommer weiß ihn Heinz Kunze durchaus zu schätzen. Der Lack ist ab, aber die Technik funktioniert auch nach einem halben Jahrhundert immer noch einwandfrei. Wie ein Spaten schiebt sich das hydraulisch gesteuerte Messer der Stechmaschine in den Torf. Die Torfsoden werden von der Maschine vollautomatisch und akkurat neben dem Graben abgelegt. Faszinierende Technik: Die Maschine „serviert“ den Weißtorf wie auf dem Tablett. Calluna 15

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