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Axel Glöggler UNTREUE

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und Fall - Aufstieg Moral Glöggler von Axel eue Buch Das n

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Untreue ist eine Romanbiografie, eine Familiensaga aus dem Deutschland der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre und beruht auf einem realen Fall. Es geht um Untreue in vielen Spielarten: zwischen Ehemännern und flatterhaften Frauen, einem Vater und seinem Sohn. Aber auch um wortbrüchige Geschäftsfreunde, abtrünnige Manager, profitgierige Anwälte und um perfide Richter. Es geht um Aufstieg und Fall einer Familie, um Gewinn und Verlust von Reichtum, Ruhm und Macht. Im Aufstieg sind sich alle treu. Den Erfolg erringt ein Parvenü, der sich um bürger- liche Konventionen nicht schert und sich wie ein Potentat aus dem Mittelalter gebärdet. Aber als der Erfolg ausbleibt, entzieht er sich durch Flucht nach Übersee, von wo aus er sich rücksichtslos verteidigt. Alle schlagen nun auf die Zurückgebliebenen ein. Besonders auf den Sohn, den Protagonisten der Geschichte, der als Stellvertreter des Vaters an den Pranger gestellt wird. Gerettet wird er durch die Handlung einer Frau – aus Liebe, wie es scheint. Doch auch sie ist eine Untreue, die an ihrem Laster zerbricht. Personen Ulrich Brugger Max Brugger Karin Herbert Max Herbert Annemarie, genannt Anne Änne und Johann Britt Roland, Toni Helga und Yvonne Rosenfeld Dieckmann Lüthi Albrecht, Staitz, Decker, Feldner Schwarz und Brüggemann, Fernmark und Grunewald Baer Ruth Väth Herr des Brugger-Konzerns Erstgeborener von Ulrich Max’ Mutter Vater Karins, Max’ Großvater Erste Frau Ulrichs Eltern von Anne Ehefrau von Max Söhne von Ulrich Geliebte, dann zweite und dritte Frau von Ulrich Lehrherr von Ulrich Inhaber von Elektrometall Ulrichs Adlatus Bankier des Konzerns Vorstände des Konzerns Anwälte von Max und Ulrich Freund der Familie Brugger Mitglied des Gerichts Inhalt „Die Sonne geht auf!“ Die schönste Straße der Welt Der Gelbe Pullover Wer Land hat, hat Macht Föhn in den Bergen Jagdfieber Ball im Schloss Anticosti-Islands Swamp Ein Graf zu Besuch Geschlechtertürme Hingegeben Nitroglyzerin Nikolausabend „Rost auf Bruggers Zauberstab“ Sankt Adelheim Die Frau gegenüber Epilog 7 39 59 105 155 169 180 197 201 207 214 228 233 270 277 311 347 398 Allgäuer Faserwerke, Schaezler, Baytex, Reinwolle, Bauer, Luxtextile sind Gesellschaften des Brugger-Konzerns, Weiß und Littmann, Reichmuth seine wesentlichen Beteiligungen. Diverse Bankdirektoren, Aufsichtsräte, Geschäftsfreunde des Bruggerkonzerns Der Roman spielt in Deutschland, Schweiz, Österreich und Luxemburg

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Einige Leseproben... „Die Sonne geht auf“ ... In Oberstdorf war das Cafe-Restaurant Baur, Weindiele und Bar, damals der Treffpunkt der Jeunesse Dorée. Das dreieinhalbstöckige Gebäude mit rundem Turmanbau und prächtigen Erkern von der zweiten Etage nach oben hin bis zur Traufe, beherrschte den Marktplatz. Vor dem Eingang ruhte ein männlicher Löwe aus Bronze mit geöffnetem Maul. Im Sommer blickte er auf Blumenrabatte zu seinen Füßen. Der Gast betrat das Baur, das auch Übernachtungszimmer bot, durch eine schwere Drehtür aus Holz und Glas, und im Winter war innen noch ein schwerer Filzvorhang vorgezogen. Doch dieses kleine Hindernis zu überwinden lohnte sich. Jedenfalls an diesem Winterabend, als Ulrich, Max’ Vater, den Vorhang beiseite schlug, mit der Rechten die Schneeflocken von seinem Haar bürstete – und Anne sah, die, ihres Auftritts keineswegs unbedacht, grazil die letzten Stufen in die Halle hinabschritt und das Speisezimmer ansteuerte, wo sie mit ihren Freunden das Abendessen einzunehmen gedachte. Ihre Blicke trafen sich. Anne trug ein tailliertes Kleid aus blauem Samt, das eine Handbreit unters Knie reichte. Sie trug Pumps, Mode der Zeit. Sie war zwar mit der Form ihrer Beine zufrieden, nicht aber mit dem Volumen ihrer Unterschenkel. Mit Pumps konnte sie das kaschieren. Die Fesseln allerdings, die konnten es mit denen von Marlene Dietrich aufnehmen, wie sie immer betonte. Stolz war Anne immer auch auf ihre „wohl proportionierte Figur“, wie sie, die Fünfzigjährige, sich an diesem Abend ausdrückte, als Max neben ihr im Sessel saß. ... Wer Land hat, hat Macht ... Max hatte das Verhalten seines Vaters in den letzten Stunden mit Missvergnügen hinnehmen müssen. Jetzt war es an ihm zu prüfen, ob in dem Schriftstück, das ihm sein Vater weiterreichte, alles in der besprochenen Form festgehalten war. Nach einigen kleineren Korrekturen, die vom Justitiar gegengeprüft wurden, machten Max und Liebig ihre Paraphe an die Änderungen. „Alles O.K.?“ Als Max nickte, rutschte Ulrich aus den Tiefen des Chaiselongue, beugte sich nach vorne über den Rauchtisch, auf dem der Vertrag lag und setzte seine Unterschrift an die Stelle, die ihm Max bezeichnete. Damit war die Beteiligung an Weißmann verkauft. „Die technische Abwicklung besprechen Sie mit meinem Sohn, einverstanden?“ Als das bejaht wurde, erhob er sich, und mit einem „Schönen Dank für das Geschäft! Auf Wiedersehen, Herr Dr. Liebig, meine Herren“, torkelte er hinaus. Max griff sich ein Exemplar des Vertrags, faltete es, steckte es in die Innenseite seines Jacketts und folgte seinem Vater, um ihn in den Fahrstuhl zu schieben. Max und sein Vater hatten längst ihre Rechnung aufgemacht, dass sie an diesem Geschäft fünf Millionen gut gemacht hatten. ...

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Ball im Schloss ... Yvonne war ein Schmuckstück für Ulrich, er war ihr verfallen. Sie hatte sich, gut fünfzehn Jahre war das her, an ihn herangepirscht mit der Verführungskunst einer Kokotte. Sie war nordischen Typs, knapp einssiebzig groß, ihre Figur makellos. Das Einzige, was sie an ihrem Äußeren störte, war ihre Nase, die ihr wie die eines Raubvogels gebogen schien. Das Räuberische wusste sie in sich, wollte es aber nicht zeigen. Also musste die Nase korrigiert werden. Aber den Chirurg, der in seiner Privatklinik am Bodensee auch Kundinnen aus der nahen Schweiz anzog, verließ am Tag von Yvonnes Operation sein übliches Geschick. Das Ergebnis seiner Kunst war nicht gerade niederschmetternd. Aber als Yvonne nach einigen Tagen, nachdem der Verband abgenommen und die ersten Schwellungen zurückgegangen waren, ihr Antlitz im Spiegel geprüft hatte, war sie doch mehr als enttäuscht. Sie hatte sich die feine, gerade Nase gewünscht, die sie auf einem Foto ausgesucht hatte, das ihr vor der Operation gezeigt worden war. Was sie nun sah, war eine Nase, zwar mit akzentuierten Flügeln, aber doch platt an ihren Schädel gedrückt. „Ich seh’ ja wie ein Boxer aus!“, schrillte in ihrem Bett und verlangte sofort nach dem Operateur. „Madame, das konturiert sich schon im Laufe der Zeit,“ versuchte er sie zu beruhigen. Aber das gelang ihm nicht. Yvonne beratschlagte sich mit ihrer Schwester am Telefon und forderte sie zum Besuch auf. „Das braucht es nicht. – Dein Ritchie“ (Yvonne wurde nie bewusst, dass sie denselben Kosenamen für ihn hatte wie Ulrichs erste Frau) „wird das schon hinnehmen. Und darauf kommt es an!“ Und in der Tat, Ulrich begrüßte sie, nahm zwar die Veränderung in ihrem Gesicht wahr (‚Ob es dazu soviel Geld gebraucht hätte!’, dachte er, der das finanziert hatte), aber machte sie nicht zum Thema. Er wollte ein Weib, und das hatte er in ihr, ob mit einer Vogelnase oder einer platten. ... Die Frau gegenüber ... Max hatte seine Morgentoilette beendet, sich gründlich rasiert, das Haar gewaschen, Hemd, Krawatte, Sakko und Hose aufeinander abgestimmt. Stil war für ihn das Weglassen des Unwesentlichen. Daran erinnerte er sich heute und verzichtete auch heute auf das Einstecktuch, das er sich ansonsten in die Brusttasche seines Jacketts gesteckt hätte. Vor kurzem war er in das Appartement eingezogen. Eine blonde Apothekerin, Bekannte eines Freundes, hatte es ihm vermittelt. Die Vermieterin war eine attraktive Stewardess, die in ihrem Haus in der oberen Etage wohnte. Max hatte manchen Blick auf sie – vergebens – geworfen. Denn im Rhythmus ihres Flugplans nahm sie sich andere Kerle ins Bett. Dann hörte Max die beiden über sich stöhnen. Wie auch in dieser Nacht. Bei seinem Frühstück am Glastisch, der im Wohnzimmer am Fenster stand, blickte er auf die Schrebergärten zwischen den Häuserzeilen in diesem gutbürgerlichen Viertel. Die Forsythien waren abgeblüht, doch die Kirschbäume standen in voller Pracht. Max bot sich das Motiv eines impressionistischen Malers. Der mit dem Borstenpinsel vorsichtig in das Zyklamweiß auf seiner Palette gestochen und es zart auf die Leinwand übertragen hätte. Dann hätte er überlegt, welche Farbe er für die Stämme und Äste der filigranen Bäume wählen sollte. Ein Elefantengrau? Ja, das aber dann an manchen Stellen mit Grün überzogen werden musste wie das Moos an den Ästen, die

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schon viele Winter überstanden hatten. Und dann wären die Blätter der Kirschbäume in einem Grün zu malen, das an das von Olivenbäumen erinnert. Mit Rot musste er dann sparsamer umgehen, das die Kirschblüten nur an ihren Hälsen tragen, wenn sie aus ihren Knospen brechen. Nach der zweiten Tasse Kaffee konnte Max sich nicht beherrschen, doch noch einen Blick auf seinen Schreibtisch zu werfen: Schriftstücke von seinen Anwälten, von Gerichten, vom Finanzamt lagen dort in Stapeln. Nachts, in der Stunde des Wolfs, überfielen ihn die Drohungen, die sich darin verbargen. In seinen Albträumen sah er sich stets zu ihnen hingezogen. Doch im Moment gelang es ihm, den Inhalt all der papierenen Waffen, die ihm der Postbote, der Harmlose, bei ihm ablud, was ihn schlaflos machte, nicht an sich herankommen zu lassen. Das Telefon klingelte, völlig überraschend zu dieser frühen Zeit. „Guten Morgen, Ruth Väth.“ Den Namen hatte Max nicht verstanden. „Ja, guten Morgen. Wer sind Sie, was kann ich für Sie tun?“ „Wir sehen uns, wir sehen uns jede Woche.“ „Wie heißen Sie? Ich habe Ihren Namen nicht verstanden.“ „Väth, Ruth Väth.“ „Väth? Ich kenne nur eine Frau Väth, und die ist Schöffin in meinem Prozess.“ „Ja, die bin ich.“ Max’ Herz schlug zum Hals, Blut schoss ihm in den Kopf und machte ihn wachsam wie ein Beutetier. ‚Väth, Väth, Väth! ... Das kann doch nicht sein!’ Seine Gedanken überschlugen sich. Was konnte dieser Anruf sein? Eine Falle, eine Falle der Justiz? Verzweifelt suchte er seine Gedanken zu ordnen. Er witterte Gefahr, Gefahr wie immer und überall, und der Anruf spannte seine Sinne – unerträglich bis zum Zerreissen. „Warum rufen Sie an? Was“, Max atmete durch, „was führt Sie zu mir?“ „Ich will Ihnen helfen.“ „Sie mir helfen? Wie – wie soll das geschehen?“ ... Bestellschein Hiermit bestelle ich verbindlich Expl. des Buches Axel Glöggler UNTREUE für 19,90 € pro Expl. + 2,60 € Versandkosten. Name, Vorname Postanschrift mail Telefon Datum Unterschrift Bitte schicken Sie Ihre Bestellung an Dr. Axel Glöggler, Kapellenstraße 11, 97789 Oberleichtersbach. Sie können auch online bestellen unter www.dr-axel-gloeggler.de/buch-untreue/untreue-bestellung.html

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