Die Volksschule im Kanton St. Gallen 2013

 

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Informationen für Eltern rund ums Thema Schule

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Kanton St.Gallen Amt für Volksschule Die Volksschule im Kanton St.Gallen Bildungsdepartement

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Inhaltsverzeichnis 1. Auftrag der Volksschule 2. Aufbau der Volksschule 2.1 Eintritt in die Schule 2.2. Primarschule 2.3 Oberstufe – Sekundarstufe I 3. Schulbetrieb 3.1 Bildungs- und Lehrplan 3.2 Blockzeiten – Stundenplan 3.3 Disziplinarmassnahmen 3.4 Ferien / Urlaub / Absenzen 3.5 Veranstaltungen und besondere Unterrichtswochen 3.6 Berufswahlvorbereitung 4. Beurteilung 4.1 Zeugnis und Promotion 4.2 Übertritte 5. Zusammenarbeit Schule und Eltern 6. Fördernde Massnahmen 6.1 Schulische Heilpädagogik in Regelklassen 6.2 Kleinklassen 6.3. Sonderschulen 6.4 Begabungsförderung 6.5 Beratung durch den Schulpsychologischen Dienst 7. Privatschulen 8. Verwaltung und Beaufsichtigung der Schule 9. Glossar 3 4 5 6 7 9 9 10 12 12 13 14 15 16 17 19 20 21 22 22 23 24 25 26 28

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Vorwort Liebe Eltern Es ist uns ein Anliegen, dass Sie als Eltern gut über die Volksschule informiert sind. Die vorliegende Broschüre «Die Volksschule im Kanton St.Gallen» soll Ihnen als Leitfaden für die Volksschule dienen und helfen, sich in unserem Bildungssystem noch besser zurechtzufinden. Davon kann auch Ihr Kind profitieren. Gemäss dem Volksschulgesetz sind nämlich Schule und Eltern angehalten, in Erziehung und Ausbildung zusammenzuarbeiten. Die Volksschule unterstützt die Eltern in der Erziehung des Kindes zu einem lebensbejahenden, tüchtigen und gemeinschaftsfähigen Menschen. Dafür ist die Lehrperson Ihre erste Anlaufstelle. Von ihr bekommen Sie Informationen und Auskunft über Entwicklung, Leistung und Verhalten Ihres Kindes. Umgekehrt helfen Sie mit bei der Umsetzung schulischer Massnahmen und stehen für Gespräche zur Verfügung. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule erleichtert auch die Schullaufbahn Ihres Kindes. Es ist wichtig, dass es sich in seiner Lernumgebung wohlfühlt, denn «Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen.» schaffen. Die Schule ist einem stetigen Wandel unterworfen. Ersichtlich ist dies nicht nur anhand der Fortschritte in Sachen Pädagogik und Lehrerinnen- und Lehrerbildung, verändert haben sich auch die Lerninhalte und Strukturen. Kurzum, die Schule passt sich laufend den Bedürfnissen der modernen Gesellschaft an. Es liegt in der Natur der Sache resp. es ist eine Besonderheit der Schule, dass Veränderungen jeweils erst mit einigen Jahren Verzögerung sichtbar werden. Dann nämlich, wenn die ersten Schülerinnen und Schüler, welche die Erneuerungen durchlaufen haben, in die nächste Schulstufe übertreten oder die Schule abschliessen. Eine Beurteilung, ob eine vorgenommene Veränderung nützlich und effektiv war, ist erst dann möglich. Eine gute Schule muss sich weiterentwickeln. Das hohe Niveau der st.gallischen Volksschule wurde in der Vergangenheit in mehreren PISA-Studien bestätigt. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind, dass die Schule Sie als positives Erlebnis prägen wird. Regierungsrat Stefan Kölliker 1 (Heraklit) Gemeinsam wird es gelingen, ein positives Schulklima für Ihr Kind zu

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1. Auftrag der Volksschule Die Hauptverantwortung für die Erziehung der Kinder liegt bei den Eltern. Die Schule übernimmt die Verantwortung im Rahmen der Bildung und unterstützt die Eltern in der Erziehung im Sinn der folgenden Grundsätze: • Sie geht von christlich-humanistischen Wertvorstellungen aus und hilft den Schülerinnen und Schülern, ein persönliches Wertsystem aufzubauen. • Sie fördert das Verständnis für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Erhaltung der natürlichen Umwelt. • Sie fördert die Gleichstellung der Geschlechter und wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung. In Art. 3 des Volksschulgesetzes (sGS 213.1, abgekürzt VSG) ist der Erziehungs- • Sie pflegt die interkulturelle Erziehung und fördert das Verständnis für andere und Bildungsauftrag der Schule wie folgt Kulturen und die Toleranz gegenüber anbeschrieben: deren Sitten, Gebräuchen und Religionen. «Die Volksschule unterstützt die Eltern in der Erziehung des Kindes zu einem lebens- Eltern und Schule sind in der Erfüllung ihrer bejahenden, tüchtigen und gemeinschafts- Aufgaben auf Zusammenarbeit angewiesen. fähigen Menschen. Sie wird nach christlichen Grundsätzen geführt. Sie fördert die unterschiedlichen und vielfältigen Begabungen und Gemütskräfte der Schülerinnen und Schüler. Sie vermittelt die grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten, öffnet den Zugang zu den verschiedenen Bereichen der Kultur und leitet zu selbständigem Denken und Handeln an. Sie erzieht die Schülerinnen und Schüler nach den Grundsätzen von Demokratie, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit im Rahmen des Rechtsstaates zu einem verantwortungsbewussten Menschen und Bürger.» Die Schule ist eine Einrichtung unserer Gesellschaft. Für die Kinder und Jugendlichen ist sie prägender Teil ihres Alltags. Hier machen sie vielfältige Lebenserfahrungen. Die Schule ist ein Ort, wo Kindheit und Jugend gelebt, Gemeinschaft gestaltet und Lebensfreude gepflegt werden. Dies sind Voraussetzungen für Lernfreude und Leistungsbereitschaft. Wichtigste Aufgabe der Schule ist es, zielgerichtet und organisiert den jungen Menschen Kompetenzen zu vermitteln: Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen. 3

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2. Aufbau der Volksschule 4

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Die Volksschule umfasst die Schultypen Kindergarten, Primarschule sowie die Oberstufe, welche ihrerseits in Realschule und Sekundarschule aufgeteilt ist. Die Kinder treten im fünften Altersjahr in den Kindergarten ein. Die Schulpflicht besteht bis zum Ende der dritten Oberstufe und dauert inklusive Kindergarten in der Regel elf Jahre. Schülerinnen und Schüler, die wegen einem besonderen Bildungsbedarf nicht in der Regel- oder Kleinklasse beschult werden können, besuchen staatlich anerkannte Sonderschulen. Bei Sonderschülerinnen und Sonderschülern kann die Schulpflicht im Einzelfall bis längstens zum vollendeten 20. Altersjahr verlängert werden, wenn zu erwarten ist, dass dadurch bezüglich Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz relevante Ziele für die Eingliederung in die Arbeitswelt und Gesellschaft erreicht werden können. 2.1 Eintritt in die Schule Die Schulpflicht beginnt mit der Einschulung in den Kindergarten am 1. August nach Vollendung des vierten Altersjahres. Ein Aufschub der Einschulung in den Kindergarten ist möglich; entscheidend ist der Entwicklungsstand des Kindes. Die Schulbehörde entscheidet auf Antrag der Eltern. Bei Bedarf werden dazu der Schulpsychologische Dienst oder ein Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin beigezogen. Sodann kann die Schulbehörde ein Kind nach Anhören der Eltern und der Lehrperson in den ersten drei Monaten des Schuljahres um ein Jahr zurückstellen. In beiden Fällen sind die Lehrperson, der Schulpsychologische Dienst und der Schularzt oder die Schulärztin antragsberechtigt. 5

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2.2 Primarschule Kindergarten Der Kindergarten ist die erste Stufe der Volksschule und dauert zwei Jahre. Die Kinder werden in ihrer geistigen, sozialen und körperlichen Entwicklung gefördert. Sie sammeln vielfältige Erfahrungen, indem sie Geschichten hören, Lieder singen, Verse lernen und sich in verschiedene Rollen versetzen. Sie turnen, tanzen, konstruieren, zeichnen und malen. Diese verschiedenen Tätigkeiten erweitern die motorischen und gestalterischen Fähigkeiten, die Wahrnehmung, das mathematische Denken, die Phantasie und die Sprache. Die Kinder lernen ihre Gedanken auszudrücken, sich in eine grössere Gemeinschaft einzufügen, Fragen zu stellen und anderen zuzuhören. Das Spiel nimmt im Kindergarten eine wichtige Stellung ein. Das Spielen zu Hause oder auf dem Spielplatz wird ergänzt durch das Spielen in einer grösseren Gruppe von Kindern, das in einer pädagogisch gestalteten Spielumgebung stattfindet. Spielen und spielerisches Lernen bieten dem Kind einen wichtigen Zugang zu sich selbst und zur Umwelt. Im Verlauf der beiden Kindergartenjahre entwickelt sich ein Kind weiter. Es erfolgt eine Verschiebung vom Spielen zum spielerischen und systematischen Lernen. Der Kindergarten ermöglicht mit den zahlreichen Erfahrungen in der Gemeinschaft und durch gezielte Lern- und Beschäftigungsangebote jedem Kind, seine Persönlichkeit zu entfalten. 6 Unterstufe Die Unterstufe schliesst an den Kindergarten an. Sie führt in Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen ein und erweitert die Fähigkeiten im sprachlichen, musischen, handwerklichen und sportlichen Bereich. Neben dem Einsatz von spielerischen Arbeitsformen beginnt ein systematisches Lernen, unterstützt durch verschiedene Arbeits- und Lerntechniken. Damit werden Grundlagen zu einer guten Arbeitshaltung und zur Entwicklung von Eigenverantwortung gelegt. Die kindgemässe, anregende Lernatmosphäre und Lernumgebung erhalten und fördern die Spontanität sowie die Freude am Lernen und Entdecken. Beziehungen zwischen Kindern innerhalb der Klasse und im Schulhaus bilden den Ausgangspunkt zur Pflege der Gemeinschaft und zur Förderung sozialer Verantwortung.

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Mittelstufe In der Mittelstufe werden die Grundfertigkeiten, Kenntnisse und Arbeitstechniken gefestigt und erweitert. Die Entwicklung vom konkreten zum abstrakten Denken wird unterstützt und gefördert. In zunehmendem Masse erfolgt eigenständiges Arbeiten und Lernen in Selbstverantwortung. Die Schülerinnen und Schüler beginnen, bewusster über ihr Lernen und das Gelingen von Zusammenarbeit nachzudenken. Dies unterstützt die Entwicklung zu einer positiven Arbeitshaltung und Leistungsbereitschaft. Während dieser Zeit entwickeln die Schülerinnen und Schüler vermehrt selbständiges Urteilen und werden dadurch eigenständiger. 2.3 Oberstufe – Sekundarstufe I Die Oberstufe der Volksschule schliesst an die 6. Primarschulklasse an und dauert drei Jahre. Die Oberstufe bereitet die Schülerinnen und Schüler auf eine Berufsausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule und auf die Bewältigung des Lebensalltags vor. Sie ist gegliedert in die Realund die Sekundarschule. Die Gliederung der Oberstufe trägt dazu bei, den Schülerinnen und Schülern eine ihren Begabungen und Lernvoraussetzungen angemessene Bildung zu ermöglichen. Beide Schultypen auf der Oberstufe vermitteln eine breit abgestützte Allgemeinbildung. Die Oberstufe fördert die Lernbereitschaft und stärkt das Vertrauen der Jugendlichen in ihre eigene Leistungsfähigkeit. Sie fordert von den Schülerinnen und Schülern stufengemässe und ihren Begabungen entsprechende Leistungen in der Sach-, Sozialund Selbstkompetenz. Die Jugendlichen erhalten zunehmend Gelegenheit, selbst gesetzte Ziele anzustreben und persönliche Schwerpunkte zu setzen. Diese Erweiterung von Selbständigkeit und Selbsttätigkeit fördert eine zuverlässige Arbeitshaltung und die Bereitschaft für lebenslanges Lernen. Soziale Lernformen festigen die Teamfähigkeit. Auf der Suche nach dem eigenen Ich und bei der Beantwortung von Sinnfragen finden die Jugendlichen auf der Oberstufe Gelegenheiten, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen und die Beziehungen zu den Mitmenschen und der Umwelt zu vertiefen. 7

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Die Unterschiede der beiden Schultypen bestehen in den Ansprüchen an die intellektuellen Fähigkeiten, in der Art und Weise der Förderung der elementaren Bildung, der Lernkompetenz und der Leistung. Realschule Die Realschule vermittelt eine breit abgestützte Allgemeinbildung im sprachlichen, mathematischen, naturwissenschaftlichen und musischen Bereich. Sie bereitet auf das Erwerbsleben für handwerkliche, industriell-gewerbliche und dienstleistungsorientierte Berufe vor. Bei besonders guten schulischen Leistungen können Realschülerinnen oder Realschüler nach einem Jahr Realschule die erste Sekundarklasse besuchen oder nach zwei Jahren Realschule in die zweite Sekundarklasse übertreten. Sekundarschule Die Sekundarschule eignet sich für Schülerinnen und Schüler, welche gute schulische Leistungen, Ausdauer, erhöhte Lernbereitschaft und Interesse vorweisen können. Sie vermittelt eine Grundausbildung mit erhöhten Anforderungen in sprachlicher, mathematischer, naturwissenschaftlicher und musischer Richtung. Sie bildet die Grundlage sowohl für Berufslehren mit oder ohne Berufsmaturität als auch für weiterführende Schulen. Niveaugruppen Oberstufen haben die Möglichkeit, Englisch und/oder Mathematik in leistungsgetrennten Niveaugruppen zu unterrichten. Die Schülerinnen und Schüler sind weiterhin einer Stammklasse in der Real- oder Sekundarschule zugeteilt. Sie besuchen aber unabhängig davon den Unterricht in Englisch und/oder Mathematik je nach persönlicher Leistungsfähigkeit in Lerngruppen mit unterschiedlichem Anforderungsniveau. Wechsel zwischen den Niveaugruppen und zwischen Real- und Sekundarschule können am Ende jedes Semesters erfolgen. Bei Oberstufen, die ohne Niveaugruppen geführt werden, ist ein Wechsel zwischen Real- und Sekundarschule in der Regel nur am Ende der Probezeit oder jeweils am Schuljahresende möglich. 8

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3. Schulbetrieb 3.1 Bildungs- und Lehrplan Grundsätze Im Bildungs- und Lehrplan Volksschule ist der Bildungsauftrag der Volksschule vom Kindergarten bis zur Oberstufe beschrieben. Er zeigt auf, welche Ziele die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen. Auf allen Stufen wird eine ganzheitliche Bildung angestrebt: Die Schule • bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die Bewältigung der Lebensbereiche Erwerb, Betreuung und Freizeit vor. • bietet den Schülerinnen und Schülern einen Erfahrungsraum, in welchem Leistung, Lebensfreude, Musse und Besinnung wichtige Werte sind. • fördert Verstand, Gemüt und Handeln der Heranwachsenden in einem ausgewogenen Verhältnis und vermittelt grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten. • achtet auf den jeweiligen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler und fördert die Bereitschaft, sich dauernd weiterzuentwickeln, Eigen- und Sozialverantwortung zu übernehmen und ein mündiger Mensch zu werden. Fachbereiche Der Bildungs- und Lehrplan richtet sich auf allen Stufen nach den gleichen Leitideen und Richtzielen. Im gesamten Unterricht geht es um die Förderung der Sozial-, Sachund Selbstkompetenzen. Unterrichtet wird in den Fachbereichen: • Fächerübergreifendes Arbeiten • Mensch und Umwelt • Sprachen • Mathematik • Gestaltung • Musik • Sport Im Fachbereich «Fächerübergreifendes Lernen» lernen und üben die Schülerinnen und Schüler das Lernen an sich und eignen sich Arbeits- und Lerntechniken an. Zu diesem Fachbereich gehört auch das Lernen mit dem Computer und andern technischen Mitteln. Der Fachbereich «Sprachen» umfasst sowohl Deutsch wie auch die Fremdsprachen. In allen zu lernenden Sprachen geht es um die gleichen wesentlichen Ziele: • Sich mündlich und schriftlich verständlich machen können. • Gehörtes und Gelesenes verstehen. • Sprachliche Regeln wahrnehmen und umsetzen. Zum Fachbereich Musik gehört auch die musikalische Grundschule. Fachlehrpersonen haben die Aufgabe, im zweiten Kindergartenjahr und in der ersten Klasse musika9

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lische Anlagen und Fähigkeiten zu entfalten 3.2 Blockzeiten – Stundenplan und eine positive Beziehung zur Musik aufzubauen. Die musikalische Grundschule Im Kindergarten und in der Primarschule ergänzt und vertieft den Musikunterricht auf findet der Unterricht an den Vormittagen in der Volksschule. Blockzeiten statt. Während vier Lektionen sind sämtliche Schülerinnen und Schüler in Lektionentafel der Schule. Im 1. Kindergartenjahr können Die Lektionentafeln legen die wöchentliche die Eltern ihr Kind für die erste MorgenlekUnterrichtszeit in den verschiedenen Klas- tion abmelden. Die Schule informiert über sen fest. Sie bestimmen auch den zeitlichen das Verfahren. Melden die Eltern ihr Kind Anteil, welcher für die einzelnen Fachberei- von der ersten Morgenlektion ab, besteht che zur Verfügung steht. Dabei steht in der bei unzumutbarem Schulweg kein Anspruch Primarschule die Sprachförderung im Vor- auf einen separaten Transport auf Beginn dergrund. Auf der Oberstufe gewinnen der der zweiten Lektion. Die Anzahl Lektionen mathematische und der naturwissenschaft- am Nachmittag variiert je nach Stufe. Am liche Bereich erhöhte Bedeutung. Die Bear- Mittwochnachmittag ist schulfrei. beitung der Lernziele erfolgt auf das Fach bezogen, indem Wissen, Fertigkeiten und In der Oberstufe finden am Vormittag bis zu Fähigkeiten dieses Fachbereichs gefördert fünf und am Nachmittag bis zu vier Lektiowerden. Oft wird aber auch an Themen ge- nen Unterricht statt. arbeitet, bei denen an Zielen aus verschiedenen Fachbereichen gearbeitet wird. Während der vormittäglichen Blockzeiten fällt – ausser an Tagen oder Halbtagen, die Hausaufgaben von den Schulbehörden aus besonderen Hausaufgaben sind ein Bestandteil des Gründen für schulfrei erklärt wurden (sog. schulischen Lernens und dienen der Erwei- «Bündelitage») – kein Unterricht aus. Ausserterung von Lernformen und Arbeitstechni- ordentliche Stundenplanänderungen ausserken. Hausaufgaben werden von den Lehr- halb der Blockzeiten oder Abweichungen personen massvoll erteilt und können von der Unterrichtszeiten wegen besonderer der Schülerin bzw. vom Schüler selbstän- Schulanlässe werden den Eltern rechtzeidig gelöst werden. Bei der Bemessung der tig mitgeteilt. Bei Krankheit der Lehrperson Hausaufgaben wird die gesamte zeitliche werden die Kinder betreut oder durch eine Belastung berücksichtigt. Die Richtwerte Stellvertretung unterrichtet. reichen von wöchentlich 60 Minuten in den ersten Klassen der Primarschule bis zu 240 Für die Kinder des Kindergartens und der Minuten im letzten Schuljahr. Unterstufe bedeuten die Blockzeiten eine erhebliche Präsenzzeit in der Schule. An 10

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den Vormittagen ist in der Regel die ganze Klasse anwesend. Um die Kinder möglichst gut fördern zu können, arbeiten in Klassen mit über 16 Kindern während einiger Lektionen zwei Lehrpersonen im Teamteaching. Mittagstisch Die Schule bietet den Schülerinnen und Schülern über Mittag bei Bedarf eine Betreuung an – entweder aus einer durch die Schule organisierten Verpflegung oder einem Aufenthaltsraum. Diese besteht darin, dass sie eine mitgebrachte Verpflegung einnehmen können. Die Eltern werden durch die Schule frühzeitig über die Organisation des Mittagstisches (Anmeldung, Dauer, Kosten, Betreuung, Verpflegung) informiert. Stundenplan Die Eltern erhalten den Stundenplan mit den Unterrichtszeiten und weiteren wichtigen Informationen vor Beginn des Schuljahres. In der Primarschule verläuft der Unterrichtsalltag mehrheitlich nicht nach einem starren Stundenplan, der jeden Tag und jede Woche gleich ist. Die Lehrpersonen planen das Unterrichtsprogramm so, dass es insgesamt einen gut rhythmisierten Schultag ergibt. Im Stundenplan für die Kinder sind deshalb nur zeitlich fixierte Stunden eingetragen, zum Beispiel Sport, Handarbeit oder Religion. Die restliche Schulzeit wird mit «Unterricht» bezeichnet. Dieser Klassenstundenplan informiert Kinder und Eltern darüber, wann Unterricht und wann fixierte Spezialstunden stattfinden. Die Information über die Gestaltung und die Inhalte des Unterrichtsprogramms erfolgt für die Schülerinnen und Schüler über Arbeitspläne, Tages- oder Wochenübersichten. Den Eltern wird an einem Elternabend aufgezeigt, in welcher Form diese Information erfolgt. 11

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3.3 Disziplinarmassnahmen Von Disziplin kann gesprochen werden, wenn die Kinder in der Lage sind, eigene Bedürfnisse dem schulischen Lernen unterzuordnen. Schülerinnen und Schüler haben sich in Schule und Öffentlichkeit anständig und rücksichtsvoll zu verhalten. Dazu braucht es die lenkende und motivierende Hand der Lehrperson. Wenn das Verhalten zu Beanstandungen Anlass gibt, können erzieherisch sinnvolle Disziplinarmassnahmen angeordnet werden. Die zulässigen Disziplinarmassnahmen sind in der kantonalen Verordnung über den Volksschulunterricht (sGS 213.12, abgekürzt VVU) abschliessend festgelegt. Dazu gehören u.a. zusätzliche Hausaufgaben, Arbeit ausserhalb der Unterrichtszeit, Ausschluss aus besonderen Veranstaltungen bis hin zum Ausschluss aus der Schule in schwersten Fällen. Anlässlich des Beurteilungsgesprächs informiert die Lehrperson die Eltern über mangelhaftes Verhalten. 3.4 Ferien / Urlaub / Absenzen Beginn und Dauer der Ferien sind mit Ausnahme einer Woche (in der Regel Sportferien) kantonal geregelt. Die Kinder haben 13 Wochen Schulferien. Die Schulbehörde kann zusätzlich einzelne Tage als schulfrei erklären. Der Ferienplan ist unter www.schule.sg.ch einsehbar. Die Eltern sind verpflichtet, für den lückenlosen Schulbesuch ihres Kindes zu sorgen. Sie melden jede Absenz des Kindes vor Unterrichtsbeginn der Klassenlehrperson. Die Lehrerinnen und Lehrer ihrerseits sind zu einer Nachfrage verpflichtet, wenn ein Kind ohne Begründung nicht in der Schule erscheint. Die Eltern können ihr Kind durch vorgängige schriftliche Mitteilung an die Lehrperson an zwei Halbtagen pro Schuljahr ohne Begründung aus dem Unterricht nehmen. Für andere voraussehbare Abwesenheiten ist ein begründetes Urlaubsgesuch zu stellen. Bei Differenzen zwischen Schule und El- Nach gemeindeinternem Recht ist für die ternhaus über die Angemessenheit einer Bewilligung die Schulbehörde, die SchulleiStrafe hilft meist ein klärendes Gespräch. tung oder die Lehrperson zuständig. Sind die Eltern mit der angeordneten Disziplinarmassnahme nicht einverstanden, ist eine Überprüfung im Rechtsmittelverfahren möglich. 12

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3.5 Veranstaltungen und besondere Unterrichtswochen Im Rahmen des obligatorischen Unterrichts werden zur Bereicherung des Schulprogramms besondere Unterrichtswochen angeboten. Sie bieten Gelegenheit, die Schülerinnen und Schüler erzieherisch, geistig, musisch, körperlich und damit auch gesundheitlich in besonderer Weise zu fördern und ihnen wertvolle Erlebnisse zu vermitteln. Besondere Unterrichtswochen, auch Projektwochen genannt, sind in der Regel einer bestimmten Thematik gewidmet. Zu den besonderen Unterrichtswochen gehören auch Schulverlegungen, Werkwochen, Sportwochen, Wanderlager, Klassenaustausch als Fremdsprachenaufenthalt oder musische Wochen. Mehrtägige Veranstaltungen und Berufswahlpraktika auf der Oberstufe sind wichtige Hilfsmittel bei der Berufswahlvorbereitung. Die Schülerinnen und Schüler sind zum Besuch der besonderen Veranstaltungen verpflichtet, wobei die Schulbehörde aus wichtigen Gründen einzelne Kinder von einer Teilnahme befreien kann. Wer von der Teilnahme befreit ist, wird schulisch auf andere Weise beschäftigt. Die Schule kann die Eltern an den Kosten beteiligen, soweit ihnen Einsparungen erwachsen (im Wesentlichen die Verpflegungskosten). 13

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