Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten 03/2013

 

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orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten · 3/13 konservative therapie stärken frühjahrskongress in baden-baden curriculum für notfallmediziner

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editorial o-und-u-power im tiergarten-tower endlich ist es soweit dgou dgooc dgu und bvou ziehen zusammen die gemeinsame geschäftsstelle liegt im tiergarten-tower an der straße des 17 juni unmittelbar dem s-bahnhof tiergarten gegenüber und in direkter nachbarschaft zu bundesärztekammer kassenärztlicher bundesvereinigung gemeinsamem bundesausschuss und anderen organen der verfassten Ärzteschaft der umzug war überfällig die mitarbeiter/innen von dgooc und dgu und damit auch der dgou mussten sich schon seit geraumer zeit im langenbeck-virchow-haus auf kleiner fläche unter nicht mehr akzeptablen bedingungen zusammendrängen eine erweiterung der fläche im haus der chirurgie war bedauerlicherweise nicht möglich der bvou stand vor dem ablauf seines mietvertrages was lag also näher als nach einer geeigneten unterkunft für o und u gesamt zu suchen sie wurde im tiergarten-tower gefunden eine gesamte büroetage die jeweils hälftig bvou und dgou zur verfügung steht o und u unter einem dach das ist ein wichtiger schritt in die gemeinsame zukunft für die nutzung von synergien für einen verbesserten mitgliederservice für eine wirkungsvolle außendarstellung für vieles andere mehr fünf jahre dgou im juli 2008 wurde die deutsche gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie gegründet seinerzeit von vielen gering geschätzt von manchen argwöhnisch betrachtet die annäherung von orthopädie und unfallchirurgie die in den 1990er-jahren von wenigen auf den weg gebracht im neuen jahrtausend dann mit verve in richtung gemeinsamer weiterbildungsordnung vorangetrieben und schließlich mit der gesellschaftsgründung gekrönt wurde ist inzwischen zu einer großen bewegung geworden dazwischen lagen 2003 ein erster gemeinsamer kongress zwei potsdamer konferenzen 2006 und 2010 seit 2011 ein gemeinsames mitteilungsblatt und zahlreiche gemeinsame veranstaltungen zu aktuellen entwicklungen und zukunftsworkshops jetzt versammelt sich alles was mit o und u zu tun hat unter einem dach mit dieser entwicklung ist auch die bedeutung von orthopädie und unfallchirurgie gewachsen es geht nicht mehr nur um die gemeinsame veranstaltung des jahreskongresses der für sich schon ein erfolgsmodell sondergleichen ist es geht vielmehr um die gemeinsame vertretung in allen fragen des faches und der berufspolitischen orientierung orthopädie und unfallchirurgie ist durch den zusammenschluss zum größten fach im gebiet chirurgie geworden orthopädie und unfallchirurgie wird auch auf politischer ebene gehört traumaregister und traumanetzwerk sind beispielhafte einrichtungen die für die ausstattung von krankenhäusern die krankenhausplanung und die versorgung nicht mehr zu übersehen sind endoprothesenregister und endocert-initiative werden gleichermaßen von entscheidungsträgern im gesundheitswesen registriert und auf politischer ebene beachtet nicht umsonst werden diese initiativen bei entscheidern im gesundheitswesen als beispielhaft und für die versorgungsplanung als modell herausgestellt unfallprävention und versorgungsatlas studentische lehre ärztliche weiterbildung fortbildung in beispielhaften kurssystemen fitafter-eight nachwuchsförderung vermittlung von kompetenz durch die kooperation mit sektionen und sondereinrichtungen der dgou stellungnahmen für aqua iqwig viele andere initiativen und aktive politik zu honorarfragen werden wirksam und gemeinsam von o und u bearbeitet und vorgetragen die dgou hat durch die einbeziehung der ausschüsse in den geschäftsführenden vorstand durch die wirksame zusammenarbeit mit den inzwischen 15 sektionen und die sehr enge kooperation mit dem nachwuchs im jungen forum eine effiziente arbeit für alle mitglieder geleistet die attraktivität für andere vereine sich der dgou anzugliedern aber auch die zunehmende anzahl der ausschließ prof dr fritz uwe niethard generalsekretär dgooc lich der dgou zugehörenden mitglieder zeigt dass das label o und u angekommen ist alternativlos orthopädie und unfallchirurgie wird von menschen repräsentiert und in strukturen gegossen es wäre verwunderlich wenn es darunter nicht auch traditionalisten gäbe die sich jeweils im alten haus der orthopädie bzw unfallchirurgie wohl gefühlt haben und sich vorteile der vereinheitlichen selbstständigkeit in diesem haus zurück wünschten ­ aber was wäre wenn der deutsche kongress für orthopädie und unfallchirurgie in zwei einzelne kongresse zerfallen würde was wäre wenn die außendarstellung von orthopädie und unfallchirurgie jeweils getrennt und möglicherweise noch konkurrierend wahrgenommen würde was wäre wenn sich zwei in weiten versorgungsbereichen überlappende fächer in der ökonomisch geprägten drg-landschaft im harten wettbewerb um den patienten gegenüberstünden was wäre wenn zwei fächer um den nachwuchs konkurrieren würden was wäre wenn orthopädie und unfallchirurgie nicht zusammengefunden hätten ­ wahrscheinlich wäre ihnen eine orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013 233

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editorial forschung in orthopädie und unfallchirurgie kann dies beredt belegen die von den gründern der o-und-u-bewegung schon 2003 aufgestellte formel 2 w-stellen x muss daher nachhaltig unterstützt werden o und u der zukunft orthopädie und unfallchirurgie ist ein breit aufgestelltes fach das den patienten von der wiege bis ins hohe greisenalter von kopf bis fuß von der akutverletzung bis zur rehabilitation versorgt o und u hat zukunft denn alleine die demografische entwicklung in deutschland und europa wird bei verschleißerkrankungen der haltungs und bewegungsorgane und osteoporose bedingten frakturen reichlich aufgaben bescheren fachlich ist o und u so breit aufgestellt dass sich begreiflicherweise zahlreiche andere fächer an den randgebieten ansiedeln und kompetenz für o und u beanspruchen manche möchten die orthopädie und unfallchirurgie gerne als rein chirurgisches fach sehen manche möchten dem breiten fach die kompetenz für subspezialitäten absprechen das motto von o und u ist kompetenz für den patienten und wo auch immer möglich kompetenz aus einer hand nämlich aus der hand von orthopädie und unfallchirurgie dies gelingt nur wenn orthopädie und unfallchirurgie zusammenstehen und sich weiter entwickeln auf diesem weg ist für die etablierung von der o-und-u-power im tiergartentower ein wichtiger schritt gemacht ihr direkt an berlins grüner lunge dem tiergarten liegt der tiergarten-tower ein 19-geschossiges gebäude ­ in den unteren sieben etagen ist ein hotel untergebracht die zehn oberen stockwerke beherbergen büroräume nun auch die von dgou dgooc dgu und bvou vereinigung aufgezwungen worden wie es nun in Österreich der fall ist dort nämlich müssen sich beide fächer auf druck des zuständigen ministeriums in kurzer zeit vereinigen siehe seite 268 die zeit ist reif für einen neuen facharzt interview mit prof stefan nehrer präsident der Österreichischen gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie es dürfte klar sein dass o und u inzwischen alternativlos geworden ist auch wenn verschiedentlich immer wieder kulturelle unterschiede zu tage treten und von einigen gefördert werden eine solche insbesondere an universitätskliniken auftretende diskussion über einen alleinvertretungsanspruch eines einzelnen für das gesamte fach ist nicht mehr zeitgemäß und zukunftsfähig wo wenn nicht an den universitätsklinika kann das umfassende spektrum von o und u in lehre forschung und krankenversorgung komplett dargestellt werden das soeben fertig gestellte weißbuch fritz uwe niethard die geschäftsstellen sind künftig hier beheimatet straße des 17 juni 106­108 10623 berlin neue anschrift 234 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013

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editorial o-und-u-power im tiergartentower 233 238 deutscher Är zte tag was die Ärzteschaft bewegt Ö sterrei ch 266 impressum nachrichten die zeit ist reif für einen neuen facharzt knochendichtemessung 268 neue richtlinie zur osteodensitometrie 240 zentr ale notfall aufnahme 271 250 kurz und bündig süddeutscher orthopäden und unfallchirurgenkongress vom 1 bis 4 mai 2013 fand unter der präsidentschaft von dr hermann locher in baden-baden die 61 jahrestagung der vereinigung süddeutscher orthopäden und unfallchirurgen statt schlaglichter vom efort-kongress 240 lehrvideos nun auch als publikation anerkannt 241 nordrhein weiterbildungsbefugnis nun auch für alte orthopäden 241 generation pippi langstrumpf ­ auch im op qualifizierte fortbildung für notfallmediziner a o k krankenhausn av i g at o r 273 qualitätsinformationen müssen belastbarer werden rÜckenschmer zen 276 konservative orthopädie im fokus 282 242 dvfr politik i n ei g ene r sach e für eine individuelle und umfassende rehabilitation und teilhabe o s t eo logie ko ngress 285 hohe wissenschaftliche kompetenz 288 244 initi at i v e 9 3 ein image-flyer für o und u oecd -bericht die hütte brennt 246 stärkung der technischen orthopädie 290 268 neuer facharzt in Österreich im auftrag des österreichischen gesundheitsministeriums arbeiten die fachgesellschaften des deutschen nachbarstaates unter hochdruck an einer neuen weiterbildungsordnung wir sprachen darüber mit prof stefan nehrer vso u jahres tag u n g kostendämpfung beseitigt strukturprobleme nicht 248 qualität und sicherheit behandlungsfehler s tat istik aus unserem fach vsou jahrestagung wichtige informationen für uns 250 patientensicherheit 296 ein kongress der lebensfreude interview Ökonomisierung als risiko ich bin ein mann des kreuzschmerzes ag schmer zther apie ak tion saubere hÄnde 298 254 was wurde erreicht was ist zu tun 300 prt sichern ­ orthopädische schmerztherapie ausbauen kongre ssl andschaf t 257 recht und wirtschaft patientenrechtege se t z chancen für die nachhaltigkeit bvou youngs ter s 259 ein erster Überblick 302 273 236 die werbetrommel für o und u weiterbildung chirurgie 261 sponsoring zentrale notaufnahme der arbeitskreis notaufnahme der deutschen interdisziplinären vereinigung für intensiv und notfallmedizin hat ein curriculum für eine zertifizierte fortbildung interdisziplinäre notfallmedizin vorgelegt bedingungen und umfang offen legen 263 305 unkonventionelles denken ist gefragt orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013

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editorial bedarfspl anungs -richtlinie leistungsbeschränkung unzulässig 307 kpmg -report bvou den gordischen knoten durchschlagen mitgliederversammlung des bvou niedersachsen den patienten anfassen ­ den patienten begreifen 329 qualität und wirtschaftlichkeit im deutschen gesundheitswesen ko stenexplosion 309 331 mehr moral bitte 311 333 unterwegs humanitÄ rereins at z private rechtsschutz-versicherung was ist hier eigentlich versichert 336 neue mitglieder 314 338 unfallchirurgische nothilfe im jemen sÜdafrik a -fellowship der dgooc Änderungen der mandatsträger in den bvou-bezirken 339 land der grenzenlosen vielfalt 316 dgou zu den aktivitäten der weltgesundheitsorganisation 340 namen personalia wir gratulieren laudationes nachrufe 320 321 322 325 352 jahresbericht der ag psychosomatik neues von der afacot neue mitglieder 341 342 343 für sie gelesen für unsere mitglieder dgooc dgooc-kurs 2013 knie neue mitglieder 344 345 service/preise kursangebote kleinanzeigen 355 358 376 dgu kontroverses in der handchirurgie gelenkerhalt und gelenkersatz 346 aus amokläufen lernen neue mitglieder 347 350 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013

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impressum herausgeber für den berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie e v präsident helmut mälzer für die deutsche gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie e v generalsekretär prof dr med fritz uwe niethard für die deutsche gesellschaft für unfallchirurgie e v generalsekretär prof dr med hartmut siebert schriftleitung dgooc prof dr med fritz uwe niethard v.i.s.d.p geschäftsstelle dgooc luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 84 71 21 31 fax 0 30 84 71 21 32 e-mail funiethard@dgooc.de schriftleitung bvou prof dr med karsten dreinhöfer v.i.s.d.p abt orthopädie und unfallchirurgie medical park berlin humboldtmühle an der mühle 2 ­ 9 13507 berlin tel 0 30 30 02 40 92 12 fax 0 30 30 02 40 92 19 berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie e v vorstand präsident helmut mälzer berlin vizepräsident dr med andreas gassen düsseldorf vizepräsident prof dr med karsten dreinhöfer berlin schatzmeister dr med peter heppt erlangen vorstandsmitglied dr med helmut weinhart starnberg vorstandsmitglied prof dr med karl-dieter heller braunschweig vorstandsmitglied dipl med frank-ullrich schulz brandenburg generalsekretär der dgou prof dr med hartmut siebert schwäbisch hall geschäftsstelle des bvou straße des 17 juni 106­108 10623 berlin tel 0 30 79 74 44 44 fax 0 30 79 74 44 45 e-mail bvou@bvou.net www.bvou.net deutsche gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie geschäftsführender vorstand präsident und präsident der dgu prof dr reinhard hoffmann frankfurt/main stellv präsident und präsident der dgooc prof dr bernd kladny herzogenaurach deutsche gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie e v geschäftsführender vorstand präsident prof dr med bernd kladny herzogenaurach 1 vizepräsident prof dr med wolfram mittelmeier rostock 2 vizepräsidenten von dgu und dgooc 2 vizepräsident prof dr med henning windhagen prof dr bertil bouillon köln hannover prof dr henning windhagen hannover generalsekretär und generalsekretär der dgu prof dr hartmut siebert schwäbisch hall stellv generalsekretär und generalsekretär der dgooc prof dr fritz uwe niethard aachen schatzmeister prof dr werner e siebert kassel vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen beirat dr richard stange münster dr babak moradi heidelberg leiter des ausschusses versorgung qualität und sicherheit dr daniel frank düsseldorf leiterin des ausschusses bildung und nachwuchs prof h.c dr almut tempka berlin leiter des wissenschaftsausschusses prof dr dr h.c joachim grifka bad abbach vertreter des berufsverbandes der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie helmut mälzer berlin generalsekretär prof dr med fritz uwe niethard berlin schatzmeister prof dr med werner e siebert kassel präsident des berufsverbandes bvou helmut mälzer berlin leiter der ordinarienkonferenz prof dr dr h c joachim grifka bad abbach 2 vorsitzender des vlou prof dr med volker ewerbeck heidelberg geschäftsstelle der dgooc langenbeck-virchow-haus luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 84 71 21 31 fax 0 30 84 71 21 32 e-mail info@dgooc.de www.dgooc.de schriftleitung dgu prof dr med hartmut siebert joachim arndt geschäftsstelle der dgu luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 20 21 54 90 fax 0 30 20 21 54 91 e-mail hsiebert@office-sha.de redaktion jana ehrhardt-joswig tel 0 30 84 71 21 31 e-mail jana.ehrhardt@gmx.de verlag georg thieme verlag kg dr grit vollmer rüdigerstr 14 70469 stuttgart tel 07 11 89 31 617 fax 07 11 89 31 623 e-mail grit.vollmer@thieme.de verantwortlich für den anzeigenteil christine volpp thieme media pharmedia anzeigen und verlagsservice gmbh rüdigerstr 14 70469 stuttgart tel 07 11 89 31 603 fax 07 11 89 31 569 e-mail christine.volpp@thieme.de erscheinungsweise 6 x jährlich februar/april/juni/august oktober/dezember zur zeit gültiger anzeigentarif nr 17 vom 1 oktober 2012 issn 2193-5254 satz und layout georg thieme verlag kg druck grafisches centrum cuno gmbh co kg gewerbering west 27 39240 calbe deutsche gesellschaft für unfallchirurgie geschäftsführender vorstand präsident prof dr reinhard hoffmann frankfurt/main erster vizepräsident prof dr christoph josten leipzig zweiter vizepräsident prof dr bertil bouillon köln dritter vizepräsident prof dr michael nerlich regensburg generalsekretär prof dr hartmut siebert schwäbisch hall schatzmeister prof dr joachim windolf düsseldorf schriftführer und schriftleiter der website www.dgu-online.de prof dr andreas seekamp kiel geschäftsstelle der dgu luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 20 21 54 90 fax 0 30 20 21 54 91 e-mail office@dgu-online.de www.dgu-online.de vertreter des berufsverbandes deutscher chirurgen dr jörg-a rüggeberg bremen vertreter des jungen forums dr matthias münzberg ludwigshafen vorstand präsident prof dr stefan nehrer krems/Österreich 1 vizepräsident prim dr josef hochreiter linz/Österreich 2 vizepräsident prim dr peter zenz wien/Österreich generalsekretär univ prof dr alexander giurea wien Österreich kassierer prim univ prof dr karl knahr wien Österreich schriftführer prof dr catharina chiari wien/Österreich fachgruppenobermann dr rudolf sigmund oberwart/Österreich sekretariat der Ögo c/o wiener medizinische akademie alserstraße 4 a-1090 wien kontakt silvia konstantinou tel +43-1 405 13 83 21 fax +43-1 405 13 83 23 e-mail sk@medacad.org dgou-geschäftsstelle luisenstr 58/59 10117 berlin tel 030 20 21 54 80 fax 0 30 20 21 54 81 office@dgou.de www.dgou.de mitglied der arbeitsgemeinschaft la-med kommunikationsforschung im gesundheitswesen e v mitglied der informationsgesellschaft zur feststellung der verbreitung von werbeträgern e v mitglieder nebenstehender vereine erhalten die zeitschrift im rahmen der mitgliedschaft 238 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013

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nachrichten kurz und bündig diffamierungskampagne als ablenkungsmanöver in einer pressemitteilung prangert die deutsche gesellschaft für versicherte und patienten dgvp die überzogene kritik an den berufsgruppen und institutionen der medizinischen versorgung an aufgrund des wahljahres 2013 würden vermehrt vorwürfe über die übertriebene anzahl von operativen eingriffen laut die betrügerische abrechnung von leistungen durch krankenhäuser und ambulant tätige Ärzte werde angeprangert die fehlvergabe von organen medienwirksam aufgearbeitet und die qualität der pflege bemängelt dgvp-präsident wolfram-arnim candidus glaubt all die vorwürfe skandale und diffamierungen werden dazu genutzt um von den mangelhaften entscheidungen der politik und der kassen abzulenken es gibt gravierende mängel im system im wesentlichen bedingt durch das machtmonopol der politik und kassen das sehen bvou und dgou ähnlich und haben deshalb einen image-flyer in eigener sache herausgegeben siehe seite 244 foto efort schlaglichter vom efort-kongress 7.500 teilnehmer besuchten den kongress der european federation of national associations of orthopaedics and traumatology efort der vom 5 bis 8 juni 2013 in istanbul stattfand hier ein kleiner zusammenschnitt neuer zahlen die dort präsentiert wurden aktiver nach hüft-op der anteil der patienten die vor und nach einer hüftimplantation körperlich aktiv sind ist im letzten jahrzehnt um 14 prozent gestiegen das hat eine studie der genfer universitätsklinik gezeigt für die der lebensstil von über 2.900 patienten vor und von rund 1.600 patienten nach dem eingriff untersucht wurde so gaben menschen die zwischen 2000 und 2003 ein künstliches hüftgelenk bekamen fünf jahre nach der intervention zu 53 prozent an bewegungsmuffel zu sein bei den operierten der jahre 2004 bis 2011 waren es nur mehr 39 prozent rückenschmerzen bei kindern und jugendlichen nehmen zu neuere studien weisen für rückenschmerzen bei kindern und jugendlichen eine höhere häufigkeit aus als ältere wissenschaftliche arbeiten wie eine aktuelle meta-analyse zeigt es ist noch nicht ganz klar ob das eine tatsächliche zunahme der beschwerden widerspiegelt oder in erster linie ein verstärktes bewusstsein für das problem sagte dr teija lund orton orthopädisches krankenhaus helsinki in istanbul noch in den 1980-er jahren herrschte die lehrmeinung vor dass rückenschmerz bei kindern und jugendlichen nur als folge einer schwerwiegenden erkrankung auftreten würde epidemiologische studien weisen inzwischen allerdings nach dass rückenschmerzen in dieser altersgruppe ein weit verbreitetes phänomen sind mit prävalenzraten von bis zu 60 prozent berichtete dr lund große unterschiede in der knieendoprothetik die rate der knieprothesen-einsätze pro einwohner variiert laut einer internationalen vergleichsstudie der grazer universitätsklinik für orthopädie und orthopädische chirurgie zwischen 40 und 163 eingriffen pro 100.000 einwohnern am häufigsten wird die knie-tep in england dänemark norwegen und schweden eingebaut am seltensten in neuseeland australien und kanada auch bei den verankerungstechniken und den eingesetzten modellen gebe es große unterschiede als ursache werden die unterschiedlichen nationalen gesundheitssysteme vermutet quelle efort call for papers parallel zum deutschen kongress für orthopädie und unfallchirurgie findet am 22 oktober 2013 die 15 wissenschaftliche sitzung der deutsch-japanischen orthopädischen und unfallchirurgischen gesellschaft djou in den räumen der kaiserin-friedrich-stiftung in berlin statt bitte reichen sie abstract-vorträge der fachgebiete orthopädie und unfallchirurgie bis zum 31 juli 2013 ein beim präsidenten der djou deutsche seite prof dr jörg scholz meoclinic friedrichstr 71 10117 berlin e-mail joerg.scholz@meoclinic.de 0 30 20 94 41 14 qualitätsberichte jetzt jedes jahr der gemeinsame bundesausschuss gba hat beschlossen dass die krankenhäuser künftig jährlich einen qualitätsbericht veröffentlichen müssen statt wie bisher alle zwei jahre zudem müssen alle standorte eines krankenhauses einbezogen und bestimmte informationen über den stand der hygiene veröffentlicht werden unter anderem müssen die krankenhäuser differenziertere angaben zu den beschäftigten hygienefachkräften und der personalanzahl in den einzelnen fachabteilungen machen zugleich wird die anzahl der zu veröffentlichenden ­ auch infektionsbezogenen ­ qualitätsindikatoren und deren ergebnisse von insgesamt 182 auf 289 erneut deutlich erhöht um den bürokratischen aufwand zu verringern müssen die berichte nicht mehr zusätzlich im pdf-format eingereicht werden außerdem ist die abgabefrist verlängert worden die qualitätsberichte 2012 müssen bis zum 15 februar 2014 vorliegen statt wie bisher am 15 juli des folgejahres quelle gba vor sc hau der redaktionsschluss dieser ausgabe kollidierte mit dem efortkongress in der nächsten ausgabe folgt ein rückblick auf das europäische orthopäden und unfallchirurgentreffen in istanbul orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013 240

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nachrichten lehrvideos nun auch als publikation anerkannt die mediathek der deutschen und Österreichischen gesellschaft für chirurgie dgch hält chirurgische lehrvideos bereit diese filme können künftig in der zeitschrift für orthopädie und unfallchirurgie publiziert werden die mediathek hält unter www.mediathek-dgch.de über 400 qualitätsgeprüfte filme zu op-techniken und chirurgischen themen bereit gegen einen kleinen unkostenbeitrag können die filme bestellt oder online betrachtet werden ein online-stream kostet fünf euro für studierende ist das angebot gegen vorlage des studentenausweises kostenlos durch eine kooperation mit dem thieme verlag und der zeitschrift für orthopädie und unfallchirurgie zorthop dem offiziellen organ der deutschen gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie wird es ab dem deutschen kongress für orthopädie und unfallchirurgie im herbst 2013 möglich sein besonders herausragende filme in der zorthop in form eines zwei bis dreiseitigen manuskripts zu publizieren das zugehörige video wird allen lesern der zeitschrift und abonnenten der mediathek über die plattform der mediathek der dgch zur verfügung gestellt das abstrakt zu dieser videopublikation ist medline gelistet und der artikel in der zorthop impact factor zurzeit 0,6 als vollwertige publikation zitierfähig für jeden aufgenommenen film erhält autor ein honorar von 250 euro die filme erscheinen in der zorthop in einer eigenen rubrik sie werden wie andere artikel über manuscript central online http mc.manuscriptcentral.com/zorthop eingereicht und ebenso wie wissenschaftliche artikel einem peer-review durch mindestens zwei reviewer unterzogen nur wenn sie enge qualitätsmerkmale erfüllen werden sie zur publikation zugelassen pd dr stephan kersting dr gereon schiffer prof dr axel prokop von der chirurgische arbeitsgemeinschaft medien der deutschen gesellschaft für chirurgie cam der richtige schnitt einen ausführlichen bericht über die mediathek von dr gereon fischer finden sie in der oumn 5/2012 seite 530 der richtige schnitt nordrhein weiterbildungsbefugnis nun auch für alte orthopäden in der weiterbildung gehen konservative inhalte von orthopädie und unfallchirurgie verloren die Ärztekammer nordrhein steuert nun gegen und erteilt auch orthopäden alter prägung die weiterbildungsbefugnis die zusammenführung von orthopädie und unfallchirurgie zum gemeinsamen facharzt hat 2003 eine reihe von problemen mit sich gebracht die in den landesärztekammern unterschiedlich gehandhabt wurden ein spezifikum der landesärztekammer nordrhein war dass man die weiterbildungsbefugnis nur denjenigen erteilt hat die auch den neuen facharzttitel führen konnten das wiederum war vielen leitenden orthopäden akutkliniken und reha-kliniken aber auch niedergelassenen orthopäden verwehrt weil sie die geforderte zeit in einer unfallchirurgischen klinik verständlicherweise nicht erbringen konnten die folge war ein verlust von weiterbildungskompetenz in der konservativen orthopädie und unfallchirurgie der mehrfach in den oumn bemängelt wurde dass sich die chirurgisierung des faches ungünstig auswirkt ist nun offensichtlich die weiterbildung ist neben anderen auch ein faktor der die indikationsstellung zum therapeutischen vorgehen beeinflusst unter dem eindruck steigender operationszahlen ermöglicht daher die Ärztekammer nordrhein nun auch den alten orthopäden weiterbildung nach wbo vor 2003 den zugang zur weiterbildungsbefugnis für die vorwiegend konservativen inhalte des faches orthopädie und unfallchirurgie in der regel wird die befugnis für 12 monate ausgesprochen es ist wünschenswert dass sich möglichst viele leitende und niedergelassene kollegen dafür interessieren allein schon um die umfassende weiterbildung für o und u im verbundsystem zu gewährleisten prof dr fritz uwe niethard ko n ta k t anträge sind an die lÄk nordrhein dipl volksw karl-dieter menzel 02 11 43 02 22 20 tersteegenstr 9 40474 düsseldorf zu stellen orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013 241

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nachrichten generation pippi langstrumpf ­ auch im op eine drei chirurgen-generationen übergreifende studie des berufsverbandes der deutschen chirurgen bdc brachte es ans licht dem medizinischen nachwuchs sind eine attraktive arbeitsaufgabe und zeit für die familie mehr wert als die bezahlung vor diesem hintergrund werden familienfreundlichkeit und flexible arbeitszeitmodelle in praxen und kliniken immer wichtiger die neuen wollen spaß haben schnell voran kommen weniger zeit im job verbringen und nebenbei auch noch die welt retten die zeit wollen die auch arbeiten märz 2013 mit geld kann man sie jedenfalls nicht an sich binden nur jeder dritte der generation y würde für ein besseres finanzielles angebot den arbeitgeber wechseln wohl aber mit attraktiveren arbeitsaufgaben dafür würden 92 prozent wechseln betriebliche sozialleistungen sind für 67 prozent der baby-boomer wichtig in der generation y nur noch für 51 prozent eine gute ausstattung der sozialräume ist wiederum der hälfte der generation y wichtig bei den baby-boomern nur circa jedem dritten ein statussymbol wie ein dienstwagen hingegen ist für knapp 64 prozent der generation y interessant dauerbrenner work-life-balance ein wichtiges thema für die jungen ist die work-life-balance ­ das geben 67 prozent der generation y an aber nur 46 prozent der baby-boomer flexible arbeitszeitmodelle werden von 76 prozent der jungen hoch geschätzt die baby-boomer interessieren sich dafür weniger 53 prozent die familienfreundlichkeit einer klinik oder praxis bewerten 73 prozent der generation-y-chirurgen als wichtig aber nur 52 prozent der baby-boomer fast die hälfte der jungen chirurgen wünscht sich einen betriebskindergarten ein pünktliches arbeitsende ist knapp einem drittel der generation y wichtig bei den babyboomern interessiert das nur 15 prozent für die generation y gibt es ein leben außerhalb der klinik und das ist bei den baby-boomern und der generation x nicht so fasst ansorg die studienergebnisse zusammen der wunsch nach einer ausgeglichenen work-lifebalance sei jedoch nicht dahingehend zu verstehen dass die jungen leute mehr zeit fürs schwimmbad haben wollen sie möchten zeit mit ihren kindern verbringen und sich um pflegebedürftige angehörige kümmern können arbeitgeber müssten diese bedürfnisse beherzigen und unterstützen fügt prof geiger an die arbeitswelt hat sich verändert im kampf um qualifizierte mitarbeiter schneiden die unternehmen am besten ab die mitarbeitern entwicklungschancen einräumen und eine work-life-balance ermöglichen foto fotolia zwischen oktober 2012 und februar 2013 befragte prof margit geiger die den lehrstuhl für human ressource management an der hochschule bochum führt im auftrag des bdc insgesamt 2.640 chirurgen über ihre vorstellungen zur arbeitswelt die befragten gehörten drei generationen an den sogenannten baby-boomern die zwischen 1946 und 1964 geboren wurden und heute zwischen 49 und 68 jahren alt sind der generation x geboren zwischen 1965 und 1979 zwischen 34 und 48 jahren alt und der generation y geboren ab 1980 und heute jünger als 34 jahre in vielen fragen sind die unterschiede zwischen den generationen nicht so groß wie man vermuten könnte so sind image und ausstattung der klinik oder praxis allen drei generationen gleich wichtig auf einen sicheren arbeitsplatz legen die jungen genau so großen wert wie die älteren kollegen ebenso auf gute zusammenarbeit den meisten 63 prozent ist die trennung von arbeit und privatleben wichtig ­ diese aussage ist bei allen drei altersgruppen deckungsgleich das klischee dass alle chirurgen workaholics sind oder sich zumindest als solche betrachten wird widerlegt ­ das sagt nämlich nur ein knappes drittel über sich selbst doch bei der ausgestaltung des arbeitslebens klaffen die vorstellungen bei jung und alt weit auseinander während nur 62 prozent der baby-boomer auf die karriere-perspektiven schauen sind es bei der generation y 85 prozent dazu passt dass 91 prozent der nachwuchschirurgen angeben eine exzellente weiterbildung sei ein wichtiges kriterium für die auswahl des arbeitgebers bei den babyboomern denkt das nur die hälfte der chef bekommt wieder eine vorbildfunktion erläutert bdc-geschäftsführer jörg ansorg weiter der bdc biete train-thetrainer-kurse an um weiterbilder dabei zu unterstützen diese rolle auch auszufüllen noch werden diese kurse nicht sehr gut angenommen daran müssen wir arbeiten so ansorg denn wir dürfen die hochmotivierten jungen leute nicht verlieren jana ehrhardt-joswig 242 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013

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beha r fehle ungs ndl Ärzte gierige Überhöhte o p-zahlen scha dhaf te hü ftgel enke die Öffentlichkeit weidet sich an negativen schlagzeilen ob dies nun behandlungsfehler vermeintlich ärztliche gier oder korruptionsvorwürfe betrifft foto fotolia in eigener sache ein image-flyer für o und u orthopäden und unfallchirurgen werden in den medien seit jahren mit vorwiegend negativen schlagzeilen präsentiert in den letzten monaten vergeht kaum ein tag ohne neue zeitungsartikel und fernsehsendungen zu den unerfreulichen themen hohe operationszahlen für hüft und kniegelenksendoprothesen ­ behandlungsfehler ­ abrechnungsbetrug und bestechlichkeit in beiträgen des enthüllungsjournalismus und studien der krankenkassen werden diese themen mit zunehmender frequenz bearbeitet und die vorwürfe an unsere fachgruppe anschließend in talkshows gebetsmühlenartig wiederholt mit dem offensichtlichen ziel das in der bevölkerung immer noch sehr hohe ansehen des arztberufes zu schmälern und speziell unsere fachgruppe reif für weitere leistungskürzungen zu machen die reaktion unserer patienten kann man gut in einem satz zusammenfassen die Ärzte sind schlecht aber mein arzt ist gut nach meinung der vorstände des berufsverbandes und der wissenschaftlichen fachgesellschaft können wir uns eine passive haltung nicht länger leisten wenn wir zu einer Änderung der umstände kommen wollen erstaunlich ist die reaktion in unserer eigenen fachgruppe keine aufschreie diskussionen mit politikern und kassenfunktionären keine größer angelegten rechtfertigungsversuche gegenüber den patienten sondern im wesentlichen achselzucken und schweigendes erdulden offenbar in der hoffnung dass die kampagnen irgendwann einmal von selbst aufhören mögen kollegen werden demotiviert wesentlich verantwortlich für diese passive reaktion dürfte die getrübte stimmung der kollegen in den kliniken und 244 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013

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politik praxen sein die in ihrem arbeitsalltag den eigentlichen ärztlichen aufgaben in einem rigide geregelten umfeld nur noch eingeschränkt nachkommen können in den kliniken ist das arbeitspensum bei häufig dünner personaldecke infolge unzureichender drg-vergütung und nachwuchsmangel hoch und kollidiert mit den geänderten vorstellungen von der work-life-balance unzureichende vergütung Überstunden umfangreiche fort und weiterbildung in eigeninitiative und auf eigene kosten demotivieren die kollegen in der weiterbildung und sorgen für die bekannte abwanderungstendenz in das ausland in den praxen arbeiten die kollegen bei unverändert hohen fallzahlen und zunehmenden qualitätsvoraussetzungen für sinkende regelleistungsvolumina unter der androhung von regresszahlungen für heilmittel und medikamente gemeinsam erleben wir in praxis und klinik die veränderung des arbeitsalltags unter ökonomischen zwängen hin zu einer industrialisierten medizin mit hohen fallzahlen zu geringen kosten bei hohen qualitätsanforderungen und maximalem bürokratischen aufwand widerspruchslos helfen wir damit der politik und den krankenkassen leistungen zu rationieren für unsere patienten entsteht dabei fatalerweise der eindruck das billigere medikament oder die verweigerte verordnung von krankengymnastik seien dem sparwillen seines arztes geschuldet passivität bringt uns nicht weiter nach meinung der vorstände des berufsverbandes und der wissenschaftlichen fachgesellschaft können wir uns eine passive haltung nicht länger leisten wenn wir zu einer Änderung der umstände kommen wollen es ist notwendig den vorwürfen auf sachlicher ebene zu begegnen und die hintergedanken der urheber der kampagnen offen anzuspre den sollen auf keinen fall dürfen sich orthopäden und unfallchirurgen wie in der vergangenheit als sparkommissare der kassen betätigen die idee zu einem gemeinsamen imageflyer für orthopäden und unfallchirurgen in klinik und praxis entstand noch bevor die kassenärztliche bundesvereinigung ihre kampagne wir arbeiten für ihr leben gern und die krankenhausgesellschaften mit der aktion wir alle sind das krankenhaus starteten wegen der gezielten öffentlichen vorwürfe halten wir einen ergänzenden eigenen imageflyer unserer fachgruppe für unbedingt notwendig konzeptionell ist er inhaltlich und optisch bewusst als ergänzung der beiden vorgenannten initiativen zu sehen deutsche gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie chen dazu ist es gerade in einem wahljahr notwendig unsere forderungen an die politik klar zu artikulieren dies kann uns nur gelingen wenn wir die teilweise komplexen zusammenhänge unseren patienten plakativ verständlich machen und nachvollziehbare forderungen erheben in denen klargestellt wird dass wir dies nicht zu unserem eigennutz sondern im sinne unserer patienten tun die aufgrund des demografischen wandels immer weiter aufgehende schere zwischen den erforderlichen aufwendungen für eine qualitativ hochwertige behandlung und den finanziellen ressourcen muss angesprochen werden politik und kassen sollen klar stellung beziehen wie die probleme gelöst wer berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie machen sie mit wir bitten sie das gemeinsame anliegen von klinik und praxis durch aufhängen der plakate und auslage der flyer zu unterstützen je 20 flyer und 2 plakate liegen dieser ausgabe der oumn bei ebenso wie ein anschreiben zur erläuterung gespräche mit interessierten patienten und mit den politikern ihres wahlkreises wären eine perfekte ergänzung bestellungen bitte per e-mail unter angabe ihrer praxis klinikanschrift an bvou@bvou.net bitte in der betreffzeile angeben image-flyer o u orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013 245

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feueralarm die konferenz lief noch keine zehn minuten als alle teilnehmer ­ unter ihnen gesundheitsminister bahr ­ wegen eines feueralarmes die hertie school of governance verlassen mussten o ec d bericht die hütte brennt die fallzahlen im krankenhaus steigen trends und ursachen der mengenausweitung standen im mittelpunkt einer konferenz die das bundesgesundheitsministerium gemeinsam mit der organisation für wirtschaftliche entwicklung und zusammenarbeit oecd und der gesellschaft für versicherungswissenschaft und -gestaltung e.v gvg am 11 april 2013 veranstaltete deutschlands Ärzte sind op-rekordler so kommentierte jürgen graalmann vorsitzender des aok-bundesverbandes den oecd-bericht managing hospital volumes doch die wesentliche aussage der studie die im rahmen der konferenz mengenentwicklung im krankenhausbereich präsentiert wurde war eine andere dass die mengenentwicklung im deutschen krankenhauswesen besorgniserregend ist hatte der bundesgesundheitsminister schon akzeptiert als er die finanznot der krankenhäuser mit einer finanzspritze von 1,1 milliarde euro lindern musste dass sich die finanznot vorwiegend beim personal auswirkt und daher manchenorts die hütte brennt ist inzwischen auch beim patienten angekommen bahr war nicht mehr dabei als der bericht der oecd und in der anschließenden diskussion die wahren probleme dargestellt wurden es sei das drg-system das als ausschließliches vergütungssystem die krankenhäuser in einen ruinösen wettbewerb zwinge und mittelbar die mengenzunahme auslösen würde nach wie vor gebe es in deutschland zu viele krankenhäuser abb 2 zu viele krankenhausbetten abb 3 und mit dem wettbewerb einen anstieg der krankenhausleistungen abb 4 krankenhausleistungen nehmen über alle indikationen hinweg zu dazu gehören nicht nur steigende operationszahlen ­ schon gar nicht nur bei den muskuloskelettalen erkrankungen ­ son abb 2 krankenhäuser pro million einwohner 2010 oder letztes jahr für das zahlen vorliegen dern eine höhere inanspruchnahme von krankenausleistungen allgemein auch bei den kardiologischen interventionen herzkatheter koronarbypass ist deutschland weltmeister bei der inguinal und schenkelhernienoperation bei der brusterhaltenden chirurgie und sogar bei der stationären behandlung von krebserkrankungen man muss vermuten dass sich neuerdings die psychisch bedingten krankenhausaufenthalte an die spitze setzen obwohl sie in der studie nicht untersucht wurden abb 5 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013 246 fotos gvg

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politik der durch das drg-system ausgelöste preiswettbewerb treibt die krankenhäuser zu immer mehr leistungen und setzt das personal ­ nicht nur die Ärzte ­ unter druck was machen die anderen staaten was in deutschland nicht funktioniert die aussage der oecd ist deutlich in deutschland hat man nicht versucht die vorhandenen instrumente des drg-systems anmerkung des autors für eine prospektive budgetierung einzusetzen man verfügt zwar über die notwendigen einrichtungen und informationen um eine stärkere regulierung von leistungsmengen vorzunehmen doch ist dies in der praxis nicht der fall die erfahrungen aus anderen oecdstaaten legen nahe dass eine aktive regelung von preisen und mengen über das ganze jahr hand in hand gehen kann mit einem sehr guten zugang zu krankenhausleistungen die oecd kritisiert also dass in deutschland eine drg-basierte vergütung gilt in anderen ländern aber nur eine drg-basierte haushaltsplanung es ist also nicht die vermeintlich ausnahmslos hohe rate an hüft und kniegelenksendoprothesen die das problem mengenentwicklung beschreibt es ist der durch ein drg-system mit vollkommenheitsanspruch ausgelöste preiswettbewerb der die krankenhäuser zu immer mehr leistungen treibt und das personal ­ nicht nur die Ärzte ­ unter druck setzt wider die ökonomisierte medizin schreibt giovanni maio im editorial der forschung und lehre heft 4/2013 in seiner eröffnungsansprache machte auch bahr die mengenentwicklung und die daraus folgende arbeitsverdichtung zum hauptthema ­ wohl wahr denn selbst in vermeintlich besonders arztfreundlichen klinikketten kommt es inzwischen zum aufstand so haben 188 klinikärzte in berlin ihre opt-out-regelung gekündigt nachdem man personalschlüssel und die gehälter absenken wollte marburger bund zeitung ­ die hütte brennt prof dr fritz uwe niethard abb 3 krankenhausbetten pro 1000 einwohner 2010 oder letztes jahr für das zahlen vorliegen abb 4 anstieg der krankenhausleistungen in den letzten fünf jahren ausgewählte oecd-staaten prof dr fritz uwe niethard ist generalsekretär der deutschen gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie abb 5 immer mehr mit psychischen erkrankungen im krankenhaus zahl der krankenhausfälle je 1.000 versicherte mit diagnose orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013 247

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politik vsou jahres ta gung kostendämpfung beseitigt strukturprobleme nicht vsou-kongresspräsident dr hermann locher hat mit der special lecture parteien und kven im wahljahr am 2 mai 2013 ein neues format im kongresskalender eingeführt bundes und Ärztepolitik waren daher in baden-baden vertreten die lage der kassen dürfte auch im jahr 2014 noch komfortabel sein doch dann müsse wieder mit löchern gerechnet werden schilderte ulrike flach fdp parlamentarische staatssekretärin im bundesgesundheitsministerium kostendämpfung beseitigt keine strukturprobleme ­ dies bedeutet eine weitere gesundheitsreform ist unvermeidbar aus sicht der fdp würde diese aber keinesfalls die Überschrift bürgerversicherung tragen kurz einheitsversicherung die zweigliedrige versicherungslandschaft durch den wettbewerb geprägt muss erhalten bleiben so ulrike flach kritik übte sie koalitionsintern am umgang mit dem gesundheitsfonds der gesundheitsfonds ist keine spielmasse aus der man beliebig gelder herausschneiden kann kritisierte die politikerin den vorstoß des cdu-geführten finanzministeriums die zuschüsse zum fonds zu kürzen entweder finanzieren wir versicherungsfremde leistungen oder wir lassen es lothar riebsamen der cdu-bundestagsabgeordnete für den bodenseekreis war ein weiterer bundespolitiker der in baden-baden zu den orthopäden/unfallchirurgen sprach riebsamen hatte vor einigen jahren erste bundespolitische aufmerksamkeit erregt setzte er sich doch gegen oswald metzger durch ­ der war 2007 bei den baden-württembergischen grünen mit aplomb ausgetreten zuvor schon aus der spd und strebte das cdubundestagsmandat für den bodenseekreis an daraus wurde ­ offensichtlich ­ nichts den meisten Ärzten dürfte er mit seiner kritik an der abschaffung der kassengebühr als strukturelement einer eigenbeteiligung aus dem herzen gesprochen haben ­ abgelehnt wurde die gebühr vor allem wegen des namens die das patien ulrike flach fdp parlamentarische staatssekretärin im bmg der gesundheitsfonds ist keine spielmasse aus der man beliebig gelder herausschneiden kann entweder finanzieren wir versicherungsfremde leistungen oder wir lassen es ten-arzt-verhältnis unnötig trübte und der zusätzlichen arbeitsbelastung dritter im bunde aber geistig im bündnis mit den bundespolitikern war dr norbert metke vorsitzender der kassenärztlichen vereinigung baden-württemberg wir haben jetzt vier jahre hinter uns in denen die Ärzte seitens der regierenden nicht systematisch verunglimpft werden die korruptionsdebatte wurde von den kassen angezettelt und wird von ihnen laufend weiter befeuert ­ die politik musste darauf reagieren versorgungsstrukturgesetz und amnog sind richtungsweisend das gkv-versorgungsstrukturgesetz und das arzneimittelmarktneuordnungsgesetz amnog sieht norbert metke als richtungsweisend an wir beginnen aus den regressen und den richtgrößen auszusteigen seit dem amnog sind die arzneimittelpreise deutlich gesunken die richtgrößen sind aber gleich geblie ben ­ das hat die Ärzte entlastet das gkv-versorgungsstrukturgesetz habe die beratung vor regress und die zweijährige befristung der schadenssumme begrenzt auf jeweils 12.500 euro eingeführt in bawü haben nur sechs Ärzte einen arzneimittelregress bekommen hätten wir diese gesetzgebung nicht gehabt wären es 128 betroffene gewesen durch die neue gesetzgebung ist das regressrisiko um 90 prozent gesunken das gelte auch für den heilmittelbereich warum hinkt der großteil der endoprothesenpatienten weil sie bislang kein geld hatten die muskulatur aufzubauen aus der reha kommen die patienten mit guter beweglichkeit aber die ,kraft konnten sie nicht verordnen bei einem regelleistungsvolumen rlv von 32 euro und physiotherapiekosten von 25 euro das gehört jetzt der geschichte an so der kv-vorsitzende die staatssekretärin ulrike flach bat norbert metke sich für verträge nach kassenarten einzusetzen jetzt müssen wir für alle kassen einheitlich abschließen und da bremst die langsamste kasse die karawane aus das wäre endlich wettbewerb und würde ordentlich dampf reinlassen wie bereits andere funktionsträger richtete auch der kv-vorsitzende ­ von hause aus ebenfalls orthopäde unfallchirurg ­ einen apell an seine kollegen 40 prozent der Ärzte aus dem fachgebiet würden die rlv nicht abrufen drei bis vier millionen euro seien übrig ­ geld dass in andere töpfe fließen würde bitte nicht alles auf den ebm und seine pauschalierung schieben ­ 60 prozent rechnen ja danach ab daher sollte jeder den ebm nochmals lesen und vor allem anwenden joachim stier 248 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2013

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aus unserem fach vsou jahres ta gung ein kongress der lebensfreude vom 1 bis 4 mai fand in baden-baden die 61 jahrestagung der vereinigung süddeutscher orthopäden und unfallchirurgen statt mit seinem programm konnte kongresspräsident dr hermann locher circa 3.000 kolleginnen und kollegen in den schwarzwald locken 250 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten juni 2012

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