Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten 04/2012

 

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orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten · 3/12 efort-kongress in berlin honorarärzte in o und u zentrale notaufnahme

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editorial alexander beck würzburg ist stellvertretender leiter des ausschusses versorgung qualität und sicherheit der dgou daniel frank düsseldorf leitet den ausschuss versorgung qualität und sicherheit der dgou der ausschuss versorgung qualität und sicherheit der dgou unter neuer leitung eine frontal-21-sendung vom 3 juli 2012 braucht es nicht damit wir uns in der dgou unter anderem mit dem thema honorararzt objektiv und unter den derzeitigen umgebungsbedingungen auseinandersetzen diese reportage die hintergründe halb wahrheiten oder den investigativen journalismus zu werten würde den rahmen eines editorials allerdings sprengen einen kritischen kommentar zur sendung und zum thema finden sie in diesem heft ob sie dem zustimmen können positionspapier honorarärzte dgou und bvou haben unmittelbar im anschluss an die sendung mit einer gemeinsamen pressemitteilung reagiert um den sachverhalt zu klären dabei bot sich auch die gelegenheit unser positionspapier zum honorar und kooperationsarzt in o und u einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen sie finden das positionspapier in diesem heft und die pressemitteilung unter www.dgou.de de/presse/endoprothetische_versorgung_mit_falschem_tenor.html schon lange hat sich der arbeitskreis ambulante und stationäre versorgungsstrukturen leitung peter heppt karldieter heller und christoph ulrich im ausschuss für versorgung qualität und sicherheit der dgou mit diesem thema beschäftigt unser ausschuss bearbeitet viele solcher fragestellungen in diversen arbeitskreisen er hat sich vor allem aus dem ehemaligen berufsständischen ausschuss bsa der dgu gebildet und wurde unter reinhard hoffmann und dieter kohn in den neuen gemeinsamen dgou-ausschuss überführt der leiter des ausschusses hat sitz und stimme im geschäftsführenden vorstand gfv der dgou und trägt somit weit mehr verantwortung als vor jahren die bisherigen erfahrenen und langjährigen leiter schieden im frühjahr wegen der Übernahme anderer aufgaben aus zu ihren nachfolgern wählte der geschäftsführende vorstand mit einer amtszeit von drei jahren daniel frank als leiter und alexander beck zu seinem stellvertreter themen und mitglieder des ausschusses sowie die arbeitskreise bleiben bestehen da weiterhin genügend wichtige und aktuelle themen für die zukunft anstehen hier einige brennpunkte der arbeitskreis bg-heilverfahren leitung volker bühren wird sich um die auswirkungen der geänderten vorgaben der unfallversicherungsträger deutsche gesetzliche unfallversicherung für das berufsgenossenschaftliche heilverfahren kümmern und versuchen diese aus sicht der betroffenen darzustellen und gestalterisch tätig zu werden der arbeitskreis physician assistant unter federführung von reinhard hoffmann und andreas bonk hat gemeinsam mit der steinbeis-hochschule einen bachelor-studiengang eingerichtet um arzt-assistenten auszubilden die bei weiterbestehendem personalmangel teilweise routinearbeiten des arztes in weiterbildung übernehmen diesem soll damit für seine weiterbildung zum facharzt mehr zeit eingeräumt werden im wintersemester 2010 starteten die ersten neun bewerber sodass das neue modell noch über einen längeren zeitraum zu begleiten ist auch die drg-arbeitsgruppe frank schemmann und lutz mahlke wird nach wie vor aktiv daran arbeiten das g-drgsystem so zu optimieren dass die leistungen für die kliniken zumindest kostendeckend wenn auch nicht gewinnbringend abgebildet werden hauptziel in 2012 wird weiterhin die leistungsgerechte abbildung im system der polytraumabehandlung und der wechseleingriffe in der endoprothetik gemeinsam mit der drg-research-gruppe dem bvou und der ae sein zertifizierungen sind auch in orthopädie und unfallchirurgie mittlerweile ein tägliches diskussionsthema einerseits führen sie zu alleinstellungsmerkmalen für die kliniken die sich zertifiziert haben orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012 369

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editorial andererseits kosten sie sehr viel geld sodass hierdurch auch eine nachweisliche verbesserung der versorgung für den patienten gewährleistet sein muss ein neues und wichtiges aufgabengebiet wäre es jeweils vor einer von der dgou fachlich getragenen neuen zertifizierung deren zweck und benefit für den patienten zu belegen nahtlos an dieses thema schließt sich die aufgabenstellung des arbeitskreises generalist unter michael oberst an der ein thema bearbeitet das zukünftig mehr und mehr an bedeutung gewinnen wird er widmet sich der beantwortung der nicht ganz einfachen aber virulenten frage wie kann weiterhin gewährleistet werden dass zum einen die notfälle zum anderen wohnortnah die regel verletzungen und -erkrankungen in unserem fach bei zunehmender spezialisierung rund um die uhr kompetent versorgt werden weitere arbeitskreise befassen sich mit dem weißbuch konservative orthopä die und unfallchirurgie karsten dreinhöfer und den berufschancen unseres nachwuchses der sich zusätzlich zum facharzt in zusatzweiterbildungen ­ vor allem kinderorthopädie und spezielle orthopädische chirurgie ­ qualifizieren will rüdiger krauspe das führt uns zurück zur eingangs gestreiften thematik der mengenausdehnung ­ also des vorwurfes wir würden zu viel operieren ­ und der frage nach künftigem bedarf und planung der priorisierung von leistungen in unserem nicht nur operativ sondern auch konservativ ausgerichteten fach ein alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen chirurgischen fächern ­ wie lange noch ­ das wir hegen und pflegen sollten antworten darauf zu finden wird nur vereint mit den vertretern der selbstverwaltung möglich sein unsere aufgabe muss jedoch darin gesehen werden gemeinsam und mit allen verbänden und vereinen in unserem fach abgestimmte vorschläge vorzulegen besonderer dank und anerkennung gilt den beiden scheidenden ausschussvorsitzenden die über viele jahre hinweg extrem engagiert die aufgaben dieses ausschusses vorangetrieben haben sie hinterlassen uns einen ausschuss mit guten strukturen und eine umfangreiche sammlung wichtiger aufgaben die wir weiterhin zu stemmen haben wer interesse hat in diesem ausschuss mit seinen verschiedenen arbeitskreisen mitzuwirken ist herzlich eingeladen in zusammenarbeit mit unseren präsidenten und generalsekretären den mitgliedern des geschäftsführenden vorstandes der dgou sowie unseren ausschussmitgliedern werden wir versuchen auch in den folgenden jahren an der umsetzung dieser hier nur kursorisch dargestellten aufgaben mitzuwirken daniel frank düsseldorf alexander beck würzburg 370 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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editorial der ausschuss versorgung qualität und sicherheit der dgou unter neuer leitung 369 e s te s kon gr ess many ways one goal p ost t r au m at i sch ebelastun gss tÖ ru n g 400 trauma an der seele oft übersehen 402 impressum nachrichten efort kongress 2012 vom 23 bis 25 mai 2012 trafen sich die orthopäden und unfallchirurgen europas in berlin 374 awm f arbeit sk reis sitzung der Ärzte und juristen dieo rt h o pÄ dinnene .v 404 386 kurz und bündig 376 die orthopädinnen reisen und tagen 406 graduiertenschule für regenerative therapien baut ausbildungsprogramm aus 376 endoprothesenregister auf gutem weg qualität und sicherheit h Ü f t so nogra ph iebeisÄu glingen checklisten helfen fehler zu vermeiden 377 408 politik kommenta r recht und wirtschaft niedergel a ssene vertr agsÄ r zte frontal 21-sendung diffamiert unser fach nachdruck k v berlin korruptives verhalten nicht strafbar 378 ge se t ze sÄ n de ru n g 412 honorarärzte ab 2013 legalisiert 380 413 zuweisung gegen entgelt neudefinition polytrauma welche kriterien ein polytrauma ausmachen schrieb eine expertengruppe im mai 2012 bei einer konsensuskonferenz fest 398 dgoup os itions pa pi e r unterwegs 383 deutsche rheuma -lig a honorarärzte in orthopädie und unfallchirugie aus unserem fach efo rt kon g r e ss 2 0 1 2 erfolgreicher auftakt der aktiv-tour 2012 414 namen 386 personalia wir gratulieren 389 nachrufe 418 416 417 wir sprechen mit einer stimme interv ie w wir konnten aus dem vollen schöpfen emsa um die lebensqualität in europa zu verbessern koo pe r ati o n 392 für sie gelesen für unsere mitglieder kursangebote 484 fachbeirat technische orthopädie gegründet zentr ale notaufnahme 393 487 504 hüftsonografie bei säuglingen nicht alle untersucher beherrschen ihr sonografisches handwerk checklisten helfen fehler zu vermeiden 408 curriculum interdisziplinäre notfallmedizin in arbeit verlet zu n gs k l a ss i f izi e ru n g 396 kleinanzeigen neue definition des polytraumas 398 372 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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bvou aktion orthofit zeigt her eure füße wählen sie mit aus der praxis für die praxis bvou youngsters mit erfolg heilmittel richtig verordnen kamera aus weiße weste anbehalten rheumasymposium händewaschen nicht vergessen facharztvorbereitungskurs 2012 warum eine private unfallversicherung neue mitglieder Änderung der mandatsträger in den bvou-bezirken neue kompetznetze nachruf 421 422 422 423 424 dgou einladung zur mitgliederversammlung 2012 434 dgooc einladung zur mitgliederversammlung 2012 beitragszahlung in den fachgesellschaften jahresbericht der sektion osteologie jahresbericht der sektion orthopädie-technik und orthopädie-schuhtechnik dgooc-studentenstipendien 2012 sind vergeben neue mitglieder 444 445 forum nso 461 wahlvorschläge für nichtständigen beirat 2013-2015 434 beschlussvorlage beitragsordnung ab 2013 435 prävention funktioniert jahresbericht der arbeitsgemeinschaft endoprothetik 436 461 462 463 425 438 426 428 die dgorh schnittstellenspezialist 442 2 dgorh-intensiv-meeting in bremen jahresbericht der ag lehre jahresbericht der sektion arthroskopie jahresbericht der ag intraoperative bildgebung und technologie integration agitec jahresbericht der sektion handund mikrochirurgie jahresbericht der sektion sportorthopädie-sporttraumatologie jahresbericht der sektion schulter und ellbogen jahresbericht der vereinigung für kinderorthopädie für 2011/2012 die deutsch-japanische orthopädische und unfallchirurgische gesellschaft forschung in netzwerken afacot 2012 neue mitglieder 465 468 469 429 432 dgu bericht des präsidenten bericht aus der präsidiumssitzung 470 471 446 432 432 432 448 einladung zur mitgliederversammlung 2012 beitragszahlung dgu 473 473 449 450 anlage kandidaten für die wahl zum nichtständigen beirat der dgu 2013 2015 474 bericht aus dem programmausschuss bericht aus dem grundsatzausschuss der dgu 451 476 455 477 bericht der kommission gutachten 480 456 457 458 460 sektionsbericht kindertraumatologie neue mitglieder 482 483 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012 373

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impressum herausgeber für den berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie e v präsident helmut mälzer für die deutsche gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie e v generalsekretär prof dr med fritz uwe niethard für die deutsche gesellschaft für unfallchirurgie e v generalsekretär prof dr med hartmut siebert schriftleitung dgooc prof dr med fritz uwe niethard v.i.s.d.p geschäftsstelle dgooc luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 84 71 21 31 fax 0 30 84 71 21 32 e-mail funiethard@dgooc.de schriftleitung bvou prof dr med karsten dreinhöfer v.i.s.d.p abt orthopädie und unfallchirurgie medical park berlin humboldtmühle an der mühle 2 ­ 9 13507 berlin tel 0 30 30 02 40 92 12 fax 0 30 30 02 40 92 19 berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie e v vorstand präsident helmut mälzer berlin vizepräsident dr med andreas gassen düsseldorf vizepräsident prof dr med karsten dreinhöfer berlin schatzmeister dr med peter heppt erlangen vorstandsmitglied dr med helmut weinhart starnberg vorstandsmitglied prof dr med karl-dieter heller braunschweig vorstandsmitglied dipl med frank-ullrich schulz brandenburg generalsekretär der dgou prof dr med hartmut siebert schwäbisch hall geschäftsstelle des bvou kantstr 13 10623 berlin tel 0 30 79 74 44 44 fax 0 30 79 74 44 45 e-mail bvou@bvou.net www.bvou.net deutsche gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie geschäftsführender vorstand präsident und präsident der dgooc prof dr wolfram mittelmeier rostock stellv präsident und präsident der dgu prof dr christoph josten leipzig deutsche gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie e v geschäftsführender vorstand präsident prof dr med wolfram mittelmeier rostock 1 vizepräsident prof dr med dieter kohn homburg saar 2 vizepräsidenten von dgu und dgooc 2 vizepräsident prof dr med bernd kladny prof dr reinhard hoffmann herzogenaurach frankfurt/main prof dr bernd kladny herzogenaurach generalsekretär prof dr med fritz uwe niethard berlin generalsekretär und generalsekretär der dgu prof dr hartmut siebert schwäbisch hall schatzmeister prof dr med werner e siebert kassel stellv generalsekretär und präsident des berufsverbandes bvou generalsekretär der dgooc helmut mälzer berlin prof dr fritz uwe niethard aachen schatzmeister prof dr werner e siebert kassel vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen beirat dr kai dragowsky berlin leiter des ausschusses versorgung qualität und sicherheit dr daniel frank opladen leiterin des ausschusses bildung und nachwuchs prof h.c dr almut tempka berlin leiter des wissenschaftsausschusses prof dr dr h.c joachim grifka bad abbach vertreter des berufsverbandes der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie helmut mälzer berlin leiter der ordinarienkonferenz prof dr med joachim grifka bad abbach 2 vorsitzender des vlou prof dr med volker ewerbeck heidelberg geschäftsstelle der dgooc langenbeck-virchow-haus luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 84 71 21 31 fax 0 30 84 71 21 32 e-mail info@dgooc.de www.dgooc.de schriftleitung dgu prof dr med hartmut siebert joachim arndt geschäftsstelle der dgu luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 20 21 54 90 fax 0 30 20 21 54 91 e-mail hsiebert@office-sha.de redaktion jana ehrhardt-joswig tel 0 30 84 71 21 31 e-mail jana.ehrhardt@gmx.de verlag georg thieme verlag kg kathrin jürgens rüdigerstr 14 70469 stuttgart tel 07 11 89 31 617 fax 07 11 89 31 623 e-mail kathrin.juergens@thieme.de verantwortlich für den anzeigenteil christine volpp thieme media pharmedia anzeigen und verlagsservice gmbh rüdigerstr 14 70469 stuttgart tel 07 11 89 31 603 fax 07 11 89 31 569 e-mail christine.volpp@thieme.de erscheinungsweise 6 x jährlich februar/april/juni/august oktober/dezember zur zeit gültiger anzeigentarif nr 16 vom 1 oktober 2011 issn 2193-5254 satz und layout georg thieme verlag kg druck grafisches centrum cuno gmbh co kg gewerbering west 27 39240 calbe deutsche gesellschaft für unfallchirurgie geschäftsführender vorstand präsident prof dr christoph josten leipzig erster vizepräsident prof dr tim pohlemann homburg/saar zweiter vizepräsident prof dr reinhard hoffmann frankfurt/main dritter vizepräsident prof dr bertil bouillon köln generalsekretär prof dr hartmut siebert schwäbisch hall schatzmeister prof dr joachim windolf düsseldorf schriftführer und schriftleiter der website www.dgu-online.de prof dr andreas seekamp kiel geschäftsstelle der dgu luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 20 21 54 90 fax 0 30 20 21 54 91 e-mail office@dgu-online.de www.dgu-online.de vertreter des berufsverbandes deutscher chirurgen dr jörg-a rüggeberg bremen vorstand präsident prof dr stefan nehrer krems/Österreich 1 vizepräsident prim dr josef hochreiter linz/Österreich 2 vizepräsident prim dr peter zenz wien/Österreich generalsekretär univ prof dr alexander giurea wien Österreich kassierer prim univ prof dr karl knahr wien Österreich schriftführer prof dr catharina chiari wien/Österreich fachgruppenobermann dr rudolf sigmund oberwart/Österreich sekretariat der Ögo c/o wiener medizinische akademie alserstraße 4 a-1090 wien kontakt silvia konstantinou tel +43-1 405 13 83 21 fax +43-1 405 13 83 23 e-mail sk@medacad.org dgou-geschäftsstelle luisenstr 58/59 10117 berlin tel 030 20 21 54 80 fax 0 30 20 21 54 81 office@dgou.de www.dgou.de mitglied der arbeitsgemeinschaft la-med kommunikationsforschung im gesundheitswesen e v mitglied der informationsgesellschaft zur feststellung der verbreitung von werbeträgern e v mitglieder dieser vereine erhalten die zeitschrift im rahmen der mitgliedschaft 374 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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nachrichten kurz und bündig bundesselbsthilfeverband für osteoporose feiert 25-jähriges jubiläum die osteoporose zählt laut der weltgesundheitsorganisation who zu den zehn wichtigsten erkrankungen weltweit trotzdem wird sie von weiten teilen der bevölkerung als alterserkrankung abgetan obwohl bereits junge menschen daran erkranken können 25 prozent aller frauen nach der menopause sind von einer osteoporose betroffen berichtete dr jutta semler vorsitzende des kuratoriums knochengesundheit auf der jubiläumsveranstaltung zum 25-jährigen bestehen des bfo in frankfurt/main und nur ein fünftel der erkrankten werde richtig diagnostiziert das sei eine enorme gesellschaftliche und ökonomische herausforderung die kosten für die behandlung einer osteoporose sind so hoch wie die von herzinfarkt und schlaganfall zusammengenommen betonte prof dr johannes pfeilschifter chefarzt des alfried krupp krankenhauses in essen und mitglied im wissenschaftlichen beirat des bfo die präsidentin des bfo birgit eichner betonte dass sich der 16.000 mitglieder starke verband weiterhin für die osteoporose-betroffenen einsetzen werde bfo an der berlin-brandenburg-schule für regenerative therapien wird die regeneration von knochen und muskeln erforscht graduiertenschule für regenerative therapien baut ausbildungsprogramm aus mit der berlin-brandenburg schule für regenerative therapien bsrt wird im rahmen der exzellenzinitiative eine graduiertenschule mit einem muskuloskeletalen schwerpunkt für weitere fünf jahre bis 2017 gefördert die graduiertenschule ist 2007 aus einer gemeinsamen initiative der charité ­ universitätsmedizin berlin der humboldt-universität zu berlin und der freien universität berlin entstanden neben dem immun und herzkreislaufsystem ist die regeneration von knochen und muskeln einer der großen forschungsschwerpunkte der schule doktorandinnen und doktoranden aus den bereichen der medizin der natur der material und der ingenieurwissenschaften untersuchen wie gewebe und organe regeneriert und geheilt werden können deren heilung durch alterungsprozesse krankheiten traumata oder angeborene anomalien beeinträchtigt sind die jungen wissenschaftler versuchen dabei die regenerationsmechanismen des bewegungsapparates bis hin zur zellebene zu verstehen das ziel ist es lösungsansätze zu finden die das natürliche heilungspotenzial des körpers unterstützen durch die enge verzahnung zwischen grundlagenforschung und klinischer anwendung können die gewonnenen forschungserkenntnisse rasch in neue therapien umgesetzt werden viele anwendungen konnten so schon im centrum für muskuloskeletale chirurgie der charité ­ universitätsmedizin berlin realisiert werden mit der förderung der bsrt in der zweiten runde der dfg exzellenzinitiative will die graduiertenschule ihr programm noch weiter ausbauen im mittelpunkt steht dabei besonders die spezielle förderung von klinikern in der wissenschaft clinical scientists quelle berlin-brandenburg schule für regenerative therapien bsrt praxistipps zur patientensicherheit seit 2009 veröffentlicht der bdc in seinem verbandsorgan passion chirurgie regelmäßig artikel zum klinischen risikomanagement praxisnah werden darin die unterschiedlichsten ursachen von behandlungsfehlern oft verdeutlicht durch statistiken zu schadenhäufigkeiten geschildert immer geht es auch um strategien zur aktiven fehlervermeidung kritische ereignisse in der patientenversorgung werden beschrieben analysiert und bewertet ergänzt durch juristische stellungsnahmen und praktische hinweise zur risikobewältigung diese safety clips aus den fachgebieten organisation und haftung strategisches risikomanagement diagnose und behandlungsfehler psychologie und kommunikation erscheinen jetzt gebündelt in themenheften ausgabe 1 enthält beiträge zu organisation und haftung und zum strategischen risikomanagement bdc gender-curriculum für medizinstudierende in ulm männer werden anders krank als frauen trotzdem ist die geschlechterdifferenzierte medizin noch nicht ausreichend bekannt und akzeptiert an der universität ulm soll sich das nun ändern ab dem kommenden wintersemester soll gendermedicine also geschlechterspezifische medizin einzug in den stundenplan der angehenden Ärztinnen und Ärzte halten das integrierte curriculum gender medicine wird ab dem wintersemester 2012/13 pflichtbestandteil des studienplans für erstsemester generell stehen die veranstaltungen allen medizinstudierenden offen besonders interessierte können zusätzliche vorlesungen oder seminare aus dem themenbereich belegen und so im laufe ihrer ausbildung die schlüsselqualifikation genderkompetenz erwerben die lehrveranstaltungen werden durch zusätzliche angebote auf der online-lernplattform moodle der medizinischen fakultät ergänzt red 376 bild adimas/fotolia zum weiterlesen mehr informationen finden sie im internet unter www.bsrt.de orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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nachrichten endoprothesenregister auf gutem weg die initiatoren des endoprothesenregisters deutschland eprd arbeiten derzeit mit volldampf daran letzte datenschutzrechtliche anforderungen wie die einrichtung einer vertrauensstelle umzusetzen erklärte eprd-geschäftsführer prof joachim hassenpflug bei einer anhörung vor dem gesundheitsausschuss des deutschen bundestages in berlin hassenpflug alle vorbereitungen sind getroffen der probebetrieb mit realdaten soll nun im vierten quartal 2012 aufgenommen werden danach kann es dann richtig mit der arbeit losgehen erste erfahrungen seien etwa zwei jahre nach dem start zu erwarten seine volle leistungsfähigkeit werde das register nach einer laufzeit von fünf bis sieben jahren erreichen bereits jetzt haben dem eprd-geschäftsführer zufolge schon mehrere hundert kliniken darunter auch große klinikketten ihr interesse an einer teilnahme bekundet obwohl die datenerhebung noch gar nicht begonnen hat aktuell habe das register nach umfangreichen vorarbeiten in mehreren kliniken mit einer testphase zum prüfen der datenwege und -abgleichungen begonnen die teilnahme am eprd ist für kliniken und patienten freiwillig der umfangreiche datenpool des eprd gestattet es künftig die ursachen für einen eventuellen misserfolg bei einem endoprothesen-eingriff leichter als bisher aufzuschlüsseln es ist dann einfacher zu erkennen ob die verwendeten implantate das operative vorgehen oder patientenspezifische merkmale für die erneute operation verantwortlich sind insgesamt erhöht sich die patientensicherheit so hassenpflug an allen stellen werden ausschließlich pseudonymisierte daten verwendet und den datenschutzrechtlichen fragestellungen wird umfassend rechnung getragen quelle eprd hintergrund prof dr joachim hassenpflug der direktor der orthopädischen universitätsklinik kiel ist geschäftsführer des eprd ­ hier aufgenommen beim gesundheitsforum stuttgart im märz 2012 das eprd ist eine initiative der deutschen gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie dgooc des verbandes der ersatzkassen e v vdek des aok-bundesverbandes des bundesverbandes medizintechnologie bvmed und des bqs instituts für qualität und patientensicherheit bqs-institut als gemeinnützige gmbh und 100-prozentige tochter der dgooc ist das endoprothesenregister deutschland ausschließlich wissenschaftlichen grundsätzen verpflichtet und garantiert die unabhängigkeit und neutralität der auswertungen das eprd ist offen für weitere beteiligte etwa andere krankenkassen ziel des registers ist es wichtige daten über künstliche hüft und kniegelenke zu erfassen ­ angefangen vom zeitpunkt des protheseneinbaus über die art der prothese und ihre einzelnen bestandteile bis hin zu einem eventuell notwendigen auswechseln des kunstgelenks foto kovalenko bvmed bilderpool orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012 377

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fÜr bvou und dgou dr peter heppt vorstand bvou helmut mälzer dr andreas gassen kongresspräsident bvou präsident bvou prof wolfram mittelmeier präsident dgou prof hartmut siebert generalsekretär dgou ko mmen ta r frontal 21-sendung diffamiert unser fach die frontal 21-sendung des zdf thematisierte in seiner sendung vom 3 juli 2012 die fallzahlsteigerung bei endoprothesenimplantationen die angebliche bestechlichkeit von Ärzten erpressung von kliniken und zuweisungszahlungen an niedergelassene Ärzte zuschauer konnten den eindruck bekommen dass tausende patienten unnötig endoprothesen implantiert bekommen um die bestechungs und erpressungsmodelle niedergelassener Ärzte bedienen zu können die orthopädischen und unfallchirurgischen fachgesellschaften und berufsverbände fühlen sich pauschal diffamiert hier ihr kommentar am tag nachdem die deutsche gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie dgou das gemeinsam mit dem berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie bvou und dem verband leitender orthopäden und unfallchirurgen vlou erstellte positionspapier zum thema honorarärzte versandt hatte wurde im zdf magazin frontal 21 ein beitrag zum thema ausgestrahlt mit einer geschickten aneinanderreihung von halb und unwahrheiten vermutungen anonymen mitteilungen Übertreibungen und verdächtigungen wurden sowohl die berufgruppe der niedergelassenen orthopäden und unfallchirurgen als auch die in der klinik tätigen leitenden Ärzte in dieser sendung des zdf pauschal diffamiert in diesem beitrag wurden die themen fallzahlsteigerung bei endoprothesenimplantationen bestechlichkeit von Ärzten erpressung von kliniken und zuweisungszahlungen an niedergelassene Ärzte wie vice versa so verknüpft dass zuschauer den eindruck vermittelt bekamen tausende patienten würden unnötig endoprothesen implantiert bekommen um die bestechungs und erpressungsmodelle niedergelassener Ärzte bedienen zu können es darf bezweifelt werden dass verunsicherte patienten zwischen den kollegen in klinik und praxis differenzieren dem fach orthopädie und unfallchirurgie ist durch diesen beitrag in frontal 21 großer schaden entstanden die durch die öffentliche diskussion um überhöhte implantationszahlen für endoprothesen ohnehin verunsicherten patienten werden orthopäden und unfallchirurgen mit wachsender skepsis begegnen da sie befürchten müssen zum opfer wirtschaftlicher interessen zu werden fachgesellschaft und berufsverband raten deshalb bei angeboten einer finanziellen oder einer wie auch immer gearteten bonusleistung die jeweils zuständige Ärztekammer sofort zu informieren damit diese form der bestechung öffentlich gemacht und so eher unterbunden wird wir bitten betroffene kolleginnen und kollegen auch uns davon zu unterrichten die statements von herrn prof grifka als vertreter der orthopäden und unfallchirurgen und herrn dr walter schäfer als vertreter des vlou wurden verkürzt und aus dem zusammenhang genommen wiedergegeben um der tendenziösen berichterstattung eine art glaubwürdigkeit zu verleihen es stellt sich daher die grundsätzliche frage ob es nicht sinnvoller ist stellungnahmen für sogenannte investigativformate grundsätzlich abzulehnen dies gilt insbesondere da diese formate keine freigaberegelung haben es ist offensichtlich dass es in derartigen formaten nicht um sachaufklärung geht sondern eine unsachgemäße art von sensationsjournalismus betrieben wird den es bislang vornehmlich in der sogenannten yellow press gab ob es sich hier eventuell sogar um durch interessengruppen getriggerte themen handelt kann nicht ausgeschlossen werden für eine versachlichung der diskussion wir setzen auf eine strukturierte sachliche auseinandersetzung wie sie mit dem gemeinsamen eckpunktepapier zu dem thema honorar kooperationsarzt beispielhaft gelungen ist mit konstruktiver sacharbeit können wir derartigen verunglimpfungen seriöse sachargumente entgegensetzen die auch in der politik und der seriösen presselandschaft anerkennend wahrgenommen werden unterstützen sie uns dabei 378 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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politik 10 titelthema kv-blatt 07.2012 kv-blatt 07.2012 titelthema die kassen und die zuweisung gegen entgelt krankenkassen geben sich gerne als die saubermänner der nation sie führen das schwert gegen abrechnungsbetrug und das große wort gegen korrupte Ärzte wider die korruption lautete das jüngste zur aufführung gebrachte stück es ging um die selbsteinschätzung von Ärzten in sachen zuweisung gegen entgelt abgründe tun sich da nach lesart des gkv-spitzenverbandes auf doch jetzt gibt es hinweise wonach es die krankenkassen mit ihren eigenen moralischen grundsätzen selbst nicht so genau nehmen hiervon und darüber wie ein regionaler kassenverband mit einer erfolgsmeldung in sachen betrugsbekämpfung die Öffentlichkeit hinters licht führte handeln die nachstehenden beiträge hände waschen nicht vergessen foto da vinci design von reinhold schlitt zuweisung gegen entgelt ­ die vom krankenkassen-spitzenverband gkvspitzenverband bund angeforderte und bezahlte studie der universität hallewittenberg sorgte im mai ­ pünktlich zum 115 deutschen Ärztetag ­ für schlagzeilen je nach gemengelage so die interpretationen der auftraggeber handelt es sich bei zuweisungen gegen geld u Ä schlichtweg um einen schwerwiegenden verstoß gegen die ärztliche berufsordnung und wenn s ganz dicke kommt auch um eine moralische sauerei möchte man hinzufügen jedenfalls dürfte ein patient stinksauer darüber sein in einem krankenhaus zu landen das ihm sein arzt nur deswegen empfohlen hat weil er dafür eine kopfprämie bekommt und weil vermutlich die meisten patienten so denken konnten die akteure auf der kassenseite auch relativ sicher sein mit einer veröffentlichung der studie einen medialen volltreffer zu landen eins zu null für die presseabteilung des obersten kassenverbandes hieß es dann auch anerkennend in der pressestelle eines Ärzteverbandes die sache war taktisch genial gestrickt damit war allerdings nicht die universitäre studie selbst gemeint die liefert vermutlich nur das wonach ihre auftraggeber haben fragen lassen und der autor prof kai d bussmann konstatiert auch unmissverständlich dass die untersuchung überwiegend resultate der selbsteinschätzung befragter zur grundlage hat das wesentliche ergebnis der empirischen studie ist die selbsteinschätzung von niedergelassenen Ärzten leitenden mitarbeitern stationärer einrichtungen und von nichtärztlichen leistungserbringern gleichwohl was da an selbsteinschätzender empirie geliefert wurde hatte das zeug für medialen zündstoff und darf allemal als idealer nährboden für die these vom ultimativen untergang ärztlicher sitte und moral gesehen werden empörung auf dem Ärztetag war einkalkuliert viele medien haben auch hingehört wie die mit adressaten dieser studie die delegierten des zum zeitpunkt der präsentation tagenden 115 deutschen Ärztetages in nürnberg darauf nachdruck k v berlin zuweisung gegen entgelt krankenkassen geben sich gerne als die saubermänner der nation sie führen das schwert gegen abrechnungsbetrug und das große wort gegen korrupte Ärzte wider die korruption lautete das jüngste zur aufführung gebrachte stück es ging um die selbsteinschätzung von Ärzten in sachen zuweisung gegen entgelt abgründe tun sich da nach lesart des gkv-spitzenverbandes auf doch jetzt gibt es hinweise wonach es die krankenkassen mit ihren eigenen moralischen grundsätzen selbst nicht so genau nehmen ein gekürzter nachdruck aus dem kv-blatt berlin zuweisung gegen entgelt ­ die vom krankenkassen-spitzenverband gkv-spitzenverband bund angeforderte und bezahlte studie der universität halle-wittenberg sorgte im mai ­ pünktlich zum 115 deutschen Ärztetag ­ für schlagzeilen je nach gemengelage so die interpretationen der auftraggeber handelt es sich bei zuweisungen gegen geld u ä schlichtweg um einen schwerwiegenden verstoß gegen die ärztliche berufsordnung und wenn s ganz dicke kommt auch um eine moralische sauerei möchte man hinzufügen jedenfalls dürfte ein patient stinksauer darüber sein in einem krankenhaus zu landen das ihm sein arzt nur deswegen empfohlen hat weil er dafür eine kopfprämie bekommt und weil vermutlich die meisten patienten so denken konnten die akteure auf der kassenseite auch relativ sicher sein mit einer veröffentlichung der studie einen medialen volltreffer zu landen die sache war taktisch genial gestrickt damit war allerdings nicht die univer sitäre studie selbst gemeint die liefert vermutlich nur das wonach ihre auftraggeber haben fragen lassen und der autor prof kai d bussmann konstatiert auch unmissverständlich dass die untersuchung überwiegend resultate der selbsteinschätzung befragter zur grundlage hat das wesentliche ergebnis der empirischen studie ist die selbsteinschätzung von niedergelassenen Ärzten leitenden mitarbeitern stationärer einrichtungen und von nichtärztlichen leistungserbringern gleichwohl was da an selbsteinschätzender empirie geliefert wurde hatte es das zeug für medialen zündstoff und darf allemal als idealer nährboden für die these vom ultimativen untergang ärztlicher sitte und moral gesehen werden empörung auf dem Ärztetag war einkalkuliert delegierten des zum zeitpunkt der präsentation tagenden 115 deutschen Ärztetages in nürnberg darauf reagiert haben empörung allenthalben üble stimmungsmache und der versuch die Ärzteschaft im zuge des von der spd-bundestagsfraktion vorgelegten gesetzentwurfs zur bekämpfung der korruption madig zu machen war da zu vernehmen wie stichhaltig das alles ist nichts genaues weiß man nicht aber in der gesamtschau auf die jüngste pressearbeit vieler krankenkassen zeigt sich dass nach einer längeren pause abrechnungsbetrug und korruption jetzt wieder sehr gehäuft thematisiert werden wie auch immer der gkv-spitzenverband dürfte darauf gesetzt haben dass das vermeintliche oder tatsächliche skandalpotenzial seine mediale wirkung nicht verfehlen würde bundesärztekammerpräsident frank-ulrich montgomery und kbv-chef andreas köhler forderten nach der veröffentlichung der krankenkassen-studie unter viele medien haben auch hingehört wie die mit adressaten dieser studie die 380 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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politik dem beifall ihrer zuhörer harte fakten statt pauschaler verurteilung eine nachvollziehbare reaktion aber keine die verhindern konnte dass sie in der berichterstattung letztlich als getriebene wirkten krankenkassen als mitwisser und profiteure nachzulesen ist dass der gkv-spitzenverband die interpretation seiner auftragsstudie zum thema zuweisung gegen entgelt mit dem grundsatz verbunden hat dass eigentlich jede form von zuweisung gegen entgelt oder entgeltversprechen wie die juristen sagen moralisch fragwürdig ist o-ton gernot kiefer vom vorstand des gkv-spitzenverbandes bund schließlich müssen patienten sicher sein dass ausschließlich medizinische und nicht monetäre gründe für den arzt wichtig sind wenn er an einen kollegen eine klinik oder an einen heilmittelerbringer überweist Ärztliche berufsgruppenvorsitzende haben auf kv-blatt-nachfragen gleich mehrfach bestätigt dass es zuweisungen gegen entgelt massenweise in verträgen zur integrierten versorgung nach § 140a sgb v gibt gängige inhalte geld gibt es für eine plumpe zuweisung von Ärzten an Ärzte sofern bestimmte diagnosen etwa für ambulante operationen gegeben sind die optional begünstigten zuweiser müssen selbst nicht einmal an einem iv-vertrag beteiligt sein dürfen aber wiederum nur patienten bestimmter krankenkassen zuweisen geld gibt es auch für Ärzte die patienten in bestimmte krankenhäuser einweisen gezahlt wird in solchen fällen beispielsweise entweder eine solo-zuweiserprämie oder eine kombinierte pauschale für zuweisung sowie prä und postoperative leistungen die sonst die krankenhäuser selbst erbringen müssten und die nun obendrein im ambulanten bereich landen beispiel 1 im rahmen des integrationsvertrages erhält jede/r zur ambulanten operation überweisende arzt/Ärztin eine pauschale in höhe von 40 euro die an uns eine arztpraxis im rahmen eines iv-vertrages mit krankenkassen d a überwiesen wird folgende operationsindikationen werden zum jetzigen zeitpunkt zu diesen konditionen gefördert zunächst gilt dies für patienten der folgenden krankenkassen hier folgen die namen dreier kassen darunter zweier großer ersatzkassen sowie einer bkk beispiel 2 der verein zur errichtung krankenhäuser e v hat kürzlich mit der folgt der name einer krankenkasse in absprache mit der arbeitsgemeinschaft berliner folgt der name eines berliner facharztverbandes einen vertrag zur integrierten versorgung von patienten mit bedarf für eine folgen fachgruppenspezifische indikationsgebiete geschlossen stationäre leistungserbringer im rahmen des vertrages sind folgen die ko mmen ta r hand aufhalten war gestern wie geht das eigentlich das mit dem schmieren das mit der zuweisung gegen geld zu fachärztlichen kollegen oder in ein bestimmtes krankenhaus das bild aus alten schwarz-weiß-filmen von der zwielichtigen figur die ihrem gegenüber im nächtlichen regenschauer oder in rauchgeschwängerter gaststätte die offene hand hinhält um den berüchtigten geldumschlag in empfang nehmen zu können passt wohl nicht mehr in diese zeit heute werden ganz offiziell kontonummern ausgetauscht oder extra-dienstleistungen per sonderziffer in die kv-abrechnung aufgenommen tatsächliche oder vermeintliche schmiergelder heißen inzwischen aufwandshonorare und wechseln ganz legal die konten insoweit überrascht die zuweisungsstudie in der Ärzte und krankenhausmitarbeiter über zuweisung gegen geld berichten nur bedingt Überraschend ist allenfalls die unverfrorenheit mit der dieses thema durch den spitzenverband der krankenkassen jetzt skandalisiert wird richtig ist es dass Ärzte sich bei der patientenzuweisung ausschließlich von medizinischen beweggründen leiten lassen sollen gut ist es dass krankenkassen dies auch für ihre versicherten einfordern zwielichtig oder unverschämt ist es hingegen dass krankenkassen diesen moralischen anspruch zweiteilen wollen nach dem motto zuweisung gegen geld ist eine sauerei aber sie ist dann gut wenn sie von uns den kassen selbst vereinbart wird daran ändert auch kein gesetzlicher flankenschutz dieser welt etwas der den krankenkassen monetäre anreize für Ärzte oder andere leistungserbringer erlaubt krankenkassen profitieren wirtschaftlich von iv-verträgen und zeigen sich gegenüber zuweisern durchaus spendabel zum wohl ihrer versicherten oder doch nur zur durchsetzung eigener wirtschaftlich induzierter lenkungsziele auf dem versorgungsmarkt krankenkassen wir erinnern uns haben auch mit kven verträge zur steuerung von krankenhausbelegungen mit kopfprämien für zuweisende Ärzte abgeschlossen in berlin zu einem zeitpunkt als nach der grenzöffnung betten überkapazitäten geschleift werden sollten rein medizinische gründe selbst die damalige aufsichtsbehörde war sich da nicht sicher das alles wissen auch die spitzenfunktionäre im gkv-kassenverband egal ob sie pfeiffer früher ersatzkassen von stackelberg früher aok oder kiefer früher ikk heißen dass sie sich jetzt als gralshüter der ethik aufspielen wirkt mehr als unglaubwürdig noch einmal hier werden keinesfalls wirklich korrupte Ärzte und klinikchefs verteidigt wer sich mehr von monetären interessen denn medizinischen notwendigkeiten leiten lässt muss angezählt werden wer aber von krankenkassen für etwas beschimpft wird was diese selbst und schon seit vielen jahren vereinbaren darf deren akteure auch ruhig fragen welches geschäft sie mit solchen kampagnen tatsächlich betreiben das gilt übrigens auch für den jüngsten mit der politik in planung befindlichen deal ihnen die empfehlung von krankenhäusern zu erlauben der einzige unterschied diesmal sollen nicht Ärzte sondern patienten geködert werden ­ durch nachlässe bei der zuzahlung ein lump wer dabei böses denkt reinhold schlitt orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012 381

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politik namen dreier berliner krankenhäuser im rahmen dieser integrierten versorgung sind für sie als einweiser und nachbehandler extrabudgetäre vergütungen für die indikationsuntersuchung sowie für zwei nachuntersuchungen in höhe von 180 euro vorgesehen es ist der erste vertrag dieser art der folgt der name einer großen regionalen krankenkasse in berlin hinweis die aufwandshonorare wurden selbstverständlich zusätzlich zur üblichen kv-vergütung ausgelobt das kopfgeld-management von krankenkassen nicht alle iv-verträge sind aus sicht von experten anstößig besonders dann wenn für die prämien auch bestimmte leistungen gefordert werden doch nach lesart des gkv-spitzenverbandes bund dürfte es vereinbarungen über reine zuweisungsprämien überhaupt nicht geben es sei denn dass moralische postulate für krankenkassen selbst außer kraft gesetzt werden nach dem motto nur wir sind die guten das aber scheinen sowohl Ärzte und ihre verbände als auch so manche einzelkasse anders zu sehen ein namhafter berliner Ärztefunktionär aus dem fachärztlichen lager sagte dem kv-blatt man muss ja sehen dass auf der anderen seite nicht nur Ärzte das sagen haben sondern verwaltungsmenschen denen es nur darum geht die ausgaben zu senken das war schon immer so schon lange vor einführung der integrierten versorgung gab es ­ ganz unverhohlen ­ verträge zwischen namhaften krankenkassen und kassenärztlichen vereinigungen in denen die bloße zuweisung in bestimmte von den krankenkassen favorisierte krankenhäuser üppig belohnt wurde und spätestens nach der lektüre des folgenden beispiels dürften spötter die frage stellen kann denn schlecht sein was eine krankenkasse selbst und ungeniert mit einer kassenärztlichen vereinigung vereinbart hierzu das beispiel 3 nr 9905 beratung über ein ikk-empfohlenes krankenhaus sofern die stationäre behandlung eindeutig medizinisch indiziert ist veranlasst der arzt die einweisung in ein geeignetes krankenhaus die ikk empfiehlt ihren versicherten krankenhäuser mit speziellem betreuungsangebot der arzt berät den patienten über diese krankenhäuser und das spezielle betreuungsangebot 300 punkte selbst wohlwollende beobachter der ivvertragsszene kommen inzwischen ins grübeln zu untersuchen ist ob der vertrag iv-vertrag d a nur einer gewollten erschließung von wirtschaftlichkeitsreserven dient oder ob er geeignet ist die unabhängigkeit des arztes zu gefährden schreibt der sachverständigenrat in seinem neuesten gutachten zum thema wettbewerb im gesundheitswesen reinhold schlitt reinhold schlitt journalist und redakteur beim kv-blatt berlin quelle nachdruck gekürzt mit freundlicher genehmigung aus dem mitgliedermagazin kv-blatt der kassenärztlichen vereinigung berlin ausgabe juli 2012 382 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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politik dgoupositions pa pier honorarärzte in orthopädie und unfallchirurgie positionspapier der deutschen gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie dgou in zusammenarbeit mit dem berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie bvou und dem verband leitender orthopäden und unfallchirurgen vlou basierend auf den ergebnissen des forums honorarärzte in orthopädie und unfallchirurgie des ausschusses versorgung qualität und sicherheit am 18 april 2012 in berlin der gesundheitsmarkt in deutschland ist durch eine zunehmende politisch gewollte aufweichung der sektoralen grenzen gekennzeichnet parallel besteht bereits ein Ärztemangel der in vielen kliniken zu unbesetzten stellen und problemen in der sicherstellung des versorgungsauftrags führt zudem entwickelt sich in vielen medizinischen disziplinen ein spezialistentum mit superspezialisierungen in diagnostik und therapie die von versorgungskliniken kaum noch abzubilden sind diese entwicklungen haben ihren preis ­ und fordern ihn auch ein orthopädisch-unfallchirurgische kliniken und abteilungen bekommen das in vielfältiger weise zu spüren breite teile des traditionellen behandlungsspektrums sind für diese abteilungen in den letzten jahren bereits weggebrochen in den ambulanten sektor gewandert und oder wirtschaftlich nicht mehr darstellbar zunehmend bilden sich ambulante praxisverbünde und gemeinschaften die arbeitsteilig und hoch spezialisiert ihre patienten ­ auch aus wirtschaftlichen gründen ­ nicht mehr den hauptabteilungen zur operation zuweisen sondern den klinikträgern als eigenleistung gegen ein entsprechendes entgelt anbieten diese Ärzte werden in den kliniken nach der gemeinsamen positionsbestimmung der bundesärztekammer und der kassenärztlichen bundesvereinigung von 2011 honorarärztlich als kooperationsärzte in den kliniken tätig und landläufig als honorarärzte bezeichnet die chemie muss stimmen hiervon sind die hauptabteilungen der kliniken besonders betroffen die integration der honorarärztlich tätigen ope rateure in diese abteilungen ist nicht unproblematisch da an vielen stellen vertraglich ungeklärt der zuständige chefarzt oder abteilungsleiter muss in die auswahl des kooperationsarztes und die vertragsgestaltung einbezogen werden soweit es medizinische kernprozesse organisationserfordernisse der abteilung und qualitätssichernde aspekte betrifft transparenz und kollegiales verständnisvolles miteinander sind unabdingbar für eine erfolgreiche integration die chemie muss stimmen die zahl sämtlicher weiterbildungsinhalte ­ insbesondere der operativen leistungszahlen ­ wird dadurch deutlich reduziert da die honorarärztliche leistungserbringung ­ und damit die operation ­ höchstpersönlich erfolgen muss und nicht assistiert werden darf zusätzlich nimmt der anteil von eingriffen leichteren und mittleren schweregrades in den hauptabteilungen durch verlagerung in den ambulanten sektor seit jahren ab das spektrum verschiebt sich zu eingriffen mit höherem und hohem allgemeinund lokalrisiko ist damit immer mehr erfahrenen oberärzten vorbehalten und entfällt als weiterbildungsoperation die weiterbildungszeiten müssten sich demnach zur erfüllung der geforderten kataloge drastisch und in unzumutbarer weise verlängern ­ oder qualitätsabstriche an der weiterbildung generell hingenommen werden das deutsche gesundheitswesen ist im umbau und bewegt sich zunehmend auf ein consultant-system nach angloamerikanischem muster zu diese veränderungsprozesse müssen transparent fair und qualitätsorientiert durchgeführt werden um breite akzeptanz zu erzielen und letztlich dem einzelnen patienten zu nützen sie dürfen von allen beteiligten keinesfalls unter vorwiegend persönlichen wirtschaftlichen oder marktinteressen vorangetrieben werden die kürzlich publizierten empfehlungen des sachverständigenrates für das gesundheitswesen svr beschreiben bestehende defizite an der schnittstelle ambulant /stationär und zeigen wege wie qualität und sicherheit ­ und unserer meinung nach auch zufriedenheit ­ für den patienten erzielt werden können mit diesem positionspapier wollen wir als betroffene verbände und fachgesellschaften die bestehenden probleme auflisten und einen beitrag zu deren lösung leisten in zehn punkten wird zu der bislang ungeordneten entwicklung stellung bezogen und ein forderungskatalog an selbstverwaltung politik und die verfasste Ärzteschaft zur verbesserung der zum teil unerträglichen situation vor allem der uns anvertrauten patienten dargestellt er ist das ergebnis eines diskussions und konsensus-forums orthopädie und unfallchirurgie vom 18 april 2012 im langenbeck-virchow-haus in berlin veranstaltet vom ausschuss versorgung qualität und sicherheit der dgou in zusammenarbeit mit dem berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie bvou und dem verband leitender orthopäden und unfallchirurgen vlou prof dr reinhard hoffmann dr peter heppt prof dr karl-dieter heller dr daniel frank prof dr fritz uwe niethard prof dr hartmut siebert orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012 383

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politik eckpunkte zu honorarärzte in orthopädie und unfallchirurgie 1 honorarärzte sind faktischer bestandteil der versorgungsrealität an vielen orthopädisch-unfallchirurgischen kliniken und abteilungen sie erbringen leistungen im elektiven behandlungsspektrum leistungen spezialisierter maximalversorgung sowie notfallbehandlungen sind davon ausgenommen 2 in anlehnung an die positionsbestimmung und begriffsdefinitionen der bundesärztekammer und der kassenärztlichen bundesvereinigung april 2011 s 14-17 sind die dort typologisch definierten kooperationsärzte angesprochen hierbei handelt es sich um in der regel niedergelassene vertragsärzte die gegen honorar in medizinischen einrichtungen arbeiten und zum beispiel für kliniken die hauptbehandlungs bzw wesentlichen leistungen erbringen zur vermeidung der neuschaffung weiterer begrifflichkeiten wird der begriff des als kooperationsarzt tätigen honorararztes daher übernommen im folgenden als kooperationsarzt ka/kÄ bezeichnet 3 die tätigkeit des ka kann in abgrenzung zu angestellten abteilungsärzten unter bestimmten bedingungen als freiberuflich eingeordnet werden eine befristung des vertragsverhältnisses liegt im ermessen der vertragspartner der ka-vertrag muss elemente enthalten und in der wirklichkeit so gelebt werden dass eine scheinselbstständigkeit nach dem geltenden rechtsverständnis ausgeschlossen werden kann 4 der ka muss facharzt und zudem zur definierten leistungserbringung nachweislich qualifiziert sein dieser nachweis kann erbracht werden zum beispiel in form dokumentierter leistungs-fallzahlen oder über qualifizierende zusatzbezeichnungen die prüfung dieser qualifikation sollte vorzugsweise durch unabhängige stellen zum beispiel lÄk oder zulassungsausschuss erfolgen um interessenskonflikte zu vermeiden 5 der ka darf nicht in fachfremden abteilungen und nur im rahmen des versorgungsauftrags des krankenhauses tätig werden für die orthopädie und unfallchirurgie bedeutet dies dass eine hauptabteilung dieses fachgebietes an der klinik vorhanden sein muss 6 das zahlenverhältnis fest angestellter fachärzte zu kÄ einer abteilung muss angemessen sein 7 der ka muss sich in den klinikalltag und die prozessabläufe kollegial integrieren und seinen aufklärungsverpflichtungen gegenüber den von ihm behandelten patienten voll umfänglich nachkommen er untersteht aus haftungsrechtlichen und qualitätssichernden gründen dem medizinischen weisungsrecht des chefarztes im hinblick auf die abteilungsabläufe und -prozesse nicht jedoch dem direktionsrecht des arbeitsgebers grundsätzlich ist der ka den klinikärzten in bezug auf verantwortung für qualität und sicherheit in der leistungserbringung gleichgestellt und unterliegt den gleichen fachlichen weisungen die akzeptanz von internen leitlinien oder prozessabläufen und das verhältnis zwischen abteilungsleiter und ka sollte bestandteil einer vereinbarung zwischen ka und auftraggeber sein sie ist dann kein widerspruch zur selbstständigen berufsausübung wenn sie das ergebnis eines vorhergehenden verhandlungsprozesses ist und damit dem willen der vertragspartner entspricht diese vereinbarung sollte auch die nachgeordneten weisungsbefugnisse des ka gegenüber dritten zum beispiel pflegedienst und assistenzärzten beinhalten 8 es wird gefordert dass kÄ zukünftig in die weiterbildung der Ärzte in weiterbildung verpflichtend einbezogen werden können dies gilt speziell auch für operationsassistenzen in rahmen von weiterbildungsoperationen und sektorenübergreifende weiterbildungsinhalte kooperationen zum beispiel rotationsassistenten 9 mit dem ka sollte vereinbart werden dass weitere neben tätigkeiten die dem interesse des krankenhausträgers zuwiderlaufen können offen zu legen sind diese müssen unter anderem bei der vereinbarung von tätigkeitszeiten berücksichtigt werden verträge mit der industrie die eine interessenkollision befürchten lassen sind offenzulegen der ka ist zur einhaltung des medizinproduktegesetzes verpflichtet 10 die vergütung des ka für die erbrachte leistung hat angemessen zu erfolgen die vergütung sollte sich an der goÄ oder anteilig an der drg orientieren leistungen und gegenleistungen müssen angemessen sein und dürfen keine verdeckte einweiserpauschalen keine zuweisung gegen entgelt beinhalten transparenz der vergütung gegenüber versorgungs und kostenträgern erfolgt durch den klinikträger vertragspartner den vertretern und vertreterinnen folgender verbände und organisationen danken wir herzlich für ihre anregungen und manche präzisierung bundesärztekammer berufsverband deutscher chirurgen e.v berufsverband der belegärzte e.v berufsverband der honorarärzte e.v aok-bundesverband gbr deutsche krankenhausgesellschaft e.v 384 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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aus unserem fach efort ko ngress 2 0 1 2 wir sprechen mit einer stimme der kongress der european federation of associations of orthopaedics and traumatology efort findet jedes jahr in einer anderen europäischen metropole statt in diesem jahr trafen sich die orthopäden und unfallchirurgen europas erstmals nach 17 jahren wieder in deutschland ­ vom 23 bis 25 mai 2012 in berlin eine ballerina tänzelt anmutig über die bühne dreht pirouetten springt in die höhe öffnet weit ihre erstaunlich muskulösen arme lächelt und sagt sanft beinahe flüsternd welcome to germany welcome to berlin der 13 efortkongress in berlin beginnt nicht mit einem paukenschlag sondern leise fast poetisch das flüstern im großen saal des icc verstummt angesichts der grazie auf der bühne hier noch ein rascheln da ein hüsteln dann treten die beiden efort-kongresspräsidenten prof dr karsten dreinhöfer berlin und prof dr honorary lectures prof reinhold ganz schweiz hielt die erwin morschergedächtnisvorlesung zum thema anatomic reconstruction of the hip with scfe justified by pathophysiological findings dieter wirtz bonn auf sie begrüßen die 9.000 teilnehmer weisen darauf hin dass das kongressprogramm als app fürs smartphone zur verfügung steht und preisen höhepunkte des kongresses an die honorary lectures siehe kleiner kasten einzelne symposien einen lifeautounfall souverän defilieren sie übers internationale kongressparkett und sind freudestrahlende gastgeber für ein internationales publikum genießen sie die anziehungskraft von berlin schwärmt prof dreinhöfer bevor er überleitet zu pierre hoffmeyer dem präsidenten der efort der von einer truly great army spricht die die belange der orthopädie und unfallchirurgie auf europäischer ebene verteidigt bevor er auf die geschichte der europäischen gesellschaft eingeht seine unausgesprochene botschaft an die deutschen teilnehmer lautet dabei dass der zusammenschluss von orthopädie und unfallchirurgie nur prof bernard morrey usa hielt die michael freemanfolgerichtig und im gedächtnisvorlesung zum thema sinne europas ist the elbow evolution of viable solu­ weil eine starke tions stimme für gebündelte interessen mehr durchschlagskraft besitzt als mehrere zersplitterte gruppen deren anliegen ungehört verhallen europäische grenzen überwinden die anfänge der efort reichen ins jahr 1974 zurück als jean debeyre frankreich günther friedebold deutschland und v pietrogrande italien das comité de coordination des sociétés d orthopedie et de traumatologie des pays du marché commun cocomac gründeten dieser zusammenschluss von orthopäden und unfallchirurgen der nicht an nationalen grenzen halt machte erarbeitete ein curriculum für die weiterbildung von orthopäden und unfallchirurgen das der heutigen aufteilung in common trunk und special trunk schon recht nahe kommt zwei jahre weiterbildung in allgemeinchirurgie vier jahre weiterbildung im jeweiligen fach mit je zwei semestern in kinderorthopädie und -traumatologie 4.000 abstracts bis zum nächsten schritt vergingen nahezu 20 jahre 1991verabredeten die präsidenten der nationalen orthopädischen und traumatologischen fachgesellschaften im italienischen marentino ein gemeinsames treffen für 1993 in paris dies war die geburtsstunde der efort der european federation of national associations of orthopedics and traumatology die ein jahr später offiziell gegründet wurde aus dem für 1993 avisierten 386 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten august 2012

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