Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten 01/2013

 

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orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten januar 2013 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten · 1/13 implantieren wir zu viel oberärzte unter druck qualitätszirkel im tnw dgu®

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editorial 2013 ­ ein besonderes jahr 2013 ­ ein jahr wie jedes andere das dürfte frau merkel anders sehen eine dritte amtsperiode ist auch für sie eine herausforderung in den usa gibt es das nicht nach zwei mal vier jahren ist schluss obama wird putin wohl kaum nacheifern und dem altkanzler helmut kohl auch nicht minister bahr ist noch jung und sehr gut in die materie gesundheit eingearbeitet mit erfolg hat er die bürokratie der zehn euro praxisgebühr abgeschafft und die ausgaben für arzneimittel in den griff bekommen das in aussicht gestellte signal die fachärztliche weiterbildung in der praxis wie auch immer zu fördern lässt noch auf sich warten er war in den letzten jahren sehr fleißig wem auch immer sie ihre stimme für den bundestag geben werden bitte gehen sie wählen und vielleicht gehen sie schon vorher in die sprechstunde der kandidaten die wahlprüfsteine des spitzenverbandes der fachärzte spifa sind geeignete themen für ein treffen mit den mdb diese organisieren auf anfrage für ihre praxisteams auch einen besuch mit führung durch den bundestag einschließlich diskussion mein personal war begeistert licht im tunnel für uns fachärzte gab es etwas licht im tunnel besonders für die konservativ tätigen kollegen in der praxis ein tropfen auf den heißen stein steter tropfen höhlt auch diesen so langsam wird auch den kassen klar dass steigerungsraten bei ops sich umgekehrt proportional verhalten zu den einsparungen bei der konservativen behandlung das umdenken dieser behörde hat schneckentempo und kostet viel geld die milliardenüberschüsse der kassen sind bekannt wohin mit dem geld ins marketing zum beispiel 360 euro für die behandlung beim heilpraktiker im rahmen der von uns geforderten kostenerstattung mit eigenbeteiligung des versicherten in höhe von 20 prozent es geht also auch bei den gesetzlichen kassen was diese immer bestritten haben wie viel den kassen unsere fachärztliche tätigkeit wert ist wissen sie der bvou hat seine schularbeiten gemacht der ball liegt nun bei kbv und bewertungsausschuss erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit die Öffentlichkeitsarbeit des bvou hatte erfolge zeigt her eure füße fand unter der schirmherrschaft von namhaften politikern statt die kompetenznetze sind eine sehr gute idee aus schleswig-holstein der relaunch der orthinform.de steht auf der agenda künftig vielleicht in zusammenarbeit mit der dgou die kampagne unter leitung des kollegen schwokowski für die rheumatologie läuft das weißbuch konservative orthopädie steht vor der fertigstellung den beteiligten gilt unser dank nachwuchsarbeit läuft erfolgreich angelaufen ist unser programm für die studenten die youngsters sie erinnern sich dass wir die satzung dafür für die assistenten dann im zweiten anlauf geändert hatten wir wollen die jungen leistungswilligen für das schönste für unser fach begeistern orthopädie und unfallchirurgie die dgou ist mit im boot und wir freuen uns über den mitgliederzuwachs aus dem jungen forum der dgou die aufgabenstellungen der dgou und des bvou ergänzen sich ideal das wissen selbst manche von uns alten nicht die regionale vernetzung des bvou in kammern und kassenärztlichen vereinigungen ist auch für eine fachgesellschaft von unschätzbarem wert das o und u für unsere patienten steht über allem dafür wollen wir uns mit empathie engagieren und dafür wollen wir unsere künftigen mitglieder einwerben deshalb mein wiederholter appell an vlou dgou dgooc dgu an die chefs in den kliniken werben sie bei ihren assistenten für eine mitgliedschaft im bvou zur stärkung von o und u in den kammern und für eine verbesserung der weiterbildung ein anderes thema ist die wahl zum vorstand des bvou auf dem dkou 2013 als präsident blicke ich zurück auf eine teamleistung mit spannender umstruk helmut mälzer bvou-präsident turierung des verbandes in geschäftsführung gmbh ado und haushalt wer auf der mitgliederversammlung war weiß dass intern im bvou viel passiert ist nebenbei wir haben inzwischen den höchsten kontostand seit langem erreicht für eine beitragssenkung ist die begeisterung des geschäftsführenden vorstands noch gering vielleicht im nächsten jahr mir persönlich hat die arbeit im team die mitarbeiterinnen der geschäftsstelle natürlich eingeschlossen spaß gemacht und so lange es gemeinsam freude macht und mir weiterhin erlaubt ist meine enkel zu sehen bin ich bereit mich weiter für unser o und u im vorstand zu engagieren die außendarstellung unseres schönen faches bedarf der unterstützung aller im wahljahr haben wir eine besonders gute gelegenheit nutzen wir sie 2013 ist ein besonderes jahr ihnen wünsche ich gesundheit und erfolg ihr helmut mälzer orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013 1

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editorial 2013 ­ ein besonderes jahr 1 4 orthofit ak tion 170 praxen bringen prävention und spaß in 400 schulen tr aumane tz werk dgu® 28 impressum nachrichten kurz und bündig implantieren wir zu viel handfeste argumente gegend diesen vorwurf liefert der versorgungsatlas den die dgooc gemeinsam mit der aok initiiert hat seit 2009 sinken die op-zahlen bei hüftgelenken sogar zentrumszuschläge für traumazentren dgou s t r at egieworkshop 30 positive zwischenbilanz 6 33 13 versorgungsforschungskongress ultraschall macht unterarmbrüche im kindesalter sichtbar 6 mehr rückengesundheit und neues heilverfahren spifa beim bundesgesundheitsminister daniel bahr spifa erstmals bei pflegekonferenz der heimträger pflege fachärzte fehlen ­ medikamentöse versorgung ist gradmesser erfolge evaluieren ­ am patienten orientieren vsou jahres ta gung 2 0 1 3 34 7 maßgeschneidertes intensivprogramm für den nachwuchs 36 8 qualität und sicherheit tnw dgu® 8 qualitätszirkel im traumanetzwerk qualitÄt ssicherungr Ö n tg e n 38 8 stichprobenprüfung im einzelfall 42 aus unserem fach g russ wo rt recht und wirtschaft leitlinienurteil menschen bewegen ­ erfolge erleben 10 oberärzte unter druck Über die arbeitssituation von oberärzten die viele kollegen in andere arbeitsbereiche ausweichen lassen reden prof dr ulrich nöth und dr kai dragowsky in unserem interview 20 wettbewerbsrecht greift in der wissenschaft nicht hochschul ambul anzen 44 ak tuelle versorgungsdaten implantieren wir wirklich zu viel g -drg -system 2013 13 fallzahlbegrenzungen im wanken wesentliche neuerungen aus der perspektive von o und u fa milieundberuf leserbrief 47 16 nicht ohne einschränkung 48 selbststeuerndes lernsystem optimierung wege zur familienfreundlichen klinik interv ie w unterwegs 18 a sg -fellowship making new friends 20 eforttr av ellingfellowship 50 qualitätszirkel strukturen kleingruppen moderator oberärzte unter druck weiterbildung wir sind die zukunft efos t 22 gelebtes europa 53 prozesse ergebnisse qualitätszirkel im traumanetzwerk dgu® im traumanetzwerk dgu® kommen regelmäßig qualitätszirkel zusammen um die qualität der behandlung von schwerverletzten zu unterstützen wo europa auch zusammenwächst fit af ter eight 23 namen personalia 54 55 wir gratulieren 42 just do it 26 2 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013

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für sie gelesen für unsere mitglieder service/preise kursangebote kleinanzeigen bvou 94 bericht vom 2 hessischen orthopädentag bleibt alles anders 98 102 120 wen das fernweh packt neuigkeiten aus der ado tipps zum umgang mit dem arzt-haftpflicht-versicherer im schadenfall neue mitglieder 57 59 60 65 dgooc höher schneller weiter grußwort des dgooc-präsidenten symposium rund um den fahrersitz neue mitglieder 66 68 78 81 82 84 dgu grußwort des dgu-präsidenten 2013 nächster dstc-intensivkurs im april 2013 bericht über die mitgliederversammlung der dgu neues forschungsstipendium osteologie 86 dgou bericht des ausschusses forschung und wissenschaft 70 jahresbericht der sektion wirbelsäule der gemeinsame weg zu o und u 87 71 75 88 dgou lobt gurndlagenforschungs 75 preis aus neue mitglieder 77 91 benennung von kandidaten für den nichtständigen beirat 2014 ­ 2016 92 neue mitglieder 93 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013 3

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prof dr reinhard hoffmann frankfurt/main impressum herausgeber für den berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie e v präsident helmut mälzer für die deutsche gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie e v generalsekretär prof dr med fritz uwe niethard für die deutsche gesellschaft für unfallchirurgie e v generalsekretär prof dr med hartmut siebert schriftleitung dgooc prof dr med fritz uwe niethard v.i.s.d.p geschäftsstelle dgooc luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 84 71 21 31 fax 0 30 84 71 21 32 e-mail funiethard@dgooc.de schriftleitung bvou prof dr med karsten dreinhöfer v.i.s.d.p abt orthopädie und unfallchirurgie medical park berlin humboldtmühle an der mühle 2 ­ 9 13507 berlin tel 0 30 30 02 40 92 12 fax 0 30 30 02 40 92 19 berufsverband der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie e v vorstand präsident helmut mälzer berlin vizepräsident dr med andreas gassen düsseldorf vizepräsident prof dr med karsten dreinhöfer berlin schatzmeister dr med peter heppt erlangen vorstandsmitglied dr med helmut weinhart starnberg vorstandsmitglied prof dr med karl-dieter heller braunschweig vorstandsmitglied dipl med frank-ullrich schulz brandenburg generalsekretär der dgou prof dr med hartmut siebert schwäbisch hall geschäftsstelle des bvou kantstr 13 10623 berlin tel 0 30 79 74 44 44 fax 0 30 79 74 44 45 e-mail bvou@bvou.net www.bvou.net deutsche gesellschaft für orthopädie und unfallchirurgie geschäftsführender vorstand präsident und präsident der dgu prof dr reinhard hoffmann frankfurt/main stellv präsident und präsident der dgooc prof dr bernd kladny herzogenaurach deutsche gesellschaft für orthopädie und orthopädische chirurgie e v geschäftsführender vorstand präsident prof dr med bernd kladny herzogenaurach 1 vizepräsident prof dr med wolfram mittelmeier rostock 2 vizepräsidenten von dgu und dgooc 2 vizepräsident prof dr med henning windhagen prof dr bertil bouillon köln hannover prof dr henning windhagen hannover generalsekretär und generalsekretär der dgu prof dr hartmut siebert schwäbisch hall stellv generalsekretär und generalsekretär der dgooc prof dr fritz uwe niethard aachen schatzmeister prof dr werner e siebert kassel vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen beirat dr richard stange münster dr babak moradi heidelberg leiter des ausschusses versorgung qualität und sicherheit dr daniel frank düsseldorf leiterin des ausschusses bildung und nachwuchs prof h.c dr almut tempka berlin leiter des wissenschaftsausschusses prof dr dr h.c joachim grifka bad abbach vertreter des berufsverbandes der fachärzte für orthopädie und unfallchirurgie helmut mälzer berlin generalsekretär prof dr med fritz uwe niethard berlin schatzmeister prof dr med werner e siebert kassel präsident des berufsverbandes bvou helmut mälzer berlin leiter der ordinarienkonferenz prof dr dr h c joachim grifka bad abbach 2 vorsitzender des vlou prof dr med volker ewerbeck heidelberg geschäftsstelle der dgooc langenbeck-virchow-haus luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 84 71 21 31 fax 0 30 84 71 21 32 e-mail info@dgooc.de www.dgooc.de schriftleitung dgu prof dr med hartmut siebert joachim arndt geschäftsstelle der dgu luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 20 21 54 90 fax 0 30 20 21 54 91 e-mail hsiebert@office-sha.de redaktion jana ehrhardt-joswig tel 0 30 84 71 21 31 e-mail jana.ehrhardt@gmx.de verlag georg thieme verlag kg kathrin jürgens rüdigerstr 14 70469 stuttgart tel 07 11 89 31 617 fax 07 11 89 31 623 e-mail kathrin.juergens@thieme.de verantwortlich für den anzeigenteil christine volpp thieme media pharmedia anzeigen und verlagsservice gmbh rüdigerstr 14 70469 stuttgart tel 07 11 89 31 603 fax 07 11 89 31 569 e-mail christine.volpp@thieme.de erscheinungsweise 6 x jährlich februar/april/juni/august oktober/dezember zur zeit gültiger anzeigentarif nr 16 vom 1 oktober 2011 issn 2193-5254 satz und layout georg thieme verlag kg druck grafisches centrum cuno gmbh co kg gewerbering west 27 39240 calbe deutsche gesellschaft für unfallchirurgie geschäftsführender vorstand präsident prof dr reinhard hoffmann frankfurt/main erster vizepräsident prof dr christoph josten leipzig zweiter vizepräsident prof dr bertil bouillon köln dritter vizepräsident prof dr michael nerlich regensburg generalsekretär prof dr hartmut siebert schwäbisch hall schatzmeister prof dr joachim windolf düsseldorf schriftführer und schriftleiter der website www.dgu-online.de prof dr andreas seekamp kiel geschäftsstelle der dgu luisenstr 58/59 10117 berlin tel 0 30 20 21 54 90 fax 0 30 20 21 54 91 e-mail office@dgu-online.de www.dgu-online.de vertreter des berufsverbandes deutscher chirurgen dr jörg-a rüggeberg bremen vorstand präsident prof dr stefan nehrer krems/Österreich 1 vizepräsident prim dr josef hochreiter linz/Österreich 2 vizepräsident prim dr peter zenz wien/Österreich generalsekretär univ prof dr alexander giurea wien Österreich kassierer prim univ prof dr karl knahr wien Österreich schriftführer prof dr catharina chiari wien/Österreich fachgruppenobermann dr rudolf sigmund oberwart/Österreich sekretariat der Ögo c/o wiener medizinische akademie alserstraße 4 a-1090 wien kontakt silvia konstantinou tel +43-1 405 13 83 21 fax +43-1 405 13 83 23 e-mail sk@medacad.org dgou-geschäftsstelle luisenstr 58/59 10117 berlin tel 030 20 21 54 80 fax 0 30 20 21 54 81 office@dgou.de www.dgou.de mitglied der arbeitsgemeinschaft la-med kommunikationsforschung im gesundheitswesen e v mitglied der informationsgesellschaft zur feststellung der verbreitung von werbeträgern e v mitglieder dieser vereine erhalten die zeitschrift im rahmen der mitgliedschaft 4 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013

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nachrichten kurz und bündig Ärzte verzichten wegen rechtsrisiken auf eigene website fast jeder vierte arzt der keine praxis-website besitzt begründet dies mit zu vielen rechtlichen unsicherheiten das ergab die studie Ärzte im zukunftsmarkt gesundheit 2012 der stiftung gesundheit indes berichtet nur etwa jeder elfte arzt der eine website hat wegen dieser schon einmal abgemahnt worden zu sein laut der erhebung besitzt von den niedergelassenen Ärzten in deutschland knapp die hälfte 47,5 prozent keine praxiswebsite als häufigste ursache hierfür nennen die Ärzte keine werbung nötig zu haben 52,5 prozent zudem halten zu viele rechtliche unsicherheiten beim erstellen und pflegen einer praxis-website 22,6 prozent vom auftritt im internet ab 90 prozent der Ärzte die eine praxis-homepage besitzen gaben an noch nie eine abmahnung wegen eines mutmaßlichen rechtsverstoßes ihrer website erhalten zu haben 8,7 prozent wurden einmal abgemahnt 0,5 prozent mehrfach quelle stiftung gesundheit lesen sie zu diesem thema den leserbrief nicht ohne einschränkung auf seite 48 ultraschall macht unterarmbrüche im kindesalter sichtbar um knochenbrüche bei kindern sichtbar zu machen bedarf es nicht immer der potenziell schädlichen röntgenstrahlung eine aktuelle studie belegt dass viele unterarmbrüche mit ultraschall ebenso gut dargestellt werden können wie im röntgenbild da röntgenstrahlung für kinder besonders zurückhaltend und wohlüberlegt eingesetzt werden sollte empfiehlt die deutsche gesellschaft für ultraschall in der medizin degum wann immer es möglich und sinnvoll ist zur diagnostik von knochenbrüchen im kindesalter die sonografie anzuwenden bisher ist die sonografie kein etabliertes verfahren für die diagnose von frakturen erklärt prof dr rainer wunsch stellvertretender leiter der degum-sektion pädiatrie von einem qualifizierten ultraschallmediziner durchgeführt bietet die technik jedoch ein großes potenzial so kommt eine kürzlich erschienene untersuchung in der fachzeitschrift pediatric emergency care zu dem ergebnis dass das ultraschallverfahren für die diagnostik von bestimmten unterarmfrakturen der röntgenaufnahme gleichwertig ist bei kindern und jugendlichen gehören diese brüche von elle oder speiche im bereich der so genannten metaphyse zu den häufigsten knochenbrüchen den diagnostischen vergleich unternahmen dr kolja eckert von der klinik für kinderchirurgie am elisabeth-krankenhaus in essen und dr ole ackermann leitender oberarzt an der klinik für orthopädie und unfallchirurgie am klinikum duisburg und mitglied der ag ultraschall der dgu gemeinsam mit ihren kollegen bei 76 kindern und jugendlichen zwischen 1 und 14 jahren die Ärzte hatten die mädchen und jungen die mit dem verdacht auf eine unterarmfraktur in der nähe des handgelenks in die klinik gekommen waren sowohl mittels ultraschall als auch mit der klassischen röntgendiagnostik untersucht mit beiden verfahren stellten sie insgesamt 52 knochenbrüche bei 42 der untersuchten patienten fest unsere untersuchung bestätigt dass ultraschall bei metaphysären unterarmbrüchen bei denen sich die knochen nicht verschoben haben eine geeignete und sichere alternative zur röntgendiagnostik darstellt erklärt dr eckert die ultraschalluntersuchung biete gegenüber dem röntgen zudem auch andere vorteile die untersuchung kann direkt vom erstuntersucher durchgeführt werden das kind muss zur diagnose nicht zu einem andern arzt erklärt dr eckert anders als die röntgenaufnahme mache das ultraschallbild zudem auch knorpel und weichteilgewebe sichtbar quelle degum bmbf fördert handgehaltenen operationsroboter mit der initiative kmu-innovativ medizintechnik will das bundesministerium für bildung und forschung bmbf kleine und mittelständische medizintechnikunternehmen fördern die stattliche summe von 1,3 millionen euro geht nun an ein verbundprojekt unter der leitung der am orthopädisch-unfallchirurgischen zentrum der universitätsmedizin mannheim angesiedelten sektion experimentelle orthopädie und unfallchirurgie dort wird der intelligent tool drive itd erprobt ein handgehaltenes robotisches system für chirurgische anwendungen aufgabe des itd ist es störbewegungen auszugleichen ­ und zwar die der hand des chirurgen ebenso wie mögliche bewegungen des patienten ­ um damit die präzision der operationstechnik zu erhöhen red der intelligent tool drive erratum in der ausgabe 6/2012 hat der fehlerteufel sein unwesen getrieben im bericht über die jahrestagung der vereinigung der bayrischen chirurgen vbc auf seite 697 hat er aus prof harald tscherne der mit der ehrenmitgliedschaft der vbc ausgezeichnet wurde hartmut tscherne gemacht die redaktion bittet dies zu entschuldigen red 6 foto umm orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013

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nachrichten mehr rückengesundheit und neues heilverfahren bei der arbeit müssen 23 prozent der erwerbstätigen häufig schwere lasten bewegen vor allem bau und baunebenberufe sind überdurchschnittlich stark betroffen mit ihrer aktuellen präventionskampagne denk an mich dein rücken vermitteln dguv und partner das nötige wissen um rückenbelastungen bei der arbeit in schule und freizeit zu verringern denk an mich dein rücken ­ zum auftakt der neuen präventionskampagne am 10 januar dieses jahres informierte die deutsche gesetzliche unfallversicherung dguv bei einem pressegespräch in berlin gleich über zwei aktuelle themen die neuordnung des stationären heilverfahrens in der gesetzlichen unfallversicherung und die kampagne selbst getragen wird die aktion von gewerblichen berufsgenossenschaften und unfallkassen der landwirtschaftlichen sozialversicherung sowie der knappschaft bahn see ihr ziel rückenbelastungen bei der arbeit in schule und freizeit zu verringern dazu gehört nicht mehr nur eine Über sondern auch eine unterforderung wir wissen heute dass die gesundheit des muskel-skelett-systems zunehmend durch mangelnde bewegung beeinträchtigt werden kann macht dr joachim breuer hauptgeschäftsführer der dguv deutlich längst sind nicht mehr nur erwachsene betroffen laut einer studie des robert koch-instituts rki gaben knapp 50 prozent der 11 bis 16-jährigen bei einer befragung an in den letzten drei monaten unter rückenschmerzen gelitten zu haben schulen betriebe und die breite Öffentlichkeit sind aufgerufen sich mit dem thema rückengesundheit verstärkt zu befassen das dafür notwendige wissen vermitteln die träger der kampagne in zahlreichen beratungsund informationsangeboten stationäres heilverfahren neu geordnet bereits seit jahresbeginn steht das neu eingeführte schwerstverletzungsartenverfahren sav an der spitze des stationären heilverfahrens der gesetzlichen unfallversicherung es ergänzt die bewährten durchgangsarztverfahren dav und verletzungsartenverfahren vav und widmet sich der behandlung und rehabilitation besonders schwerer verletzungen deren bedeutung nahm in den letzten jahrzehnten zu obwohl die zahl der arbeitsunfälle kontinuierlich zurückging im sav handelt es sich um verletzungen die mit lang andauernden arbeitsunfähigkeitszeiten einer besonders hohen rentenrelevanz oder einem hohen reha-aufwand verbunden sind polytrauma amputationsverletzungen schwere schädel-hirn-verletzungen orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013 oder auch querschnittlähmungen sind hier zu nennen erklärt joachim breuer darüber hinaus gerieten mit der wachsenden spezialisierung in der krankenhauslandschaft die auf die notfallversorgung rund um die uhr ausgerichteten rein unfallchirurgischen abteilungen mehr und mehr in die defensive die versorgung von schwer-arbeitsunfallverletzten in besonders qualifizierten und erfahrenen kliniken zu konzentrieren war hier eine logische schlussfolgerung betont prof dr volker bühren Ärztlicher direktor der berufsgenossenschaftlichen unfallklinik murnau traumanetzwerk dgu® war vorbild richtungsweisend für die neuordnung des stationären heilverfahrens war das von der deutschen gesellschaft für unfallchirurgie dgu initiierte projekt traumanetzwerk dgu® mit seiner dreistufigen systematik und den klaren qualitätsvorgaben immerhin haben sich mehr als 850 der gut 2.000 kliniken in deutschland im projekt registrieren lassen um an einer qualifizierten und qualitätsgesicherten versorgung von schwerverletzten teilnehmen zu können entsprechend einheitlich definierter qualitätsansprüche orientieren sich die anforderungen an sav-kliniken teilweise an denen die überregionale traumazentren gemäß dem weißbuch der dgu erfüllen müssen darüber hinaus gelten auf dieser ebene gestiegene anforderungen an die versorgung schwer verletzter kinder und jugendlicher sowie im bereich der krankenhaushygiene elke leopold dgu mehr infos www.deinruecken.de website zur kampagne denk an mich dein rücken www.dguv.de/landesverbaende/de/medien/faq/neu_stat_hv index.jsp dort finden sie häufig gestellte fragen und antworten zur neuordnung des stationären heilmittelverfahrens der dguv foto dguv 7

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nachrichten spifa beim bundesgesundheitsminister daniel bahr weiterbildung in der praxis präventionscheck reha/pflege und die integrierte versorgung nach § 140 sgb v waren themen des spifa-gesprächs bei bundesgesundheitsminister daniel bahr fdp wir konnten für die fachärzte wichtige themen bei minister daniel bahr platzieren der spifa wirkt durch seine kontinuierliche präsenz in berlin in die politik so spifavorstand dr andreas gassen in sachen weiterbildung in der praxis erklärten die fachärzte dass es zu einer befriedigenden situation kommt wenn der assistent von den kassen bezahlt und die leistungsausweitung innerhalb der weiterbildenden praxis genehmigt wird so der spifa ein weiteres thema die prävention durch den facharzt könnte ein bis zweimal im jahr in verbindung mit einem längeren gespräch zwischen patient und facharzt umgesetzt werden der spifa unterstrich die notwendigkeit des § 140 integrierte versorgung als ergänzung zu den trägen systemen der goÄ und des ebm wir können mit dem §140 schneller innovative medizin umsetzen bis sich dies in den ,behördenbüchern goÄ und ebm widerspiegelt bleibt dem patienten die bestmögliche versorgung versagt erklärt gassen js spifa erstmals bei pflegekonferenz der heimträger der spitzenverband fachärzte deutschland spifa zeigte flagge beim altenheim jahresgespräch 2012 ende november in berlin erstmals war dort der spifa vertreten der spifa-vorstand übermittelte das signal der fachärztlichen gesprächsbereitschaft an die adresse der ambulanten und stationären pflegeheimbetreiber in der folge soll ein gespräch mit dem dachverband der freien wohlfahrtsverbände vereinbart werden auf der jahrestagung wurde unter anderem über die fachärztliche versorgung gesprochen dabei stellte sich heraus dass heimbetreiber und fachärzte in der ursachenanalyse sehr dicht beieinanderliegen zusammengefasst die gründe für die mangelnde fachärztliche versorgung aus sicht der heime gründe die im fachärztlichen bereich liegen präsenzpflicht der fachärzte in ihren praxen unzureichende honorierung der fachärzte gründe die nicht im ärztlichen bereich zu suchen sind freie arztwahl bewilligungspraxis für krankenhaustransporte materieller interessenkonflikt zwischen kranken und pflegekassen das fazit der gründe fachärztlicher mangelversorgung js fachärzte und ihre arbeitsbedingungen strukturfehler in der sozialversicherung mangelhafte finanzierung hohe arbeitsbelastung der fachärzte facharztmangel in ländlichen regionen pflege fachärzte fehlen ­ medikamentöse versorgung ist gradmesser es ist offensichtlich dass die fachärztliche versorgung erhebliche lücken aufweist die folge ist eklatant in den pflegeheimen wird eine medikamentöse unterversorgung festgestellt die frühere bundesfamilienministerin ursula lehr kommt zu dem fazit die medikamentöse unterversorgung korreliert mit der mangelnden besuchshäufigkeit der entsprechenden facharztdisziplinen die hohe dichte der versorgung durch den allgemeinmediziner kann dies nicht kompensieren der schluss daraus ist glasklar der facharzt ist in der ambulanten und stationären pflege nicht zu ersetzen der spifa hat einen basisvortrag pflege erarbeitet den dr thomas scharmann während des deutschen kongresses für orthopädie und unfallchirurgie auf einladung von dr andreas gassen 26 oktober 2012 hielt ein zweiter vortrag auf dieser basis erfolgte während des exzellenz forums pflegepolitik anfang november js 8 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013

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foto starface kongresspräsidenten 2013 v.l.n.r prof dr bernd kladny dgooc prof dr reinhard hoffmann und prof dr karl-dieter heller bvou grusswort menschen bewegen ­ erfolge erleben prof dr karl-dieter heller ist bvou-kongresspräsident 2013 prof dr bernd kladny ist präsident der dgooc und prof dr reinhard hoffmann präsident von dgou und dgu gemeinsam wollen sie in diesem jahr o und u voranbringen und einen interessanten jahreskongress auf die beine stellen liebe kolleginnen und kollegen wir hoffen sie hatten einen guten start in das neue jahr und wünschen ihnen als ihre diesjährigen kongresspräsidenten des deutschen kongresses für orthopädie und unfallchirurgie ein glückliches und erfolgreiches jahr 2013 wir das sind karl-dieter heller reinhard hoffmann und bernd kladny es ist unser ziel ihnen einmal mehr ein interessantes und qualitativ hochwertiges programm zu bieten wir laden sie daher ganz herzlich ein den kongress zu besuchen in dem wir mit schwerpunktthemen die gesamte breite des faches für niedergelassene kliniker und forscher abbilden werden dkou 2013 menschen bewegen ­ erfolge erleben dies ist das motto unseres jahreskongresses 2013 orthopäden und unfallchirurgen bewegen menschen im doppelten sinne des wortes wir be handeln heilen oder lindern erkrankungen und verletzungen des muskuloskelettalen systems sowie polytraumen damit ermöglichen wir unseren patienten wieder eine schmerzfreie bewegung mobilität teilhabe und lebensqualität dies sind unbestreitbare erfolge für uns ­ und vor allem für unsere patienten das wird von einer breiten Öffentlichkeit und der gesundheitspolitik auch erwartet und anerkannt zunehmend gerät die Ärzteschaft jedoch in die öffentliche kritik die teils begründeten teils aber auch nicht nachvollziehbaren diskussionen um transplantationsmedizin prothesenmengen und op-indikationen nebst zweitmeinungssystem beweisen dies derzeit besonders drastisch wir befinden uns in einer mediengesteuerten diskussion um behandlungsqualität indikationsstellung mittelzuteilung und profitinteressen und sind hieran keineswegs unbeteiligt wir mediziner werden zunehmend ökonomisiert und laufen dabei gefahr unser vornehmstes ziel ­ die individualisierte optimale behandlung für unsere patienten ­ aus den augen zu verlieren betriebswirtschaftliche erfordernisse von praxen und klinikabteilungen sind hierfür nur einige ursächliche faktoren in der orthopädie und unfallchirurgie werden hochspezialisierte innovationen zum teil ohne ausreichende vorherige klinische erprobung einem breiten anwenderkreis mit manchmal zweifelhaftem erfolg zugänglich gemacht beispiele sind speziell aus der endoprothetik in den vergangenen jahren bekannt gefördert werden derartige fehlentwicklungen von dem wunsch an diesem markt teilzuhaben und nichts zu verpassen hier sitzen die industrie die medien die patienten und die Ärzteschaft vereint in einem boot das es geschickt zu lenken gilt Ähnliches gilt für die diskussion um fraglich motivierte mengenausweitungen bestimmter behandlungsverfahren krankenhauseinweisungen gegen entgelt igel leistungen kick-back-zahlungen orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februrar 2013 derd ko uimnetz www.dkou.org dort finden sie ständig aktualisierte informationen rund um den deutschen kongress für orthopädie und unfallchirurgie 2013 der vom 22 bis 25 oktober 2013 in berlin stattfindet sie finden dort auch fotografische impressionen vom diesjährigen neuen veranstaltungsort der messe süd 10

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aus unserem fach sich ganze wissenschaftliche fachgesellschaften in die dgou als sektionen eingebracht dies zeigt zum einen die anerkennung der notwendigkeit einer gemeinsamen und strukturierdiese fast täglich in den medien geführten diskussionen wer ten dachgesellschaft für o und u ist gleichzeitig aber auch den im ergebnis zu einem ehrverletzenden verlust des anse ausdruck einer fortschreitenden spezialisierung nicht zuletzt hens und der professionalität unseres berufsstandes sowie zu drückt sich hierin ein gemeinsames bestreben aus synergien zu schaffen und zu weiteren gesundstärken sowie dopheitspolitischen reder facharzt für orthopädie und unfallchirurgie soll mehr sein pelstrukturen möggulierungen führen lichst zu vermeiden nur wir Ärzte selals ein mechaniker in einem zunehmend ökonomisch determiein anliegen das für ber können diesen nierten reparaturbetrieb unser fach auch im prozess durch eine sinne einer ganzrückbesinnung auf persönlich jederzeit einwandfreies ehrenhaftes und medizi heitlichen außendarstellung unverzichtbar ist nisch begründbares verhalten aufhalten auch wir als orthopäden und unfallchirurgen sind hierbei gefordert dann werden im kommenden jahr stehen wir als wissenschaftliche fachgesellschaft der orthopäden und unfallchirurgen erneut ­ und wir auch zukünftig menschen bewegen ­ erfolge erleben nach wie vor ­ vor großen herausforderungen bereits laufende dieser schwierigen diskussion stellen wir uns gerne und wer projekte müssen mit dgu dgooc und bvou weiter bewegt den auf dem von uns gestalteten kongress unsere wissen und zum erfolg gebracht werden zu nennen sind das endoproschaftlichen und berufspolitischen themenschwerpunkte wie thesenregister eprd die initiative endocert das traumareder selbstkritisch aber auch sehr selbstbewusst gemeinsam gisterdgu® oder das dgou-projekt physician assistant auch mit ihnen bearbeiten und öffentlich vertreten der kongress die konsequente weiterentwicklung und modernisierung der wird nun ­ bedingt durch umbau und renovierungsarbeiten goÄ ist von hoher bedeutung für den berufsstand zudem ist am icc ­ erstmalig auf dem messegelände stattfinden eine die strukturierung unseres gemeinsamen fachs o und u an herausforderung für alle beteiligten wir vertrauen auf ihr manchen universitätsfakultäten noch nicht befriedigend gelöst wohlwollendes verständnis bei dieser premiere und freuen uns dass der dkou zudem parallel und im engen austausch novellierung der muster-weiterbildungsordnung mit dem deutschen kongress für versorgungsforschung dkvf 2013 stattfinden wird dieser 12 dkvf wird vom deutschen besonders die novellierung der muster-weiterbildungsordnung netzwerk versorgungsforschung gemeinsam mit der dgou mwbo wird uns und unsere gremien und sektionen sehr in und dem bvou ausgerichtet und findet im icc und mit einem anspruch nehmen dies mit besonderem augenmerk auf die erfordernisse der zukunft zu nennen sind neben allgemeinen sitzungs-track auf dem messegelände statt und speziellen operativen und konservativen weiterbildungsder internationale erfahrungsaustausch wird in diesem jahr inhalten hier besonders auch aspekte der bedarfsermittlung schwerpunktmäßig durch unsere gäste aus spanien und Öster vor dem hintergrund des demografischen wandels und zunehmend sektorenübergreifenden versorgungsstrukturen hier reich gewährleistet werden neben den wissenschaftlichen fachgesellschaften auch die berufsverbände besonders gefordert sein wissenschaftliche und berufspolitische schwerpunkte firmen-incentives unreflektierte veröffentlichung von kliniknavigatoren und vieles mehr wissenschaftliche schwerpunktthemen sind der alte patient und dessen besonderheiten von verletzungen und erkrankungen der bewegungsorgane endoprothetik und revisionsendoprothetik ­ fortschritte und grenzen innovative osteosyntheseverfahren und operationstechniken konservative behandlungsverfahren und rehabilitation berufspolitische schwerpunkte bilden schnittstelle ambulant ­ stationär möglichkeiten und grenzen der implementierung von kooperationsarztmodellen akademisierung neuer berufsbilder neue stationäre heilverfahren der dguv fünf jahre dgou nachwuchs soll o und u mitgestalten die dgou feiert in 2013 ein kleines ­ nämlich ihr fünfjähriges ­ jubiläum für diesen kurzen zeitraum eine beeindruckende erfolgsgeschichte mit stetig wachsenden mitgliederzahlen und mittlerweile 18 eigenständigen sektionen hierbei haben orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013 das junge gemeinsame fach orthopädie und unfallchirurgie ist in der systematik der bundesärztekammer ein chirurgisches dennoch ist die nicht-operative konservative therapie fester und nicht weg zu diskutierender bestandteil in o und u sind konservative inhalte fest verwurzelt und dies sollte auch in der neuen fachgesellschaft gelebte tradition werden nur dadurch wird uns die umfassende und ganzheitliche behandlung von patienten mit erkrankungen und verletzungen der bewegungsorgane und deren folgen möglich der facharzt für orthopädie und unfallchirurgie soll schließlich mehr sein als ein mechaniker in einem zunehmend ökonomisch determinierten reparaturbetrieb in unserem fach haben wir zur behandlung der uns anvertrauten patienten von der prävention über die akuttherapie bis hin zur rehabilitation sowohl konservative als auch operative verfahren im ambulanten und stationären sektor in einem gebiet vereint die nachwuchsgewinnung und eine aktive beteiligung junger kolleginnen und kollegen gerade in den zukunftsfragen unserer fachgesellschaft ist ein besonderes anliegen der fachge 11

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aus unserem fach sellschaften und des berufsverbandes das junge forum der dgou unter einbeziehung der bvou-youngsters bietet hier mit verschiedenen aktivitäten dem interessierten nachwuchs bis in die studentenschaft hinein eine geeignete plattform zur frühzeitigen aktiven mitgestaltung von o und u bringen sie sich in die dgu und die dgooc ein arbeiten sie aktiv in ihrer dgou mit eine triple-mitgliedschaft war durch die neue beitragsordnung noch nie so einfach engagieren sie sich im bvou in einem starken team wir bedanken uns bei ihnen für ihr vertrauen und bei allen aktiven unserer fachgesellschaften und des bvou für die konstruktive unterstützung wir stellen uns im jahr 2013 gerne als ihre präsidenten und gestärkt durch ihre unterstützung der verantwortung für unsere fachgesellschaften den berufsverband und unser gemeinsames fach o und u reinhard hoffmann präsident dgu 2013 präsident dgou 2013 bernd kladny präsident dgooc 2013 stv präsident dgou 2013 karl-dieter heller kongresspräsident bvou 2013 12 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februrar 2013

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aus unserem fach aktuelleversorgungsd at e n implantieren wir wirklich zu viel der vorwurf hält sich hartnäckig es werden zu viele künstliche hüft oder kniegelenke eingesetzt so stellte gesundheitsminister bahr am 1 mai 2012 fest deutschland gilt als weltmeister bei den endoprothesen für knie und hüften krankenkassen und experten bezweifeln ob die fallzahlsteigerung notwendig ist bei einer pressekonferenz am 7 dezember 2012 wies die aok auf erhebliche fallzahlsteigerungen gerade im bereich der muskuloskelettalen erkrankungen hin in der presse hieß es dementsprechend deutsche werden unnötig oft operiert die welt vom 8 dezember 2012 in der tat sind die stationären fallzahlen von 2006 bis 2010 vor allen dingen bei muskuloskelettalen erkrankungen gefolgt von den kardio-vaskulären erkrankungen gestiegen gutachten des rheinisch-westfälischen institutes für wirtschaftsforschung rwi beide zusammen machen über 40 prozent des gesamtanstieges in diesen fünf jahren aus aber sind diese für den anstieg bei der hüft und kniegelenksendoprothetik wirklich verantwortlich weiterhelfen kann hier der von der dgooc und der aok auf den weg gebrachte versorgungsatlas über den bereits mehrfach berichtet wurde die daten konnten nun mit den zahlen von 2011 aktualisiert werden sie stellen die versorgungshäufigkeit von aok-patienten auf länder oder sogar auf kreisebene dar und erlauben eine betrachtung im längsschnitt der jahre 2005 bis 2011 da die daten ausschließlich aok-versicherte einbeziehen die etwa 40 prozent aller versicherten ausmachen ist deren Übertragbarkeit zu überprüfen ein statistischer vergleich mit denjenigen anderer ersatzkassenversicherter zeigt jedoch dass keine unterschiede bestehen und die daten daher für alle gesetzlich krankenversicherten gültig sind demnach war ein anstieg von hüftgelenkersatzoperationen nur zwischenzeitlich nachzuweisen die zahlen von 2011 sind im vergleich zu 2005 praktisch gleich abb 1 für die kniegelenksendoprothetik ist für 2011 eine mäßiggradige steigerung von 12 prozent gegenüber 2005 nachzuweisen seit 2008 ist jedoch durchgängig ein rückgang zu verzeichnen abb 2 auffällig ist allerdings die deutliche zunahme abb.1 hüftendoprothetik fallzahlen nach jahren abb 2 knieendoprothetik fallzahlen nach jahren orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013 13

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aus unserem fach esqs die alle im krankenhaus erbrachten leistungen aus der gesetzlichen krankenversicherung erfasst auch hier wird seit 2009 ein rückgang der fallzahlen bei hüft und kniegelenksendoprothetik festgestellt betrachtet man die regionale verteilung von hüft und kniegelenksendoprothetik auf länderebene so zeigt sich eine auffällige mitteldeutsche schiene mit höheren operationsfrequenzen zwischen schleswig-holstein über niedersachsen hessen thüringen nach bayern abb 3 besonders interessant sind die auffälligen unterschiede im süddeutschen raum auf kreisebene sind im grenzbereich zwischen baden-württemberg und bayern deutliche regionale unterschiede hinsichtlich der versorgungshäufigkeiten festzustellen abb 4 zwischen 2009 und 2011 sinken die operationszahlen demnach ist festzuhalten dass ein deutlicher anstieg von hüftund kniegelenksersatzoperationen zwischen den jahren 2003 und 2005 stattfand also zu zeiten der einführung des politisch gewollten drg fallpauschalensystems in den krankenhäusern der anstieg in diesen zeiten ist überwiegend auf dokumentationsprobleme zurückzuführen seit 2008 dagegen ist mit ausnahme der knieendoprothesenrevisionen keine zunahme der operationshäufigkeit mehr festzustellen auch nach offiziellen daten der externen stationären qualitätssicherung ist ­ sowohl bei der hüft als auch bei der knieendoprothetik ­ von 2009 auf 2011 sogar ein rückgang zu beobachten das bedeutet allerdings zugleich dass sich die versorgungsrate in deutschland auf einem international hohen niveau eingependelt hat gemeinsam mit der schweiz steht deutschland hinsichtlich der hüft und kniegelenksersatzoperationen pro 100.000 der bevölkerung an der spitze in anderen ländern der westlichen welt finden sich deutlich niedrigere zahlen wenngleich auch mit steigender tendenz abb 5 die daten sind allerdings nur eingeschränkt miteinander vergleichbar da die angegebenen prozedurenraten in der regel nicht zwischen elektiver bzw frakturbedingter endoprothetik unterscheiden und auch die revisionen in unterschiedlicher weise berücksichtigt werden ob die versorgungsraten in deutschland angemessen sind kann zum teil durch die so genannte varianz beurteilt werden das heißt ein vergleich der regionen mit niedrigster bzw höchster versorgungsrate sie beträgt für die hüftendoprothetik in deutschland derzeit 2,2 mit einer versorgungsrate zwischen 110 bzw 243 pro 100.000 aok-versicherten in großbritannien beträgt die varianz 2,8 in den usa 6,6 für die kniegelenksendoprothetik liegt in deutschland eine varianz von 1,8 in den usa jedoch 5,2 vor keine angebotsinduzierte nachfrage in deutschland abb 5 versorgungsrate hüftendoprothetik pro 100.000 personen international abb 3 hüftgelenksendoprothetik regionale unterschiede der versorgungsrate/100.000 versicherter nach bundesländern 2011 abb 4 kniegelenksendoprothetik regionale unterschiede der versorgungsrate/100.000 versicherter nach kreisen 2005 bis 2011 der revisionen 43 prozent diese daten entsprechen damit auch denjenigen der externen stationären qualitätssicherung die sehr unterschiedlichen regionalen versorgungsraten in den usa haben dort zu einer sehr umfassenden diskussion über eine vermeintliche Überversorgung geführt die in den usa an medical care patienten erhobenen daten überwiegend ältere patienten haben die frage aufgeworfen welche rate denn nun die richtige ist die arbeitsgruppe um wennberg hat sich beorthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februrar 2013 14

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aus unserem fach arbeitsgruppeversorgungs at l a s fritz uwe niethard dgooc/dgou jürgen malzahn aok klaus-peter günther ao torsten schäfer epidemiologe immenstadt cilla jeszensky inzwischen ausgeschieden franziska hannemann zegv dresden ron pritzkuleit dipl geogr dresden die ursachenforschung im einzelnen bedarf weitergehender analysen von besonderem interesse sind grenzregionen zwischen auffallend hohen bzw niedrigen versorgungsraten beobachtungen aus den usa haben gezeigt dass regionale strukturbesonderheiten des versorgungssystems eine große rolle spielen diese sind multifaktoriell und nicht allein ökonomisch abb 6 soziale deprivation und versorgungsrate bedingt bei untersuchungen zur prostatahyperplasie hat sich zum beispiel gezeigt dass die in städtischen krankenhäusern reits in den 80er jahren und später unter der regierung clinton durchschnittlich jüngeren Ärzte einen 60-jährigen patienten sehr intensiv mit einer neuordnung des gesundheitssystems anders aufklären als ältere und erfahrene Ärzte in einer ländlibeschäftigt und zahlreiche daten zur versorgungssituation in chen region entscheidend für den patienten ist ob ihm durch den usa vorgelegt der sogenannte dartmouth-atlas ist bei den eingriff in seiner speziellen lebenssituation wirksam gespielhaft für eine kritische analyse der versorgungssituation holfen werden kann die stoßrichtung der amerikanischen www.dartmouthatlas.org detaillierte analysen dieser stu orthopäden war es daher die effizienz der durch extrem unterschiedliche die haben geve rsorgu ng s zeigt dass raten besonextreme varidie implantationen von hüftendoprothesen verhalten sich umgekehrt ders auffälligen anzen in der proportional zur zahl der niedergelassenen orthopäden in großstädten eingriffe durch versorgungsund ballungsgebieten mit einer höheren zahl an niedergelassenen liegt qu alifizie rhäufigkeit auf te studien zu regionaler die operationsrate unter dem durchschnitt in ländlichen regionen mit hinter fragen ebene syseiner niedrigen facharztversorgung steigt die operationsrate an und andetemgetriggert rerseits die sind in den usa wird vielfach die angebotsinduzierte nachfrage supply patientenaufklärung voranzutreiben für zahlreiche wirbelinduced demand als ein wesentlicher faktor für unterschied säuleneingriffe hat sich daraus eine veränderte sichtweise und auch operationsindikation ergeben liche versorgungshäufigkeiten angesehen in deutschland ließ sich jedoch eine angebotsinduzierte nachfrage im versorgungsatlas der dgooc nicht nachweisen gerade in städten mit großer krankenhausdichte ist die implantationsrate von endoprothesen niedrig während sie in ländlichen regionen von schleswig-holstein niedersachsen thüringen und bayern eher überdurchschnittlich ist welche faktoren können nun in einen zusammenhang mit den unterschiedlichen versorgungsraten gebracht werden von besonderem interesse ist die beobachtung dass sich die implantationen von hüftendoprothesen umgekehrt proportional zur zahl der niedergelassenen orthopäden verhalten hier tun sich die großstädte und die ballungsgebiete mit einer höheren zahl an niedergelassenen besonders hervor wo die operationsrate unter dem durchschnitt liegt in ländlichen regionen dagegen mit einer niedrigen facharztversorgung steigt die operationsrate an als ebenso statistisch signifikant hat sich der zusammenhang zwischen operationszahlen und der so genannten sozialen deprivation gezeigt abb 6 der hierfür zur verfügung stehende deprivations-faktor zeigt dass in regionen mit einer größeren sozialen deprivation eine niedrigere operationsfrequenz vorliegt vor allem neue bundesländer vergleiche auch abb 4 und umgekehrt orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februar 2013 wie sieht das fazit für deutschland aus ein anstieg der hüft und knie-tep-versorgungsraten findet nicht mehr statt die versorgungsrate ist im internationalen vergleich hoch ob die versorgungsrate zu hoch ist kann nur mit einer weiteren versorgungsforschung beantwortet werden die fachgesellschaften sind aufgerufen patientengerechte konzepte einschließlich der aufklärung für die versorgungskette zu entwickeln prof dr fritz uwe niethard prof dr fritz uwe niethard ist generalsekretär der dggooc und stellvertretender generalsekretär der dgou 15

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aus unserem fach g -drg -system 2013 wesentliche neuerungen aus der perspektive von o und u dieser beitrag beschreibt in einer kurzen Übersicht die wesentlichen veränderungen des g-drg-systems 2013 im allgemeinen und für die orthopädie und unfallchirurgie im besonderen allgemeine entwicklungen die anzahl der g-drgs sinkt 2013 gegenüber der vorjahresversion um sechs fallpauschalen damit setzt sich der 2012 begonnene trend eines leichten rückgangs der zur verfügung stehenden g-drgs fort die dem deutschen drginstitut inek für die kalkulation des g-drg-systems 2013 zur verfügung stehenden daten kalkulationsstichprobe entsprachen im wesentlichen denen des vorjahres die bundesweite mittlere verweildauer aller stationären fälle sank um 2,5 prozent auf 6,69 tage von den umstrukturierungen des fallpauschalenkataloges profitieren positiver katalogeffekt erneut tendenziell kliniken mit einer höheren bettenzahl 800 betten bzw mit einem casemix-index oberhalb von 1,3 kliniken mit weniger als 300 betten müssen tendenziell mit einem negativen katalogeffekt rechnen das heißt bei gleicher leistung wie in 2012 geringer g-drg-erlös 2013 entwicklungen für o und u seit mehreren jahren besteht zwischen dem arbeitskreis drg des ausschusses für versorgungs und fachbezogene fragen der dgou unterstützt durch die drg-research-group des universitätsklinikums münster und dem inek ein regelmäßiger konstruktiver austausch über relevante abbildungsprobleme der orthopädie und unfallchirurgie im jahr 2012 wurden die themen wirbelsäulenbehandlung komplexe fußchirurgie und probleme der abbildung der wechselendoprothetik besprochen auch wurde das aktuell durch die dgou die arbeitsgemeinschaft endoprothetik ae und den bvou unterstützte und durch die drg-research-group umzusetzende projekt analyse der abbildung der revisionsendoprothetik an hüft knie schulter und sprunggelenk im g-drgsystem vorgestellt für das treffen 2013 stehen erneut aktuelle abbildungsprobleme zur wechselendoprothetik ­ insbesondere septische verläufe ­ die komplexe fußchirurgie und schwerstverletztenbehandlung auf der tagesordnung darüber hinaus werden die erlössituation der notfallbehandlung und hierbei insbesondere die abbildung der vorhaltekosten sowie die identifikation von maßnahmen zur qualitätssicherung und zum risikomanagement auf der agenda stehen die große bandbreite der medizinischen leistungen der orthopädie und unfallchirurgie wird über eine große zahl von g-drgs abgebildet wobei der größte teil zur hauptdiagnosekategorie 08 krankheiten und störungen an muskel-skelett-system und bindegewebe zählt im g-drg-system 2013 sinkt die zahl der bundesweit bewerteten fallpauschalen in der hauptdiagnosekategorie 08 um 2 auf 132 in den beiden basis-drgs i10 andere eingriffe an der wirbelsäule und i27 eingriffe am weichteilgewebe steht 2013 je eine g-drg weniger zur verfügung die für die orthopädie und unfallchirurgie relevanten zusatzentgelte bleiben hinsichtlich ihrer art und ihrer anzahl unverändert inhaltlich gibt es beim zusatzentgelt für modulare endoprothesen relevante veränderungen osteosynthese durch platten bei der kodierung von plattenosteosynthesen gibt es für 2013 eine für die kliniken positive klarstellung bezüglich der ops-kodierung in den ops-katalog wurde der hinweis aufgenommen dass bei der kodierung von plattenosteosynthesen über einen zugang jede platte einzeln zu kodieren ist dies wurde bisher vom medizinischen dienst der krankenversicherung mdk in entsprechenden kodierempfehlungen negiert und bei der der ops-kode zur kodierung modularer endoprothesen und individueller implantate 5-829.d wurde für 2013 umfangreich umstrukturiert seit jahresbeginn gilt für modulare endoprothesen der ops-kode 5-829.k implantation einer modularen endoprothese oder teil wechsel in eine modulare endoprothese bei knöcherner defektsituation und ggf knochenteilersatz und für individuelle implantate der ops-kode 5-829.m implantation von oder teil mdk-begutachtung ­ allerdings bundesweit uneinheitlich ­ umgesetzt die spezifische kodierung einzelner platten an der gleichen lokalisation ­ im sinne einer doppelplattenosteosynthese ­ führt bei diversen lokalisationen zum beispiel obere und untere extremität oftmals zu höheren g-drg-bewertungen kliniker und kliniken sollten daher komplexere osteosynthesen mit schrauben platten winkelstabilen platten nägeln etc wie in den deutschen kodierregeln beschrieben separat korrekt und vollständig kodieren hierdurch werden auch zukünftig für das inek kostenintensivere fälle kalkulierbar und sachgerechte drg-abbildungen möglich revisionsendoprothetik zweizeitige wechseloperationen können seit 2013 mit dem ops-kode 5-829.n implantation einer endoprothese nach vorheriger explantation kodiert werden es handelt sich um einen zusatzkode die endoprothetischen eingriffe sind weiterhin gesondert zu kodieren durch diesen zusatzkode wird zukünftig die identifikation zweizeitiger wechsel gegenüber einzeitigen endoprothetischen wechseleingriffen erleichtert wodurch zum beispiel die spezifische kalkulation zweizeitiger wechseloperationen durch das inek in zukünftigen g-drg-systemen ermöglicht wird 16 orthopädie und unfallchirurgie mitteilungen und nachrichten februrar 2013

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