EWM Schweißtechnik Fibel

 

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EWM Schweißtechnik Fibel

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ewm-schweisslexikon ewm-schweißlexikon e-hand wig mig/mag plasma blueevolution® ­ die große nachhaltigkeitsinitiative von ewm spart geld sichert arbeitsplätze und schont die umwelt www.blueevolution.info informationen unter www.ewm-group.com/praxis

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der ganzheitliche systemgedanke kompromisse in sachen qualität der schweißanlage zahlen sich dauerhaft nicht aus diese erfahrung haben viele unserer kunden gemacht bevor sie ewm ihr vertrauen geschenkt haben so sind es schweißfehler die durch nacharbeit teuer werden die veralteten verfahren die mehrarbeit notwendig machen oder die versteckten qualitätsmängel die reklamationen nach sich ziehen besonders auch die unproduktiven zeiten durch geräteausfall aus diesem grund bieten wir unseren kunden ein komplett aufeinander abgestimmtes system in dem alle komponenten konsequent darauf ausgerichtet sind dauerhaft höchste schweißqualität zu produzieren ressourcen zu schonen und arbeitsaufwand zu sparen ganzheitliche kostenbetrachtung für die perfekte schweißnaht ewm qualität spart kosten sie pro tieren von längeren stand und einsatzzeiten geringerem zeitaufwand reduzierten prozesskosten und gesunkenem verbrauch an gas und zusatzwerksto en.

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weil qualität kosten spart ewm entwickelt und produziert schweißmaschinen drahtvorschübe brennersysteme und zwischenschlauchpakete höchster qualität die dem anwender größtmögliche vorteile bei der bewältigung seiner schweißaufgaben bieten mit den von ewm entwickelten und patentierten schweißprozessen wie coldarc® forcearc® rootarc® pipesolution® highspeed® sowie activarc® spotarc® forcetig® in verbindung mit kalt bzw heißdraht bei wig-anwendungen in verbindung mit pulsschweißen bei mig/mag-anwendungen werden schweißaufgaben bewältigt die bisher als unlösbar galten dabei müssen hochdynamische prozessabläufe für spannung strom und draht teilweise über große entfernungen bis hin zum lichtbogen unverfälscht übertragen werden es ist leicht zu verstehen dass nur bei optimaler anpassung der Übertragungselemente wie zwischenschlauchpakete drahtvorschubsysteme schweißbrennersysteme die bestmöglichen ergebnisse bezüglich spritzerarmut spaltüberbrückung bindefehler nacharbeit verzug des schweißgutes material gas und energieverbrauch verschleißteilverbrauch ep 1 640 100 b1 ep 1 944 115 b1 ep 1 563 938 b1 ep 0 743 126 b1 ep 1 726 395 b1 ep 2 008 750 b1 und damit die höchste kostenersparnis erzielt werden.

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e-hand-fibel

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die ewm e-hand-fibel inhalt 1 vorwort 2 2 das verfahren 2 2.1 allgemeines 2 2.2 stromart 2 2.3 elektrodentypen 3 2.4 eigenschaften der umhüllungstypen 4 3 welche elektrode für welchen zweck 6 3.1 auswahl nach schweißtechnischen gesichtspunkten 6 3.2 auswahl nach werkstofflichen gesichtspunkten 7 4 fugenvorbereitung 9 4.1 fugenformen 9 4.2 anbringen der fugenflanken 9 5 elektrodenhalter und schweißleitungen 10 6 schweißstromquellen 10 6.1 stromquellenbauarten 11 6.2 sonderfunktionen bei invertern zum e-hand-schweißen 12 7 durchführen des schweißens 13 7.1 zünden des lichtbogens 13 7.2 führen der elektrode 14 7.3 magnetische blaswirkung 14 7.4 schweißparameter 15 8 arbeitssicherheit 15 9 besonderheiten beim einsatz des verfahrens an verschiedenen werkstoffen 16 9.1 un und niedriglegierte stähle 17 9.2 hochlegierte stähle und nickelbasislegierungen 18 9.3 auftragsschweißen 18 10 anwendung des e-hand-schweißens 18 10.1 anwendungsbeispiele 19 11 schrifttum 20 12 impressum 20 ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de 1 10.09

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die ewm e-hand-fibel 1 vorwort das elektroden-hand-schweißen kurz e-hand-schweißen genannt ist eines der ältesten schweißverfahren das heute noch angewandt wird es geht auf die versuche von slawjanow zurück der 1891 als erster anstelle der bis dahin zum lichtbogenschweißen üblichen kohleelektroden einen metallstab verwendete der gleichzeitig lichtbogenträger und schweißzusatz war die ersten stabelektroden waren nicht umhüllt und daher schwierig zu verschweißen später wurden die elektroden mit stoffen umhüllt die das schweißen erleichtern das schweißgut schützten und den prozess metallurgisch beeinflussen das erste patent über eine umhüllte stabelektrode stammte aus dem jahre 1908 elektroden können durch tauchen oder durch pressen auf extruderpressen umhüllt werden heute werden nur noch elektroden mit preßmantelumhüllungen verwendet das e-hand-schweißen zeichnet sich durch einen relativ geringen investitionsbedarf und eine universelle anwendung aus das verfahren kann für eine große palette von werkstoffen eingesetzt werden und gewährleistet schweißnähte von hoher qualität in neuerer zeit wurde es aber vielfach aus wirtschaftlichkeitsgründen durch andere schweißverfahren abgelöst die sich mechanisiert anwenden lassen diese fibel klärt über die besonderheiten des verfahrens auf und will hinweise für die richtige anwendung geben metall-lichtbogenschweißen lichtbogenschweißprozess unter benutzung einer verbrauchenden elektrode metall-lichtbogenschweißen ohne gasschutz metall-lichtbogenschweißprozess ohne extern zugegebenes schutzgas und manuelles metall-lichtbogenschweißen von hand ausgeführtes metalllichtbogenschweißen unter benutzung einer umhüllten elektrode in deutschland nennen wir das zuletzt genannte verfahren lichtbogenhandschweißen oder kurz e-hand-schweißen es ist dadurch gekennzeichnet daß der lichtbogen zwischen einer abschmelzenden elektrode und dem schmelzbad brennt bild 1 es gibt keinen externen schutz jegliche schutzwirkung vor der atmosphäre geht von der elektrode aus die elektrode ist dabei lichtbogenträger und schweißzusatz die umhüllung bildet schlacke und/oder schutzgas welche u.a den übergehenden tropfen und das schmelzbad vor dem zutritt der atmosphärischen gase sauerstoff stickstoff und wasserstoff schützen 2.2 stromart zum lichtbogenhandschweißen e-handschweißen kann im prinzip sowohl gleichstrom als auch wechselstrom eingesetzt werden jedoch lassen sich nicht alle umhüllungstypen der stabelektroden an sinusförmigem wechselstrom ver 2 das verfahren 2.1 allgemeines das e-hand-schweißen prozessnummer 111 zählt zu den schmelzschweißverfahren und noch näher zugeordnet zu den metall-lichtbogenschweißverfahren iso 857-1 ausgabe 1998 erklärt die schweißprozesse dieser gruppe aus dem englischen übersetzt wie folgt 1 werkstück 2 schweißnaht 3 schlacke 4 lichtbogen bild 1 5 umhüllte elektrode 6 elektrodenhalter 7 schweißstromquelle schema des manuellen metalllichtbogenschweißens nach iso 857-1 2 10.09 ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de

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die ewm e-hand-fibel schweißen z.b nicht die reinbasischen elektroden beim schweißen an gleichstrom wird bei den meisten elektrodentypen der minuspol an die elektrode und der pluspol ans werkstück angeschlossen eine ausnahme machen auch hier die basischen elektroden sie lassen sich besser am pluspol verschweißen das gleiche gilt für bestimmte fabrikate von zelluloseelektroden näheres dazu kann im abschnitt 2.3 elektrodentypen nachgelesen werden die elektrode ist das werkzeug des schweißers er führt den an ihr brennenden lichtbogen in der schweißfuge und schmilzt dabei die fugenkanten auf bild 2 je nach fugenart und grundwerkstoffdicke sind dafür unterschiedliche stromstärken erforderlich da die strombelastbarkeit der elektroden abhängig von ihrem durchmesser und ihrer länge begrenzt ist sind die stabelektroden in verschiedenen durchmessern und längen lieferbar tabelle 1 zeigt die in din en 759 genormten abmessungen mit zunehmendem kernstabdurchmesser können höhere schweißströme angewendet werden 2.3 elektrodentypen durchmesser in mm nennmaß länge in mm nennmaß zulässige abweichung zulässige abweichung 3 3 10.09 1,6 2,0 2,5 3,2 4,0 5,0 6,0 0,06 200 bis 350 350 bis 450 0,10 tabelle 1 durchmesser und längen von stabelektroden nach din en 759 elektroden es gibt stabelektroden mit sehr unterschiedlich zusammengesetzten umhüllungen der aufbau der umhüllung bestimmt den abschmelzcharakter der elektrode ihre schweißeigenschaften und die gütewerte des schweißgutes nach din en 499 gibt es bei stabelektroden zum schweißen von unlegierten stählen die in tabelle 2 aufgeführten umhüllungstypen dabei muß unterschieden werden zwischen grundtypen und mischtypen die verwendeten buchstaben für die bezeichnung stammen von den englischen begriffen her hier bedeutet c=cellulose zellulose a=acid sauer r=rutile rutil und b=basic basisch in deutschland spielt der rutiltyp eine dominierende rolle stabelektroden können dünnumhüllt sein mitteldickumhüllt oder dickumhüllt bei den rutilelektroden die in allen drei umhüllungsdicken üblich sind werden deshalb die dickumhüllten elektroden zur besseren unterscheidung mit rr bezeichnet typ a c r rr rc ra rb b umhüllung sauer zellulose rutil dick rutil rutilzellulose rutilsauer rutilbasisch basisch 1 schweißfuge 2 stabelektrode 3 flüssiges schweißgut bild 2 4 flüssige schlacke 5 erstarrte schlacke stellung der elektrode in der schweißfuge tabelle 2 umhüllungstypen nach din en 499 3 ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de

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die ewm e-hand-fibel bei legierten und hochlegierten stabelektroden kommt diese vielfalt von umhüllungstypen nicht vor bei den stabelektroden zum schweißen nichtrostender stähle die in din en 1600 genormt sind unterscheidet man z.b nur zwischen rutilelektroden und basischen typen ebenso bei stabelektroden zum schweißen warmfester stähle din en 1599 jedoch gibt es auch hier bei den rutilelektroden rutil-basische mischtypen ohne das dies besonders ausgewiesen wird dies ist z b der fall bei elektroden die bessere schweißeigenschaften in zwangslagen haben stabelektroden zum schweißen hochfester stähle din en 757 gibt es nur mit basischer umhüllung 2.4 eigenschaften der umhüllungstypen die zusammensetzung und die dicke der umhüllung beeinflußt in besonderem maße die schweißeigenschaften dies bezieht sich sowohl auf die stabilität des lichtbogens als auch auf den werkstoffübergang beim schweißen und die viskosität von schlacke und schmelzbad besonders die größe der im lichtbogen übergehenden tropfen ist dabei von bedeutung bild 3 zeigt schematisch den tropfenübergang der vier grundtypen von umhüllungen [1 der zellulosetyp bild 3 c hat einen mittel bis grobtropfigen werkstoffübergang pa pb pg pc pf pd pe bild 4 schweißpositionen nach iso 6947 a c b d a zellulose typ b rutil typ c saurer typ d basischer typ bild 3 werkstoffübergang bei verschiedenen umhüllungstypen [1 die umhüllung besteht überwiegend aus organischen bestandteilen die im lichtbogen verbrennen und dabei schutzgas zum schutz der schweißstelle bilden da die umhüllung außer zellulose und anderen organischen stoffen nur geringe mengen von lichtbogenstabilisierenden stoffen enthält entsteht kaum schlacke zellulosetypen sind besonders gut für fallnahtschweißungen bild 4 pos pg geeignet weil kein schlackenvorlauf zu befürchten ist der saure typ a dessen umhüllung zum größten teil aus eisen und manganerzen besteht bietet der lichtbogenatmosphäre größere mengen sauerstoff an dieser wird auch vom schweißgut aufgenommen und verringert dadurch dessen oberflächenspannung die folge sind ein sehr feiner sprühregenartiger werkstoffübergang und ein dünnflüssiges schweißgut elektroden diesen typs sind deshalb nicht für das schweißen in zwangslagen geeignet der lichtbogen ist auch sehr heißgehend gestattet zwar hohe schweißgeschwindigkeiten neigt aber zur bildung von einbrandkerben die beschriebenen nachteile haben dazu geführt daß stabelektroden des reinen sauren typs in deutschland kaum noch angewendet werden an ihre stelle ist der rutilsaure typ ra getreten ein mischtyp zwischen der sauren und der rutilelektrode die elektrode hat auch dementsprechende schweißeigenschaften 4 10.09 ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de

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die ewm e-hand-fibel die umhüllung des rutiltyps r/rr besteht zum größten teil aus titandioxid in form der mineralien rutil tio2 oder ilmenit tio2 feo oder auch von künstlichem titandioxid die elektroden dieses typs zeichnen sich aus durch einen feinbis mitteltropfigen werkstoffübergang ein ruhiges spritzerarmes abschmelzen eine sehr feine nahtzeichnung eine gute schlackenentfernbarkeit und ein gutes wiederzündverhalten letzteres ist in dieser form nur bei rutilelektroden mit hohem anteil von tio2 in der umhüllung zu beobachten es bedeutet daß bei einer bereits einmal angeschmolzenen elektrode ein wiederzünden ohne entfernen des hüllenkraters möglich ist bild 5 [2 der im krater gebildete schlackenfilm hat bei ausreichend hohem tio2-gehalt fast eine leitfähigkeit wie ein halbleiter sodaß beim aufsetzen des kraterrandes auf das werkstück soviel strom fließt daß der lichtbogen zünden kann ohne das der kernstab das werkstück berührt ein solches spontanes wiederzünden ist immer dann wichtig wenn der schweißvorgang z.b bei kurzen nähten häufig unterbrochen wird neben dem reinen rutiltyp gibt es bei dieser gruppe von elektroden noch einige mischtypen da ist der rutil-zellulosetyp rc zu nennen bei dem ein teil des rutils durch zellulose ersetzt wurde da zellulose beim schweißen verbrennt bila b c d a kernstab b umhüllung bild 5 c schlackenfilm im hüllenkrater d werkstück wiederzünden über den hüllenkrater det sich weniger schlacke dieser typ kann deshalb auch in fallnaht pos pg verschweißt werden er besitzt aber auch gute schweißeigenschaften in den meisten anderen positionen ein weiterer mischtyp ist der rutilbasiche typ rb er ist etwas dünner umhüllt als der rr-typ dies und die besondere schlackencharakteristik macht ihn besonders geeignet zum schweißen in senkrecht steigender position pf bliebe noch der basische typ b hierbei besteht die umhüllung zum größten teil aus den basischen oxiden des calziums cao und des magnesiums mgo denen als schlackenverdünner flußspat caf2 zugegeben wird der flußspat verschlechtert in höheren gehalten die wechselstromschweißbarkeit reinbasische elektroden sind deshalb an sinusförmigem wechselstrom nicht zu verschweißen jedoch gibt es auch mischtypen mit weniger flußspat in der umhüllung die an dieser stromart verwendbar sind der werkstoffübergang der basischen elektroden ist mittel bis grobtropfig und das schmelzbad zähfließend die elektrode ist in allen positionen gut verschweißbar die entstehenden raupen sind aber wegen der größeren viskosität des schweißgutes etwas überwölbt und grober gefiedert das schweißgut hat sehr gute zähigkeitseigenschaften basische umhüllungen sind hygroskopisch auf besonders sorgfältige trockene lagerung der elektroden ist deshalb zu achten feucht gewordene elektroden müssen rückgetrocknet werden das schweißgut besitzt aber wenn die elektroden trocken verschweißt werden einen sehr niedrigen wasserstoffgehalt neben stabelektroden mit normalem ausbringen 105 gibt es auch solche die durch eisenpulver das über die umhüllung zugegeben wird ein höheres ausbringen haben meist >160 solche elektroden werden eisenpulvertypen oder auch hochleistungselektroden genannt durch ihre große abschmelzleistung sind sie für viele anwendungen wirtschaftlicher einzusetzen als normalelek5 10.09 ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de

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die ewm e-hand-fibel troden jedoch ist ihre anwendung in der regel auf die waagerechte pa und die horizontale position pb beschränkt typs ist in sich porös und zerfällt unter dem schlackenhammer in kleine stückchen die sich dann leicht entfernen lassen die besonderen eigenschaften der rutilelektrode r rr nämlich das gute wiederzünden die leichte schlackenentfernbarkeit und das gute nahtaussehen bestimmen ihre einsatzschwerpunkte dies sind heftarbeiten sowie das schweißen von kehlnähten und decklagen wo es auf eine vollständige schlackenentfernung und auf ein gutes nahtaussehen ankommt der rutil-zellulose-typ rc läßt sich in allen positionen einschließlich fallnaht verschweißen er ist deshalb universell einsetzbar besonders unter montagebedingungen vor allem die dickumhüllte variante die auch hinsichtlich des nahtaussehens höhere anforderungen erfüllt ist deshalb in kleineren betrieben oft die all-round-elektrode die rutilbasische elektrode rb eignet sich wegen ihrer etwas dünneren umhüllung und deren besonderer charakteristik besonders gut für das schweißen von wurzellagen und das schweißen in pos pf ein bevorzugtes anwendungsgebiet ist deshalb das verlegen von rohrleitungen mit kleinen und mittleren durchmessern die basische elektrode b eignet sich für das schweißen in allen positionen spezialtypen sind sogar für das fallnahtschweißen geeignet allerdings fällt das nahtaussehen etwas gegenüber anderen typen ab dafür hat das schweißgut aber innere werte von allen elektrodentypen besitzen basische elektroden die besten zähigkeitseigenschaften und die beste rißsicherheit des schweißgutes sie werden deshalb dort eingesetzt wo schwierige verhältnisse hinsichtlich der schweißeignung der grundwerkstoffe vorliegen z.b bei stählen mit eingeschränkter schweißeignung oder bei großen wanddicken ferner wenn eine große zähigkeit in der verbindung gefragt ist z.b bei bauwerken die im späteren betrieb tiefen temperaturen ausgesetzt sind der niedrige wasserstoffgehalt 6 10.09 3 welche elektrode für welchen zweck bei der auswahl von stabelektroden müssen werkstoffliche und schweißtechnische gesichtspunkte beachtet werden 3.1 auswahl nach schweißtechnischen gesichtspunkten jeder elektrodentyp hat ganz spezifische schweißeigenschaften und wird deshalb auch für ganz bestimmte schweißaufgaben eingesetzt die zelluloseelektrode c verwendet man wegen ihrer guten eignung zum fallnahtschweißen pos pg zum schweißen der rundnähte an rohren größerer durchmesser bevorzugtes anwendungsgebiet ist hierbei das verlegen von pipelines bild 6 im vergleich mit dem schweißen in senkrecht steigender position pf kann man hier schon für die wurzellage relativ dicke elektroden 4 mm einsetzen dies bringt wirtschaftliche vorteile der besondere vorteil des rutilsauren mischtyps ra ist der schlackenabgang in engen fugen wo eine kompakte schlacke eingeklemmt wird und sich schlecht ablöst die schlacke des ra bild 6 schweißen im rohrleitungsbau mit zelluloseelektroden ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de

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die ewm e-hand-fibel macht diesen typ auch besonders geeignet zum schweißen hochfester stähle 3.2 auswahl nach werkstofflichen gesichtspunkten die festigkeits und zähigkeitseigenschaften des grundwerkstoffs müssen in der regel auch im schweißgut erreicht werden um die elektrodenauswahl in dieser hinsicht zu erleichtern sind in der vollständigen bezeichnung einer stabelektrode nach din en 499 auch hinweise über die mindestwerte von streckgrenze zugfestigkeit und zähigkeit des schweißgutes und zu einigen schweißeigenschaften enthalten tabelle 3 macht dies an einem beispiel deutlich die kurzbezeichnung e 46 3 b 42 h5 bedeutet die stabelektrode zum e-handschweißen e hat eine streckgrenze von 2 mind 460 n/mm eine zugfestigkeit zwischen 530-680 n/mm2 und eine mindestdehnung von 20 46 eine kerbschlagarbeit von 47 joule wird bis zu einer temperatur von -30°c erreicht 3 die elektrode ist basisch umhüllt b nun folgen nicht obligatorisch einige angaben zum ausbringen und zur stromeignung der elektrode die im beispiel genannte stabelektrode hat ein ausbringen von 105 bis 125 und ist nur an gleichstrom 4 in allen positionen außer fallnaht zu verschweißen 2 der wasserstoffgehalt des schweißgutes liegt unter 5 ml 100 g schweißgut h5 wenn das schweißgut außer mangan noch andere legierungselemente enthält dann werden diese vor dem kurzzeichen für den umhüllungstyp mit den kurzzeichen für die chemischen elemente und evtl mit zahlen für den prozentgehalt angegeben z.b 1ni ein niedriger wasserstoffgehalt ist wichtig beim schweißen von stählen die zu wasserstoffinduzierter rissbildung neigen wie beispielsweise hochfeste stähle hier gibt das kennzeichen für den wasserstoffgehalt die notwendigen informationen Ähnliche bezeichnungssysteme gibt es auch für hochfeste elektroden din en ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de 757 warmfeste elektroden din en 1599 sowie für nichtrostende elektroden din en 1600 bei den warmfesten und nichtrostenden elektroden müssen neben den festigkeitseigenschaften aber auch die warmfestigkeits bzw korrosionseigenschaften der schweißgüter mit denen der grundwerkstoffe übereinstimmen hierbei gilt deshalb die regel daß das schweißgut möglichst artgleich oder etwas höherlegiert als der grundwerkstoff sein sollte 7 10.09

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die ewm e-hand-fibel kennzeichen für die kerbschlagarbeit des schweißgutes kennzeichen für die umhüllungstypen kennzeichen kennziffer für die festigkeits und dehnungseigenschaften des schweißgutes z a 0 2 3 4 5 6 temperatur für mindestkerbschlagarbeit 47j °c keine anforderungen +20 0 -20 -30 -40 -50 -60 typ a c r rr rc ra rb b umhüllung sauer zellulose rutil dick rutil rutilzellulose rutilsauer rutilbasisch basisch kennziffer 35 38 42 46 50 mindeststreckgrenze n/mm2 355 380 420 460 500 zugfestigkeit n/mm2 440 bis 570 470 bis 600 500 bis 640 530 bis 680 560 bis 720 mindestbruchdehnung 22 20 20 20 18 e 46 3 b 42 h5 1 alle positionen 2 alle positionen außer fallnaht 3 stumpfnaht in pos pa kehlnaht in pos pa und pb 4 stumpfnaht in pos pa kehlnaht in pos pa 5 positionen wie 3 plus pos pg wasserstoffgehalt in ml 100 g schweißgut max h5 5 h10 10 h15 15 kennzeichen für wasserstoffgehalt des schweißgutes kennzeichen kennziffer 1 2 3 4 5 6 7 8 ausbringen stromart wechsel und gleichstrom 105 gleichstrom wechsel und gleichstrom 105 125 gleichstrom wechsel und gleichstrom 125 160 gleichstrom wechsel und gleichstrom 160 gleichstrom tabelle 3 elektrodenbezeichnung nach din en 499 ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de 8 10.09

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die ewm e-hand-fibel 4 fugenvorbereitung 4.1 fugenformen bild 7 zeigt die wichtigsten fugenformen die für das e-hand-schweißen zur anwendung kommen beim i-stoß muß im oberen blechdickenbereich die wurzel von der rückseite ausgefugt werden Ähnliches empfiehlt sich aus gründen der fehlervermeidung auch immer wenn gegenlagen zu schweißen sind und beim beidseitigen schweißen von x und dy-nähten im stoßart i-naht v-naht y-naht werkstückdicke skizze mm einseitig 3-8 beidseitig <8 einseitig 3-10 mit gegenlage 3-40 einseitig 5-40 mit gegenlage >10 oberen dickenbereich bei der v und hv-naht kann die wurzelphase auch leicht gebrochen werden die steghöhe bei der y-naht richtet sich nach der anwendbaren stromstärke u und dunähte kommen aus wirtschaftlichen gründen vor allem bei größeren wanddicken zur anwendung weil wegen des kleineren Öffnungswinkels das einzubringende nahtvolumen geringer ist als bei v y x und dy-nähten bei den kehlnähten sollte der spalt zwischen den fügepartnern so gering wie möglich gehalten werden damit keine schlacke in diesen eindringen kann dies gilt vor allem für t-stöße Überlappstöße und kehlnähte 4.2 anbringen der fugenflanken das anschrägen der fügekanten erfolgt bei un und niedriglegierten stählen in der regel durch autogenes brennschneiden hochlegierte stähle und die metalle die lichtbogenhandgeschweißt werden können mit dem plasmalichtbogen schmelzgeschnitten werden ein entfernen der beim thermischen trennen entstehenden oxidhäute ist nicht unbedingt erforderlich kann aber in sonderfällen notwendig werden wenn besondere anforderungen hinsichtlich der einhaltung geringer toleranzen gestellt werden kann auch ein mechanisches anarbeiten der fugenflanken empfohlen werden dies gilt besonders für rundnähte die modernen möglichkeiten des schneidens mit dem elektronenstrahl oder dem laserstrahl kommen mehr bei der mechanisierten fertigung vor und sind beim e-hand-schweißen eher die ausnahme x-naht beidseitig 10 u-naht einseitig 12 mit gegenlage >12 einseitig 3-10 mit gegenlage 3-30 v-naht kehlnaht-tstoß einseitig >2 kehlnahteckstoß einseitig >2 beidseitig 3 kehlnahtÜberlappstoß kehlnahtdoppelkehlnaht bild 7 elektrodenhalter stabelektrode kernstab umhüllung werkstück lichtbogen einseitig >2 stromquelle or beidseitig 2 werkstückklemme fugenformen nach din en 29692iso 9692 bild 8 9 der schweißstromkreis [2 10.09 ewm hightec welding gmbh dr günter-henle-str 8 d-56271 mündersbach/ww germany www.ewm.de

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