p. 27 SNB: Quartalsheft 2 / 2013 Juni

 

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Quartalsheft 2 / 2013 Juni der Schweizerischen Nationalbank

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Quartalsheft 2    013  Juni /2 31. Jahrgang

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Inhalt Seite Bericht über die Geldpolitik 1 Geldpolitischer Entscheid vom 20. Juni 2013 Geldpolitisches Konzept der SNB 2 Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen 3 Wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz 4 Preise und Inflationserwartungen 5 Monetäre Entwicklung 4 5 6 7 13 19 23 Konjunkturtendenzen 30 Geld- und währungspolitische Chronik 34 Quartalsheft 2    013  Juni  /2   3

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Bericht über die Geldpolitik Bericht für die vierteljährliche Lagebeurteilung des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank vom Juni 2013 Der Bericht beschreibt die wirtschaftliche und monetäre Ent-  wick ung und erläutert die Inflationsprognose. Er zeigt, wie die  l SNB die Wirtschaftslage beurteilt und welche Konsequenzen  sie daraus für die Geldpolitik ableitet. Der erste Teil («Geldpolitischer Entscheid vom 20. Juni 2013») ist der im Anschluss an  die Lagebeurteilung abgegebenen Medienmitteilung  entnommen. Dieser Bericht berücksichtigt Daten und Informationen, die bis  zum 20. Juni 2013 bekannt wurden. Alle Veränderungsraten  gegenüber der Vorperiode beruhen – falls nichts anderes angegeben wird – auf saisonbereinigten Daten und sind auf ein   Jahr hochgerechnet.

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1 Geldpolitischer Entscheid  vom 20. Juni 2013 Die Weltwirtschaft entwickelte sich im ersten Quartal 2013 schwächer als erwartet. In der Eurozone setzte sich die Rezession fort. In den USA blieb die Erholung zögerlich und in China verlor die Konjunktur an Kraft. In der Schweiz stieg das reale Bruttoinlandprodukt im ersten Quartal deutlich an. Für das zweite Quartal rechnet die SNB jedoch mit einer spürbaren Abschwächung des Wachstums. Insgesamt erwartet sie für 2013 unverändert ein Wachstum von 1% –1,5%. Die Risiken für die Schweizer Wirtschaft bleiben hoch. Sie stammen weiterhin vor allem aus dem internationalen Umfeld. Eine Abschwächung der globalen Konjunkturdynamik kann nicht ausgeschlossen werden. Die weitere Entwicklung der Finanz- und Staatsschuldenkrise in der Eurozone bleibt ungewiss. An den globalen Finanzmärkten können jederzeit erneute Anspannungen auftreten. Im Inland besteht angesichts der andauernden Phase ausserordentlich tiefer Zinsen die Gefahr, dass die Ungleichgewichte am Hypothekar- und Immobilienmarkt zunehmen. Nationalbank bekräftigt Mindestkurs Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält unverändert am Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest. Der Franken bleibt nach wie vor hoch bewertet. Eine Aufwertung des Frankens würde die Preisstabilität gefährden und hätte schwerwiegende Folgen für die Schweizer Wirtschaft. Der Mindestkurs bleibt im gegenwärtigen Umfeld wichtig, um bei einem plötzlichen Aufwertungsdruck auf den Franken eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen für die Schweiz zu vermeiden. Die SNB steht bereit, den Mindestkurs wenn nötig durch den Kauf von Devisen in unbeschränkter Höhe durchzusetzen und bei Bedarf weitere Massnahmen zu ergreifen. Das Zielband für den Dreimonats-Libor (3M-Libor) wird bei 0% – 0,25% belassen. Die bedingte Inflationsprognose der SNB hat sich gegenüber März kaum verändert. Nur die Inflation für das laufende Jahr wird durch einen tieferen Ölpreis leicht gedämpft. Die Prognose beruht weiterhin auf einem unveränderten 3M-Libor von 0% über die nächsten drei Jahre. Für 2013 erwartet die SNB nun eine leicht tiefere Inflation von minus 0,3%. Für die Jahre 2014 und 2015 beträgt die prognostizierte Inflation unverändert 0,2% bzw. 0,7%. Auf absehbare Zeit wird die Inflation in der Schweiz somit sehr tief bleiben. Grafik 1.1 bedingte inflationsprognose juni 2013 Veränderung des Landesindexes der Konsumentenpreise gegenüber Vorjahr in % % 1,5 1,0 0,5 0,0 –0,5 –1,0 –1,5 2010 Inflation Quelle: SNB 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Prognose Juni 2013 (mit Libor 0,00%) Prognose März 2013 (mit Libor 0,00%) Quartalsheft 2    013  Juni  /2   5

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Geldpolitisches Konzept der SNB Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den gesetzlichen Auftrag, die Preisstabilität zu gewähr­ leisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Umsetzung dieses Auftrages hat die SNB in einem dreiteiligen geldpolitischen Konzept präzisiert. Erstens versteht die SNB unter Preisstabilität einen Anstieg des Landesindexes der Konsumentenpreise (LIK) von weni­ ger als 2% pro Jahr. Damit berücksichtigt sie die Tat­ sache, dass der LIK die effektive Teuerung leicht über­ zeichnet. Gleichzeitig lässt sie zu, dass die Teuerung im Konjunkturzyklus etwas schwankt. Zweitens fasst die SNB ihre Beurteilung der Lage und des geldpolitischen Handlungsbedarfs vierteljährlich in einer Inflationspro­ gnose zusammen. Diese Prognose zeigt unter der Annahme eines konstanten kurzfristigen Zinssatzes die von der SNB erwartete LIK­Entwicklung über die nach­ folgenden drei Jahre. Drittens legt die SNB ihr opera­ tionelles Ziel in Form eines Zielbandes für den Drei­ monats­Libor (3M­Libor) des Schweizer Frankens fest. Zurzeit gilt zusätzlich ein Mindestkurs gegenüber dem Euro. Tabelle 1.1 beobachtete inflation juni 2013 2010 2011 2012 2013 2010 2011 2012 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. Inflation 1,1 1,0 0,3 0,3 0,6 0,4 0,4 – 0,5 – 0,9 – 1,0 – 0,5 – 0,3 – 0,4 0,7 0,2 – 0,7 bedingte inflationsprognose juni 2013 2013 2014 2015 2016 2013 2014 2015 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. Prognose März 2013, Libor 0,00% Prognose Juni 2013, Libor 0,00% Quelle: SNB – 0,4 – 0,4 – 0,5 – 0,1 – 0,2 0,0 – 0,1 0,1 0,0 0,2 0,1 0,3 0,2 0,4 0,3 0,5 0,5 0,6 0,6 0,8 0,7 0,9 0,9 1,0 – 0,2 – 0,3 0,2 0,2 0,7 0,7 6 Quartalsheft 2    013  Juni      /2

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2  Weltwirtschaftliche  Rahmenbedingungen  Grafik 2.1 globale exporte Periodendurchschnitt = 100 Index 115 110 105 100 95 90 85 80 75 2009 Welt Industrieländer 2010 2011 2012 2013 Die Weltwirtschaft entwickelte sich im ersten Quartal schwächer als erwartet. In den aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere in China, verlor die Konjunktur an Kraft. In der Eurozone nahm das Bruttoinlandprodukt (BIP) weiter spürbar ab, und in den USA blieb die Erholung zögerlich. Unter den Industrieländern gewann einzig Japan merklich an Schwung. Insgesamt resultierte ein globales Wachstum von rund 3%. Das Welthandelsvolumen legte moderat zu (Grafik 2.1). Das globale BIP-Wachstum dürfte sich jedoch in den kommenden Quartalen allmählich festigen. In den USA werden die Konsumausgaben durch die langsame, aber stetige Erholung am Arbeitsmarkt und die steigenden Vermögenspreise stimuliert. In Japan wirkt die sehr expansive Wirtschaftspolitik belebend. Schliesslich dürfte auch die Eurozone dank der beobachteten Entspannung der Finanzmarktbedingungen und des anziehenden internationalen Handels allmählich aus der Rezession herausfinden. Die fiskalpolitische Belastung wird zudem im nächsten Jahr in den meisten Mitgliedländern abnehmen. Die Belebung des Welthandels wird auch den aufstrebenden Volkswirtschaften Impulse verleihen. Da einige dieser Länder bestrebt sind, das starke Kreditwachstum und die Inflationserwartungen zu dämpfen, dürfte jedoch das Wirtschaftswachstum die Spitzenwerte der jüngsten Vergangenheit nicht erreichen. Aufstrebende Länder Quellen: CPB, Thomson Financial Datastream Grafik 2.2 aktienmärkte Periodenbeginn = 100 (linke Skala), Tageswerte Index 200 175 150 125 100 75 2009 2010 2011 2012 2013 Index 60 50 40 30 20 10 Entwickelte Märkte (MSCI) Aufstrebende Märkte Implizite Volatilität (VIX) (rechte Skala) Quellen: Reuters, Thomson Financial Datastream Tabelle 2.1 weltwirtschaftliches basisszenario Szenario 2010 2011 2012 2013 2014 2015 BIP, Veränderung gegenüber Vorjahr in % Global 1 USA Eurozone Japan Erdölpreis in USD pro Fass 2 1 Gewichtet gemäss Kaufkraftparitäten (USA, Eurozone, Vereinigtes Königreich, Japan, China, Südkorea, Taiwan, Hongkong, Singapur, Indien, Brasilien und Russland) 2 Niveau Quellen: SNB, Thomson Financial Datastream 5,1 2,4 1,9 4,7 3,7 1,8 1,5 – 0,5 2,9 2,2 – 0,5 3,0 2,0 – 0,6 4,3 2,8 1,2 2,3 4,6 3,5 2,2 1,1 2,0 1,9 79,6 111,4 111,7 105,4 103,0 103,0 Quartalsheft 2    013  Juni  /2   7

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Grafik 2.3 europäische langfristzinsen 10-jährige Staatspapiere, Tageswerte % 17,5 15,0 12,5 10,0 7,5 5,0 2,5 0,0 2009 Deutschland Frankreich Quelle: Thomson Financial Datastream 2010 2011 Italien Spanien 2012 2013 Portugal Die SNB hat ihre kurzfristigen Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft geringfügig nach unten angepasst. Grund dafür ist in erster Linie die hartnäckige Wachstumsschwäche in einzelnen Mitgliedländern der Eurozone. Die Aussichten für die Weltwirtschaft bleiben sehr unsicher, und die Risiken sind weiterhin mehrheitlich nach unten gerichtet. Das Hauptrisiko geht nach wie vor von der europäischen Finanz- und Staatsschuldenkrise aus. In ihrem Basisszenario nimmt die SNB an, dass mit einer allmählichen Lösung der Probleme die Krise nachhaltig überwunden wird. Kurzfristig sind jedoch erneute Anspannungen an den Finanzmärkten nicht auszuschliessen. In einigen Schwellenländern besteht zudem das Risiko, dass strukturelle Probleme nicht entschieden genug angegangen werden und sich die aktuelle Wachstumsschwäche deshalb weiterzieht. Den Prognosen der SNB liegen Annahmen zum Erdölpreis und zum Euro-Dollar-Wechselkurs zugrunde. Für Erdöl der Sorte Brent geht die SNB über den Prognosezeitraum von einem Preis von 103 US-Dollar pro Fass aus, 13 Dollar tiefer als in den vor drei Monaten getroffenen Annahmen. Insgesamt sind die internationalen Rohstoffpreise in den letzten Wochen gesunken. Für den Eurokurs in USDollar unterstellt die SNB einen Wechselkurs von 1.30. Grafik 2.4 internationale langfristzinsen 10-jährige Staatspapiere, Tageswerte % 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 2009 USA 2010 Japan 2011 2012 Deutschland 2013 InternatIonale FInanzund rohwarenmärkte Die Finanzmärkte zeichnen sich seit der Lagebeurteilung von Mitte März durch eine erhöhte Volatilität aus. Die Stimmung verbesserte sich zunächst, wozu die expansivere Geldpolitik der EZB und der neue wirtschaftspolitische Kurs in Japan beitrugen. Auch der weitere Abbau des Überangebots am Immobilienmarkt und der Verschuldung der privaten Haushalte in den USA wirkten positiv. Im Mai nahm die Unsicherheit jedoch wieder zu, als über eine bevorstehende Drosselung der Wertschriftenkäufe der US-Zentralbank spekuliert wurde und erste strukturelle Reformpläne in Japan enttäuschten. Vor diesem Hintergrund legten die globalen Aktienmarktindizes zunächst weiter zu (Grafik 2.2). In den USA erreichte der Aktienmarkt einen historischen Höchststand, während er in Europa und in Japan weiter aufholte. Ab Mitte Mai gingen jedoch die starken Kursgewinne der Vorwochen teilweise wieder verloren. Der Euro tendierte gegenüber dem US-Dollar seitwärts. Unter dem Einfluss eines geldpolitischen Regimewechsels in Japan verlor der Yen auf handelsgewichteter Basis weiter an Wert (Grafik 2.5). An den Anleihemärkten bildeten sich die Risikoprämien der südeuropäischen Staatspapiere gegenüber deutschen Bundesanleihen weiter zurück. Die Renditen von Staatsanleihen in den USA, Japan und Deutschland stiegen in den letzten Wochen an, bleiben aber historisch tief (Grafik 2.4). Die Rohstoffmärkte tendierten insgesamt leicht schwächer. Wachstumsbefürchtungen in Bezug auf China dämpften die Preise konjunktursensitiver Industrie- Quelle: Thomson Financial Datastream Grafik 2.5 wechselkurse Periodenbeginn = 100, Tageswerte Index 120 115 110 105 100 95 90 85 80 2009 2010 2011 2012 2013 USD handelsgewichtet JPY handelsgewichtet Quellen: Reuters, Thomson Financial Datastream EUR handelsgewichtet 8 Quartalsheft 2    013  Juni      /2

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rohwaren. Unter dem Einfluss der verhaltenen globalen Nachfrage, eines steigenden Erdölangebots und hoher Erdöllagerbestände in den USA tendierten auch die Erdölpreise nach unten (Grafik 2.6). Dagegen blieben die Preise von Agrarrohstoffen weitgehend unverändert. Grafik 2.6 rohwarenpreise Tageswerte Index 140 USD/Fass 150 125 100 75 50 25 2009 2010 2011 2012 2013 uSa Die amerikanische Wirtschaft expandierte im ersten Quartal 2013 um 2,4%, nachdem sie im Vorquartal vor allem aufgrund temporärer Faktoren nahezu stagniert hatte (Grafik 2.7). Die private Binnennachfrage bildete im ersten Quartal die treibende Kraft. Dagegen belasteten tiefere Verteidigungsausgaben und ein negativer Aussenbeitrag das Wachstum. Die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten sind nach wie vor schwach ausgelastet, und die Arbeitslosenquote blieb mit 7,6% im Mai hoch (Grafik 2.10). Die SNB geht davon aus, dass die privaten Konsumausgaben sowie die Ausrüstungsinvestitionen gegen Jahresende hin allmählich an Kraft gewinnen. Die Wohnbautätigkeit dürfte sich zwar weiterhin robust entwickeln, aufgrund ihres kleinen Gewichts im BIP jedoch nur verhältnismässig wenig zum Wachstum beitragen. Von der Fiskalpolitik sind über die nächsten Jahre dämpfende Effekte zu erwarten. Insgesamt hat die SNB ihre Wachstumsprognose für die amerikanische Wirtschaft leicht nach unten angepasst. Für 2013 und 2014 erwartet sie nun ein Wachstum von 2,0% bzw. 2,8% (Tabelle 2.1). Als Folge der restriktiven Fiskalpolitik dürfte das Staatshaushaltsdefizit rasch abnehmen und die Verschuldung relativ zum BIP ab Ende 2014 langsam zurückgehen. Die an den Konsumentenpreisen gemessene Teuerung gab auf 1,4% im Mai nach (Grafik 2.11). Auch die weniger volatile Kernteuerung schwächte sich leicht auf 1,7% ab (Grafik 2.12). Da die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten weiterhin unterdurchschnittlich ausgelastet sind und die Löhne schwach wachsen, dürfte der Teuerungsdruck vorläufig verhalten bleiben. Die amerikanische Geldpolitik bleibt sehr expansiv. Das Zielband des Leitzinses liegt seit Dezember 2008 bei 0% – 0,25% (Grafik 2.13). Die Federal Reserve beabsichtigt, den Leitzins nicht zu erhöhen, solange die Arbeitslosenrate über 6,5% liegt, ihre mittelfristige Inflationsprognose 2,5% nicht übersteigt und die langfristigen Inflationserwartungen gut verankert bleiben. Zudem will sie weiterhin monatlich Wertschriften im Umfang von 85 Mrd. US-Dollar erwerben, solange sich der Ausblick für den Arbeitsmarkt nicht signifikant verbessert und die Preisstabilität nicht gefährdet ist. 120 100 80 60 40 Rohwaren ohne Energie Erdöl (Brent, Spot) (rechte Skala) Quellen: Reuters, Thomson Financial Datastream Grafik 2.7 reales bip: industrieländer Veränderung gegenüber Vorperiode % 15 10 5 0 –5 –10 –15 –20 2009 USA 2010 Japan 2011 2012 Eurozone 2013 Quelle: Thomson Financial Datastream Grafik 2.8 reales bip: aufstrebende länder Veränderung gegenüber Vorperiode % 20 15 10 5 0 –5 –10 2009 China1 2010 NIEs2 2011 2012 Brasilien 2013 eurozone In der Eurozone setzte sich die Rezession fort: Das BIP fiel im ersten Quartal um 0,8%, nachdem es im Vorquartal um 2,3% gesunken war (Grafik 2.7). Der Rückgang war damit ausgeprägter als prognostiziert. Die Exporte und die Investitionen schrumpften weiter. Zudem dämpften 1 Schätzung: SNB 2 Gewichtet gemäss Kaufkraftparitäten (Südkorea, Taiwan, Hongkong, Singapur) Quelle: Thomson Financial Datastream Quartalsheft 2    013  Juni  /2   9

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Grafik 2.9 einkaufsmanager-indizes industrie Index 60 55 50 45 40 35 30 25 2009 USA 2010 Japan 2011 2012 2013 China ungünstige Wetterbedingungen die Wertschöpfung im Bau. In Deutschland legte das BIP leicht zu, während es in Frankreich nochmals zurückging. Markant blieb die Rezession in den südlichen Mitgliedländern. Zur schwachen Nachfrage in der Eurozone trug neben den fiskalischen Konsolidierungsmassnahmen auch die Unsicherheit bei, welche die Wahlen in Italien und die Bankenkrise in Zypern ausgelöst hatte. Die bereits sechs Quartale dauernde Rezession in der Eurozone widerspiegelt sich in einer rekordhohen Arbeitslosenrate (Grafik 2.10). Die verfügbaren Indikatoren deuten darauf hin, dass die Konjunkturlage in der Eurozone auch im zweiten Quartal schwierig geblieben ist. Anzeichen einer Belebung der Investitionen sind bisher kaum auszumachen. Die Kreditnachfrage der Unternehmungen geht weiter zurück, und die Beschäftigungspläne bleiben zurückhaltend. Die Beruhigung an den Finanzmärkten und die erwartete graduelle Exporterholung dürften jedoch im Laufe des Jahres zu einer Überwindung der Rezession beitragen. Ab Jahresende werden zudem die Bremseffekte der Fiskalpolitik nachlassen. Für 2013 hat die SNB ihre BIP-Prognose auf – 0,6% gesenkt. Darin widerspiegelt sich die enttäuschende Entwicklung in Frankreich und Italien. Für 2014 erwartet die SNB jedoch weiterhin ein Wachstum von leicht über 1%. Die Konsumentenpreisteuerung liess in der Eurozone infolge tieferer Energiepreise auf 1,4% im Mai nach (Grafik 2.11). Die Kerninflation verharrte bei rund 1,2% (Grafik 2.12). Die aus Umfragen und Finanzmarktdaten ermittelten Teuerungserwartungen für das laufende Jahr sind weiterhin niedrig. Eurozone Quelle: Thomson Financial Datastream, © und Datenbankrecht Markit Economics Ltd 2009, alle Rechte vorbehalten Grafik 2.10 arbeitslosenquoten % 14 12 10 8 6 4 2 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 USA Japan Eurozone Quelle: Thomson Financial Datastream Grafik 2.11 konsumentenpreise Veränderung gegenüber Vorjahr % 8 6 4 2 0 –2 –4 2009 USA 2010 Japan 2011 2012 2013 China Die EZB senkte den Hauptrefinanzierungssatz im Mai um 25 Basispunkte auf 0,50% (Grafik 2.13). Zudem stellt sie den Banken im Rahmen von Refinanzierungsgeschäften bis mindestens Mitte 2014 unbeschränkt Liquidität bereit. Weitere Lockerungsmassnahmen werden geprüft, darunter die bessere Kreditversorgung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Zusammenarbeit mit anderen EU-Institutionen. Japan Unter dem Einfluss der seit Jahresbeginn ergriffenen wirtschaftspolitischen Massnahmen legte das japanische BIP im ersten Quartal deutlich zu (4,1%; Grafik 2.7). Die Exporte holten auf. Auch der private Konsum wuchs robust, wozu die Aktienmarkthausse und der positive Effekt der angekündigten Konjunkturprogramme auf das Vertrauen beitrugen. Schwach blieben die Geschäftsinvestitionen, welche das fünfte Quartal in Folge zurückgingen. Mit den geplanten öffentlichen Infrastrukturprojekten sowie den positiven Impulsen der markanten Yen-Abwertung auf die Exporte dürfte die japanische Wirtschaft ihren Wachstumskurs in den kommenden Quartalen aufrechterhalten. Die Stimmung bei den Haushalten und Unterneh- Eurozone Quelle: Thomson Financial Datastream 10 Quartalsheft 2    013  Juni      /2

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men hat sich seit Dezember 2012 stark verbessert und befindet sich auf dem höchsten Niveau seit Sommer 2007, als die Wirtschaft noch stark expandiert hatte. Der Stimmungsumschwung bei den Unternehmen scheint auch sektoriell an Breite zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund ist damit zu rechnen, dass die Geschäftsinvestitionen allmählich wieder anziehen. Die SNB hat ihre BIP-Prognose für 2013 auf rund 2% angehoben. Für 2014 erwartet sie weiterhin ein Wachstum von etwas über 2%. Mittelfristig wird Japan einen finanzpolitischen Konsolidierungskurs einschlagen müssen, welcher das Wachstum bremsen wird. Die japanischen Konsumentenpreise lagen im April – auch unter Ausschluss der Preise für Energie und Nahrungsmittel – rund einen halben Prozentpunkt unter ihrem Vorjahresstand (Grafiken 2.11 und 2.12). Die seit Mitte 2012 anhaltende Yen-Abwertung und die für dieses Jahr vorgesehenen Erhöhungen der Elektrizitätsgebühren werden die Teuerung in den kommenden Monaten anheben. Zudem könnten mittelfristig von den allmählich steigenden Inflationserwartungen positive Impulse auf die Preisentwicklung ausgehen. Die Bank of Japan vollzog im April einen Regimewechsel. Kernelement der neuen Geldpolitik bildet die geplante Verdoppelung der monetären Basis, also der Summe der Sichteinlagen und des in Umlauf befindlichen Bargeldes, auf 270 Billionen Yen, was rund der Hälfte des nominalen BIP entspricht (Grafik 2.14). Die Liquiditätszufuhr soll durch massive Käufe japanischer Staatsanleihen mit langer Laufzeit erfolgen. Innerhalb von rund zwei Jahren soll eine Inflationsrate von 2% erreicht werden. Grafik 2.12 kerninflation1 Veränderung gegenüber Vorjahr % 4 3 2 1 0 –1 –2 2009 USA 2010 Japan 2011 2012 2013 China Eurozone 1 Ohne Nahrungsmittel und Energie Quellen: CEIC, Thomson Financial Datastream Grafik 2.13 offizielle zinssätze Tageswerte % 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 2009 USA1 Japan2 2010 2011 Eurozone3 China4 (rechte Skala) 2012 2013 % 7,0 6,5 6,0 5,5 5,0 4,5 auFStrebende VolkSwIrtSchaFten Der wirtschaftliche Aufschwung in den aufstrebenden Volkswirtschaften verlangsamte sich im ersten Quartal. Wichtige gemeinsame Faktoren bildeten die verhaltene Nachfrage aus den Industrieländern, die Unsicherheit über den Ausgang der europäischen Finanz- und Staatsschuldenkrise sowie eine schwächere Konsumnachfrage. Nach dem Aufschwung im Herbst 2012 verlor die chinesische Konjunktur wieder etwas an Kraft (Grafik 2.8). Nachfragedämpfend wirkten insbesondere neue Massnahmen gegen die Korruption im öffentlichen Sektor, während die staatlichen Infrastrukturinvestitionen weiterhin stützend wirkten. In Indien dagegen trugen die zyklischen Industriesektoren dank günstigerer Finanzierungsbedingungen zu einer zaghaften konjunkturellen Wiederbelebung bei. In den neu industrialisierten asiatischen Volkswirtschaften schwächte sich das BIP-Wachstum im ersten Quartal insgesamt ab, wobei die Entwicklung von Land zu Land recht unterschiedlich ausfiel. In Brasilien fiel das Wachstum moderat aus, da die hohe Teuerung auf die real verfügbaren Einkommen und damit den Privatkonsum drückte. Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung in den aufstrebenden Volkswirtschaften 1 Federal Funds Rate 2 Tagesgeldzielsatz 3 Hauptrefinanzierungssatz 4 Einjähriger Ausleihsatz Quelle: Thomson Financial Datastream Grafik 2.14 monetäre basis Relativ zum BIP % 30,0 27,5 25,0 22,5 20,0 17,5 15,0 12,5 10,0 2009 USA 2010 Japan 2011 2012 Eurozone 2013 Quelle: Thomson Financial Datastream Quartalsheft 2    013  Juni  /2   11

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wieder festigt. Die starke Yen-Abwertung belastet zwar die Exportperspektiven einiger Volkswirtschaften wie Südkorea und Taiwan, deren Sektoren in direkter Konkurrenz zu Japan stehen, doch profitieren andere von der steigenden japanischen Nachfrage nach Zwischenprodukten. Dank robust wachsender Einkommen dürften die Konsumausgaben der privaten Haushalte wieder an Kraft gewinnen. Zudem stützen die in den letzten Quartalen eingeleiteten geld- und fiskalpolitischen Lockerungsschritte. Die Konsumentenpreisinflation hat sich in den aufstrebenden Volkswirtschaften seit Jahresbeginn uneinheitlich entwickelt. In China blieb sie moderat. Bei einer Kernteuerung von weniger als 2% betrug die Jahresteuerungsrate im Mai 2,1% (Grafiken 2.11 und 2.12). In Indien liess die Jahresteuerung auf 4,7% nach, während sie in Brasilien im Zuge gestiegener Import- und Nahrungsmittelpreise auf 6,5% kletterte und damit an der oberen Grenze des Zielbandes der Notenbank liegt. Die Unterschiede in der Konjunktur- und Inflationsentwicklung prägten auch die Geldpolitik. Brasiliens Zentralbank hob im April und Mai die Leitzinsen an, nachdem diese bis Oktober 2012 massiv gesenkt worden waren. In Indien dagegen bewog die nachlassende Teuerung die Zentralbank zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung. Auch die Bank of Korea senkte im Mai den Leitzins, um die im April beschlossenen fiskalischen Konjunkturmassnahmen zu unterstützen. Chinas Zentralbank tolerierte ein starkes Kreditwachstum, liess im Gegenzug jedoch eine weitere Aufwertung der Währung auf handelsgewichteter Basis zu. 12 Quartalsheft 2    013  Juni      /2

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3  Wirtschaftliche Entwicklung  in der Schweiz  Grafik 3.1 wachstumsbeiträge nach sektoren Veränderung gegenüber Vorperiode % 6 4 2 0 –2 –4 Wie erwartet hat sich das BIP-Wachstum in der Schweiz im ersten Quartal vorübergehend belebt. Gemäss erster Schätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) nahm das reale BIP im ersten Quartal um 2,3% zu. Die privaten Konsumausgaben und die Bauinvestitionen entwickelten sich positiv. Dagegen blieben die Impulse aus dem Ausland schwach. Zwar trug der Aussenhandel – anders als im Vorquartal – zum Wachstum bei, jedoch massgeblich aufgrund stark rückläufiger Einfuhren. Die Ausrüstungsinvestitionen liessen ebenfalls nach. Dank des robusten BIP-Wachstums hat sich die negative Produktionslücke im ersten Quartal etwas verringert. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie nahm zu, blieb aber auf tiefem Niveau. Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich indessen weiter eingetrübt. So ist die Zahl der Arbeitslosen im Frühjahr nochmals leicht gestiegen. Für das zweite Quartal rechnet die SNB mit einer spürbaren Wachstumsabschwächung. Danach dürfte die Konjunktur im Gleichschritt mit dem Gang der Weltwirtschaft allmählich wieder an Schwung gewinnen. Für das Jahr 2013 erwartet die SNB weiterhin ein BIP-Wachstum von 1% –1,5%. –6 2009 2010 2011 2012 2013 Banken Bau Andere BIP Verarbeitende Industrie Handel Dienstleistungen Öffentliche Verwaltung und Gesundheit Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Grafik 3.2 wachstumsbeiträge: nachfrageseitig Veränderung gegenüber Vorperiode % 15 10 5 0 –5 –10 –15 GeSamtnachFraGe und produktIon Steigende Wertschöpfung im Bau- und Finanzsektor 2009 2010 2011 Importe Lager 2012 2013 BIP Das BIP wuchs im ersten Quartal 2013 robust. Die Wachstumsimpulse gingen vor allem vom Bau- und vom Finanzsektor aus (Grafik 3.1). Auch der Gesundheitssektor entwickelte sich nach wie vor dynamisch. Andere Sektoren wiesen hingegen nur ein schwaches Wachstum auf. Die verarbeitende Industrie verzeichnete nach dem Rückgang im Vorquartal einen leichten Anstieg der Wertschöpfung. Der Handel stagnierte. Dagegen erlitt das Gastgewerbe, das sich in den letzten Quartalen stabilisiert hatte, einen Rückschlag. Positiver Aussenhandelsbeitrag trotz fallender Exporte Inländische Endnachfrage Exporte Quelle: SECO Grafik 3.3 exporte: wachstumsbeiträge Veränderung gegenüber Vorperiode % 30 20 10 0 –10 –20 –30 2009 2010 2011 2012 Total 2013 Die Nettoexporte (ohne Wertsachen) verzeichneten im ersten Quartal ein deutliches Plus (Grafik 3.2). Während die Exporte gegenüber dem Vorquartal leicht zurückgingen (Grafik 3.3), sanken die Importe stark (Grafik 3.4). Somit resultierte ein Aussenhandelsbeitrag zum BIP-Wachstum von rund 2,5 Prozentpunkten. Die schwache Weltkonjunktur drückte die Ausfuhren von Maschinen und Metallen. Dagegen legten die Warenexporte in den Bereichen Uhren und Bijouterie sowie die Waren (ohne Wertsachen) Dienstleistungen Quelle: SECO Quartalsheft 2    013  Juni  /2   13

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Grafik 3.4 importe: wachstumsbeiträge Veränderung gegenüber Vorperiode % 30 20 10 0 –10 –20 2009 2010 2011 2012 Total 2013 Ausfuhren von Schienenfahrzeugen zu. Der offiziell ausgewiesene Rückgang der Warenexporte wurde massgeblich durch eine methodologische Änderung in der Erfassung des Elektrizitätshandels verursacht. Auch die Dienstleistungsexporte gingen insgesamt zurück. Die Transporteinnahmen und die Tourismusexporte sanken. Dagegen legten die Einnahmen aus dem Transithandel nach drei schwachen Quartalen merklich zu. Solide Binnennachfrage Waren (ohne Wertsachen) Dienstleistungen Quelle: SECO Die inländische Endnachfrage expandierte im ersten Quartal weiter (Grafik 3.5 und Tabelle 3.1). Begünstigt durch die Zuwanderung, die in den letzten Quartalen gestiegenen realen Einkommen sowie die jüngste Aufhellung der Konsumentenstimmung erwies sich der private Konsum abermals als eine wichtige konjunkturelle Stütze. Besonders für Gesundheit sowie für Wohnen gaben die privaten Haushalte mehr aus, wobei insbesondere das kalte Wetter den Heizölverbrauch erhöhte. Tabelle 3.1 reales bip und komponenten Wachstumsraten gegenüber Vorperiode in %, annualisiert 2009 2010 2011 2012 2011 2. Q. 3. Q. 4. Q. 2012 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 2013 1. Q. Privater Konsum Staatlicher Konsum Anlageinvestitionen Bau Ausrüstungen Inländische Endnachfrage Lagerveränderung Exporte total Waren 2 2 1 1,8 3,3 – 8,0 1,6 0,7 4,8 3,5 5,8 2,2 0,5 7,5 9,4 3,7 8,1 10,6 – 1,5 1,2 2,0 4,0 2,4 5,2 1,9 – 0,2 2,5 0,5 – 0,2 – 3,2 1,7 7,8 – 8,3 – 3,9 – 11,7 0,9 3,6 1,2 – 2,4 3,3 3,2 4,2 – 3,6 3,9 – 7,9 – 0,8 – 11,9 1,6 1,6 – 0,6 1,3 4,7 – 2,2 4,5 3,6 0,8 0,8 0,9 3,6 – 0,4 2,5 – 3,5 – 1,4 3,0 – 15,5 – 0,4 4,6 – 4,5 1,8 – 5,3 1,0 – 3,3 2,4 1,7 0,1 1,2 1,6 0,3 3,2 1,7 9,4 – 0,6 4,2 1,3 2,3 – 5,8 – 3,1 – 11,7 11,0 3,5 – 3,5 9,1 1,3 1,5 2,6 – 0,3 0,0 2,4 – 2,4 1,1 0,3 – 3,7 – 4,4 – 2,1 – 0,8 – 3,0 0,9 – 1,0 0,9 – 1,0 – 1,3 – 0,9 – 2,1 – 7,8 – 8,1 – 6,9 0,1 – 7,3 – 11,1 3,8 6,3 – 1,4 7,7 11,4 – 0,7 6,3 9,9 – 1,4 0,1 – 6,9 2,3 – 12,0 – 1,9 – 4,3 Dienstleistungen Importe total Waren 2 2 1,2 – 5,3 – 8,3 10,0 6,2 5,8 8,1 – 1,1 17,3 4,5 – 1,4 3,9 3,1 7,3 0,4 1,9 3,9 3,5 5,6 – 4,4 – 1,0 5,5 3,3 15,2 1,6 1,2 1,1 1,7 – 1,4 Dienstleistungen Aussenbeitrag BIP 3 9,0 – 1,6 – 1,9 8,7 – 0,5 8,9 – 1,5 – 0,2 31,0 – 1,7 0,6 3,0 2,6 2,4 2,5 2,3 1,0 2,1 1,6 1,0 1 Wachstumsbeitrag in Prozentpunkten (inklusive statistischer Diskrepanz) 2 Ohne Wertsachen (Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) 3 Wachstumsbeitrag in Prozentpunkten Quelle: SECO 14 Quartalsheft 2    013  Juni      /2

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Aufgrund von Kapazitätsengpässen und Witterungseinflüssen stiegen die Bauinvestitionen im ersten Quartal nur leicht. Die verschiedenen Bausegmente entwickelten sich recht unterschiedlich. Getrieben vom dynamischen Wohnungsbau erhöhten sich die Umsätze im Hochbau, während der Tiefbau keinen Zuwachs verzeichnete. Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Quartalen fortsetzen. So lag der Auftragseingang im Wohnungsbau gemäss dem Schweizerischen Baumeisterverband deutlich über dem Vorjahresniveau, während im Tiefbau weniger Aufträge eingingen. Die Ausrüstungsinvestitionen gingen im ersten Quartal zurück. Insbesondere die Investitionen in Maschinen litten unter der immer noch tiefen Auslastung technischer Kapazitäten. Angesichts der unsicheren weltwirtschaftlichen Perspektiven sind die Unternehmen weiterhin zurückhaltend mit ihren Investitionsentscheidungen. Grafik 3.5 inländische endnachfrage: wachstumsbeiträge Veränderung gegenüber Vorperiode % 6 4 2 0 –2 –4 –6 2009 Privater Konsum Bauinvestitionen Quelle: SECO 2010 2011 2012 2013 Staatl. Konsum Ausrüstungsinv. Inländische Endnachfrage Quartalsheft 2    013  Juni  /2   15

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