Sozialstrukturatlas Landkreis Görlitz 2010

 

Embed or link this publication

Description

Sozialstrukturatlas Landkreis Görlitz 2010

Popular Pages


p. 1

sozialstrukturatlas landkreis görlitz 2010

[close]

p. 2

impressum herausgeber landratsamt görlitz dezernat für gesundheit und soziales integrierte sozialplanung redaktion satz und layout matthias reuter isp kontakt 03588 285-103 matthias.reuter@kreis-gr.de robert-koch-straße 1 02906 niesky titelbild stephanie hofschläger pixelio.de 2 auflage überarbeitet und ergänzt nach präsentation im kreistag am 10.10.2012 redaktionsschluss 23.10.2012 © 2012

[close]

p. 3

sozialstrukturatlas 2010 inhalt vorwort 5 einleitung 6 vorbemerkung 6 methodische hinweise 6 sozialstrukturdaten 12 1 demographische basisdaten 2 arbeit einkommen und transferleistungen 3 wohnen 4 bildung und erziehung 5 gesundheit 7 pflege 8 partizipation und teilhabe 9 sicherheit ausblick 12 30 38 40 44 52 54 55 58 anhang 59 abkürzungen 60 karten soziale infrastruktur 61

[close]

p. 4



[close]

p. 5

vorwort liebe leserin lieber leser vor ihnen liegt die erste ausgabe des sozialstrukturatlasses für den landkreis görlitz sie stellt ihnen einen detaillierten Überblick über die soziale struktur in unserem landkreis nach der kreisgebietsreform 2008 zur verfügung der atlas beantwortet viele fragen welche veränderungen gibt es in der alterstruktur wie gesund sind unsere kinder was hat sich bei den arbeitslosenzahlen getan wie werden unsere alten und pflegebedürftigen menschen versorgt wie steht es um die sicherheit anhand ausgewählter indikatoren wird ein buntes bild der sozialen situation der menschen im landkreis gezeichnet der sozialstrukturatlas lädt dazu ein sich anhand thematischer karten einen Überblick zu verschaffen die entwicklung mit anderen regionen in sachsen und zwischen gemeinden und planungsräumen zu vergleichen oder einfach in den zahlen zu »stöbern« im landkreis görlitz sind die auswirkungen des demographischen wandels im alltag bereits an vielen stellen spürbar politik und verwaltung stehen vor der herausforderung bei schrumpfenden finanziellen ressourcen gleichwertige lebensbedingungen zu erhalten die soziale infrastruktur muss an die veränderten bedarfe angepasst werden inhalte und umfang kommunaler daseinsvorsorge werden ständig neu ausgehandelt die sozial und jugendhilfeplanung erlebt vor diesem hintergrund in deutschland seit einiger zeit eine renaissance die genannten aufgaben erfordern eine komplexe strategische planung und steuerung an die stelle früherer einzelplanungen für bestimmte zielgruppen ­ jugendliche alte oder behinderte menschen ­ treten heute vermehrt integrierte konzepte im landkreis görlitz wurde die kreisgebietsreform zum anlass genommen die integrierte sozialplanung als festen bestandteil im sozialdezernat zu verankern inzwischen werden ähnliche strukturen auch in anderen sächsischen landkreisen entwickelt Überregionale anerkennung erfährt das konzept beispielsweise durch empfehlungen des deutschen vereins für eine integrierte sozialplanung eine umfassende sozialberichterstattung ist eine gute möglichkeit die ergebnisse der integrierten sozialplanung transparent zu machen sie dient als wichtige entscheidungsgrundlage für den kreistag und die verwaltung der sozialstrukturatlas 2010 ist der erste teil der berichterstattung und gleichzeitig der auftakt für ein kontinuierliches jährliches monitoring der sozialstrukturdaten damit dient er auch als information für träger sozialer dienste und einrichtungen sowie für die interessierte Öffentlichkeit lassen sie uns das soziale miteinander im landkreis gemeinsam weiter entwickeln und gestalten bernd lange landrat martina weber 2 beigeordnete geschäftsbereich jugend gesundheit arbeit und soziales

[close]

p. 6

einleitung vorbemerkung die sozialberichterstattung im landkreis görlitz ist in vier teilbereiche gegliedert der vorliegende sozialstrukturatlas beschreibt als teil a die soziale struktur des landkreises anhand ausgewählter indikatoren gemeinsam mit teil c ­ der Übersicht über die soziale infrastruktur ­ bildet er das datenfundament für den teil b ­ die aktionsfelder im teil b werden die rein quantitativen aussagen des sozialstrukturatlasses und die vorhandene infrastruktur gegenübergestellt bewertet und gewichtet daraus ergeben sich in den einzelnen planungsräumen unterschiedliche handlungserfordernisse und prioritäten die veröffentlichung des teiles b ist für ende 2013 vorgesehen die soziale infrastruktur wird nicht als »bericht auf papier« veröffentlicht sondern steht tagesaktuell im internet über das geo-portal des landkreises zur verfügung auf anforderung erstellen die mitarbeiter der integrierten sozialplanung gern themenspezifische karten adresslisten oder datenauszüge in tabellenform teil d ergänzt die sozialberichterstattung mit thematischen detailberichten und positionspapieren der integrierten sozialplanung und der fachämter des dezernates für gesundheit und soziales dieser teil ist stärker qualitativ ausgerichtet und ergibt ein detailliertes bild für einen einzelnen ausschnitt kommunaler daseinsvorsorge das kann beispielsweise eine einordnung der mehrgenerationenhäuser in die angebotslandschaft im ehrenamt sein oder eine evaluation zur umsetzung des gewaltschutzgesetzes oder der gesundheitsbericht über die vorschulkinder des gesundheitsamtes die sozialberichterstattung bildet das datengerüst für die detailfachplanung ­ vom kita-bedarfsplan über die jugendhilfeplanung bis zur psychiatrie oder pflegeplanung diese detailpläne sind gesetzlich vorgeschriebene planungen die sich im landkreis görlitz im aufbau und ihrer umsetzung in das integrierte sozialplanungskonzept einfügen strategische grundlage dafür sind die vision die ziele und handlungsschwerpunkte die der kreistag im februar 2010 mit dem rahmenplan integrierte sozialplanung beschlossen hat abb 1 schema sozialberichterstattung methodische hinweise warum gibt es einen sozialstrukturatlas und was bedeutet »monito ring« der sozialstrukturatlas ist ein instrument der sozialberichterstattung mit dem lebenslagen von einwohnern eines definierten raumes anhand von indikatoren dargestellt werden ziel des sozialstrukturatlasses ist es aus der fülle von daten diejenigen herauszufiltern die besonders geeig-

[close]

p. 7

abb 1 schema sozialberichterstattung net sind die lebenssituation der menschen im landkreis görlitz abzubilden der atlas nimmt dafür nicht nur daten auf die der direkten kommunalen steuerung unterliegen es werden auch bereiche erfasst die in der verantwortung des freistaates oder des bundes liegen mit den angaben zur sicherheit und zur demokratischen partizipation geht der sozialstrukturatlas über klassische sozialdaten hinaus der sozialstrukturatlas ist nicht zuletzt ein hilfsmittel um die zielformulierungen des rahmenplans integrierte sozialplanung in messbare größen zu übersetzen gesellschaftspolitische ziele wie »chancengleichheit« »gesteigerte lebensqualität« oder »gewährleistung flächendeckender grundversorgung« können anhand der indikatoren quantifiziert werden unter »monitoring« wird die standardisierte beobachtung von ausprägungen ausgewählter kennzahlen bzw indikatoren verstanden diese werden in regelmäßigen abständen erhoben und können somit sehr leicht eine entwicklung oder veränderung darstellen erst mit der regelmäßigen fortschreibung der daten erfüllt der sozialstrukturatlas seine funktion und kann seine ganze wirkung entfalten 7

[close]

p. 8

wichtig bei der analyse der daten sind zwei aspekte 1 aus einzelnen indikatoren lassen sich keine kausalketten ableiten ein beispiel aus einer steigenden anzahl vollstationär versorgter pflegebedürftiger lässt sich nicht pauschal schlussfolgern dass mehr pflegeheime benötigt werden stattdessen muss die alters und familienstruktur sowie die wanderungbilanz hinzugezogen werden um das innerfamiliäre pflegepotential beurteilen zu können ein blick auf die infrastruktur kann klären ob es möglicherweise an einer ausreichenden ambulanten pflegerischen versorgung mangelt 2 wenn in einer gemeinde einem planungsraum oder im gesamten landkreis mehrere belastungsfaktoren gleichzeitig auftreten kann daraus auf eine besondere soziale problemlage geschlossen werden diese muss in ihrer komplexität analysiert werden anschließend müssen regionalspezifische lösungen gefunden werden auch hier gilt erst aus der gesamtbetrachtung der indikatoren und der dazugehörigen infrastruktur lässt sich der ist-zustand realistisch beschreiben der sozialstrukturatlas ist nur ein teil der analyse unter berücksichtigung dieser rahmenbedingungen kann der sozialstrukturatlas bei der entscheidungsfindung in der kommunalpolitik dienlich sein er unterstützt außerdem die detailplanungen im sozialdezernat und leistet einen wichtigen beitrag zur transparenz von entscheidungen wie ist der sozialstrukturatlas aufgebaut die daten werden bis auf eine ausnahme für das kalenderjahr 2010 dargestellt stichtagsdaten sind im regelfall auf den 31 dezember festgelegt nur die schulabschlüsse orientieren sich systembedingt am schuljahr 2009/2010 gegliedert ist der sozialstrukturatlas in neun handlungsfelder jedem handlungsfeld wird ein set von aussagekräftigen indikatoren zugeordnet räumlich werden je nach thema und regionaltiefe der zur verfügung stehenden daten die gemeinden die planungsräume oder der gesamte landkreis abgebildet vergleiche innerhalb sachsens finden stets auf landkreisebene statt 8

[close]

p. 9

handlungsfeld demographische basisdaten · · · · · · · · · · schlüsselindikator bevölkerungsstand und einwohnerdichte bevölkerungsentwicklung und prognose natürliche bevölkerungsbewegungen und wanderungen altersgruppen und relationen von altersgruppen zueinander ausländer haushaltsstruktur haushaltseinkommen und lebensunterhalt wohngeld sgb-ii-basisdaten sozialversicherungspflichtig beschäftigte und pendler arbeit einkommen transferleistungen wohnen erziehung und bildung · wohngebäude wohnungen und wohnflächen · · · · kitaversorgungsquote sprachauffälligkeiten bei schuleintritt schulabgänger und abschlüsse fallzahlen hilfe zur erziehung und jugendgerichtshilfe gesundheit menschen mit behinderungen · vorsorgestatus grundschüler · auffälligkeiten gewicht und motorik · anzahl und anteile an gesamtbevölkerung · leistungsberechtigte ksv nach behinderungsart und tagesstruktur · pflegebedürftige und art der versorgung · fälle hilfe zur pflege · wahlbeteiligung kommunal und landtagswahl · straßenkriminalität und fallzahlen nach tatort · kfz und fahrraddiebstahl pflege partizipation und gesellschaftliche teilhabe sicherheit 9

[close]

p. 10

nach welchen kriterien wurden die handlungsfelder und indika toren ausgewählt bisher gibt es keine einheitlichen standards für die beobachtung von sozialstrukturdaten auf nationaler und europäischer ebene existieren verschiedene modelle ­ von den laeken-indikatoren eu-standard bis zu eldhamo haushalts und lebenslagenbezogenes modell der universität gießen die kgst hat sich 2009 intensiv mit der thematik auseinandergesetzt und in der folge ein eigenes indikatorenset entwickelt ein wichtiges kriterium für die auswahl der indikatoren war die kleinräumliche verfügbarkeit von daten deshalb wurden ausschließlich daten ausgewählt die bei den statistischen landesämtern oder anderen öffentlichen quellen zur verfügung stehen teure und zeitaufwendige eigene erhebungen sind damit nicht länger notwendig besonders für die jährliche fortschreibung ist dies von besonderer bedeutung die diskussion unter den sächsischen sozialplanern ergab dass es darüber hinaus regionale besonderheiten in der sozialstruktur gibt die eine erweiterung des kgst-indikatorensets notwendig machen für den landkreis görlitz wurde das kgst-schema deshalb um die handlungsfelder »pflege« und »menschen mit behinderungen« ergänzt die kgst selbst beschreibt ihr indikatorenset als »mindest-katalog« der ergänzt und weiterentwickelt werden muss themenfelder von wachsender bedeutung ­ z.b das ehrenamt ­ können mangels entsprechender indikatoren noch nicht einbezogen werden warum erscheint im jahr 2012 der sozialstrukturatlas 2010 die datenaufbereitung beim statistischen landesamt sachsen beim kommunalen sozialverband oder der polizei braucht zeit im regelfall stehen die vollständigen daten des vorjahres nicht vor dem 30.06 des aktuellen jahres zur verfügung der sozialstrukturatlas erscheint deshalb zukünftig immer zum jahresende mit den daten des vorjahres die erste auflage hat sich wegen der notwendigen abstimmung innerhalb der fachämter des landratsamtes und mit dem ausschuss für gesundheit und soziales verzögert ab 2013 wird der erscheinungsrhythmus stabil sein einige daten werden derzeit noch nicht jährlich erhoben das betrifft alle zahlen zur pflege und zu den menschen mit behinderungen die vom statistischen landesamt bereit gestellt werden beide werden nur im zweijahrestakt in den ungeraden jahren erhoben die auswertungen stehen meist erst anderthalb jahre später zur verfügung zur besseren vergleichbarkeit wurden deshalb bei den menschen mit behinderungen die ksv-daten von 2009 genutzt obwohl die daten von 2010 bereits vorliegen 1 vgl kgst-materialien 4/2009 ­ sozialmonitoring s 14 f 10

[close]

p. 11

warum werden daten auf gemeindeebene nicht im gebietsstand von 2010 dargestellt mit der kreisgebietsreform wurden die datenbestände von drei gebietskörperschaften vereint nach der bereinigung der daten und der einigung auf einheitliche standards der erhebung stehen erst mit dem jahr 2010 verwertbare daten zur verfügung das statistische landesamt veröffentlicht seine daten bis auf wenige ausnahmen immer mit dem aktuellen gebietsstand deshalb werden die zahlen von 2010 bereits mit dem gebietsstand vom 01.01.2011 dargestellt im landkreis görlitz betrifft das die fusion der städte ebersbach und neugersdorf sowie die eingemeindung von großhennersdorf in die stadt herrnhut welche datenquellen wurden genutzt der überwiegende anteil der daten stammt vom statistischen landesamt sachsen bzw aus gemeinschaftsveröffentlichungen der landesämter mit dem statistischen bundesamt um eine vergleichbarkeit mit anderen sächsischen kreisen und städten herzustellen wird darauf verzichtet regionaldaten der kommunen zu verwenden so unterscheiden sich die einwohnerzahlen der einwohnermeldeämter zum teil um mehrere hundert personen von der »amtlichen einwohnerzahl« des statistischen landesamtes für die berechnung von fördermitteln oder als bezugszahl für weitere statistische erhebungen ist ausschließlich die verwendung der amtlichen einwohnerzahl zulässig es bleibt abzuwarten ob mit der auswertung des zensus 2011 die datenqualität besser wird wünschenswert wäre dies vor allem beim älteren teil der bevölkerung bisher werden die bevölkerungsdaten oberhalb von 85 jahren zu einer zahl zusammengefasst grund hierfür ist dass die bevölkerungszahlen seit der letzten volkszählung 1981 fortgeschrieben aber nicht bereinigt werden die statistischen ungenauigkeiten betreffen nach aussage des statistischen bundesamtes vor allem die bevölkerung über 90 jahre problematisch ist das zum beispiel bei der berechnung der anzahl potentiell demenzkranker menschen hier steigt die zahl der erkrankten ab 90 jahre deutlich schneller an als bei menschen um die 85 jahre eine valide aussage zur zahl demenzkranker menschen im landkreis ist damit kaum möglich zur darstellung der bevölkerungsprognose haben sich sogenannte »bevölkerungspyramiden« bewährt die modelle im sozialstrukturatlas werden von der bertelsmann stiftung zur verfügung gestellt die stiftung verwendet dazu sowohl daten der statistischen Ämter als auch weiter gehende forschungsdaten z b des max-planck-instituts für demographische forschung in rostock die bundesagentur für arbeit verfügt im leistungsbereich des sozialgesetzbuches ii über umfangreiches statistisches material zusätzlich zu den öffentlich verfügbaren daten erhalten die landkreise auf anfrage separate auswertungen ­ beispielsweise für die hier verwendeten an 11

[close]

p. 12

gaben zur zahl der alleinerziehenden die inhalte der arbeitslosenstatistik und die veränderungen in der erfassung der daten sind gut dokumentiert und lassen sich auf der internetseite der bundesagentur für arbeit nachlesen bei den daten des ksv sachsen wird auf die aufbereiteten zahlen zurückgegriffen die die landkreise und kreisfreien städte jährlich direkt vom ksv erhalten teilweise sind die daten zwar über die programme vorhanden die im landratsamt eingesetzt werden können aber bisher aus technischen gründen nicht zur statistischen auswertung verfügbar gemacht werden für das kapitel sicherheit übernimmt der sozialstrukturatlas daten der polizeilichen kriminalstatistik des sächsischen landeskriminalamtes die dort erfassten straftaten sind nach einem bundesweit einheitlichen schema er fasst und somit mit jeder anderen region in deutschland vergleichbar die daten zur kitaversorgungsquote und zur jugendgerichtshilfe basieren auf eigenen erhebungen des jugendamtes für diese themen gibt es vom statistischen landesamt keine geeigneten regionalspezifischen daten gleiches gilt für das kapitel gesundheit hier mit daten des gesundheitsamtes sozialstrukturdaten 1 demographische basisdaten zu den demographischen basisdaten werden alle angaben gezählt die die bevölkerung in ihrer entwicklung ihrer altersstruktur und der räumlichen verteilung im landkreis beschreiben außerdem enthält das kapitel aussagen über 12 die ausländischen mitbürger und die wanderungsbewegungen die karte 1.1 zeigt die aufteilung des landkreises görlitz in seine fünf planungsräume mit der jeweiligen einwohnerzahl zum 31.12.2010 wenn im text keine angaben zu anderen quellen ausgewiesen sind stammen die daten grundsätzlich vom statistischen landesamt sachsen angaben zu einzelnen planungsräumen wurden aus den jeweiligen gemeindedaten zusammengefasst.

[close]

p. 13

karte 1.1 ­ planungsräume 13

[close]

p. 14

für die erste ausgabe des sozialstrukturatlasses war es notwendig ein basisjahr zu definieren um eine dreijährige entwicklung darstellen zu können wurde 2007 als ausgangspunkt gewählt die tabelle 1.2 zeigt die entwicklung der einwohnerzahlen für alle gemeinden im landkreis sowie den vergleich zu den kreisfreien städten und anderen landkreisen in sachsen bis 2010 im landkreis görlitz geht die bevölkerung insgesamt um knapp 4.000 einwohner jährlich zurück dieser trend ist seit einigen jahren stabil der rückgang wird nach der aktuellen bevölkerungsprognose noch einige jahre anhalten innerhalb des kreises gibt es folgende trends die meisten einwohner verlieren die größeren städte dabei ist weniger die stadt görlitz sondern vor allem zittau weißwasser und löbau betroffen 2010 betrug der rückgang in den sechs größten städten des landkreises mit zusammen 2.089 einwohner ziemlich genau die hälfte des bevölkerungsschwundes insgesamt betrachtet man nicht den absoluten sondern den relativen rückgang zeigt sich ein anderes bild hier sind die kleinen städte stärker betroffen ostritz reichenbach seifhennersdorf oder bad muskau verlieren jeweils mehr als zwei prozent ihrer einwohner ganz andere entwicklungen zeigen die kleinsten gemeinden im landkreis dörfer wie oybin rosenbach oder großschweidnitz gewinnen in einzelnen jahren sogar einwohner hinzu viele weitere dörfer unter 2.500 einwohnern verzeichnen nur geringe einwohnerverluste hier gleichen teilweise die wanderungsgewinne die verluste durch natürliche bevölkerungsbewegungen aus bei der einwohnerdichte sind im landkreis görlitz deutlich drei gruppen zu unterscheiden traditionell haben die städte die höchs14 te einwohnerdichte in der karte 1.3 ist ausnahmsweise noch einmal der gebietsstand von 2010 zu sehen daran wird deutlich dass neugersdorf als einzige gemeinde einwohnerzahlen über 1.000 je km² vorweisen kann die stadt görlitz liegt mit etwas über 800 ew/km² an zweiter stelle dass diese zahlen städte im ländlichen raum beschreiben sieht man im vergleich zu den beiden sächsischen metropolen dresden und leipzig die doppelt so dicht besiedelt sind außerhalb der städte ist der landkreis görlitz zweigeteilt im norden ist der landkreis extrem dünn besiedelt von den zehn gemeinden mit der geringsten siedlungsdichte in sachsen stammen fünf orte aus dem landkreis görlitz ­ boxberg weißkeißel hähnichen kreba-neudorf und trebendorf die gemeinde boxberg ist mit einer fläche von 217 km² fast so groß wie die stadt chemnitz 220 km² diese zählt aber fast 44 mal mehr einwohner karte 1.3 ­ einwohnerdichte

[close]

p. 15

pr gemeinde fläche 2007 2008 veränderung zum vorjahr absolut veränderung zum vorjahr in prozent einwohner -1,4 -1,6 -2,2 -1,1 -1,7 -1,5 -1,0 -1,8 -1,2 2,1 -0,5 0,2 -1,8 -0,6 -1,2 -1,8 -0,9 -1,7 -1,4 -0,6 -0,2 -0,3 -2,1 -1,7 -1,0 -0,5 -1,8 -0,6 -2,2 -1,4 -2,0 -1,2 -1,9 -2,6 -0,9 -1,1 -0,7 -0,5 -2,6 0,2 -2,6 -1,4 -2,0 -0,7 -3,5 -2,3 -3,3 -2,0 -1,7 -2,8 -0,6 -1,7 -2,3 -2,9 -0,5 -1,9 -1,6 -1,4 -1,6 -1,9 -0,5 -1,6 -1,5 3.905 1.253 3.828 1.677 2.346 5.319 1.148 14.086 4.686 1.831 55.957 1.260 6.132 1.356 1.403 1.695 4.956 2.119 1.903 1.782 2.573 1.282 3.714 993 2.025 3.951 16.639 4.185 3.923 1.155 1.879 3.691 1.609 10.168 2.093 5.588 5.589 2.914 2.623 1.524 1.381 4.069 2.834 1.660 5.317 2.719 1.645 1.276 2.599 4.300 1.370 1.013 1.842 2.657 1.381 19.615 28.638 281.076 44.584 45.902 55.957 58.736 75.897 2009 veränderung zum vorjahr absolut 3 -11 -45 -25 -69 -2 -4 -275 -57 -34 -504 -11 -68 -32 -27 7 -93 -43 -39 -22 -8 5 -64 -13 -28 -64 -341 -61 -80 -45 -16 -67 -16 -118 -27 -77 -104 -56 -72 -25 -10 -82 -23 -21 -68 -21 -35 -20 -29 -71 -17 -27 -24 -24 -34 -312 -268 -3714 -538 -606 -504 -1026 -1040 veränderung zum vorjahr in prozent einwohner 0,1 -0,9 -1,2 -1,5 -2,9 -0,0 -0,3 -2,0 -1,2 -1,9 -0,9 -0,9 -1,1 -2,4 -1,9 0,4 -1,9 -2,0 -2,0 -1,2 -0,3 0,4 -1,7 -1,3 -1,4 -1,6 -2,0 -1,5 -2,0 -3,9 -0,9 -1,8 -1,0 -1,2 -1,3 -1,4 -1,9 -1,9 -2,7 -1,6 -0,7 -2,0 -0,8 -1,3 -1,3 -0,8 -2,1 -1,6 -1,1 -1,7 -1,2 -2,7 -1,3 -0,9 -2,5 -1,6 -0,9 -1,3 -1,2 -1,3 -0,9 -1,7 -1,4 3.828 1.236 3.766 1.647 2.303 5.118 1.121 13.817 4.583 1.754 55.596 1.242 6.072 1.363 1.397 1.658 4.963 2.113 1.884 1.768 2.571 1.266 3.660 987 2.024 3.902 16.283 4.156 3.899 1.127 1.869 3.624 1.593 10.051 2.057 5.520 5.515 2.732 2.552 1.534 1.372 3.976 2.767 1.664 5.214 2.697 1.615 1.276 2.550 4.182 1.369 999 1.837 2.636 1.352 19.055 28.212 276.924 43.459 45.388 55.596 57.555 74.926 2010 veränderung zum vorjahr absolut -77 -17 -62 -30 -43 -201 -27 -269 -103 -77 -361 -18 -60 7 -6 -37 7 -6 -19 -14 -2 -16 -54 -6 -1 -49 -356 -29 -24 -28 -10 -67 -16 -117 -36 -68 -74 -182 -71 10 -9 -93 -67 4 -103 -22 -30 0 -49 -118 -1 -14 -5 -21 -29 -560 -426 -4152 -1125 -514 -361 -1181 -971 veränderung zum vorjahr in prozent -2,0 -1,4 -1,6 -1,8 -1,9 -3,9 -2,4 -1,9 -2,2 -4,4 -0,6 -1,4 -1,0 0,5 -0,4 -2,2 0,1 -0,3 -1,0 -0,8 -0,1 -1,3 -1,5 -0,6 -0,0 -1,3 -2,2 -0,7 -0,6 -2,5 -0,5 -1,8 -1,0 -1,2 -1,8 -1,2 -1,3 -6,7 -2,8 0,7 -0,7 -2,3 -2,4 0,2 -2,0 -0,8 -1,9 0,0 -1,9 -2,8 -0,1 -1,4 -0,3 -0,8 -2,1 -2,9 -1,5 -1,5 -2,6 -1,1 -0,6 -2,1 -1,3 gebietsstand 01.01.2011 1 4 5 5 5 1 4 4 4 1 3 1 5 4 2 5 5 2 2 5 2 2 1 1 4 5 4 2 5 2 2 4 4 2 4 5 5 4 5 5 2 2 1 4 2 1 5 4 2 4 2 1 2 2 1 1 5 0 1 2 3 4 5 31.12.2010 in km² einwohner 3.955 1.284 3.959 1.721 2.457 5.403 1.163 14.614 4.799 1.825 56.724 1.269 6.310 1.397 1.447 1.719 5.096 2.198 1.970 1.814 2.587 1.281 3.859 1.023 2.074 4.034 17.278 4.272 4.093 1.217 1.932 3.804 1.656 10.557 2.140 5.725 5.734 2.986 2.765 1.546 1.427 4.209 2.915 1.693 5.576 2.803 1.735 1.322 2.672 4.493 1.395 1.058 1.909 2.760 1.422 20.298 29.361 288.735 45.830 47.409 56.724 60.703 78.069 einwohner bad muskau 15,4 beiersdorf 6,4 bernstadt a d eigen 51,9 berthelsdorf 22,2 bertsdorf-hörnitz 18,0 boxberg/o.l 217,1 dürrhennersdorf 10,7 ebersbach-neugersdorf 20,4 eibau 17,4 gablenz 14,7 görlitz 67,2 groß düben 14,9 großschönau 23,9 großschweidnitz 7,4 hähnichen 49,6 hainewalde 13,0 herrnhut 51,7 hohendubrau 45,4 horka 40,8 jonsdorf 9,1 kodersdorf 42,3 königshain 19,5 krauschwitz 106,6 kreba-neudorf 31,6 lawalde 14,5 leutersdorf 17,0 löbau 78,7 markersdorf 62,4 mittelherwigsdorf 36,5 mücka 24,3 neißeaue 47,3 neusalza-spremberg 22,9 niedercunnersdorf 14,2 niesky 53,6 obercunnersdorf 15,6 oderwitz 35,9 olbersdorf 15,2 oppach 8,0 ostritz 23,4 oybin 18,3 quitzdorf am see 36,2 reichenbach/o.l 42,8 rietschen 72,8 rosenbach 23,5 rothenburg/o.l 72,3 schleife 41,9 schönau-berzdorf a d e 27,8 schönbach 9,1 schöpstal 29,6 seifhennersdorf 19,2 sohland a rotstein 19,8 trebendorf 31,9 vierkirchen 35,3 waldhufen 58,6 weißkeißel 50,4 weißwasser/o.l 63,3 zittau 66,7 landkreis görlitz gesamt 2.106,2 planungsraum 1 660,5 planungsraum 2 679,9 planungsraum 3 67,2 planungsraum 4 268,1 planungsraum 5 430,5 3.902 -53 1.264 -20 3.873 -86 1.702 -19 2.415 -42 5.321 -82 1.152 -11 14.361 -253 4.743 -56 1.865 40 56.461 -263 1.271 2 6.200 -110 1.388 -9 1.430 -17 1.688 -31 5.049 -47 2.162 -36 1.942 -28 1.804 -10 2.581 -6 1.277 -4 3.778 -81 1.006 -17 2.053 -21 4.015 -19 16.980 -298 4.246 -26 4.003 -90 1.200 -17 1.895 -37 3.758 -46 1.625 -31 10.286 -271 2.120 -20 5.665 -60 5.693 -41 2.970 -16 2.695 -70 1.549 3 1.391 -36 4.151 -58 2.857 -58 1.681 -12 5.385 -191 2.740 -63 1.680 -55 1.296 -26 2.628 -44 4.371 -122 1.387 -8 1.040 -18 1.866 -43 2.681 -79 1.415 -7 19.927 -371 28.906 -455 284.790 -3.945 45.122 -708 46.508 -901 56.461 -263 59.762 -941 76.937 -1.132 tab 1.2 ­ bevölkerungsstand und bevölkerungsentwicklung 2007-2010 15

[close]

Comments

no comments yet