Dietiker Journal D1

 

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Auszug aus Dietiker Journal D1

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dialog dietmar danner portrait hannes wettstein visionÄr edlef bandixen

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seit 133 jahren steht dietiker fÜr die evolution des sitzens.

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[editorial liebe leserin lieber leser wir freuen uns ihnen die erste ausgabe von d1 zu präsentieren unser neues journal vermittelt ihnen einblicke in unser unternehmen und das umfeld in projekte und menschen die mit ihrer aussergewöhnlichen klugheit unsere firmenkultur vorantreiben diese erste ausgabe ist auch ein tribut sowohl an den charismatischen hannes wettstein und sein mitwirken bei dietiker wie an die welt des designs und wir sind stolz mit einem seiner letzten werke der lamina-kollektion an seinen geist und sein innovatives denken zu erinnern seite 12 dietiker hat tiefe wurzeln vor 133 jahren in stein am rhein gegründet hat das unternehmen viele innovationen geschaffen die schweizer designgeschichte geschrieben haben und heute entwickelt und produziert die firma mit ihrem streben nach perfektion und technisch hochstehenden produkten ein breites spektrum von lösungen für cafeterias und seminarräumen für das gesundheitswesen und für firmen für bildung und für öffentliche institutionen die leidenschaft für design und das bestreben gängige methoden weiterzuentwickeln haben uns über ein jahrhundert angetrieben das ist nur möglich wenn gleichgesinnte mit den gleichen wertvorstellungen zusammenarbeiten heinz mehr seit vielen jahren bei uns und zuständig für den prototypenbau bringt es auf den punkt «wir streben nach perfektion bis ins kleinste detail.» seite 22 edlef bandixen der mann der 1963 nicht nur den ersten modernen schwarzen stuhl der schweiz den vielgepriesenen bandixen geschaffen hat sondern auch die erste serienproduktion bei dietiker repräsentiert eine denkweise die für uns heute noch essenziell ist «ich setzte auf modernes design.» seite 21 worauf man sitzt ist was man anstrebt das moderne wurde tradition aber unsere werte sind dieselben geblieben sitzmöbel weiterzuentwickeln unser vater ein unternehmer mit passion für das design stellte einmal augenzwinkernd fest «ich bin ein schweizer aber kein praktizierender» womit er auf die erfolgreiche formel anspielte die auf schweizer qualität und perfektion setzt aber das bestehende hinterfragt als familienunternehmen ist dietiker den mitarbeitenden und kunden ebenso verpflichtet wie dem design und der kultur 5 nathalie felber ceo jacqueline felber cco impressum d1 das journal von dietiker konzept jacqueline felber creative director dietiker ag jacqueline rose marketing communications manager dietiker ag inhaltliches konzept redaktionsleitung medard meier zürich texte hanspeter eggenberger duktus ag zürich fotos david willen zürich realisation werbeschmiede ag zürich copyright dietiker ag ch-8260 stein am rhein www.dietiker.com

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[lamina schlichtesdesign inno vat ivetechnik

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8 es tut gut einen stuhl wie den lamina zu sehen in einer zeit in der vor allem arbeits und konferenzstühle mit allerhand mechanik technisch hochgerüstet werden besticht das vom schweizer designer hannes wettstein 1958 ­ 2008 für dietiker entworfene sitzmöbel auf den ersten blick durch sein formal zurückhaltend wirkendes design das aber sehr eigenständig ist der lamina ist einer der letzten entwürfe von wettstein der laut dem institut für geschichte und theorie der architektur gta an der eth zürich «einer der bedeutendsten und innovativsten gestalter unserer zeit» war innovative technik kommt bei der fertigung der elegant geschwungenen sitzschale zum einsatz mit der patentierten 3-d-furnier-technik kann eine neue formensprache in lagenholz umgesetzt werden wie man dies zuvor nur bei der kunststoff und metallverformung kannte das verfahren und die damit hergestellten produkte sind vielfach preisgekrönt worden für den lamina werden so buche eiche und walnussholz geformt eine auszeichnung erhielt bereits auch der noch junge lamina von dietiker im rahmen der verleihung des «innovationapreises architektur und office xxl» durch die fachzeitschriften «ait» «abit» und «xia intelligente architektur» wurde der lamina in der kategorie «produkte von hoher architektonischer qualität» ausgezeichnet.

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den lamina gibt es in verschiedenen varianten was ihn sehr vielseitig einsetzbar macht er stellte eine herausforderung für die moderne technik und das design dar und ist das resultat einer langen zusammenarbeit zwischen hannes wettstein und dietiker «der lamina hatte denn auch eine aussergewöhnlich lange entwicklungszeit» sagt stephan hürlemann ceo des studio hannes wettstein es gibt den stuhl nicht nur drehbar mit einem zentralfuss mit vier auslegern sondern auch als vierbeiner mit stahlrohrgestell der stapelbar ist und in einer lounge-version so macht er sich als sessel in einem konferenzraum oder als bürostuhl als stuhl in einem bistro oder sessel in einer lobby als saalbestuhlung wie als einzelsessel immer gut die vielfältigen möglichkeiten die zurückhaltende und zeitlose formensprache die dezente eleganz und die innovative technik machen den lamina zu einem zeitgenossen in der liga der modernen klassiker dietiker hat schweizer designgeschichte geschrieben durch die weiterentwicklung herkömmlicher holztechniken und das gleichzeitige verständnis für design und das ist bis heute so geblieben «der lamina ist das resultat einer vom design bestimmten innovation» sagt jacqueline felber von dietiker «materialien werden an ihre grenzen getrieben um neue typologien und sinnvolle lösungen zu kreieren das ist nur möglich wenn kreative wie hannes wettstein und technisches know-how zusammenkommen.» 11

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hannes wettstein ­ der getriebene © teo jakob bern marco grob

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[portrait «er war ein schweizer designer wie er im buche steht weil er sein gespür für form mit der rationalen fähigkeit verband eine idee technisch umzusetzen» sagte der designer jasper morrison über hannes wettstein wettstein der 2008 erst 50-jährig einem krebsleiden erlag war einer der renommiertesten und erfolgreichsten schweizer designer neben der entwicklung und gestaltung von möbeln und anderen produkten beschäftigte sich der designer und architekt auch mit innenraumgestaltungen architektur und corporate design dabei stellte er «alle normen in frage gesellschaftliche industrielle kulturelle und rituelle um etwas neues erfinden zu können» wie er selbst erklärte denn es ging ihm nie nur darum wie etwas aussieht «viel spannender als das aussehen eines produktes ist die frage in welchem umfeld in welcher lebens und soziokultur es entsteht und genutzt wird.» solche auseinandersetzungen mit den aufgabenstellungen führten wettstein am ende immer wieder zu purem funktionalistischem design seine kreationen erheischen nicht durch spektakuläre formen aufmerksamkeit sondern erwerben sich durch klassisch moderne linien und schlichte formen zeitlosen bestand ob leuchten oder uhren diplomatische vertretungen oder tv-studios ob ein flughafen oder eine synagoge ein velo oder ein lautsprecher oder eben stühle und sessel ­ hannes wettstein erregte mit seinen zwar zurückhaltenden aber immer ausgesprochen raffinierten entwürfen aufmerksamkeit zahlreiche seiner werke sind denn auch preisgekrönt «ganz egal ob er an einem hochhaus arbeitete oder an einer campinggasflasche für beides hatte er die gleiche leidenschaft und energie» beschrieb der architekt und designer piero lissoni wettsteins engagement seine kreativität und sein sinn für innovative technologien machten ihn zu einem idealen partner für die firma dietiker mit ihrem langjährigen know-how und ihrer erstklassigen ingenieurstechnik vor der lamina-linie 2008 entwarf wettstein für dietiker auch die sessel kalio 2006 und rivo 2006 im buch «hannes wettstein seeking archetypes» lars müller publishers 2011 das eben zu einer ausstellung an der eth zürich erschienen ist wird das schaffen des designers erstmals umfassend dokumentiert «hannes war ein geniesser lebte im hier und jetzt und er war ein getriebener auf der suche nach authentizität nach dem wesen der dinge und der essenz der form sammelte analysierte probierte und erschuf er unermüdlich das neue» schreiben seine mitarbeiter in der einleitung sie führen wie er es gewünscht hatte das studio hannes wettstein in zürich ganz im sinn des meisters weiter 13 www.studiohanneswettstein.com

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«ich setzte auf modernes design»

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[visionÄr edlef bandixen 84 schrieb seit 1958 aktiv an der erfolgsgeschichte von dietiker mit der ausgebildete schreinermeister und innenarchitekt war zunächst betriebsleiter von 1964 bis 1990 dann geschäftsführer die in den späten 1950er und frühen 1960er jahren von ihm entworfenen stühle und tische trugen wesentlich zur profilierung von dietiker im markt bei das 1963 lancierte modell 2106 heute bandixen-stuhl genannt ist ein klassiker der dietiker-kollektion herr bandixen sie waren lange zeit sozusagen das design-gewissen von dietiker wie hat das angefangen «wir verstehen davon nichts machen sie was daraus» hiess es bei der migros als sie die firma übernahm «aber zahlen lesen können wir!» es gab damals 34 stuhl und tischfabriken und alle produzierten fast dasselbe also hiess es für mich etwas anderes etwas neues zu wagen die branche war stark vom «heimatstil» geprägt aber man konnte bereits spüren dass modernes design im kommen war man musste sich entscheiden ich setzte auf modernes design der möbeldesigner willy guhl damals lehrer an der kunstgewerbeschule in zürich heute hochschule für kunst und design war mit seinem denken und handeln unser helfer beim umstieg ins moderne design welche bedeutung hatte design zu dieser zeit dieser begriff wurde zu jener zeit weder in der produktion noch im landläufigen handel benutzt wir begannen in unserer werbung in der wir die zusammenarbeit mit willy guhl hervorhoben den begriff design mehr und mehr zu verwenden damit wurden immer mehr designer auf uns aufmerksam uns wurde klar dass wir auf einem zukunftsweisenden weg waren der guhl-stuhl mit seiner unverwechselbaren form motivierte mich ­ neben meinen bemühungen um die rationelle serienproduktion ­ selbst stühle zu entwerfen wir merkten bald dass unser bekenntnis zum modernen design eine erfolgschance bot anstelle des üblichen handels der uns die abkehr vom traditionellen übel nahm interessierten sich immer mehr architekten für unsere modelle welches sind die drei wichtigsten entwürfe im laufe ihrer karriere gewesen damals bezeichneten wir unsere modelle mit nummern und noch nicht mit namen mein erster versuch einen «gradlinigen» stapelstuhl zu entwickeln führte bereits zur anschaffung neuer werkzeuge es ging um das modell 2011 zwei drei jahre später kamen der 2012 und der 1962 dann der 2106 einige weitere eigene entwürfe standen dann eher im schatten der arbeiten von robert haussmann und hans eichenberger und dann kam der grosse wurf von bruno rey mit der aluminiumkonsole die umsetzung dieser idee in die brauchbare form war sehr aufwendig schuf uns aber ein weittragendes image im modernen design sie verfolgen noch immer aktiv was in der design-szene in diesem bereich läuft was fällt ihnen besonders auf zu meiner zeit waren die importtore der schweiz noch nicht so offen wie heute heute gibt es eine viel grössere vielfalt der formen und materialien gelegentlich geht es so weit dass bei der suche nach neuen formen die bedeutung des sitzgefühls unterschätzt wird dass dieses nicht mehr an erster stelle steht sondern die vermeintlich formale einzigartigkeit der heutige zeitgeist ist geprägt durch offene grenzen mit preisgefälle für produkte die alle modernes design ausstrahlen wie kommt man heute zu einer alleinstellungsposition design-orientierung ist heute allgemeingut solange die schweiz nicht zur eu gehört und in mancher hinsicht eine alternative darstellt müsste man überlegen ob «swissness» ein weg zur alleinstellung sein könnte die qualität in den vordergrund stellen und das zu guten preisen was macht die seele von dietiker aus so wie keine zwei menschen die gleichen seelischen empfindungen haben kann die jetzige firma nicht die gleiche empfindung und ausstrahlung haben wie die alte die seele einer firma wird sehr stark durch den geist der tragenden personen geprägt und empfunden immer wenn eine neue führung auftritt taucht bei den kunden designern händlern und auch bei den mitarbeitern zunächst ein fragezeichen auf darauf sollte in form einer eindeutigen aussage über das in aussicht genommene dasein reagiert werden stehen sie noch im kontakt mit dietiker ich werde gelegentlich von mitarbeitern kontaktiert die mich über das neueste in der firma auf dem laufenden halten gelegentlich kann ich auch durch den kontakt zu potenziellen kunden ein geschäft vermitteln und wenn ich wieder mal das bedürfnis habe einen blick in die ausstellung zu werfen dann gehe ich hin daraus ergeben sich jeweils auch interessante gespräche werden sie dietiker weiter unterstützen mir liegt das wohl der firma immer noch am herzen ich bin an der entwicklung der firma interessiert und wünsche dass es ihr weiterhin gut geht wenn ich dabei irgendwo helfen kann bin ich gerne bereit 21

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