Chronik Obst- und Gartenbauverein Türkenfeld - Zankenhausen e.V.

 

Embed or link this publication

Description

Chronik des Obst- und Gartenbauverein Türkenfeld - Zankenhausen e.V.

Popular Pages


p. 1

chronik des obst und gartenbauvereins türkenfeld ­ zankenhausen e v gegr 1905 die chronik enthält texte und aufzählungen die soweit als möglich wörtlich aus den alten niederschriften übernommen wurden dies gilt insbesondere bei namensnennungen dazugehörigen berufsbezeichnungen und abkürzungen sowie manchen formulierungen die so heute nicht mehr üblich sind die zitate aus den alten urkunden wurden bis auf wenige ausnahmen nicht besonders gekennzeichnet um den lesefluss nicht zu stören einige texte sind aus der chronik des vereins in der festschrift der türkenfelder festwoche 1980 entnommen 1905 1920 nach den heute noch vorliegenden niederschriften wurde der obstbauverein türkenfeld auf initiative der lehrers anton will am 26 märz 1905 gegründet hauptredner bei der gründungsversammlung waren die herren gerstorfer und reichenbuch die jedoch weder als gründungsmitglieder noch später als mitglieder des vereins geführt wurden man muss annehmen dass sie in ähnlichen vereinen der umgebung tätig waren die 49 gründungsmitglieder waren völlinger josef probst martin höpfl dominikus puitl xaver mayer josef pfarrer mayer mayer stefan wirt und silbernagl matthias aus zankenhausen herr hohenleitner aus grafrath geistl rat reiser albert lehrer will anton klaß josef thalmayr sev thalmayr jacob müller andreas karl josef uecker balthasar metzger klaß josef klaß konrad trautner andreas schmid georg peischl sylvester bauer michael menzinger korbinian bernhard vinzenz niedermeyr anton kees martin dietrich michael gail kaspar dietrich andreas schöttl josef dietrich matthias förg thomas gistl lgnaz schnöller joh widmann johann dietrich josef poll westermayr andreas heindl georg lehmayr math schneller peter berchtold kaspar linsenmann otto berberich josef ade tobias bernhard ambros ruch anton huß anton und gistl josef aus türkenfeld am 09 april 1905 wurden von den gründungsmitgliedern folgende 6 ausschussmitglieder gewählt siehe folgende seite lehrer josef völlinger und bürgermeister martin probst aus zankenhausen kaspar berchtold andreas dietrich otto linsenmann und lehrer anton will aus türkenfeld aus dem ausschuss wurden dann gewählt zum vorstand anton will lehrer in türkenfeld zu dessen stellvertreter martin probst bürgermeister zankenhausen zum schatzmeister und kassier otto linsenmann käser in türkenfeld und zum schriftführer josef völlinger lehrer in zankenhausen mit lehrer will hatte der obstbauverein dann über 29 jahre einen vereinsvorstand wie man ihn sich nur wünschen konnte er war in jeder hinsicht ein rühriger vertreter seines vereins der sich besonders dem obstbau verschrieben hatte im jahre 1905 wurde johann berchtold als obstbaumwart ausgebildet wofür der verein zuschüsse von 54 mark vom bezirk und 30 mark vom landwirtschaftsverein erhielt im jahre 1906 konnte beim wirt in zankenhausen ein großer mustergarten angelegt werden der erst anfang der 70er jahre aufgelassen wurde 1

[close]

p. 2

original-protokoll der ersten vorstandswahlen 1905 2 verfasser horst schülke

[close]

p. 3

1906 gab es weitere 8 zugänge ulmer bahnmeister hartl gottfried sieber simon herb konrad hirschnagl max schneller cyrill wex georg und huber sylv alle aus türkenfeld ab 1907 bis 1927 übernimmt der postbote simon sieber die aufgabe des kassiers aus den unterlagen über die brandversicherung vom jahr 1913 geht hervor dass das mosthäuschen des vereins bereits 1909 errichtet wurde lehrer will links vor der mostereihalle um 1910 eng mit dem obstbauverein ist auch der bienenzuchtverein türkenfeld verbunden gegründet wurde er am 28 januar 1917 die 19 gründungsmitglieder waren lehrer anton will postbote simon sieber pfarrer flad osekr binner lehrer josef völlinger gail kaspar förg thomas resch felix mayer heinrich wunder sixtus eras achmüller josef berberich leonhard dallmair pittrich xaver peter winterholler menzinger xaver eisenreich martin ambros bernhard und josef klaß die vereinsgründung kam nach einem vortrag und auf vorschlag des hchw h pfarrers flad zustande man besprach die bildung der vorstandschaft auf anregung von herrn binner übernahm der vorstand des obstbauvereins zugleich die vorstandschaft im bienenzuchtverein ebenso übernimmt der kassier des obstbauvereins simon sieber im bienenzucht 3 verfasser horst schülke

[close]

p. 4

verein die kassierstelle als sogenannter bienenwart haben sich herr pfarrer sowie herr binner zu wirken bereit erklärt damit bestand die vorstandschaft aus anton will als erster vorstand simon sieber als kassier pfarrer flad und obersekretär binner als bienenwarte hauptlehrer josef völlinger als beisitzer als gründungsbeitrag wurden 50 pf festgesetzt und jährlich 1 mark für mitglieder des obstbauvereins und 1,50 mark für nichtmitglieder des obstbauvereins 1918 gab es weitere 10 zugänge pfarrer durer und h epplein aus geltendorf schmid josef bühler moritz und frischhut xaver aus türkenfeld h scharnagl widmann erhard schneider jacob und föderl peter aus zankenhausen sowie müller andreas aus klotzau 1920 1928 in der generalversammlung am 29 februar 1920 wurde auf antrag beschlossen den obstbauverein und den bienenzuchtverein gemeinsam unter dem namen obstbau und bienenzuchtverein türkenfeld zankenhausen zu führen der jahresbeitrag für mitglieder wurde auf 5 mark festgelegt für mitglieder ohne bienenhaltung auf 2,50 mark bei der neuwahl der vorstandschaft der nunmehr zusammengelegten vereine für die jahre 1920/21/22 wurden durch zuruf gewählt erster vorstand anton will zweiter vorstand pfarrer flad schriftführer thomas förg kassier simon sieber beisitzer josef klaß georg huttner und anton niedermeyer im protokoll vom 20 november 1921 erscheint als besonderer ausgabeposten ein betrag von 1.661 mark für die reparatur der mostereihalle im jahre 1921 dies ist die erste erwähnung des mosthäuschens in den protokollen des vereins das bild auf seite 3 wurde dem 1913 erschienenen buch mehr erfolg im obstbau von josef rothmund entnommen wegen der reparatur ergab sich die notwendigkeit einer beitragserhöhung für 1921 auf 20 mark für 1922 auf 50 mark der beginn der inflationszeit wird spürbar dies merkt man auch an den benutzungsgebühren die 1922 erstmals erwähnt werden für nichtmitglieder 2 mark je liter für mitglieder 0,50 mark die festsetzung brachte dem verein 1922 bei 26,4 hl saft immerhin eine einnahme von 2.517,50 mark im protokoll der generalversammlung vom 09 dezember 1922 ist zu lesen der bienenzuchtverein wurde in seiner verschmelzung mit dem obstbauverein aufgelassen und der verein führt wieder den namen obstbauverein türkenfeld der grund hierfür war dass die bienenzüchter der arbeitsgemeinschaft st ottilien angehörten und der verein in türkenfeld damit überflüssig geworden war in diesem protokoll ist auch erstmals georg nirschl erwähnt der als zweiter baumwart an stelle des fortgezogenen xaver müller aufgestellt worden war an der ersten generalversammlung in der wirtschaft eisenreich nach der inflation am 21 dezember 1924 nahmen von 41 mitgliedern nur 5 mann teil mehr konnten sich den wirtshausbesuch wohl nicht leisten der vereinsbeitrag wird auf 1,50 mark festgesetzt für das mosten werden von mitgliedern 1 pf und von nichtmitgliedern 4 pf erhoben so kamen 57,60 mark in die kasse 4 verfasser horst schülke

[close]

p. 5

protokoll der generalversammlung am 21 dez 1924 der besuch der generalversammlung am 28 november 1925 war mit 20 von 40 mitgliedern wesentlich besser sie fand im schulsaal statt der vereinsbeitrag wurde auf 1 mark festgesetzt zusätzlich wurde beschlossen sich dem bezirksobstbauverband bezirksgarten fürstenfeldbruck anzuschließen und je mitglied 1 mark abzuführen wodurch der gesamtbeitrag auf 2 mark kam erwähnenswert aus den folgejahren ist die anschaffung eines dosenverschlußapparates lanico 1928 dessen preis mit 130 mark angegeben ist bedient wurde der apparat vom baumwart nirschl mitglieder bezahlen nichts nichtmitglieder immerhin 5 pf je dose außerdem erhalten mitglieder 4 unterschiedliche dosen gratis das mosten erbrachte im gleichen jahr eine einnahme von 20,60 mark der kassenbestand betrug am jahresende 107,32 mark die nächsten jahre in stichworten 1929 der extrem kalte winter 1928/1929 bis -34° c und der hagel vom 04 juli 1929 bei dem fast die gesamte ernte vernichtet wurde werden beklagt bezirksinspektor rothmund spricht über konservieren von gemüse obst und fleisch in blechdosen 1930 baumwart nirschl berechnet als stundenlohn den eines gelernten arbeiters für schneiden baumsetzen u ä für spritzen 30 mehr jahresbeitrag 2,50 mark bei der jahresversammlung wurde von bezirksinspektor rothmund erstmals über opekta referiert er informierte auch über süßmosten und stellt dazu eine 25 liter süßmostflasche vor spritzen und krebs an bäumen waren weitere themen seines vortrages 5 verfasser horst schülke

[close]

p. 6

1931 ein sehr gutes obstjahr 33 hl wurden gemostet eine regenperiode von juli bis september beeinträchtigte aber die haltbarkeit des obstes rothmund empfiehlt süßmost in flaschen zu bereiten die bisherigen vorstandsmitglieder wurden einstimmig wieder gewählt 1932 mit 32 hl most wieder ein gutes obstjahr auch steinobst gab es in mengen zum mosten wurden glasballons empfohlen rothmund spricht über sortenwahl und düngung auf vorrat nach guten jahren der verein erhält vom landesverband 25 mark zuschuss zur vornahme eines generalreinigungskurses verwendet das geld jedoch zum ankauf von beerenhochstämmen für jedes mitglied 1933 der große schnitt die jahresversammlung am 06 dezember 1933 der versammlung ging ein 3-tägiger obstbaumpflegekurs von rothmund und nirschl voraus die mit 30 von 35 mitgliedern gut besuchte versammlung im gasthaus hartl dauerte von 19:30 bis 23:00 uhr neben dem bedauern des schlechten obstjahres in dem praktisch nur birnen wuchsen insgesamt wurden nur 190 liter gemostet dem geschäftsbericht dem kassenabschluss und der festsetzung des beitrags auf 1,50 mark hielt rothmund einen lichtbildervortrag über die wichtigkeit des obstbaus und dessen stellung im neuen reich baumwart nirschl spricht über die vaterländische pflicht der obstbauern ob es nun die heraufkommende neue zeit war oder sein langjähriges leiden ist nicht überliefert lehrer anton will stellt sich nicht mehr zur wiederwahl ein freiwilliger vorstand konnte nicht gefunden werden baumwart georg nirschl wurde als kommissarischer leiter des gartenbauvereins bestimmt und bleibt es bis 1936 mit der generalversammlung am 06 dezember 1933 ging auch die über 29jährige periode des obstbauvereins unter der leitung des mittlerweile zum oberlehrer beförderten anton will zu ende er zog dann wegen seines leidens zu seiner tochter nach münchen und verbrachte dort seinen lebensabend für türkenfeld und den obstbauverein hat er großes geleistet ehre seinem angedenken 1934 1955 Über diese zeit gibt es nur wenige aufzeichnungen was aber nicht als zeichen mangelnder aktivität gewertet werden darf 1936 konnte der lagerhausverwalter josef klaß jr zur Übernahme des amts eines ersten vorsitzenden bewogen werden schriftliche aufzeichnungen liegen erst wieder aus dem jahr 1954 vor im protokoll vom 04 april 1954 über die jahreshauptversammlung für das jahr 1953 wird berichtet dass das geschäftsjahr 1953 in jeder hinsicht zufriedenstellend verlaufen ist bei der neuwahl wurde josef klaß einstimmig zum ersten vorstand wieder gewählt zum zweiten vorstand pius keller zum kassier andreas dietrich zum aufsichtsratsmitglied lorenz dietrich und zum baumwart hans schorer von der versammlung wurde befürwortet das 50-jährige bestehen des vereins im jahre 1955 in besonders festlicher weise zu begehen von den gründungsmitgliedern waren zu diesem zeitpunkt noch zwei am leben josef klaß sen mesner in türkenfeld und josef mayer in zankenhausen Über die jubiläumsfeier ist lediglich ein auszug aus der festansprache des damaligen vorstandes josef klaß erhalten geblieben hieraus einige zitate 6 verfasser horst schülke

[close]

p. 7

wie ein fruchtbaum mit tiefgreifenden wurzeln mit kräftigem stamm mit gesegneter krone und reichen früchten so steht heute das 50-jährige bestehen des obst und gartenbauvereins türkenfeld vor unseren augen 50 jahre das ist grund genug zur freude doch ganz besonders danken wir in diesem jubiläum auch jenen männern die unseren verein in langjähriger mühe und zum teil auch opfervollen arbeit zur seite gestanden sind so herrn gartenbauinspektor rothmund und seinem nachfolger dem kreisfachberater für obst und gartenbau herrn reitberger fürstenfeldbruck 50 jahre hindurch arbeitete der verein unter ungünstigen und schlimmen verhältnissen die wirren zweier weltkriege überstand er glücklich so manche verbesserungen und anschaffungen zeugen von seiner tätigkeit besonders die einrichtung der mosterei der kauf der obstbaumspritze und dosenverschlussmaschine durch lehrer will durch die initiative des vereins wurden gehöfte und somit das dorf verschönert die heimatliebe und berufsfreude gefördert unser dank gilt besonders auch jenen die sich der vereinsarbeit tatkräftig angenommen haben von diesen befinden sich allerdings viele nicht mehr unter den lebenden ich gedenke hier besonders des ehemaligen oberlehrers anton will der 30 jahre hindurch als erster vorstand den verein leitete und dem das verdienst gebührt alle hindernisse die der erste weltkrieg und die beinahe noch schwierigere nachkriegszeit mit sich brachten überwunden zu haben dank und anerkennung zollen wir auch unseren drei mitgliedern die bereits auf eine 50jährige vereinsarbeit zurückblicken können und denen im auftrag des bayerischen landesverbandes die goldene ehrennadel mit diplom überreicht wird mayer josef klaß josef und herb konrad [anm des verfassers herr konrad herb trat 1906 dem verein bei 1955 1971 auch über diesen zeitraum existieren nur wenige aufzeichnungen am 13 märz 1960 wurde in der vorstandssitzung beschlossen den bisher als e.v geführten obstbauverein aufzulösen und als nicht eingetragenen verein weiter zu führen vorstand bleibt weiterhin josef klaß jr einem zeitungsbericht des ffb-tagblattes vom 26 februar 1969 über die jahresversammlung für 1968 zufolge wurden die mitglieder hermann widmann und georg abröll die im jahr zuvor das 80 lebensjahr erreicht hatten zu ehrenmitgliedern ernannt im gleichen bericht wurde auch des im jahre 1968 verstorbenen gartenbauoberinspektors josef rothmund aus fürstenfeldbruck gedacht der den verein türkenfeld wie alle im landkreis vorbildlich betreut und beraten hatte die mitgliederzahl des vereins türkenfeld hatte sich zu diesem zeitpunkt auf 68 erhöht 1970 der verein hatte nunmehr 74 mitglieder trat neben 5 weiteren neumitgliedern am 21 februar auch wenzel swizynski dem verein bei Über 31 hl most konnten hergestellt werden die benutzungsgebühr lag bei 10 pfennig je liter 1971 musste josef klaß aus gesundheitlichen gründen von seinem amt als erster vorsitzender zurücktreten auch klaß hat in den 35 sehr schwierigen jahren seiner amtszeit vorbildliches für den verein und unsere ortschaft geleistet er wurde in der jahresversammlung zum ehrenvorsitzenden des vereins benannt ehre auch seinem angedenken in der anschließenden wahl wurde wenzel swizynski zum ersten vorsitzenden gewählt pius keller sen zum zweiten vorsitzenden und josef müller zum kassier wieder gewählt 1972 2002 vor dem hintergrund der gebietsreform in bayern bei der zankenhausen von türkenfeld eingemeindet wurde kamen die vereinsführungen der gartenbauvereine türkenfeld und 7 verfasser horst schülke

[close]

p. 8

zankenhausen überein beide vereine zu verschmelzen dies war dann sozusagen die geburtsstunde der gemeinsamen vereinsarbeit türkenfeld zankenhausen mit der wahl wenzel swizynskis zum ersten vorsitzenden beginnt der verein mehr in die Öffentlichkeit zu treten und das gesellschaftliche leben in unserem dorf mit zu gestalten für den 28 januar 1972 konnte die vorstandschaft zum ersten gartlerball im hartlsaal einladen 1972 begann auch die reihe der lehrfahrten die mittlerweile tradition geworden sind mit einem besuch des schlosses nymphenburg fachvorträge zu unterschiedlichen themen und praktische unterweisungen erhöhten die attraktivität des vereins dies ist ganz deutlich an der zunahme der mitglieder zu erkennen bei wenzel swizynskis amtsantritt 1971 hatte der verein 70 mitglieder drei jahre später ist die zahl auf 175 angewachsen 1977 konnte das 250 vereinsmitglied begrüßt werden 1979 das 300 als wenzel swizynski 2002 sein amt abgibt zählt der verein mit knapp 380 mitgliedern zu den größten des dorfes und ist zu einem festen bestandteil des gesellschaftlichen lebens in türkenfeld geworden in seiner bescheidenen und ruhigen art und der ihm eigenen kreativität und beharrlichkeit hat er die geschicke des vereins mit großem erfolg geführt und ihn zu einem attraktiven und ortsbild beeinflussenden glied der gemeinde türkenfeld geformt in seine zeit fallen ausflüge in die nähere umgebung wie z b nach weihenstephan mainau zum chiemsee aber auch in andere länder wie nach südtirol in die schweiz in die dolomiten nach ungarn wien holland und ins elsass natürlich wurden auch regelmäßig landes und bundesgartenschauen besucht 1975 erhielt der verein vom damaligen bayerischen umwelt-staatsminister max streibl zum 70-jährigen bestehen eine urkunde zweimal 1973 und 1995 konnte wenzel swizynski die gemeinde türkenfeld dazu bewegen den weiteren bestand der mosterei zuzusichern das 75-jährige jubiläum des vereins wurde im rahmen der türkenfelder festwoche 1980 zusammen mit der 60-jahr-feier des gesangsvereins und dem 17 bezirksmusikfest lech/ammersee gefeiert 1982 musste der verein von josef klaß abschied nehmen den er 35 jahre lang durch eine sehr schwierige zeit erfolgreich geführt hatte und der am 19 september 1982 verstorben ist wenzel swizynski gedenkt seiner person und seiner leistungen in der jahreshauptversammlung am 25 märz 1983 mit folgenden worten josef klaß war 35 jahre erster vorstand und ehrenvorsitzender unseres vereins dessen tod eine schmerzliche lücke in unsere reihen gerissen hat wir haben einen begeisterten gartenfreund und guten kameraden verloren sein im wahrsten sinne des wortes stets sichtbarer erfolg und seine hingabe an die gärtnerische arbeit werden uns immer vorbild bleiben im jahr davor konnte der verein josef klaß noch zu seinem 80sten geburtstag mit einer blumenschale ehren der 81ste geburtstag war ihm nicht mehr vergönnt 1982 ist die erstmalige teilnahme am sylvesterritt registriert wenzel swizynski betrieb die anerkennung zum gemeinnützigen verein was 1984 mit der annahme einer neuen satzung begonnen und 1987 erfolgreich abgeschlossen werden konnte 1983 wurde das dach der mosterei neu eingedeckt 1988 der boden ausgebessert eine neue hydraulische obstpresse wurde ebenfalls 1988 erworben 50 hl most werden gleich im anschaffungsjahr damit gepresst für seine großen verdienste wird wenzel swizynski 1998 die bürgermedaille in silber der gemeinde türkenfeld verliehen im gleichen jahr wählen die vereinsmitglieder günther asam zum zweiten vorsitzenden 8 verfasser horst schülke

[close]

p. 9

2002 stellt sich wenzel swizynski nicht mehr zur wiederwahl damit gehen 30 äußerst erfolgreiche jahre des vereins unter seiner leitung zu ende in der 97jährigen geschichte des vereins war er erst der dritte vorsitzende auch er hat vorbildliches für den verein und das dorf geleistet wir alle sind ihm zu großem dank verpflichtet 2002 bis 2005 in der jahreshauptversammlung 2002 wird günther asam zum ersten und barbara clauß zur zweiten vorsitzenden gewählt die neue vorstandschaft setzt das werk wenzel swizynskis fort und widmet sich zusätzlich verstärkt der arbeit mit kindern und der nachwuchsgewinnung die mostfeste im september speziell für kinder und die wettbewerbe über ein ganzes jahr größter kürbis größte sonnenblume größter kohlrabi werden dankbar angenommen die begeisterung der kinder ihre leuchtenden augen und ihr interesse sind ein großer ansporn den weg weiter zu beschreiten in einem festjahr konnten wir 100 jahre obstund gartenbauverein türkenfeld ­ zankenhausen feiern es begann mit dem festabend am 23 april im hartlsaal und endete mit der sylvesterfeier auf dem gollenberg höhepunkt war das festwochenende vom 13 bis 16 mai beim festgottesdienst am 15 mai im festzelt wurde einer schnitzfigur unserer schutzpatronin der hl dorothea der kirchliche segen erteilt bei feierlichen umzügen wird diese figur seitdem von einer abordnung des vereins getragen 2005-2009 die streuobstwiese am nördlichen ortsausgang türkenfelds wurde in unserem jubiläumsjahr am 24.04.2005 mit einem spatenstich von bürgermeister georg klass und dem ersten vorsitzenden günther asam begonnen am gleichen tag konnten wir auch schon einige apfelbäume pflanzen sie wurde bereits erweitert und gibt ein beeindruckendes bild ab wenn man sich von moorenweis kommend unserem dorf nähert eine streuobstwiese hat nicht nur bedeutung für die erhaltung älterer obstsorten der ökologische nutzen greift viel weiter sie bietet weide und unterschlupf für viele insekten im rahmen unserer arbeit mit kindern wurde an der wiese ein insektenhotel errichtet vögel und säugetiere sind ebenfalls dankbare nutzer der streuobstwiese 9 verfasser horst schülke

[close]

p. 10

der walderlebnispfad konnte zur 100jahrfeier leider nicht fertig gestellt werden am 17 april 2006 wurde er aber im rahmen von osterspielen mit kindern in anwesenheit von 150 besuchern eingeweiht pfarrer kapfer segnete das projekt das seither viele besucher erfreut eindrucksvoll gelungen ist der bohlenweg durch den sumpfwald der allein einen spaziergang wert ist leider mussten wir auch die erfahrung machen dass manche zeitgenossen offensichtlich freude daran haben wertvolle einrichtungen zu zerstören auch deshalb stehen umfangreiche erneuerungsarbeiten an ab 2009 in der jahreshauptversammlung 2009 wird ein neuer vorstand unter dem 1 vorsitzenden günther asam gewählt barbara clauß scheidet aus eigenem wunsch aus der vorstandschaft aus mit ihrer tatkraft hat sie das vereinsleben 20 jahre lang im vorstand kreativ geprägt personen wie sie sind es die den verein attraktiv erhalten ein herzliches vergeltsgott in der jahreshauptversammlung am 25.03.2011 wurde barbara clauß eine ehrenurkunde verbunden mit der ehrenmitgliedschaft im verein verliehen 2009 wurde das mosthäusl 100 jahre alt sein zustand war nicht mehr erhaltenswert es genügte auch nicht mehr den heutigen anforderungen an einen raum in dem mit lebensmitteln gearbeitet wird wir sind der gemeinde türkenfeld dankbar dass sie einem neubau an der gleichen stelle zustimmte an der schon unser gründervater anton will gewirkt hat der alte holzbau wurde 2009 abgerissen und ein neues den heutigen anforderungen genügendes gemauertes haus errichtet dieser neubau des mosthäusls bindet viel kraft zeit und geld dank vieler helfer schreitet der neubau voran 2012 wird die fertigstellung gefeiert werden 10 verfasser horst schülke

[close]

p. 11

die über hundertjährige geschichte des vereins beweist dass unser gründer der lehrer anton will einen weisen vorausschauenden blick für die notwendigkeit hatte sich mit den pflanzen von denen wir letztlich alle leben intensiv zu befassen natürlich haben sich im laufe der zeit die ziele geändert anton will hatte vor 100 jahren vermutlich wirtschaftlichen erfolg und soziale verantwortung für die bevölkerung zum motiv heute spielt der wirtschaftliche erfolg des obstbaus in türkenfeld keine tragende rolle mehr die soziale verantwortung aber ist uns mehr denn je geblieben Ökologischer anbau von nutz und zierpflanzen kommt nicht nur uns sondern noch viel mehr unseren kindern zu gute ein schöner ziergarten mit bunten blüten schmetterlingen bienen und vögeln hat auch mit sozialer verantwortung zu tun er erfreut herz und sinne eine wohltat in unserer hektischen zeit der obst und gartenbauverein türkenfeld zankenhausen ist den zielen seiner gründer weiter verbunden wirken auch sie mit diese tradition fort zu setzen 11 verfasser horst schülke

[close]

Comments

no comments yet