Vereinszeitung Jahrgang 2008

 

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Obst- und Gartenbauverein Türkenfeld - Zankenhausen e.V.

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DER ÜRKENFELDER G ARTEN November 2008 Vereinszeitung des Obst- und Gartenbauvereines Türkenfeld – Zankenhausen e.V. Liebe Mitglieder, liebe Türkenfelder Gartenfreunde, hier ist sie – die zweite Ausgabe unserer neuen Vereinszeitung. Wir möchten euch auf diesem Wege wieder über die Aktivitäten des Obst- & Gartenbauvereines Türkenfeld – Zankenhausen informieren, Tipps und Tricks weitergeben, und vieles mehr. Inhalt: Seite 2: - Jahresrückblick Seite 3: - unser Mosthäusl Seite 4: - der Eichenprozessionsspinner Seite 6: - die Geschichte der Tomate Seite 8: - Bienen Seite 9: - der Apfel Seite 10: - Kinderseite Seite 11: - Rezept Seite 12: - Impressum Mostwart Johann Steigerwald zeigt den 4. Klassen der Türkenfelder Schule das Verarbeiten von Äpfeln zu Saft

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sorgte an diesem Abend die „Türkenfelder Tanzlmusik“. Eine Führung durch den WalderlebnisDas Gartler-Jahr begann am 08.02.08 pfad fand dann am Sonntag, den 25. mit dem „Basteln für Kinder mit Holz“. Mai 2008, statt. Es entstanden Am Samstag, den 21.06.08, kleine Kunsttrafen sich Mitglieder werke wie verschiedener Türkenfelder Papageien, Vereine zur „Aktion Mäuse und Springkraut“ an der Schule. Osterhasen. Dieses Springkraut verbreitet Es folgten dann sich rasant vor allem im am 07.03.08 das Bereich des Walderlebnis„Blumenstecken pfades und am Höllbach. Es zur Osterzeit“ wurden 3 LKW-Ladungen und am 15.03.08 dieses Krautes entsorgt. das „PalmUm der weiteren die kleinen buschen basteln Ausbreitung entKünstler mit Kindern“. Hier wurden bei gegenzuwirken, schönstem Wetter im Garten ist für das neben dem Pfarrheim die nächste Jahr traditionellen Palmbuschen eine Wiedervon den Kindern nach ihren holung dieser eigenen Vorstellungen Aktion geplant. zusammen-gesteckt. Der TagesausDer nächste wichtige Termin flug führte war Freitag, der 28.03.08: die heuer am Jahres-hauptversammlung 13.09.08 zur fand statt. LandesgartenDie „Türkenfelder Bauchtanzgruppe“ Da Christoph Maier aus schau nach persönlichen Gründen zurückgetreten Neu-Ulm. Die 19 Teilnehmer besuchten war, musste für die restliche Zeit bis zur dort die Sonder-schau „Die wunderbare regulären Neuwahl der Vereinsleitung Welt der Heil- und Kräuterpflanzen“. ein neuer Schriftführer gewählt werden. Am Mosthäusl fand am 21.09.08 das Manfred Kiefer, bis dahin Beisitzer, diesjährige Apfelfest statt. Zahlreiche stellte sich für diesen Posten zur große und kleine Besucher erfreuten Verfügung und wurde von den sich an frisch gepresstem Apfelsaft, an anwesenden Mitgliedern des Obst- und Kaffee und Kuchen sowie an Gartenbauvereines zum Schriftführer Apfelkücherln. berufen. Beim „Erntedank der Gartler“ am Christoph Maier steht der VereinsFreitag, den 10.10.08, wurden wieder leitung auch weiterhin als Beisitzer zur langjährige Mitglieder geehrt, außerdem Seite und betreut die Homepage des hielt Klaus Zentner vom BLV FFB Vereines: einen Vortrag zum Thema Fledermäuse. www.gartenbauverein-tuerkenfeld.de Im Keller des Gasthauses Hartl wurde Den „2. Garten-Flohmarkt“ am am 25.10.08 wieder gebastelt: über 20 12.04.08 hat es leider im wahrsten Kinder und Erwachsene bastelten aus Sinne des Wortes verhagelt. NachNaturmaterialien einen Webrahmen, in dem sich die zahlreichen Besucher des Flohmarktes auf dem Schulhof der Türkenfelder Schule handelseinig waren, mussten sie vor dem Hagel in die Aula flüchten... Am Freitag, den 09.05.08, fand im Saal des Gasthauses Hartl in Türkenfeld die diesjährige Muttertagsfeier statt. An dieser Stelle möchte sich die Vereinsleitung nochmals bei den vielen fleißigen Kuchenbäckerinnen bedanken, die immer mit ihren Köstlichkeiten am Kuchenbuffet zum Gelingen der verschiedenen Feierlichkeiten tatkräftig beitragen. Ein weiterer Höhepunkt dieses Abends war ein Auftritt der „Türkenfelder Bauchtanzgruppe“. Sie zauberten mit ihrer Darbietung ein wenig orientalische Atmosphäre in den Hartlsaal. Für die musikalische Unterhaltung Jahresrückblick auf 2008: Teilnehmer der „Aktion Springkraut“ beim Apfelfest den sie mit Ähren, Gräsern und Blumen richtige dreidimensionale Bilder zusammen steckten. Zum Schluß unseres Jahresrückblickes noch ein Hinweis: am 1. Adventwochenende, dem 29. und 30.11.08, findet in Zankenhausen der diesjährige Weihnachtmarkt statt. Der Obst- und Gartenbauverein ist dort mit einem eigenen Stand vertreten. Dort können Sie wieder weihnachtliche Gestecke, Kränze und vieles anderes mehr erwerben. Am Sonntag, den 30.11.08 (1. Advent), findet um 1400 Uhr im Hartlsaal die Adventfeier unseres Vereines statt. Wir würden uns freuen, Sie auch hier wieder begrüßen zu dürfen. 2

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Unser Mosthäusl: Unser Mosthäusl ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Wie aus alten Unterlagen entnommen werden kann, wurde es 1909 gebaut – es wird also im nächsten Jahr 100 Jahre alt! Leider entspricht es nicht mehr dem heutigen Standard. Es wurde im Stile einer einfachen, jedoch zweckmäßigen Holzhütte gebaut, die wohl den damaligen Bedürfnissen entsprach. Aus diesem Grunde entschied sich der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins, dieses Mosthäusl, von Grund auf zu sanieren. Da eine Renovierung bzw. ein entsprechender Ausbau des bestehenden Mosthäusls zu kostenintensiv wäre, entschied man sich für einen Neubau – an gleicher Stelle, an der das alte steht. Für diesen Neubau musste ein Bauplan erstellt werden, der inzwischen vom Türkenfelder Gemeinderat genehmigt worden ist. Nun liegt er zum weiteren Genehmigungsverfahren dem Fürstenfeldbrucker Landratsamt vor. Am 10.04.2008 übergab der Leiter der Raiffeisenbank Türkenfeld, Herr Lehmann, dem Obst- und Gartenbauverein Türkenfeld / Zankenhausen e.V. eine Spende von 500,- € . Auch andere Vereine bekamen einen Spendenscheck überreicht. Recht herzlichen Dank nochmals! 3

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Klein und gemein: Der Eichenprozessionsspinner Alljährlich treten sie im Mai/Juni in mehr oder weniger großer Zahl auf: Fein gesponnene Nester, die wie Zuckerwatte aussehen. Die Nester wurden vom Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionae) angelegt. Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen Nachtfalter, der von Ende Juli bis September aktiv ist. Für die Eiablage suchen die Weibchen Bäume am Waldrand in sonniger Lage, einzeln stehende Bäume in Gärten, Parkanlagen, Schulen und Kindergärten, bevorzugt in der Nähe von Straßenlaternen. Die Weibchen legen den gesamten Ei-Vorrat in einer Nacht im Feinastbereich als einschichtige Platte ab und sterben dann. Der Embryo entwickelt sich noch im Herbst zur orangegelben Jungraupe, die im Ei überwintert und Anfang Mai schlüpft. Die heranwachsenden Raupen sind hellgrau/blaugrau mit dunklen Rückenstreifen und rotbraunen lang behaarten Warzen. Bis zur Verpuppung durchlaufen die Raupen bis zu sechs Entwicklungsstadien. Ab dem dritten Stadium im Mai/ Juni entwickeln sich die Gifthaare (Setae) mit Widerhaken. Die Gifthärchen sind hohl, mikroskopisch fein und brechen bei Beunruhigung der Raupen ab. In den Gifthärchen befindet sich das lösliche Protein Thaumetopein. Bei trockenem Wetter können diese Gifthaare über weite Strecken verbreitet werden. Da die Gifthaare eine sehr lange Haltbarkeit haben, sind sie auch am Boden liegend oder irgendwo anhaftend eine Gefahr. Am Tag und zur Häutung ziehen sich die Raupen in die Gespinstnester zurück. Die meist kugeligen Nester findet man am Stamm, aber auch in Astgabeln. Nachts verlassen Raupen die Nester in einer Prozession und suchen Fraßplätze auf. Im Juli verpuppen sich die Raupen in den Gespinstnestern. Die Puppenruhe dauert etwa drei bis fünf Wochen. Von enormer Bedeutung sind die gesundheitlichen Gefahren für Mitarbeiter in Gartenund Landschaftsbaubetrieben: Das aggressive Protein Thaumetopein löst beim Menschen innerhalb von 24 Stunden eine mehr oder weniger heftige Reaktion aus, wie z. B. Kontakt-Urtikaria (Quaddeln) , toxische, irritative reizauslösende Dermatitis (undefinierbare Hautausschläge), anhaltende Papeln (sehen wie Insektenstiche aus). Diese Hautreaktionen dauern etwa 7 bis 14 Tage an, wobei alle Hautpartien betroffen sind, die nicht geschützt waren. Auf gar keinen Fall darf man dem Juckreiz nachgeben, denn beim Kratzen der Haut bohren sich die Widerhaken noch tiefer in die Haut. Die Gifthaare sind lungengängig (wie Asbestfasern) und können zu Entzündungen im Rachenraum, zu Schwellungen der Nasenschleimhaut und Bronchitis führen. Asthmatische Symptome bis hin zu einem allergischen Schock sind ebenfalls schon bekannt geworden. In die Augen eingedrungen kommt es zur Konjunktivitis (Bindehautentzündung) und zur bei trockener Witterung gefährdet, denn selbst die alten Häute der Raupen und alte Nester vom Vorjahr sind gefährlich. Schutzmaßnahmen für Grünpflegearbeiten: • geschlossene Kleidung tragen • Schutzbrille • Atemschutz • nach möglichem Kontakt Kleiderwechsel • Duschbad mit Haarreinigung Achtung: Kleidung könnte mit Gifthaaren kontaminiert sein! Schutzmaßnahmen beim Entfernen der Nester: • Einwegschutzanzug anlegen (ggf. 2 übereinander, um Kontaminierung der Straßenkleidung zu verhindern) • Atemschutzhaube mit Einwegschutzhaube anlegen • Schutzhandschuhe (keine Lederhandschuhe) • Gummistiefel Achtung: für optimalen Schutz die Übergänge zu Handschuhen und Stiefeln mit Klebeband abdichten. Eine MehrwegSchutzbekleidung kann kostengünstiger sein. Neben der mechanischen kommt noch die chemische und die biologische Bekämpfung in Frage. Mechanische Bekämpfung: • persönliche Schutzbekleidung anlegen. • Nest ggf. mit Wasserglaslösung, Haarspray oder Sprühkleber fein einsprühen, antrocknen lassen und absammeln oder mit Spezialsauger absaugen. Während des Entfernens darf sich keine ungeschützte Person im Gefahrenbereich (ca. 200 m Umkreis) aufhalten. Da die Nester von der Hubarbeitsbühne aus entfernt werden müssen, sind die Mitarbeiter entsprechend über den Hubarbeitsbühneneinsatz, evtl. Absicherung der Baustelle zu unterweisen. Achtung: Beim Ausziehen der persönlichen Schutzbekleidung ist unbedingt darauf zu achten, dass die Arbeitskleidung nicht kontaminiert wird. Die Einwegschutzbekleidung ist wie der Inhalt der Staubsauger zu entsorgen. 4 Schwellung der Augenlider. Beim Reiben der Augen können die Gifthaare durch die Hornhaut oder Regenbogenhaut ins Innere des Auges eindringen. Begleitend treten Symptome, wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auf. Ist einmal eine Reaktion erfolgt, wird diese unweigerlich von Mal zu Mal heftiger, bis hin zu asthmatischen Anfällen. Nicht nur Personen, die mit der Entfernung und Vernichtung der Gespinstnester beschäftigt sind, sondern auch Mitarbeiter in der Grünpflege sind Biologische Bekämpfung: • Ausgebracht wird Bacillus thuringiensis var. Kurstaki nur bis zum 2. Larvenstadium (Mai/Juni) • Bekämpfungserfolg ist von der Temperatur (20 bis 25 ° C) abhängig • Ausbringung am Fraßort (Hubarbeitsbühneneinsatz) • direkte Sonnenbestrahlung verträgt Bacillus thuringiensis nicht Achtung: Den optimalen Zeitpunkt zum Ausbringen zu finden

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ist angesichts unbeständiger Witterung relativ schwierig und das Zeitfenster für das Ausbringen ist relativ klein (in diesem Jahr etwa 10 Tage). Zwar ist nach Abwägung aller Risiken die biologische Bekämpfung die wohl ungefährlichste Methode zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, doch wird sie noch nicht ausreichend genug angewandt. Unabhängig davon, ob biologisch oder mechanisch bekämpft wird, die Mitarbeiter müssen durch den Unternehmer über Arbeits- und Gesundheitsschutz unterwiesen werden. Die Unterweisung ist schriftlich zu dokumentieren. Eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung mit Betriebsanweisungen und Hygieneplan ist in verständlicher Form zu erstellen. Bereits seit 10 Jahren bietet die Gartenbau-Berufsgenossenschaft ihren Mitgliedsbetrieben die Möglichkeit zur zusätzlichen Mitgliedschaft im Sicherheitstechnischen Dienst an. Die hier tätigen Mitarbeiter beraten den Unternehmer zu allen Fragen der Arbeitssicherheit, helfen auf Wunsch bei der Gefährdungsbeurteilung und der Unterweisung der Mitarbeiter. Ein unverbindliches Angebot oder ein Beratungsgespräch zur Mitgliedschaft erteilt der Sicherheitstechnische Dienst der Gartenbau-Berufsgenossenschaft, Frankfurter Str. 126, 34121 Kassel. entferntes Nest eines Eichenprozessionsspinners: Vorderseite Hinteransicht Nest eines Eichenprozessionsspinners mit Raupen Mit freundlicher Genehmigung aus der Zeitschrift „Guter Rat“, dem offiziellen Mitteilungsblatt der Gartenbau-Berufsgenossenschaft, Ausgabe Nr. 4 vom Dez. 2007 5

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Aus unserer Küche kaum mehr wegzudenken : Die Geschichte der Tomate Das Ursprungsgebiet der Tomate ist, dass darf wohl als gesichert angesehen werden, Mittel- oder eher noch Südamerika. Dort wurden sie schon von den Azteken und Inkas etwa 200 v. Chr. bis 700 n. Chr. als „xitomatl“ kultiviert. Entsprechende Samen wurden bei Ausgrabungen südlich von MexikoStadt in Höhlen im Tehuacán-Tal gefunden. Überspringen wir von hier aus gut 700 Jahre und gelangen ins 15. / 16. Jahrhundert. In dieser Zeit gelangt die Tomate nach Europa, selbstverständlich nach Portugal und Spanien, den führenden Seefahrernationen dieser Zeit (zumindest was die Seefahrt über den Atlantik betrifft). Ob es nun wirklich Kolumbus war, der die Tomate mitbrachte, sei dahingestellt. Auf jeden Fall taucht die Tomate in der Mitte des 16. Jahrhunderts (und damit etliche Jahre nach Kolumbus Fahrten!) in der naturwissenschaftlichen Literatur auf. Obwohl sie wohl schon recht bald auch Eingang vor allem in die italienische Küche fand, galt sie gleichzeitig als giftig. Übrigens führen es manche Quellen unter anderem auf die vitaminreiche Tomate zurück, dass die portugiesischen und spanischen Seefahrer im Mittelalter weniger an Skorbut litten, als ihre englischen und niederländischen Kollegen. Von der iberischen Halbinsel aus trat die Tomate später ihren eigenen "Siegeszug" in die ganze Welt an. Im Laufe der Zeit hat sie auch recht fantasievolle Namen erhalten: Paradiesapfel, Paradeiser und Liebesapfel - weil man glaubte, dass sie die Liebeslust und Liebeskraft stärkt, weshalb die Kirche sie zeitweise zur "Pflanze des Satans" erklärte und verbot... Im 17. und 18. Jahrhundert wird die Tomate in Europa vor allem als Zierpflanze angesehen, nur einige medizinische Anwendungen sind bekannt. Eine englische Übersetzung von Tournaforts Buch The Complete Herbal aus dem Jahre 1719 erwähnt jedoch bereits, dass die Früchte in Italien gegessen werden. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnet die Encyclopædia Britannica den Einsatz von Tomaten in der Küche als „alltäglich“. die Tomate Es wird immer wieder in EUAgrarversuchen die Kreuzung der Tomate mit der eng verwandten Kartoffel ausprobiert. Die daraus entstehende Tomoffel sollte essbare Knollen und gleichzeitig genießbare Früchte hervorbringen. Leider (oder Gott sei Dank?) erfüllten die Pflanzen nicht die in sie gesetzten Hoffnungen, da sie nicht ausreichend Blattmasse bilden kann, die nötig ist, um genügend Kohlehydrate einlagern zu können. Wurzelknolle und oberirdische Frucht konkurrieren, daher ist dieser Wunsch eine nicht ganz sinnvolle Kombination, wenn beiderseits hohe Erträge erzielt werden sollen. Inspiriert von einer fiktiven Kreuzung aus Tomate und Tabak zur Tomacco in einer Episode der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ hat im Jahre 2003 ein Wasseranalytiker aus Oregon (USA) eine Tomatenpflanze erfolgreich auf eine Tabakwurzel gepfropft. Dies war möglich, da der Tabak ebenfalls ein Nachtschattengewächs ist. Die Früchte der so veredelten Pflanze enthielten aber entgegen anfänglichen Vermutungen kein Nikotin. Von einer größeren Bedeutung ist die Nutzung von Tomaten als Veredelungsunterlage für Auberginen. Inhaltsstoffe Hauptbestandteil der Tomate ist Wasser (etwa 95%), außerdem enthält sie die Vitamine A, B1, B2, C, E, Niacin sowie Mineralstoffe, besonders Kalium und Spurenelemente. Der enthaltene Farbstoff ist Lycopin, ein Carotinoid, das die Abwehr stärken und das Risiko bestimmter Krebserkrankungen senken soll. Der Nährwertgehalt ist mit etwa 75 kJ pro 100 g relativ gering. Obwohl die Tomate ein Lebensmittel ist, sind das Kraut und der grüne Teil der Frucht durch das darin enthaltene Tomatidin mäßig giftig. Im 19. Jahrhundert beschleunigte sich dann ihre Verbreitung. Sie schipperte erneut über den großen Teich und eroberte Amerika, vor dem 1. Weltkrieg dann auch verstärkt in Europa. Gegen Ende des 19ten oder Anfang des 20ten Jahrhunderts hielt sie dann triumphalen Einzug in die deutschen Gärten. Viele der damaligen Sorten sind jedoch trotz aller Bemühungen zahlreicher Tomatenliebhaber, welche historische Arten pflegen und zu erhalten versuchen, für immer verloren. Sorten und Kreuzungen Die Tomate (Solanum lycopersicum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse. Damit ist sie unter anderem eng mit der Kartoffel (Solanum tuberosum), der Tollkirsche, der Alraune, der Engelstrompete, der Petunie und dem Tabak verwandt. Es gibt sicher deutlich über 10.000 Sorten Tomaten. So werden allein im Internet unter www.tomaten-atlas.de rund 1700 verschiedene Sorten beschrieben. Die Namen reichen dabei von A wie Abakanskij bis Z wie Zypriotische Riesenfleischtomate, die Fruchtgrößen liegen dabei von der Größe einer Johannisbeere bis zu mehreren hundert Gramm schweren Tomaten. Auch ist die Zahl der jährlich neu hinzukommenden Züchtersorten sehr groß. Bei der Selektion neuer Sorten stehen gewöhnlich die höhere Resistenz gegen Umwelteinflüsse, Krankheiten, Schädlinge und Viren, sowie sicherer Ertrag auch unter ungünstigen Klimabedingungen im Vordergrund. 100 g Tomaten enthalten: kcal kJoule 73 Wasser 94 g Fett 0,2 g Kalium 242 mg Calcium 9 mg Magnesium 14 mg Vitamin C 25 mg 6 17

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Der Verzehr des Krautes oder sehr unreifer Früchte kann Übelkeit und Erbrechen zur Folge haben. Es wird daher auch empfohlen, bei der Vorbereitung von Mahlzeiten grüne Teile und den Stielansatz zu entfernen. Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass der Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen in Konservendosenware meistens höher liegt als bei frischer Ware, da diese Tomaten in der Regel am Produktionsort noch am Tag der Ernte verarbeitet werden. Langzeitstudien der University of California belegten weiterhin, dass der Gehalt an Antioxidantien in Tomaten aus ökologischer Landwirtschaft fast doppelt so hoch ist wie in konventionell erzeugten Lebensmitteln. Lagerung Am besten lagert man die Tomaten in der Speisekammer, also bei 13 – 180 C. So ist sie bis zu 2 Wochen haltbar und verliert dabei kaum wichtige Inhaltstoffe. Bewahrt man sie dagegen im Kühlschrank auf, werden sie schon nach kurzer Zeit unansehnlich und verlieren an Geschmack. Tomaten soll man, wenn möglich, immer getrennt von anderem Obst und Gemüse lagern. Sie scheiden während der Lagerung Ethen aus, das den Stoffwechsel benachbarten Früchte oder Gemüse beschleunigt, so daß diese schneller verderben, bitter werden, vertrocknen, welken und vergilben. Diese Ethenausscheidung kann man aber auch nutzen: legt man die letzten, noch grünen Tomaten einer Saison mit reifen Früchten in einen geschlossenen Behälter, z.B. eine Plastikbox mit Deckel, dann lässt das von den reifen Tomaten ausgeschiedene Ethen die noch unreifen Früchte innerhalb weniger Tage nachreifen. Verbrauch und Herkunft Der Durchschnittsverbrauch in Deutschland liegt bei rund 22 kg Tomaten pro Jahr. Davon wird fast die Hälfte als frische Tomaten verzehrt. Nur 6 % der in Deutschland vermarkteten Tomaten werden auch hier produziert. Insgesamt werden jährlich in der EU 17 Mio. Tonnen Tomaten auf einer Fläche von 290.000 Hektar angebaut. Führend in der Produktion sind in der EU Italien (ca. 7 Mio. Tonnen), Spanien, insbesondere die Kanarischen Inseln (ca. 4 Mio. Tonnen) und Griechenland (ca. 2 Mio. Tonnen). Die Niederlande produzieren rund 0,6 Mio. Tonnen pro Jahr, führen aber durch intensive Gewächshauskultur in der Ertrag-jeHektar-Statistik (fast 500 Tonnen je Hektar). Die Weltproduktion an Tomaten lag in den letzten Jahren bei etwa 120 Mio. Tonnen und wächst in den letzten Jahren stark. Mit 31 Mio. Tonnen ist die Volksrepublik China weltweit größter Produzent von Tomaten, gefolgt von den USA mit 11 Mio. Tonnen und der Türkei mit 9,7 Mio. Tonnen. Verschiedene Tomatensorten: Himmelsstürmer Fruchtgröße: 10 – 50 gr. Wuchshöhe: bis 2,5 m Reisetomate Fruchtgröße: 50 – 200 gr Wuchshöhe: 1,2 – 2,5 m Black Cherry Fruchtgröße: 10 – 50 gr Wuchshöhe: über 2,5 m Bilder mit freundlicher Genehmigung aus: www.tomatengarten.de und www.tomaten-atlas.de Lisl Brunner (2) , Klaus-Peter Schurz (4); Text: Dieter Clauss, Manfred Kiefer 7

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Bienen – wichtig für die Ernährungsvorsorge Wussten Sie, dass es allein in Deutschland ca. 550 verschiedene Bienen-Arten gibt? Nur eine einzige in der heimischen Fauna ist als Honig- und Wachslieferantin gut bekannt: die Honigbiene (Apis mellifera). Die weitaus meisten Bienenarten, zu denen u. a. die Sand-, Mauer-, Woll- oder Pelzbienen und nicht zuletzt die Hummeln gehören, sind jedoch wildlebend. Sandbiene Honigbiene Gehörnte Mauerbiene der entscheidenden Ursachen für diese Verarmung. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation nicht nur für Honig- und Wildbienenarten, sondern für alle Nektar und Pollen sammelnden Insekten in unserer Landschaft enorm verschlechtert. Zudem wachsen bei der Honigbiene die Probleme mit Krankheiten und Parasiten, während Wildbienen immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten finden. Darüber hinaus sind all diese Insekten einer zunehmenden Belastung durch Pestizide ausgesetzt. Die Honig- und Wildbienen haben zusammen mit allen anderen Blüten bestäubenden Insekten eine entscheidende Funktion im Ökosystem. Sie sichern und steigern nicht nur die Erträge von Kulturpflanzen (z.B. Obst, Raps, Sonnenblumen), sondern erhalten die von Insekten bestäubte Wildflora. Diese ist die Lebensgrundlage vieler anderer Tiere. Die Insekten selbst dienen wiederum Insektenfressern (z.B. Vögeln) als Nahrung. Der Rückgang vieler Vogelarten kann mit der Dezimierung der Insekten in Zusammenhang gebracht werden. Helfen Sie mit! Steilwand der benachbarten Kiesgrube haben sich bereits verschiedene Bodennistende Wildbienen und Grabwespen angesiedelt. Geben auch Sie den bestäubenden Insekten eine Chance! Pflanzen Sie vermehrt Stauden und Blumen mit hohen Nektar und Pollenwerten. Pflanzenlisten und Infomaterial über Saatgut für Hausgarten und auch Landwirtschaft können Sie bei Interesse von Jürgen Thalmayr 08193/4628 erhalten. Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter: www.wildbienen.de www.bluehende-landschaft.de www.saaten-zeller.de (Ein Beitrag von Jürgen Thalmayr) So wie man "Nutzpflanzen" und "Wildpflanzen" unterscheidet, so werden alle wildlebenden Bienenarten als "Wildbienen" bezeichnet, um sie von den zur Honiggewinnung oder für die Nutzpflanzenbestäubung eingesetzten "Nutzbienen" zu unterscheiden. Unverzichtbare Bestäuber Alle Bienen sind intensive Blütenbesucher: sie ernähren sich nicht nur als adulte Insekten von Pollen und Nektar, diese Blütenprodukte werden von den nestbauenden Arten auch zur Versorgung ihrer Brut ausgiebig gesammelt. Deshalb sind viel mehr Blütenbesuche als zur Eigenversorgung nötig. Gerade das macht Bienen im Vergleich zu anderen Blütenbesuchenden Insekten zu besonders effizienten Bestäubern nicht nur von Wildkräutern, sondern auch von Obstbäumen, Beerensträuchern und Feldfrüchten. Bei Untersuchungen wurde an einigen Nutzpflanzen Ertragsteigerungen von bis zu 80 % festgestellt. Gravierende Verarmung In den letzten 30 Jahren ist in der heimischen Bienenfauna eine gravierende Verarmung unübersehbar. In Deutschland sind mittlerweile über die Hälfte der Arten in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Da Nutz– und Wildbienen für einen funktionierenden Naturhaushalt unverzichtbar sind, muss diese Situation alarmieren und Besorgnis auslösen. Die Verknappung der Nahrungsgrundlage der Bienen, also der Rückgang von Nektar und Pollen 8 spendenden Pflanzen war eine 2 Honigbienenvölker wurden bereits im Frühjahr im unmittelbaren Umfeld der Streuobstwiese angesiedelt. Neben dem Standplatz der Bienen wurde eine Saatgutmischung mit ausgewählten Pollen- und Nektarreichen Blumen ausgebracht. Zusätzlich wird zurzeit am südlichen Rand der Obstwiese eine Nisthilfe für Wildbienen erstellt. Dort werden markhaltige und hohle Stängel, Totholz, Lochziegel usw. eingebaut. Dazu wird in den Osterferien eine Aktion mit interessierten Kindern stattfinden. Das „Wildbienenhotel“ soll Wildbienen und Nutzinsekten Nistund Rückzugsmöglichkeiten bieten. In einer

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Der „Apfel des Jahres“ 2003: Jakob Fischer Synonym: Schöner vom Oberland Herkunft: Zufallssämling, Süddeutschland Verbreitung: Deutschland Baum: stark wachsend, breit-pyramidal, lange Fruchtruten, große Blätter, neigt zum Ausschlitzen der Äste Frucht: groß bis sehr groß, unregelmäßig, flachbauchig, goldgelb, sonnenseits oft leuchtend rot, lockeres Fleisch, saftig, weinsäuerlich, später mehlig und weich Erträge: mittel bis hoch Reifezeit: Anfang bis Mitte September, genussreif September bis November, max. 4 Wochen haltbar Eignung: robuster Wirtschaftsapfel, im Holz frosthart, deshalb verbreiteter Stammbildner, schorffest Dieser Zufallssämling wurde im Jahre 1903 vom Landwirt Jakob Fischer in Rottum, Kreis Biberach (Württemberg gefunden Der Apfel „Jakob Fischer“ kann mit ‘Gascoynes Scharlachroter’ und mit ‘Martens Sämling’ verwechselt werden. Boikenapfel Synonym: Boiken-alma, Boikovo jablonco Herkunft: Zufallssämling aus dem Raum Bremen, 1828 Verbreitung: wegen seiner Anspruchslosigkeit sehr weit verbreitet, Schwerpunkt Norddeutschland, Küstennähe, Dänemark Baum: Holz und Blüte sehr frosthart, sehr spät und langblühend Frucht: mittelgroß, extrem windfest, druckunempfindlich, weite tiefe Stielgrube, weißes, wein-süß-fruchtiges Aroma, gelb bis bräunlichrot verwaschen, durch den geringen Furchtansatz ist die innere und äußere Qualität der einzelnen Früchte hoch Erträge: spät einsetzender, unregelmäßiger, mittelhoher Ertrag Reifezeit: spät ernten, im Naturlager ohne zu welken bis Mai/Juni haltbar Eignung: für Hausgarten und extensiven Obstbau; verträgt auch schwere Böden, und gehört zu den Dieser Zufallssämling aus dem Raum Bremen (Altes Land) anspruchslosesten Apfelsorten wurde 1828 erstmals von Mag. Schröder (Hamburg) beschrieben. Die Benennung soll auf einem Deichvogt im Bremer-Land (Boiken) zurückgehen. Wird leicht mit der „Landsberger Renette“ verwechselt. 9

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Kinderseite: Giftiges aus dem garten Liebe Kinder, leider ist nicht alles in unseren Gärten essbar. Hier sind ein paar Pflanzen, bei denen ihr besonders aufpassen müsst: Die Kartoffelpflanze: Die Kartoffel, übrigens ein Nachtschattengewächs und mit dem Tabak verwandt, kennt jeder. Meistens in Form von Pommes frites oder Kartoffel-Chips. Wer jedoch weiß von euch, dass alle Teile, die über der Erde wachsen, giftig sind? giftig ! Der Goldregen: Wunderschön anzusehen, aber die Blüten sind giftig! Besonders die Hülsen, die sich an den Blüten bilden! Schon 3 – 4 von ihnen können für ein Kind tödlich sein... Der Eisenhut: Auch er ist bei uns eine beliebte Gartenpflanze. Doch Vorsicht: an ihm ist ALLES giftig! Seine Blüten, die Blätter und die Wurzeln. Sein Pflanzensaft kann sogar durch die Haut dringen – darum niemals diese Pflanze berühren! Die Eibe: Sie findet sich bei uns als Einzelbaum oder als Hecke in den Gärten. Im Herbst erkennt man diesen Nadelbaum an den roten Beeren, dessen Kerne Gift enthalten. Also auf gar keinen Fall davon naschen! Sogar Tiere können sterben, wenn Eibenzweige ins Tierfutter gelangt! So wirkt das Gift in den Pflanzen: Es kann dir schlecht werden, du musst dich übergeben, dein Herz beginnt zu rasen, es kann dir schwindelig werden. Du bekommst oft nur schwer Luft, und es kann zu Ausschlägen kommen. Es gibt bei uns noch viel mehr giftige Pflanzen! Darum: Keine Beeren naschen! Keine Blumen pflücken, die du nicht kennst! Nach der Gartenarbeit unbedingt die Hände waschen! Erste Hilfe bei Vergiftungen: Viel trinken, am besten Tee und Wasser, damit du das Gift erbrichst! Und gleich den Arzt anrufen! Die Telefonnummern der Giftnotzentrale: 089/1924000 oder 0911/398-3478 10

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Lammbraten-Barbecue 1 Lammschulter 1 TL scharfer Senf (Dijon-Senf) ½ TL Ingwer-Pulver 2 TL Salz schwarzer Pfeffer 2-3 Knoblauchzehen 2 EL Mehl 1-2 Zwiebeln, geschält und in Scheiben geschnitten 3 EL Worcestershire-Sauce 2 EL braune Soße (Tube, Pulver oder Beutel) 4 EL Tomatenketchup 2 TL Zucker 1 TL Essig 30 gr zerlassene Butter 1 Msp Currypulver einige Spritzer Tabasco-Sauce oder 1 Msp Cayenne-Pfeffer 1/8 l Wasser Brühe zum Aufgießen Zubereitung: • Alles überschüssige Fett der Lammschulter entfernen. • Die Knoblauchzehen schälen und stifteln. Mit einem spitzen Messer an den Sehnen entlang in das Fleisch stechen und jeweils einen Knoblauchstift hineinschieben. Die ganze Schulte damit gleichmäßig spicken. • Den Senf mit Ingwerpulver, Salz und Pfeffer vermischen und die Lammschulter damit einreiben. • Mit Hilfe eines Siebes mit Mehl bestäuben und in einen Bräter legen, die Zwiebelscheiben gleichmäßig darüber verteilen. • Die übrigen Zutaten gründlich vermischen und über das Fleisch verteilen. • Den Ofen auf 200° C vorheizen. • Die Schulter ca. 30 min so lange braten, bis die Soße eingedickt ist und beginnt, zu karamellisieren, d.h., braun zu werden. • Jetzt mit der Brühe aufgießen, die Temperatur auf 170° C vermindern und die Schulter weitere 2 Std. braten. Dabei öfters mit der Soße begießen und evtl. noch Brühe nachgießen. Wenn die Zwiebeln herunter rutschen, diese wieder auf das Fleisch verteilen. Mit Salzkartoffeln und grünen Bohnen servieren. Dazu passt ein kräftiger Rotwein. 11

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Zum Schluss noch einige Hinweise: • sollten Sie noch Wünsche, Anregungen, Ideen oder Fragen zu einzelnen GartenThemen haben – sprechen Sie uns an! • besuchen Sie auch unsere Homepage im Internet: www.gartenbauverein-tuerkenfeld.de • bei unseren Veranstaltungen (z.B. die Bastelkurse) sind selbstverständlich auch Nicht-Mitglieder herzlich willkommen! 12Impressum: Verantwortliche für diese Vereinszeitung: Günther Asam, St. Ottilien-Str. 7, 82299 Türkenfeld, Tel. 08193-1639 Manfred Kiefer, Kirchstr.15, 82299 Türkenfeld, Tel. 08193-7769 12 Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier im EOS-Verlag, St. Ottilien

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