»Ich will haben, was ich verdiene!«

 

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frauen leben links 02 juli 2012 fotos nikki später »ich will haben was ich verdiene!« teilzeit minijob scheinselbständigkeit die prekarisierte frau unser thema künstlerinnen was macht die kunst wie leben sie s 8

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2·2012 inhalt 3 13 im gespräch editorial alles drin alles toll lotta@linksfraktion.de lotta weiblich gut ausgebildet und trotzdem mies bezahlt von yvonne ploetz 4-12 prekariat armut existenzangst titelthema foto fotolia kaum eine berufsgruppe bleibt davon verschont alltagserfahrungen von der schlecker-verkäuferin bis zur schauspielerin neu im amt katja kipping über privates und politik 14 18 2 alles hat seinen preis vorgestellt queere seiten jobben in der »szene« 19 dies das esther bejarano Überlebende des mädchenorchesters von auschwitz tipps im telegrammstil denkmal für eine lesbe zu früh geschieden briefe an lotta 02

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editorial 02 liebe leserinnen und leser wir leben in unsicheren zeiten wo auf der einen seite der club der millionäre immer größer wird werden auf der anderen seite immer mehr menschen an den rand der gesellschaft gedrängt prekarität armut und existenzangst tragen vor allem ein weibliches gesicht frauen sind es die bei schlecker entlassen wurden viel zu viele frauen arbeiten zu niedrigen löhnen und in minijobs immer wieder unterbrechen sie ihr arbeitsleben wegen arbeitslosigkeit oder erziehungs und pflegezeiten das bringt immoment nicht nur weniger geld ins portemonnaie sondern bedeutet im alter fast immer weniger rente nicht selten sogar armut rekarität zieht unsicherheit nach sich unsicherheit darüber was nach dem job kommt ob das geld für den monat reicht oder was die anderen denken wenn man nicht dauerhaft in lohn und brot ist aus arbeitslosigkeit und niedrigen löhne erwachsen somit unzählige probleme die sich im alltag niederschlagen in der partnerschaft und immer häufiger zu psychischen erkrankungen führen in deutschland zeigen sich die folgen der wirtschaftskrise anders als in griechenland oder spanien bei uns macht sich eine zunehmende prekarisierung der lebensund arbeitswelt bemerkbar und die hat viele gesichter ­ stress im arbeitsalltag das gefühl in immer kürzerer zeit immer mehr schaffen zu müssen angst vor dem verlust des jobs und sei er noch so schlecht bezahlt angst vor hartziv-sanktionen oder davor als erwerbslose auf dem amt nicht als bürgerin sondern als bittstellerin wahrgenommen zu werden iese ausgabe der lotta erzählt davon dass kaum eine berufsgruppe von niedriglöhnen teilzeitarbeit befristeten anstellungen oder dauerhaften minijobs verschont bleibt es betrifft die studentin ebenso wie die kindergärtnerin und die schauspielerin bis hin zu frauen die längst im pensionsalter sind die linke will mut machen sich dagegen zu wehren darum schaut unser feministisches magazin lotta hinter die kulissen wir wollen mit dieser ausgabe nummer 2 die alltäglichen ungerechtigkeiten sichtbar machen denn armut und ausgrenzung dürfen in unserer gesellschaft nicht als normal und selbstverständlich hingenommen werden das wünsche ich mir und dafür kämpfe ich ­ am liebsten mit ihnen gemeinsam d p ihre yvonne ploetz yvonne ploetz ist frauenpolitische sprecherin der fraktion die linke 3 02 foto nikki später

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titelthema frauen prekÄr altersarm draußen vor der schlecker-tür lotta die schlecker-frauen hofften schon bei der ersten entlassungswelle auf eine transfergesellschaft sie haben dafür im bundestag gekämpft welchen vorteil hätte sie gehabt sabine zimmermann den beschäftigten wäre ein jahr lang eine entlohnung in höhe von 80 prozent des letzten gehalts gezahlt worden dazu umschulungsmöglichkeiten und die nötige zeit sich beruflich umzuorientieren für letzteres sei die bundesagentur für arbeit zuständig meinte die fdp und lehnte die transfergesellschaft ab diese argumentation ignorierte die realen fakten in den einzelhandelsberufen kommen auf 27 000 offene stellen knapp 300 000 arbeitssuchende und die arbeitsagenturen beschränken ihre ständig weniger werdenden mittel oft nur noch auf 6-wochen-lehrgänge das hat nichts mit einer wirklichen umschulung zu tun im juni gab es nun den kompletten ausverkauf damit stehen insgesamt etwa 25 000 beschäftigte vor allem frauen vor der schlecker-tür sie haben ihren job verloren was noch meist wurde der lohn vor der pleite nicht vollständig oder gar nicht ausgezahlt die verkäuferinnen finden sich dann auf einer langen liste von gläubigern wieder mit wenig aussicht auf erfolg die ausstehenden abfindungen und löhne auch wirklich zu bekommen dazu wurden die vereinbarten altersteilzeitregelungen hinfällig das heißt ältere beschäftigte werden kurz vor dem renteneintritt in die arbeitslosigkeit geschickt welche hilfen fordern sie jetzt von den politisch verantwortlichen für die entlassenen frauen unbedingt die gründung eines sozialfonds und endlich einer transfergesellschaft das ist das mindeste womit die regierung jetzt helfen muss der bund trägt in diesem fall eine besondere verantwortung schließlich haben die viel zu laschen gesetzlichen auflagen für die unternehmensführung das schlecker-desaster mit verursacht die ankündigung der bundesarbeitsministerin von der leyen den schlecker-verkäuferinnen umschulungen anzubieten verträgt sich nicht mit dem sparkurs der bundesregierung in der arbeitsmarktpolitik berufliche weiterbildungsmaßnahmen sind um ein drittel zusammengestrichen worden sabine zimmermann arbeitsmarktpolitische sprecherin der fraktion die linke foto ullstein bild rausschmiss in raten 23 januar 2012 schlecker meldet insolvenz an die familiengeführte drogeriemarkt-kette hatte jahrelang millionen-verluste gemacht 29 februar 2012 ankündigung die hälfte der rund 25 000 beschäftigten muss gehen 11 000 beschäftigte sind von dieser ersten kündigungswelle betroffen 24 märz 2012 rund 2 200 schlecker-filialen schließen ende märz 2012 die hoffnung auf eine transfergesellschaft erfüllt sich nicht das vorhaben scheitert vor allem am widerstand der fdp 1 juni 2012 die suche nach einem investor bleibt erfolglos die größten schlecker-gläubiger stimmen für die abwicklung des unternehmens 27 juni 2012 die verbliebenen 2 800 schlecker-filialen schließen endgültig zum monatsende sind noch einmal 13 000 verkäuferinnen gekündigt 02

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02 wunsch oder wirklichkeit oder warum eine gute universitätsausbildung noch keine garantie für einen guten arbeitsplatz ist eine studentin erzählt ind du musst gut in der schule aufpassen deine hausaufgaben machen und lernen mit diesem satz lagen mir meine eltern schon früh in den ohren ich sollte es einmal besser haben ein guter job und bildung sei die beste voraussetzung dafür glaubten sie ich auch dass eine akademische ausbildung allerdings keineswegs eine garantie ist um einem prekarisierungsschicksal zu entgehen weiß ich inzwischen es beginnt damit dass ich mit 25 jahren immer noch zu hause bei muttern wohne die unterhaltungskosten für eine eigene wohnung könnte ich alleine gar nicht tragen selbst beim besten miteinanderumgehen schafft das abhängigkeiten und bietet wenig raum für persönliche entwicklungsmöglichkeiten gleichzeitig gibt es aber auch kaum bezahlbaren wohnraum für studenten im saarland wo ich studiere ist die situation katastrophal viel zu wenige finanziell leistbare studentenunterkünfte zur wohnungssuche kommt dann noch das ständige suchen nach einem nebenjob einen einträglichen nebenjob zu haben wird oft zum privileg bei dem die qualitativen arbeitsansprüche und die frage der vereinbarkeit mit studien und lernzeiten schnell in den hintergrund treten ich hatte großes glück hatte einen dauerhaften nebenjob habe aber auch viele veranstaltungen sausen lassen um fürs blanke geld arbeiten gehen zu können das versäumte musste ich irgendwie im selbststudium nacharbeiten eine weitere hürde im studium sind die praktika was als sammeln von berufserfahrung gedacht ist stellt sich für uns oft als belastung dar denn ständig fragt man sich wo wohne ich in dieser zeit wovon lebe ich während des praktikums da spielen die speziellen erfahrungen für den späteren beruf fast eine nebenrolle der existenzdruck ist einfach zu hoch den lehrbeauftragten geht es nicht bes k ser viele sind gezwungen lehraufträge an verschiedenen universitäten anzunehmen um ihren lebensunterhalt zu sichern für ein honorar von 500 euro im monat leiten sie seminare machen die vor und nachbereitungen geben sprechstunden korrigieren arbeiten und übernehmen oftmals prüfungsleistungen und betreuungsaufgaben eine hochanspruchsvolle aufgabe die unglaublich schlecht bezahlt wird an den universitäten ist das jedoch normaler alltag und die lehrbeauftragten haben noch nicht einmal eine interessenvertretung um sich zur wehr setzen zu können modernes akademisches prekariat im 21 jahrhundert uch ich habe schon jetzt angst davor was mich nach meinem abschluss erwartet der glaube den meine eltern mir mit auf den weg gaben dass eine gute ausbildung eine sichere existenz bedeutet diesen glauben habe ich längst verloren und so wie mir geht es vielen anderen meiner generation das risiko sich später in prekären lebensund arbeitsverhältnissen bewegen zu müssen ist für viele unheilvolle realität wir ahnen und sehen dass sich gute bildung allein auf dem arbeitsmarkt nicht auszahlt von armut und ausgrenzung bedroht zu sein trifft nicht nur sogenannte geringqualifizierte sondern eben auch uns studentinnen und studenten mitten in einer langen akademischen ausbildung deshalb ist politik gefragt eine politik die nicht nur für sondern vor allem mit den prekarisierten menschen gemacht werden muss egal in welchen branchen ihre interessen sind es die in den mittelpunkt gehören a sandy stachel jurastudentin an der universität in saarbrücken 26 jahre auch das lotta-titelmodel foto nikki später 02 5 foto istock

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titelthema frauen prekÄr altersarm wenn am ende nichts bleibt »rentenvorsorge ist bei dem verdienst nicht drin« elisabeth schwardt 31 foto jan schweiß rente mit 67 ­ seit januar 2012 ist sie in kraft jahr für jahr wird das renteneintrittsalter um einen monat erhöht für viele frauen ist das die aussicht auf armut im alter wischen ute eichhorn und elisabeth schwardt liegen vier jahrzehnte die eine ist 71 jahre alt die andere 31 die Ältere bezieht längst rente kann davon aber nicht leben und geht deshalb immer noch arbeiten die jüngere ahnt selbst wenn sie die nächsten 36 jahre in lohn und brot bleiben sollte wird die rente am ende kärglich ausfallen dabei sind beide frauen gut ausgebildet ute eichhorn lernte apothekenhelferin studierte wurde pharmazieingenieurin sie bekam kinder und beides unter einen hut den job und die familie auf dem rentenbescheid standen dann 737 euro monatlich zu wenig für die alleinstehende frau zu wenig für miete strom versicherung z telefon lebensmittel und die tausend kleinen dinge im alltag also geht ute eichhorn weiter in die apotheke zweimal die woche elisabeth schwardt wählte auch einen frauentypischen beruf sie lernte erzieherin studierte sozialpädagogik ihr anfangsgehalt betrug 1.000 euro nach der einarbeitungszeit 1.500 euro brutto »damit überlebt man irgendwie mehr aber ist nicht drin« sagt elisabeth schwardt und fügt hinzu »schon gar nicht für eine private vorsorge.« beide frauen sind keine einzelfälle geringe löhne haben zwangsläufig geringe renten zur folge das institut für arbeit und qualifikation iaq der universität duisburg/essen listet in seinem aktuellen report dramatische trends auf 2010 arbeitete jede oder jeder vierte im niedriglohnbereich nach neuesten berechnungen beginnt der niedriglohn bei einem verdienst von weniger als 9,15 euro der tatsächliche durchschnittslohn war 2010 ohnehin wesentlich niedriger rund vier millionen menschen bekommen weniger als sieben euro die stunde und 1,4 millionen beschäftigte sogar weniger als fünf euro dabei besitzt die große mehrheit der niedriglohnbeschäftigten eine abgeschlossene berufsausbildung oder einen akademischen abschluss eine anfrage der fraktion die linke im bundestag ergab dass mitte letzten jahres 7,4 millionen menschen auf 400-eurobasis jobbten davon waren knapp 6 02

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02 4,65 millionen frauen gut zwei drittel von ihnen haben ausschließlich diesen minijob das bundesarbeitsministerium errechnete nun dass eine minijobberin die ein jahr lang tätig ist eine monatliche rente von 3,11 euro erwirbt das ergibt unterm strich nach 45 versicherungsjahren einen rentenanspruch von 139,95 euro im monat enerell tragen frauen ein höheres risiko im alter arm zu sein einmal weil sie im durchschnitt weniger verdienen als männer zum anderen weil das arbeitsleben von frauen völlig anders verläuft viele arbeiten zunächst drei bis fünf jahre im gelernten beruf bekommen dann kinder und kehren sie zurück in den beruf gehen die meisten einer teilzeitbeschäftigung nach wer dann noch ­ so wie viele schlecker-verkäuferinnen ­ mit anfang oder mitte 50 entlassen wird findet kaum eine anschlussbeschäftigung für solche frauen wird die monatliche rente kaum höher als 500 euro sein in der studie des iaq ist nachzulesen nur wer monatlich einen verdienst von 1.526 euro brutto hat die summe kontinuierlich über 45 beitragsjahre hinweg verdient wird am ende eine rente auf grundsicherungsniveau erhalten die beträgt zur zeit 684 euro das wird keine friseurin floristin oder arzthelferin erreichen siehe kasten gute und gerechte löhne sind somit die voraussetzung für eine gute rente sagt die linke und fordert statt prekärer beschäftigung minijobs leiharbeit ein-euro-jobs aufstockerbeträge sozialversicherungspflichtige arbeitsplätze und einen flächendeckenden gesetzlichen mindestlohn ansonsten werden am ende eines langen berufslebens viele menschen auf die grundsicherung des staates und damit auf almosen im alter angewiesen sein gisela zimmer frauentypische berufe durchschnittsbruttolöhne friseurin floristin arzthelferin gaststättengewerbe altenpflegerin g 1.124 euro 1.266 euro 1.460 euro 1.182 euro 1.273 euro euro ost briefzustellerin west 1.399 1.153 euro quelle www.gehaltsvergleich.com »man gibt nicht gerne zu dass die rente nicht reicht!« ute eichhorn 71 foto frank schwarz 02 7

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titelthema foto frank schwarz yelka marada spielte schrieb und inszenierte die »hexenmama« im tschechow-theater berlin was macht die kunst das fragte lotta die schauspielerin yelka marada sie hatte nach der ersten lotta-ausgabe an die redaktion geschrieben und von künstlerinnen die arm dran sind erzählt sie selbst gehört dazu ir sind in ihrer kleinen wohnung am rande von berlin charlottenburg verabredet yelka marada hat fotos herausgesucht zeitungsartikel von ihren ersten filmen denn sie stand schon als kind vor der kamera sie drehte in paris bordeaux rom münchen arbeitete mit regisseuren wie hark bohm und alf brustelli beides filmemacher der generation rainer werner fassbinder mit 16 jahren stieg die halbwüchsige aus die glitzerwelt hatte sie überfordert der film aber die theaterwelt ließen sie trotzdem nie los mit 29 jahren lernte yelka marada darum das schauspielhandwerk erneut diesmal professionell an der schauspielschule sie spielte stücke von dario fo schlüpfte in die rolle der ulrike meinhof war die elektra inszenierte märchen für kinder fand am münchner theater für w kinder sogar für eine kurze zeit eine festanstellung das alles ist lange her inzwischen ist yelka marada 48 jahre alt und lebt von hartz iv dabei hatte sie zuvor viel versucht auf dem freien markt werbefotos eine kindertheaterinszenierung lesungen eine ausbildung als kunsttherapeutin auf eigene kosten die aufträge aber waren zu spärlich und zu schlecht bezahlt darum ging yelka marada zusätzlich jobben als putzfrau als fabrikarbeiterin als küchenhilfe as tun etwa 80 prozent der freien schauspielerinnen und tänzerinnen denn seit den 90er jahren ­ auch wenn die Öffentlichkeit es kaum wahrnahm ­ verschlechterte sich die lebens und arbeitssituation der künstlerinnen enorm frauen ­ so der »report darstellende künste« über die lage der theater und d tanzschaffenden ­ verdienen ein drittel weniger als männer im durchschnitt 9.430 euro im gesamten jahr nicht im monat bei männern sind es rund 14.000 euro jahreseinkommen ei den bildenden künstlerinnen ist es noch dramatischer 2008 lag das jahreseinkommen bei durchschnittlich 6.043 euro 2010 waren es unterm strich nur noch 5.346 euro das ergab eine umfrage des bundesverbandes bildender künstlerinnen und künstler 2011 die studie stellte weiter fest dass gut 90 prozent der künstlerinnen nicht von ihrer kunst leben können trotzdem beantragen aber nur etwa sechs prozent das arbeitslosengeld ii sprich hartz iv sich da hineinzubegeben sei ambivalent sagt annemarie helmerheichele die vorsitzende des bundesverbandes bildender künstlerinnen und b 8 02

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»90 prozent der künstlerinnen können nicht von ihrer kunst leben.« auch die schauspielerin yelka marada nicht künstler denn der gang zum jobcenter sei »das sehr persönliche eingeständnis vermeintlich in der kunst versagt zu haben« yelka marada erzählt sie sei mit hoffnung zum jobcenter gegangen denn nach einer operation am knie und einem hüftleiden braucht sie einen stock als gehhilfe damit war sie als schauspielerin nicht mehr vermittelbar ihre bitte in der beratung eine ausbildung als theaterpädagogin machen zu dürfen blieb ungehört monatelang erst als yelka marada eine anwältin ­ auf eigene kosten beauftragt ­ kam die ermutigung vom jobcenter sich in heidelberg bei der akademie für theaterpädagogen zu bewerben sie bestand die aufnahmeprüfung kurz vor schulbeginn aber lehnte das jobcenter die zertifizierte weiterbildung ab yelka marada hatte dem jobcenter acht stellenangebote für theaterpädagogen vorgelegt das angebot des jobcenters für die ausgebildete schauspielerin lautete am ende bürohilfe für fünf stunden in der woche gisela zimmer was sagt die linke o wären die frauen in der kunst ohne die anstöße der frauenbewegung des 19 jahrhunderts und der siebziger jahre des letzten jahrhunderts und deren durchsetzung durch die frühen sozialdemokraten liberalen und linken diese frage sollte man sich stellen bevor man statistiken und forderungen zum thema gleichstellung im kulturbetrieb heute bemüht vor nicht einmal 100 jahren waren frauen an den meisten vor allem größeren deutschen kunstakademien nicht zugelassen seit der gleichberechtigung und der aufnahme von frauen an den akademien hat sich viel zugunsten der künstlerinnen verändert theoretisch haben sie heute dieselben chancen wie ihre männlichen kollegen in der praxis ist die soziale lage von künstlern und künstlerinnen in den letzen jahren schwieriger geworden sie arbeiten und leben überwiegend in prekären verhältnissen und können mehrheitlich nicht von ihrer arbeit leben gerade frauen haben einen schweren stand sie verdienen mit ihrer kunst weniger als männer sind seltener in führenden positionen des kulturbetriebs oder auf professoren-stühlen zu finden und häufiger von altersarmut betroffen für viele künstlerinnen kommt ­ zusätzlich zu den finanziellen benachteiligungen ­ eine mehrfachbelastung durch die familie hinzu um dies zu verändern muss die einkommens und arbeitssituation der künstler insgesamt verbessert werden wir streiten als linke schon lange für den erhalt und die reformierung der künstlersozialkasse für honoraruntergrenzen in den einzelnen sparten für einen erleichterten zugang zum arbeitslosengeld i und eine ausstellungsvergütung werden hier fortschritte erkämpft profitieren davon auch die künstlerinnen w luc jochimsen sprecherin für kulturpolitik der fraktion die linke zwischen wut und zärtlichkeit onstantin wecker wurde im juni 65 jahre alt dabei ist er so frisch frech und rebellisch wie schon lange nicht mehr hör und erlebbar auf seiner neuen cd und der konzerttour »wut und zärtlichkeit« texte wunderbar poetisch zornig zärtlich die lieder seien ihm in »wenigen wochen passiert« sagt wecker und auf den titel sei er durch eine bemerkung auf seiner website gekommen »ich hatte darüber sinniert dass ich zur zeit so hin und her gerissen bin zwischen meiner sehnsucht k mich im leben zu einem liebenden zu entwickeln und der wut über die geradezu obszönen ungerechtigkeiten dieser eiskalten und kriegerischen politik als mir jemand schrieb das gehöre doch beides zusammen!« also singt und spielt wecker auch beides zusammen laut und leise zärtlich und wütend den refrain von »empört euch beschwert euch und wehrt euch es ist nie zu spät« sogar in vielen sprachen mehr unter www.wecker.de foto frank schwarz konstantin wecker im mai 2012 bei occupy in frankfurt am main

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titelthema frauen prekÄr altersarm die prekarisierte frau foto ullstein bild »jeder mies bezahlte job bedeutet keine eigenständige existenzsicherung« sagt die soziologin christa wichterich es kann jede treffen uf den ersten blick erzählt die statistik die geschichte einer wundersamen jobvermehrung seit jahren steigt die erwerbsbeteiligung von frauen auf inzwischen mehr als 66 prozent der zweite blick zeigt jedoch dass das arbeitsvolumen die erwerbsstunden nicht angestiegen sind des rätsels lösung ist mehr frauen teilen sich die gleiche zahl von erwerbsstunden weil mehr frauen teilzeit arbeiten oder nur »geringfügig beschäftigt« sind kurze teilzeit ­ weniger als 15 wochenstunden ­ minijobs scheinselbständigkeit und auch leiharbeit für frauen haben zugenommen im westen mehr als im osten deutschlandweit stellen frauen 83 prozent aller teilzeitarbeitenden 64 prozent aller minijobber und 31 prozent der leiharbeitenden ein pool flexibler arbeitskräfte der hilft a die wettbewerbsfähigkeit hoch und die kosten niedrig zu halten wer regulär teilzeit arbeitet kassiert im durchschnitt ein viertel weniger lohn als vollzeitbeschäftigte minijobs und kurze teilzeit konzentrieren sich in branchen mit niedrigem lohnniveau in dienstleistungen und im einzelhandel in der gastronomie und im reinigungsgewerbe ­ sogenannten »frauentypischen« berufen typische frauenjobs werden schlechter bezahlt als typische männerjobs ­ ein klarer fall von lohndiskriminierung em kapitalistischen markt ist nur lieb und teuer was die profite erhöht doch personennahe dienstleistungen wie erziehen windeln und füttern sind nicht nach belieben zu beschleunigen durch immensen lohnund zeitdruck wie z b durch pflegemodule werden solche d 10 02

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titelthema frauen prekÄr altersarm 02 gute löhne bringen gute renten wofür die linke steht die fraktion die linke fordert einen grundlegenden kurswechsel in der rentenpolitik die gesetzliche rente muss wieder zum zentrum der alterssicherungspolitik werden und den lebensstandard im alter sichern menschen mit einem durchschnittlichen einkommen müssen wieder renten erhalten die einen deutlichen abstand zur grundsicherung aufweisen dazu müssen sämtliche kürzungen aus der rentenanpassungsformel gestrichen werden außerdem ist es nötig prekäre beschäftigung schlechte löhne und die arbeitslosigkeit zu bekämpfen denn aus guter arbeit und guten löhnen ergibt sich auch eine gute rente sorgearbeiten effizienter und damit profitabler gemacht jeder mies bezahlte job bedeutet keine eigenständige existenzsicherung das prekaritätsrisiko ist groß ­ jetzt und im alter nichts ist sicher weder das einkommen noch soziale leistungen denn um kosten zu sparen findet die prekarisierung von beschäftigung gleichzeitig mit dem sozialabbau statt die prekarisierte frau jongliert zwischen erwerbsarbeit vielleicht zwei minijobs und unbezahlter sorgearbeit in haushalt und familie ist bedroht von erwerbslosigkeit sozialem abstieg und armut leidet unter zeitnot und chronischer Überbelastung gerade für alleinerziehende familienernährerinnen und rentnerinnen ist prekäres leben und arbeiten stress pur ein selbstmanagement am existenzminimum zwischen abhängigkeiten vom markt dem partner und der familie sowie der schrumpfenden öffentlichen daseinsvorsorge inke politik muss deshalb nicht nur entprekarisieren mindestlöhne und sozialversicherungspflicht sind politische mindeststandards »wir streiken nicht nur für zwei euro mehr wir streiken für mehr anerkennung!« erklärten kita-beschäftigte 2009 es geht um einen perspektivwechsel in bezug auf arbeit um eine neubewertung die wertschöpfung in form von versorgung wohlergehen und gemeinwohl muss endlich zählen nicht nur umsatz gewinn und wachstum des bruttoinlandsprodukts linke politik muss über das materielle umverteilen weit hinausgehen sie muss arbeit zwischen den geschlechtern und sozialen klassen neu verteilen und neue bewertungsmaßstäbe setzen l christa wichterich zur person christa wichterich lebt in bonn ist publizistin soziologin mitglied im wissenschaftlichen beirat von attac arbeitet derzeit zur krise und zu transformationsstrategien aus einer feministischen perspektive foto heinrich-böll-stiftung cc by-nc-sa 2.0 dr christa wichterich bei ihrer buchpremiere in berlin von der autorin gerade erschienen »die zukunft die wir wollen eine feministische perspektive« heinrich-böll-stiftung berlin 02 11

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die betriebsrätin mona frias packt ihre koffer räumt ihr büro die betriebsratsvorsitzende für die schlecker-filialen in berlin und brandenburg wird ihren entlassenen kolleginnen nur noch ein paar tage beim zurechtfinden im jobcenterdschungel unter die arme greifen können dann ist auch für sie schluss bei schlecker die massenentlassungen bei schlecker sind eine tragödie für jede einzelne verkäuferinnen arbeitslos magere staatliche unterstützung dazu die unsicherheit wie geht es beruflich weiter mona frias bleibt ansprechpartnerin bis zum bitteren ende sie höre nicht auf zu kämpfen sagt sie auch für sich selbst auf die frage ob mit ihr als streiterin für bessere arbeitsverhältnisse weiter zu rechnen sei sagt sie schnörkellos klar zum bewerbungsgespräch geh ich mit ver.di-anstecker foto frank schwarz eine fÜr viele kopf hoch nicht die hände es sind frauen die vielfach prekär arbeiten und leben sie aber sind es auch die dagegen aufbegehren wie lotta hat nachgefragt die sucherin riederike habermann ist volkswirtin und kennt die formulierung »alternativlos« nicht sie suchte gegenentwürfe zu schlechter bezahlung und unsicherer arbeit in ihrem buch »halbinseln gegen den strom« stellt sie einige modelle und projekte für ein anderes miteinanderleben vor gemeinschaftsgärten tauschringe und viele andere formen des zusammen wirtschaftens hat habermann aufgetan in deutschland sind solche alternativen projekte nicht selten weiblich geprägt warum das so ist erklärt sich habermann so »vielleicht kommt dies weil in den traditionellen weiblichen tätigkeiten ­ wie kindererziehung oder pflege ­ ja auch nicht alles entlohnt wird und damit jenseits von geld und tauschlogik geschieht?« friederike habermann bündelte unterschiedliche projekte in ihrem f buch das zu lesen ist schon spannend es einfach auszuprobieren wahrscheinlich noch mehr friederike habermann halbinseln gegen den strom anders leben und wirtschaften im alltag königstein/ts ulrike helmer verlag 228 seiten 19,90 rebellische seniorinnen in berlin pankow soll ein seniorenfreizeittreff geschlossen werden so wollen es unter anderem spd und grüne die betroffenen nicht sie besetzten ihr haus seitdem geben sich fernsehteams die klinke in die hand der fraktionsvorsitzende der berliner linken udo wolf bringt kuchen nachbarn spenden doris syrbe links im bild vorsitzende des seniorenclubvorstandes in der stillen straße hat sich von zuhause einen liegestuhl mitgebracht und übernachtet seit der besetzung im versammlungszimmer im haus tragen vor allem frauen den protest sie kochen gemeinsam und schützen ihr haus seit 20 jahren ist es ihr treffpunkt ihre gemeinschaft und nun bedroht eine rotstiftpolitik das soziale miteinander noch ist der entscheidungsprozess zur endgültigen schließung nicht beendet der protest der seniorinnen erstaunt und doris syrbe sagt »wir gehen hier nicht weg!« foto frank schwarz foto privat

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das aktuelle gesprÄch 02 kultur der offenheit und des zuhörens das ist das motto von katja kipping sie ist 34 jahre alt seit einem halben jahr mutter bereits die zweite legislaturperiode im bundestag und seit anfang juni die gewählte vorsitzende der partei die linke katja kipping über privates und politik in der politik werden häufig nur die frauen gefragt wie beides zusammengeht ­ eine öffentliche funktion und familie ihr mann ist wissenschaftler ähnlich stark eingespannt wie sie steckt er im moment mehr weg in sachen kind und hausarbeit katja kipping nein wir haben uns von anfang an darauf verständigt dass wir uns jeweils zu fünfzig prozent die erziehungsarbeit teilen das ziehen wir auch durch für mich bedeutet das dass ich so manche arbeit erst abends nach 20 uhr wenn die kleine schläft machen kann und es gibt auch diskursspaziergänge mit der kleinen im kinderwagen oder ein arbeitstreffen abends bei mir zu hause neben dem babyfon die bislang jüngste chefin der linken dazu klug und glaubwürdig ­ das ist immer wieder zu hören was ist ihnen wichtig für das selbstverständnis der linken dass wir unsere unterschiede nicht als belastung oder gar als angriff auf die eigene lebensleistung begreifen sondern als bereicherung wir sollten unsere widersprüche produktiv machen und uns nicht einreden lassen dass widersprüche etwas schlechtes sind und wenn es kompliziert wird wünsche ich mir dass wir uns die zeit nehmen mal in klugen texten und büchern zu dialektik nachzulesen zu den ersten projekten im neuen amt gehört der schutz vor prekärer arbeit das ist auch unser thema in dieser lotta-ausgabe einem-perspektive« ein zentraler punkt werden es geht um die gerechte verteilung von erwerbsarbeit familienarbeit arbeit fürs gemeinwesen und um eigene entwicklungschancen aber gleichgültig ob man sich als feministin begreift oder nicht vor männern und frauen in unserer fraktion steht eine aufgabe und die lautet spezifische problemlagen von frauen herauszuarbeiten dazu gehört dass zwei drittel aller niedriglöhner frauen sind prekarität hat viele gesichter es betrifft die leiharbeiterin am fließband die migrantin am wischmopp und erwerbslose die die behandlung auf dem amt als de das gespräch führte jana hoffmann mütigung erleben die herrschenden versuchen die verschiedenen gruppen gegeneinander auszuspielen linke politik zur eindämmung von prekarität will die abschaffung von leiharbeit die einführung eines gesetzlichen mindestlohnes die abschaffung der hartz-iv-sanktionen von linken frauen in der politik erwartet man feministische impulse wie sehen sie sich da mittendrin ich gehöre zu denen die sich dafür einsetzen dass die kämpfe um die zeit und die »vier-in 13 02 foto dielinke

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queer angesagt und in ein blick hinter die kulissen im queeren berlin »in berlin wird anderssein regelrecht gefeiert.« jay anderson foto julia baier m zwölf uhr mittags steht jay anderson auf manchmal auch erst um zwei uhr nachmittags wenn es am vorabend wieder später wurde jay anderson ist discjockey alternegro.jay mitte dreißig stammt eigentlich aus new jersey usa und lebt seit zwei jahren in berlin er ist einer von sehr sehr vielen jungen menschen die aus der ganzen welt in die deutsche hauptstadt kommen um dort ihren traum zu leben eine existenz die kreativität selbstverwirklichung und broterwerb vereint ein traum mit hindernissen denn es gibt kaum jobs die mieten steigen ­ und die vielen »kreativen« verderben die preise weil sie ihre arbeit oft verschenken um überhaupt wahrgenommen zu werden unter ihnen gibt es sehr viele schwule und lesben kein wunder denn seit der wende gilt berlin als einer der queeren »hauptstädte.« jay anderson hat schon immer davon geträumt hauptberuflich dj zu sein ­ nun tut er es auch »die auftragslage ist bei djs oft schwankend im moment mache ich im schnitt 300 euro im monat.« und wie kann er davon leben »miete krankenversicherung ehrlich gesagt ohne die hilfe meiner freunde hätte ich schon längst aufgeben müssen aber berlin ist nun meine heimat ­ in den usa hatte ich immer das gefühl nirgendwo richtig dazu zu ge u hören schwul und schwarz aber hier in berlin wird anderssein regelrecht gefeiert das ist toll.« jay legt häufig bei queeren parties auf jeden dienstag in einer kreuberger gay-bar er nennt seine veranstaltung dort »nottanz« ein passendes motto »mein lohn beträgt für diesen abend 30 euro ich stelle immer ein glas vor die turntables aber viel trinkgeld kommt meist nicht zusammen.« ie entlohnung schwankt mal bekommt er 80 euro wenn es gut läuft auch mal 200 manchmal teilen die tresenkräfte ihre trinkgelder mit ihm in der szene verdienen diese zwischen sechs und zehn euro die stunde »die meisten leute die in szene-lokalen arbeiten machen das nur weil sie eigentlich künstler sind und geld brauchen« erklärt jay besser könnte man das prekäre in der welt des queeren berliner nachtlebens nicht auf den punkt bringen die servicekräfte arbeiten hier um ihre kunst zu finanzieren die künstler arbeiten hier und können nicht davon leben und die gäste haben kein geld weil sie was mit kunst machen das erträgt man häufig nur mit alkohol d martin reichert 14

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lotta queer 02 rainbow-award an barbara höll arbara höll queerpolitische sprecherin der fraktion die linke hat am 16 juni 2012 auf dem lesbischschwulen straßenfest in berlin-schöneberg den rainbow-award erhalten der rainbowaward wird jährlich an persönlichkeiten vergeben die sich um die belange lesbischschwuler interessen verdient gemacht haben in den vergangenen jahren erhielten unter anderem berlins regierender bürgermeister klaus wowereit und der filmemacher rosa von praunheim den preis barbara höll wurde als erste politikerin der linken auf dem straßenfest geehrt mit etwa 300 000 besucherinnen und besuchern ist das lesbisch-schwule straßenfest in schöneberg eines der größten straßenfeste deutschlands und damit ein highlight weit über berlins grenzen hinaus b foto brigitte dummer queer-tipp barbara höll bei ihrer dankesrede zur rainbow-award-verleihung outing in der politik statistisch gesehen dürfte es in den parlamenten etwa 10 prozent schwule und lesben quer durch alle parteien geben bekannt sind aber nur wenige lesbische politikerinnen kaum und schwule politiker nur einige ole von beust guido westerwelle klaus wowereit und volker beck andreas heilmann untersucht die mediale darstellung dieser politiker mit ihrem outing haben sie typische bilder des heterosexuellen männlichen politikers untergraben zugleich müssen sie sich in männlichkeitsgefilden bewegen in denen sie die klaviatur der männlichkeit als ressource nutzen können doch dabei bewegen sie sich auf brüchigem eis »normalität auf bewährung« transcript 354 seiten 29,80 veränderung ihrer menschenrechtssituation intersexuelle menschen früher nannte man sie zwitter oder hermaphrodit diese menschen haben sowohl weibliche als auch männliche geschlechtsorgane lange zeit glaubte man es sei besser die betroffenen bereits im frühkindlichen alter zu operieren immer bestimmten eltern und Ärzte das geschlecht und das thema selbst wurde zum tabu erklärt später im erwachsenenalter traten fast immer schwere seelische schäden auf das deutsche recht kennt intersexuelle menschen nicht einmal die pds und später die linke haben seit 1996 mehrfach mit kleinen anfragen auf diese problematik aufmerksam gemacht nun tut sich endlich etwas der ethikrat verfasste eine ausführliche stellungnahme und ende juni wurde erstmals in einer öffentlichen anhörung im bundestag über das thema gesprochen auch wenn das ergebnis noch offen ist so scheint es ein überfraktionelles bestreben zu geben die menschenrechtssituation von intersexuellen zu verändern gut so.

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