Description
Der diakoniebrief 9 richtet sich speziell an Diakoniepresbyterinnen und Diakoniepresbyter – aber zugleich an alle, die sich in Gemeinde und Gemeinwesen engagieren. Mehr zum Thema: http://www.diakonie-rwl.de/gemeinde-diakonie
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diakoniebrief 9 lust auf diakonie rheinland westfalen lippe für ehrenamtlich engagierte www.diakonie-rwl.de
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2 editorial lust auf diakonie lust auf diakonie liebe leserinnen und leser des diakoniebriefs nach den presbyteriumswahlen im februar 2012 gehen die presbyterien in der rheinischen und in der westfälischen kirche jetzt fleißig und hoffentlich fröhlich an die arbeit aufgaben werden verteilt Ämter werden vergeben ausschüsse und projektgruppen brauchen engagierte hier möchte dieser diakoniebrief sich in besonderer weise einschalten wir wollen lust auf diakonie machen der diakoniebrief 9 richtet sich speziell an diakoniepresbyterinnen und diakoniepresbyter aber zugleich an alle die sich in gemeinde und gemeinwesen engagieren lust auf das ist ein hoher anspruch aber wir glauben dass eine sache besser gelingen kann wenn man mit lust bei der sache ist und so versammelt der diakoniebrief zeugnisse testimonials von menschen die sich mit freude engagieren gute beispiele für gelingende gemeindediakonische arbeit von minden bis saarbrücken und vielfältige Überlegungen hinweise und tipps zu dem was lust auf diakonie machen oder auch verhindern kann möge aus der leselust an diesem diakoniebrief die lust auf diakonie wachsen ihr redaktionsteam
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wie lustvoll darf diakonie sein ziemlich beste freunde 3 ziemlich beste freunde oder wie lustvoll darf diakonie sein ziemlich beste freunde eine turbulente französische komödie begeistert derzeit auch deutschlandweit kinobesucher und bringt sie zum lachen in allen facetten so die ntvjournalistin andrea beu in ihrer filmkritik dabei scheint die handlung des filmes alles andere als geeignet für eine komödie im mittelpunkt steht die beziehung zwischen driss einem vorstadt-taugenichts aus der berüchtigten pariser banlieue und philippe einem reichen adeligen der nach einem unfall vom hals an abwärts gelähmt und vollständig auf hilfe von außen angewiesen ist erfrischend politisch unkorrekt in seiner ausdrucksweise unbefangen und ziemlich direkt im umgang gelingt es driss lebendigkeit in den alltag von philippe zu bringen philippe genießt das überschießend lebendige und vitale an driss und breites lachen sich ausschütten vergnügtes juchzen eher verhaltenes kichern und auch eher peinlich berührtes wenn der humor sehr schwarz wird dass der sich ihm gegenüber endlich einmal normal verhält ihn nicht ständig bemitleidet oder bevormundet die beiden lachen viel miteinander und können doch auch themen auf den grund gehen auch driss verändert sich er wird in der täglichen pflegearbeit mit seinen eigenen grenzen konfrontiert er lernt die welt mit anderen augen zu sehen und er entwickelt neue formen des umgangs mit menschen freilich der film ist ein film auch wenn er sich an einer wahren geschichte orientiert als das licht wieder angeht und foto bobe
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4 wie lustvoll darf diakonie sein ziemlich beste freunde foto bobe die begeisterten zuschauer aus dem saal strömen gehen sie etwas befangen und irritiert an diesem tag an einem rollstuhl vorbei der direkt neben der tür steht auch in diesem rollstuhl sitzt einer der außer dem kopf nichts mehr bewegen kann aber hier begegnen die kinobesucher keinem vornehm gekleideten trotz allem stolz aufrecht sitzenden adeligen den sein kraftstrotzender pfleger mit markigen sprüchen locker in den vor der tür stehenden luxuswagen hebt hier sitzt ein mitte dreißigjähiger das gesicht erkennbar verkrampft dem man wegen der spasmen im arm nur mühsam die jacke überziehen kann und es ist keineswegs so easy wie im film den schweren rollstuhl durch das kino zu steuern und ihn anschließend über die kleine rampe in den transporter zu hieven das kostet alles zeit kraft und nerven die eltern die den jungen mann betreuen sind selber schon über siebzig lust auf diakonie geht das darf es in der diakonie fröhlich zugehen darf man hier witze machen darf man gerne mitarbeiten darf man etwas für sich aus der arbeit ziehen oder muss diakonie schwer sein schon um der betroffenen willen ist das nicht alles viel zu ernst leid krankheit einschränkung benachteiligung wer den jungen mann im rolli beim film beobachtet hat konnte sehen wie er der sich kaum artikulieren kann sei nen spaß hatte die eltern die mit ihm ins kino gingen was für den kinobetreiber ungewohnt war obwohl das kino eigentlich gut dafür ausgestattet ist haben viel gemeinsam mit ihm gelacht wer mit ihnen spricht dem erzählen sie wie viel freude sie immer wieder gemeinsam haben und wie wichtig es für sie und für ihren sohn ist wenn ein kumpel aus der zeit vor dem unfall gelegentlich vorbeikommt dem es mit seinem humor gelingt fröhlichkeit und lebendigkeit ins haus zu bringen lust auf diakonie lust in der diakonie das ist wesentlich ganz elementar in der lust wird das leben lebendig lust weckt lebensenergie die allen gut tut denen die unterstützung brauchen und denen die helfen ob sie das nun professionell tun oder ehrenamtlich dabei ist das keinesfalls eine einbahnstraße dass die lebendigkeit stets von den helfenden eingebracht würde wer sich in der diakonie engagiert erlebt es häufig dass er selber angesteckt wird von der lebensenergie derer denen er doch eigentlich helfen wollte lust in der diakonie kann man erleben lust befördert das miteinander von denen die unterstützen und denen die hilfe haben möchten vieles ist allein deshalb entstanden weil jemand lust dazu hatte dieses projekt zu entwickeln aber
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wie lustvoll darf diakonie sein ziemlich beste freunde 5 lust lässt sich nicht einfach auf dauer stellen im diakonischen alltag geht sie oft verloren statt lust wächst frust und das tut schließlich keinem gut kann man frust vorbeugen drei lust-erhaltende maßnahmen nicht halb leer sondern halb voll wenn lust abnimmt und frust zunimmt das kann ganz zu beginn passieren wenn sich die umstände als hartnäckiger erweisen als man gedacht hatte und die veränderungen nicht so schnell fortschreiten wie man das gehofft hatte aber auch wer schon länger dabei ist kann ins zweifeln kommen ob sich das engagement denn überhaupt lohnt was hat es denn gebracht da hilft gelegentlich ein blickwechsel ich schaue nicht so sehr auf das was noch nicht gelungen ist ich schaue vielmehr auf das was wir schon erreicht haben stimmt das gemeindehaus ist noch nicht wie wir das in der gemeindekonzeption schön beschrieben haben der mittelpunkt des ganzen stadtteils wo sich jung und alt begegnen und unterstützungsnetzwerke geknüpft werden aber das angebot für junge mütter läuft in zusammenarbeit mit der beratungsstelle des diakonischen werkes schon ganz ordentlich und für das seniorenfrühstück haben wir schon eine kerngruppe von älteren ehrenamtlichen beieinander die ihre feste mitarbeit zugesagt haben ein kleiner tipp kleine erfolge miteinander feiern den mount everest besteigen oder die tour de france absolvieren der weg zum ziel besteht immer aus etappen wer zwischendurch immer wieder gemeinsam etappenziele bewusst feiert der erhält sich die lust aufs große ganze es ist wie in einem gelungenen gottesdienst im feiern nehme ich die große freude vom ende her schon einmal vorweg in der gegenwart motiviert und bestärkt nehme ich wieder anlauf und kann so auch hürden überwinden die es natürlich auf jeder wegstrecke gibt teamplayer statt einzelkämpfer am anfang bin ich ganz stolz dass sich meine idee durchgesetzt hat mitarbeit in gemeinde und diakonie heißt ja auch immer dass ich etwas von mir verwirklichen kann das ist an sich schon eine lustvolle angelegenheit und nur wo das möglich ist dass sich einzelne mit ihren ideen und ihrem gestaltungswillen auch einbringen können wird etwas wachsen können deshalb ist eine gemeinde gut beraten wenn sie die bedenkenträger bremser controller und chef-bewerter in ihre schranken weist aber was am anfang so beglückend war kann schnell zur last werden auf dauer schaffe ich es nicht alles allein durchzuhalten das gilt besonders im gemeindlich-diakonischen engagement milch macht munter aber menschen machen müde hat der rheinische theologe klaus teschner das einmal auf den punkt gebracht ich brauche andere ich brauche ihre unterstützung ihr mittun ihre rückendeckung die ich lieber annehme und ich brauche ihr gegenüber ihre korrektur die mir vielleicht auf anhieb nicht so sympathisch ist zusammen komme ich weiter als alleine wo einer allein die lust verliert haken die anderen unter und nehmen ihn eine stück mit ein kleiner tipp ich hole mir eine auftragsbestätigung häufig ist es gar nicht die arbeit selber die mich frustriert ich weiß ja dass arbeit auch anstrengend sein kann und durststrecken zu überwinden sind was mich frustriert ist eher dass ich den eindruck habe dass mein engagement gar nicht wahrgenommen wird weiß eigentlich einer im presbyterium wie viel herzblut ich investiere nimmt das einer zur kenntnis was wir hier im gemeindezentrum schon alles auf den weg gebracht haben wollen die das überhaupt es ist hilfreich zwischendurch sich immer wieder einmal eine auftragsbestätigung zu holen ich will berichten vom stand der dinge ich will hören ob das gewollt wird was ich tue ich möchte wahrgenommen werden in dem was mir am herzen liegt ich möchte mir bestätigen lassen dass ich weiter an der sache dranbleiben soll rechtzeitig und bewusst zurück-treten wer permanent in der schusslinie steht der kann am ende nicht anders er muss zurücktreten wir haben das erlebt um zu vermeiden dass ich am ende völlig abgekämpft und entnervt zurücktreten und das heißt dann abtreten muss kann ich zwischendurch immer wieder kleine rücktritte einplanen kleine rücktritte können sein einen gang runterschalten ich muss nicht permanent in der ersten linie stehen ich kann auch einmal etwas weniger machen und andere ranlassen das entlastet mich und motiviert möglicherweise andere die sich immer von mir gehindert sahen in ihrem engagement eine auszeit nehmen das kann ich allein aber auch gemeinsam mit einem team wir unterbrechen unsere aktion einmal bewusst wir halten inne wir treten aus dem spielfeld heraus setzen uns für eine zeit auf die zuschauerbank sehen das ganze aus anderer perspektive da werden riesengroße probleme plötzlich viel kleiner da gewinnen wir neue Übersicht und können gemeinsam eine neue strategie planen umsteigen statt aussteigen so gerne ich auch diese aufgabe wahrgenommen habe es gibt den punkt wo die sache
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6 wie lustvoll darf diakonie sein ziemlich beste freunde einfach nicht mehr zu dem passt was jetzt für mich wichtig und richtig ist manche machen dann aus pflichtbewusstsein trotzdem so lange lustlos weiter bis es einfach nicht mehr geht und dann werfen sie frustriert den bettel hin aber wer sagt denn dass jede aufgabe eine lebensaufgabe sein muss ich kann mich doch eine zeitlang für eine sache engagieren und dann auch wieder aussteigen vielleicht weil mich eine ganz andere aufgabe reizt oder weil ich mir erst zeit nehmen möchte für eine neuorientierung aussteigen um einsteigen zu können nicht nur einzelne auch gemeinden neigen dazu wo etwas gut läuft da legt man gerne noch was oben drauf und umgekehrt wenn etwas nicht so läuft dann muss man doch erst recht noch mehr machen am ende geht alle lust verloren weil die last einfach erdrückend wird deshalb sollte der grundsatz gelten starte erst dann etwas neues wenn du ein projekt abgeschlossen hast oder wenn du etwas altes zuvor gelassen hast das ist aufs ganze gesehen und letztlich für alle nicht nur lustvoller sondern auch nachhaltiger ein kleiner tipp ich hole mir inspiration von außen es ist gut und vielleicht auch ein zeichen dafür dass hier jemand mit lust bei der sache ist wenn wir überzeugt sind von dem was wir tun und wenn wir vertrauen haben dass wir gut aufgestellt sind für die herausforderungen die sich uns stellen trotzdem hilft es nicht nur bei sich selber zu bleiben der blick über den kirchturm hinaus ist inspirierend hat man sich dies erst einmal zur grundhaltung gemacht dann geht das ganz unaufwändig bei einer neuen begegnung mit menschen höre ich darauf oder frage danach bei einem aufenthalt an einem bislang fremden ort die besichtigung einer großen kathedrale am urlaubsort beim schlendern durch die gassen der altstadt an einem schaukasten vorbei beim gottesdienstbesuch zur konfirmation meiner nichte in süddeutschland schaue ich einfach mal hin wie machen die das eigentlich was ist bei denen gerade dran gelegentlich hilft auch eine tagung eine fortbildung ein inspirierendes buch oder einfach der blick in den gemeindebrief der nachbargemeinde ich muss nicht alles selber erfinden und ich muss nicht alle fehler selber machen lust auf diakonie das leben ist häufig schwer genug da ist diakonie ein guter ort an dem lust aufs leben und im leben wachsen kann wo andere genau die unterstützung finden die sie für sich jetzt brauchen wo ich mich selber ganz lebendig spüre im einsatz meiner ideen und gaben für andere und zusammen mit anderen lust auf diakonie nicht immer aber immer wieder volker könig düsseldorf foto bobe
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wer nicht vom leben verwöhnt wurde der evangelische sozialdienst frechen 7 wer nicht vom leben verwöhnt wurde wird hier wie ein mensch behandelt die tür öffnet sich und zwanzig frauen und männer die draußen in der kälte geduldig gewartet haben stürmen in den einzigen größeren raum des evangelischen sozialdienstes frechen hier setzen sie sich an die mit blumen und bunten servietten liebevoll gedeckten tische und greifen zu brötchen wurst und käse während das stimmengewirr beim ökumenischen mittwochsfrühstück anwächst erklärt heinrich schumacher im hinten liegenden schmalen büro einem anrufer geduldig dass er für seine bewerbung in jedem fall einen lebenslauf braucht auch heinrich schumacher besuchte vor einigen jahren zum ersten mal als ehrenamtlicher mitarbeiter der katholischen pfarrgemeinde das mittwochsfrühstück von seinem arbeitgeber in den vor-ruhestand geschickt hatte er jetzt auch am vormittag zeit nach und nach arbeitete sich schumacher ehrenamtlich in die aufgaben des sozialdienstes und arbeitslosenzentrums frechen ein als mini-jobber unterstützt er heute die einzige vollzeit-angestellte des sozialdienstes esther göddertz ich bin sehr froh über diese kompetente unterstützung betont die sozialpädagogin ich habe lust auf diakonie weil mir die arbeit mit kindern und jugendlichen viel spaß macht sie macht vor allem dann spaß wenn man merkt dass man anderen menschen etwas gutes tun kann und diese die ehrenamtliche arbeit wertschätzen das motiviert auch weiterhin ehrenamtlich für die diakonie zu arbeiten alina beckmann begleitet als junge ehrenamtliche kinder und jugendfreizeiten des reisedienstes der diakonie ruhr-hellweg alina beck mann
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8 wer nicht vom leben verwöhnt wurde der evangelische sozialdienst frechen gemeinde will diakonischem auftrag gerecht werden vor 25 jahren gründete die evangelische kirchengemeinde frechen den sozialdienst der heute auch anerkanntes arbeitslosenzentrum ist die kirchengemeinde trägt die personalkosten die nicht über die kommune oder das land finanziert sind und stellt die räume gleich neben der kirche im zentrum frechens zur verfügung es war immer ursächliches anliegen der gemeinde dem diakonischen auftrag gerecht zu werden sagt jürgen schaufuß bisheriger finanzkirchmeister und gerade wiedergewählter presbyter um den sozialdienst auf dauer unabhängig von kirchensteuern finanzieren zu können hat die kirchengemeinde vor kurzem die stiftung türen zum nächsten gegründet die zinsen des stiftungskapitals fließen in den sozialdienst sowie in die kindertagesstätte löwenherz und das jugendzentrum jojo in der direkten nachbarschaft ein so umfassendes diakonisches hilfsangebot einer gemeinde ist einzigartig in unserer region und im kirchenkreis köln-süd steht fett gedruckt im stiftungsflyer zwanzig ehrenamtliche zählen zum zuverlässigen kern wenn schumacher selbstständig beratungsgespräche führt oder arbeitsuchende zum job-center begleitet kann sie sich um andere dinge kümmern zum beispiel um die ehrenamtlich engagierten sie organisieren zweimal in der woche ein frühstück kochen für rund 20 hungrige zu mittag und geben lebensmittelpakete und kleidung aus sechs ehrenamtliche sind während der Öffnungszeiten immer vor ort zwei in der küche zwei bei den gästen und zwei in der kleiderstube etwa zwanzig ehrenamtliche zählen zum zuverlässigen kern den esther göddertz anleitet und betreut einige kamen vor jahren als sie selber hilfe brauchten und sind dann geblieben die offenen angebote wie frühstück und mittagstisch helfen persönliche scheu zu überwinden und vertrauen zu fassen ein schild an der tür würde da nicht reichen weiß schumacher aus eigener erfahrung viele kommen erst einmal fünf bis sechs wochen zu den treffen bevor sie über ihre eigentlichen probleme reden können wer nicht vom leben verwöhnt wurde wird hier wie ein mensch behandelt so schumacher wenn sich die kirchengemeinde diesen luxus nicht mehr leisten könnte wäre frechen ein ganzes stück ärmer stadt des rheinischen braunkohlereviers frechen im rhein-erft-kreis westlich von köln gehört zum evangelischen kirchenverband köln und region rund 50.000 einwohner verteilen sich hier auf neun mehr oder weniger eigenständige ortsteile als stadt des rheinischen braunkohlereviers war frechen schon immer eine arbeiterkommune der tagebau frechen entstand bereits ende des 19 jahrhunderts als die braunkohle für brikettfabriken abgebaut wurde nach mehreren jahrzehnten waren die felder ausgekohlt neue kohle musste in größerer tiefe erschlossen werden nach dem zweiten weltkrieg wurden die baggerarbeiten unter der regie der späteren rheinbraun im großen zentraltagebau frechen fortgesetzt nachdem auch hier die auskohlung abgeschlossen war wurde der tagebau bis 2003 verfüllt und rekultiviert das gelände wird nun teilweise landwirtschaftlich teilweise als industriegebiet und teilweise zur naherholung genutzt der sozialdienst frechen in zahlen 2011 4053 gästekontakte bei frühstück mittagstisch oder begegnungstreff 411 lebensmittelpakete 1219 ausgaben in der kleiderstube 910 bewerbungsschreiben mit 64 arbeitsuchenden kirche stößt bei hilfsangeboten an grenzen die arbeitslosen-statistik weist 2011 in frechen etwa acht prozent aus wer sich weiterbildet zuschüsse zu seinem einkommen erhält in gelegenheits oder minijobs arbeitet oder sich in altersteilzeit befindet taucht in dieser statistik nicht auf dafür aber im arbeitslosenzentrum frechen der anteil von geringverdienern hartz-iv-empfängern und menschen die mit noch weniger auskommen müssen ist
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wer nicht vom leben verwöhnt wurde der evangelische sozialdienst frechen 9 auch hier bei uns anhaltend groß sagt der frechener presbyter schaufuß die kirche stoße allerdings bei hilfsangeboten an ihre grenzen zumindest hinsichtlich der personellen ausstattung daher sei die anerkennung vor allem die finanzielle durch die kommunen so wichtig und wir brauchen neben engagierten hauptamtlichen auch typen wie herrn schumacher die selbst hoch motiviert sind und andere motivieren können text martina schönhals fotos galina schönemeier köln ich habe lust auf diakonie weil ich hier ratsuchenden menschen zur seite stehen kann damit sie die notwendige unterstützung und hilfe erhalten zahlreiche bürgerinnen und bürger suchen täglich das Öffentlichkeitszentrum der diakonie stiftung salem in minden-innenstadt auf bei dieser einrichtung handelt es sich um die erste anlaufstelle für menschen die auf der suche nach sozialer beratung sind oder informationen über die diakonischen angebote haben möchten ohne voranmeldung ist jeder ratsuchende hier willkommen soweit möglich wird spontan geholfen oder es wird ein termin mit der entsprechend fachlich zuständigen einrichtung vereinbart viele menschen kommen mit sehr persönlichen fragen um sich zu informieren oder beraten zu lassen sie werden hier mit ihren problemen ernst genommen das bedeutet dass jeder seine sorgen erzählen darf dann wird über mögliche beratungen und eventuelle einzuleitende hilfen gesprochen die menschen werden ermuntert wiederzukommen wenn ihnen nicht gleich alles gelingt gemeinsam wird weiteres vorgehen besprochen das betrifft die unterschiedlichsten probleme wie zum beispiel schwangerschaftskonflikte ehe familien und lebenskrisen probleme in behördlichen angelegenheiten sowie hilfen für behinderte und ältere menschen fragen zum diakonischen jahr oder zum orientierungspraktikum ehrenamtlich interessierte erhalten umfassende auskunft und informationen über die möglichkeiten freiwilliger unterstützung karlheinz wilmsmeie r häufig sind die nöte der ratsuchenden durch arbeitslosigkeit entstanden die betroffenen erleben in ihrer ausgegrenztheit ein seelisches tief da hilft ihnen dass ich mir zeit nehmen kann zuhöre und sortierhilfe leiste um licht ins chaos zu bringen weitere handlungsschritte werden geklärt und bei bedarf ist positive mutmach-hilfe nötig um zum beispiel neue bewerbungs-initiativen zu ergreifen diese menschen lassen sich zwischenzeitlich immer wieder sehen wir reflektieren dann gemeinsam deren erfolge oder auch misserfolge wichtig ist für die betroffenen zu spüren nicht allein gelassen zu sein karlheinz wilmsmeier 63 jahre alt ist diplom-sozialarbeiter und arbeitet im büro für engagierte menschen als ehrenamtsbeauftragter und fundraiser der diakonie stiftung salem in minden lust auf diakonie hat er schon seit 36 jahren
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10 gemeinde und große diakonie-einrichtungen interview gemeinde und große diakonie-einrichtungen interview mit frank wächtershäuser pfarrer der gemeinde lintorf-angermund in ratingen sie sind pfarrer einer gemeinde am rande von düsseldorf mit 6000 mitgliedern in unmittelbarer nachbarschaft gibt es drei große traditionsreiche diakonische einrichtungen die kaiserswerther diakonie die graf-recke-stiftung und die theodor fliedner stiftung alle sind mehr oder weniger präsent in ihrer gemeinde wie erleben sie das als gemeindepfarrer frank wächtershäuser sehr wechselhaft von gar nicht über kritisch bis zu kooperativ ist alles drin mit welchen erwartungen kommen die großen einrichtungen auf die gemeinde zu normalerweise überwiegen die institutionellen und insbesondere die wirtschaftlichen interessen der diakonischen einrichtungen es gibt ein geflecht von konkurrierenden interessen eine kirchengemeinde mit 30-40 mitarbeitenden ist aus der sicht von diakonischen einrichtungen mit hunderten von mitarbeitenden nur ein kleiner fisch Über diesen garstigen graben gibt es brücken durch einzelne personen dann gelingen hier und da kleinere projekte wie funktioniert konkret die zusammenarbeit gibt es kooperationen und gemeinsame projekte für eine zusammenarbeit braucht es verbindliche absprachen wir haben vor fünf jahren eine kooperationsvereinbarung mit der kaiserswerther diakonie der diakonie im kirchenkreis und der johanniter-unfall-hilfe getroffen anlass war der bau von haus salem-lintorf kaiserswerther diakonie im ortskern 500 meter vom evangelischen seniorentreff entfernt das ziel dieses seniorennetzwerks ist es älter werdende menschen in lintorf dabei zu unterstützen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer wohnung leben und auch im falle der pflegebedürftigkeit in lintorf bleiben zu können bedeutet das für eine gemeinde nur mehr arbeit oder profitiert die gemeinde auch von einer solchen zusammenarbeit die frage wer wovon mehr profitiert halte ich für kontraproduktiv denn sie entspringt einem konkurrenzmodell interessenlagen ändern sich schnell und die besetzungen von führungsetagen ebenfalls wir müssen die bastionen der institutionellen eigeninteressen verlassen und uns fragen was brauchen die menschen hier vor ort und wer kann was dazu beitragen dadurch unterscheiden wir uns von den fremdgründungen von außen gab es auch schon einmal Ärger und kommunikationsprobleme zwischen der gemeinde und so einer großen diakonischen einrichtung selbstverständlich ohne absprache ergeben sich ständig wechselnde interessenkonstellationen was würden sie einem pfarr-kollegen einer kollegin raten wenn ein großer diakonischer träger plant in der gemeinde eine neue einrichtung zu eröffnen ich würde sie oder ihn fragen wie hast du von diesen plänen erfahren auf dem dienstweg über das landeskirchenamt auch das habe ich erlebt oder seid ihr schon in der planungsphase von dem träger der künftigen einrichtung angesprochen worden anders ausgedrückt was will der träger dieser einrichtung von euch ein ergänzendes dienstleistungsangebot der gemeinde zum nulltarif seelsorge besuchsdienst etc oder eine kooperation auf augenhöhe im letzten falle würde ich die chance betonen die in einer solchen zusammenarbeit liegen kann denn ich glaube dass die diakonische arbeit einer gemeinde nicht von projekten lebt sondern dass sie eine längerfristig angelegte nachhaltigkeit und zuverlässigkeit braucht die fragen stellte ulrich t christenn düsseldorf
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gebrauchtes zum kleinen preis das fairkaufhaus in lebach 11 im fairkaufhaus in lebach arbeiten kirchengemeinde diakonie und arbeiterwohlfahrt zusammen gebrauchtes zum kleinen preis die auslage ist hübsch dekoriert drei schaufensterpuppen präsentieren eine schicke rote strickjacke handtasche und hut ein kommunionkleid mit passenden schuhen und eine beige steppjacke mit hellbrauner baskenmütze im fenster nebenan hängen passend zur jahreszeit faschingsartikel das fairkaufhaus im saarländischen lebach unterscheidet sich auf den ersten blick nicht von den anderen geschäften in der marktstraße wer den laden betritt sieht jedoch den unterschied die preise der waren die hier angeboten werden sind auch für den kleinen geldbeutel erschwinglich wir haben jeans für fünf euro kindershirts für zwei euro sagt verkäuferin cecilie ferdinand im fairkaufhaus gehen ausschließlich gebrauchte waren über den ladentisch ich habe lust auf diakonie weil ich hier eine möglichkeit habe meine freizeit sinnvoll zu gestalten ich freue mich jede woche seit 12 jahren aufs neue wenn ich an meinem tag umgang mit menschen aus allen kreisen und kulturen habe mit ihnen ins gespräch komme und ihnen individuell helfen kann hannelore bernhardt aus minden ist 63 jahre alt und erzieherin seit 12 jahren ist sie ehrenamtliche mitarbeiterin in der kleiderkammer der diakonie stiftung salem hannelore bernhardt
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12 gebrauchtes zum kleinen preis das fairkaufhaus in lebach wir wollten erschwingliche waren für alle zugänglich machen egal ob asylbewerber hartz-iv-empfänger oder normalbürger bürgerarbeiterin sina wolf links und die ehrenamtliche mitarbeiterin cecilie ferdinand bedienen die kundinnen und kunden im fairkaufhaus fotos dwsaar kleidung für kinder und erwachsene haushaltswaren kleine elektrogeräte spielsachen dekoartikel bücher füllen die regale es sind spenden von bürgern die für wenig geld verkauft werden sattler für viele menschen trage das fairkaufhaus zu einem stück mehr lebensqualität bei gut angenommen seit märz 2010 hat das fairkaufhaus dienstags donnerstags und samstags geöffnet verkäuferin cecilie ferdinand steht ehrenamtlich hinter dem tresen sina wolf und petra jufimuk unterstützen sie im rahmen von bürgerarbeit erich löw vom diakonischen werk ist mit zehn wochenstunden dabei er prüft gespendete elektrogeräte auf funktionstüchtigkeit weitere ehrenamtliche helfen stundenweise vor allem beim sortieren und herrichten der sachspenden der laden wird gut angenommen berichtet petra ferdinand-storb auch die nachbarn und geschäftsleute vor ort akzeptieren uns mittlerweile das projekt trägt sich inzwischen auch finanziell ich denke dass wir für das geschäftsjahr 2011 null auf null rauskommen sagt ferdinand-storb das ist nicht selbstverständlich denn immerhin müssen monatliche fixkosten von 1100 euro für das ladenlokal erwirtschaftet werden ohne die unterstützung von spendern und ehrenamtlichen ist das nicht zu leisten ulrike klös saarbrücken keine almosen das fairkaufhaus ist nämlich ein soziales projekt die evangelische kirchengemeinde lebach-schmelz das diakonische werk an der saar und der ortsverein lebach der arbeiterwohlfahrt awo arbeiten hier hand in hand die idee das kaufhaus zu gründen entstand in der kirchengemeinde die engagiert sich besonders in der flüchtlingsbetreuung denn in lebach ist die saarländische landesaufnahmestelle für asylbewerber mit rund 800 bewohnern petra ferdinandstorb berät dort im auftrag der gemeinde flüchtlinge sie sah die not vieler familien und initiierte 2010 gemeinsam mit dem damaligen pfarrer arnold löwenbrück das fairkaufhaus wir wollten erschwingliche waren für alle zugänglich machen egal ob asylbewerber hartz-iv-empfänger oder normalbürger berichtet sie die kunden sollen sich nicht als almosenempfänger fühlen deshalb legte man wert darauf keine klassische kleiderkammer zu eröffnen sondern ein kaufhaus in dem jeder einkaufen kann wer sozialleistungen bezieht zahlt hier allerdings nur 40 prozent vom angegebenen preis wir haben dann das diakonische werk ins boot geholt als geschäftsführenden träger und der awo-ortsverein ist ebenfalls dabei sagt ferdinand-storb es sei nicht selbstverständlich dass sich eine kirchengemeinde so deutlich sozialpolitisch positioniere meint auch pfarrerin andrea
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lust auf diakonie der blinden und sehbehindertendienst 13 lust auf diakonie seit etlichen jahren bin ich ehrenamtlich in den evangelischen blinden und sehbehindertendienst ein referat beim diakonischen werk westfalen in münster eingebunden 2005 wurde von mir eine gruppe für blinde und sehbehinderte ins leben gerufen seitdem finden etwa fünfmal jährlich gruppennachmittage statt von beginn an fanden die gruppennachmittage im johannes-gemeindehaus in soest statt in dem wir gern gesehene gäste waren mittlerweile sind wir keine gäste mehr sondern zu einem gemeindekreis geworden sicher trug zu dieser entwicklung bei dass ich wieder gemeindeglied in der johannes-gemeinde wurde die meine heimatgemeinde ist in der ich keine unbekannte war und bin durch unseren umzug in einen anderen stadtteil von soest gehörte ich etliche jahre einer anderen gemeinde an ganz allmählich veränderte sich der gaststatus in den eines gemeindekreises die veranstaltungen der blindengruppe werden in den monatlichen gemeindenachrichten bekannt gegeben und in den gottesdienstlichen abkündigungen aufgeführt an verschiedenen veranstaltungen unserer gruppe nehmen immer mal wieder sehende gemeindeglieder teil ein sehendes ehepaar aus der gemeinde steht wenn sehende helfer fehlen zur hilfe bereit die pfarrerin oder der pfarrer halten wenn gewünscht die andacht ein sonntagsgottesdienst mit dem untertitel speziell für blinde und sehbehinderte wurde gefeiert der mandolinenkreis ebenfalls eine gemeindegruppe musiziert seit einigen jahren zweimal jährlich für unsere gruppe an der tischabendmahlsfeier am gründonnerstag nehmen immer wieder blinde und sehbehin im gemeindehaus von li nach re ehepaar hilgenstein ulrike andreae-dorok küsterin gabi reinke derte gruppenmitglieder teil und werden völlig unproblematisch in die übrige gemeinde integriert besonders schön ist dass die küsterin wenn ein gruppennachmittag ansteht die tische für uns deckt den kaffee kocht und sogar den kuchen besorgt wenn die küsterin krankheits oder urlaubsbedingt mal ausfällt ist immer eine helferin aus der gemeinde für uns dienstbereit wir sind und bleiben eine gruppe des evangelischen blindendienstes beim diakonischen werk westfalen in münster der für mich der ansprechpartner ist und der die arbeit vor ort unterstützt doch sehe ich unsere gruppe inzwischen auch als einen gemeindekreis der johannes-gemeinde an ulrike andreae-dorok beauftragte des evangelischen blinden und sehbehindertendienstes in westfalen im kirchenkreis soest kontakt 02921-60297 e-mail ulrike@blindentipps.de ich habe lust auf diakonie weil ich gerne menschen zur seite stehen und ihnen in besonders schwierigen sozialen lagen weiterhelfen möchte ich bin tätig in der altentagestätte in der frauenhilfe und im besuchsdienstkreis der marktkirche neuwied marion schilling ist presbyterin und vorsitzende des diakonieausschusses marion sc hilling
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14 gemeinde aktiv im stadtteil buchvorstellung gemeinde aktiv im stadtteil wie kirchengemeinden im stadtteil orientierung finden und orientierung bieten darüber informiert ein neues buch die kirche im dorf das ist sogar sprichwörtlich lass mal die kirche im dorf das heißt so viel wie hier gibt es eine gute tradition bitte bestehen lassen nichts ändern wenn man in deutschland über land fährt kann man von weitem immer noch sehen wir sind ein christliches land überall in der mitte von ortschaften überragen kirchtürme die ansiedlungen seit der industrialisierung stehen die meisten kirchen allerdings in der stadt genauer in stadtteilen aber auch hier bilden sie bis heute die mitte der kirchengemeinde neuerdings kommt es immer häufiger dazu dass kirchen geschlossen und umgewidmet werden müssen das tut weh denn der symbolgehalt ist hoch die kirche gehört ins dorf oder eben ins quartier um die kirche herum lebt und wirkt die gemeinde mit gottesdienst und kindergarten mit frauenhilfe und dritte-weltgruppe mit jugendarbeit und demenzprojekt mit der weihnachtsfeier für wohnungslose mit kirchenchor und jungem chor mit all den unterschiedlichen aktivitäten und angeboten die es jeweils vor ort so gibt so sind kirchengemeinden orte der verkündigung und der vergewisserung im glauben und zugleich sind sie akteure der zivilgesellschaft zum christlichen auftrag gehört die aufgabe an der gesellschaft der aktiven der freiwillig engagierten der ehrenamtlich tätigen bürger mitzuwirken aber wie kann das gehen was muss man dafür tun welche instrumente gibt es wie gewinnt man menschen worauf ist zu achten hierzu stellt ein neues buch zukunftswissen bereit orientierungshilfen gemeinde aktiv im stadtteil heißt das von volker könig und karen sommer-loeffen herausgegebene buch für nicht einmal zehn euro nämlich genau 9,90 euro ist es beim rheinischen medienverband zu bekommen hier ist kein dicker roman kein reich gefülltes handbuch durchzuarbeiten sondern auf nur achtzig gut zu lesenden seiten erhält man klare orientierungshilfen gute beispielgeschichten wesentliche brauchbare hintergrundinformationen und gut verwendbare methodische hinweise nahezu poetische kapitelüberschriften gliedern das buch in fünf größere teile sie heißen wegweiser panoramen reiseberichte ermutigung und dann wieder recht prosaisch methoden und techniken
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gemeinde aktiv im stadtteil buchvorstellung 15 neue allianzen für die stadt sieht cornelia coenen-marx als große chance an sie plädiert für die Überwindung der zielgruppenorientierung und versäulung bei der die einen subjekt und die anderen objekt sind wodurch die gemeinden sich selbst schwächen kirche so schreibt sie könnte eine neue form von familie und freundeskreis sein mehr als ein verein nicht so geschlossen wie ein club offen auch für neue menschen die die gleiche hoffnung teilen kirche denke immer noch zu sehr in hauptamtlichen strukturen und im gegenüber von organisationen dabei sei brückenschlagen die vornehmste aufgabe der kirche sozialraum der sozialraumexperte ulrich deinet setzt sich ein für die entwicklung eines neuen selbstverständnisses für die kirchengemeinden als aktive teile ihres sozialraums die ausdünnung der infrastruktur biete auch neue möglichkeiten demografische und soziale wandlungen wirken sich vor ort aus kirchengemeinden sind gut beraten wenn sie sowohl die harten faktoren etwa die gebäude als auch die weichen faktoren des zusammenlebens im quartier kritisch sichten und für sozialraumorientierte arbeit fruchtbar machen pfarrerin vera schellberg beschreibt erfahrungen und selbstverständnis von kirchlicher gemeinwesenarbeit in düren hier sieht kirche ihre aufgabe nicht darin das eigene zu sichern sondern darin offen zu sein für das wachsen von weggemeinschaften diese weggemeinschaften gehen über das evangelische binnenmilieu weit hinaus für den saarbrücker stadtteil malstatt gibt veronika kabis folgende kirchliche lagebeschreibung die menschen in malstatt kommen aus 125 ländern das christentum ist eine religion unter vielen geworden nicht mehr als fünf prozent der katholiken und nur noch ein prozent der protestanten besuchen am wochenende den gottesdienst mit dem runden tisch gott und die welt mischen sich die kirchengemeinden konstruktiv in die stadtteilentwicklung ein auch düsseldorf-flingern ist wie martina peters berichtet ein stadtteil für viele nationalitäten das frauencafé das vom stadtteilladen der diakonie organisiert wird ist ein wichtiger treffpunkt für frauen aus allen altersgruppen und vielen kulturen studenten mit türkischen wurzeln die mit kirche nichts am hut haben engagieren sich bei der hausaufgabenbetreuung der diakonie in dem früheren arbeiterviertel das verschweigt der beitrag nicht ist die kriminalitätsrate hoch was insbesondere Ältere verängstigt aus gelsenkirchen-bulmke berichtet gemeindepfarrer henning disselhoff wie es gelang aus einem kaum noch genutzten fast schon aufgegebenen gemeindehaus mit stiftungsgeldern ein einladendes haus zu machen das zum behinderten und seniorengerechten treff und mittelpunkt für viele initiativen und kreise vom mittagstisch bis zum seniorenbüro geworden ist neue relevanz so das fazit konnte kirche so durch Öffnung kooperation und vernetzung gewinnen Ähnliche entwicklungen sind auch im ländlichen raum möglich wie marion sadowski und wolfgang kube aus nachrodt-obstfeld im märkischen sauerland erzählen hier versucht man etwa durch die zusammenarbeit von hauptschule und altenhilfeeinrichtungen jugendliche an diakonische tätigkeiten heranzuführen in rheinberg am linken niederrhein wird das gemeindezentrum wie anke sczesny und udo otten berichten zum haus der generationen in dem hauptamtliche und ehrenamtliche konstruktiv zusammenarbeiten ermutigung und erkundigung den ermutigenden beispielen für gemeinde die im stadtteil aktiv ist fügt heinz-werner frantzmann eine biblische ermutigung an in der er gegen eine theologie des gemeindeabbaus plädiert denn das zeigt die geschichte von mose und dem dornbusch es gibt keinen gottverlassenen flecken auf dieser erde neugier respekt offene ohren und augen aber auch einen guten schluck langsamkeit und einen kräftigen bissen selbstironie nennt er als christliche kardinaltugenden für die gestaltung einer menschennahen kirche wer im stadtteil mitgestalten will muss zunächst den stadtteil erkunden das ist nicht banal sondern in zeiten beschleunigten wandels der sich auch und gerade im sozialen nahraum niederschlägt eine unabdingbare zugangsvoraussetzung zum abschluss öffnet hille richers den methodenkoffer sie stellt methoden techniken materialien und anregungen für die praxis vor von der untersuchung der materiellen und immateriellen infrastruktur bis zu techniken der gesprächsführung was schenkt der vorsitzende des presbyteriums seiner neu gewählten diakoniepresbyterin ich hätte da einen tipp volker könig karen sommer-loeffen hrsg gemeinde aktiv im stadtteil die vielfalt entdecken medienverband der evangelischen kirche im rheinland düsseldorf 2011 9,90 euro reinhard van spankeren münster
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