Lorentz, Iny - 4 - Die Tochter der Wanderhure

 

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Lorentz, Iny - 4 - Die Tochter der Wanderhure

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iny lorentz die tochter der wanderhure roman 2

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copyright © 2008 knaur verlag ein unternehmen der droemerschen verlagsanstalt th knaur nachf gmbh co kg münchen alle rechte vorbehalten das werk darf ­ auch teilweise ­ nur mit genehmigung des verlages wiedergegeben werden redaktion regine weisbrod umschlaggestaltung zero werbeagentur münchen umschlagfoto bridgeman art library satz adobe indesign im verlag isbn 978-3-426-55470-8 besuchen sie uns im internet www.knaur-ebook.de 3

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erster teil trudi franken im jahre des herrn 1444 4

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1 t rudi strich sich die haare aus dem gesicht und betrachtete georg von gressingen verträumt noch nie war ihr ein mann begegnet der dem ideal eines edlen ritters so sehr entsprach er war gut eine handbreit größer als sie und dabei schlank und geschmeidig wie eine birke dunkelblondes haar umrahmte ein schmales gesicht und seine blauen augen leuchteten so schmeichelnd dass ihr herz wie butter in der sonne schmolz sie liebte ihn und sie sehnte sich ebenso wie er nach dem kuss um den er sie gebeten hatte dennoch wollte sie es ihm nicht zu leicht machen flink schlüpfte sie unter seinen zugreifenden armen hinweg und sah wie er vom eigenen schwung getragen stolperte schnell drehte sie sich damit es so aussah als mache er einen tiefen kniefall vor ihr »das geschieht euch recht!« lachend wandte sie sich ab und tauchte zwischen den bäumen unter ihre freundin bona hatte hardwin von steinsfeld eine kurze berührung ihrer lippen gewährt als sie sah wie trudi mit ihrem verehrer spielte wand sie sich ebenfalls aus hardwins armen und rannte hinter ihr her »das war ein streich!« rief sie und blickte zurück hardwin konnte sie durch die bäume und sträucher hindurch nicht mehr erkennen aber sie sah noch wie georg von gressingen sich auf die beine kämpfte und verärgert auf die stelle starrte an der trudi im unterholz verschwunden war 5

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»warum hast du denn junker georg nicht den kuss gewährt den er erbeten hat?« fragte sie trudi gab ihr keine antwort sondern rannte noch tiefer in den wald hinein bona zögerte denn sie sehnte sich danach hardwins weiche lippen noch einmal auf den ihren zu spüren jemanden wie ihn hätte sie sich als gatten gewünscht doch der bräutigam den ihr vater ausgesucht hatte hätte ihr großvater sein können während hardwins stimme sanft und schmeichelnd klang knurrte moritz von mertelsbach bei jedem wort wie ein gereizter kettenhund bona schauderte es bei dem gedanken den wenig ansehnlichen witwer heiraten und für dessen nicht gerade kleine schar halbwaisen die mutter spielen zu müssen bei dieser vorstellung beneidete sie trudi glühend ihre freundin kannte solche probleme nicht zwar hatte herr georg noch nicht auf kibitzstein vorgesprochen und michel adler um die hand seiner tochter gebeten aber das würde er gewiss bald tun sein rang und seine herkunft machten ihn auch für einen reichsritter zu einem wünschenswerten schwiegersohn und er würde ihre freundin wohl noch in diesem jahr spätestens aber im nächsten heimführen bona versuchte sich mit dem wissen zu trösten georg von gressingens interesse an trudi sei wie sie von ihrem vater gehört hatte erst durch deren stattliche mitgift geweckt worden möglicherweise war er also keineswegs so verliebt wie er tat immerhin konnten trudis eltern ihrer tochter neben der feudalen herrschaft windach auch noch eine truhe voll blitzender gulden mitgeben dafür aber musste ein mann sich bei seiner erwählten kräftig ins zeug legen bona würde moritz von mertelsbach zwei dörfer mit in die ehe bringen doch das hatte den witwer nicht dazu bewogen um ihre zuneigung zu werben verärgert weil sie sich vom schicksal schlecht behandelt fühlte schloss bona zu trudi auf und stupste sie an »du könntest 6

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ruhig ein wenig entgegenkommender sein schließlich wird junker georg ja bald dein ehemann.« trudi schüttelte lächelnd den kopf »noch ist er es nicht außerdem finde ich dass er sich ruhig ein wenig mehr anstrengen sollte um einen kuss von mir zu bekommen.« bona schnaubte leise und spähte zwischen den bäumen hindurch erkennen konnte sie nichts aber sie vernahm die stimmen ihrer begleiter und hörte Äste unter ihren stiefeln knacken die beiden begannen wohl gerade ein waldstück zu ihrer rechten zu durchsuchen und würden einige zeit brauchen bis sie sie entdeckten während bona sich überlegte ob sie sich nicht bemerkbar machen sollte rupfte trudi ein eichenblatt ab zerrieb es zwischen den fingern und sog den strengen leicht stechenden geruch ein »wir sollten zur burg zurückkehren für zwei jungfern wie uns ziemt es sich nicht ohne unsere mägde durch den wald zu laufen und dann auch noch die gesellschaft junger herren zu suchen.« trudi raffte ihr langes grünes kleid und schritt über das feuchte moos in die richtung in der die burg von bonas vater lag plötzlich hörten sie wieder stimmen und blieben stehen georg von gressingen und sein begleiter suchten immer noch nach bona und ihr und befanden sich nun genau vor ihnen »wir müssen einen bogen schlagen um nach hause zu kommen« flüsterte trudi ihrer begleiterin zu bona biss sich auf die lippen und schluckte ihren Ärger hinunter ihre freundin entpuppte sich als richtige spaßverderberin endlich war sie einmal der strengen aufsicht ihres vaters entkommen und konnte tun wonach ihr der sinn stand da wollte trudi wieder in die burg zurück dort aber durfte sie so aufregenden männern wie georg und hardwin nur mit sittsam niedergeschlagenen augen entgegentreten statt hardwin würde sie dort moritz von mertelsbach grob an sich ziehen und küssen obwohl er aus dem mund roch zudem behandelte ihr 7

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bräutigam sie wie eine stute die er von ihrem vater erstanden hatte und nicht wie jemanden der eigene wünsche oder gefühle hatte störrisch blieb sie stehen »ich habe durst!« ihre stimme klang lauter als es trudi recht war »sei leise sonst hören uns die herren!« »wäre dies ein schaden sie könnten uns etwas zu trinken besorgen und uns danach heimgeleiten.« bona wollte auf dieses abenteuer nicht verzichten sie fasste trudi unter und wies mit der hand auf eine lichtung die sich vor ihnen auftat »siehst du diesen schönen platz hier will ich ein wenig rasten!« trudi sah sich unsicher um »hardwin und junker georg werden uns gleich entdecken!« »das wäre mir lieb ich sagte ja ich habe durst und ich will nicht mit trockenem mund den steilen weg nach hause hochsteigen ins meierdorf aber mag ich nicht gehen was würden die leute sagen wenn zwei jungfern wie wir ohne begleitung und vor allem ohne geld dort erscheinen würden?« bona verdrängte dabei die tatsache dass dessen bewohner ihrem vater fronpflichtig waren und ihr jederzeit einen becher wein kredenzen würden trudi lauschte den geräuschen die zu ihnen drangen im augenblick schienen die beiden jungen männer sich eher zu entfernen gleichzeitig vernahm sie das plätschern eines kleinen baches und schöpfte hoffnung dass bona sich mit einem schluck wasser zufriedengeben würde doch als sie darauf zugehen wollte hielt ihre freundin sie zurück »mir steht der sinn nicht nach wasser ich will wein trinken!« sagte bona so laut dass ihre verfolger sie hören mussten trudi funkelte sie zornig an setzte sich aber auf die stumme bitte ihrer freundin auf das moos und zupfte unschlüssig an den blättern eines heidelbeerstrauchs 8

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2 i ch glaube die beiden sind dort vorne!« hardwin von steins feld wollte in die richtung gehen aus der er bonas stimme vernahm gressingen hielt ihn mit einem leisen auflachen zurück »nicht so ungeduldig mein guter eine jagd muss genossen werden egal ob auf einen hirsch einen eber oder auf ein weib.« »du kannst eine kleine tändelei mit zwei hübschen mädchen doch nicht mit einer jagd vergleichen« protestierte hardwin die miene des Älteren wirkte mit einem mal herablassend »wieso nicht sag was willst du tun wenn wir wieder bei den beiden sind?« »mich erst einmal bei bona und trudi entschuldigen weil wir sie vor hin so bedrängt haben ich fürchte wir haben sie erschreckt!« georg von gressingen schüttelte nachsichtig den kopf »nein mein guter ich habe die beiden nicht so weit von der burg fortgelockt um jetzt höflich meinen diener vor ihnen zu machen.« »fortgelockt aber wir sind ihnen doch nur aus zufall begegnet« rief hardwin verdattert gressingen lachte spöttisch auf »das glaubst auch nur du ich selbst habe ihnen den rat gegeben ein wenig spazieren zu gehen während ihre väter sich mit meinem onkel deiner mutter und einigen anderen gästen die köpfe heißreden jetzt haben wir die zeit und die gelegenheit die wir brauchen die beiden mädchen sind wie pralle Äpfel ­ gerade reif zum pflücken und das werden wir beide auch tun oder zwickt es dich nicht bona die röcke hochzuschlagen und mit ihr das zu tun was schon adam mit eva gemacht hat?« 9

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hardwin starrte sein gegenüber erschrocken an »du willst ritter ludolfs tochter gewalt antun und das hier auf seinem eigenen grund und boden das wäre ein schurkenstück « »wenn es denn eines wäre!« unterbrach georg den jüngeren lachend »wenn die beiden mädchen es nicht selbst wollten würden sie nicht hier im wald auf uns warten sondern wären längst zur burg oder wenigstens auf die straße zurückgekehrt so aber sind sie doch darauf aus dass wir sie finden keine sorge du wirst nicht zu kurz kommen ich überlasse dir bona denn mir steht der sinn mehr nach jungfer hiltrud.« und nach deren mitgift setzte gressingen insgeheim hinzu sein besitz brachte kaum genug ein um ihn zu ernähren und die schulden die er in den letzten jahren angehäuft hatte drohten ihm die luft abzuschnüren er brauchte dringend eine reiche braut doch eine solche war unter den töchtern der fränkischen ritter seltener zu finden als eine perle in einer muschel trudi adler war die einzige heiratsfähige erbin die er kannte und aus diesem grund hatte er sie schon bei der ersten begegnung umworben und versucht sie für sich einzunehmen außerdem war sie hübscher als die meisten mädchen die für ihn als standesgemäße bräute in frage kamen und das hielt er für eine angenehme zugabe zu ihrem geld heute würde er den knoten so fest schürzen dass ihm dieses fette täubchen nicht mehr entfliehen konnte allerdings wusste er dass er bei trudis mutter als brautwerber nicht willkommen sein würde das hatte marie adler ihn bei seinen besuchen auf kibitzstein zwar höflich aber doch unmissverständlich spüren lassen doch wenn diese erfuhr dass er sich mit ihrer tochter bereits fleischlich verbunden hatte würde sie sich nicht mehr gegen eine heirat stemmen können unterdessen hatte hardwin einen weiteren haken entdeckt »aber du bist noch nicht einmal mit trudi verlobt und was bona betrifft so soll sie diesen alten bock mertelsbach heiraten!« 10

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»bonas heirat mit mertelsbach sollte ein grund mehr für dich sein ihr wenigstens eine schöne stunde zu bescheren.« gressingen klopfte seinem freund aufmunternd auf die schulter und zog ihn dann mit sich insgeheim spottete er über den einfaltspinsel der die rechte eines tattergreises achten wollte seine eigene familie hatte sich bereits vor vielen jahren mit dem herrn auf mertelsbach überworfen allein aus diesem grund wollte er dafür sorgen dass dieser statt einer tugendsamen jungfrau ein bereits erprobtes frauenzimmer als zweite gemahlin erhielt »du glaubst bona würde mir die schenkel öffnen obwohl sie mit ritter moritz verlobt ist?« hardwins stimme klang gepresst und er leckte sich unwillkürlich mit der zunge über die lippen nun hatte gressingen das jüngelchen das noch nicht einmal den ritterschlag erhalten hatte genau in dem zustand in den er es hatte bringen wollen »gerade weil sie mit diesem alten bock verlobt ist wird sie die beine für dich spreizen aber vorsicht ungeduld schadet nur jungfern sind da sehr eigen einerseits brennen sie darauf dass ein mann sie besteigt andererseits aber fürchten sie sich davor am besten du achtest auf mich ich gebe dir das zeichen wann du deinen sturmbock zum angriff rüsten kannst.« hardwin von steinsfeld war zwanzig also nur vier jahre jünger als sein begleiter aber so unerfahren dass es auch vier jahrzehnte hätten sein können von seiner strengen mutter am kurzen zügel gehalten bestand seine erfahrung mit dem anderen geschlecht aus dem einen mal bei dem eine schon ältere magd im letzten jahr auf dem heustock den rock für ihn gehoben und er sich beinahe noch im selben augenblick in sie ergossen hatte der spott mit dem dieses weib ihn überschüttet hatte ließ ihm noch heute das blut in die wangen steigen und er nahm sich fest vor bona keinen grund zu liefern ihn zu verhöhnen aber er war sich nicht sicher ob er sich ihr wirklich nähern sollte sie war nicht nur die braut eines anderen mannes sondern ebenso wie trudi eine gute freundin die er 11

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seit seiner kindheit kannte wenn er mit ihr das gleiche tat wie damals mit der magd würde das ihre freundschaft entweihen georg von gressingen ahnte seine gewissensbisse und ärgerte sich darüber wenn er trudi endgültig an sich binden wollte musste er diesen tag nutzen und durfte sich seine chance nicht durch dieses zaudernde jüngelchen verderben lassen daher heizte er die leidenschaft seines freundes mit schlüpfrigen bemerkungen an während sie auf die lichtung zueilten auf der die mädchen auf sie warteten 3 a ls die jungen männer erschienen blickte bona fordernd zu ihnen auf »ihr kommt spät meine herren meine freundin und ich vergehen vor durst!« hardwin eilte sofort zur quelle um wasser für bona zu schöpfen sein begleiter aber begann zu ahnen dass er bei trudi nicht so leicht zum ziel kommen würde denn sie wirkte wie ein reh kurz vor der flucht verärgert sann er über einen weg nach mit dem er sie gefügig machen konnte als hardwin mit zu einer schale geformten händen zurückkehrte um mit dem darin enthaltenen wasser bonas lippen zu netzen hob er abwehrend die hand »aber aber mein guter du kannst den jungen damen doch nicht einfach wasser reichen als wären es mägde.« hardwin blieb verwundert stehen »aber fräulein bona hat doch durst.« »wasser ist gut genug für mägde die damen trinken wein ein stück weiter ist ein dorf einer der bauern wird dir gewiss 12

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einen krug wein verkaufen oder besser gleich zwei und bring becher für die jungfern mit sie trinken den wein nicht direkt aus dem krug.« »das wollen wir gewiss nicht junker georg.« bona bedauerte in diesem augenblick dass gressingens aufmerksamkeit nicht ihr sondern trudi galt zwar war er kleiner als hardwin hatte aber ein hübscheres gesicht und augen die so wunderbar schmeicheln konnten für ihn hätte sie gerne die röcke gehoben andererseits war ihr der junge steinsfeld von kindheit an vertraut und sie hatte sich schon öfter vorgestellt wie es wäre mit ihm verheiratet zu sein nun aber war sie für einen anderen bestimmt den sie viel weniger sympathisch fand und daher sehnte sie sich danach mindestens einen kuss mit ihrem jugendfreund zu teilen ­ und vielleicht auch ein wenig mehr das war jedoch nur möglich wenn trudi sich nicht als spielverderberin erwies oder sie gar zu hause verriet aus diesem grund musste sie ihre freundin dazu bringen sich junker georgs liebkosungen hinzugeben hardwin stand immer noch mit offenem mund und starrte bona an die ihr kleid leicht gerafft hatte und ihren fuß und einen teil der wade sehen ließ schließlich versetzte georg ihm einen stoß »jetzt besorge endlich wein!« »ich bin ja schon weg!« hardwin riss sich von bonas verführerischem anblick los und verschwand zwischen den bäumen georg hoffte dass sein freund genug wein kaufte und das getränk unterwegs nicht zur hälfte verschüttete er setzte sich zu den beiden mädchen ins gras und wischte sich über die stirn zwar glänzte kein einziger schweißtropfen darauf doch er wollte den eindruck erwecken als sei ihm heiß »hardwin sollte sich beeilen ich fühle mich ebenfalls ganz ermattet.« »wirklich?« fragte bona mit leichter koketterie 13

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»wir sollten zur burg zurückgehen.« trudi sah aus als wolle sie noch im gleichen augenblick aufspringen und davonlaufen schnell ergriff georg ihre hand und hielt sie fest »wir sollten wenigstens warten bis hardwin zurückkommt es wäre unhöflich ihn wein holen zu schicken und dann zu verschwinden.« trudi wusste nicht was sie darauf antworten sollte es war mindestens ebenso ungehörig wenn sie und bona allein mit zwei herren im wald blieben ihre mutter würde sehr verärgert sein wenn sie davon erfuhr andererseits war sie kein kleines kind mehr das am gängelband geführt werden musste sondern eine junge dame die sehr wohl auf sich selbst aufpassen konnte zudem war junker georg ein echter edelmann unter dessen schutz sie sich geborgen fühlte dem würde sicher auch ihr vater zustimmen der schon einmal erwähnt hatte dass er sich gressingen gut als schwiegersohn vorstellen könne unwillkürlich erforschte trudi ihre eigenen gefühle für junker georg und spürte wie ihr herz schneller schlug er hatte vorbildliche manieren und sah wunderbar aus mit einem mal sehnte sie die stunde herbei in der er bei ihrem vater um sie anhielt georg beobachtete trudis mienenspiel und lächelte das mädchen war jung und naiv und würde wenn er es geschickt anfing noch in dieser stunde ihre unschuld verlieren allerdings durfte er nichts überstürzen und daher bemühte er sich trudi und auch bona mit gefälligen worten zu unterhalten während er die beiden mädchen mit munteren schnurren bei laune zu halten versuchte verglich er sie im geiste miteinander beide zählten zu den hübschesten jungfern dieser gegend glichen sich aber nur wenig bona besaß etwas fülligere formen als ihre freundin ihr haar war ein wenig heller und auf ihrem gesicht lag ein rosiger schein allerdings hätte sie ihrer haltung nach auch ein besonders hübsches bauernmädchen sein können trudi adler wirkte weitaus zurückhaltender zeigte aber mehr rasse und anmut nicht zuletzt deshalb musste er 14

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sie so rasch wie möglich für sich gewinnen denn bereits morgen konnte ein brautwerber auf kibitzstein erscheinen der den eltern mehr zusagte als er deshalb war er dem schicksal dankbar dass sein onkel albach nach fuchsheim eingeladen worden war und ihn aufgefordert hatte ihn zu begleiten maximilian von albach saß zurzeit mit anderen burgherren zusammen und besprach mit ihnen die politische lage die sich durch das auftreten des neuen fürstbischofs in würzburg stark verändert hatte zu den besuchern die ludolf von fuchsheim empfangen hatte gehörten auch trudis vater michel adler auf kibitzstein hardwins mutter hertha von steinsfeld und der unsägliche moritz von mertelsbach anders als hardwin der von seiner mutter aus dem raum gewiesen worden war hätte gressingen an der versammlung teil nehmen sollen er hatte jedoch trudi entdeckt und gefunden dass er diesen tag angenehmer verbringen könne als im kreis alter verbitterter männer und der dame hertha von steinsfeld die mehr haare auf den zähnen hatte als trudi und bona auf ihren köpfen ihm war es gelungen die mädchen zu einem spaziergang zu überreden und war ihnen dann mit hardwin gefolgt unterwegs hatten sie mit den beiden ein wenig getändelt aber als sie küsse von ihnen gefordert hatten waren die mädchen davongelaufen bona hatte jedoch den eindruck gemacht als sei sie bereit hardwins oder auch seine lippen auf den ihren zu spüren ganz im gegensatz zu trudi die zwar nur um ein jahr jünger war als ihre freundin aber noch sehr scheu schien was diese dinge betraf deshalb wartete georg ungeduldig auf hardwins rückkehr nach einigen bechern wein würde die kleine kibitzsteinerin sich ganz sicher zugänglicher zeigen 15

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