p. 1
der einsatz von der einsatz von nützlingen in den verschiedenen gartenbausparten nütz hat in den vergangenen jahren erheblich an bedeutung gewonnen im gemüsebau unter glas und unter folie gehört er zum standard im lingen zierpflanzenbau wird die anzahl der kulturen mit möglichem nützlingseinsatz neben den bereits seit jahren etablierten poinsettien im cyclamen und auch beet und balkonpflanzen stetig erweitert auch gerbera und chrysanthemen garten im schnittblumenbereich bei rosen etabliert im freiland spielt der haben sich nützlingsprogramme fest bau einsatz von nützlingen in baumschulen im obstbau und auch in der landwirtschaft eine wichtige rolle für den erfolgreichen einsatz ist eine zuverlässige pünktliche belieferung mit nützlingen ausschlaggebend mit sautter stepper haben sie hierfür einen idealen partner der sie gleichzeitig mit kompetenter beratung und erstellung von individuellen einsatzplänen unterstützt auf den folgenden seiten möchten wir sie über die bei uns erhältlichen nützlinge informieren leider ist es hierbei nicht möglich auf alle nützlinge und deren detaillierte beschreibung einzugehen da es den rahmen der broschüre sprengen würde zur beantwortung weiterer fragen stehen wir ihnen jedoch gerne zur verfügung auskünfte geben auch gerne die öffentlichen und privaten beratungsdienste des gartenbaus die vorteile des nützlingseinsatzes keine rückstände von pflanzenschutzmitteln auf pflanzen und erntegut keine spritzflecken keine wartezeiten d.h kontinuierliches ernten kein anwenderrisiko keine belastung von boden grundwasser und luft durch pflanzenschutzmittel gewächshaus kann jederzeit betreten werden keine schädigung von pflanzen oder personen durch die nützlinge dafür mehrerträge bis zu 10 und schnelleres wachstum keine resistenzbildung der schädlinge einfache ausbringung marktvorteil beim absatz wie können nützlinge bestellt werden rosenstr 19 72119 ammerbuch fon 0 70 32/95 78 30 24h bestell-mailbox 0 70 32/95 78 35 fax 0 70 32/95 78 50 e-mail bestellung@nuetzlinge.de profi-shop im internet www.nuetzlinge.de
[close]
p. 2
schlupfwespen gegen der schädling die weiße fliege »trialeurodes vaporariorum« ist ca 1-1,5 mm groß charakteristisch sind ihre weißen wachsüberzogenen weiße flügel sie legt ihre eier meist an der unterseite junger blätter ab daraus fliegen schlüpfende nymphen durchlaufen 4 stadien letzteres als puppe um danach wieder als adult zu schlüpfen seit ende der 80er jahre tritt vor allem im zierpflanzenbau eine weitere art die baumwoll-weiße-fliege »bemisia« auf deren chemische bekämpfung äußerst schwierig ist es handelt sich vorwiegend um b tabaci im vergleich zu trialeurodes haben die adulten bemisia eine steilere flügelstellung ihre nymphen lassen sich speziell bei poinsettien durch die gelbe farbe und unregelmäßigen einbuchtungen am rand eindeutig von trialeurodes unterscheiden die pflanzenschädigung erfolgt zum einen durch die saugtätigkeit der verschiedenen stadien zum anderen werden atmung und assimilation durch klebrige ausscheidungen dem honigtau auf dem sich wiederum unansehnliche rußtaupilze ansiedeln geschwächt außerdem kann bemisia den in deutschland zur zeit noch nicht weit verbreiteten tylc-virus tomato yellow leaf curl übertragen der nützling die schlupfwespe »encarsia formosa« ist ca 0,7 mm groß weibchen die hauptsächlich vorkommen haben einen schwarzen kopf-brustteil mit gelben hinterleib während männchen schwarz gefärbt und sehr selten aufzufinden sind encarsia wird gegen weiße fliege auf zwei weisen nützlich 1 junge entwicklungsstadien werden von encarsia angestochen und ausgesaugt hostfeeding 2 ältere entwicklungsstadien werden von encarsia parasitiert diese stadien färben sich nach 10 tagen schwarz bei bemisia bräunlich und nach weiteren 10 tagen schlüpft aus der verfärbten puppenhülle anstatt der weißen fliege eine encarsia schlupfwespe und der kreislauf beginnt von vorn entwicklungszyklus der weißen fliege wf und der schlupfwespe sw 2
[close]
p. 3
1 2 3 4 die anwendung encarsia werden im ruhenden puppenstadium auf kartonstreifen aufgeklebt verschickt für die vielen bedürfnisse im gartenbau entwickelten sautter stepper mehrere anwendungsformen »encarsia-hänger hd« streifen mit min 33 puparien hd halbe dichte für den zierpflanzenbau »encarsia-hänger gd« streifen mit min 66 puparien gd ganze dichte für den gemüsebau »encarsia-sticker« streifen mit grundsätzlich min 33 puparien die sticker werden in die erde gesteckt und sind speziell für jungpflanzen und minis entwickelt worden »encarsia lose« lose ware für sonderanwendungen z.b ausstreuen bei herdbehandlung hänger und sticker haben folgende vorteile umweltfreundlich aus papier schutz der puppen beim transport schutz gegen sonne und spritzwasser im gewächshaus bereits geschlüpfte tiere können sich im zwischenraum der karten frei bewegen werbewirksamer farbdruck mit hinweis zum biologischen pflanzenschutz schnelles verteilen im bestand anwendung mit einer hand im gemüsebau werden sofort nach entdecken der ersten schädlinge 2 einsätze mit je 5 nützlingen pro m² im abstand von 10 tagen durchgeführt wesentlich sicherer ist jedoch eine mehrmalige freilassung kleinerer mengen ab der pflanzung selbst wenn noch kein befall entdeckt wurde besonderheiten beim einsatz von encarsia im zierpflanzenbau da zierpflanzen weitgehend befallsfrei nulltoleranz in den verkauf kommen sollten ist hier unbedingt eine regelmäßige wöchentliche ausbringung der nützlinge zu empfehlen mit dem einsatz der nützlinge sollte sofort nach dem topfen der stecklinge begonnen werden um jeglichen aufbau der weißen fliege im bestand zu unterbinden jungpflanzen sollten gleich nach ankunft auf eventuelle ei larven oder adulte stadien überprüft und bei befall verstärkt mit encarsia besetzt werden mit encarsia wurden in den letzten jahren bereits sehr gute ergebnisse bei poinsettien sowie beet und balkonpflanzen erzielt bei poinsettien-mehrtriebern und bei den minis rechnet man mit einer wöchentlichen aufwandmenge von 1 encarsia 3 pflanzen bei hochstämmen setzt man im verhältnis 1:1 aus bei beet und balkonpflanzen sind die einsatzmengen je nach kultur unterschiedlich gerne erstellen wir für ihre kulturen einen individuellen einsatzplan sollte ein chemischer einsatz mit fungiziden oder insektiziden nötig werden sollten ausschließlich integrierbare chemische mittel angewandt werden richten sie sich hierzu nach den vorliegenden nebenwirkungslisten 3
[close]
p. 4
weitere der schädling siehe seite 2 schlupfwespen der nützling die schlupfwespe »eretmocerus eremicus« ist 0,51,0 mm lang hat grüne augen und drei rote ocellen auf dem gegen hinterkopf die weibchen sind zitronengelb und die männchen gelbbraun gefärbt sie besitzen kleine keulenförmige antennen die weiße schlupfwespe parasitert bemisia tabaci und trialeurodes vaporariorum die parasitierung erfolgt durch eiablage unterhalb der wirtslarven fliegen meistens 1 ei pro wirtslarve unmittelbar nach dem schlupf dringt die nützlingslarve in das wirtstier ein bei 25-30 °c leben die adulten schlupfwespen etwa 10 tage und legen innerhalb dieser zeit ca 50 eier bei kühleren temperaturen leben sie maximal 40 tage mit der gleichen eiproduktion nachteilig für die parasitierungsleistung von e eremicus insgesamt ist dass der weibchenanteil bei nur etwa 50 liegt bei encarsia formosa hingegen bei über 99 dieses muss durch höhere einsatzzahlen ausgeglichen werden außerdem betreibt das weibchen von eretmocerus eremicus nur im geringen umfang hostfeeding ein bekämpfungserfolg ist schwerer kontrollierbar als bei encarsia da die bemisia-puparien nach parasitierung sich nur leicht von gelb nach bräunlich verfärben der nützling die schlupfwespe »eretmocerus mundus« wird vor allem zur bekämpfung der baumwoll-weißen-fliege bemisia tabaci eingesetzt wie es scheint ist e mundus im vergleich zu der sehr ähnlichen e eremicus besser zur bemisia-bekämpfung geeignet weitere ergebnisse sind abzuwarten die beiden eretmocerus-arten sind äußerlich kaum zu unterscheiden auch die parasitierung erfolgt nach dem gleichen prinzip wie bei e eremicus jedoch ausschließlich bei bemisia außerdem betreibt das weibchen von e mundus im größeren umfang hostfeeding als e eremicus die anwendung die schlupfwespen werden in larvenform in weiße fliege-nymphen als streuware sägespäne oder auf kärtchen aufgeklebt geliefert allgemein sollten ca 5 tiere pro m² eingesetzt werden im zierpflanzenbau müssen die einsatzmengen individuell je nach befallsdruck und kultur angepasst werden die temperaturansprüche 20 °c bis über 30 °c von eretmocerus liegen höher als die von encarsia formosa für eine schnellere entwicklungszeit der schlupfwespen sollte die temperatur >24 °c liegen allerdings ist der nützling weniger sensibel gegenüber pflanzenschutzmittel als encarsia formosa für einen optimalen bekämpfungserfolg sollte die schlupfwespe immer in kombination mit encarsia formosa eingesetzt werden 4
[close]
p. 5
raubwanzen der schädling weiße gegen blattläuse siehe seite 12!fliegen siehe seite 2 thripse siehe seite 6 und weiße der nützling die raubwanzen »macrolophus caliginosus« und »macrolophus pygmaeus« werden hauptsächlich zur bekämpfung der fliegen gemeinen gewächshaus-weißen fliege trialeurodes vaporariorum und der baumwoll-weißen fliege bemisia spec besonders in tripse gemüsekulturen z.b tomaten eingesetzt die raubwanzen ernähren blatt sich u.a auch von blattläusen spinnmilben thripse minierfliegen die beiden macrolophus-arten unterscheiden sich kaum voneinander die läuse u.a adulten raubwanzen sind 3-4 mm groß grün gefärbt mit hell gefleck tem flügel langen beinen und einen schwarzen fleck hinter dem auge ein weibchen legt in der max lebensdauer von ca 40 tagen 120-260 eier in den blattrippen ab die nützlinge bevorzugen die eier und larven der schädlinge wegen der langen entwicklungsdauer ei 11 tage larve 20 tage bei 25 °c von m caliginosus ist ein frühzeitiger einsatz für den aufbau der raubwanzen-population unbedingt notwendig falls noch keine schädlinge beim einsetzen vorhanden sind sollte mit ephestia oder sitotroga eiern 2-3 mal alle 14 tage zugefüttert werden die anwendung die raubwanzen werden als larven und flugfähige adulte als streuware vermiculite ggf auf blätter geliefert der einsatz sollte 1-2 mal im abstand von 14 tagen mit 1-2 tiere pro m² erfolgen vorsicht beim einsatz in zierpflanzen da m caliginosus auch pflanzensauger ist und verschmutzung durch kotablagerungen entstehen können besonders bei kirschtomaten kann es durch schäden von m caliginosus zu geringerem fruchtansatz kommen da die raubwanze eine relativ lange etablierungszeit benötigt sollten die tiere frühzeitig mit zufütterung eingesetzt werden die raubwanze ist nur im langtag 12 stunden licht pro tag aktiv der nützlingseinsatz ist ab anfang märz möglich bei der ausbringung ist zu beachten dass immer 50-60 nützlinge pro ausbringungsstelle freigelassen werden m caliginosus ist empfindlich und m pygmaeus sehr empfindlich gegenüber chemischen pflanzenschutzmitteln sowie langem transport daher nach ankunft möglichst umgehend freilassen zur erfolgreicheren bekämpfung der weißen fliege sollte die raubwanze in kombination mit encarsia formosa eingesetzt werden 5
[close]
p. 6
raubmilben gegen die schädlinge zu den vielen verschiedenen thripsarten gehören z.b der kalifornische blütenthrips »frankliniella occidentalis« zwiebelthrips thrips »thrips tabaci« rosenthrips »thrips fuscipennis« und langbindige-gewächshausthrips »hercinothrips femoralis« weich erwachsene thripse sind ca 1-2 mm lang haben an den enden gefranste flügelpaare und sind häufig dunkel gefärbt oder teilweise hautquer gestreift auf den ersten blick gleichen sie einem winzigen milben stäbchen wenn man versucht sie zu berühren fliegen sie blitzschnell davon die larven sind heller oft grün oder gelblich gefärbt und als u.a winzige würmchen zu erkennen thripse schaben das blattgrün der blätter punktweise ab oder stechen mit ihren stechborsten pflanzenzellen an und saugen sie aus durch eindringen von luft in die zellen zeigen sich die schadsymptome an den blättern als silbrig glänzende flecken die zudem oft mit schwarzen pünktchen dem kot der schädlinge besetzt sind in gemüsekulturen können die im jungen stadium besaugten früchte während ihrer entwicklung völlig verkrüppeln ringelschwanzsyndrom bei gurken während ältere früchte durch die saugtätigkeit des blütenthrips im verkaufswert erheblich gemindert werden im zierpflanzenbau schädigen vor allem blütenthripse sie saugen bevorzugt in den triebspitzen so daß sich später verkrüppelte blätter oder beschädigte blüten entwickeln besonders gerne verstecken sie sich in blüten wo sie sich vom pollen ernähren in nicht blühenden beständen vermehren sie sich aufgrund der fehlenden pollennahrung wesentlich langsamer und lassen sich dort auch besser bekämpfen die 0,3 mm großen ovalen und weißlichen weichhautmilben tarsonemidae haben ein ähnliches schadbild dem thrips meist zeigen sich verkrüppelte triebspitzen sowie starke wuchsdepressionen die nützlinge raubmilben der arten »amblyseius cucumeris« und »amblyseius barkeri« sind die natürlichen gegenspieler von thripsen und weichhautmilben die erwachsenen nützlinge sind rotbraun gefärbt ca 0,5 mm groß und sehr beweglich während die larven glasig erscheinen allerdings sind alle stadien im pflanzenbestand schwer aufzufinden da sie sich im boden und in den triebspitzen verstecken im gegensatz zur raubmilbe phytoseiulus vermehrt sich amblyseius langsamer deshalb ist der frühzeitige einsatz sehr wichtig amblyseius ernährt sich auch von pollen spinnmilben gehören ebenfalls zum beutespektrum allerdings ist mit amblyseius nur ein schwacher befall bekämpfbar blütenthripse werden nur als jung oder als wehrlose puppenstadien erbeutet die erwachsenen tiere sind zu wehrhaft die anwendung amblyseius cucumeris und a barkeri erhalten sie als mischung in kleie die über die befallenen pflanzen gestreut wird im gemüsebau sollte eine mehrmalige anwendung stattfinden im zierpflanzenbau ist je nach kultur ein mehrmaliger einsatz anzuraten für bestimmte anwendungsgebiete gurken innenraumbegrünung solitärpflanzen etc können alternativ auch amblyseius-tütchen eingesetzt werden die an die pflanzen gehängt werden 6
[close]
p. 7
raubmilben gegen der schädling die gemeine spinnmilbe »tetranychus urticae« ist etwa 0,5 mm groß grünlichgelb gefärbt und durch zwei große spinn dunkle flecken seitlich am rücken deutlich gekennzeichnet die gefärbt deshalb milben überwinternden weibchen sind häufig ziegelrot man zumeist auf auch der name »rote spinne« spinnmilben findet den blattunterseiten wo sie die pflanzen durch aussaugen der zellen schädigen die blätter zeigen dann eine zunehmende weiß oder gelbsprenkelung und trocknen schließlich ein besonders häufig werden die triebspitzen befallen sie sind dann von einem feinen gespinst überzogen begünstigt wird die populationsentwicklung durch warme trockene luft weshalb ein beginnender befall häufig im tür oder lüftungsbereich zu entdecken ist der nützling die raubmilbe »phytoseiulus persimilis« ist der natürliche feind der spinnmilbe sie ist etwa gleich groß wie der schädling aber wesentlich beweglicher die jungen blaßrosa gefärbten raubmilben erkennt man kaum dagegen sind die erwachsenen tiere leuchtend rot und von tropfenförmiger gestalt bei einer temperatur von 22 °c entwickelt sich die raubmilbe etwa doppelt so schnell wie der schädling jede raubmilbe saugt täglich bis zu 5 spinnmilben oder 20 eier oder nymphen aus wodurch bei rechtzeitigem einsatz ein spinnmilbenbefall rasch unterdrückt wird die anwendung phytoseiulus werden in vermiculite ausgeliefert sie werden über die befallenen pflanzen ausgesteut für eine erfolgreiche bekämpfung ist eine relative luftfeuchte von 60-70 von entscheidender bedeutung andernfalls vermehren sich die raubmilben nicht oder nur sehr langsam durch kurzes mehrmaliges Übersprühen der pflanzen mit wasser kann die nötige luftfeuchte an trockenen tagen erreicht werden gleichzeitig können sie die raubmilbe an einstrahlungsintensiven tagen durch schattierungsmaßnahmen unterstützen 7
[close]
p. 8
raubmilben gegen der schädling die trauermücke »bradysia paupera« ist dunkel gefärbt und nur 3-4 mm groß sie legt ihre eier oftmals in häufchen trauer bevorzugt in humose feuchte erde ab ihre glasig weißen maximal eindeutig an kopfkapsel zu mücken 5 mm langen larven sindvor allem die der schwarzensämlingen und erkennen sie befallen wurzeln von stecklingen aber auch junge wurzeln älterer pflanzen die folglich u.a kümmerlich wachsen oder gar absterben neben den fraßschäden werden sekundär eintrittspforten für pilze und bakterien geschaffen sumpffliegen »scatophyla variegata« sehen der trauermücke mit ihrer schwarzen färbung sehr ähnlich jedoch weisen die flügel drei helle punkte auf und ihre antennen sind wesentlich kürzer der flug der scatophyla ist gerade und zielgerichtet sie und ihre larven sind nicht pflanzenschädlich bei hoher dichte können allerdings die schwarzen kottropfen der erwachsenen fliege gerade bei jungpflanzen sehr störend wirken springschwänze collembola sind ebenfalls in jungpflanzenkulturen zu finden die verschiedenen arten sind 0,5-3 mm lang weiß bis dunkelgrau gefärbt und i.d.r mit einer sprunggabel versehen sie können beim auftreten in hoher dichte erhebliche fraßschäden verursachen der nützling raubmilben der arten »hypoaspis miles« und »hypoaspis aculeifer« sind bodenlebende räuber mit einem sehr breiten beutespektrum dazu gehören neben trauermücken und sumpffliegenlarven auch thripspuppen und springschwänze h aculeifer greift zudem auch die in den schuppen von blumenzwiebeln vorkommende weichhautmilbe »rizoglyphus robini« an bei 25 °c dauert die entwicklung vom ei bis zum geschlechtsreifen tier etwa 12 tage wobei alle aktiven stadien räuberisch sind abhängig von der bodenstruktur und -feuchtigkeit halten sich die nützlinge bevorzugt in der oberen bodenschicht auf eine raubmilbe legt täglich bis zu 3 eier eier und nymphen sind weiß ausgewachsene raubmilben hingegen sind braun bis zu 1 mm groß und somit deutlich größer als die verschiedenen amblyseiusarten bei mangelnder beute kann hypoaspis mehrere wochen hungern deshalb ist ein vorbeugender einsatz empfehlenswert im gegensatz zu nematoden die eine sofortige aber kürzere wirkungsdauer haben wirkt hypoaspis etwas langsamer dafür aber über mehrere monate hinweg die anwendung hypoaspis werden in einem torf-vermiculitegemisch geliefert das vor der pflanzung bzw in die bestehenden kulturen gestreut wird auch ein ausstreuen unter den tischen ist möglich da dort oftmals die infektionsquellen von trauermücken und sumpffliegen liegen ein untermischen der raubmilben in das substrat ist nicht empfehlenswert für den prophylaktischen einsatz sind 100 tiere/m² ausreichend bei bestehenden befall sollten ca 250 tiere/m² freigelassen werden 8
[close]
p. 9
raubwanzen gegen die schädlinge siehe unter raubmilben gegen thrips raubmilben thripse gegen spinnmilben nützlinge zur blattlausbekämpfung und schlupfwespen gegen weiße fliege u.a der nützling die raub oder auch blumenwanze »orius majusculus« ist ein sehr polyphager räuber d.h sie greift eine vielzahl von schädlingen an zum breiten beutespektrum gehören thrips blattläuse spinnmilben und deren eier sowie nymphen von weißen fliegen der einsatz im gewächshaus findet jedoch meist gezielt gegen thrips statt orius kann sich zusätzlich auch von pollenkörnern ernähren daher der name »blumenwanze« die weiblichen tiere senken ihre etwa 0,6 mm großen eier meist ins blattgewebe oder auch in blütenorgane ein nach ca einer woche schlüpfen 1-2 mm lange hellbraune larven in den nächsten drei wochen werden bis zum erreichen des ca 2,5 mm großen vollinsektes fünf larvenstadien durchlaufen die lebensdauer der adulten beträgt 2 bis 4 monate die fraßleistung liegt bei ca 10 thripslarven pro tag im gegensatz zu amblyseiusraubmilben können raubwanzen auch ältere larvenstadien und adulte thripse aussaugen orius vermehrt sich nur im langtag weshalb ein einsatz von märz bis august zu empfehlen ist häufig fliegen im sommer auch heimische arten »orius spec.« und »anthocoris spec.« zu die dadurch eine bekämpfung der schädlinge im gewächshaus unterstützen ein einsatz von orius kann in gemüsekulturen wie z.b bei gurken oder paprika aber auch bei zierpflanzenkulturen wie z.b cyclamen oder chrysanthemen durchgeführt werden allerdings hat orius den nachteil zuweilen in andere bzw blühende kulturen abzuwandern und sich somit nicht unbedingt fest zu etablieren das auffinden von orius im bestand erweist sich als schwer da das insekt sehr versteckt lebt generell sollte orius nur in kombination mit anderen thripsgegenspielern wie z.b amblyseius-raubmilben eingesetzt werden die anwendung orius-raubwanzen werden als larven und als adulte insekten auf buchweizenspelzen zum versand gebracht das trägermaterial mit den nützlingen wird gleichmäßig über die kulturen ausgestreut pro m² rechnet man mit einer ausbringung von 1-2 tieren empfehlenswert ist eine zweite freilassung nach 10 bis 14 tagen 9
[close]
p. 10
nematoden gegen der schädling die trauermücke »bradysia paupera« ist dunkel gefärbt und nur 3-4 mm groß sie legt ihre eier oftmals in häufchen bevorzugt in trauer humose feuchte erde ab ihre glasig weißen maximal 5 mm langen larven sind eindeutig an der schwarzen kopfkapsel zu erkennen sie mücken befallen vor allem die wurzeln von sämlingen und stecklingen aber auch junge wurzeln älterer pflanzen die folglich kümmerlich wachsen oder gar absterben der nützling die winzigen ca 0,8 mm kleinen nematoden der art »steinernema feltiae« suchen wirtslarven aktiv auf und dringen durch körperöffnungen in diese ein dort sondern sie ein bakterium ab das die larve zersetzt so daß diese innerhalb der nächsten tage abstirbt die nematoden ernähren sich von der zersetzten larve und vermehren sich auch darin neu herangewachsene dritte larvenstadien der nützlinge wandern aus der toten larve aus und schließen den kreislauf indem sie wiederum trauermückenlarven aufsuchen die anwendung nematoden auf trägermaterial die nematoden werden zusammen mit dem trägerstoff in wasser eingerührt und angesetzt eine lagerung der ungeöffneten packung mit nematoden ist bei 2-6 °c über mehrere wochen möglich die anwendung eis nematoden die nematoden befinden sich in einer wässerigen lösung auf eis und sind sofort zur ausbringung bereit sie sollten möglichst sofort nach erhalt zum einsatz kommen eine lagerung ist bei 2-6 °c über mehrere wochen zwar möglich allerdings sollten die nematoden dann mittels einer aquariumpumpe belüftet und einmal die woche gespült werden nähere angaben bitte erfragen hierdurch ergibt sich die möglichkeit auch portionsweise nematoden zu beliebigen zeiten abzunehmen beide nematodenformulierungen werden durch gießverfahren per gießkanne oder mittels pumpen über spritzkarren dosatron o.ä ausgebracht die düsenöffnung darf dabei nicht kleiner als 0,8 mm sein und der druck sollte 2,5 bar nicht übersteigen nematoden lieben feuchtes substrat deshalb sollte der boden mindestens noch eine woche nach der anwendung feucht gehalten werden die anwendung ist ab einer bodentemperatur von 12 °c möglich wegen der uv und lichtempfindlichkeit sollte die ausbringung möglichst bei bedecktem himmel oder morgens/abends stattfinden 10
[close]
p. 11
nematoden gegen dick der schädling der gefurchte dickmaulrüssler »otiorhynchus sulcatus« ist 7-13 mm groß die bräunlichen nachtaktiven und maul flugunfähigen käfer fallen besonders durch ihren typischen buchtenfraß an blatträndern auf sie legen ihre eier direkt an den wurzelhals rüssler woraus dann die beinlosen weißlichen und mit einer braunen kopfkapsel versehenen larven schlüpfen diese fressen an den wurzeln der pflanzen die mit wachstumsdepressionen oder gar absterben reagieren nach verpuppung der larve schlüpft ein neuer käfer der bereits nach ca 5 wochen geschlechtsreif ist mit der eiablage beginnt und bis zu 3 jahre alt werden kann unter glas und folie treten mehrere generationen auf darum gibt es hier keine festen jahreszeitlich bedingten zyklen der nützling die nematode »heterorhabditis spec.« ist ca 11,5 mm groß sie wird durch ausscheidungen der dickmaulrüsslerlarve angelockt und dringt über körperöffnungen in die larve ein da die nematode nur bis zum 3 larvenstadium bekämpft und das puppen und käferstadium nicht angreift ist der rechtzeitige einsatzzeitpunkt für eine erfolgreiche bekämpfung wichtig wirkungsweise/entwicklungszyklus insektenpathogener nematoden die anwendung die nematoden werden in einem trägermaterial geliefert einsatz im frühjahr/herbst unter glas ganzjährig eine lagerung ist bei 2-6 °c über mehrere wochen möglich sie werden durch gießverfahren per gießkanne mittels pumpen über spritzen gießwagen oder auch über bewässerungsanlagen siebe entfernen ausgebracht düsenöffnung sollte mind 0,8 mm betragen eine ausbringung ist bereits ab 12 °c bodentemperatur möglich optimal sind 15-25 °c wegen uv und lichtempfindlichkeit sollte die ausbringung möglichst bei bedecktem himmel oder morgens/abends stattfinden bestand nach behandlung mit wasser absprühen um restliche nematoden abzuspülen den boden mehrere tage nach der ausbringung gut feucht halten 11
[close]
p. 12
nützlinge zur zu den am vorkomblatt der schädling blattläuse gehören mitteleuropa häufigsten ca 850 menden pflanzenschädlingen in gibt es verschiedene blattlausarten deren farbspektrum von grün über rot bis laus schwarz reicht und deren formen sehr vielfältig sind die tiere entziehen der pflanze mit ihrem saugrüssel den phloemsaft wodurch bedie pflanzen erheblich geschwächt werden häufig werden dabei kämpf auch pflanzenviren übertragen gleichzeitig scheiden die blattläuse einen zuckerhaltigen saft sogenannten honigtau aus auf dem sich vor ung allem bei hoher luftfeuchte unansehnliche schwärzepilze ansiedeln atmung und assimilation der pflanze werden behindert blattläuse können je nach jahreszeit umweltbedingungen populationsdichten und zur geschlechtlichen vermehrung sowohl geflügelte als auch ungeflügelte nachkommen erzeugen die sich schnell auf einer großen fläche ausbreiten können die nützlinge zur bekämpfung von blattläusen stehen mittlerweile verschiedene nützlinge wie z.b aphidius colemani aphidius ervi aphidoletes aphidimyza chrysoperla carnea aphelinus abdominalis lysiphlebus testaceipes orius spec und episyrphus balteatus zur verfügung wobei die wichtigsten auf den folgenden seiten beschrieben sind offene zucht offene zucht grundgedanke der offenen zucht ist bereits vor dem auftreten von blattläusen eine gewisse nützlingspopulation im gewächshaus zu etablieren bei diesem verfahren wird getreide gerste weizen oder mais ausgesät das später mit getreideblattläusen belegt wird wiederum ein paar tage später werden dort nützlinge aphidoletes aphidius etc eingesetzt die sich auf den getreideblattläusen vermehren und somit schon bei erstem schädlingsbefall in den kulturen eingreifen können die getreideblattläuse sind wirtsspezifisch und gehen nicht auf die kulturen über in den sommermonaten hat sich mais als wirtspflanze sehr gut bewährt abb offene zucht mit getreideblattläusen stadium getreideaussaat infektion mit blattläusen freilassung von nützlingen weitervermehrung tage 0 7 17 12
[close]
p. 13
räuberische gallmücke der nützling die räuberische gallmücke »aphidoletes aphidimyza« ist etwa 2 mm groß und bräunlich orange gefärbt die adulten mücken gegen leben tagsüber versteckt zwischen den pflanzen erst während der die aktiv und suchen blattlauskolonien blatt dämmerung werdengezieltnützlinge100 ihrer winzigen eier in der nähe auf und legen dort bis zu von den schädlingen ab die 1-3 mm langen orangeroten larven läuse beginnen sofort nach dem schlüpfen mit dem aussaugen der schädlinge wenn die larven mit einem ausreichenden fettpolster angereichert nach ca einer woche zur verpuppung in den boden wandern kann jede bis zu 50 blattläuse vertilgt haben nach etwa 10-tägiger verpuppungsphase schlüpfen die adulten gallmücken und beginnen schon am tag danach mit der eiablage im kurztag september bis märz verbleiben die nützlinge in puppenruhe im boden deshalb ist ein einsatz während dieser zeit nur mit einer zusatzbelichtung 5 watt/m² möglich abb entwicklung der räuberischen gallmücke stadium ei tage l1 l2 l3 puppe adult 0 2 4 6 9 21 die anwendung sie erhalten diese effektiven räuberischen blattlausvernichter als puppen eingebettet in einem substrat aus dem schon nach wenigen tagen die ersten erwachsenen gallmücken schlüpfen bei größeren einsatzflächen sollten das substrat mit den pupparien auf mehrere plätze verteilt werden etwa 10-20 stellen /1.000 m² die vermehrung der gallmücken ist in gewächshäusern mit tropfbewässerung oder grodankultur schwierig da sich die larven nur in feuchtem substrat zurückziehen und verpuppen können auch bei folienauslagen gestaltet sich der einsatz schwieriger da sich die gallmücken nicht in das erdreich zurückziehen können nach befallsbeginn mit läusen rechnet man mit zwei freilassungen mit je 2 gallmücken/m² im abstand von 10 tagen sonst entsteht eine lücke bis zum schlupf der nachkommen aus dem ersten einsatz erfolgreicher ist jedoch der vorbeugende wöchentliche einsatz von 0,5 tieren/m² mindestens dreimal ab der pflanzung aphidoletes eignet sich hervorragend zum einsatz für die offene zucht im gewächshaus 13
[close]
p. 14
schlupfwespen gegen der nützling sowohl im gemüse als auch im zierpflanzenbau werden die schlupfwespen »aphidius colemani« und »aphidius blattervi« inzwischen erfolgreich eingesetzt die adulten von a ervi sind mit 3-4 mm etwa doppelt so groß wie die von a colemani die läuse weibchen können mehr als 200 blattläuse parasitieren und mit je einem ei belegen nach einer 1-2tägigen eientwicklung schlüpft eine larve die sich vom inneren der blattlaus ernährt sie durchläuft mehrere larvenstadien bevor sie sich nach etwa 5-7 tagen in der ausgefressenen blattlaushülle verpuppt diese mumifizierten blattläuse sind leicht an ihrer aufgeblasenen kugeligen gestalt und ihrer gelben bis braunen färbung zu erkennen auch geflügelte lausstadien können parasitiert werden nach weiteren ca 3-5 tagen schlüpft die adulte schlupfwespe durch ein kreisrundes loch und beginnt sofort wieder mit der parasitierung neuer blattläuse das wirtsspektrum beider nützlinge umfasst zahlreiche blattlausarten wobei a ervi vor allem zur bekämpfung der grünfleckigen kartoffelblattlaus »aulacorthum solani« und der grünstreifigen kartoffelblattlaus »macrosiphum euphorbiae« verwendung findet im gegensatz zur gallmücke »aphidoletes aphidimyza« sind a colemani und a ervi in ihrer entwicklung taglängenunabhängig somit sind sie das ganze jahr über einsatzbereit gleichzeitig zeichnen sich die schlupfwespen durch ihre aktivität auch bei geringeren temperaturen aus abb entwicklung der schlupfwespe aphidius colemani stadium eiablage tage 0 l1 l2 l3 in blattlaus verpuppung schlupf 2 4 6 8 12 die anwendung aphidius ervi und aphidius colemani werden im ruhenden puppenstadium lose verpackt und/oder als adulte tiere verschickt die versanddosen mit den nützlingen sollten an einem vor spritz und gießwasser und vor allem auch vor ameisen geschützten ort aufgestellt bzw aufgehängt werden ameisen können den wirkungsgrad der aphidius vermindern da sie immer an einer weiterentwicklung der blattläuse wegen deren abgabe des nahrhaften honigtaus interessiert sind da aphidius einzelne blattläuse hervorragend aufspüren sind sie für einen frühen vorbeugenden einsatz und beim auftreten einzelner blattläuse die später kolonien bilden würden bestens geeignet aphidius eignet sich für den einsatz in der offenen zucht 14
[close]
p. 15
weitere schlupfder nützling »lysiphlebus testaceipes« ist ein blattlausparasit der wespe ehemals aus zentralamerika stammt aber mittlerweile im mittelmeergebiet heimisch ist dort wird er auch schon seit mehreren jahren zur gegen erfolgreichen bekämpfung der baumwollblattlaus aphis gossypii auch zur bekämpfung blatt eingesetzt lysiphlebus wird u.a.der efeublattlaus aphi der schwarzen bohnenblattlaus aphis fabae herderae der kreuzdornblattlaus aphis nasturtii der oleanderblattlaus aphis neri läuse der großen pflaumenblattlaus brachycaudus cardui der grünen pfirsichblattlaus myzus persicae und der haferblattlaus rhopalosiphum padi erfolgreich eingesetzt die adulten sind ca 2 mm lang mit einem dunklen langgedehnten körper und langen antennen die blattlausmumien und adulte sehen der art aphidius sehr ähnlich das weibchen legt jeweils ein ei pro blattlaus ab die sich darauf zu einer braunen mumie entwickelt der nützling verlässt die mumie durch ein typisches kreisrundes loch bei 25 °c beträgt die entwicklungszeit vom ei bis zum erwachsenen insekt ca 10 tage jedes weibchen kann 130-200 blattläuse parasitieren im gegensatz zu anderen blattlausparasitoiden gelingt es lysiphlebus ungehindert von ameisen auf beutejagd zu gehen und auch vor hyperparasitoiden nicht beeinträchtigt zu werden dies gelingt durch chemische mimikri das heisst lysiphlebus ahmt das chemische erkennungsmuster einer blattlaus nach ihre körperoberfläche hat sehr ähnliche lipidmuster wie die der blattläuse die anwendung lysiphlebus wird in einheiten zu je 500 stück versendet beim eintreffen können schon einige nützlinge geschlüpft sein deshalb die flasche erst im gewächshaus öffnen prophylaktisch werden wöchentlich 0,5 nützlinge/m² freigelassen bei direktem befall sollten 2 nützlinge/m² mit einer wiederholung nach 14 tagen eingesetzt werden lysiphlebus testaceipes hat einen relativ großen temperaturbereich der aktivität 15°-32 °c und kann somit sowohl bei beet und balkonpflanzen als auch bei sommerkulturen verwendet werden lysiphlebus eignet sich auch sehr gut zur verwendung in der offenen zucht da sie sich sehr gut auf getreideblattläusen vermehren lässt 15
[close]