Herbstbrief 09 der Dargebotenen Hand

 

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ai ar gl gr sg tg 071 fl die dargebotene hand telefonseelsorge ostschweiz mit fürstentum liechtenstein ostschweiz und fürstentum liechtenstein herbstbrief herbstbrief 2009 2 06

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liebe leserin lieber leser wenn ich an einem schuhgeschäft vorbeigehe stelle ich mir immer die füsse vor die in diesen schuhen einmal gehen laufen springen hüpfen oder schlendern werden füsse sind unser fundament die wege die diese füsse gehen sind so verschieden wie die schuhe in denen sie stecken am diesjährigen welt-suizidpräventionstag in st.gallen hat mich die grosse anzahl schuhpaare in der spisergasse nachdenklich gestimmt welche füsse mögen sie wohl getragen haben die ca 500 schuhpaare standen stellvertretend für 1360 menschen die im jahr 2007 durch selbsttötung in der schweiz gestorben sind ich fragte mich warum so viele menschen diesen weg gewählt haben mögen mir wurde bewusst wie verschieden die lebenswege von uns menschen sind so verschieden wie die schuhpaare in der spisergasse manche wege sind sehr lang beschwerlich und steinig andere sind kurz gerade und führen schnell ans ziel viele führen immer wieder an weggabelungen an denen entschieden werden muss ob man links rechts oder geradeaus weitergehen soll manche menschen gehen ihren weg leichtfüssig und stehen immer wieder auf wenn sie hingefallen sind anderen fällt es nicht so leicht ihren lebensweg zu gehen sie geraten auf steinige wege mit hindernissen die sie nicht überwinden können zu viele mitmenschen stehen plötzlich vor einem gewaltigen berg und wissen nicht wie sie auf die andere seite gelangen sollen manchmal finden sie eine hand die sie über die beschwerlichen wege führt doch oft sind sie alleine und verlieren den boden unter den füssen vielleicht hätte ein anruf bei der dargebotenen hand ­ telefon 143 den anstoss dazu gegeben wieder festen boden unter den füssen unserem fundament zu finden ich wünsche ihnen viele gute begegnungen auf ihren wegen für das team der dargebotenen hand ostschweiz und fl heidi zimmermann 2 3

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auf dem jakobsweg so altmodisch das wort pilgern auch klingen mag so hoch aktuell ist dieses unterwegssein auch in unserer zeit es hat eine lange tradition seit generationen machen sich menschen aus aller welt zu allen zeiten und aus den unterschiedlichsten gründen auf den weg früher war es vielerorts pflicht einmal im jahr eine pilgerreise oder wallfahrt zu fuss oder mit hilfe eines verkehrsmittels zu machen im kirchenlatein bezeichnet «pelegrinus» eine person die aus religiösen gründen in die fremde geht um eine wallfahrt zu einem pilgerort zu machen der beweggrund auf eine pilger reise zu gehen ist vielfältig es kann eine auferlegte busse sein die erfüllung eines gelübdes hoffnung auf gebetserhörung oder auf heilung bei einer krankheit religiöse vertiefung oder abstattung von dank das ziel ist ein als heilig betrachteter ort etwa eine wallfahrtskirche ein tempel oder ein baumheiligtum in den letzten jahrzehnten wurde zunehmend auch der jakobs weg wieder entdeckt durch die schweiz führt der so genannte schwabenweg nach rapperswil und einsiedeln einer über kon stanz fischingen tösstal und der andere über lindau st.gallen wattwil von dort geht es entweder über luzern oder den brünigpass weiter nach fribourg lausanne und genf die dis tanz von der ostschweiz bis santiago de compostela beträgt gut 2000 km die durchschnittliche pilgerzeit beträgt drei monate ohne heimweg in den letzten 20 jahren hat sich die pilgerzahl auf dem jakobs weg vervielfacht hast du eine idee warum das so ist da die existenziellen bedürfnisse in der heutigen zeit weitgehend abgedeckt werden und soziale kontakte bestehen möchte der mensch auch die seelischen gefühlsmässigen und geistigen bedürfnisse zunehmend befriedigen als ausgebildete lebens und trauerbegleiterin stelle ich in der beratung und begleitung von menschen fest dass sie sich andere lebensformen wünschen menschen sehnen sich nach dem sinn des lebens und suchen nach einer ausdrucksmöglichkeit interview mit einer freiwilligen mitarbeiterin der dargebotenen hand 4 5

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sie möchten unter anderem eine sinnliche spirituelle und religiöse erfahrung machen sie suchen das gefühl der verbundenheit und des «sich eins fühlen» mit der schöpfung mit dem all-seienden mit gott religion leitet sich vom lateinischen «religio» ab was «rückbindung» heisst dies bezieht sich also darauf dass wir eine verbindung zu etwas bedeutendem aufgegeben haben die sehnsucht des menschen ist sich wieder aufs neue damit zu verbinden die wanderschaft ist eine der möglichkeiten und gibt dem menschen die gelegenheit die gefühle dieser verbundenheit neu zu erfahren zum gefühl von verbundenheit gehört auch das gefühl der trauer so gehört zur pilgerschaft auch das abschiednehmen die reise führt täglich weiter und das loslassen kann jeden tag geübt werden das pilgern ist somit eine tätigkeit um sich im ganzheitlichen sinn auf den weg zu machen den alltag hinter sich lassen sich zeit zu nehmen sich der eigenen seele zuzuwenden des «in sich hinein hörens» oft zeigt sich erst während der pilgerreise der eigentliche grund des aufbruchs warum hast du dich auf den jakobsweg begeben im juni vor drei jahren starb meine älteste tochter barbara sie war 23 jahre alt ihre lebenserwartung wurde als 13jähriges mädchen durch eine herztransplantation zeitlich begrenzt dieses wissen war für mich als mutter sehr schmerzhaft und das bewusstsein ihres frühen sterbens begleitete mich während all der jahre ich vertiefte mich in das lebensthema von leben und tod und der damit verbundenen trauer am 22 juni 2006 schloss meine tochter in brunnen/sz die ausbildung zur primarlehrerin ab dies war ihr lang gehegter berufswunsch einen tag später starb sie an einem herzstillstand Über sechs jahre führte sie ihr ausbildungsweg von der ostschweiz richtung innerschweiz mit barbaras weg verbindet mich eine tiefe symbolik ich wollte diesen weg ganz bewusst gehen und für die gemeinsam erlebte zeit danken so beschloss ich im letzten spätsommer auf den jakobsweg zu gehen name abgeändert

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bist du diesen weg alleine gegangen ja aus einem inneren bedürfnis heraus bin ich den weg alleine gegangen da ich wusste um wen und warum ich trauerte brauchte ich während der zeit des pilgerns den raum der ruhe und der stille was bedeutet es dir zu fuss unterwegs zu sein ich bin dankbar dass ich zu fuss unterwegs sein darf ich denke an diejenigen menschen die durch krankheit einen unfall das alter usw dazu nicht mehr in der lage sind im alltag versuche ich immer wieder die «langsamkeit des gehens» zu üben dies ermöglicht mir mit der nötigen aufmerksamkeit bei mir zu bleiben so nehme ich meine umgebung bewusster wahr höre rieche schmecke sehe und fühle intensiver ich bestimme in selbstverantwortung wie schnell oder wie langsam ich gehen möchte und wann es nötig ist eine pause einzulegen die alltägliche pilgerreise zu fuss bringt viel unvorhergesehenes und vielfältiges jede begegnung sei es in bezug zur natur oder zu einem menschen ist für mich von bedeutung und ein erlebnis was war dir wichtig der weg oder ein ziel zu erreichen die reise zu planen den weg zu gehen das ziel zu erreichen um danach weiterzugehen weist mich immer auf meinen eigenen lebensweg hin und dieser wiederum macht mir meine eigene vergänglichkeit bewusst das wichtigste für mich ist auf dem weg zu sein oder anders formuliert ,der weg ist das ziel und das ziel ist der weg 6

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personelle veränderungen andrea weinhold die sich seit januar 2006 im leitungsteam der dargebotenen hand ostschweiz und fl vor allem der Öffentlichkeitsarbeit dem fundraising und der online-beratung widmete hat sich entschieden nochmals eine ausbildung in angriff zu nehmen wir wünschen ihr für diesen mutigen schritt alles gute herzlichen dank andrea für deine einsätze zugunsten der dargebotenen hand für deinen teamgeist und deine fröhlichkeit neu im team und ab november 09 neue stellenleiterin anfang mai 2009 hat christa hanetseder ihre arbeit als nachfolgerin für marc peytrignet bei der dargebotenen hand ostschweiz und fl aufgenommen christa hanetseder ist psychologin dr phil i für die arbeit bei der dargebotenen hand bringt sie vielfältige erfahrungen mit sie hat als co-leiterin im frauenhaus aargau gearbeitet wo sie neben der beratungstätigkeit zuständig war für die schulung der freiwilligen und für die Öffentlichkeitsarbeit anschliessend war sie über viele jahre als dozentin und wissenschaftliche mitarbeiterin tätig zuerst an der fachhochschule für soziale arbeit in basel anschliessend an der pädagogischen hochschule zürich neben der lehre beinhaltete dies stets auch die mitarbeit in forschungs und weiterbildungsprojekten z.b zu themen wie migration geschlechterfragen misshandlung und gewalt suizid essstörungen u.a wir heissen christa hanetseder herzlich willkommen in unserem team 7

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ihre unterstützung obwohl wir im vergangenen jahr ein erfolgreiches jubiläumsjahr feierten reichen unsere reserven nur soweit um die kosten bei einem spendenausfall für ein vierteljahr decken zu können auch macht uns die finanzkrise sorgen gerade weil wir wissen dass sie einfluss auf firmen stiftungen und auf private gönnerinnen und gönner haben könnte so sind unsere spenden im ersten halbjahr rückläufig unsere telefonarbeit hat aber im gegensatz dazu massiv zugenommen mit ihrem beitrag helfen sie uns die arbeit am telefon und in der online-beratung zu ermöglichen ­ rund um die uhr wir danken ihnen herzlich für ihre unterstützung spende als geschenk ­ eine alternative in unserer gesellschaft des Überflusses macht die frage nach dem richtigen geschenk oft den gebenden wie auch den beschenkten einiges kopfzerbrechen haben sie sich auch schon gefragt was sie jemandem zu weihnachten zum hochzeitstag geburtstag oder zu einem jubiläum schenken könnten und was wenn die jubilaren keine geschenke möchten sie aber trotzdem etwas schenken wollen wenn sie uns eine spende anstelle von geschenken zukommen lassen erhalten die jubilaren umgehend von uns glückwunschpost in welcher wir herzlich gratulieren uns bedanken und darüber informieren von wem wir die spende erhalten haben wir senden ihnen gerne unsere neuen glückwunschkarten zu bestellungen siehe letzte seite trauerspende oft ist in traueranzeigen zu lesen anstelle von blumen berücksichtige man eine soziale institution an uns gerichtete spenden dieser art werden der trauerfamilie unverzüglich mitgeteilt damit sie weiss wer an ihrer trauer auf diese art und weise anteil nimmt wir senden ihnen gerne unsere neuen trauerkarten zu bestellungen siehe letzte seite 8 >9

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verzicht auf firmengeschenke oder sponsoring immer mehr unternehmen verzichten auf weihnachtsgeschenke für ihre kunden und unterstützen lieber eine institution mit einem beitrag vielleicht haben sie kontakt zu einem unternehmen das unsere institution auf diese weise unterstützen möchte wenn sie uns mit einem sponsoringbeitrag unterstützen möchten nehmen sie bitte kontakt auf unter www.ostschweiz.143.ch.

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patronatskomitee und vorstand im patronatskomitee aus unserer region dr phil ivo bischofberger ständerat oberegg ai dr iur eugen david ständerat st.gallen roland eberle a regierungsrat weinfelden tg lic iur brigitta gadient nationalrätin chur gr lic iur paul gemperli a ständerat st.gallen dr agnes glaus doktorin der pflegewissenschaft mitarbeiterin zetup st.gallen brigitte häberli nationalrätin bichelsee tg hans höhener a landamann teufen ar pia hollenstein a nationalrätin st.gallen prof dr verena kast psychologin autorin st.gallen marianne kleiner nationalrätin herisau ar herbert maeder fotograf rehetobel ar dr rer publ edgar oehler a nationalrat balgach st.gallen dr iur otto schoch a ständerat herisau ar prof dr rainer schweizer universität st.gallen st.gallen dr med hanspeter wengle chefarzt psychiatrie wil wil sg der vorstand dr med ilse schläpfer-reiser herisau ar präsidentin ursula leutenegger arbon tg vizepräsidentin pia eggenberger bischofszell tg christoph jaag stelz gr neu ab 2009 dr med thomas meier vilters sg dr oec herbert murbach kronbühl sg lic theol thomas reschke st.gallen lic iur urs weber st.gallen neu ab 2009 thomas weingart bischofszell tg und eine delegierte der 75 freiwillig mitarbeitenden andré mégroz st.gallen christoph schläpfer st.gallen dr christa hanetseder winterthur zh roland popp-stoll st.gallen lic phil judith seitz st.gallen die kontrollstelle das leitungsteam buchhaltung administration freiwilligenkoordination 10 11 heidi zimmermann-zünd wattwil sg verantwortlich für den inhalt

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barfuss Über die erde sollst du barfuss gehen zieh die schuhe aus schuhe machen blind du kannst doch den weg mit deinen zehen sehen auch das wasser und den wind sollst mit deinen sohlen die steine berühren mit ganz nackter haut dann wirst du bald spüren dass dir die erde vertraut spür das nasse gras unter deinen füssen und den trockenen staub lass dir vom moos die sohlen streicheln und küssen und fühl das knistern im laub steig hinein steig hinein in den bach und lauf aufwärts dem wasser entgegen halt dein gesicht unter den wasserfall und dann sollst du dich in die sonne legen leg deine wange an die erde riech ihren duft und spür wie aufsteigt aus ihr eine ganz grosse ruh und dann ist die erde ganz nah bei dir und du weisst du bist ein teil von allem und gehörst dazu martin auer

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gratis unterlagen zum anfordern und auflegen ex herbstbrief 2008 ex jahresbericht 2008 ex herbstbrief 2009 ex mein letzter wille praktisches und wissenswertes zum lebensende ex glückwunschkarten neue gestaltung ex trauerkarten neue gestaltung ex flyer ex informationen zur freiwilligenarbeit am telefon ex einzahlungsscheine name vorname strasse plz/ort e-mail impressum gestaltung roth.harb st.gallen inhalt heidi zimmermann-zünd wattwil druck tschudy druck ag st.gallen fotos s 4 5 6 heidi zimmermann-zünd ostschweiz und fürstentum liechtenstein postfach 410 9001 st.gallen postkonto 90-10437-2 telefon der geschäftsstelle 071 223 14 15 fax 071 223 44 87 e-mail ostschweiz@143.ch www.ostschweiz.143.ch

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