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die sieben prophezeiungen © alexandra feßner 2012 die kurzgeschichte wird zum kostenlosen privaten download angeboten sämtliche nutzungsrechte liegen beim autor jegliche kommerzielle nutzung vervielfältigung und/oder verbreitung durch dritte auch auszugsweise ist ausdrücklich untersagt bei bestehendem interesse an einer kommerziellen nutzung vervielfältigung oder verbreitung setzen sie sich bitte mit dem autor in verbindung da ich meine geschichten kostenlos zur verfügung stelle bitte ich deswegen im gegenzug auch um fairness danke little edition werbetexte alexandra feßner www.little-edition.de office@little-edition.de
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alexandra feßner die sieben prophezeiungen little edition
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die sieben prophezeiungen 5 die halle der bibliothek lag völlig im dunklen boden vor der schein der außer fackel seinem beleuchtete nur einen schmalen streifen jonathan eigenen keuchenden atem hörte er nichts so angestrengt er auch lauschte doch jonathan fühlte dass seine verfolger ganz in der nähe sein mussten wenn er sich nicht beeilte wäre alles umsonst gewesen mit gehetztem blick suchte er die regale nach einem hinweis ab irgendwo hier musste es sein der raum erstreckte sich über zwei etagen die über schmale wendeltreppen an den seiten miteinander verbunden waren oben begrenzte eine umlaufende galerie weitere nun im ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 6 dunklen liegende regale mit wertvollen folianten unterhalb der galerie klafften zwischen weiteren bücherregalen schwarze schluchten die im dunkel jeden verbergen konnten jonathan spielte einen moment mit dem gedanken an ein sicheres versteck nein dachte er er musste seinen vorsprung um jeden preis ausnutzen und das buch finden und den dolch den er in ein tuch gewickelt unter sein hemd gesteckt hatte durfte er auf keinen fall verlieren jonathan rannte in die mitte des raumes dort schloss ein kreisförmiger arbeitstresen eine breite säule in seiner mitte ein auf der eine in bronze gefasste gläserne sanduhr stand sie war das geschenk eines dichters gewesen ihm zu ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 7 ehren war eine gravierte gedenkplatte in die säule gelassen worden und darunter ein relief der sanduhr finde das buch und benutze die sanduhr das hatte ihm sein vater gesagt und dann hatte er ihm den schmalen dolch gegeben er konnte jonathan nicht mehr sagen was es mit dem dolch auf sich hatte oder warum er ihm so wichtig war sein vater hatte ihn nur eindringlich angeschaut hatte er vielleicht die große sanduhr in der bibliothek gemeint aber wie sollte man eine skulptur benutzen gab es noch eine andere uhr jonathan hatte keine möglichkeit mehr gehabt seinen vater zu fragen er hatte unter tränen die augen seines vaters ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 8 geschlossen als er dunkle stimmen in der halle vernahm und war mit seinem wertvollen besitz aus der hintertür der küche geflohen und durch die engen gassen gerannt schließlich war er auf dem großen marktplatz zwischen händlern und bauern in der menge verschwunden er hatte sich dort einen halben tag herumtreiben lassen und über den dolch nachgedacht schließlich hatte er sich in der kleinen kapelle in einer seitengasse versteckt er hatte neben der orgel gesessen den dolch angestarrt und versucht zu begreifen sein vater hatte ihn schon mehrere male in die große bibliothek genommen in die nur gelehrte zutritt hatten jonathan ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 9 dachte über die sanduhr in der bibliothek nach außer ihm schien sich niemand darum zu kümmern und die männer waren mit leisen aber schnellen schritten achtlos daran vorbei gegangen oder saßen mit gesenkten häuptern über den arbeitstischen ihm war sie jedoch sofort ins auge gefallen er hatte seinen vater danach fragen wollen aber der hatte ihm sofort geboten zu schweigen dass er überhaupt mit in die bibliothek dufte hatte er nur dem guten verhältnis seines vaters zu pater justinus zu verdanken der die paar male ein auge zugedrückt hatte ihm aber einen warnenden blick zugesandt hatte ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 10 jonathan beschloss bis zur dämmerung zu warten und sich dann in die bibliothek zu schleichen sein vater musste darauf vertraut haben dass jonathan wüsste wo er zu suchen hätte und der einzige ort der sinn zu machen schien war die bibliothek er würde die säule und die sanduhr nach einem hinweis untersuchen dort musste einfach irgendetwas sein als jonathan sich sicher war dass ihm niemand folgte war er durch das kleine seitentor geschlüpft und mit klopfendem herzen in die große halle der bibliothek getreten nun stand er vor der tafel an der säule deren marmor im schwachen licht matt glänzte ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 11 cui hora novissima non accedit cuius aetas volat mühsam übersetzte jonathan wort für wort schließlich flüsterte er dem dem die zeit nicht schlägt dem rinnt sie wie sand durch die hände war dies der hinweis den er suchte jonathan tastete fieberhaft über die gravur und über das relief sein vater hatte ihm oft rätsel gestellt aber auf dieses fand er keine antwort plötzlich zerriss ein poltern die stille jonathan drückte sich erschrocken gegen den marmor aber nichts passierte alles blieb ruhig nur ein schwaches klicken hatte er in der stille wahrgenommen das relief der sanduhr ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 12 war fast in der tafel verschwunden jonathan untersuchte die kleine sanduhr genauer sie ließ sich weiter in die vertiefung drücken und drehte sich mit einer einzigen bewegung plötzlich im uhrzeigersinn jonathan trat einen schritt zurück langsam als wenn der mechanismus lange nicht in betrieb genommen wäre gab es ein klackendes geräusch ein leises surren und zu seinem erstaunen bewegte sich die große sanduhr über ihm und das glas begann sich langsam in seiner halterung zu drehen jonathan wurde schwindelig oder schwankte der boden die uhr drehte sich weiter und nun schien die bewegung auch ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 13 die luft um ihn herum erfasst zu haben jonathan fühlte deutlich wie ein wind durch die bibliothek wehte dem dem die zeit nicht schlägt was immer das zu bedeuten hatte er musste das buch finden jonathan löste sich aus seiner starre griff nach der fackel und rannte auf die nächste wendeltreppe zu ein schatten löste sich am anderen ende des raumes aus der dunkelheit aber jonathan war schon die stufen hinauf gelaufen die sanduhr hatte ihre endgültige position erreicht und der wind schien sich nun auf die uhr zu konzentrieren und in einem wirbel um sie herum zu drehen der übrige raum schien seltsam still wie in der bewegung angehalten von der uhr ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 14 ging ein helles strahlen aus und jedes im raum wie zeitlos schien schwebende leuchten staubteilchen dieses golden zu reflektieren was passierte hier wie aus dem nichts tauchten bilder seines sterbenden vaters vor ihm auf was hatte er ihm noch zugeflüstert irgendetwas von den sieben prophezeiungen des heiligen ignazius auf dem weg dahin würde er wissen was er nicht weiß doch der glaube würde ihn leiten jonathan dachte an den disput den sein vater erwähnt hatte und der auch seine eigene familie betroffen hatte dieser disput drohte den glauben zu spalten gelehrte die sich gegen luther gestellt hätten sein vater hatte auch einen nicolaus cusanus ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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die sieben prophezeiungen 15 erwähnt eine der schriften dieses mannes war grund für einen streit zwischen seinem vater und pater justinus geworden die einzige handschriftliche abschrift eines originals von nicolaus selbst angefertigt und mit ergänzungen und zeichnungen versehen befand sich in dieser bibliothek oben am nördlichen ende wo nur die kostbarsten schriften verwahrt ausdrückliche wurden erlaubnis dort und hatte ohne nur in normalerweise niemand begleitung von pater justinus zugang jonathan war sich sicher dass er dort suchen musste jonathan lief zu den schweren eichenborden die ihm nun viel größer und länger erschienen Überhaupt ©little edition 2012 alexandra feßner www.little-edition.de
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