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entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop
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inhalt inhalt einleitung a 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 b 1 2 3 materialsammlung bestandsaufnahme gesamtkonzept olympiapark 1972 parklandschaft architektur visuelles erscheinungsbild kunst im park nutzungen denkmalschutz Ökologie und naturschutz städtebauliches umfeld ränder infrastruktur und verkehrsplanung grundlagen für die bewerbung münchen 2018 ergebnisse der bestandsaufnahme workshop workshop im ehemaligen radstadion erläuterung der grundlagenmaterialien diskussion in den arbeitsruppen kernbereich entwicklungsstandorte vernetzung mobilität schlussdiskussion und ergebnisse anhang teilnehmerverzeichnis quellenangaben abbildungen vorbereitung und durchführung 3 4 5 6 10 14 23 24 25 29 30 31 37 39 41 43 44 45 47 49 50 51 52 53 57 57 58 60 63 4 c 1 2 3 4 entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 2
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einleitung sehr geehrte damen und herren stadtbaurätin frau dr elisabeth merk der olympiapark stellt als prägendes ensemble der 70er jahre mit seinen bauten und seiner parklandschaft einen der beliebtesten öffentlichen freiräume in der stadt münchen dar die einzigartige parklandschaft sowie die bauten werden heute intensiv als naherholungsraum vor der haustür genutzt und ziehen durch die attraktiven veranstaltungen auch große besucherströme von auswärts an neben den positiven impulsen die davon auf die ganze stadt ausstrahlen bedeutet dies für alle beteiligten zugleich eine ständige herausforderung den wachsenden nutzungsdruck und die sich daraus ergebenden konflikte zu bewältigen seit den 70er jahren ist die stadt durch ihre prosperierende entwicklung weiter an die parklandschaft herangerückt so wurde mit dem ackermannbogen ein hochwertiges neues wohnquartier im süden des parks realisiert im norden mit der bmw welt ein weiteres starkes architektonisches zeichen gesetzt wie sich die stadt im unmittelbaren umfeld weiterentwickeln kann und inwieweit sich daraus chancen ergeben könnten den park an seinen rändern zu erweitern sind wichtige fragestellungen für die stadtentwicklung und stadtgestalt es ist daher ein zentrales anliegen der landeshauptstadt münchen den park für die zukunft so weiterzuentwickeln dass seine prägenden qualitäten langfristig erhalten werden können durch den entschluss der landeshauptstadt münchen sich gemeinsam mit garmischpartenkirchen und schönau am königssee für die ausrichtung der olympischen und der paralympischen winterspiele 2018 zu bewerben eröffnet sich nun eine einmalige chance ein nachhaltiges entwicklungskonzept für den olympiapark zu entwickeln dabei wurden in einem internen workshop die grundlagen optionen und fragestellungen zur entwicklung des olympiaparkes mit vertreterinnen und vertretern aus dem stadtrat den bezirksausschüssen den zuständigen städtischen referaten der olympiapark münchen gmbh den stadtwerken münchen gmbh und der technischen universität münchen als nutzer und fachexperten aus den bereichen landschaft architektur städtebau und denkmalpflege diskutiert mit einer aktualisierten bestandsaufnahme des gesamten parks und seines umfeldes einschließlich des jeweiligen nutzungsspektrums galt es sich im workshop mit diesen akteuren über die rahmenbedingungen einer nachhaltigen weiterentwicklung zu verständigen der grundlagenworkshop entwicklungsplanung olympiapark 2018 fand am 24 und 25 juli 2008 in der event arena im olympiapark münchen statt gemeinsam wurden neue handlungsspielräume und optionen für eine künftige entwicklung des areals in und um den olympiapark ausgelotet die bereit gestellten grundlagenmaterialien stellten die aktuellen bedingungen wie nutzungen bedarfe und städtebauliche planungen im kernbereich und im städtebaulichen umfeld des parkes vor in einer ausführlichen informationsrunde am ersten workshoptag wurden aus den grundlagen fragestellungen in den themenbereichen kernbereich des parkes entwicklungsstandorte vernetzungen und mobilität entwickelt die am zweiten tag in arbeitsgruppen erörtert wurden in dieser dokumentation werden komprimiert die fortgeschriebenen materialien zum grundlagenworkshop sowie die ergebnisse der diskussionen dargestellt und die wichtigen erkenntnisse und künftigen handlungsfelder zusammengefasst sie ist sowohl eine ausführliche information über die planerischen rahmenbedingungen als auch eine grundlage für weitere schritte für die nachhaltige weiterentwicklung des olympiaparks ziel ist es die qualität eines der bedeutsamsten orte der stadt münchen der wie kaum ein anderer ort in der stadt architektur und landschaft miteinander kunstvoll vereint zu stärken und weiter zu entwickeln ich bedanke mich bei allen mitwirkenden für die offene diskussionsbereitschaft und die aktive beteiligung stadtbaurätin dr i elisabeth merk entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 3
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a materialsammlung olympiapark nymphenburger park englischer garten marienplatz abb 1 lage des olympiaparks in der stadt münchen entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 4
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bestandsaufnahme
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a materialsammlung 1 gesamtkonzept olympiapark 1972 1 gesamtkonzept olympiapark 1972 1 2 3 4 5 stadion sporthalle schwimmhalle eissporthalle radrennbahn 6 7 8 9 10 aufwärmhalle see berg dämme olympisches dorf frauen 11 olympisches dorf männer 12 zentrale hochschulsportanlage 13 provisorische hockeyanlage 14 pressestadt 15 s-bahnhof 16 u-bahnhof 17 straßenbahnschleife 18 restaurant 19 ländliche verpflegung 20 kioskpulk 21 parkplatz 22 parkhaus abb 2 gesamtkonzept olympiapark 1972 entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 6
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a materialsammlung 1 gesamtkonzept olympiapark 1972 olympischen spielen in deutschland berlin 1936 die zu einer machtdemonstration des naziregimes genutzt wurden in münchen sollten dagegen heitere zwanglose spiele stattfinden die der welt beispielhaft den geist einer neuen republik vermitteln aufbauend auf diesen programmatischen leitsätzen entwickelten die wettbewerbssieger behnisch partner die idee das flache oberwiesenfeld mittels einer bewegten topographie in eine olympische landschaft zu verwandeln in der landschaftliche und bauliche elemente innerhalb eines ausgewogenen ganzen dem olympiapark ins gleichgewicht gebracht werden ausgehend vom damaligen schuttberg dem späteren olympiaberg sind die drei wichtigsten spielstätten stadion sporthalle und schwimmhalle als mulden in der landschaft interpretiert um jegliche monumentalität und solitärstellung zu vermeiden mit dem berg dem zum see aufgeweiteten nymphenburger kanal und dem olympiaturm als vertikalem ankerpunkt definieren sie das plateau des olympischen zentrums von dem aus die auf wällen geführten besucherwege ausstrahlen und das gelände in verschiedene funktionsbereiche gliedern obwohl diese nahtlose verbindung von landschaft und baulichkeiten das wesentliche des gesamtkonzepts ausmacht würde die komposition des olympiaparks unvollständig sein ohne das die drei hauptsportstätten und teile der landschaft überspannende leicht und transparent wirkende zeltdach das letztlich zum einprägsamen und inzwischen weltbekannten merkmal dieses einmaligen ensembles wurde abb 3 konzeption olympiapark 1967 parklandschaft und architektur mit der bewerbung der landeshauptstadt münchen im jahre 1966 als veranstaltungsort für die xx olympischen sommerspiele 1972 wurde das gelände des oberwiesenfeldes auf dem die olympiaeinrichtungen entstehen sollten ausgewählt mit 280 ha war diese fläche sehr groß aber wenig attraktiv zunächst exerzierplatz wurde sie später als flugfeld genutzt und war deshalb völlig eben die weitere umgebung war geprägt von gewerbegebieten und verkehrsstraßen das oberwiesenfeld war schon in früheren städtischen plänen als erholungs und sportgelände vorgesehen worden es sollte zum verbindenden glied werden zwischen nymphenburger park und englischem garten in der bewerbung waren die inhaltlichen zielsetzungen für den 1967 folgenden nationalen architektenwettbewerb bereits vorgegeben olympiade fest der musen und des sports olympiade im grünen olympiade der kurzen wege für die noch junge demokratie im nachkriegsdeutschland bedeuteten diese zielsetzungen eine bewusste gegenposition zu den letzten abb 5 flughafen oberwiesenfeld 1967 abb 4 der flughafen oberwiesenfeld im jahr 1930 entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 7
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a materialsammlung gesamtkonzept olympiapark 1972 der wettbewerb 1 preis behnisch und partner günter behnisch fritz auer winfried büxel erhard tränker karlheinz weber mitarbeiter godfried haberer cord wehrse rudolf lettner jürgen joedike beratung konstruktion heinz isler beratung verkehr ulrich hundsdörfer 2 preis klaus nickels timm ohrt anke marg mitarbeiter peter erler heinz-bernd millhagen bernd petersen 3 preis erwin heinle robert wischer stuttgart mitarbeiter r zwirn g wratzfeld j wörle b peterhans j methner berater statik leonhardt und andrä partner k boll mitarbeiter j schlaich berater verkehr h billinger mitarbeiter schönfuß berater garten und landschaftsgestaltung w miller berater sport p kiefer 4 preis arbeitsgemeinschaft eberhard holstein carlherbert frowein i kiefner e kiefner p müller zabel stuttgart mitarbeiter abel berger gramatins lederle neubauer rümelin stickler then berater statik e grünastel stuttgart stadion w schilling e wührle stuttgart7möglingen sport und schwimmhalle berater landschaftsgestaltung e schreiner stuttgart berater verkehr k leibbrand frankfurt 4 preis arbeitsgerneinschaft beier dahms grube harden laskowski braunschweig mitarbeiter nolte post kaiser ankauf arbeitsgemeinschaft k h bayer f e maron münchen berater für statik und verkehrstechnik ag für industrieplanung essen mitarbeiter förderreuther krumpholz lardschneider rettenberger schönthaler steigenberger walz weiss windisch wulf zimmermann ankauf meinhard von gerkan volkwin marg hamburg mitarbeiter carsten brockstedt asmus werner claus claudius uwe frowein hella schwarz gudrun fleher ankauf curt siegel rudolf wonneberg stuttgart mitarbeiter mete arat hansgeorg brunnert dieter sengler henner siegel cari solf michael v törne hans peter klein manfred vielmo peter buohler peter jacob landschaftsgestaltung walter rossow berlin stuttgart abb 6 wettbewerbsergebnisse entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 8
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a materialsammlung 1 gesamtkonzept olympiapark 1972 die grundkonzeption zu architektur und park wurde im wettbewerb gefunden nach der beauftragung 1968 wurde der landschaftsarchitekt günther grzimek zugezogen der das konzept in enger abstimmung mit den architekten kongenial weiter entwickelte günter behnisch nachdem wir den wettbewerb gewonnen hatten und die olympiade im grünen realisieren konnten haben wir günther grzimek gefragt ob er mit uns zusammenarbeitet weil er uns als der einzige schien mit dem wir am besten zurecht kämen und der bereit war diesen gedanken zu folgen und wir auch annahmen dass es auch seine gedanken seien und das hat auch geklappt einen besseren kenne ich nicht zitat behnisch aus kÖnig a 1998 grzimek hat sich in den wettbewerbentwurf eingedacht als wäre es sein eigener und dennoch gab er ihm eine unverkennbar eigene handschrift grzimeks zugrunde liegende philosophie wird in der ausstellung demokratisches grün folgendermaßen beschrieben in grundriss und aufriss ist die olympialandschaft bewegt leicht beschwingt es gibt große formen die aber immer wieder in kleindimensionierte teilbereiche gegliedert sind das gesamte olympiagelände soll soweit es nicht dem sport vorbehalten ist zu einer spiel und freizeitlandschaft werden der berg mit seinem rhythmischen spiel von mulden kuppen und hängen reich modelliert und der lang gestreckte see mit seinen frei komponierten uferlinien waren für die grundhaltung im gesamten öffentlichen park maßgebend sie ist organisch naturhaft die olympische architektur im kernbereich nimmt diese grundhaltung auf in der architektur des olympischen dorfes und der hochschulsportanlagen dagegen herrschen strenge geometrische verhältnisse deswegen wurden in diesem bereich die erdformen wege und plätze ebenfalls auf geometrische grundformen zurückgeführt bayerische akademie der schönen künste und landeshauptstadt münchen 1973 grzimek sieht landschaft als herstellbaren artefact grzimek g 1972 im olympiapark steht dahinter die idee eine idealisierte bayerische landschaft zu inszenieren deren charakteristika werden gleichsam destilliert die archaischen formen grüner moränenhügel der gebirgssee mit vom gletscher geschliffenen weichen ufern die stillen auen der silberweiden und die feuchtgebiete und sümpfe an den ufern er beschränkt sich auf wenige kräftige elemente dabei wird jedes dieser elemente im entwurf so exemplarisch so artifiziell verwendet dass es in dieser klarheit wirkt wie ein lexikalischer eintrag zum thema die vielfältigkeit und gärtnerische verspieltheit anderer parks fehlt trotz der scheinbaren einfachheit wurden subtile gestaltungsmittel eingesetzt obschon grzimek sich sonst so deutlich von den feudalen gärten abgrenzt scheut er sich nicht die perspektivischen tricks historischer parks zu verwenden damit auf der doch wieder kleinen fläche tatsächlich der eindruck eines gebirges entsteht werden die bäume auf dem hügel und die kiefern an seinen hängen künstlich klein gehalten das lässt den berg höher erscheinen auch in den frühen skizzen von carlo weber wird eine neue stadtlandschaft erkennbar er entwarf eine bewegte morphologie in die einzelne sportstätten vertieft eingebettet wurden um ihnen massigkeit und höhe zu nehmen in einer gebirgigen landschaft bilden der olympiaberg das zeltdach und das gebaute massiv des olympiadorfes kontrapunkte des reliefs in den talräumen fließen der zur seenkette geweitete biedersteiner kanal und eine hügelkette weiter der verkehrstrom des mittleren ringes die unglaublich sensibel modellierte landschaft schwingt in engeren und weiteren bögen und integriert wie selbstverständlich die großen solitären bauten ebenso wie straßen und parkplätze nicht nur der spaziergang sondern sogar die fahrt durch diesen park wird zum erlebnis abb 7 verbindungen des olympiaparks skizze carlo weber entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 9
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a materialsammlung 2 die parklandschaft 2 die parklandschaft abb 8 die parklandschaft in grundriss und aufriss ist die olympialandschaft bewegt leicht beschwingt es gibt große formen die aber immer wieder in kleindimensionierte teilbereiche gegliedert sind das gesamte olympiagelände soll soweit es nicht dem sport vorbehalten ist zu einer spiel und freizeitlandschaft werden der berg mit seinem rhythmischen spiel von mulden kuppen und hängen reich modelliert und der lang gestreckte see mit seinen frei komponierten uferlinien waren für die grundhaltung im gesamten öffentlichen park maßgebend sie ist organisch naturhaft die olympische architektur im kernbereich nimmt diese grundhaltung auf in der architektur des olympischen dorfes und der hochschulsportanlagen dagegen herrschen strenge geometrische verhältnisse deswegen wurden in diesem bereich die erdformen wege und plätze ebenfalls auf geometrische grundformen zurückgeführt bayerische akademie der schönen künste und landeshauptstadt münchen 1973 entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 10
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a materialsammlung 2 parklandschaft günther grzimek das oberwiesenfeld soll die stadt visuell betont einbeziehen d.h das gelände zur städtischen umgebung öffnen ob sie nun aus industrie wohnanlagen versorgungseinrichtungen oder großen verkehrssträngen besteht so dass die besucher sich zwar inmitten eines autonomen grünkomplexes befinden aber die stadt von hier aus erleben in der stadt bleiben die gaskessel oder die kreuzungsfreien anlagen des mittleren ringes der fernsehturm fabrikbauten aber auch fast greifbar nahe die city mit den türmen der frauenkirche und wenn es die gunst des wetters will die alpenkette schaffen die identität des ortes man weiß wo man ist man ist an einem ort des profanen gebrauchs damit deutet sich an die einbeziehung der stadt war nicht vordergründig ästhetisch mo die zone im umfeld der hauptsportstätten war auch im ursprünglichen konzept deutlich als intensiv genutzter bereich angelegt der see zeichnete sich mit beiden ufern als eine kräftige landschaftliche struktur ab die ein erkennbares gegengewicht zu den bauten bildete die bauten standen als solitäre in einer bewegten landschaft die überall durchgängig spürbar war die bereits in der aufgabenstellung des wettbewerbs vorgesehene nacholympische nutzung der anlagen ist über die jahre nach den spielen eingelöst worden für die stadt münchen ihre bürgerinnen und bürger ist mit dem olympiapark ein weiteres landschaftlich-städtebauliches ensemble im range des englischen garten und des nym abb 9 grundkonzeptionen des olympiaparks skizzen carlo weber tiviert sondern sozial unter einbeziehung der bewohner der stadt der langfristige nutzen für die bürger der stadt war ein vorrangiges planungsziel während andere große stadien außerhalb der sportlichen ereignisse oft fremdkörper in der stadt sind abgeschottet und unzugänglich sollte hier ein bürgerpark entstehen jederzeit und für jedermann offen günter behnisch das oberwiesenfeld soll ein großes neues freizeitzentrum der münchner bevölkerung werden eine grüne lunge inmitten der großstadt die einen anreiz für vielfältige aktivitäten bietet günther grzimek man ist an einem ort des profanen gebrauchs man befindet sich in einer robusten architektur aus grünelementen berg und see baum und hain wiese und sumpf ufer und trampelweg stein und kies sind bauelemente einer landschaft die naturhaft und zugleich strapazierfähig wie ein guter gebrauchgegenstand sein soll grzimek g 1972 phenburger schlossparks entstanden das über seine eigentliche bestimmung hinaus die städtebauliche entwicklung des münchner nordens förderte topographie der entwurf von behnisch und partner führt die topographie des schuttberges nördlich des kanals auf der ebene der gebäude fort und schafft eine tiefe mulde für den olympiasee die modellierung wird nach norden fortgesetzt sodass der schuttberg nicht mehr als fremdkörper wirkt sondern teil eines scheinbar natürlichen landschaftsreliefs ist die wälle verbinden über den mittleren ring hinweg und gliedern auch den nördlichen bereich und das olympiadorf es entstehen räumlich begrenzt einzelne nutzungszellen in denen tennisplätze hochschulsportanlagen aber auch spiel und erholungsflächen eingelagert sind der schuttberg und sein weiteres umfeld werden differenzierter modelliert um die nutzungsmöglichkeiten zu erhöhen fläche gip entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 11
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a materialsammlung 2 parklandschaft fel mulden und sogenannte schwalbennester an den steilhängen bilden unterschiedliche aufenthaltsqualitäten aussicht und exponierte punkte aber auch windschutz introvertiertheit und möglichkeiten der vereinzelung aber auch der gemeinschaft ränder und schwellen bevorzugte aufenthaltsbereiche in allen erholungslandschaften werden sehr bewusst inszeniert vegetation mit dem ziel die gesamtanlage zu strukturieren kennzeichnet grzimek durch so genannte leitbäume bereiche gleicher funktion der wichtigste vertreter ist die linde welche in einem aufgelockerten raster 7 m x 7 ,5 ,5 m gepflanzt die öffentlichen wegesysteme begleitet damit soll eine Überlagerung des geometrischen prinzips von olympischem dorf und hochschulsportanlagen mit den organischen formen der nördlichen olympialandschaft erreicht werden von großer ästhetischer prägnanz ist der hain der silberweiden der in anlehnung an die vegetation der isarauen am wasser entlang gepflanzt wurde an den hängen des schuttbergs finden sich felder von latschenkiefern wie man sie sonst im hochgebirge findet sie sollten niedrig gehalten werden um den gedrungenen wuchs von hochgebirgspflanzen zu erzeugen von besonderer bedeutung ist darüber hinaus der wechsel zwischen extensiv gepflegten blumenwiesen vor allem an den steilen hängen des berges auf denen nach grzimeks vorstellung sich jeder sträuße pflücken können sollte und strapazierfähige rasenflächen zum spielen und liegen esche und spitzahorn markieren die verkehrswege die große geschwungene parkharfe ist mit kastanien überstanden was mit dem grünen schleier der breiten rasenfugen zwischen den pflastersteinen den parkplatz als einen teil der landschaft erscheinen lässt wasser im mittelpunkt des parks liegt der 9 ha große see der durch den aufstau des kanals entstand ein wehr teilt die wasserfläche in einen oberen und einen unteren see mit verschieden hohen wasserspiegeln der see gibt ruhe und weite in dem bewegten umfeld und schafft eine gewisse distanz obschon künstlich angelegt es ist ein mit asphaltbeton abgedichtetes becken gewinnt er durch die naturnahen uferzonen mit iris und rohrkolben durch sumpf und kiesbereiche und die hellen silberweiden einen starken landschaftlichen charakter wie bei vielen gärten von günther grzimek sind ökologische aspekte nicht aufgesetzt sondern selbstverständlich integriert die seen übernehmen die funktion eines regenauffangbeckens für gebäude und befestigte flächen ursprünglich war die nutzung der wasserflächen für verschiedene aktivitäten vorgesehen heute ist das baden aus sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt abb 10 reliefenergie modellierung des geländes skizze carlo weber abb 11 schaffung der überörtlichen grünverbindungen skizze carlo weber abb 12 leitbaumraster skizze carlo weber entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 12
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a materialsammlung 2 parklandschaft machten zwar eine bituminöse konstruktion erforderlich welche aber durch eine abstreu mit dem gleichen kies wie bei den wassergebundenen nebenwegen diesen optisch angeglichen wurde der berühmte olympiamastix war geboren ergänzt werden diese wege durch schmalere pfade aus großsteinpflaster mit breiten rasenfugen welche man vorrangig auf dem schuttberg findet sie verzahnen sich optisch mit den angrenzenden wiesenflächen bei stark frequentierten flächen wurde dagegen enges pflaster verlegt trampelpfade wurden schon in der planung billigend akzeptiert dort wo sie im besonderen zu erwarten waren wurde der untergrund vorsorglich durch schotter stabilisiert fuß und radwege kfz-verkehr abb 13 plan wegesystem wege und plätze die wegesysteme mussten für großveranstaltungen und massenandrang geeignet sein sollten aber auch in zeiten ohne veranstaltungen angenehm und einladend wirken sie sollten abwechslungsreich und unterhaltsam wirken es entstand ein geflecht von wegen in unterschiedlicher ausprägung sie schwingen um einen hauptstrang von 5 metern breite zumeist entlang der höher liegenden dämme dazwischen liegen trittfeste rasen sodass ein ausweichen und schlendern möglich ist zwangsführungen und engstellen wurden vermieden um eine entspannte atmosphäre auch nach dem ende von spielen zu sichern die hauptwege führen vom zentralen coubertinplatz erhöht und kreuzungsfrei über die großen straßen hin zu den haltestellen des öffentlichen nahverkehrs das konzept sah eine möglichst einfache ausbildung der wege und plätze vor wobei die verwendung von beton und asphalt gleichbedeutend mit großstadt und streß grzimek g 1972 vermieden werden sollte die anforderungen an die hauptwege abb 14 aufspaltung des wegesystems skizze carlo weber möblierung ein großer teil des ursprünglichen mobiliars wie beispielsweise die erlau-bänke wurde speziell für die olympischen spiele 1972 entwickelt viele möblierungselemente werden aber heute nicht mehr produziert und mussten durch andere fabrikate ersetzt werden entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 13
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a materialsammlung 3 architektur 3 architektur leitgedanken für den wettbewerbsentwurf 1967 · olympische landschaft · menschlicher maßstab zwanglosigkeit heiterkeit ausdruck einer jungen demokratie im nachkriegsdeutschland · einbettung der großmaßstäblichen stadien und hallenvolumen in eine künstlich gestaltete bewegte topografie · hauptsportstätten als mulden in der landschaft um monumentali tät von solitärbauwerken zu vermeiden · zusammenhängender transparenter die hauptsportstätten und teil der landschaft überspannender dachschirm nach dem prinzip der leichten flächentragwerke zeltdach · anordnung der hauptsportstätten in räumlichem zusammenhang mit olympiaturm olympiaberg und dem zum olympiasee aufgestauten nymphenburger kanal · trennung und entflechtung der besucherwege vom fahrverkehr und den wegen der athleten mittels wällen und brücken · fließende Übergänge zwischen landschaft und bauten · einbeziehung des themas kunst im öffentlichen raum u.a dan flavin heinz mack · schaffung eines städtebaulichen ensembles im rang des englischen gartens und des nymphenburger schlossparks als initialzündung für die entwicklung des münchner nordens abb 15 plan des gesamtensembles 1972 vorgabe aus wettbewerb 1967 nacholympische nutzung der bauten und freiflächen dauerbauwerke anstatt provisorien einschl zeltdach · freiräume als bürgerpark · stadion für profifußball · mehrzwecknutzung olympiahalle · schwimmhalle als öffentl gartenhallenbad für universitätssport und volkshochschule olympisches funk und fernsehzentrum als · zentrale hochschulsportanlage · teile der infrastruktur im stadion als räumlichkeiten für den gesundheitspark abb 16 schnitt olympiastadion bis olympiaturm entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 14
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a materialsammlung 3 architektur einzelbauwerke die nachfolgende zusammenstellung ist eine kurze bestandsaufnahme die bewertung des baulichen zustands und aussagen zu veränderungen sind nicht abschließend untersucht zeltdach gesamtfläche 80.000 m² davon 34.550 m² über dem stadion 21.750m² über der olympiahalle 11.900m² über der schwimmhalle 6.600 m² Übergangsbereiche · konstruktion punktgestütztes hängedach mit vorgespannter seilnetzkonstruktion · höhe bis zu 81 m · spannweiten bis 450 m · tragwerk 12 hauptpylone 36 kleinere masten mit 169 fundamenten · dachhaut vorgespanntes acryglas mit 4 mm stärke glasplatten meist 3x3 m neu saniert abb 17 zeltdach die machbarkeit der zeltdachkonstruktion ist im wesentlichen dem ingenieur frei otto zu verdanken der in der gewagten konstruktion eine große herausforderung sah die er in anderen membrankonstruktionen kleineren maßstabs schon bewiesen hatte abb 18 seilnetzkonstruktion olympiastadion das olympiastadion bildet die zentrale sportarena im park seine fläche umfasst 56.000 m² es ist ein einrang-stadion jeder sieht jeden das zu zwei dritteln in die erde eingebettet ist zu ein drittel wirkt es als hochbauwerk es ist im prinzip ein leichtathletik-stadion sichtlinien laufbahn mit platz für 63.000 besucher prinzip mulde als teil der olympischen landschaft ostseite erdstadion westseite tribünenbauwerk mit infrastruktur intensiver bezug zwischen stadion mulde und olympischer landschaft olympiaberg olympiaturm zeltdachsilhouette in grüntönen changierende bestuhlung ca 50 der zuschauerplätze überdacht zeltdachfläche 34.550 m² die arenafläche beträgt 18.000 m² es enthält außerdem anlagen für weitund dreisprung hochsprung stabhochsprung diskus hammer speerwurf und kugelstoßen die anlage wird künstlich beregnet und beheizt was 1972 einmalig war bewertung · durch auszug des profi-fußballs neues veranstaltungsforum veränderungen bis heute · erneuerung der bestuhlung 2002 · umnutzung bzw umbau im infrastrukturbereich z.b gesundheitspark vereine vhs · neubauten für verpflegungskioske · skywalk entlang dachrandseil abb 19 olympiastadion abb 20 schnitt durch das olympiastadion entwicklungsplanung olympiapark 2018 materialsammlung und grundlagenworkshop seite 15
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