p. 1
schule heute zei t s chri ftdes verband e s bil dung und er zie hung k 8050 51 jahrgang 12/1 2011 2012 berufspolitik 40-jahr-feier vbe nrw landeskonferenz 2011 die hauptschule eine geschichte von hoffnung und bangen deutscher lehrertag 2011 individualisieren integrieren inkludieren ieren
[close]
p. 2
thema berufspolitik schule heute 12 11 1 12 aus dem inhalt aus unserer sicht thema bildungspolitik Überflüssiger erlass 2-3 klippert wir brauchen die schüler als helfer und miterzieher 4-5 vbe 40 jahre nachhaltige bildungs und berufspolitik 6-7 40 jahre vbe interview mit udo beckmann 8-9 die hauptschule eine geschichte von hoffnung und bangen 10-13 vbe-expertise kurze beine kurze wege zeigt wirkung 14 aktuelle informationen atz antrag ruhegehaltsberechnung jahressonderzahlung 2011 16 bessere schulernährung ein kind lernt nicht durch strafe allein 17 zur diskussion um eine inklusive schule 18 nachrichten aus dem bundesverband 20-21 mit dem widerstand in kontakt kommen fortbildungen unterstützen sie 22-23 warum nicht praktisch schenken 24 tagung der seniorenvertretungen 25 stv bonn kv olpe städteregion aachen stv bot me mh ob stv hagen 26-28 bücher 29-31 berufspolitik nachrichten pressemeldungen vbe-newsletter veranstaltungen tipps senioren vbe-regional medien aus unserer sicht Überflüssiger erlass liebe kolleginnen und kollegen w ie aus heiterem himmel ist vor wenigen wochen ein erlass des ministeriums für schule und weiter der zeugnisausgabe auf drei stunden begrenzt wird oder auch nicht schulleitungen lehrkräfte sowie mitwirkungsgremien so die rückmeldungen an den vbe empfinden dies als misstrauensvotum und unnötige detailregelung darüber hinaus widerspricht diese entscheidung aus unserer sicht auch dem ziel einer eigenverantwortlichen schule denn die bisherige regelung bedeutet nicht eine automatische reduzierung auf drei stunden sondern ein ermessen der schule und damit ein vertrauen des gesetzgebers in eine verantwortliche entscheidung der einzelnen schule des weiteren ist es ein trugschluss zu glauben dass ein bildung zur neuregelung des schulschlusses am tag der zeugnisausgabe erschienen laut bass 12-64 nr 2 amtsblatt 11/2011 wird an tagen an denen halbjahreszeugnisse ausgegeben werden die kürzung auf drei unterrichtsstunden künftig nicht mehr möglich sein nur der nachmittagsunterricht kann entfallen demnach kann die begrenzung des unterrichts auf drei stunden lediglich an tagen der allgemeinen zeugnisausgabe zum schuljahresende erfolgen der vbe hält diese regelung unabhängig davon dass sie ohne nähere begründung und einbeziehung der interessenvertretung lehrkräfte schülerinnen und schüler sowie den eltern getroffen worden ist für wenig zielführend wir sind der meinung dass schulen auch weiterhin die zuständigkeit eingeräumt werden muss bedarfsgerecht und unmittelbar vor ort zu entscheiden ob der unterricht am tag frühzeitiger schulschluss den lehrerinnen und lehrern einen zusätzlichen freien tag beschert vielmehr bot das entstehende zeitfenster die möglichkeit mit schülerinnen und schülern über die zeugnisse zu reden und strategien festzulegen wie die eine oder andere note verbessert werden kann sh 12/11 1/12 2
[close]
p. 3
thema aus unserer sicht vor diesem hintergrund hat der vbe in einem schreiben vom 17 november 2011 schulministerin sylvia löhrmann vorgeschlagen die alte regelung wieder aufleben zu lassen und lehrkräften schulleitungen sowie mitwirkungsgremien auch zukünftig eine eigene entscheidung in der frage des unterrichtsschlusses an schultagen mit zeugnisausgabe zuzugestehen unserer meinung nach hat dieser neue erlass weder hand noch fuß die geschäftsstelle in dortmund ist vom 23.12.2011 bis zum 02.01.2012 geschlossen landesvorsitzender vbe nrw imp ressu m schule heute information und meinung erscheint monatlich mindestens zehnmal jährlich herausgeber und anzeigenverwaltung verband bildung und erziehung vbe landesverband nordrhein-westfalen e.v gesamtverband der lehrerinnen und lehrer erzieherinnen und erzieher im dbb nrw westfalendamm 247 44141 dortmund telefon 02 31 42 57 57 o fax 02 31 42 57 57 1o produktion und anzeigenverwaltung vbe verlag nrw gmbh westfalendamm 247 44141 dortmund telefon 02 31 42 00 61 fax 02 31 43 38 64 internet www.vbe-verlag.de e-mail redaktion@schuleheute.de e-mail anzeigenverwaltung info@vbe-verlag.de redaktion herbert boßhammer schriftleiter vbe-landesverband nrw westfalendamm 247 44141 dortmund telefon 0251/3 84 87 81 telefax 0251/3 84 87 82 e-mail h.bosshammeratvbe-nrw.de udo beckmann e-mail redaktionatschuleheute.de internet www.vbe-nrw.de druck gebrüder wilke gmbh oberallener weg 1 59069 hamm satz und layout my-server.de gmbh wambeler hellweg 152 44143 dortmund in zusammenarbeit mit kirsch kürmann design wittekindstr 11 44139 dortmund fotos titelseite und s 4/5 frauke schumann s 16 oben fotolia.de/openlens s 16 oben fotolia.de/n-media-images s 16 unten fotolia.de/detailblick s 17 oben fotolia.de/miredi s 22 photocase/hast du den flow s 23 fotolia.de/contrastwerkstatt s 23 fotolia.de/chaotic photography anschriftenverwaltung vbe-landesgeschäftsstelle westfalendamm 247 44141 dortmund mitglieder erhalten diese zeitschrift kostenlos als verbandsorgan abonnement 19,00 eur einzelheft 2,00 eur zuzüglich versandkosten bei nichtlieferung infolge höherer gewalt besteht kein ersatzanspruch die artikel werden nach bestem wissen veröffentlicht und erheben keinen anspruch auf vollständigkeit rechtsansprüche können aus der information nicht hergeleitet werden die artikel sind urheberrechtlich geschützt ein nachdruck ganz oder teilweise ist nur mit der genehmigung der redaktion die wir gern erteilen zu gezeichneten beiträgen mit der des verfassers bei zusendung eines belegexemplares gestattet für unverlangt eingesandte manuskripte übernehmen wir keine gewähr die einsender erklären sich mit einer redaktionellen prüfung und bearbeitung der vorlage einverstanden die rücksendung erfolgt nur wenn ausreichendes rückporto beiliegt die redaktion behält sich vor redaktionelle kürzungen der eingesandten texte vor der veröffentlichung vorzunehmen die besprechung ohne aufforderung zugesandter bücher bleibt der redaktion vorbehalten die namentlich gekennzeichneten artikel geben die ansicht der verfasser wieder und entsprechen nicht in jedem fall der redaktionsmeinung redaktionsschluss jeder ausgabe ist der 1 des vormonats gedruckt auf chlorfrei gebleichtem papier beilage wenn erschienen der öffentliche dienst an rhein und ruhr issn-nr 0342-751x beitragsanpassung ab 1 januar 2012 liebe kolleginnen und kollegen die durch die tarifabschlüsse erzielte erhöhung des bruttoeinkommens der beschäftigten hat satzungsgemäß eine anpassung der mitgliedsbeiträge zur folge für 2012 bedeutet dies allerdings nur eine geringe erhöhung in den betroffenen beitragsgruppen den genauen mitgliedsbeitrag ab 01.01.2012 entnehmen sie bitte der beigefügten tabelle und natürlich auch immer unter www.vbe-nrw.de mit freundlichen grüßen bernhard nolte stellv vorsitzender bereich finanzen gruppe studentinnen/studenten arbeitslose/beurlaubte l laas a 6 eg 5 a 7 eg 6 a 8 eg 7 a 9 eg 8 a 10 eg 9 a 11 eg 10 a 12 eg 11 a 13 eg 13 a 14 eg 14 a 15 eg 15 a 16 eg 15Ü vollzahler eur teilzahler eur 1,50 1,50 2,50 10,50 11,00 11,50 12,00 13,50 15,00 16,00 18,00 19,50 21,50 23,50 7,50 7,50 8,00 8,50 9,50 10,50 11,00 12,50 13,50 15,00 16,50 7,00 7,00 7,50 8,00 9,00 10,00 10,50 12,00 13,00 14,50 16,00 pensionäre eur hinweis teilzahler sind mitglieder,die 75 und weniger der normalen besoldung oder vergütung erhalten pensionäre rentner erhalten entsprechend der bisherigen beitragsordnung ermäßigung die o g beiträge werden vierteljährlich per lastschrift eingezogen gültig ab 01.01.2012 3 sh 12/11 1/12 © dwmd photocase.de
[close]
p. 4
thema thema thema klippert wir brauchen die schüler als helfer und miterzieher 1.200 pädagoginnen und pädagogen auf dem deutschen lehrertag in dortmund gute integrationsarbeit heißt dass wir den kindern das gefühl vermitteln du kannst es selbst und ihr könnt das miteinander nicht die lehrerzentrierte einzelkindbetreuung sei das ziel einer gelungenen förderkultur vielmehr müssten die kinder unabhängig von der lehrkraft werden so das credo von dr heinz klippert auf dem deutschen lehrertag in dortmund veranstaltet wurde der bundesweite weiterbildungstag von vbe vds bildungsmedien und stiftung partner für schule nrw das motto in diesem jahr individualisieren integrieren inkludieren se investition lohne unterstrich löhrmann weniger einigkeit hingegen gab es bei der frage wie denn das schulsystem in zukunft ausgestaltet werden sollte althusmann entwarf ein zweigliedriges system bestehend aus gymnasium und einer weiteren schulform mit mindestens zwei bildungsgängen nämlich einem hauptschul und einem realschulbildungsgang ohne abschaffung dieser bildungsgänge löhrmann hingegen warnte vor einer schule zweiter wahl die weitere schulform müsse auch die perspektive abitur enthalten sonst sei sie second best j a wir wollen individualisieren ja wir wollen integrieren ja wir wollen in das kooperationverbot muss fallen inklusion werde ein prozess sein der mindestens zehn jahre dauere auch könne er nur gelingen wenn wir vom kind aus denken erklärte der kmk-präsident zum thema des kongresses wir brauchen den bund auch bei der inklusion so die forderung von sylvia löhrmann es könne nicht sein dass die bundesregierung eine konvention unterschreibe und die länder und schulen dann diese konvention allein umsetzen müssten gerade an diesem punkt zeige sich wie absurd das kooperationsverbot sei das kludieren aber gebt uns endlich die gelingensbedingungen einschließlich eines breiten fort und weiterbildungsangebots damit wir diese aufgaben im schulalltag bewältigen können ohne dass wir dafür durch ständige selbstüberforderung unsere gesundheit aufs spiel setzen müssen mahnte vbe-vorsitzender udo beckmann in seiner eröffnungsrede begrüßt wurden die rund 1.200 teilnehmer auch vom präsidenten der kultusministerkonferenz dem niedersächsischen bildungsminister dr bernd althusmann und von nordrhein-westfalens schulministerin sylvia löhrmann in einem punkt waren sich die beiden bildungspolitiker einig wir müssen den fokus stärker auf den frühkindlichen bildungsbereich lenken damit die kinder besser vorbereitet in die schule kommen so althusmann und dafür sei es richtig gegebenenfalls sogar schulden zu machen weil sich die wir brauchen den bund auch bei der inklusion sh 12/11 1/12 4
[close]
p. 5
thema thema them kooperationsverbot muss fallen erklärte auch vbe-vorsitzender udo beckmann denn es verhindere dass bund länder und kommunen die inklusion als gemeinsame aufgabe tatsächlich auch gemeinsam stemmen könnten werden damit sie das eigene können verspüren wir brauchen die schüler als helfer und miterzieher damit ein system entsteht das zeitnah hilfe und integration gewährleistet dazu seien allerdings klare regeln strukturen und rituale unabdingbar offenen unterricht zu starten bedeutet noch nicht dass förderarbeit stattfindet offener abkehr von der lehrerzentrierten einzelkindbetreuung anregungen zum umgang mit heterogenität in der klasse versprach heinz klippert in seinem hauptreferat seine frage wie können inklusion integration und individuelle förderung gelingen seine antwort nicht durch lehrerzentrierte einzelkindbetreuung denn die sei weder möglich noch sei sie pädagogisch besonders sinnvoll kinder müssten selbstständigkeit lernen und unabhängig vom lehrer werden allerdings so wandte er ein heiße das neue zauberwort individuelle lernförderung plastisch beschrieb er die mit diesem begriff verbundenen herausforderungen ich frage mich manchmal wie es logistisch gehen soll wenn sie einerseits 26 kinder unterrichten andererseits jedes einzelne kind aufmerksam beobachten diagnostisch erfassen für jedes einzelne kind förderpläne schreiben passgenaue fördermaterialien entwickeln sollen und schließlich noch jedes kind zeitgleich beraten müssen ein szenarium das den lehrern offensichtlich nicht unbekannt ist sie quittierten diese schilderung mit lang anhaltendem applaus unterricht ist für viele kinder eine chronische Überforderung wenn sie nicht grundständig vorbereitet auf diese offenen lernformen sind warnte er deshalb müssten lehrkräfte in den klassen eine förderkultur aufbauen die in sich selbst tragfähig sei daran arbeiten wir über methodentraining mit kindern teamtraining mit kindern über visualisierungs und präsentationstraining aber auch über rituale und regeln die dieses miteinander und voneinander lernen in geordnete bahnen lenken beeindruckende offenheit regeln brauchbare beispiele und praktische anregungen präsentierten dann die 39 workshops etwa mit den themen naturwissenschaften integriert unterrichten inklusion im deutschunterricht oder individualisieren im anfangsunterricht wir bildungsmedienverlage wollen ihnen heute anhand konkreter beispiel zeigen wie innovative lernkonzepte und bildungsmedien sie bei ihrer aufgabe unterstützen können hatte der vorsitzende des vds bil hilfe zur selbsthilfe doch klippert wäre fehl auf einem weiterbildungstag hätte er nicht auch praxistaugliche anregungen vorschläge und beispiele mitgebracht hilfe zur selbsthilfe das sei der kern einer tragfähigen förderkultur betonte er immer wieder denn die meisten schüler können sehr viel mehr als sie uns zeigen deswegen müssten kinder anders angesprochen werden sie müssten früher auf die füße gestellt dungsmedien wilmar diepgrond anfangs versprochen sie sei beeindruckt von der offenheit sich dem thema zu stellen nach innovationen zu suchen und für die kinder gute wege zu finden so eine teilnehmerin am ende der tagung praktische anregungen und hinweise hatte sich eine andere lehrerin erhofft und sie sei nicht enttäuscht worden erklärte sie ute diehl bildungsklick fotos frauke schumann 5 sh 12/11 1/12
[close]
p. 6
bildungs bildungspolitik 40-jahr-feier und landeskonferenz 2011 vbe 40 jahre nachhaltige bildungs und berufspolitik udo beckmann übergab schulmininisterin sylvia löhrmann rund 13.000 unterschriften das jahr 2011 ist europäisches jahr des ehrenamtes ein grund mehr für den verband bildung und erziehung sein 40-jähriges bestehen zu feiern denn der vbe und seine erfolgsgeschichte sind eng verknüpft mit ehrenamtlichem engagement auf allen ebenen als vertreter der fraktionen waren auch sigrid beer schulpolitische sprecherin der fraktion bündnis 90/die grünen renate hendricks stellvertretende fraktionsvorsitzende der spd-landtagsfraktion klaus kaiser stellvertretender fraktionsvorsitzender der cdu-landtagsfraktion und sören link schulpolitischer sprecher der spd-landtagsfraktion anwesend ebenso gaben zahlreiche gäste aus administration sowie vertreterinnen und vertreter befreundeter verbände und kooperationspartner dem vbe die ehre auch viele ehrenmitglieder hatten es sich nicht nehmen lassen dem vbe zu gratulieren unter der gelungenen moderation von heinz wagner foto mitte ließen v l n r uwe franke ehemaliger vorsitzender ,christel reiff ilse redemann und hermann grus ehemalige stellvertretende vorsitzende die anfänge des vbe revue passieren vor dem hintergrund des mottos mehr gerechtigkeit waagen das sich der vbe auf seine fahne geschrieben hat stellte beckmann die erfolge in sachen lehrerbildung sekundarschule und erhalt kleiner grundschulen heraus er ließ es sich allerdings nicht nehmen in seinen denkanstößen deutlich auf bestehende problemstellungen im heutigen bildungssystem einzugehen die dringend einer lö d ie jubiläumsfeier fand am 25 november in festlichem ambiente in köln statt udo beckmann vorsit zender des verbandes bildung und erziehung hieß als redner ministerin sylvia löhrmann den dbb-vorsitzenden meinolf guntermann und den ersten stellvertretenden vbebundesvorsitzenden rolf busch herzlich willkommen in ihrem grußwort dankte ministerin löhrmann dem vbe für die gute zusammenarbeit und bescheinigte diesem stets ein aktiver und konstruktiver gesprächspartner zu sein guntermann machte in seiner rede deutlich dass es für den dbb unabdingbar sei dass lehrer verbeamtet würden busch wies ausdrücklich darauf hin dass er sich wünsche dass in der lehrerbildung die anderen länder dem beispiel von nrw folgten es gelte überall wie in nrw eine gleich lange universitäre lehrerausbildung die mit einem master abschließe 300 creditpoints in den lehrerausbildungsgesetzen in den ländern festzuschreiben dbb-vorsitzender meinolf guntermann forderte den beamtenstatus für alle lehrkräfte sh 12/11 1/12 6
[close]
p. 7
bildungspolitik bildu sung bedürfen mit besonderem nachdruck wies der vbe-vorsitzende auf das thema inklusion hin er machte deutlich dass die politik in nrw einen neuen pädagogischen realismus braucht um zu erkennen was vor dem hintergrund der gegebenen rahmenbedingungen im hinblick auf individualisierung und inklusion in den schulen machbar ist zudem hob er hervor dass für den vbe in der berufspolitik das ziel gleicher lohn für gleiche arbeit ganz oben auf der agenda steht Über 100 delegierte auf der vbe-landeskonferenz i nklusion war auch eines der themen auf der diesjährigen landeskonferenz des vbe die am tag nach der darbereich hat die anträge der stadt kreisverbände zur schul und bildungspolitik zielten besonders auf verbesserte fördermöglichkeiten für alle schülerinnen und schüler Über die lpvg-novelle die Übertragung von dienstvorgesetztenaufgaben und die dienstrechtsreform informierte bruno quernheim stellvertretender vorsitzender des vbe vor diesem hintergrund wurden die anträge zur berufspolitik erörtert und verabschiedet eine aktuelle entschließung zur hauptschule die auf der landeskonferenz vorgestellt wurde fand breite zustimmung bei den delegierten in dieser fordert der vbe die landesregierung dazu auf personelle maßnahmen zu ergreifen um die ausgerechnet in den hauptschulen noch bestehende kienbaumlücke zu schließen darüber hinaus stand der bericht über die finanz und mitgliederentwicklung sowie die vorstellung des haushaltes 2012 der von dem stellvertretenden vorsitzenden bernhard nolte in gewohnter transparenz zusammengestellt worden war auf der tagesordnung der diesjährigen landeskonferenz abschließend nannte der stellvertretende vorsitzende hans-gerd scheidle noch schwerpunkte aus der Öffentlichkeitsarbeit und stellte die planungen für die bevorstehende personalratswahl sowie die didacta 2012 vor fotos m gerks h boßhammer 40-jahr-feier in köln stattfand die vbe-vertreter formulierten als klares ziel dass eine inklusive schule so gestaltet werden müsse dass sowohl kinder mit als auch ohne beeinträchtigung zu gewinnern werden in seinem vortrag vom inklusiven unterricht zur inklusiven schule zeigte prof dr ulrich heimlich lehrstuhlinhaber an der ludwig maximilians universität münchen perspektiven einer gelingenden schulischen inklusion auf in die gleiche kerbe schlug jutta endrusch stellvertretende vbe-vorsitzende indem sie das positionspapier des vbe auf dem weg zur inklusiven bildung vorstellte dieses stieß bei den über 100 delegierten auf hohe akzeptanz darüber hinaus wies sie im rahmen ihres vortrags zu den schwerpunkten der schul und bildungspolitik auf die aktuelle den elementarbereich betreffende umsetzung des kibiz sowie den erzieherinnentag der im nächsten jahr stattfinden wird hin endrusch hinterfragte des weiteren aus gegebenem anlass die derzeitigen grundschulgutachten mit blick auf die neue schulform sekundarschule und zeigte auf welche konsequenzen das 6 schulrechtsänderungsgesetz für den sekun die vorsitzende des bezirksverbandes köln mathia arent-krüger begrüßte die delegierten herzlich zur diesjährigen landeskonferenz in köln 7 sh 12/11 1/12
[close]
p. 8
bildungs bildungspolitik 40 jahre vbe nrw auszug aus dem interview von www.news4teachers.de mit udo beckmann vorsitzender des verbandes bildung und erziehung vbe anlässlich des 40-jährigen bestehens des nordrhein-westfälischen verbandes darschule für nordrhein-westfalen eingebracht dies wurde von der damaligen schwarz-gelben landesregierung mit dem schlagwort einheitsschule abgewiesen dass was wir dort konzeptionell niedergeschrieben haben ist im prinzip das was die landesregierung nun herr beckmann der vbe nrw feiert sein 40-jähriges bestehen sie verfolgen die bildungspolitik seit mehreren jahrzehnten intensiv mit wie bewerten sie die derzeitige schul und bildungspolitik der vbe hat seit seiner gründung eigentlich vier kernziele verfolgt zum einen die wissenschaftliche achtsemestrige ausbildung für alle lehrkräfte zu erreichen dann mehr chancen und bildungsgerechtigkeit für die schülerinnen und schüler aber auch die beseitigung der ungleichen besoldungsstellung zwischen den lehrkräften der einzelnen gruppen sowie die weiterentwicklung des sonderschulwesens wenn man diese ziele bezogen auf nordrhein-westfalen revue passieren lässt dann haben wir im bezug auf die wissenschaftliche ausbildung einen riesenfortschritt erreicht durch das neue lehrerausbildungsgesetz erhalten alle lehrer ganz gleich für welche schulform und schulstufe sie ausgebildet werden eine vollständige wissenschaftliche universitäre ausbildung die für alle mit einem vollständigen master abschließt es wird nicht mehr zwischen einem kürzeren oder längeren studium für die eine oder andere schulform unterschieden sondern alle sind gleich das ist ein großer durchbruch für die emanzipation des lehrerberufs alles in allen scheint das ein erfolgreiches geburtstagsjahr für den vbe zu sein oder ja das stimmt aber es darf nicht darüber hinwegtäuschen dass es nach wie vor zwei baustellen gibt erstens gibt es immer noch ein starkes soziales ranking in der bezahlung zwischen den einzelnen lehrergruppen grundschullehrer verdienen immer noch weniger als gymnasiallehrer wir als lehrergewerkschaft sind der auffassung dass alle lehrer den gleichen lohn für die gleiche arbeit bekommen sollten die zweite riesenbaustelle die zurzeit in allen ländern wie steht es denn um die bildungsgerechtigkeit und die forderung nach mehr chancengleichheit im hinblick auf diese themen hat der vbe schon seit den achtziger jahren favorisiert dass es in deutschland aber auch in nordrhein-westfalen ein zweigliedriges schulsystem geben müsste mit einer attraktiven säule neben dem gymnasium 2005 haben wir in nordrhein-westfalen gemeinsam mit dr rösner das konzept modellkonzept allgemeine sekundiskutiert wird ist die weiterentwicklung des sonderschulwesens und das thema inklusion dies ist ein sehr sensibles und gesellschaftspolitisches thema und führt auch dazu dass insbesondere in den allgemeinbildenden schulen ein riesendruck entsteht sich dieser aufgabe zu stellen die notwendigen rahmenbedingungen für dieses ziel sind noch nicht da das ist ein thema was uns in den nächsten jahren beschäftigen wird wir fordern dass können sie sich noch über weitere geschenke freuen wir haben in diesem jahr ein gutachten zum thema kurze beine kurze wege herausgebracht dass sich damit beschäftigt wie kleine grundschulstandorte erhalten werden können auch diese idee ist von der landesregierung aufgegriffen worden durch eine gleichnamige entschließung im landtag von spd cdu und bündnis 90/die grünen die festhält dass die landesregierung zusätzliche anstrengungen unternehmen will um kleine grundschulstandorte bestehen zu lassen im rahmen des schulkonsenses beschlossen hat nämlich die möglichkeit einer sekundarschule die die bildungsgänge von haupt realschule und gymnasium zusammenfasst und die klassen 5 bis 10 betrifft zum 40 geburtstag haben wir mit dem voranschreiten in der lehrerausbildung und der veränderung in der schulstruktur also zwei schöne geschenke bekommen zum 40 geburtstag haben wir mit dem voranschreiten in der lehrerausbildung und der veränderung in der schulstruktur zwei schöne geschenke bekommen sh 12/11 1/12 8
[close]
p. 9
bildungspolitik bildu die rahmenbedingungen geschaffen werden wir sagen ein klares ja zum thema inklusion der vbe steht zu einem inklusiven schulsystem und zur umsetzung der unkonvention aber die rahmenbedingungen müssen so sein dass sowohl die kinder mit als auch ohne behinderung zu den gewinnern eines solchen schulsystems werden in nrw wurde im sommer 2011 nach 40 jahren ein schulkonsens vereinbart ist nrw ein vorbild für ganz deutschland nordrhein-westfalen war ja nicht das erste land mit einem schulkonsens den gab es schon im stadtstaat bremen nordrhein-westfalen war aber das erste flächenland hier ist es gelungen die ganz konservativen und die ich nenne sie jetzt mal fortschrittlichen und innovativen zusammenzubringen das ist ein historisches ereignis das aber durch die bildungskonferenz zu der schulministerin sylvia löhrmann und ministerpräsidentin hannelore kraft alle vertreter der gesellschaftlichen gruppen eingeladen hatten für die politik vorbereitet wurde in der bildungskonferenz sind die kernpunkte wie das schulwesen in nordrhein-westfalen zukünftig aussehen sollte beschrieben worden und das hat die politik aufgegriffen glauben sie dass so ein kompromiss auch in anderen bundesländern funktionieren könnte wenn man alle beteiligten an einen tisch holt ich glaube es geht nur wenn man eine breite beteiligung der gesellschaftlichen gruppen hinkriegt und versucht in einem breiten dialog alle themen offen anzusprechen ohne häme die position des anderen auch anzunehmen mit ihm zu diskutieren und nach kompromissen zu suchen genauso ist es in der bildungskonferenz gewesen deutschlandweit gibt es immer weniger schüler die demografiegewinne die durch den rückgang der schülerzahlen erzielt werden sollen im system bleiben so die zusage seitens der politik reicht das aus um die lernbedingungen an den schulen zu verbessern nein das reicht nicht aber die demografiegewinne sind zumindest eine gute teilfinanzierung zum beispiel für projekte zum thema inklusion oder kleine klassen die demografiegewinne sind eine riesenhilfe das darf man nicht unterschätzen aber man darf sich auch nicht vormachen dass damit alle probleme die anstehen gelöst werden können das komplette interview können sie unter www.news4teachers.de nachlesen bildungsgipfel im flachland besuchen sie die didacta 2012 und erfahren sie im themenbereich schule/hochschule welche ideen von heute in zukunft schule machen kindertagesstätten schule hochschule ausbildung qualifikation weiterbildung beratung 9 hannover 14 18 februar 2012 didacta-hannover.de sh 12/11 1/12
[close]
p. 10
bildungs bildungspolitik die hauptschule eine geschichte von hoffnung und bangen mit beharrlichkeit und grundsatztreue zur reform der schulstruktur v or drei jahren konnte die hauptschule ihr 40-jähriges bestehen begehen doch zum feiern war für kultusminister fritz holthoff spd und ehrenmitglied des vbe war nachdem sich auch die drei landtagsfraktionen spd cdu fdp auf ein neues schulgesetz geeinigt hatten der weg frei für die gründung der hauptschule am 09.08.1968 die volksschule wurde in eine 4-jährige grundschule und 4-jährige hauptschule mit je eigenem kollegium und schulleitung umgewandelt das war ein gewaltiger organisatorischer kraftakt für uns heute bei den mannigfachen beteiligungsverfahren nicht mehr vorstellbar schwieriger aber war laut holthoffs erinnerungen das bewusstsein der lehrer zu verändern viele von ihnen seien der ansicht gewesen es sei aufgabe der schule den volksschülern eine schlichte deutung der welt zu vermitteln das traf sicher auf einen teil zu was auch zu kontroversen in den kollegien führte wen wundert es reformen waren nicht im bewusstsein der lehrer ihr politisches engagement galt in der nachkriegszeit der senkung der klassengrößen mit über 40 schülern einem angemessenen einkommen und ab ende der sechziger dem streit um die bekenntnisschule nach meiner erinnerung überwog in den anfangsjahren der hauptschule jedoch der reformwille eine ansteckende begeisterung für das neue projekt die volksschule als sack niemandem zumute es gab zwar anerkennende worte die aber eher dem lob der eigenen politik bzw der ermutigung zum jetzt erst recht dienten viele kollegen der anfangsjahre werden sich dagegen wehmütig an das so hoffnungsvoll begründete projekt hauptschule erinnert haben 2/3 der schüler besuchten sie bei ihrer gründung heinz wagner heute entscheiden sich gerade mal je nach region zwischen 4 und 20 nach jahrgang 4 für die hauptschule jeder zehnte verlässt sie ohne abschluss und selbst hauptschüler mit gutem abschluss haben es schwer einen ausbildungsplatz zu finden wie konnte es trotz der hehren ziele mehr leistungsansprüche eine durchgehende fremdsprache jugendschule der gehobenen volksbildung dazu kommen war die absicht das allgemeine bildungsniveau und die individuellen bildungschancen für kinder aus sozial schwachen schichten über die hauptschule zu verbessern von anfang an zum scheitern verurteilt schauen wir zunächst auf die anfangsgeschichte und auf den die pädagogik und bildungspolitik bestimmenden zeitgeist aufbruchstimmung für eine überfällige reform der name hauptschule wurde 1964 im hamburger abkommen von der kmk offiziell für volksschule eingeführt die empfehlungen der kmk von 1969 beschrieben die mit der namensänderung verbundenen zielvorstellungen demnach sollte eine moderne weiterführende schule der sekundarstufe i entwickelt werden die schulzeit wollte man auf neun jahre verlängern und ein zehntes schuljahr sollte möglich werden um so hauptschülern den erwerb des realschulabschlusses an ihrer schule zu ermöglichen gasse war überwunden von der hauptschule aus konnten alle schulabschlüsse erworben werden vbe-veranstaltungen zu richtlinien und lehrplänen neue fächer wie englisch arbeitslehre mathematik vormals rechnen waren regional und überregional sehr gefragt es entstanden freiwillige ag s zur entwicklung von unterrichtsmaterialien und erprobung von lehrbüchern ein neues selbstwertgefühl der hauptschullehrer war unverkennbar was durch die umwandlung der pädagogischen akademien in wissenschaftliche hochschulen befördert wurde man war dem ziel der gleichwertigkeit der lehrämter näher gekommen sh 12/11 1/12 10
[close]
p. 11
bildungspolitik bildu gewissheiten wankten ein neuer zeitgeist 1964 rüttelte georg picht mit einer artikelserie die deutsche bildungskatastrophe in christ welt die auch als buch veröffentlicht wurde die republik auf empirisch mit methoden der vergleichenden statistik belegte er dass die bundesrepublik deutschland zu wenig schüler mit mittlerer reife und abitur aus den schulen entließ um im wettbewerb mit den anderen industrienationen in zukunft bestehen zu können diese ökonomische sicht stärkte die bedeutung von bildung ebenso wie seine sozialpolitische argumentation soziale gerechtigkeit hieß für picht gerechte verteilung der bildungschancen denn von ihnen hänge in einer leistungsgesellschaft der soziale aufstieg und die verteilung der einkommen ab er kritisierte die aufteilung von 10-jährigen die aufgrund des berechtigungswesens einer zuteilung sozialer positionen gleichkomme die frühe auslese war für picht beleg für die fortbestehende klassenstruktur unserer gesellschaft ist bürgerrecht von 1965 begründetet ralf dahrendorf die bildung als ein gebot der demokratie er konstatierte der bundesrepublik deutschland einen modernitätsrückstand und plädierte für eine aktive bildungspolitik durch die 68er-bewegung gerieten institutionen autoritäten unter legitimationsdruck es war die zeit der ideologischen grabenkämpfe die auch schule und erziehung mit voller wucht trafen begabung galt als verpönt die lernmöglichkeiten des einzelnen schier unbegrenzt emanzipation wurde das schlagwort antiautoritäre erziehung vom elternhaus bis zur hochschule zum schlüssel für die neue gesellschaft schüler sollten lernen ihre interessen zu erkennen und durchzusetzen die frage was eine gesellschaft zusammenhält wäre in dieser zeit reaktionär gewesen der reformwille durchzog alle gesellschaftlichen bereiche gewalt wurde für viele zum legitimen mittel der politik differenziert wurde zwischen gewalt gegen sachen und personen gewalt nach außen wurde dagegen prinzipiell abgelehnt friedenserziehung hatte konjunktur die gesamtschule schien die angemessene pädagogische der slogan dieser zeit schick dein kind auf bessere schulen hatte praktische konsequenzen so warben christlich-soziale verbände für den Übergang in realschule und gymnasium weil sie der Überzeugung waren man könnte die ungerechtigkeiten die mit der sozialauslese durch die schulen verbunden war individuell beheben der spiegel hatte ja das katholische mädchen vom lande als die benachteiligte des westdeutschen bildungssystems ausgemacht das galt es zu ändern ein weiteres buch beflügelte die gesellschaftliche debatte um chancengleichheit im bildungswesen mit bildung antwort auf den zeitgeist das dreigliedrige schulsystem dagegen reaktionär und hier gab es nur ein entweder oder schwere zeiten für den vbe zumal pädagogisches wissen und erfahrung in diesen politischen auseinandersetzungen nicht gefragt waren sondern große ziele und gesinnung auch die lehrerschaft geriet in eine krise und verunsicherung viele fragten sich welche rolle sie in bildung und erziehung legitimerweise noch spielen durften es waren keine guten jahre für eine notwendige schulreform mit augenmaß 11 sh 12/11 1/12
[close]
p. 12
bildungs bildungspolitik dunkle wolken ziehen auf deutschland west hatte sich verändert die gesellschaftliche diskussion um bildung zeigte wirkung eltern erkannten die bedeutung des schulabschlusses für beruf status und einkommen ihrer kinder grundschullehrer mussten bei leistungsstarken kindern nicht mehr für den Übergang ins gymnasium werben sondern eltern forderten nach dem motto mein kind soll es besser haben die berechtigung für den Übergang in die bessere schule so sank die Übergangsquote für die neue schulform hauptschule von landesweit 60 1970 in zehn jahren auf 42 in ballungsgebieten teilweise unter 30 die quote wäre ohne die zahlreichen migrantenkinder noch niedriger gewesen für die bildung war das ein problem für den erhalt der hauptschulstandorte zunächst nicht weil die hauptschule gut 1/3 ihrer schülerschaft durch rückläufer aus realschule und gymnasien erhielt erst der geburtenrückgang verlangsamte diesen prozess und bedrohte die existenz von schulstandorten ein jahr nach gründung der hauptschule wurde in nrw die gesamtschule eingeführt zum Ärgernis des vbe nicht als alternative zum dreigliedrigen schulsystem sondern als ergänzung diese politische entscheidung so unsere sorge würde insbesondere die jüngste schulform am unteren platz der hierarchie treffen die noch keine chance hatte ihre pädagogische leistungsfähigkeit zu beweisen was die hautschule wollte behauptete die gesamtschule besser zu können beweisen konnte es keine von beiden die gesamtschule brauchte es auch nicht denn sie erhielt als beleg die gymnasiale oberstufe das projekt hauptschule war gescheitert wie sagen wir es der Öffentlichkeit und den kollegen bereits 1978 haben wir auf einem bildungspolitischen kongress das modell einer aus real und hauptschule hervorgehenden allgemeinen schule bzw haupt realschule begründet und dieses modell 1980 mit einem weiteren kongress wissenschaftlich untermauert damit war die zweigliedrigkeit in der öffentlichen diskussion und wurde zum identifikationsmerkmal des vbe wir erhielten zustimmung aber auch mitleid ihr befindet euch im politischen niemandsland km girgensohn und ablehnung die zweigliedrigkeit ist tot und das ist gut so brigitte der rückgang der hauptschüler entwickelte sich dramatisch ließ aber auch realschule und gymnasium nicht unberührt die realschule gab ihre schülerpopulation an das gymnasium ab und sorgte für stabile schülerzahlen durch schüler die früher zur hauptschule gegangen wären dennoch blieb bis in unser jahrhundert für weite teile der gesellschaft und der politik die fiktion unerschütterlich dass nach klasse 4 in deutschland so auch in nrw bildungsgerechte und homogene leistungsgruppen gebildet würden hauptschulreform war unzureichend der vbe hat die etablierung der hauptschule anfänglich positiv begleitet und mit zahlreichen veranstaltungen und veröffentlichungen für akzeptanz unter lehrern und in der Öffentlichkeit geworben wir haben konkrete vorstellungen zur inhaltlichen gestaltung einer schule für 70 der schüler eines jahrgangs entwickelt diese quote entsprach dem jahrgang 5 der vormaligen volksschule eine schulreform zur legitimation von schülerrückgang und stärkung von realschule und gymnasium auf diese idee wäre damals keiner gekommen späth ag bildung in der spd der vbe hat dennoch auch bei wechselnden mandatsträgern an seinem modell festgehalten dass nicht nur pragmatisch und bildungstheoretisch begründet war sondern auch unserem pädagogischen ethos entsprach niemand darf von bildung ausgeschlossen werden niemandem dürfen kenntnisse fertigkeiten verhaltensmöglichkeiten vorenthalten werden die man für volle und freie teilhabe an der kultur benötigt sh 12/11 1/12 12
[close]
p. 13
bildungspolitik bildu bereits zehn jahre nach gründung der hauptschule war trotz mangelnder akzeptanz bei den eltern zu befürchten dass man aus allgemeinpolitischen gründen an ihr festhalten würde die spd forderte zwar auf parteitagen die gesamtschule in der regierungsverantwortung reichte es aber nur zur etablierung neben der dreigliedrigkeit die cdu hielt nach ihrem erfolgreichen volksbegehren von 1978 gegen die kooperative schule an der vermeintlichen leistungs und zukunftsfähigkeit der dreigliedrigkeit fest brauchen unsere schüler nicht unsere sozialpädagogische zuwendung die vbe-führung musste mit dem vorwurf leben dass der verband mit seinen verlautbarungen den niedergang der hauptschule beschleunigen würde hauptschulen seien nicht gleich hauptschulen in der tat es gibt bis in unsere tage einen großen unterschied zwischen der Übergangsquote in ballungs und ländlichen gebieten in ländlichen bereichen hatten hauptschulen bis in die neunziger jahre eine schülerpopulation die mindestens der einer haupt realschule entsprach die arbeitsbedingungen der hauptschullehrer verschlechterten sich permanent aus pädagogischen und gewerkschaftlichen gründen konnten wir unsere kollegen nicht im regen stehen lassen wir haben die probleme der real existierenden hauptschule nicht verschwiegen zugleich aber für verbesserungen der rahmenbedingungen gekämpft das nicht ohne erfolg aber die hauptschule war dadurch auf dauer nicht zu retten durfte es auch nicht die sekundarschule hat im gegensatz zur hauptschule zeit sich zu entwickeln dem vbe blieb in dieser situation nichts anderes als die rolle des mahners wir wollten mussten unbedingt verhindern dass sich die hauptschule zur restschule für schüler aus bildungsfernen milieus bzw einer schule für migranten entwickelte wir haben immer wieder auf die gesellschaftpolitischen konsequenzen und sozialen folgekosten aufmerksam gemacht und auf die schließung von hauptschulen mit einem schüleranteil unter 30 jahre später unter 20 gedrängt wenn man für die hauptschule kein bildungskonzept der geistigen anspruchslosigkeit und der engen berufsvorbereitung wolle dann kommt sie doch die sekundarschule die bedeutung der schule für die region war seit jahren wissenschaftlich belegt politisch relevant wurde es aber erst als die kommunen vor schließung ihrer weiterführenden schulen standen für ihr problem aufgrund rückgehender schülerzahl hatte der vbe eine lösung die neue führung brachte die über 30 jahre gepflegten grundsätze für eine schulreform geschickt in die politische diskussion ein und hatte erfolg in nrw wird die sekundarschule vom nächsten jahr an wie vorher in 10 anderen bundesländern wirklichkeit im gegensatz zur hauptschule allerdings auf solidem politischem fundament das trifft auch unter wissenschaftlichem aspekt zu die genforschung bestätigt die traditionelle pädagogische theorie dass erst das zusammenspiel von erbanlagen mitglieder werden ungeduldig der vbe hatte sich zu beginn der achtziger jahre positioniert die zweigliedrigkeit fand über unsere mitglieder hinaus ebenso zustimmung wie die forderung nach schließung von hauptschulen wenn sie aufgrund der segregierten schülerschaft ihren pädagogischen auftrag nicht mehr erfüllen konnten anders war dagegen die reaktion wenn die eigene schule in gefahr geriet lehrer verloren ihren arbeitsplatz schulleiter ihre position viel zweifelten sollte teilweise jahrzehntelanges engagement sinnlos gewesen sein und umwelt und ihre stimulierende fördernde wirkung den menschen zu dem macht wozu er fähig ist und welchen lebensweg er einschlagen wird die sekundarschule hat im gegensatz zu hauptschule zeit sich zu entwickeln sie braucht professionelle lehrer die eine anregungsreiche schule aufbauen wollen sie braucht für schüler glaubhafte lehrer die in ihrer individuellen zuwendung bezeugen dass sie auf die entwicklungsmöglichkeit ihrer schüler vertrauen heinz wagner 13 sh 12/11 1/12
[close]
p. 14
berufs sp berufspolitik thema vbe-expertise kurze beine kurze wege zeigt wirkung landtag berät entschließung zum erhalt kleiner grundschulen b ereits wenige wochen nach vorstellung des vbegrundschulgutachtens haben sich cdu spd und der vbe begrüßt diese vorschläge auch wenn sie im detail noch zu schärfen sind positiv ist dass teilstandorte mit 60 schülerinnen und schülern zukünftig möglich sein werden der vbe bleibt jedoch bei seiner forderung dass in einzelfällen auch diese zahl unterschritten werden darf wenn dies die regionale versorgung mit grundschulen erforderlich macht zudem verweist er auf sein gutachten aus dem deutlich hervorgeht dass teilstandorte die schließung häufig nicht verhindern sondern nur hinausschieben bei der einrichtung von teilstandorten ist es aus sicht des vbe unabdingbar dass die ständige präsenz eines schulleitungsmitglieds und die dafür notwendige leitungszeit sichergestellt werden dies entspricht der forderung des vbe nach einem zweiten konrektor für die grundschulen ebenso ist die personalausstattung so zu gestalten dass weitgehend eigenständige kollegien entstehen der vbe wird weiter dafür streiten dass die demografiegewinne in der grundschule verbleiben und zur verbesserung der rahmenbedingungen genutzt werden es muss noch viel getan werden damit die investitionen in die grundschulen in nrw dem nationalen und internationalen vergleich standhalten können bündnis 90/die grünen in einer gemeinsamen entschließung drucksache 15/3037 auf die verbesserung der rahmenbedingungen zum erhalt kleiner grundschulen verständigt und in den landtag eingebracht mit dem in der entschließung formulierten auftrag an die landesregierung entsprechen die fraktionen weitgehend den forderungen des vbe zum erhalt wohnortnaher grundschulen die landesregierung wird beauftragt bis zum jahresende ein gesamtkonzept zu entwickeln dass u a folgende eckpunkte enthält 1 schulen die in der prognose dauerhaft 92 oder mehr schülerinnen und schüler nachweisen können als eigenständige schule fortgeführt werden 2 an den grundschulen soll es keine klassen mit mehr als 29 schülerinnen und schülern geben 3 der klassenfrequenzrichtwert soll schrittweise von 24 auf 22,5 abgesenkt werden 4 teilstandortlösungen sind attraktiver zu gestalten 5 durch festlegung kommunaler klassenrichtzahlen für die zu bildenden eingangsklassen sollen verlässliche rahmenbedingungen für die schulentwicklungsplanung geschaffen werden botschaft der vbe-expertise angekommen mehr chancengleichheit in der primarstufe es ist gut dass die grund t rotz geringer schülerzahlen sollen auch kleine kommunen in nordrhein-westfalen mindestens eine sc schule endlich mehr aufm merksamkeit durch die politisch verantwortlichen erhält schließlich gehört die erhält grundschule in nrw bezogen auf ihre finanzielle und personelle ausstattung im nationalen und internationalen vergleich seit jeher zu den schlusslichtern mit seiner expertise kurze beine kurze wege hatte der vbe anfang september deutlich gemacht dass dringender handlungsbedarf besteht und lösungsvorschläge aufgezeigt um eine weitere versteppung der grundschullandschaft zu verhindern die grundschule erhalten dürfen dies sieht ein konzept für wohnortnahe grundschulen vor das nrw-schulministerin sylvia löhrmann am 13 dezember 2011 in düsseldorf vorgestellt hat der vbe begrüßt dass die landesregierung ein konzept entwickelt hat das das grundschulsterben weitgehend stoppt und ein wohnortnahes grundschulangebot bei gleichzeitiger gewährleistung qualitativer standards sichern kann sh 12/11 1/12 14
[close]
p. 15
berufspolitik beruf se hat die landesregierung zu großen teilen in ihrem konzept aufgegriffen und trägt somit den auf der basis der vbeexpertise erhobenen forderungen in vielen punkten rechnung in dem von der ministerin vorgelegten konzept sieht der vbe zahlreiche positive ansätze der vbe befürwortet es dass die landesregierung erkannt hat dass es zur qualitativen sicherung eines wohnortnahen grundschulangebots mit teilstandorten auch einer ausweitung der leitungszeit für die schulleitungen bedarf es ist wichtig dass teilstandorte jeweils von einem ständig präsenten schulleitungsmitglied geleitet werden um das entsprechende pädagogische standortkonzept umsetzen zu können vor diesem hintergrund fordert der vbe die einführung eines zweiten konrektors für die grundschule außerdem ist es erforderlich die zahl der anrechnungsstunden für besondere aufgaben und notwendige kooperationen für die lehrkräfte zu erhöhen hier besteht nachbesserungsbedarf ebenso positive signale der landesregierung sind die absenkung des klassenfrequenzrichtwertes von 24 auf 22,5 beginnend schon ab dem schuljahr 2012/13 mehr flexibilität und größere gestaltungsmöglichkeiten für die kommunen einführung einer kommunalen klassenrichtzahl für mehr gerechtigkeit zwischen den kommunen bei der klassenbildung die ermöglichung einzügiger eigenständiger standorte sowie die verringerung der zahl sehr großer klassen und vereinfachung der regelungen zur klassenbildung bezüglich des nationalen und internationalen vergleichs ist hier allerdings noch luft für weitere verbesserungen schließlich fordert der vbe die landesregierung auf die durch rückläufige schülerzahlen in der grundschule entstehenden demografiegewinne zur dringend notwendigen verbesserung der rahmenbedingungen in der primarstufe weiterhin sukzessive zu nutzen denn auf das fundament kommt es an um mehr chancengleichheit und bildungsgerechtigkeit von anfang an zu gewährleisten fachleiterbesoldung der vbe hat im nachfolgenden schreiben an die ministerin erneut auf die ungerechtigkeit bei der fachleiterbesoldung hingewiesen sehr geehrte frau ministerin löhrmann das msw reformiert zurzeit den vorbereitungsdienst dadurch kommen auf die fachleiterinnen und fachleiter neue aufgaben zu so werden sie unter anderem für personenorientierte beratung mit coaching-elementen qualifiziert vor diesem hintergrund fordert der vbe die landesregierung erneut auf dafür zu sorgen dass die fachleiterinnen und fachleiter im gehobenen dienst für ihre anspruchsvolle tätigkeit endlich adäquat besoldet werden es ist nicht hinnehmbar dass fachleitungen des höheren dienstes ein beförderungsamt der besoldungsgruppe a 15 inklusive pensionsberechtigung haben und die fachleitungen des gehobenen dienstes für die gleiche tätigkeit ledigmit freundlichen grüßen udo beckmann vorsitzender lich eine vergleichsweise lächerliche zulage von 76,69 euro netto in der regel weit weniger als 50,00 euro erhalten gleicher lohn für gleiche arbeit ein in unserer landesverfassung verankerter grundsatz muss endlich zur konsequenz haben dass alle fachleiterinnen und fachleiter eine ihrer aufgabe angemessene besoldung erhalten das heißt die einstufung muss mindestens eine besoldungsstufe über dem eingangsamt für tarifbeschäftigte ist analog zu verfahren liegen gespräch mit dem innenminister beim meinungsaustausch des dbb nrw mit innenminister jäger thematisierte die stellv vorsitzende jutta endrusch die notwendigkeit der fortführung der altersteilzeit im lehrerbereich 15 sh 12/11 1/12
[close]