JE 3-2019

 

Embed or link this publication

Description

It is a (printed) journal about modern jewish life in europe. we are publishing 4 issues every year.

Popular Pages


p. 1

üdisches Heft 3/2019 Tamus/ Av/ Elul 5779 Juli/ August/ September 2018 Preis 2,95 Euro üdisches Jüdisches Leben in Deutschland, Österreich und Frankreich UROPA EIN STEINIGER WEG VOM JUDENHASS ZUM INTERRELIGIÖSEN DIALOG DR. SERGEY LAGODINSKY JUDE UND EUROPAPOLITIKER DIREKTOR GESUCHT ZUR CAUSA NICOLE FAKTOR NEUE PRÄSI- JÜDISCHES MUSEUM BERLIN DENTIN DER WIZO-DEUTSCHLAND

[close]

p. 2



[close]

p. 3

moderne welt MORD ALS BAGATELLE UND APPELL AN DIE BUNDESREGIERUNG – BDS-VERURTEILUNG MITZUTRAGEN Es gibt Entscheidungen, die kann ich einfach nicht nachvollziehen. Da überfiel ein 27-jähriger Muslim in Paris seine Nachbarin, die 65-jährige ehemalige Lehrerin Sarah Halimi, streckte sie nieder und warf sie anschließend aus dem Fenster. Noch auf der Straße starb die jüdische Frau. Nun sollte man meinen, dass die Tat als eindeutiges Tötungsdelikt bewertet und der Täter entsprechend verurteilt wird. Das Amtsgericht in der französischen Hauptstadt sieht das jedoch anders. Der Muslim Kobili Traore, der bereits mehrfach mit aggressiven antisemitischen Äußerungen auf sich aufmerksam gemacht hatte, ist nach Meinung des Pariser Gerichts nicht zurechnungsfähig gewesen, da er damals vor der Tat zu viel Marihuana geraucht habe. Deshalb, so die Richter, können sie ihn nicht zur Verantwortung ziehen. Ohne einen Gerichtsprozess wollen sie den Muslim nicht verurteilen und der Mörder kommt ungestraft davon. Als diese seltsame Entscheidung des Gerichts bekannt wurde, protestierte der CRIF, die jüdische Dachorganisation Frankreichs, gemeinsam mit der Familie der ermordeten Frau sofort dagegen. Im Herbst soll der Fall neu aufgerollt werden. Anlass lebhafter Diskussionen ist auch der Beschluss des deutschen Bundestages, die BDS-Bewegung nicht mehr finanziell zu unterstützen. Zahlreiche Boykottaufrufe der BDS gegen Auftritte israelischer Künstler, israelischer Wissenschaftler sowie Politiker und an verschiedene Universitäten gerichtete Forderungen, ihre Kooperationen mit Israel zu beenden, wie auch Appelle bestimmte Waren aus Israel nicht zu kaufen, haben zum Ziel das Land wirtschaftlich zu schwächen und zu delegitimieren. Diesen Zweck hat auch die Forderung nicht nur den palästinensischen Flüchtlingen, sondern auch deren Kinder, Enkel und Urenkel die Besiedelung Israels zu ermöglichen. Doch fünf Millionen arabische Einwanderer würde die jüdische Bevölkerung in Israel zu einer Minderheit werden lassen, was einer Zerstörung des jüdischen Staates gleichkommt. Unverständlich ist mir die Solidaritätsbekundung vor allem gutgläubiger Kulturschaffender und Wissenschaftler, unter ihnen auch einige Juden, die von den Mitgliedern des Bundestages fordern, nach wie vor die BDS-Bewegung zu unterstützen und die Resolution rückgängig zu machen. Jetzt nahm eine neue Gruppe verschiedener Wissenschaftler nicht nur dagegen Stellung, sondern wandte sich auch an die Bundesre- gierung und ihre Ministerien, „sich in aller Klarheit den Beschluss des Bundestages zu eigen zu machen, um der BDS-Kampagne keinen Raum zu bieten.“ Die „BDS“ ist eine „gefährliche Form des Antise- mitismus, die sich gegen den Staat Israel als das lebendige Zeichen jüdischen Lebens in der Gegenwart und den einzigen Zufluchtsort für verfolgte Juden richtet. Indem sie sich um Argumente für die poli- tische Legitimierung von BDS bemühen“, fördern sie „antisemitische Kräfte in der gesamten Gesellschaft.“ Zu den Erstunterzeichnern gehören Prof. Dr. Julia Bernstein von der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Wolfgang Bock von der Justus-Liebig- Universität Gießen, Dr. Elvira Grözinger und Prof. em. Karl E. Grö- zinger, Dr. Meron Mendel, der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank und viele andere. Auch wenn ich noch nicht zu den Unter- zeichnern gehöre, schließe ich mich dennoch gerne diesem Aufruf an. A. Canem IMPRESSUM JÜDISCHES EUROPA Herausgeber: A. von Loew (V.i.S.d.P.) Rhönstr. 127 60385 Frankfurt Tel.: 069 - 49084533 Fax: 069 - 49084533 Email: info@juedisches-europa.net Website: www.juedisches-europa.net Redaktion: A. Beygang, A. Canem, A. v. Loew, R. Peretz, N. Speier; Mitarbeiter dieser Ausgabe: A. Beygang, A. Canem, A. v. Loew, R. Peretz, N. Speier; Titelbild: Vom Judenhass zum interreligiösen Dialog, Foto: © istockphoto.com | alexeys; (Links): Dr. Sergey Lagodinsky, Foto: Margrit Schmidt; (Mitte): Zur Causa Jüdisches Museum Berlin, Foto: Marek Sliwecki; (rechts): Nicole Faktor, Foto: A. Beygang; Fotos: A. Beygang, A. Canem, Deutscher Bundestag/Achim Mende, epd-bild/Christian Ditsch, JMFJüdisches Museum Frankfurt, Iris Maurer, Margrit Schmidt, Jens Ziehe, TSK (Thüringer Staatskanzlei). Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe und Manuskripte zu kürzen. Für unaufgeforderte Texte gibt es keine Veröffentlichungsgarantie. Unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos werden nicht zurückgeschickt. Nachdruck und Vervielfältigungen jeder Art nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. ISSN 1617-8602 JÜDISCHES EUROPA IM ABONNEMENT einfach Coupon ausschneiden und abschicken an: Jüdisches Europa, z.Hd. Frau Canem Postfach 600643, 60336 Frankfurt Fax: 069-49084533 Bitte liefern Sie mir 4 Ausgaben von „Jüdisches Europa“ zum Preis von 12,00 Euro ins Haus (Europa 22,00 Euro, restliches Ausland 25 Euro). Wenn ich „Jüdisches Europa“ danach weiterlesen möchte, brauche ich nichts weiter zu tun. Das Abo verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr zum gleichen Preis. Es ist jederzeit möglich, das Abonnement zu beenden. Name/Vorname: .......................................................... Straße/Nr.: .......................................................... PLZ/Ort: .......................................................... Telefon: .......................................................... E-Mail: .......................................................... Datum/Unterschrift ...................................................... jüdisches europa 3

[close]

p. 4

editorial INHALT TITEL 10-14 VOM JUDENHASS ZUM INTERRELIGIÖSEN DIALOG EIN STEINIGER WEG MUSEUMSDIREKTOR ODER DIREKTORIN GESUCHT ZUR CAUSA JÜDISCHES MUSEUM BERLIN 06-08 Moderne Welt DR. SERGEY LAGODINSKY JUDE UND EUROPAPOLITIKER 24-26 „WIR SIND EIN TOLLES TEAM“ NICOLE FAKTOR, PRÄSIDENTIN DER WIZODEUTSCHLAND UND WIZOFRANKFURT 32-33 19-20 EINIGKEIT INNERHALB DES SCHWEIZER ISRAELITISCHEN GEMEINDEBUNDES AUCH IN DER EIDGENOSSENSCHAFT WÄCHST DER ANTISEMITISMUS 21-22 POLITIKER VERSPRECHEN FINANZIELLE HILFE AUSSENMINISTER CASSIS UNTERSTRICH WIRTSCHAFTSBEZIEHUNG DER SCHWEIZ MIT ISRAEL 27-28 KOL ISRAEL AREVIM ZE LA ZE – ALLE JUDEN SIND FÜREINANDER VERANTWORTLICH TREFFEN DES „JEWISH DIPLOMATIC CORPS“ IN BERLIN Kultur 08-09 EIN „SPEZIFISCHES VERHÄLTNIS ZUR JÜDISCHEN GEMEINSCHAFT“ ÜBER DAS BESONDERE JÜDISCHER MUSEEN 30-31 DIE JÜDISCHE JUGENDBEWEGUNG EINE GESCHICHTE VON AUFBRUCH UND ERNEUERUNG 14 ROTE KARTE: DIE GESCHICHTSFÄLSCHUNG DER KONGRESSABGEORDNETEN TLAIB 22 WITTENBERGER „JUDENSAU“ PROZESS GEHT IN DIE NÄCHSTE INSTANZ 33 ZAHLUNGEN FÜR NSOPFER ERHÖHT 15 WIE SOLL MAN JUDENHASS ENTGEGNEN? NOCH HABEN NICHT ALLE BUNDESLÄNDER ANTISEMITISMUSBEAUFTRAGTE 09 NEUES HOLOCAUSTMAHNMAL VON DANIEL LIBESKIND IN AMSTERDAM 16-17 FÜR DIE RESTAURIERUNG DES „MÄRTYRER WALDES“ IN DEN BERGEN JERUSALEMS BENEFIZKONZERT DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS E.V. KEREN KAYEMETH LEISRAEL 18 EMANUEL COHN ZU GAST BEI DER ZOD IM GEPÄCK EIN FILM ÜBER JECKES IN ISRAEL 28 KUNST UND POLITIK TAU-ALUMNI CLUB IM REICHSTAG 23 TRENDTHEMA: MOTTI VERLÄSST DAS JUDENTUM THOMAS MEYERS ERFOLGSROMAN 12 BUCHTIPPS 28-29 CELEBRATING EUROPE 2019 STEHT EUROPA IM ZENTRUM DER EUROPA-KULTURTAGE DER EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK Wirtschaft Sport Editorial 29 KEINE GESCHÄFTSBEZIEHUNG MEHR MIT ISRAELISCHEN NACHRICHTENAGENTUR DEUTSCHE BANK SCHLOSS KONTO VON „ISRAEL HEUTE“ 29 WELTWEITER PROTEST UND DISTANZIERUNG VON DER BDS-BEWEGUNG BANK FÜR SOZIALWIRTSCHAFT KÜNDIGT ERNEUT KONTO DER „JÜDISCHEN STIMME“ 17 SCHWARZROT-GOLD STATT BLAU-WEISS MAKKABIDEUTSCHLAND MIT NEUEM LOGO BEI DEN EUROPEAN MACCABI GAMES 03 MORD ALS BAGATELLE UND APPELL AN DIE BUNDESREGIERUNG – BDS-VERURTEILUNG MITZUTRAGEN 03 IMPRESSUM 4 jüdisches europa

[close]

Comments

no comments yet