JE 2-2019

 

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It is a (printed) journal about modern jewish life in europe. we are publishing 4 issues every year.

Popular Pages


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üdisches Heft 2/2019 Nissan/ Ijar/ Siwan 5779 April/ Mai/ Juni 2019 Preis 2,95 Euro üdisches Jüdisches Leben in Deutschland, Österreich und Frankreich UROPA PESSACH 5779 Ausszug aus ägypten TRADITION LEBEN ALISA WINTER HÄUSER ZUM MITNEHMEN FORSCHT ÜBER „SCHIDDUCHIM“ VON DEUTSCHLAND NACH ISRAEL AKTIV GEGEN ANTISEMITISMUS BOTSCHAFTERIN M. KÜCHLER

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moderne welt ER LEBTE FÜR DIE JÜDISCHE GEMEINSCHAFT ZUM ABLEBEN VON BENJAMIN BLOCH SEL. A. Beni ist tot! Gerade wollten wir die Zeitschrift drucken, als uns die Nachricht von seinem Ableben erreichte. Beni, wie seine Freunde Benjamin Bloch sel. A. nannten, war weit mehr als nur der ehemalige Direktor der ZWST, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. Beni war eine Institution. Über 40 Jahre hat er bei der ZWST gearbeitet und sie geprägt, wie kein anderer. Nach langer Krankheit verstarb er am 6. April im Alter von 76 Jahren. Geboren wurde Benjamin Bloch sel. A. 1943 in Jerusalem. Sein Vater stammte aus Deutschland, seine Mutter aus Polen. Beni war 14 Jahre alt, als er nach Deutschland kam. In Frankfurt machte er sein Abitur und studierte Pädagogik und Geschichte. Schon früh engagierte er sich für die jüdische Jugendarbeit. Zuerst als Madrich und Jugendzentrumsleiter, bis er 1974 als Jugendreferent bei der ZWST anfing. Aktiv setzte sich Beni für die Gründung der ZJD ein und gehörte damit zu den Pionieren der jüdischen Jugendarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Seine Liebe und Verbindung zu Israel war zeitlebens eng. Die jüdische Jugend förderte er auch weiterhin, nachdem er 1987 Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland wurde und diese Stelle bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2018 inne hatte. Beni Blochs sel. A. Leben galt der jüdischen Gemeinschaft. Sein größter Verdienst ist die Integration zehntausender jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Eine Mammutaufgabe auf allen Gebieten, im sozialen, kulturellen und politischen Bereich. Die ZWST ist bis heute Ansprechpartner für viele Belange. Da zu sein für alle, die unsere Unterstützung benötigen, lautet sein Vermächtnis an uns alle und besonders an die Mitarbeiter der ZWST, die sein Werk fortsetzen. Dazu zählt auch der Aufbau und die Pflege bestehender Netzwerke mit vielen jüdischen wie auch nichtjüdischen Institutionen und Organisationen, besonders im sozialen Bereich. Beni Bloch sel. A. hatte auch eine große soziale Seele mit einem offenen Ohr wenn sich jemand an ihn wandte. Probleme versuchte er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu lösen. Auf seine Initiative hin entstand in Bad Kissingen das Kurheim „Eden Park“, in dem sich heute jährlich rund tausend Senioren erholen oder die vielen generationsübergreifenden Angebote in der Bad Sobernheimer ZWST-Anlage mit den unterschiedlichsten Bildungsangeboten für Mitglieder jüdischer Gemeinden. Neben seiner Arbeit in der ZWST war Beni Bloch sel. A. auch Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und betreute u.a. das Altenzentrum, die Altenwohnanlage und die Religionsschule Jeschurun. Auch das verstärkte Engagement für die Integration Behinderter geht auf Benis Direktiven zurück. Beni war eine große jüdische Persönlichkeit. Ein Zionist, der immer für Israel eintrat und einige Jahre auch als Vorstandsmitglied den „Internationalen Rat Europäisch-Jüdischer Gemeinden“ mit leitete. Benjamin Bloch sel. A. war ein treuer Freund, ein guter Berater mit einer großen Neschume. Er wird fehlen. Vergessen werden wir ihn nicht und ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. Alexis Canem IMPRESSUM JÜDISCHES EUROPA Herausgeber: A. von Loew (V.i.S.d.P.) Rhönstr. 127 60385 Frankfurt Tel.: 069 - 49084533 Fax: 069 - 49084533 Email: info@juedisches-europa.net Website: www.juedisches-europa.net Redaktion: A. Beygang, A. Canem, A. v. Loew, R. Peretz, N. Speier; Mitarbeiter dieser Ausgabe: A. Beygang, A. Canem, S. Graumann, A. v. Loew, J. Mansch, M. Meier, R. Peretz, N. Speier Titelbild: Pessach © istockphoto.com | lipmic; (Links): Alisa Winter, Foto: privat; (Mitte): Kupferhaus in Finow, Foto: A. Beygang; (rechts): Botschafterin Michaela Küchler, Foto: A. Beygang Fotos: Beit Itzhak Archive, A. Beygang, A. Canem, R. Herrlich, Debora Israel, israeldefense.co.il, A. Löw, Laboratoriorosso/TASCHEN, Burkhard Mannhöfer Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe und Manuskripte zu kürzen. Für unaufgeforderte Texte gibt es keine Veröffentlichungsgarantie. Unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos werden nicht zurückgeschickt. Nachdruck und Vervielfältigungen jeder Art nur mit ausdrücklicher Genehmigung zulässig. ISSN 1617-8602 JÜDISCHES EUROPA IM ABONNEMENT einfach Coupon ausschneiden und abschicken an: Jüdisches Europa, z.Hd. Frau Canem Postfach 600643, 60336 Frankfurt Fax: 069-49084533 Bitte liefern Sie mir 4 Ausgaben von „Jüdisches Europa“ zum Preis von 11,60 Euro ins Haus (Europa 21,40 Euro, restliches Ausland 25 Euro). Wenn ich „Jüdisches Europa“ danach weiterlesen möchte, brauche ich nichts weiter zu tun. Das Abo verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr zum gleichen Preis. Es ist jederzeit möglich, das Abonnement zu beenden. 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editorial INHALT TITEL 19-22 PESSACH 5779 LE SHANAH HABA BI YERUSHALAYIM Moderne Welt TRADITION LEBEN AUTORIN ALISA WINTER FORSCHT ÜBER „SCHIDDUCHIM“ 24-26 GUSTAV HIRSCH – SCHWIEGERSOHN VON ESRIEL HILDESHEIMER UND DIE IDEE TRANSPORTABLER KUPFERHÄUSER 30-31 „ANTISEMITISMUS IST EINE GESAMTGESELLSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNG“ IM GESPRÄCH MIT BOTSCHAFTERIN MICHAELA KÜCHLER 10-12 08-09 IN 40 TAGEN ZUM MOND MIT TANACH UND ISRAELISCHER FLAGGE 17 ISRAEL BONDS GRÜNDETE FRAUEN-DIVISION 23 ÖSTERREICH GEDENKT SCHOA-OPFERN BUNDESKANZLER SEBASTIAN KURZ IN MALY TROSTINEZ Kultur 16 BDS BEWEGUNG ÄRGERT SICH VATIKAN INVESTIERT IN ISRAELISCHE START-UPS 17 ROTE KARTE: JÜDISCHES MUSEUM SOLLTE KEIN SPRACHROHR FÜR ANTIZIONISTISCHE PROPAGANDA SEIN 28-29 AUF EINER SPURENSUCHE IN NORDITALIEN DIE JUDEN VON FERRARA 26 GENERATIONSWECHSEL BEI DER JSUD STUDENTEN WÄHLTEN NEUEN VORSTAND 29 VATIKAN WILL GEHEIMARCHIV ÖFFNEN ERFAHREN WIR JETZT WELCHE GERETTETEN KINDER JÜDISCH SIND? 13 WELT WIZO TREFFEN IN TEL AVIV EINE WOCHE VOLLER ANREGUNGEN 06 NACH DEM MOND, NICHT NACH DER SONNE DER JÜDISCHE KALENDER 07 HINTERLASSENSCHAFTEN DES ALTEN ÄGYPTENS TUTANCHAMUNS TRAUM VOM EWIGEN LEBEN 18 „FAD WIRD MI NICH“ DER 90-JÄHRIGE ARIK BRAUER IST NICHT ZU STOPPEN 05 JÜDISCHE COMICS, DIE ZUM LACHEN ANREGEN BEN GERSHON UND SEINE KUNSTFIGUR JEWY LOUIS NUN AUCH ALS BUCH 09 YAD VASHEM BAUT NEUES ARCHIV „HAUS DER SAMMLUNGEN“ ENTSTEHT AUF 4.000 QUADRATMETERN 12 STELEN ERINNERN AN DAS MODEHAUS GERSON 32-33 DAS PORTRÄT: RÄTSELHAFTE BILDER VOLLER SYMBOLIK IM ATELIER BEI PAVEL FEINSTEIN Wirtschaft Religiöses Leben 14-16 KATAR UND DIE DEUTSCHE BANK GROSSINVESTOR UNTERSTÜTZT ISLAMISTISCHEN TERRORISMUS 27 „MITZVENOW“ EIN NEUER VERSAND KOSCHERER PRODUKTE 34 „MILITÄRRABBINER BEI DER BUNDESWEHR“ Editorial 03 IMPRESSUM 03 VORWORT: ZUM TOD VON BENJAMIN BLOCH SEL. A. 33 HINWEISE AN UNSERE LESER 4 jüdisches europa

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kultur JÜDISCHE COMICS, DIE ZUM LACHEN ANREGEN BEN GERSHON UND SEINE KUNSTFIGUR JEWY LOUIS NUN AUCH ALS BUCH „W as ist die korrekte Bezeichnung für ein jüdisches Kind, das älter als acht Tage und nicht beschnitten ist?“, fragt der Rabbiner seinen Besucher? Der überlegt, weiß aber keine Antwort. „Ein Mädchen!“, klärt ihn der Rabbi lachend auf. „Tschüss“, ruft die Tochter ihrer Mutter zu. Die besteht darauf, dass sie beim Herausgehen ihre Jacke anzieht. „Ich will nicht, dass du krank wirst“. „Das ist doch genau der Punkt“, antwortet das Mädchen, „wenn du willst, dass ich einen Arzt heirate, wie soll ich denn anders einen kennenlernen?“ Spitzzüngig sind die Bildgeschichten des Comiczeichners Ben Gershon, der in seinen Cartoons alle aufs Korn nimmt, die besorgte Mutter oder den orthodoxen Rabbiner, jüdische Männer und Frauen und immer wieder den naiven und dabei meist unbeabsichtigt komischen Jewy Louis, seine Kunstfigur. Dieser gerät in die absurdesten Situationen, die Ben Gershon zwar überspitzt, in die sich der Betrachter dennoch hineinversetzen kann. Viele Comicstrips sind provokant und augenzwinkernd zugleich. Beleidigend oder gar böswillig sind die dargestellten humorvollen Absurditäten nie. Die Komik des 1985 geborenen holländisch-jüdischen Künstlers Ben Gershon sind ein Hoch auf das Leben. Mehrfach hat er seine kurzen Bildgeschichten in jüdischen Zeitungen und Zeitschriften in der Schweiz, in Deutschland und in den Niederlanden veröffentlicht. Als gebundenes Buch erschien eine Auswahl seiner Werke nun zum ersten Ben Gershon „Schalömchen - Jewy Louis witzige koschere Comics“, Ariella-Verlag, 72 Seiten, Preis: 12,95 € (Deutschland), 13,30 Euro (Österreich), 16,90 CHF (Schweiz) oben Verlegerin Myriam Halberstam und „Jewy Louis“ Erfinder Ben Gershon präsentieren das im Ariella-Verag erschiene Werk. Ein weiterer Band ist in Arbeit. Foto © Burkhard Mannhöfer Mal. Der ansonsten auf jüdische Kinderliteratur spezialisierte Berliner „AriellaVerlag“ betrat mit der Publikation Neuland. „Ich möchte expandieren und auch andere Alters- und Zielgruppen erreichen“, erklärt Verlegerin Myriam Halberstam, „die Kinder werden älter und damit auch mein Lesepublikum“. In Planung ist bereits ein weiterer Band. Doch noch sind nicht alle Bildfolgen gezeichnet. Wieder will Ben Gershon die wichtigsten Aspekte des Judentums unkonventionell darstellen und aufs Korn nehmen. Sein Publikum sind in erster Linie jüdische Leser, denen man einzelne Begriffe wie zum Beispiel „Afikoman“ bis „Tallith“ nicht erklären muss. Aber auch für Nichtjuden, die mehr über das Judentum erfahren möchten, ist die Lektüre geeignet. Für sie gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Glossar, das ein Verstehen und Eintauchen in die moderne Alltagswelt der in Europa lebenden jüdischen Menschen deutlich erleichtert. jüdisches europa 5

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