Zeitung Studieren in Anderswo 2019

 

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Zeitung Studieren in Anderswo, Sonderausgabe 2019

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© Foto: 123-rf.com, Dean Drobot Sonderausgabe MEDIZIN INTERNATIONAL STUDIEREN Approbation übers Baltikum In Riga und Kaunas sind allein 1.500 Deutsche in Medizin eingeschrieben International studieren _ Seite 4 und 5 FAST FOOD IN DÄNEMARK Am Pøls der Zeit Die Dänen essen Hotdogs so gerne – fast könnte man es Nationalgericht nennen Panorama _ Seite 8 www.studieren-in-anderswo.de  SCHWERPUNKT  DÄNEMARK & SCHWEDEN Hyggelig in Nordeuropa studieren © Foto: Eva Istók Dänemark und Schweden sind seit jeher Vorreiter im Bildungswesen. Hiesige Universitäten locken auch mit rein englischsprachigen Programmen Studenten aus der ganzen Welt. Ursprünglich, gemütlich – natürlich dänisches und Design ist momentan ausgesprochen angesagt. Den altbekannten Möbeln aus Schweden haben die Dänen fast den Rang in deutschen Studenten-WGs abge- laufen. Beide Länder sind unter jungen Deutschen sehr beliebt und immer mehr zieht es zum Studium in den hohen Norden. Gemütlich, aber effektiv Die Dänen sind bekannt für ihren Sinn für Gemütlichkeit. Der dänische Begriff dafür, „Hygge“, ist mittlerweile bis nach Deutschland rübergeschwappt. Trotz dieser traditionell ruhigen Lebensart sind sie ein hochmodernes Volk. Besonders fortschrittlich ist das Bildungssystem. Kein Staat in Europa investiert anteilig so viel Geld in Bildung. Auch in der Hochschullandschaft ist dies zu erkennen: Mit guten Budgets an den Unis ausgestattet, arbeiten Dozenten meist mit überschaubaren Gruppen. Es gibt progressive Lehransätze wie Problembasiertes Lernen, das nicht selten Standard ist. Breite Hochschullandschaft Schweden, das größte Land Nordeuropas, bleibt Vorreiter in der Hoch- schulbildung. 14 staatliche und vier private Universitäten sowie 24 staatliche Fachhochschulen prägen die Bildungslandschaft – in einem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern beachtliche Zahlen. Für Schweden gilt, was auch in anderen Ländern Nordeuropas politische Realität ist: Der Bildungssektor wird wert geschätzt. Flache Hierarchien und eine rege Diskussionskultur werden an den Hochschulen des Landes gelebt. Hilfe vom Staat Eigentlich verbindet man Skandinavien mit hohen Lebenshaltungskosten, jedoch sollte man auch wissen, welche besondere staatliche Förderung Studenten dort erhalten. Zunächst muss kein EUBürger Studiengebühren zahlen. In Schweden erhalten Studenten zudem eine monatliche Unterstützung von bis zu 1.000 Euro, wenn sie bereits mehrere Jahre im Land leben. In Dänemark fällt die staatliche Förderung sogar noch höher aus. Arbeitet ein Student zehn Stunden pro Woche, kann er knapp 800 Euro erhalten – unabhängig vom Einkommen der Eltern und der Aufenthaltsdauer im Land. _ Mehr zum SchwerpunktThema auf Seite 2, 3 und 6 Der Link zum Online-Magazin Weitere Artikel und Informationen zu außergewöhnlichen Studienprogrammen findet ihr im Online-Magazin: studieren-in-anderswo.de Studenten-Interview : Medizinstudium in Litauen Alan Bareiss studiert an der Lithuanian University of Health Sciences (LSMU) in Kaunas: Besonders ist das Studienkonzept der LSMU, das ganz auf Problembasiertem Lernen aufbaut.“ International studieren _ Seite 5 © Foto: privat

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© Fotos (3): Jönköping University 2 International studieren Sonderausgabe Blick in die Bibliothek der Jönköping University (oben). Der Campus (unten links) befindet sich direkt am Seeufer. Das Fahrrad ist auch für schwedische Studierende meist das Verkehrsmittel der ersten Wahl (unten rechts) ist in Schweden mit höheren Lebenshaltungskosten als in Deutschland zu rechnen. Diese Ausgaben können durch die staatliche Studien-Unterstützung, die auch internationale Studenten erhalten, etwas aufgefangen werden. Monatlich liegt diese ungefähr bei 300 Euro. Zusätzlich besteht die Option, ein Studiendarlehen zu beantragen, das bis zu 700 Euro umfasst. Voraussetzung ist aber, dass man schon mehrere Jahre in Schweden gelebt hat (Details siehe Seite 6). Freizeitgestaltung: Natur pur Neben den exzellenten StudienProgrammen bietet die Uni ihren Studenten verschiedene Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, ein hochschuleigenes Sport-Center und viele günstige Cafés, Restaurants und Bars auf dem Campus. In den Semesterferien und auch zwischendurch ist das Umland von Jönköping bestens geeignet, um sich vom Uni-Stress zu erholen – ein Paradies für Naturliebhaber. Der Vätternsee, an dessen südlichster Spitze Jönköping liegt, ist mit fast 2.000 Quadratkilometern der zweitgrößte See Schwedens. Entlang der Küste finden sich viele schöne Badeplätze mit teilweise  SCHWERPUNKT  DÄNEMARK & SCHWEDEN Big Business in Jönköping Nach einer Sage riss ein Riese in seiner Wut zwei große Schollen aus dem Boden und schleuderte sie ins Meer – aus einem der Erdlöcher entstand der Vätternsee. An dessen Südufer liegt die Studentenstadt Jönköping mit ihrer internationalen Hochschule, die ausgezeichnete Wirtschafts-Programme anbietet. Umgeben von der wunderschönen Natur der Provinz Småland (nein, nicht das Ikea-Kinderparadies) liegt Jönköping. Zentral in der Innenstadt und direkt am Seeufer befindet sich der Campus der Jönköping University. Die 1974 gegründete Hochschule verleiht der Stadt mit ihren knapp 100.000 Einwohnern ein internationales Flair – mehr als 12.000 Studenten aus etwa 60 Ländern leben und lernen hier. Business-Programme In dem großen modernen weißen Hauptgebäude befindet sich die 2015 gegründete wirtschaftswissen- schaftliche Fakultät, Jönköping Interna- tional Business School (JIBS). Hier bietet die Uni Bachelor-Programme in den Fächern International Management, Marketing Management, Sustainable Enterprise Development, International Economics und Sustainable Supply Chain Management an. In all diesen Studiengängen werden den Studenten zunächst die Grundlagen der BWL und VWL vermittelt. Je nach Ausrichtung des Programms kommen verschiedene spezifische Veranstaltungen dazu. Die Regelstudienzeit beträgt bei allen Studiengängen drei Jahre und umfasst einen Workload von 180 ECTS-Punkte. Nach dem Bachelor-Abschluss bietet die JIBS einjährige Master-Programme (60 ECTS-Punkte) International Marketing, International Financial Analysis und Engineering Management an. Der reguläre Master mit 120 ECTSPunkten kann in den Fächern Economiy Analysis, International Logistic Supply Chain Management, Information Architecture and Innovation, Global iStuDddSiieeitenuBBsdetiaweacrnehtgerAäblounurggn-ueugsenstfnd: rdMisetat sfatümerr2. Mai Management, Strategic Entrepreneurship und Digital Business absolviert werden. Die einzelnen Studiengänge beginnen jedes Jahr gegen Ende August, die Bewerbungsfrist endet Anfang Mai. Finanzierung: Gute Unterstützung durch den Staat Zunächst eine gute Nachricht: Für Studenten aus der EU fallen keine Studiengebühren an. Aber natürlich weitreichenden Sandstränden. Das Wasser ist wunderbar klar und bietet im Sommer erfrischende Abkühlung. Auch Hobby-Angler kommen auf ihre Kosten – viele verschiedene Fischarten tummeln sich hier. Ebenso beliebt ist der Vättern bei Seglern. Von kleinen Häfen aus kann man das große Binnengewässer mit dem Segelboot erkunden. Es lohnt sich, einen Ausflug um den gesamten See zu machen. Die Ört- chen rund um das Ufer bieten idyllische Campingplätze oder kleine Holzhäuser zum Übernachten. Wer Lust auf Trekking hat, der sollte den nahe gelegenen Nationalpark Tiveden besuchen. Dieser liegt etwa zwei Stunden Autofahrt von Jönköping entfernt am Westufer des Sees. Auch mit dem Fahrrad kann das Natur- schutzgebiet innerhalb einer Zwei- bis Dreitagestour erreicht werden. Der Na- tionalpark ist zwar mit 13 Quadratkilo- metern nicht sehr groß, bietet aber auf dieser Fläche ursprünglichen Urwald und beeindruckende Felsformationen. Die unterschiedlichen Wanderwege sind bis zu 15 Kilometer lang und sehr gut ausgeschildert. Neben Ausflügen in die Natur sind auch Trips in die großen Städte kein Problem. In zwei Stunden ist man per Bus oder Bahn in Göteborg und in vier Stunden in Stockholm. Jönköping ist also der ideale Standort um zu studieren und nebenbei Schweden in seiner ganzen Vielfalt zu erleben. nb

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Sonderausgabe International studieren 3 © Foto: 2010 by Tomasz Sienicki (CC BY-SA 3.0) © Foto: Colin / Wikimedia Commons  SCHWERPUNKT  DÄNEMARK & SCHWEDEN Auf dänische Art die Zukunft studieren Persönliche Roboter-Assistenten, virtuelle Realitäten, Lösungen für den Klimawandel – alles nur Zukunftsmusik? Nicht für Studenten, die in Aalborg oder Aarhus studieren. Social Media, Smartphones, künstliche Intelligenz, aber auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind große Themen, die unsere Zukunft bestimmen. Studiengänge in diesen Bereichen werden immer beliebter, die NCs immer höher. Wer den passenden Abischnitt nicht vorweisen kann, sich aber trotzdem für ein solches Studium interessiert, muss nicht lange suchen – er wird schon bei unseren dänischen Nachbarn fündig. Das Land bietet nicht nur schöne Strände und kleine Strandhäuschen, sondern auch hochmoderne, internationale Unis. Diese punkten mit multikulturellem Miteinander und vielen Studiengängen auf Englisch. Ein weiterer großer Vorteil ist hier die herausragende finanzielle Unterstützung durch den Staat – und zwar für alle EU-Studenten (siehe Seite 6). Aalborg University Fast an der nördlichsten Spitze des Landes liegt die Stadt Aalborg, deren Hochschule, die Aalborg University (AAU), 1974 als fünfte Universität Dänemarks gegründet wurde. Aktuell studieren hier gut 20.000 Studenten, etwa zehn Prozent kommen nicht aus Dänemark. Die Universität legt viel Wert auf das sogenannte Problembased Learning. Dieses sieht ausschließlich Projektarbeit vor, sodass Gruppenarbeit und soziale Kompetenzen gefördert werden. Einer der außergewöhnlichsten Studiengänge, die man hier findet, ist Robotics. Die Studenten nehmen dabei am Robot-Research-Programm teil. Sie lernen von hochrangigen Experten und arbeiten mit den neuesten Technologien. Die Zulassung zu diesem Studiengang erfordert im Mathematik-Leistungskurs gute bis durchschnittliche Noten oder gute bis sehr gute Noten im Grundkurs. Zudem sollte der i BBUeSatnwcuieshdreiisebltonudrgn-eägurnns1gfd5er.iM saMtnaäsfbrtüezerridd- eien Bewerber einen Oberstufen-Grundkurs in Physik und einen Sprachnachweis in Englisch (Toefl oder IELTS) vorweisen können. Ähnlich futuristisch wie Robotics ist das Fach Medialogy. Hier geht es um die Interaktion von Mensch und Maschine. Eins der neuesten Einsatzgebiete dieses Fachs sind Virtual-Reality-Games. Aber auch im Gesundheitswesen, beispielsweise bei der Verbesserung von Prothesen, hilft diese Forschung weiter. Medialogy-Studenten müssen in vielen Bereichen arbeiten: Programmierung, Interaktionsdesign, Elektronik, Mathematik, menschliche Wahrnehmung, Design und Analyse wissenschaftlicher Experimente, Statistik und Kinematografie. Um für diesen dreijährigen Bachelor-Studiengang angenommen zu werden, sind ein Abitur, gute Noten im Mathematik-Grundkurs und ein Sprachnachweis in Englisch (Toefl oder IELTS) erforderlich. Business Academy Aarhus Etwa 120 km südlicher liegt die schöne Stadt Aarhus an der Kattegat-Küste. Hier ist die Business Academy Aarhus (BAA) ansässig. An der 2009 gegründete Fachhochschule lernen etwa 8.000 Studenten, 1.000 davon sind international. Wer sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit interessiert findet hier einen spannenden Studiengang: Environmental Management. Dabei dreht sich alles um die Analyse, Planung und Erarbeitung von Lösungen für ökologische Probleme auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen macht einen großen Teil des Faches aus. Die Studenten arbeiten an Projekten, bei denen es um reale Probleme der Betriebe geht. Dieser Studiengang ist ein sogenannter AP, eine Art Grundstudium. Dieses dauert zwei Jahre. Um den Bachelor-Abschluss zu bekommen, muss noch ein Top-up-Studium absolviert werden. Das passende Top-up-Programm, das die Business-Academy anbietet, ist Agricultural and Environmental Management. Nach diesem Aufbaustudium erhalten die Studenten den Bachelor of Science. In eine ganz andere Richtung führt das AP-Programm Multimediadesign and Communications. Hier geht es um die Arbeit mit digitalen Medien, die multimediale Entwicklung von nutzerorientierten Inhalten und das Programmieren digitaler Designs und Benutzeroberflächen. Zu den vermittelten Inhalten gehören digitale Business-Modelle und innovative Kommunikations-Trends. Als Top-up werden Digital Concept Development und Web Development angeboten. Die Auswahl der Bewerber erfolgt an der BAA durch eine individuelle Prüfung der Noten, bisheriger Berufserfahrung und von sozialem Engangement. Teilweise werden zudem Skype-Interviews durchgeführt. Zudem benötigt man einen bestandenen Mathematik- und Englisch-Grundkurs und einen Englischnachweis über einen international anerkannten Test (Toefl oder IELTS). Bei Environmental Management muss der Bewerber zusätzlich mindestens 125 Stunden Chemieunterricht in den letzten drei Schuljahren belegt haben. nb Aalborg, die viertgrößte Stadt des Landes, liegt am Limfjord Aalborg: Hafen, Strand und Party Recht weit im Norden Dänemarks durchzieht der Limfjord das Land von der Ost- bis zur Westküste. Am öst- lichen Ende des Fjords liegt die Stadt Aalborg mit ihren knapp 115.000 Einwohnern. Bereits vor über 1.000 Jahren siedelten dort die Wikinger. Die Ausgrabungen dazu sind im sehenswerten Lindholm-Høje- Museum ausgestellt. Aalborg ist bekannt für seinen Seehafen. Dieser wurde in den letzten Jahren grundlegend modernisiert und bietet nun ein tolles Flair zum Entspannen und Spazieren- gehen. Von der Limfjordbrücke aus blickt man über die gesamte Hafenlandschaft. Wer auch gerne mal in die Natur geht, der findet Wanderwege auf der Insel Egholm, die direkt vor der Stadt im Limfjord liegt. Im Sommer zieht der schöne Sandstrand viele Besucher an. Zum Feiern lädt eine der bekanntesten Kneipenstraßen Dänemarks ein. Auf der „Jomfru Ane Gade“ finden sich zahlreiche Kneipen, Bars und Clubs. Am Wochenende ist diese Partymeile der Place-to-be für Studenten. Das Rainbow-Panorama auf dem Aros-Kunstmuseum bietet einen spektakulären Ausblick auf die Stadt Aarhus: Kunst und Lifestyle An der Ostküste der Halbinsel Jütland, direkt am Meer, liegt Aarhus, mit 273.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Mitten durch die Altstadt zieht sich die Aarhuser Au, ein Fluss, eingerahmt von historischen und modernen Gebäuden. Dieses Wechselspiel zwischen Alt und Neu zieht sich durch das gesamte Stadtbild. Es ist geprägt von gemütlichen Altbauten und stilvoller moderner Architektur. Modernes Design wird generell in dieser Stadt großgeschrieben. Besonders sehenswert ist das ArosKunstmuseum mit seinen international anerkannten Ausstellungen. Im Erdgeschoss lädt das Museums- Café zu traditionellen dänischen Spezialitäten ein, ganz oben auf dem Gebäude thront das sogenannte Rainbow-Panorama – ein Rundgang in den Farben des Regenbogens, von dem aus die Besucher einen spektakulären Blick über die ganze Stadt haben. 2017 war Aarhus neben der zyprischen Hafenstadt Paphos Kulturhauptstadt Europas. Unter anderem findet hier jährlich eines der größten Foodfestivals Nordeuropas mit traditionellen und innovativen Gerichten der regionalen Küche statt. Das Musikfest „Stella Polaris“ lädt jedes Jahr zu Konzerten mit elektronischer Musik ein.

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© Fotos (3): University RSU 4 International studieren Sonderausgabe An lebensechten Hightech-Puppen können die Studenten der RSU Dutzende von Szenarien üben. Auch ausgebildete Mediziner nutzen das Angebot der Uni MEDIZIN INTERNATIONAL STUDIEREN Medizinstudium in Hightech-Zeiten Mehr als 2.000 internationale Medizinstudenten aus über 50 Ländern sind an der Rīga Stradiņš University (RSU) immatrikuliert, darunter knapp 1.100 Deutsche. Die RSU setzt auf kleine Studiengruppen, praktische Übungen und Hightech-Simulatoren. Einige Studierende haben gerade erfolgreich einen Patienten intubiert. Die Vitalwerte geben Entwarnung, die verabreichte Medikation hat angeschlagen. Nun sind die angehenden Mediziner erleichtert. Obwohl es sich um keinen echten Patienten handelt, sondern um den Sim Man 3G. Dieser medizinische Hightech-Dummy steht den Studenten im Medical Education Technology Centre, dem Simulationskrankenhaus der RSU, zur Verfügung. Übungsbehandlungen werden grundsätzlich in einen weiteren Seminarraum übertragen, in dem die Kommilitonen das Ganze fachmännisch über die VideoLeinwand begutachten. Hightech-Dummys und virtuelle Simulatoren Nach vierjähriger Bauzeit eröffnete die Hochschule 2013 das fast sieben Millionen teure Technology Centre. Seitdem trainieren und lernen dort Studenten der Medizin, aber auch ausgebildete Mediziner, die sich in der Facharztausbildung befinden. Die Liste der Simulationssysteme ist lang. Mehr als 35 gibt es im Technology Centre. Sie reichen von einfachen, partiell einsetzbaren Geräten zum Üben intravenöser Injektionen oder dem Legen eines Katheders bis zu komplexen lebensechten Puppen wie dem Sim Man 3G, dem Human Patient Simluator oder dem Sim Newborn. All diese Hightech-Dummys reagieren fast wie echte Patienten und haben viele Dutzend Szenarien gespeichert, die simuliert werden können. Zudem ist das Technology Centre mit rein virtuellen Trainingssystemen ausgestattet. Der Sectra Table etwa ist ein großformatiger Bildschirm mit Touchfunktion, der detailgetreue dreidimensionale Einblicke in den menschlichen Körper ermöglicht. Exzellent geeignet zum anschaulichen Studium der Anatomie-Grundlagen, aber auch um zweidimensionale CTBilder in 3-D-Rekonstruktionen umzuwandeln. Es gibt eine Trainingseinheit für endoskopische Untersuchungen und ein Simulationsgerät für das Legen von Herzkathedern. Fertiggestellte Großprojekte und die Zukunft Das Medical Education Technology Centre ist seit drei Jahren in Betrieb. Die lettische Mediziner-Uni hat in den vergangenen Jahren noch weitere Modernisierungsprojekte abgeschlossen. Ein neues Studentenwohnheim für 135 Be- Auch kleine Eingriffe wie eine Blutabnahme oder intravenöse Injektionen können hier intensiv geübt werden Die Simulatoren reagieren fast genau wie echte „Patienten“ wohner, direkt auf dem Campus gelegen, weihte die Universität Ende 2017 ein. Die Uni-Bibliothek wurde zur großen Präsenzbibliothek umgestaltet, die Uni- versitätskliniken, allen voran das Paul Stradins University Hospital, grund- legend saniert. Das wohl größte noch ausstehende Projekt der Uni ist die Errichtung eines neuen Study, Research and Sports Centre 200 Meter vom ursprünglichen Hauptgebäude entfernt. Auf 10.000 Quadratmetern sind Seminarräume und Auditorien, ein großes pharma- zeutisches Labor und eine Multifunk- tions-Sporthalle geplant. Finanziert hat die RSU dies zum großen Teil aus eigenen Mitteln, zudem sind Fördergelder des lettischen Staates sowie EU-Projektgelder geflossen. Der Nutzen, den lettische wie internationale Medizinstudenten daraus ziehen, ist hoch. Solch umfangreiche Investitionen in den Ausbau von Forschungsein- richtungen findet man in anderen Ländern der EU selten. ks Rīga Stradiņš University (RSU) Studienort: Riga, Hauptstadt Lettlands, größte Stadt im Baltikum Einwohnerzahl: 640.000 Anreise: Direktflüge von vielen deutschen Flughäfen, auch mit Billigfliegern Studienprogramme in englischer Sprache: Human-, Zahnmedizin, Pharmazie, Public Health, Ergotherapie, Physiotherapie, Krankenpflege Zulassungsvoraussetzungen: Abitur oder vergleichbarer Schulabschluss, Englisch-Sprach- nachweis, Oberstufen- und Abiturnoten in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, zusätzlich Empfehlungs- und Motivationsschreiben Bewerbungsfrist: 1. September bis 1. Dezember für Studienbeginn im Februar, 1. April bis 1. Juli für September Dauer: 12 Semester (Humanmedizin), 10 Semester (Zahnmedizin) Gebühren pro Jahr: 12.000 Euro (Humanmedizin), 14.000 Euro (Zahnmedizin) Besonderheiten im Studium: Lernkonzept ausgerichtet auf Studiengruppen mit 12 bis 15 Studenten, regelmäßige Tests und Testate, Ausbildung im Medical Education Technology Centre, dem Simulationskrankenhaus der RSU Abschluss: MD, Medical Doctor, in Deutschland voll approbationsfähig Webseite der RSU: rsu.lv Deutschsprachige Repräsentanz Kostenfreie Studienberatung und Bewerbungs- i betreuung: Finde Academic – Internationale Studienberatung und Vermittlung, Hamburg Telefonische Beratung werktags 10-16 Uhr: 040/22853541, info@finde-academic.de

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Sonderausgabe International studieren 5 Lithuanian University of Health Sciences (LSMU), Kaunas © Foto: Evelina Miliukaite - pixabay Studienort: Kaunas, zweitgrößte Stadt Litauens Einwohnerzahl: 298.000 Anreise: Flug nach Kaunas oder Vilnius. Von Vilnius ca. 1,5 Stunden mit dem Zug Studienprogramme in englischer Sprache: Human-, Zahn-, Tiermedizin, Pharmazie, Public Health, Food Science, Krankenpflege In Kaunas lässt es sich als Student sehr gut leben: Es gibt nette Cafés, gemütliche Bars und günstigen Wohnraum MEDIZIN INTERNATIONAL STUDIEREN Approbation übers Baltikum Alan Bareiss (24) steht kurz vor dem Abschluss seines Medizinstudiums an der Lithuanian University of Health Sciences (LSMU) in Kaunas. Der Deutsche fühlt sich in der zweitgrößten Stadt Litauens sehr wohl, lobt das problemorientierte Studienkonzept und die Internationalität der medizinischen Fakultät. ? Wieso bist du für das Studium ins Ausland gegangen? Alan: Der Hauptgrund war, dass ich in Deutschland keinen Platz bekommen habe. Ich war aber auch sehr neugierig und hatte Lust auf ein anderes Land, neue Eindrücke. ? Wie kamst du darauf, gerade in Kaunas zu studieren? Alan: Das war eher Zufall, ich hatte zu Auslandsstudiengängen in der Medizin recherchiert und einen Aufnahmetest von der LSMU in Deutschland gemacht. Erst nachdem ich bestanden hatte, habe ich mich mit der Uni und der Stadt beschäftigt. Beides war mir auf Anhieb sympathisch, ich habe zügig zugesagt. Jahr sind die Studenten in den Kliniken unterwegs. Durch das Studienkonzept heißt das im klinischen Teil auch: sehr praxisnahes Unterrichten und viel Patientenkontakt. ? Dafür muss man Litauisch können... Alan: Richtig. Das ist verpflichtend im Curriculum ab dem ersten Semester. Die Kurse helfen natürlich sehr. Um ehrlich zu sein, habe ich die Sprache aber abends in den Bars gelernt, wenn ich mit Litauern zusammen war. Ich habe während des Studiums meine Freundin kennengelernt, die aus Kaunas kommt. Mit ihr und ihrer Familie spreche ich natürlich auch Litauisch. ? Und das Studentenleben in Kaunas? Wie kann man sich das vorstellen? Alan: Die jungen Litauer sind sehr offen und international eingestellt. Neben der Uni hat man in Kaunas ein echt gutes Leben. Die Stadt ist mit knapp 300.000 Einwohner groß genug, es gibt viele Cafés und Bars. Basketball wird als die „zweite Religion der Litauer“ bezeichnet. Der mehrfache Meister kommt aus Kaunas und spielt in der großen Arena der Stadt. Zudem sind die Lebenshaltungskosten für Studenten recht niedrig, es gibt 80 Prozent Rabatt auf den öffentlichen Nahverkehr. So kostet eine Fahrkarte nach Vilnius nur 3,50 Euro. Die Hauptstadt ist auch nur eine Stunde entfernt. Für ein WG-Zimmer habe ich 150 Euro bezahlt. Zulassungsvoraussetzungen: Abitur oder vergleichbarer Schulabschluss, EnglischSprachnachweis, Aufnahmetest in Biologie und Chemie, Interview Bewerbungsfrist: 1. November bis 1. Juli für Studienbeginn im September Dauer: 12 Semester (Humanund Tiermedizin), 10 Semester (Zahnmedizin) Gebühren pro Jahr: 11.500 Euro (Humanmedizin), 12.500 Euro (Zahnmedizin), 7.000 Euro (Tiermedizin) Besonderheiten im Studium: Studienkonzept mit Fokus auf Problemorientiertem Lernen, umfangreicher Studentensupport durch Mentoren, Tutoren und psychologische Beratung, größtes Universitätsklinikum der baltischen Länder „Kauno klinikos“ mit ca. 80.000 Patienten pro Jahr Abschluss in Medizin: MSc in Health Sciences, Doctor, äquivalent zu MD, in Deutschland voll approbationsfähig Webseite der LSMU: lsmuni.lt ? Was sagst Du zum Studium? Gibt es Besonderheiten? Alan: Besonders ist das Studienkonzept der LSMU, das ganz auf Problembasiertem Lernen aufbaut. Es gibt also kaum Frontalunterricht. In Gruppen arbeitet man an konkreten Problemen oder Projekten, man organisiert sich, lernt gemeinsam und sucht mit Hilfe der Dozenten das relevante Wissen zusammen. ? Gibt es auch in Litauen die Trennung zwischen vorklinischem und klinischem Teil? Alan: Ja. Die ersten zwei Jahre verlaufen eher theoretisch, ab dem dritten Alan Bareiss, Student der Humanmedizin, 6. Studienjahr „Die jungen Litauer sind sehr offen und international eingestellt.“ ? Wie ist der Kontakt zu anderen Studenten? Deutschsprachige Repräsentanz iAlan: Ich studiere zusammen mit einigen Deutschen, auch mit Israelis, Spaniern, Schweden und anderen Nationalitäten. Da haben Kostenfreie Studienberatung, Bewerbungsbetreuung und akademische Vorbereitung sich Freundschaften in der zu medizinischen ganzen Welt gebildet. Während meines Studiums habe ich etwa einen Kommilitonen in Indien besucht, war auf einer Hochzeit in England eingeladen. Mit einem Studienfreund aus Israel, der Aufnahmetests: Finde Academic – Internationale Studienberatung und Vermittlung, Hamburg zum ersten Mal Deutschland besuchte, ging es in meiner Heimatstadt Stuttgart ins Festzelt auf der Cannstatter Wasen. Telefonische Beratung werktags 10-16 Uhr: 040/22853541, info@finde-academic.de Vielen Dank für das Gespräch! ks © Foto: privat © Foto: Vilensija - Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

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6 Ratgeber Sonderausgabe STUDIENFINANZIERUNG Wie teuer ist der Norden? Renommierte Unis und keine NC-Hürde – ein Studium in Schweden oder Dänemark ist eine gute Alternative zum Studium in Deutschland. Doch kann man sich das Studieren und Leben dort überhaupt leisten? Wer sich mit den Möglichkeiten staatlicher Förderung in Dänemark und Schweden auseinandersetzt, wird überrascht sein: großzügige Beträge und keine komplizierten Anträge mit detaillierten Angaben zu Einkommen der Eltern und Offenlegung der eigenen Einkommensverhältnisse, wie es beim deutschen Bafög üblich ist. Dänische Förderung – Statens Uddannelsesstøtte (SU) Im Bereich Bildungsausgaben ist Dänemark innerhalb der OECD-Länder ganz vorne mit dabei: Laut des neuesten OECD-Bildungsvergleichs gibt das Land 6,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Bildung aus. Damit belegt es hinter Großbritannien den zweiten Platz. Zum Vergleich: Deutschland investiert gerade mal 4,3 Prozent und bleibt damit weit hinter dem OECD-Durchschnitt von 5,2 Prozent zurück. Die hohen Investitionen zahlen sich auch für die Studenten aus. In Dänemark muss niemand Studiengebühren zahlen, weder Inlands- noch Auslandsstudenten. Zudem überweist der Staat jedem Studierenden, egal mit welchem finanziellen Hintergrund, monatlich etwa 800 Euro, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Um diesen Statens Uddannelsesstøtte (SU) zu bekommen, müssen die Studenten lediglich nachweisen, dass sie mindestens zehn Stunden pro Woche arbeiten. Neben dem staatlichen Stipendium kann zusätzlich ein Studienkredit mit niedriger Verzinsung beantragt werden. Nimmt man sich ein preiswertes Zimmer im Wohnheim (z. B. in Aalborg 350 bis 450 Euro), dann ist es auf jeden Fall möglich mit dem Einkommen von SU, Kredit und Nebenjob, ein Studentenleben mit monatlichen Lebenshaltungskosten von 800 bis 1.000 Euro zu bestreiten. Fördermittel in Schweden Schweden investiert, ähnlich wie die dänischen Nachbarn, überdurchschnittlich viel in Bildung: Nach den Zahlen der OECD sind es 5,4 Prozent des BIP. Auch hier bekommen Studenten einen festen Betrag pro Monat. Dieser ist zwar mit umgerechnet etwa 300 Euro geringer, allerdings werden keine Arbeitsstunden vorausgesetzt. Wer möchte, kann ergänzend ein Studiendarlehen über bis zu 700 Euro pro Monat beantragen. Die Zinsen dieses Kredits liegen nach aktuellen Angaben der schwedischen Behörde für staatliche Studienförderung bei niedrigen 0,13 Prozent (Stand 2018). Die maximale Rückzahlungsfrist endet nach 25 Jahren. Um diese Förderung zu erhalten, muss man allerdings als EU-Bürger Staatliche Förderung während des Studiums Dänemark Statens Uddannelsesstøtte (SU) 800 €* Voraussetzung: 10 Std./Woche jobben ca. 500 €* durch Nebenjob** Schweden Studiemedel vergeben durch Centrala Studiestödsnämnden (CSN) 300 €* Voraussetzung: Aufenthaltsdauer im Land 700 €* durch zinsgünstigen Studienkredit Deutschland Auslands-Bafög 0-960 € Abhängig vom Einkommen der Eltern 50% Rückzahlung nach 5 Jahren ? Ohne Rückzahlung Kredit / Rückzahlung Zuverdienst aus 10 Stunden verpflichtender Arbeit * Monatliche Förderung / maximal monatlich möglicher Kredit oder Zuverdienst, gerundet nach Umrechnungskurs. Stand: November 2018; ** Rechenbeispiel bereits mehrere Jahre in Schweden gelebt haben. Die Zimmerpreise in einer kleineren Uni-Stadt wie Jönköping liegen beispielsweise bei durchschnittlich 350 Euro. Weitere 500 bis 600 Euro sind fürs studentische Überleben sicher notwendig. Förderung durch den deutschen Staat In Deutschland bekommen Studierende finanzielle Zuschüsse zum Studium im Ausland am einfachsten über das Auslands-Bafög und den Bildungskredit des Bundesverwaltungsamt. Der Vorteil am Auslands-Bafög ist, dass es wie das Inlands-Bafög nur zu 50 Prozent zurückgezahlt werden muss. Allerdings steht auch hier am Anfang ein langwieriges Ausfüllen von Formularen. Der Antragsteller muss sein gesamtes finanzielles Umfeld offen legen. Da ein Auslandsstudium als kostspieliger gilt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Antrag bewilligt wird. Wer also im Inland keine Zuschüsse bekommt, hat unter Umständen dennoch ein Recht auf Auslands-Bafög. Durch folgende zusätzliche Leis- tungen unterscheidet sich das Auslands- vom Inlands-Bafög: Anfallende Studiengebühren werden teilweise über- nommen, Reisekosten, Zusatzleistungen für die Krankenversicherung und einen je nach Land berechneten Auslands- zuschlag. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Förderungsende und erfolgt über mindestens 105 Euro im Monat. Der Antrag für den Bildungskredit des Bundesverwaltungsamts ist im Gegensatz zum Bafög-Antrag recht un- kompliziert über ein Online-Formular abzugeben. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller das erste Studienjahr bestanden oder bereits 60 ECTS-Punkte erhalten hat. Die Höhe des Kredits beläuft sich auf 1.000 bis 7.200 Euro. Der zu Anfang festgelegte Betrag wird über maximal zwei Jahre monatlich in Höhe von 100, 200 oder 300 Euro aus- gezahlt. Für ausbildungsbezogene Auf- wendungen zahlt das Amt auch ein- malige Beträge bis zu 3.600 Euro. Der Kredit kann flexibel jederzeit zum Monatsende gekündigt werden. Die Ver- zinsung richtet sich nach einem güns- tigen Zinssatz, der von Jahr zu Jahr leicht variiert. Die Tilgung wird vier Jahre nach der ersten Auszahlung fällig und erfolgt über einen monatlichen Betrag von 120 Euro. nb © Infografik: rintelengrafik HILFE BEI DER STUDIENFINANZIERUNG Gut beraten: Geld fürs Auslandsstudium Welche Fördermöglichkeiten gibt es für ein Studium im Ausland? Beantragt man die Unterstützung am besten in Deutschland oder im Ausland? Jonas hat seine Bewerbung für ein BWL-Bachelor-Programm an der Business Academy Aarhus in Dänemark über die Studienberatung Finde Academic in Hamburg abgewickelt. Jetzt liegt die Zusage vor ihm auf dem Tisch. Jonas muss noch eine elementare Sache klären: Wie kann er das Ganze über sechs Semester finanzieren? Auslands-Bafög, Bildungskredit, Stipen- dium und staatliche Förderung an der Auslands-Uni sind Optionen. Doch was passt nun für Jonas? Recherche, Bewerbung, Antragstellung, Fristen? Die meisten Studenten scheuen den Aufwand, vor Studienbeginn alle Möglichkeiten auszuloten. Zurzeit beziehen nur noch knapp 15 Prozent aller deutschen Studierenden Bafög, Auslands-Bafög inbegriffen. Deutlich mehr könnten die Förderung erhalten. Zu bürokratisch und aufwendig ist vielen die Antragstellung. Nicht nur das Einkommen der Eltern, auch die gesamten Vermögenswerte müssen offengelegt werden. Fürs Inland beliebt, aber fürs Ausland meist kompliziert: Das sind die existierenden Studienkredite. Die gibt es von privaten Anbietern genauso wie von der staatlichen KfW-Bank. Komplexer und sehr viel individueller wird die Suche und Antragstellung, wenn es um Stipendien fürs Ausland geht. Viele Stiftungen fördern nur bestimmte Fachrichtungen, konkrete Regionen beziehungsweise Länder oder soziales Engagement. Und zu guter Letzt gibt es eventuell eine finanzielle Förderung im EU-Ausland. Es kommt gar nicht selten Bafög, Kredit, Stipendium? Individuelle Beratung zur Finanzierung eines Auslandsstudiums gibt es bei Finde Academic – Internationale Studienberatung und Vermittlung in Hamburg. Mehr dazu auf: finde-academic.de/ studienfinanzierung-ausland vor, dass dort Studienkredite oder ein mit dem Bafög vergleichbarer Unterhalt möglich sind. Zu Beginn des Studiums, ins- besondere im Ausland, kommen auf den zukünftigen Studenten viel Recherche und Arbeit zu. Das Ergebnis: Viele realisieren das Ganze „irgendwie selbst“, durch private Rücklagen oder mit Hilfe der Eltern, und verzichten auf Unter- stützung Dritter. ks

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Sonderausgabe Panorama 7 MODERNE BIBLIOTHEKEN Lese-Oasen statt Bücher-Keller Alt, düster und verstaubt? Von wegen! Diese Bibliotheken bieten moderne Architektur, stylisches Innendesign und Lounge-Flair. Wer geht denn noch in die Bibliothek? In Zeiten von E-Books, Wikipedia und Online-Ausleihe sind Bücher und Büchereien nicht mehr so gefragt wie früher. Deshalb erfinden sich viele Bibliotheken neu. Es entstehen immer mehr Multimedia-Zentren, die den Zugang zu Wissen über verschiedene Kanäle ermöglichen. Dabei geht es nicht mehr (nur noch) darum, dem Besucher ein ruhiges Plätzchen zum Abschotten, Lesen und Lernen zur Verfügung zu stellen. Moderne Bibliotheken wollen einen Ort der Begegnung schaffen, an dem es zum Wissensaustausch und zum entspannten Miteinander kommt. Natürlich gibt es noch Ruhezonen zum Schmökern, aber ebenso Bereiche in denen die Leute ein entspanntes Schwätzchen halten oder Kinder sich austoben können. So vereint sich das Flair eines gemütlichen Cafés mit der Möglichkeit, sich neues Wissen anzueignen. Drei der beeindruckendsten modernen Bibliotheken Europas sind in den letzten vier Jahren in Dänemark, Lettland und Finnland erbaut worden. nb Dokk1 im dänischen Aarhus Mitten im Hafen von Aarhus liegt das Multimediahaus Dokk1 mit Sicht auf die Hafenkräne und über die Aarhusbucht im Kattegat. Schon die Anfahrt ist futuristisch: Nutzt man die öffentlichen Verkehrsmittel, fährt man mit der S-Bahn direkt die im Haus integrierte Bahnstation an, als Autofahrer kann man seinen Wagen auf einem der 1.000 vollautomatischen Parkplätze abstellen. Die Fläche des 2015 fertiggestellten Gebäudes umfasst 28.000 Quadratmeter. Im Inneren befinden sich neben weitläufigen Lesebereichen auch ein großer Saal für Theater und Konzerte, eine Lounge-Area zum lockeren Zusammensitzen, ein bibliothekseigenes Café und eine große Spielfläche für Kinder. Zudem gehört zum künstlerischen Innendesign ein zentral platzierter Gong, der läutet, wenn ein neuer Bewohner in Aarhus geboren wird. Lettische Nationalbibliothek in Riga Ein Lichtschloss mit Wänden aus Tausenden von Büchern am Ufer der Daugava – die Lettische Nationalbibliothek in Riga scheint aus einer anderen Welt zu stammen. Das imposante Gebäude in Form eines Berges wurde 2014 fertig gestellt und ragt 68 Meter in den Himmel. Ganze 25 Jahre dauerte die Errichtung. Der Bau war bis zum Schluss kontrovers diskutiert worden, auch aufgrund der enormen Kosten von etwa 190 Millionen Euro. Zur Eröffnung bildeten Hunderte von Bürgern eine Menschenkette und brachten symbolisch Bücher von der alten in die neue Bibliothek. Besucher können bis zur siebten Etage hoch die Bibliothek kostenlos nutzen und die Aussicht genießen. Auch Führungen werden regelmäßig angeboten. © Fotos: ALA Architects (2), Glorandal - wikimedia.org CC BY-SA 4.0 (1), Dokk1 (1) Oodi – Zentralbibliothek in Helsinki Bald wird die neue Zentralbibliothek der finnischen Hauptstadt eröffnet. Sie wird Oodi heißen – und soll eine „Ode“ an das Lesen, Lernen und Leben sein. Schon die architektonischen Pläne zeigen, dass diese Bibliothek neue Maßstäbe setzen wird. Nach dem Motto „A modern library is a living and functional meeting place.“ entsteht für etwa 98 Millionen Euro ein dreistöckiger Bau mit geschwungener Holzfassade und viel Glas. Die dritte Etage soll ein „Book Heaven“ werden – eine von Holz und Pflanzen geprägte Oase zum entspannten Lesen und Relaxen. Vom angrenzenden Café und der großen Terrasse aus wird man einen weiten Blick über Helsinki haben. Impressum Studieren in Anderswo – Magazin für außergewöhnliche Studienwege Herausgeber: Finde Academic – Kai Schirdewahn, Internationale Studienberatung und Vermittlung Gluckstr. 57, 22081 Hamburg Ust-IdNr.: DE269130248 tel: 040 22 85 35 41 1 fax: 040 22 85 35 41 9 redaktion@studieren-in-anderswo.de www.studieren-in-anderswo.de Chefredaktion: Kai Schirdewahn (ks) (V.i.S.d.P.) ks@studieren-in-anderswo.de Redaktion: Markus Düppengießer (mad), Nora Backhaus (nb) Schlussredaktion: Markus Düppengießer Layout und Gestaltung: rintelen:grafik, www.rintelen.de Hinweise auf externe Bildrechte sind bei den jeweiligen Fotos angegeben. Anzeigen: ads@studieren-in-anderswo.de Druck: Zeitungsdruck Dierichs GmbH & Co. KG Wilhelmine-Reichard-Str. 1, 34123 Kassel Erscheinung und Auflage: Einmal pro Jahr, 5.000 Exemplare Paris, Sevilla, Rom: Entlockt Euch das auch nur noch ein müdes Lächeln, und ein Hauch von Langeweile weht durch Eure Studenten-WG? Studieren in Anderswo ist ein Print- und Online-Magazin aus Hamburg, das Lust auf ein Auslandsstudium in Ländern abseits der Erasmus-Autobahn machen will. Wir arbeiten unter dem Dach der Studienagentur Finde Academic auch als Berater und betreuen viele Auslandsstudierende, die sich jetzt auf einem außergewöhnlichen Studienweg irgendwo in Anderswo befinden.

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8 Panorama Sonderausgabe © Foto: Revolving Dansk FAST FOOD IN DÄNEMARK Am Pøls der Zeit Mayonnaise gehört nicht auf die roten Würstchen, die die Dänen so gerne essen. Die Hotdogs schmecken – wer hätte das gedacht – Rechtsund Linkshändern. Bei dänischer Kulinarik denken die Älteren vielleicht an den Koch aus der Muppet-Show und das von ihm angepriesene Smørrebrød, den mit ausreichend Geld Gesegneten kommt eher die Neue Nordische Küche in den Sinn und das Zwei-Sterne-Haus Noma. Bei Hotdogs aus Skandinavien fällt anderen der Snack ein, den eine schwedische Möbelhauskette extrem günstig anbietet. Dabei gelten Hotdogs doch als die Nationalspeise der Dänen. Und so hat es vor vier Jahren viele nicht verwundert, als die Meldung durch die Presse ging, der dänische Hotdog Traditionell gibt's zur heißen Wurst kalten Kakao solle Unesco-Weltkulturerbe werden. Den Antrag habe die „Vereinigung dänischer Hotdog-Imbissbetreiber“ gestellt, die sehr auf einen Erfolg für diese vielleicht beliebteste Speise Dänemarks hoffe. Aufmerken lassen hätte allerdings das Datum, an dem die Tourismusseite „Visitdenmark“ die Pressemeldung dazu herausgab: der 1. April 2014. Wie viele internationale Journalisten damals auf diesen Scherz hereinfielen, hat niemand gezählt. Als aber eine deutsche Reporterin extra auf die dänische Insel Ærø kam, um den angeblichen Vorsitzenden der angeblichen Imbissbetreiber-Vereinigung zu interviewen, setzten die Bewohner noch einen drauf. Sie gründeten den einzigen Imbiss, der Hotdogs speziell für Linkshänder anbietet. man nicht selber. Sie werden am Wurstwagen (dänisch Pølsevogn) erworben und verspeist – oder am Imbissstand. Einer der beliebtesten dieser Natürlich Stände liegt gleich kann man auch jedes andere hinter der deutsch-dä- Wurstbrötchen beidhändig genießen. nischen Grenze. „Annies Beachten sollte man jedoch, dass a) Kiosk“ lockt mit einer Mischung aus Messer und Gabel in diesem Zusammen- traumhaftem Blick auf die Flensburger hang verpönt sind und dass b) leicht Förde und schmackhaftem Fast Food nach vorne gebeugt stehend, der Hotdog aus frischen Zutaten die Massen an. Be- mit gezieltem Schwung in den Mund ge- sonders beliebt ist der Imbiss, der über langt. Wer jetzt erst an die Servietten einen deutschsprachigen Wikipedia- denkt, hat was falsch gemacht. Dänische Eintrag verfügt, bei Motorradfahrern. Hotdogs wurden längst in die Welt hinaus exportiert: Martin Høedholt etwa brachte ihn mit seinem Unternehmen „Revolving Dansk“ vor sieben Jahren nach Brooklyn, New York. Was aber macht ihn aus, den dänischen Hotdog? Auf- fällig ist die leuchtend rote Farbe der Fleischeinlagen, die Einheimische „røde Pølser“ nennen. Sie werden in halb aufgeschnittene, warme Brötchen gelegt. Hinzu kommen geröstete „Annies Kiosk" an der deutsch-dänischen Grenze und frische Zwiebeln, süß- lockt vor allem Motorradfahrer an sauer eingelegte Gewürz- gurken. Als Soßen gereicht werden Daran hat auch der Tod von Namens- Ketchup, Senf, Remoulade und/oder eine geberin Annie Bøgild nichts geändert, Spezialsoße aus Blumenkohl, süßem die dort von 1966 an 50 Jahre lang Senf und Kreuzkümmel, aber ausdrück- sehr erfolgreich Hotdogs verkaufte. lich keine Mayonnaise. Der kalte Kakao, Die Belegschaft blieb dem Imbiss treu dem man traditionell dazu trinkt, macht erhalten. Das Brot kommt vom gleichen die Geschmacksexplosion komplett. Bäcker wie vorher und die Hotdogs sind Ein Rezept braucht man aber beliebt wie eh und je – bei Rechts- und eigentlich nicht, denn Hotdogs macht bei Linkshändern. mad INTERNATIONALE STUDIENBERATUNG Interesse an einem Studium im Ausland? Das Team von Finde Academic in Hamburg berät und betreut euch individuell – per Telefon, Mail oder direkt vor Ort. Kai Schirdewahn Studienberater und Inhaber Imen Bessassi Studienberaterin Medizin Dr. Eva Istók Akademische Vorbereitung Medizin, Psychologie, BWL, Medien und Design: Bachelor und Master im Ausland Macht mit uns eine kostenfreie, unverbindliche Erstberatung und holt euch alle Infos zu eurem Traumstudiengang im Ausland. Telefonische Beratung werktags von 10 bis 16 Uhr: 040-22853541 Persönliche Gespräche nach Vereinbarung: finde-academic.de © Foto: Karin Eishauer Schon gehört? WELTGRÖSSTE LAN-PARTY Wenn die Drähte glühen Auch in diesem Jahr erwartet die schwedische Studentenstadt Jönköping einen Ansturm von Computer-Nerds. Unter dem Titel „Dreamhack“ gibt es keine traumhaften Mettbröttchen; hier findet die größte LANParty der Welt statt. Den Rekord aus dem Vorjahr wollen die Veranstalter noch überbieten. 50.000 Menschen, so schätzen sie, werden Anfang Dezember das Messe- und Kongresszentrum Elmia bevölkern. Logistisch eine kleine Meisterleistung: Für Unterkunft, Verpflegung und natürlich auch Sanitäranlagen ist gesorgt. Und so wissen die Veranstalter jetzt schon, dass allein ihre Mitarbeiter in den vier Tagen exakt 2.940 Kilogramm Essen verspeisen werden. Und 18.874 Plätze für Spieler werden in dem riesigen Netzwerk angeboten: für E-SportsTurniere und Matches in den Spielen „Rocket League“, „Hearthstone“ und „League of Legends“. Mehr dazu auf dreamhack.com EUROPÄISCHE KULTURHAUPTSTADT Kaunas legt sich ins Zeug Die zweitgrößte Stadt Litauens, Kaunas, wird 2022 europäische Kulturhauptstadt. Schon jetzt hat die Stadtverwaltung mit den Vorbereitungen begonnen. Mit ihren knapp 300.000 Einwohnern nimmt sich die Stadt viel vor. Unter dem Slogan „Kaunas 2022: From temporary to contemporary“ bezieht sie sich auf eine Periode in den 1920er Jahren, als Kaunas zeitweise die Hauptstadt Litauens war. Heute, so steht in der Projektidee, sieht sich die Stadt als „festen Bestandteil unseres Europas“. Diese Nähe zur EU zu betonen ist wohl die Hauptaufgabe, die die Stadt sich gesetzt hat. Wie es sich für eine werdende Kulturhauptstadt gehört, wird viel Geld in die Hand genommen und in Infrastruktur, Renovierung und Restaurierung investiert. Das Projektbüro hat sich neben der Förderung von Wissenschaft, Kunst und Design natürlich auch das Ziel gesetzt, viele interessante Events auszurichten. Mehr dazu auf kaunas2022.eu © Foto: Toffelginkgo - CC BY-SA 3.0 commons.wiki

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