Fischer Chronik

 

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Fischer Chronik

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Geschichte Entwicklung Begegnung seit 1880

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D as am 1. Mai 1880 in Mainz gegründete Familienunternehmen schaut auf eine lange Geschichte zurück, die untrennbar und eng mit der Geschichte der Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden verbunden ist. Seit fast 140 Jahren befindet sich das Unternehmen heute im Familienbesitz der 4. Generation. Die Fischers, jeder für sich ein unterschiedlicher Charakter, formten mit Herz, Mut und Verstand, auch in stürmischen Zeiten, das Unternehmen, welches sich im Laufe des letzten Jahrhunderts von einer kleinen Drogerie für chemische Produkte gemeinsam mit seiner Niederlassung Theo Seulberger-Chemie in Karlsruhe zu einem modernen, bundesweit tätigen Dienstleister in der Chemiedistribution entwickelte. Eine gelebte Tradition als Familienunternehmen, in welche die langjährigen und treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter integriert waren, sowie die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten waren ein Garant für ein stetiges Wachstum. Das Engagement in zahlreichen Ehrenämtern prägte zugleich die Außendarstellung des Unternehmens. Die hier erstellte Chronik widmet die heutige A. + E. Fischer-Chemie hauptsächlich ihren qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit Ihrem Wissen, Fleiß und ihrer Treue maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben. 5

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Auf welche beeindruckende Tradition eine Firma zurückblickt, die schon im vorvergangenen Jahrhundert gegründet wurde, kann man sich besonders bewusst machen, wenn man sich vergegenwärtigt, was es in der eigenen Stadt alles noch nicht gab, als die Firmentore schon längst offenstanden. In Mainz gab es zum Beispiel noch kein Gutenbergmuseum, keinen Hauptbahnhof und keine Theodor-Heuss-Brücke, als Adolf und Ernst Fischer mit ihrem Unternehmen schon einen Platz im Herzen unserer Stadt gefunden hatten. Fünf Jahre nach der Gründung der Firma 1880 wurde dann auch die Theodor-Heuss-­ Brücke eröffnet – was damals noch niemand wissen konnte: Im Jahre 1969 würde die Brücke für die Firmengeschichte noch bedeutsam werden, denn A. + E. Fischer-Chemie zog über den Rhein nach Wiesbaden um. Für Mainz war diese wirtschaftliche Aufbauhilfe zwar schmerzlich, aber zugleich freuen wir uns, dass die Erfolgsgeschichte der Firma, die 89 Jahre lang ihren Platz in unserer Stadt hatte, in Blickweite der alten Wirkungsstätte unverändert weitergeht. Und für die Zukunft senden wir die besten Wünsche über die Heuss-Brücke nach Wiesbaden. Michael Ebling Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz 6

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D ie Geschäftsführung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der A. + E. Fischer-Chemie GmbH & Co. KG können stolz auf eine mittlerweile 138-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken. Als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden freue ich mich, dass so ein traditionsreiches Unternehmen seit 1969 in unserer Stadt seinen Sitz hat. Als lagerhaltender Chemikaliendistributeur versorgt A. + E. Fischer-Chemie die gewerblichen Verbraucher von chemischen Produkten im gesamten Bundes­ gebiet und im europäischen Ausland. Heute führen die Brüder Nikolaus und Manuel Fischer-Bothof in vierter Generation das Unternehmen, das 1880 vom Urgroßvater und dessen Vetter in Mainz gegründet worden ist. Mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei A. + E. Fischer-Chemie tätig. Ich wünsche der Geschäftsleitung der A. + E. Fischer-Chemie GmbH & Co. KG weiterhin stets eine glückliche Hand bei allen Entscheidungen und großen wirtschaftlichen Erfolg sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles Gute für die Zukunft. Herzlichst Sven Gerich Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden 7

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Adolf Fischer 8 A m 1. Mai 1880 wird das Familienunternehmen A. & E. Fischer aus der Taufe gehoben und wird unter diesem Namen ca. 100 Jahre geführt. Ernst Fischer Wer waren die beiden Unternehmensgründer? Ernst Georg Fischer: Geboren im Dezember 1852 zu Mainz-Kastel, gewinnt er als Kaufmann in verschiedenen Unternehmungen erste praktische Erfahrungen. Sein sieben Jahre jüngerer Vetter Adolf Fischer, zählt im Jahr der Firmengründung gerade 21 Jahre. Heut­ zutage würden wir ihn einen Jungunternehmer nennen. Schreiben der „KAISERLICHEN TABAKS MANUFACTUR“ aus Straßburg zur Firmengründung Ernst und Adolf Fischer teilen sich die anliegenden Aufgaben: Während Adolf ausschließlich für die interne Firmenorganisation und den Einkauf zuständig ist, kümmert sich sein älterer und in Geschäfts­ kontakten erfahrener Vetter Ernst um die auswärtigen Belange. Er bereist den Mainzer Raum, pflegt bestehende Geschäfts­ beziehungen und gewinnt neue Kunden hinzu. 1880

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1893 Salmiakpastillen Mainz, Große Bleiche von unten Die Firma zieht in den Anfangsjahren mehrmals um, für das Stadtbüro und das Lager benötigt man mehr Platz. Dies ist Ausdruck wirtschaftlichen Wohlergehens, raschen Markterfolges und zeigt den Aufstieg einer kleinen Drogerie zu einem bedeutenden Chemikaliengroßhandel innerhalb weniger Jahre. So wird konsequenterweise der Kleinhandel mit Drogerieartikeln 1893 eingestellt, die Salmiakpastillen verschwinden aus dem Sortiment. A. & E. Fischer zieht 1892 in die große Bleiche und stellt sich größeren Aufgaben. Parallel mit dem stürmischen Aufstieg der Chemie-Indus­ trie in Deutschland im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entsteht auch der produktionsverbindende Handel. Vor allem der Großhandel mit Leinöl für den Farbanstrich und Salzsäure ist erfolgreich. 9

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Arbeiterinnen im Labor Munitionsfabrik 1900 Der Jahresumsatz in Reichsmark bewegt sich bei A. & E. Fischer in den Jahren vor 1900 knapp unter der Millionengrenze. 1900 schnellt er auf die Rekordhöhe von 1,52 Millionen RM. Diese Zahl wurde nach 1900 nicht mehr erreicht. Im Gegenteil: 1905 verzeichnet die Firma nur noch die Hälfte des Umsatzes von 1900, ein wirtschaftlicher Tiefpunkt ist erreicht.

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Deutsche Gaswerfer an der Westfront Laboratorium um 1900 1905 E rst die Kriegskonjunktur der Jahre nach 1914 führt zu einem sprunghaften Anstieg des Umsatzes. Die Chemie und damit auch der Handel, zählt zu den kriegswichtigen Industrien. Während des Krieges ist sie ein primär für den Militärbedarf produzierender Wirtschaftszweig. 11

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1920 Josef Fischer Ernst M. Fischer 12 I m April 1920 verstirbt Ernst Fischer nach 40-jähriger Tätigkeit für die Firma im Alter von 68 Jahren. Sein Vetter starb im April 1905. Bereits im Sommer 1919 wurde sein ältester Sohn (geb. 1890) Josef Fischer als Teilhaber an die Firmenspitze berufen. Er führte das Unternehmen mit seinem jüngerem Bruder Ernst M. Fischer (geb. 1893). Josef Fischer wurde am 16. November 1890 in Mainz geboren. 1939 heiratet er Melitta Stanek. Er war Teilhaber der Handelsgesellschaft für Chemikalien A. & E. Fischer, Mainz und für die Auslandskontakte der 1880 gegründeten Chemikalienhandlung, die heute ihren Sitz in Wieshaben hat, zuständig. Privat war er ein begeisterter Autoliebhaber und fuhr Bugatti. Wegen eines chronischen Nierenleidens sowie einer Herzmuskelerkrankung lebte er zeitweise in Ägypten. Ein früherer Firmenmitarbeiter erinnert sich: „Anfang der zwanziger Jahre. das war so langsam die Übergangszeit von den patriarchalischen zu den modernen Zuständen. In den Geschäftsräumen waren drei Telefonapparate vorhanden, benutzt wurden sie von den beiden Chefs, dem Hauptbuchhalter und den Prokuristen. Gearbeitet wurde an Stehpulten. Die Schreibarbeiten verrichteten die Frauen, Schreibmaschinen gab es schon. „Wir Lehrlinge hatten u. a. die Aufgabe, die Apotheken und Drogerien in Mainz und Umgebung mit Medikamenten und Chemikalien zu beliefern. Transportiert wurde mit Kiepe, die wir auf dem Rücken trugen. Wir sind dann mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Ging eine Lieferung nach Wiesbaden, nahmen wir die Eisenbahn. Gelöst wurde 4. Klasse für Reisende mit Tragelasten.“

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Gewerbeschein von A. & E. Fischer, 1919 Lebenslauf von Ernst M. Fischer, 1920 13

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Telefonvermittlung in Wiesbaden um 1920 1922 M anche Härten der Nachkriegszeit müssen erduldet und ertragen werden. Ein Jahr lang sind in Mainz Post und Telefon lahmgelegt. Die Anordnungen des französischen Militärs behindern Wirtschaft und Handel. Hinzu kommt der Verfall der Reichswährung, der seit Sommer 1922 dramatische Ausmaße annimmt. Mit der Stabilisierung der Mark und der politischen Verhältnisse nach 1923 gerät auch der Geschäfts­ betrieb wieder in ruhigere Bahnen. Von ausschlaggebender Bedeutung ist, dass der Handel in den unbesetzten Gebieten wieder auf­ genommen werden kann. 14

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1924 Im Sommer 1924 wird die Große Bleiche aus- und umgebaut. Der Umbau hat zur Folge, dass die Arzneimittelabteilung räumlich vom Chemie-Geschäft getrennt wird. Transportmittel für größere Stückmengen ist die „Roll“, ein Pferdefuhrwerk – erst Ende der zwanziger Jahre kommen die ersten Lastkraftwagen auf. In der Großen Bleiche existiert ein hydraulisch betriebener Lastenfahrstuhl, der den Hof mit dem Speicher verbindet (in den sechziger Jahren wird der Gabelstapler die Lagerarbeit grundlegend verändern). Historisches Firmenlogo Pferdefuhrwerk, um 1915 15

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