Datenreport Kita 2017

 

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Datengestützer Bericht zur Situation der frühen nachbarsprachigen Bildung in Kitas der sächsischen Grenzregionen.

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Monitoring zur frühen nachbarsprachigen Bildung in Kitas der sächsischen Grenzregionen - Datenreport 2017 -

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IMPRESSUM Herausgeber: Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus (SMK): Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung (LaNa) c/o Landkreis Görlitz Bahnhofstraße 24 | 02826 Görlitz Telefon 03581 – 663 9307 E-Mail nachbarsprachen.sachsen@kreis-gr.de Internet www.nachbarsprachen-sachsen.eu Inhalt, Redaktion und Layout: Anne Bartusiak Dr. Regina Gellrich Wir danken für die Unterstützung durch: Sächsisches Staatsministerium für Kultus (Dr. Helge Paulig [Ref. 22], Dr. Katrin ReichelWehnert [Ref. 43], Heike Buck [Ref. 22], Arnfried Schlosser [Ref. 42], Nicole Poch [Ref. 42]); Staatsministerium des Inneren (Esther Halke [Ref. 46]); Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Ute Grundmann [Ref. 21], Sylvia Mager [Ref. 21]); Jugendämter der Landkreise Bautzen, Erzgebirge, Görlitz, Mittelsachsen, Sächsische SchweizOsterzgebirge und Vogtlandkreis; Euregio EGRENSIS, Arbeitsgemeinschaft Sachsen/Thüringen e.V.; Euroregion Erzgebirge e.V.; Kommunalgemeinschaft Euroregion Oberes Elbtal / Osterzgebirge e.V.; Euroregion Neisse e.V.; Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch – Tandem; Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds (DTZF); Deutsch-Polnisches Jugendwerk (DPJW); Netzwerkstelle Kulturelle Bildung des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien; Kerstin Barthel (Leiterin Kita Spatzennest, Schmiedeberg); Manuela Ullrich (Leiterin Kita Wichtelhäusl, Deutschneudorf); Landkreis Görlitz (Sandra Winkler [Bildungsmonitoring], Auszubildende Friederike Richter); Studierende der Hochschule Zittau/Görlitz (Jenny Barthel, Sarah Fischer, Rahel Ntusi [Halbach], Lisa Paulina Iris Hesse, Katharina Kerscher, Benjamin Thiele) sowie allen 545 Kitas in den sächsischen Grenzregionen, die im Zeitraum 05-11/2017 an der ersten Datenerhebung im Rahmen des Monitorings zur frühen nachbarsprachigen Bildung in Sachsens Grenzregionen teilgenommen haben. Bildnachweis: Sächsisches Staatsministerium des Inneren, Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung Auflage: 250 Stk. Redaktionsschluss: 20.06.2018 © 2018, Landkreis Görlitz, Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Einverständnis und Quellenangabe

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Monitoring zur frühen nachbarsprachigen Bildung in Kitas der sächsischen Grenzregionen - Datenreport 2017 -

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1 Inhalt Vorwort……………..…………………………………………………………………………. 3 1 Einordnung.......................................................................................................... 4 2 Eckpunkte des Monitoring-Konzeptes............................................................... 6 2.1 Begriffsverständnis......................................................................................... 6 2.2 Regionale Eingrenzung .................................................................................. 7 2.3 Eingrenzung der Zielgruppe ........................................................................... 8 2.4 Indikatoren und Grunddaten........................................................................... 8 2.5 Zeitlicher Ablauf ............................................................................................10 3 Methodisches Vorgehen bei der 1. Datenerhebung 2017................................11 3.1 Datenbasis ....................................................................................................11 3.2 Fragebogenentwicklung ................................................................................11 3.3 Prozess der Datenerhebung .........................................................................12 4 Ergebnisse/Aussagen........................................................................................15 4.1 Rücklauf an Daten.........................................................................................15 4.2 Grundaussagen.............................................................................................15 4.3 Aktive Kitas ...................................................................................................16 4.3.1 Nachbarsprachlernangebote ..................................................................17 4.3.2 Immersiv arbeitende Kitas......................................................................19 4.3.3 Grenzüberschreitende Kita-Partnerschaften...........................................20 4.3.4 Kinder mit polnisch- bzw. tschechischsprachigem Familienhintergrund..21 4.3.5 Nachbarsprachkenntnisse des Personals ..............................................22 4.3.6 Vergleich mit 2014/2015.........................................................................23 4.4 Kitas mit Potenzial.........................................................................................24 4.5 Sonstige Aussagen .......................................................................................26 5 Übergang Kita - Grundschule............................................................................29 5.1 Aktive Grundschulen .....................................................................................29 5.2 Grundschulen mit Nachbarsprachangeboten ................................................30 5.3 Nachbarsprachlernende in Grundschulen .....................................................30 5.4 Nachbarsprachbildung am Übergang Kita-Grundschule................................31 6 Zusammenfassung.............................................................................................33 Abbildungsverzeichnis……………………………………………………………………..... 35 Abkürzungsverzeichnis………………………………………………………………..…….. 36 Quellen……………………………………………………………………………………..…..37 Anlagen……………………………………………………………………………………..….39

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3 Vorwort Kinder von Klein auf, beginnend bereits in Kindertageseinrichtungen, an andere Sprachen und Kulturen heranzuführen, ist eine wichtige Bildungsaufgabe in unserer globalisierten Welt. Gerade die sächsischen Grenzregionen bieten hierfür besondere Möglichkeiten, denn hier sind die Nachbarsprachen Polnisch bzw. Tschechisch im Alltag, in der authentischen Begegnung, Kommunikation und Interaktion mit Muttersprachler/innen erleb- und erlernbar. Diesen Schatz in der pädagogischen Arbeit zu nutzen und die Kinder bestmöglich zu unterstützen sich ihr Lebensumfeld in der Grenzregion mit seinen sprachlichen und (inter-)kulturellen Besonderheiten zu erschließen, dieser Aufgabe haben sich bereits ca. 65 Kindertageseinrichtungen entlang der sächsischpolnischen bzw. sächsisch-tschechischen Grenze verschrieben. Seit 2014 werden sie durch die Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung fachlich begleitet. Ziel ist es dabei nicht nur, den bereits vorhandenen großen Erfahrungsschatz im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung wissenschaftlich fundiert aufzubereiten und auch anderen Kitas zur Verfügung zu stellen. Vor allem soll ein Prozess der Qualitätsentwicklung gestaltet werden, um mehr Kontinuität in die Aktivitäten zu bringen und nachhaltige Bildungsergebnisse bei den Kindern zu erzielen. Um einen solchen Prozess zielführend zu steuern, bedarf es einer soliden Datenbasis. Die Landesstelle wurde deshalb mit dem Aufbau eines längerfristig angelegten Monitorings zur frühen nachbarsprachigen Bildung in den Kitas der sächsischen Grenzregionen beauftragt. Der hier vorliegende Datenreport 2017 ist nun das Ergebnis einer ersten Datenerhebung zur nachbarsprachigen Bildung im Rahmen dieses Monitorings. Mein Dank gilt allen Kita-Leitungen, die sich aktiv an der Datenerhebung beteiligt haben, ebenso wie dem Team der Landesstelle Nachbarsprachen für die akribische Akquise und Aufbereitung der Daten. Der damit vorhandene datengestützte Gesamtüberblick zur aktuellen Situation der frühen nachbarsprachigen Bildung in den sächsischen Grenzregionen fließt nun in den weiteren Diskussionsprozess zur Förderung der Nachbarsprachbildung im sächsischen Grenzraum ein. Arnfried Schlosser Referatsleiter Kindertagesbetreuung im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

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4 1 Einordnung Im Zeitraum 2014/2015 hat die Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung (LaNa) im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus (SMK) eine Bestandsaufnahme1 zu den Aktivitäten von Kindertageseinrichtungen (Kitas) im sächsischen Grenzraum im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung durchgeführt. Damit wurde erstmalig ein datenbasierter Gesamtüberblick für die sächsisch-polnischen/sächsisch-tschechischen Grenzregionen zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme bildeten die Grundlage für eine fundierte Analyse des erreichten Entwicklungsstandes im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung in Sachsen und es wurden auch grundlegende Bedarfe in diesem Bereich offen gelegt. Im Rahmen eines breit angelegten interdisziplinären Fachdiskurses konnten daraus konkrete Handlungsempfehlungen für kurz- und mittelfristig zu gehende Schritte hin zu einer kontinuierlichen, alltagsintegrierten nachbarsprachigen Bildungsarbeit in den sächsischen Grenzregionen abgeleitet werden. Sie bilden seither die Richtschnur für die Arbeit der LaNa. Im Prozess der im Zeitraum 2014/2015 durchgeführten Bestandsaufnahme und auch in der Praxis der Zusammenarbeit der LaNa mit Kitas in der Folgezeit wurde immer wieder sichtbar, dass die Daten für diesen Bereich sehr raschen Veränderungen unterliegen. Sie sind u. a. durch das Vorhandensein oder Wegbrechen von Fördermitteln und/oder von Schlüsselpersonen bedingt. Mit Blick auf die angestrebte Verstetigung und Qualitätsentwicklung der Kita-Aktivitäten wurde deshalb, ausgehend von diesen Erfahrungen, 2015 der Aufbau eines kontinuierlichen Monitorings zur frühen nachbarsprachigen Bildung empfohlen2. Basierend auf einer regelmäßigen Datenerhebung im sächsischen Vorschulbereich, wird damit das Ziel verfolgt kontinuierlich verlässliche Daten bereitzustellen, um  über einen längeren Zeitraum die Entwicklung der frühen nachbarsprachigen Bildung in Sachsens Grenzregionen datengestützt verfolgen zu können,  eine Schnittstelle zu den jährlich bereit gestellten Schuldaten des Statistischen Landesamtes (StaLa) einzurichten im Hinblick auf die Etablierung durchgängiger Bildungslinien für Polnisch/Tschechisch, beginnend ab der Kita und nahtlos weiterführend in der Grundschule (z.B. Zahl der Schüler/-innen, die ab der Klasse 1 Polnisch bzw. Tschechisch lernen) und 1 LaNa (2015) 2 LaNa (2015), S. 54 ff.

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 damit ein datenbasiertes Steuerungsinstrument für politische und verwaltungsseitige Entscheidungen zur Verfügung zu haben. In Abstimmung mit dem SMK und dem Expertenbeirat „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“ wurde die LaNa 2016 mit der Entwicklung eines entsprechenden Konzeptes für ein längerfristig angelegtes Monitoring zur frühen nachbarsprachigen Bildung in Sachsens Grenzregionen beauftragt. Das in der Folge erarbeitete Konzept wurde im Juli 2016 mit dem SMK (Referat Kita) abgestimmt und im Oktober 2016 vom Expertenbeirat bestätigt, so dass die LaNa 2017 mit einer ersten Datenerhebung im Rahmen des Monitorings starten konnte. Der vorliegende Report ist das Ergebnis dieser ersten quantitativen Datenerhebung im Rahmen des Monitorings zur frühen nachbarsprachigen Bildung in den sächsischen Grenzregionen. Nach einer Einführung in das Konzept des Monitorings (Kap. 2) erfolgt eine detaillierte Darstellung des methodischen Vorgehens bei der Datenerhebung (Kap. 3). Nachfolgend werden im Kap. 4 die Ergebnisse der ersten Datenerhebung 2017 vorgestellt, wobei mit ausgewählten Daten auch ein Vergleich zur Bestandsaufnahme 2014/2015 gezogen wird. Abschließend erfolgt eine Gegenüberstellung ausgewählter Ergebnisse der 1. Datenerhebung zum Monitoring im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung für das Kita-Jahr 2016/2017 mit den vom Statistischen Landesamt erhobenen Grundschuldaten aus dem Schuljahr 2017/2018 (Kap. 5) sowie eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Ergebnisse des vorliegenden Datenreportes 2017 (Kap. 6). 5

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6 2 Eckpunkte des Monitoring-Konzeptes Das mit dem SMK abgestimmte Konzept für das Monitoring zur frühen nachbarsprachigen Bildung in Sachsens Grenzregionen basiert auf folgenden Eckpunkten: 2.1 Begriffsverständnis Im Fokus des Monitorings stehen Kitas im sächsischen Grenzraum zu Polen bzw. Tschechien, in denen die Kinder bereits im Kindergartenalter an die Sprache und Kultur der Nachbarländer Polen bzw. Tschechien herangeführt werden. Der dabei verwendete Begriff „frühe nachbarsprachige Bildung“ umfasst in diesem Kontext alle Bildungsaspekte im Elementarbereich, die darauf ausgerichtet sind, dass sich Kinder ihr Lebensumfeld in der Grenzregion mit seinen sprachlichen und (inter-) kulturellen Besonderheiten des Grenzraumes erschließen und sich die erforderlichen Kompetenzen aneignen können, um im partnerschaftlichen Miteinander mit Menschen aus dem Nachbarland erfolgreich im Alltag der Grenzregion interagieren und kommunizieren zu können. Er folgt damit dem ganzheitlichen Ansatz von Raasch (2008), der für die Einbettung des Nachbarspracherwerbs und des interkulturellen Lernens in Grenzregionen in die Ausprägung einer sog. „Grenzkompetenz“3 plädiert und eine entsprechende spezifische Fremdsprachendidaktik in diesen Regionen einfordert. Mit dem frühen Beginn der Heranführung von Kindern an Sprache und Kultur ihrer Nachbarn bereits in den Kitas der Grenzregionen können hierfür – neben den vielfältigen anderen nachgewiesenen positiven Effekten für die sprachliche Bildung und die Persönlichkeitsentwicklung allgemein – bereits wertvolle Grundlagen gelegt werden. Dabei ist es zunächst unerheblich, mit welchen Methoden dies geschieht – ob im Rahmen von Begegnungen mit Kindern einer Partnereinrichtung aus dem Nachbarland, in der Projektarbeit, über die Betreuung durch muttersprachliches pädagogisches Personal oder im gemeinsamen Spiel mit in der Kita betreuten Kindern aus dem Nachbarland etc. Dieses weit gefasste Verständnis vom Begriff „frühe nachbarsprachige Bildung“ bildet die Grundlage für das Monitoring zu den Aktivitäten der Kitas im sächsisch-polnischen bzw. sächsisch-tschechischen Grenzraum in diesem Bildungsbereich. Hieraus leiten sich auch die nachfolgend beschriebenen Eingrenzungen hinsichtlich der zu betrachtenden Zielgruppe ab, für die Daten erhoben werden. Das ausgewählte Set an 3 Grenzkompetenz: Fähigkeit, ein bewusst lebender, fühlender, denkender und handelnder Bewohner der Grenzregion zu sein, siehe Raasch, A. (2008)

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7 Indikatoren und Grunddaten, die zur Darstellung der Situation in diesem Bereich herangezogen werden, basiert ebenfalls darauf. 2.2 Regionale Eingrenzung Aufbauend auf den Erfahrungen aus der Bestandsaufnahme 2014/2015 erfolgt die Datenerhebung in den 6 Grenzlandkreisen des Freistaates:  Landkreis Görlitz (LK GR)  Landkreis Bautzen (LK BZ)  Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (LK SSO)  Landkreis Mittelsachsen (LK MS)  Erzgebirgskreis (LK E)  Vogtlandkreis (LK V). Damit wird den spezifischen Bedingungen für frühe nachbarsprachige Bildung in den vorwiegend ländlich geprägten sächsisch-polnischen und sächsisch-tschechischen Grenzregionen innerhalb der Gebietskulissen der Euroregionen mit sächsischer Beteiligung  Euroregion Neisse-Nisa-Nysa (ERNNN)  Euroregion Elbe/Labe (ER EL)  Euroregion Erzgebirge/Krušnohori (ER EK)  Euregio Egrensis (ER E) Rechnung getragen (siehe Abb. 1). In der ebenfalls zur ER EL gehörigen Landeshauptstadt Dresden erfolgt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Datenerhebung.

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8 Abb. 1: Euroregionen mit sächsischer Beteiligung 2.3 Indikatoren und Grunddaten Um die Entwicklung im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung über einen längeren Zeitraum verfolgen zu können, ist die periodische Abfrage von einheitlichen, quantitativ auswertbaren Grunddaten erforderlich, deren Vergleichbarkeit im Zeitverlauf sichergestellt werden kann. Im Sinne des in 2.1 dargestellten Begriffsverständnisses wurden folgende messbare Indikatoren zur Beschreibung der Situation in diesem Bildungsbereich mit dem SMK (Ref. 42) abgestimmt:  Anzahl an Kindertagesstätten, die ein Nachbarsprachlernangebot in mindestens einer Nachbarsprache unterbreiten und/oder eine Partnerschaft ins Nachbarland haben („aktive Kitas“ im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung).  Anzahl der an den Nachbarsprachlernangeboten teilnehmenden Kinder im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt in den Kindertagesstätten, darunter insbesondere die Zahl der Schulanfänger.  Anzahl an Kindertagesstätten mit mindestens einer Kita-Partnerschaft bzw. Anzahl an Kita-Partnerschaften zwischen den sächsischen Kitas und Einrichtungen im Nachbarland Polen bzw. Tschechien.

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9  Anzahl der in den Kindertagesstätten betreuten Kinder, in deren Familien Polnisch bzw. Tschechisch die Muttersprache mindestens eines Elternteils ist (optional: Anteil der Kinder mit einem Wohnsitz im Nachbarland).  Anzahl pädagogischer Fachkräfte mit Polnisch bzw. Tschechisch als Muttersprache (optional: Anzahl weiterer Pädagogen/-innen mit Kenntnissen in mindestens einer der Nachbarsprachen). Hieraus wurde folgendes Set quantitativ auswertbarer Grunddaten abgeleitet, das bei den Kitas regelmäßig abzufragen ist:  Wird in der Kita ein Nachbarsprachlernangebot Polnisch/Tschechisch unterbreitet? ( Anzahl der Kitas mit Nachbarsprachlernangebot)  Gibt es eine Partnerschaft zu einer Kita in Polen bzw. Tschechien? ( Anzahl der grenzüberschreitenden Kita-Partnerschaften)  Werden in der Kita Kinder mit Polnisch/Tschechisch als Muttersprache mindestens eines Elternteils betreut? ( Anzahl)  Gibt es muttersprachliches Personal (PL/CZ)? ( Anzahl muttersprachlicher Pädagogen/-innen in den Kitas) Optional kann die periodische Abfrage dieser Grunddaten darüber hinaus im jeweiligen Befragungszeitraum genutzt werden, um weitere Daten abzufragen. Diese können darauf abzielen, auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren, aktuelle Bedarfe zu erfassen, etc. 2.4 Eingrenzung der Zielgruppe Das Monitoring bezieht sich auf Einrichtungen der Kindertagesbetreuung im Elementarbereich, die Kinder im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt betreuen. Aus methodischen Gründen und mit Blick auf die Vergleichbarkeit der zu erhebenden Daten wurden ausgenommen:  Einrichtungen, die ausschließlich Kinder im Krippenalter (0 bis 3 Jahren) betreuen,  Horteinrichtungen,  Einrichtungen der Kindertagespflege. Damit ist beim Monitoring von einer Grundgesamtheit von rund 1000 Kitas in den sechs Grenzlandkreisen auszugehen.

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10 2.5 Zeitlicher Ablauf Die Datenerhebungen im Rahmen des Monitorings erfolgen regelmäßig im Abstand von 2 Jahren, jeweils bezogen auf den Stichtag 1. März. Dieses Datum entspricht dem Stichtag der bundesweiten Datenerhebung für die Jugendhilfestatistik, an der die Kitas verpflichtend teilnehmen. Die erste Abfrage im Rahmen des Monitorings zur frühen nachbarsprachigen Bildung erfolgte zwischen dem 04. und dem 17.05.2017 (primärer Umfragezeitraum), bezogen auf den Stichtag 01.03.2017, und damit auf das Kita-Jahr 2016/2017. Die Ergebnisse sind im vorliegenden Datenreport dargestellt. Die zweite Abfrage folgt im Frühjahr 2019, bezogen auf den Stichtag 01.03.2019 und damit auf das Kita-Jahr 2018/19. Deren Ergebnisse erlauben dann erstmals auch einen fundierten Vergleich mit den Daten der ersten Abfrage für das Kita-Jahr 2016/17.

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3 Methodisches Vorgehen bei der 1. Datenerhebung 2017 11 3.1 Datenbasis Zur Erfassung aller Kitas der unter 2.3 beschriebenen Zielgruppe in den sechs sächsischen Grenzlandkreisen wurden die Kitadaten aus der Bestandsaufnahme 2014/2015 zugrunde gelegt und diese mit Unterstützung der Jugendämter der betreffenden Landkreise aktualisiert und bereinigt. Zunächst wurden auf diesem Wege 989 Kitas ermittelt, deren Zahl sich im Zuge der Datenerhebung auf 980 reduzierte (vgl. 3.3). Damit basiert die 1. Datenerhebung 2017 auf einer Gesamtheit von 980 untersuchten Kitas. 3.2 Fragebogenentwicklung Wie bereits bei der Bestandsaufnahme 2015 wurde sich für eine Online-Umfrage entschieden. Die technische Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Firma klinger.MEDIA GmbH mit einem speziell auf die Bedürfnisse der LaNa zugeschnittenen Online-Umfrage-Tool auf der Nachbarsprachplattform www.nachbarsprachensachsen.eu. Adressaten/-innen des Fragebogens sind die Kita-Leitungen. Um eine möglichst hohe Rücklaufquote zu erzielen und dabei den engen Zeitrahmen dieser Personen im KitaAlltag zu berücksichtigen, wurde darauf geachtet, dass der Aufwand für die Teilnahme an der Umfrage so gering wie möglich gehalten wird. Deshalb wurde besonders auf eine einfache Handhabung des Fragebogens, eine Reduzierung der zu beantwortenden Fragen auf ein Minimum sowie auf einen maximalen Zeitaufwand von 15 Minuten für die Beantwortung der Pflichtfragen zu den Grunddaten (vgl. 2.3) Wert gelegt. Ergänzt wurde der Fragebogen durch einen freiwillig zu beantwortenden Frageblock, der das Ziel verfolgte von der LaNa entwickelte Angebote zur Beratung und Unterstützung der Kitas (Informationsmedien, Spiel- und Lernmaterialien etc.) zu evaluieren und Weiterentwicklungsbedarfe abzuleiten. Die Ergebnisse dienen als internes Arbeitsinstrument für die LaNa und sind nicht Bestandteil dieses Datenreports. Vor der Versendung des Online-Fragebogens (vgl. Anlage 4b) an die ursprünglich ermittelten 989 Kitas wurde ein Pretest durchgeführt. Daran nahmen fünf Personen aus verschiedenen Bereichen (Kita-Leitung, Verwaltung, Wissenschaft, Kommunikationspsychologie, Bildungsmonitoring) teil, welche fundiertes Fach- und Praxiswissen im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung besitzen. Sie testeten die Online-Umfrage auf folgende Aspekte:

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