Limmat Verlag Vorschau Herbst 2018

 

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Vorschau auf die neuen Bücher August bis November 2018

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2 Limmat Verlag «Präzision und eine lockere wie unsentimentale Beiläufigkeit mit Kunstverstand.» Neue Zürcher Zeitung Mehr als zwanzig Jahre nach der von Maja Pflug betreuten Anthologie «Mit zärtlichem Wahnsinn / Con tenera follia» stellt uns Christoph Ferber eine neue, wertvolle Auswahl aus Alberto Nessis lyrischem Schaffen vor. Einige der rund siebzig Gedichte stammen noch aus «Il colore della malva» (1992), die anderen aus den neuen und neuesten Bänden: «Blu cobalto con cenere» (2000), «Ladro di minuzie» (2010), «Un ­sabato senza dolore» (2016), «Ogni oltraggio» (2017). ­Einige bisher unveröffentlichte Gedichte ergänzen den Band.   In «Blätter und Blässhühner / Foglie e folaghe» findet der Leser die vertrauten Themen des Dichters: die brüderliche Hingabe an die Letzten, die Verlierer, die Randständigen, die familiären Bande, die Natur (vor allem die Blumen), die Kunst. Aber er entdeckt auch einen Dichter, der sich, obschon er seinen Formen wie dem Erzählgedicht oder dem Epigramm treu bleibt, neu erfindet, indem er die Kenntnis seiner selbst und der ihn umgebenden Welt vertieft. Unverhoffte Begeg­nungen, Einsichten und Erfahrungen bereichern sein lyrisches Universum. Denn die Poesie, so sagt uns Alberto Nessi, «kann ­jedem Terrain entspriessen». Alberto Nessi Blätter und Blässhühner Foglie e folaghe Limmat Alberto Nessi Blätter und Blässhühner /  Foglie e folaghe Gedichte italienisch und deutsch Ausgewählt und übersetzt von Christoph Ferber Vorwort von Pietro De Marchi ca. 170 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag sFr. 38.– / € 38.– isbn 978-3-85791-860-5 August Alberto Nessi, geboren 1940 in Mendrisio, studierte an der Universität Fribourg Literaturwissenschaft und Philosophie, er unterrichtete ­italienische Literatur in Mendrisio, schrieb für Zeitungen und verfasste Hörspiele. Sein Werk wurde vielfach ­aus­gezeichnet, ­zuletzt mit dem Schweizer Grand Prix Literatur für sein Lebenswerk. Alberto Nessi lebt in Bruzella. Im Limmat Verlag sind von ihm lieferbar: «Nächste Woche, vielleicht», «Terra matta», «Schattenblüten», «Die Wohnwagenfrau», ­«Abendzug» und «Miló». Foto Ays· e Yavas· Christoph Ferber, geboren 1954, aufgewachsen in Sachseln ow. Studium der Slawistik, Romanistik und Kunstg­ e­ schichte in Lausanne, Zürich und Venedig. Wohnt als freier Übersetzer auf Sizilien. Für den Limmat Verlag hat er Gedichtbände von Giorgio Orelli, Giovanni Orelli, George Haldas, Jean-Pierre Schlun­ eg­ ger, P­ ietro De Marchi u. a. ins Deutsche übertragen. 2014 ­erhielt er den Spezialpreis Übersetzung des Schweize­rischen Bundesamts für Kultur, 2016 den Paul Scheerbart-Preis. Foto Yvonne Böhler

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3 Limmat Verlag Meral Kureyshi Fünf Jahreszeiten Roman ca. 240 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 29.– / € 25.– isbn 978-3-85791-857-5 August Meral Kureyshi Fünf Jahreszeiten Roman Ein Roman über die wichtigsten Dinge im Leben: Freundschaft, Liebe, Arbeit. Sie hat Kunstgeschichte studiert, aber nun arbeitet sie im Kunstmuseum als Aufsicht ohne Festanstellung. Ihren Freund hat sie eben verlassen. Dann trifft sie eine neue Liebe, aber schreckt davor zurück.    Ihre beste Freundin Nina, mit der sie zusammenwohnt, gibt ihr Halt. Auch die Gespräche mit dem alten Adrian, dem sie immer wieder in der Stadt begegnet. Er hat schon viel gesehen und versteht viel. Gleichzeitig fürchtet sie sich vor dessen Schicksal: der Einsamkeit. Aber nicht zuletzt hat sie ein Ziel, sie will schreiben, eine Liebesgeschichte.    Als sie ihren Job verliert und Nina aus der gemeinsamen Wohnung auszieht zu ihrem neuen Freund, gerät sie in einen prekären Schwebezustand. Die Wohnung kann sie sich nicht mehr leisten, und die Liebe traut sie sich nicht zu. Es bleibt das Heft, in dem sie ihre Liebesgeschichte erfindet. Der Welt lügt sie vor, dass alles gut läuft, bis es nicht mehr geht. Sie organisiert sich eine Kreditkarte und verschwindet aus der Stadt.  «Fünf Jahreszeiten» erzählt aus dem Leben einer jungen Frau auf der Suche nach ihrem Ort zwischen Freiheit und Ohnmacht, Freundschaft und Liebe. Limmat Meral Kureyshi wurde 1983 in Prizren geboren, im ehemaligen Jugoslawien. 1992 reiste sie mit ihrer Familie in die Schweiz, wo sie geblieben ist und in Bern lebt. Sie studierte 2008 bis 2012 am Schweizerischen L­ iteraturinstitut in Biel, danach gründete sie das Lyrikatelier in Bern. Ihr erster Roman «Elefanten im Garten» war nominiert für den Schweizer Buchpreis, wurde mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Foto Matthias Günter

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4 Limmat Verlag Alexander Kamber All das hier Roman ca. 180 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 28.– / € 24.– isbn 978-3-85791-858-2 August AlexAnder KAmber All dAs hier romAn l i m m At ProUvmisoscrhislcahger Die Liebesgeschichten fünf junger Menschen ­zwischen Jugend und Erwachsensein, Freundschaft und Begehren, Rausch und Erinnerung. Sie haben einen Sommer zusammen verbracht, haben in Hamburg ein Theaterstück auf die Bühne gebracht und sind danach für unbeschwerte Tage ans Meer gefahren.  Ein Jahr später kommt Finn bei einem Autounfall ums Le- ben, und mit ihm schwindet das heimliche Gravitations- zentrum der Beziehungen. Da ist Anna, einst Finns Freun- din, die jetzt mit Malte zusammen ist. Mit Malte, dessen Nähe zu Finn ungeklärt geblieben ist. Und da ist Ben, dem Finn gegen die Drogen zu helfen versuchte und der Finns Freundin Nessa mehr als zugeneigt ist.   Der Roman erzählt von den wenigen Tagen nach Finns Tod und vom Wiedersehen der Freunde zum Begräbnis in Zürich. Sie streifen durch die Bars und über die Dächer der Stadt und versuchen, das Vergangene wieder zusammenzusetzen. Der noch von Finn geplante gemeinsame Trip nach Südfrank- reich verspricht, wieder an jene Tage am Meer anknüpfen zu können.    «All das hier» ist ein Roman von einer melancholisch gelassenen Poesie, der von den unkon- ventionellen Liebesgeschichten eines Freundeskreises und vom Ende der Jugend erzählt. Alexander Kamber, geboren 1995 in Z­ ürich. Ebenda Kindheit, Jugend, erste Short Stories. Zurzeit Studi­um der Kunst- & Kulturtheorie an der Zürcher Hochschule der Künste, arbeitet daneben als freier Journalist und backstage in einem ­Zürcher Theater. Foto Ays· e Yavas·

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5 Limmat Verlag «Es ist nicht wichtig, Grund zur Hoffnung zu haben, wichtig ist, dass man sie hat.» Der Erzähler steckt mitten im Asylverfahren, ohne Geld, ohne Arbeit, als in Bagdad sein Bruder Ali spurlos verschwin- det. In den sicheren Süden wollte er nicht gehen, entweder Bagdad oder: «Hol mich hier raus!» Aber wie soll er die zwei- tausend Dollar für die Flucht nach Beirut aufbringen? Da kommt auch schon die Nachricht von dessen Verschwin- den.    Während der Erzähler mit Ankommen mehr als beschäftigt ist, treffen laufend Nachrichten aus dem Irak ein. Bilder aus dem Leichenschauhaus, von denen doch keines Ali zeigt. Windige Typen aus der Hochsicher- heitszone in Bagdad, die bestochen werden wollen für an- gebliches Wissen. Vorwürfe der Mutter, es wäre nicht pas- siert, wenn er nicht geflüchtet wäre.   Nachdem ihn die Freizeitbeschäftigungen wie das Wandern erst be- fremden, entdeckt er eines Tages, dass die Natur ihm hilft. Er beginnt sie aufzusuchen in seinen Nöten, und das Wun- der geschieht: Die Bäume verstehen Arabisch! Usama Al Shahmani — In der Fremde sprechen die Bäume arabisch — Roman Limmat Usama Al Shahmani In der Fremde sprechen die Bäume arabisch Roman ca. 200 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 29.– / € 24.– isbn 978-3-85791-859-9 August Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und auf­ gewachsen in Qalat Sukar (Al Nasiriyah), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert, er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines regimekritischen Theaterstücks fliehen musste. Er arbeitet heute als Dolmetscher und Kulturvermittler und übersetzt ins Arabische, u. a. Werke von ­Thomas Hürlimann oder Friedrich Schleiermacher. Usama Al Shahmani lebt mit seiner Familie in Frauenfeld. Im Limmat Verlag ist von ihm (zusammen mit Bernadette Conrad) «Die Fremde – ein seltsamer Lehrmeister. Eine Begegnung zwischen Bagdad, Frauenfeld und Berlin» lieferbar. Foto Ays· e Yavas·

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6 Limmat Verlag Ein Zwischenfall im Kalten Krieg und seine Hintergründe. Rafael Lutz Heisse Fäuste im Kalten Krieg Antikommunistischer Krawall beim Bahnhof Zürich-Enge 1957 Limmat Am 11. August 1957 stand an der Leuchtwand am Bahnhof- platz in Zürich zu lesen: «Die Schweizer Moskauwallfahrer kommen heute Abend um 22.25 in Zürich-Enge an. Wie wird sie die Zürcher Bevölkerung empfangen?» Gemeint war eine Gruppe von Schweizerinnen und Schweizern, die von den Weltfestspielen der Jugend und Studenten aus Moskau zurückkehrten. Gegen sie wurde schon im Vorfeld gehetzt, auch in den Medien. Und so erwarteten sie am Bahnhof E­ nge Hunderte von Demonstranten, um den «Landesver- rätern» eine Lektion zu erteilen. Die Situation eskalierte, die Rückkehrer wurden angegriffen, verprügelt und mit Waf- fen bedroht.    Rafael Lutz hat dieses Ereignis – das in der Schweizer Geschichtsschreibung bisher höchstens eine Fussnote wert war – systematisch aufgearbeitet. Es steht sinnbildlich für den damals in der Schweiz herrschenden Antikommunismus, der Ausbruch der Gewalt zeugt von der stetig wachsenden Angst vor der totalitären Sowjetunion hinter dem Eisernen Vorhang und deren fünften Kolon- nen im eigenen Land. Der Vorfall illustriert aber auch, wie der Kampf gegen dieses vermeintlich Böse immer mehr auf Kosten der Freiheit der eigenen Bevölkerung geführt wurde. Rafael Lutz Heisse Fäuste im Kalten Krieg Antikommunistischer Krawall beim Bahnhof Zürich-Enge 1957 ca. 200 Seiten, etwa 10 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 32.– / € 34.– isbn 978-3-85791-861-2 Oktober Rafael Lutz, geboren 1987, aufgewachsen im Kanton Schwyz. ­Studium der Sozialen Arbeit und Tätigkeit in mehreren sozia- len ­Einrichtungen. Seit 2017 Redaktor beim «­ Tösst­ haler» und Stu- dium der Soziologie an der Universität in ­Fribourg.

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7 Limmat Verlag Walter Hauser Hoffen auf Aufklärung Ungelöste Morde in der Schweiz zwischen Verfolgung und Verjährung ca. 140 Seiten, etwa 20 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 29.– / € 32.– isbn 978-3-85791-862-9 September Zwei Dutzend ungelöste Schweizer Mordfälle. Der Fünffachmord in Seewen so, der Kristallhöhlenmord in Oberriet sg, bei dem zwei Mädchen während einer Velo- tour getötet wurden, und der politisch brisante Fall der ge- töteten Marie-Anne Rünzi in Zumikon zh sind ungeklärt und verjährt. Doch obwohl sie nach über dreissig Jahren strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden können, lösen sie bis heute heftige Emotionen und leidenschaftliche Ausein- andersetzungen aus.    Walter Hauser hat mit Angehörigen der Opfer, mit Zeugen und Tatverdächtigen gesprochen und kommt zum Schluss: Die heutige in der Schweiz – anders als in Deutschland und Österreich – befris- tete Verjährungsregelung beim schwersten aller Verbrechen ist willkürlich und wird dem verbreiteten Bedürfnis nach Wahrheitsfindung nicht gerecht. Dabei geht es weniger um die Bestrafung der Täterschaft nach all den Jahren als viel mehr um die gesetzliche Möglichkeit, die Aufklärung eines Falles weiterzuverfolgen. Die Angehörigen leiden unter der Ungewissheit, und mehrere ungelöste Mordfälle in der Schweiz schreien förmlich nach Auflösung. Walter Hauser ///// Hoffen auf Aufklärung /////////////////// Ungelöste Morde in der Schweiz zwischen Verfolgung und Verjährung //// ////// Limmat Walter Hauser, geboren 1957, aufgewachsen im Kanton Glarus. Dr. iur., Ex-Kantonsrichter, langjähriger Redaktor u. a. bei der «Sonntagszeitung» und beim «Sonntagsblick». Hauser ist Gründer und Präsident der Anna-Göldi-­ Stiftung, die sich gegen Justiz- und Behördenwillkür engagiert. Im Limmat Verlag sind «Anna Göldi – Hinrichtung und Rehabilit­ ierung», «Stadt in ­Flammen», «Auswanderung ins Glück» und «Bitterkeit und Tränen» lieferbar.

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8 Limmat Verlag Lotte Schwarz Die Brille des Nissim Nachtgeist Roman Die Emigrantenpension Comi in Zürich 1921–1942 Herausgegeben und mit einem Nachwort von Christiane Uhlig 224 Seiten, 5 Fotos, gebunden mit Schutzumschlag sFr. 32.– / € 29.– isbn 978-3-85791-853-7 lieferbar «Der Roman schlummerte fast fünfzig Jahre im Nachlass. Ein Glücksfall, dass er nun herausgegeben wird.» Kulturtipp LIMMAT D e l s o t te N Nis csDah wsica irehzm B t r g ille eist romaN Lisette, eine junge Hamburgerin, emigriert im Sommer 1934 aus politischen Gründen nach Zürich, wo sie Arbeit und Un­terk­ unft in der Pension Comi findet. Diese wird vom rus- sisch-jüdischen Ehepaar Paksmann geführt, das einst selbst geflüchtet ist und sich den immer zahlreicher eintreffenden Flüchtlingen verbunden fühlt. In der Pension kommt auch Nissim Nachtgeist unter, Jurastudent aus Deutschland, der gerne Schauspieler geworden wäre und nun illegal Schwei- zer Berufsmäntel näht. Aber auch Sign­ ora Teresa mit den leuchtenden roten Haaren, Jüdin und ausge­s­ tossen aus der Kommunistischen Partei, Oberregierungsrat Eiser, der alle, die nach ihm angekommen sind, als persönliche Bedrohung empfindet und Vicky, «eine Achtel­jüdin» aus dem Rhein- land, die samstags die Damen der Pension mit einer Schön- heitspflege verwöhnt, leben hier.   Die Pension Comi hat es tatsächlich gegeben, und Lotte Schwarz erzählt die Geschichten der Menschen, die dort Vertreibung und Krieg zu überstehen und jene im Gastland geforderte seeli- sche Schwerarbeit zu leisten versucht haben: «Hoffen, war- ten, dankbar bleiben.» Christiane Uhlig, Historikerin mit ­Forschungsschwerpunkt osteuropäische, jüdische und Schweizer Geschichte des 20. Jahr­ hunderts, war u. a. wissenschaftliche Mitarbeiterin der unabhängigen E­ xpertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg und für das Archiv für Zeit­geschichte der eth Zürich tätig. Zahlreiche ­Publikationen, zuletzt die Biografie «Jetzt kommen andere Z­ eiten. Lotte Schwarz (1910–1971). Dienst­mädchen, Emigrantin, Schriftstellerin». Lotte Schwarz (1910–1971), wuchs in einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie in Hamburg auf. Erst Dienstmädchen, später Biblio­thekarin. Engagierte sich bei den Guttemplern, der Frauenbewegung und den antistalinistischen Roten Kämpfern. 1934 emigrierte sie in die Schweiz, wo sie zunächst wieder als Dienst­mädchen arbeitete. Unterkunft fand sie in der Pension Comi. Von 1938 bis 1948 ­Bibliothekarin im Schweize­rischen Sozialarchiv in Zürich. Danach freiberuflich als Werbetexterin und Autorin tätig.

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9 Limmat Verlag «Hochzuverehrender Herr Doktor. Ich bin die ­Dichterin Else Lasker-Schüler, ich möchte so gern Zürich und das Tessin wiedersehn und bitte Sie, es zu ermöglichen, ja? Kann ich im Kreis Hottingen meine Dichtungen vortragen? Und wo noch? Ich habe immer in Zürich vorgetragen und es war so nett.» «Ich liebe Zürich», bekennt Else Lasker-Schüler. Erstmals beleuchtet Ute Kröger auch die wenig bekannten frühen Aufenthalte der Dichterin in Zürich. Ihr geliebter und ver- wöhnter Sohn Paul lebt von 1917 bis 1919 in Zürich und Umge­ bung, unstet, zu seinem Ärger immer überwacht von seiner überbesorgten Mutter. 1917 wird er volljährig, sie hat Angst um ihn, Franz Marc und viele ihrer Freunde sind gefallen. Der Kilchberger Arzt Hans Huber bewahrt ihn mit Attesten vor der Einberufung. Bis zu seinem Todesjahr 1927 sind Paul und Else Lasker-Schüler immer wieder in Zürich.   Die Behandlungen sind teuer, ihre Reisen nach Zürich auch. Sie knüpft ein Beziehungsnetz in die Kulturszene, findet da einen «Grosskapitalisten» und dort einen «Krösus», die ihr helfen. Auch über die Inflation kommt sie mit der Hil- fe der Devisen von Zürcher Förderern.    1933 «holt» sie nzz-Feuilletonchef Eduard Korrodi rechtzeitig nach Zürich, er veröffentlicht auch nach 1933 Texte von ihr, obwohl sie Arbeitsverbot hat, und kümmert sich privat um sie. Die «Viele sind sehr sehr gut zu mir» G1e1b.1Fu520re0tb.s1rt9uaagr Ute Kröger Else Lasker-Schüler in Zürich 1917–1939 Limmat Fremdenpolizei – die sie umgekehrt zur Verzweiflung bringt, da sie sich an keine Fristen und Auflagen hält und mehrmals ihr Geburtsdatum ändert – gängelt sie mit befristeten Aufenthaltsgenehmigungen. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges verunmöglicht schliesslich ihre Rückkehr aus Jerusalem nach Zürich. Ute Kröger «Viele sind sehr sehr gut zu mir» Else Lasker-Schüler in Zürich 1917–1939 ca. 160 Seiten, etwa 30 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 34.– / € 30.– isbn 978-3-85791-863-6 November Ute Kröger, Studium der Germanistik, Philosophie, Geschichte, Doktorat. Lehrtätigkeit an Gymnasien und in der Erwachsenenbildung, wissenschaftliche und publizistische Arbeiten. Lebt als freie Publizistin in Kilchberg zh. Im Limmat Verlag sind lieferbar: «‹In welchen Zeiten leben wir!› Das Schauspielhaus Zürich 1938–1998» (Co-Autorin), «‹Zürich, du mein blaues Wunder›. Literarische Streifzüge durch eine europäische Kulturstadt», «‹Wie ich leben soll, weiss ich noch nicht›. Erika Mann zwischen ‹Pfeffermühle› und ‹Firma Mann›», «‹Nirgends Sünde, nirgends Laster›. Zürich ­inspiriert Literaten» sowie «Gottfried Semper. ­Seine Zürcher Jahre 1855–1871». Foto Ays· e Yavas·

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10 Limmat Verlag «Der Band versammelt Fotografien aus der ­Nachkriegszeit bis in die 1980er-Jahre; viele ­stammen aus privaten Alben und geben ­Einblick in  ein reiches und beschwerliches Kapitel Schweizer Geschichte.» NZZ am Sonntag Von Integration sprach niemand, als die Italienerinnen und Italienerwährenddes Nachkriegsaufschwungs in die Schweiz kamen, die Schweiz erwartete von ihnen Assimilation. Dabei sahen sie sich mit einer erheblichen Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Als Antwort auf die geschlossene schweizerische Gesellschaft gründeten sie ihre eigenen Vereine für Sport und Freizeit, organisierten kulturelle A­ nlässe sowie Feste und eröffneten eigene Schulen und Kindertagesstätten. Sie schu- fen sich ihre eigene Welt und veränderten von dort aus sich und die Schweiz.    «Grazie a voi.» zeigt ihre eigenen Bilder: Fotografien von Fami­lien und Einzelper­sonen und von Fotografen, die an offiziellen Anlässen und Festen der italienischen ­Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie er- zählen von Alltag und Familie, Bildung und Politik, von Frei- zeit, ehrenamtlichen Tätigkeiten in Vereinen, Feiern und Eleganz.    «Was die Schweiz den Eingewanderten aus Italien verdankt, bringt der Bildband ‹Grazie a voi› wunder- bar zum Ausdruck.» Programmzeitung «Die gesammelten Schnappschüsse strahlen eine anrührende Authentizität aus. Meisterhaft.» Sonntagszeitung Limmat RICORDI E STIMA – FOTOGRAFIEN ZUR ITALIENISCHEN MIGRATION IN DER SCHWEIZ Klap2p.eAnubfrloasgcehur Grazie a voi. Ricordi e Stima – Fotografien zur italienischen Migration in der Schweiz Herausgegeben von Giuliano Alghisi, Rolando Ferrarese, Fausto Tisato und Marina Widmer 240 Seiten, italienisch und deutsch, 372 Fotos Duplex und vierfarbig, Klappenbroschur, Fadenheftung ca. sFr. 42.– / € 45.– isbn 978-3-85791-864-3 August Das Buch zur Ausstellung «ricordi e stima», die in St. Gallen und weiteren Orten in der Schweiz gezeigt wurde. Die Ausstellung wurde getragen von der «Associazione / Verein ‹ricordi e stima›. Zur Realisierung von Geschichts- und Kulturprojekten der Italiene­ rinnen und Italiener der Schweiz». Der Verein wurde gegründet von Vertreterinnen und Vertretern der ­italienischen Vereine und ­Institutionen in Zusammenarbeit mit dem Archiv für Frauen-, Geschlechter- und S­ ozialgeschichte ­Ostschweiz.

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11 Limmat Verlag China brenntWalter Bosshard Bildberichte 1931–1939 Herausgegeben von Peter Pfrunder ca. 290 Seiten, etwa 150 Fotografien und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 68.– / € 68.– F2ot2o.AsS1tuWe0isfp.stitFtuneeentmlbelgrurbutSnehcarghur2wr2001e8i1z9b, is isbn 978-3-85791-865-0 September Der Schweizer Walter Bosshard hat den modernen Fotojour- China brennt Walter Bosshard Bildberichte 1931–1939 nalismus mitgeprägt. Um 1930, als neu gestaltete illustrierte Zeitschriften beispiellose Erfolge feierten, war er an vorders­ ter Front dabei. Seine Bildberichte erreichten ein Millio- nenpublikum und machten ihn zu einem international ge- fragten Starreporter. Ab 1931 konzentrierte sich Bosshard auf China, 1933 liess er sich in Peking nieder. Er ahnte, dass dem Reich der Mitte tief greifende Umwälzungen bevorstanden. Fotografierend und schreibend verfolgte er den verheerenden Krieg mit Japan und den Machtkampf zwischen Nationalis- ten und Kommunisten, er widmete sich aber auch dem All- tag und dem Leben auf der Strasse. 1938 erreichte er als erster Europäer die Lösshöhlen von Yan’an, wo Mao und die Rote Armee ihre Kräfte sammelten. Mit seiner Reportage gewann Bosshard den Wettlauf der Medien – unter anderem vor R­ obert Capa, seinem Freund und Rivalen.   Peter Pfrunder hat sowohl das Negativarchiv der Fotostiftung Schweiz als auch die Bildbestände im Archiv für Zeitgeschich- te (eth Zürich) neu ausgewertet. In internationalen Presse- archiven sind viele vermisste Fotografien zum Vorschein «Jedes Mal, nachdem ich China verlassen hatte, gekommen, die hier zum ersten Mal veröffentlicht werden.  wurde mir klar, dass hinter diesem Volk  Bosshards fotojournalistisches Vermächtnis eine ­Energie steckt, die uns im alten Europa eines ist eine einzigartige, packende und anschauliche Quelle, um Tages gefährlich werden wird.» in jenes chinesische Jahrzehnt einzutauchen, das unsere Welt so folgenschwer verändert hat. Walter Bosshard (1892–1975), Studien in Kunstgeschichte in ­Zürich und Florenz. Lehrer in Feldmeilen, Fotograf und t­ echnischer Leiter der deutschen Zentralasien-Expedition 1927/28. Reportagen über Gandhi und die ­indische Unabhängigkeits­ bewegung machten Bosshard berühmt. Bericht­erstattung für die Ullstein-Presse, für «Life», «Picture Post» und die ­amerikanische Agentur Black Star. Foto­ journalist und ab 1939 Ausland­korres­ pondent für die «Neue Zürcher Zeitung». Von 1957 bis zu seinem Tod lebte ­Bosshard im Val d’Anniviers, in Spanien und in Ägypten. Peter Pfrunder, geboren 1959 in Singapur, aufgewachsen in der Schweiz. Studierte Germanistik, Europäische Volksliteratur und englische Literatur in Zürich, Montpellier und Berlin. 1995 bis 1998 Co-Leiter des Forums der Schweizer Geschichte / Schweizerisches Landes­ museum, Schwyz. Seit 1998 ­Direktor und Kurator der Fotostiftung Schweiz in Winterthur. Lebt in Zug. Zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen zur Schweizer Fotografie. Zuletzt im Limmat Verlag erschienen: «‹Schöner wär’s daheim.› Fotopost­karten 1914/18 aus der Schweiz».

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12 Limmat Verlag Kurt Mettler Tagebücher 1927–1930 Herausgegeben und kommentiert von André Weibel ca. 1000 Seiten, etwa 60 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 64.– / € 64.– isbn 978-3-85791-866-7 November Eine jugendliche Stimme aus dem Schweizer Grossbürgertum. Kurt Mettlers allzu kurzes Leben führte dazu, dass er nur wenige Spuren hinterliess. Seine engste Familie aber hütete seinen schriftlichen Nachlass, vor allem seine Tagebücher. In ihnen hielt der empfindsame und scharfsinnige junge Mann aus einer begüterten St. Galler Textilhandelsfamilie alles fest, was ihm begegnete und was ihn beschäftigte, hin- und her- gerissen zwischen der behüteten Welt St. Gallens und den Metropolen der Welt, die er mit grosser Neugierde bereiste. Während seines Aufenthalts in den usa knüpfte der Zwei- undzwanzigjährige Kontakte zur Welt der Kunstsammler und -händler. Im Dezember 1929 eröffnete er in Paris seine eigene Galerie. In die Zeitspanne der Tagebücher fällt auch die Entdeckung seiner Homosexualität und sein teilweise verzweifeltes Ringen darum.   Seine Aufzeichnun- gen geben ein anschauliches Bild der zwischen Tradition und Moderne zerrissenen Generation der späten Zwanziger- jahre. Die durch André Weibel kommentierte Veröffentli- chung dieser zeitgeschichtlich unter vielen Aspekten bedeu- tenden, bislang unbekannten Tagebücher zeugt auch von Mettlers Ambition, als Schriftsteller seinen Platz zu finden. Hier erhält er diesen, 88 Jahre nach seinem Tod. André Weibel, geboren 1972, Historiker. H­ erausgeber der Familienbriefe der Schaffhauser Brüder Johannes und Johann Georg Müller und der Briefe Johannes von Müllers an den ­vermeintlichen Grafen Batthyany. Lebt in ­Zürich. Kurt Mettler Kurt Mettler (1905–1930), geboren in St. Gallen. Dr. iur. der Universität Zürich. 1927/1928 längerer Aufenthalt in New York. Reiste 1928 von USA via Japan, China und Russ- land um die Welt. Eröffnete 1929 am Faubourg St. Honoré in Paris die «Galerie Kurt Mettler». Verstarb im September 1930 in Paris.

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13 Limmat Verlag «Mit seinem Blick für die Rebellen am Rande der Gesellschaft hat er den Ausdruck einer Gene­ ration in seinen Bildern festgehalten.» Annabelle Äusserlich führte Karlheinz Weinberger ein unspektakulä- res Leben. Seine Jugend verlief beschaulich, wenn auch recht bescheiden. Arbeit als Teppich- und Möbelverkäufer. Mit 34 Jahren Anstellung als Lagerist bei Siemens, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Zeitlebens wohnte er im selben Haus im Zürcher Kreis 4.   Bereits als Sechzehn- jähriger entdeckte er das Medium der Fotografie für sich. In seiner Freizeit fotografierte er Halbstarke, Rocker, Biker und Tätowierte und bildete in über sechzig Jahren seines fotografischen Schaffens die Rückseiten der bürgerlichen Welt in der Schweiz ab. Aber sein Werk geht darüber hinaus: Auch Sportfotografien, Bilder der Volkskultur und homo- erotische Bilder finden sich in seinem Vermächtnis. Wein- bergers fotografisches Schaffen spiegelt sein Leben, seine Homosexualität und seine Faszination für virile Welten wieder.    Patrik Schedler betreute Karlheinz Weinberger in seinen letzten Lebensjahren künstlerisch und wurde zu einem seiner Vertrauten. Der erst spät international bekannt PatriK Schedler Karlheinz Weinberger oder die ballade von Jim l i m m at gewordene Fotograf hinterliess kaum Schriftliches, doch entlang seines Werkes und seinen Erzählungen zeichnet Patrik Schedler dessen ungewöhnliches Leben zwischen bürgerlichem Alltag und der Faszination für Menschen am Rande der Gesellschaft nach. Patrik Schedler Karlheinz Weinberger oder Die Ballade von Jim Ein biografischer Essay ca. 140 Seiten, etwa 30 Fotografien, vierfarbig und s/w, Halbleinenband ca. sFr. 34.– / € 30.– isbn 978-3-85791-867-4 6K. oSPreA2hnp.uohtNts.asobotubiveass.lflbs12ou3ti0rsen.u 1Oi2g8mZ3ek.nütDB.re2iercz0nh.18 November Karlheinz Weinberger (1921–2006), auch bekannt unter dem Pseudonym «Jim», fotografierte von 1943 bis 1967 für das international bekannte Schwulenmagazin «Der Kreis». Sein Fokus galt den Rand­ gruppen und als freier Sportfoto- graf interessierte er sich in erster Linie für Ringen, Schwingen und Motorradsport. Internationale B­ eachtung erhielt der zeitlebens als Amateur arbeitende Foto­ künstler erst im Jahr 2000 mit einer grossen Ausstellung und einem ersten Buch. Patrik Schedler, geboren 1963 in Warth, ist Philosoph, Lehrer und Kurator. Er führte von 1993 bis 2004 die Galerie und ­Edition Schedler in Warth, Zürich und Toronto. Ab dem Jahr 2000 betreute er Karlheinz Weinberger künstlerisch und organisierte zahlreiche Ausstellungen und ­Ausstellungsbeteiligungen. Nach Weinbergers Tod sicherte und ­inventarisierte er als Willensvollstrecker seinen künstlerischen Nachlass.

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14 Limmat Verlag Postkarten von Leonard von Matt Verkaufseinheit à 10 Karten pro Sujet, A6-Format, Nettopreis pro Karte (inkl. MwSt) sFr. –.90 / € –.50 Juni bEisnu1WgSn4etAid.la nbOunBkeskseresgtrlt1rloe,6iiblAn.el eJdururlhne2nags0iue1ns8 Nr. 2497 Nr. 2498 Nr. 2499 Nr. 2504 Nr. 2505 Nr. 2506 Nr. 2507 Nr. 2508 Nr. 2451 Nr. 2509

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15 Limmat Verlag Postkarten von Mäddel Fuchs Verkaufseinheit à 10 Karten pro Sujet, A6-Format, Nettopreis pro Karte (inkl. MwSt) sFr. –.90 / € –.50 Juni Nr. 2510 Nr. 2511 Nr. 2512 Nr. 2513 Nr. 2516 Nr. 2514 Nr. 2515 Mäddel Fuchs, geboren 1951 in Zürich, aufgewachsen in Cademario und Trogen. Nach der Schulzeit Lehr- und Experimentierjahre zwischen Hörsaal, Politdemos, Flower Power und unzähligen Gelegenheitsjobs. Ab 1975 Konzentration auf die Fotografie. 1982 bis 1987 freier Mitarbeiter der Beilage «Wochenende» in der NZZ. Diverse Buchpublikationen und Einzel- und ­Gruppenausstellungen seiner Werke. Lebt und arbeitet in Speicher AR.

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