Lust aufs Land Frühling 2018

 

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Flipping Book LAL Frühling 2018

Popular Pages


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Österreichische Post AG | PZ 14Z039953 P | AGRO Werbung GmbH, Harrachstraße 12, 4010 Linz Ausgabe I FRÜHJAHR 2018 Bestechendes Gewächs die Brennnessel Schmucke Details Trachtenschmuck Gutes Brot selbst backen Heißes Eisen in Form gebracht

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04 Brennendes Kräutlein – INHALT – 26 Brot backen Haus & Garten 04 Eine Ode an die Brennnessel 10 Das Gänseblümchen 11 Den Frühling ins Haus holen - Basteltipp 12 Heißes Eisen: Schmieden ist eine Kunst Tracht & Tradition 16 Trachtenschmuck: Das i-Tüpfelchen zum Gewand 20 „Schmucke“ Accessoires Ernährung 22 Allerlei von Resi Oma 26 Die neue Back-Lust 16 Schmuck zur Tracht Leben am Land 32 Recht: Emissionen in der Landwirtschaft 34 Mundart-Rätsel 34 Impressum COVERFOTO: HERBERT SALZMANN FOTOS: LK OÖ, FOTOLIA - JPC-PROD, WOLFGANG STADLER, AGRARFOTO.COM  32 Dicke Luft

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GÄN–SEESBSLBÜAMRC–HEN Das Gänseblümchen sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch wohlschmeckend und hat eine heilende Wirkung. Text: Thomas Mursch-Edlmayr Gesundheitstipp ■ Das Gänseblümchen ist eine Heilpflanze der Volksmedizin. Es beinhaltet unter anderem die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium sowie Vitamin C. ■ Die Blüten enthalten sekundäre Pflanzenstoffe (Saponine, Bitter- und Gerbstoffe). Diese wirken blutreinigend und werden bei Hautkrankheiten und Leberleiden eingesetzt. Zudem wirken die Inhaltsstoffe auch entwässernd. ■ Gänseblümchen enthalten zudem Inulin. Dieser Ballaststoff gelangt unverdaut in den Dickdarm und wirkt verdauungsfördernd. Küchentipp Gartentipp ■ Gänseblümchen gehören zu den mehrjährigen Pflanzen, vermehren sich entweder selbst oder durch Bestäubung und können bis zu 15 Zentimeter hoch wachsen. ■ Der Samen von herkömmlichen Gänseblümchen kann vor der Aussaat jeder Wiesengrasmischung beigemengt werden. Die anspruchslose Pflanze benötigt nur wenig Wasser. ■ Die ersten Gänseblümchen können bereits Ende März aus der Erde sprießen. Die Hauptblütenphase ist von Mai bis Oktober. Seite 10 | FOTOS: FOTOLIA - NATIKA, HETIZIA, AGRARFOTO.COM ■ Vom Gänseblümchen sind sowohl Blätter als auch Knospen und Blüten genießbar. ■ Die frischen Blüten eignen sich sehr gut als Brotbelag oder als Dekoration von Salaten, Suppen oder Kräuterbutter. Auch Süßspeisen können mit Gänseblümchen besonders schmackhaft garniert werden. Die jungen Blätter schmecken leicht nussig wie Feldsalat. ■ Gänseblümchen können auch als Dekoration in Getränken wie Limonaden oder Smoothies verwendet werden. Getrocknet wird das Gänseblümchen auch als Zutat zu Teemischungen verwendet. ■ Zur Konservierung können die frischen Blütenknospen in Essig und einer Prise Salz aufgekocht und warm in Gläser abgefüllt werden. Nach ein bis zwei Wochen sind diese verzehrfertig, lassen sich wie Kapern verwenden und passen gut zu Grillgerichten oder Eierspeis. ■ Es sollten vorrangig junge Blätter verwendet werden, da ältere einen herben Beigeschmack entwickeln können. 15. März 2018 FOTO: FOTOLIA - MALYKALEXA777

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Drei Männer mit großer Schlagkraft: Johann Schmidberger (m.) und seine beiden Söhne Georg (l.) und Johann (r.) schmieden in Molln Kunstwerke auf historischem Boden. | Scisht meiniee dKeunnst Das alte Handwerk hat sich im Laufe der Zeit stark verändert, erlebt derzeit aber wieder eine Renaissance. Text: Thomas Mursch-Edlmayr Das Schmieden zählt zum ältesten Handwerk der Menschheit. Über Jahrtausende hinweg hat der Beruf des Schmieds nichts an seiner St(r)ahlkraft und Faszination eingebüßt. Vielmehr hat er sich sprichwörtlich im deutschen Sprachgebrauch fest verankert: Jemand „schmiedet Pläne“, hat dafür „mehrere Eisen im Feuer“ und „ist seines Glückes Schmied“. Eine lange Tradition hat dieses alte Handwerk auch in der „Schmidten bei der Lacken“ in Molln. Sie wurde 1350 erstmals schriftlich erwähnt und befindet sich seit mehr als 200 Jahren im Besitz der Familie Schmidberger – der Name ist hier Programm. Senior-Chef Johann Schmidberger hat noch die Schmiedetechnik der alten Meister mit Spalten, Stauchen, Lochen, Strecken und Feuerschweißen erlernt. Seinen beiden Söhnen Johann und Georg hat er später nicht nur die Techniken, sondern auch die Begeisterung sowie das nötige Geschick für dieses Handwerk weitergegeben. „Bereits mit vier oder fünf Jahren haben wir uns erstmals beim Feuer die Finger verbrannt“, weiß Johann Schmidberger junior, der gemeinsam mit seinem Bruder Georg den Betrieb 2007 übernommen hat, aus Erzählungen. Sie seien beide in die Aufgabe „hineingewachsen“ und es habe von väterlicher Seite auch kein Muss dafür gegeben. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum sie heute auch so stark mit ihrem Beruf und dem Unternehmen im Steyrtal verwurzelt sind. Das Handwerk im Wandel der Zeit Durch die Vielfältigkeit der Aufgaben und den zunehmenden Handel spezialisierten sich im Mittelalter die Schmiede zunehmend. Es entstanden Spezialhandwerker wie beispielsweise Zeug-, Huf-, Nagel-, Sengst-, Wagen- oder Waffenschmiede. „Der Schmied war früher lebensnotwendig. Ohne ihn hätte sich kein Seite 12 | 15. März 2018

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FOTO: HERBERT SALZMANN Chronik Die „Schmidten bei der Lacken“ in Molln besteht seit dem 14. Jahrhundert und wird seit circa 1800 von Vorfahren der Familie Schmidberger betrieben. Das Schmiedegebäude ist nach der Haager Konvention international als Kulturdenkmal geschützt. Den Vorbesitzern wurde von Kaiserin Maria Theresia das Privileg der „Theresianischen Schmiedegerechtigkeit“ verliehen. Dieses ist im Grundbuch aus dem 18. Jahrhundert verzeichnet. 15. März 2018 Rad gedreht, es keine Pfanne zum Kochen oder Besteck zum Essen gegeben. Alles Dinge, die heute selbstverständlich sind“, so Johann Schmidberger junior. Mit der Gründung von Fabriken und Industriebetrieben schritt die Spezialisierung weiter voran. So gut wie alle Metallerberufe wie Schlosser, Werkzeugmacher oder Karosseriebauer sind in der Folge aus diesem Handwerk heraus entstanden. In der Nachkriegszeit und der fortschreitenden Industrialisierung haben sich auch hierzulande viele klassische Schmieden zu Auto- oder Landmaschinenwerkstätten spezialisiert. Ein Teil davon, wie eben die Schmiede Schmidberger in Molln, blieben ihrem Handwerk treu und haben bis heute ausreichend Aufträge und somit auch Arbeit. „Der Schmied ist kein vom Aussterben bedrohter Beruf. Solange es Marktnischen gibt, wird es ihn immer geben“, ist der 35-Jährige überzeugt. Schweizer Garde gehört zur Stammkundschaft Diese besagten Nischen für ihren Betrieb hat Vater Johann bei weltweiten Messebesuchen gefunden und damit das Weiterbestehen der „Schmidten bei der Lacken“ gesichert. Heute ist der Handwerksbetrieb auf die Herstellung | Seite 13

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Brennnessel, verkanntes Kräutlein, Dich muss ich preisen, Dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen. Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte, entsprießend aus dem Schoß der Mutter Erde, nach ihnen nur brauchst Du Dich hinzubücken, die Sprossen für des Leibes Wohl zu pflücken. Als Saft, Gemüse oder Tee sie zu genießen, das, was umsonst gedeiht in Wald, auf Pfad und Wiesen, selbst in noch dürft´ger Großstadt nahe Dir am Wegesrande. Nimm‘s hin, was rein und unverfälscht die gütige Natur Dir heilsam liebend schenkt auf ihrer Segensspur! Heinrich Hoffmann, 1809–1894, Verfasser des Struwwelpeter FOTO: FOTOLIA - GUY Seite 4 | 15. März 2018

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„Die Brennnessel ist die verachtetste unter den Pflanzen. Für den Kenner hat sie in der Tat den größten Wert.“ Sebastian Kneipp, 1821–1997 | Eine Ode an die Brennnessel Die Berührung mit ihr hinterlässt unliebsame Spuren. Ihre positiven Eigenschaften machen sie aber in jeglicher Hinsicht zu einem bestechenden Gewächs. Text: Anni Pichler Schuld sind die kleinen Härchen an den Blättern und Stängeln der Brennnessel, die ihr den schlechten Ruf eingebracht haben. An der Spitze jedes dieser Brennhaare befindet sich ein Köpfchen mit einer Sollbruchstelle am Übergang zum Haar. Schon bei der leisesten Berührung bricht das Köpfchen ab, das Haar bohrt sich in die Haut des Opfers und hinterlässt in der Wunde einen ameisensäurigen Inhalt. Schon geringste Mengen davon führen zum bekannten, aber unbeliebten brennenden Schmerz, der wahrscheinlich in jeder Kindheitsgeschichte ihren Platz hat. Die Brennnessel ist eine Meisterin der Selbstverteidigung und wohl deshalb hat sie der Naturheilkundler Sebastian Kneipp als die „verachtetste unter den Pflanzen“ beschrieben. Unter Kindern verleitete ihre brennende Eigenschaft zu Mutproben: Streicht man in der Richtung der Brennhaare an ihnen entlang, bleibt die Berührung folgenlos. Besonders 15. März 2018 Mutige können mit diesem Wissen die Brennnessel sogar direkt auf der Wiese naschen. Dazu pflückt man ein Brennnesselblatt am Stängel ab, faltet es der Länge nach Steckbrief Der botanische Name der Brennnessel ist Urtica. Bei uns heimisch sind die „Große Brennnessel“ (Urtica dioica) und die „Kleine Brennnessel“ (Urtica urens). Die Brennnesselsaison beginnt etwa im April. Ihre Blüte reicht von Juli bis Oktober. Als „Zeigerpflanze“wächst sie besonders gut auf stickstoffreichen Böden. Verwendet werden können die Blätter genauso wie die Samen als auch die Wurzeln. mit der Blattunterseite nach innen zusammen und streift mit den Fingern fest in Richtung Blattspitze. Dann das Blatt noch einmal quer falten und anschließend zwischen den Händen rubbeln. Alle Brennhaare sind damit umgeknickt und können nicht mehr brennen. Der kleine nährstoffreiche Wiesensnack gibt einen Vorgeschmack auf das, was die Brennnessel zu einer segensreichen Pflanze macht und sie sehr schnell aus dem Schatten der Unkräuter hervorholt. Ideale Frühjahrskur nach einem kalten Winter Die Brennnessel enthält beträchtliche Mengen an Eisen und Mineralstoffen wie etwa Magnesium und Kalzium. Ihr Vitamin-C-Gehalt ist um ein Vielfaches höher als der der Zitrone, und überraschenderweise ist die Brennnessel auch ein wertvoller Eiweißlieferant. >> | Seite 5

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| S chmzuruTcrakcht Der passende Schmuck ist das Tüpfelchen auf dem i und kann ein Outfit perfekt abrunden. Das gilt auch für Trachtenschmuck. Text: Gabi Cacha Schmuck gibt es, seit es Menschen gibt. Das ist zwar sehr vereinfacht ausgedrückt, doch die Geschichte und Verwendung von Schmuck reicht tatsächlich bis an die Anfänge der Menschheit zurück. Schon in der Steinzeit schmückten sich die Menschen zum Beispiel mit den Zähnen ihrer besiegten Gegner oder Ketten aus Muschel- und Schneckengehäusen. Daraus lässt sich folgern, dass es Trachtenschmuck gibt, seit es die Tracht gibt – zumindest jene im heutigen Sinne. Kropfketten sind wieder in Mode „Trachtenschmuck war in früheren Zeiten einfach Modeschmuck. Während andere Schmuckformen wieder verschwunden sind, hat sich dieser Schmuck im Kontext der sogenannten Tracht erhalten“, sagt Historikerin Barbara Kern vom Handwerkhaus Salzkammergut. Eine lange Geschichte haben etwa die heute wieder aktuellen Kropfketten. Das aus mehreren Ketten – die auch Gänge genannt werden – bestehende Schmuckstück aus Silber, Perlen und bunten Steinen wurde sehr eng am Hals anliegend getragen und war daher alles andere als bequem. Wer eine Kropfkette trug, musste sehr aufrecht gehen, was zu einer würdevollen Haltung führte. Je nach Reichtum und sozialem Stand variierten die verwendeten Materialien, die für Kette und verzierte Schnalle verwendet wurden. „Je reicher desto mehr Gänge, das heißt desto breiter war die Kette. Möglich waren bis zu 22 Gänge“, weiß Barbara Kern. Vorläufer der Kropfkette war die Florschnalle, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts auftauchte. Mit dieser wurde der zweimal um den Hals geschlungene schwarze Seidenflor geschlossen. Davor durfte der Hals ohnehin lange Zeit nicht gezeigt werden und musste hinter Halskrausen und großen Krägen versteckt werden. „Der Übergang von der Florschnalle zur Kropfkette erfolgte im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts“, sagt die Historikerin. Nachdem filigran gefertigte Schmuckstücke in der Geschichte der Schmuckherstellung >> Seite 16 | 15. März 2018

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15. März 2018 | Seite 17 FOTO: WOLFGANG STADLER

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