Training in der Physiotherapie

 

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physiotherapie basics herausgegeben von bernard c kolster frans van den berg und udo wolf

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dietmar seidenspinner training in der physiotherapie gerätegestützte krankengymnastik mit 544 abbildungen und 44 tabellen

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dietmar seidenspinner finkenweg 6 72555 metzingen isbn 3-540-20290-0 isbn 978-3-540-20290-0 springer medizin verlag heidelberg bibliografische information der deutschen bibliothek die deutsche bibliothek verzeichnet diese publikation in der deutschen nationalbibliografie detaillierte bibliografische daten sind im internet über

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wissen ist nichts man muss fühlen und empfinden stendhal henri marie beyle 23.1.1783 grenoble 23.3.1842 paris französischer schriftsteller

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vii reihenvorwort die reihe physiotherapie basics richtet sich in erster linie an physiotherapieschüler aber auch an physiotherapeuten in der praxis die inhalte sind praxisorientiert aufgearbeitet alle elemente der untersuchung z b anamnese inspektion tastbefund und funktionsuntersuchung werden ausführlich beschrieben und erleichtern so eine optimale befundung und behandlung neben den manuellen tests werden auch messinstrumente und skalen vorgestellt anleitungen für die dokumentation und interpretation der befunde erleichtern dem anwender den einstieg in die behandlung.diese wird nach behandlungszielen gegliedert dargestellt.dazu bedienen wir uns des bewährten bildatlas-konzeptes die praxis wird vorrangig über bildsequenzen mit erklärenden texten vermittelt Über das didaktische prinzip klassischer schulbücher hinausgehend ist es ein anliegen der herausgeber die physiotherapeutischen verfahren zusammenhängend und anwendungsbezogen darzustellen so soll bei der entscheidung für eine der vielen techniken unseres faches eine wirkungsvolle entscheidungshilfe für alltagssituationen in der therapeutischen praxis gegeben werden fundierte kenntnisse über die zugrunde liegenden wirkungsmechanismen sollen den dialog mit dem verordnenden arzt bereichern und zu einer optimierung der indikationsstellung beitragen sie werden in ausführlichen theorie-kapiteln verständlich dargelegt dem leser soll durch lernziele am beginn und zusammenfassungen am ende eines kapitels eine fokussierung auf die essentials erleichtert werden wichtige informationen werden durch optische kästen als memo und warnungen unter vorsicht hervorgehoben ferner kann das erlernte durch die unter Überprüfen sie ihr wissen formulierten fragen im hinblick auf eine optimale prüfungsvorbereitung rekapituliert werden.

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viii auch der erfahrene praktiker kann auf unsere basics zurückgreifen wenn er sein wissen auffrischen und aktualisieren möchte.zudem bietet die reihe das nötige know-how um sich die praxisrelevanten grundlagen für verschiedene spezialgebiete aneignen zu können dies gilt auch für studenten der bachelor-studiengänge für physiotherapeuten um die buchreihe optimal auf die bedürfnisse von schülern und studierenden ausrichten zu können wurde ein schülerbeirat in die planung eingebunden an dieser stelle möchten wir martin müller alice kranenburg rudolf-klapp-schule marburg silvia weber martin dresler eva maria plack ifbe marburg sowie antonia stieger für ihre konstruktive mitarbeit danken udo wolf frans van den berg bernard c kolster

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ix vorwort dieses buch schließt an die erfahrungen an die ich im rahmen meiner praktischen arbeit mit patienten sowie abgehaltener kurse in den bereichen der medizinischen trainingstherapie mtt/mat und der gerätegestützten krankengymnastik kgg gemacht habe es ist eine besondere herausforderung über ein thema schreiben zu können das mich im laufe meiner beruflichen tätigkeit jahrelang begleitet hat häufig hatten junge kollegen und teilnehmer meiner kurse schwierigkeiten die erkenntnisse der trainingswissenschaft auf den verletzten oder erkrankten patienten zu übertragen oder sie in die gängigen physiotherapeutischen maßnahmen zu integrieren vor allem die zeitliche einordnung trainingstherapeutischer maßnahmen innerhalb des gesamten rehabilitationsprozesses unter besonderer berücksichtigung der wundheilungsphasen bereitete immer wieder schwierigkeiten das ergebnis einer erfolgreichen therapie liegt neben einer genauen befunderhebung in der gezielten auswahl entsprechender anwendungen behandlungstechniken und ihrer dosierung so ist auch in der trainingstherapie neben einer exakten diagnose der sorgfältige befund unabdingbare voraussetzung für die einschätzung der richtigen belastungsdosierung das anliegen dieses buches ist es daher abläufe der unterschiedlichen untersuchungstechniken im rahmen eines trainings in der physiotherapie aufzuzeigen die behandlung mit ausgewählten techniken zu planen und schließlich mit den richtigen belastungsparametern durchzuführen eine besondere bedeutung kommt hierbei den einzelnen wundheilungsphasen der trainingssteuerung und der dokumentation zu ich hoffe mit diesem buch dazu beitragen zu können gleichermaßen sowohl angehenden als auch bereits in der praxis tätigen physiotherapeuten mehr sicherheit bei der zuordnung der verschiedenen trainingsparameter zu den unterschiedlichen therapiephasen zu geben.

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x die farbliche darstellung der einzelnen therapiephasen die bildsequenzen mit dem beschreibenden text vor allem aber die beispielindikationen des heilmittelkataloges sollen die nutzung als nachschlagewerk für therapeuten sowie verordnende Ärzte erleichtern und die notwendigen kommunikationsprozesse fördern ich bin davon überzeugt dass dieses buch einen beitrag zum richtigen und effektiven einsatz des trainings in der physiotherapie leisten wird marburg im frühjahr 2005 dietmar seidenspinner danksagung an dieser stelle möchte ich allen personen die an der entstehung dieses werkes mitgewirkt haben meinen herzlichsten dank aussprechen als erstes möchte ich die drei herausgeber udo wolf frans van den berg bernard c kolster der schulbuchreihe physiotherapie basics nennen die mir die möglichkeit gaben an dieser reihe mitzuwirken und das buch zum thema trainingstherapie zu schreiben in diesem zusammenhang möchte ich mich besonders bei udo wolf und bernard c kolster für die enge zusammenarbeit bedanken ein herzliches dankeschön geht auch an alle kollegen meine freunde und meine eltern für ihre unterstützung und ihre geduld in der zeit des projektes im speziellen danken möchte ich dem arzt und physiotherapeuten dr.med.bernard c.kolster für die konzeptionelle unterstützung bei der umsetzung wichtiger kernaussagen udo wolf für seine wertvolle hilfe und anregung in der startphase martina kunze für die projektleitung dr med astrid waskowiak für die Überlassung von texten im kapitel medizinische grundlagen werner wenk,dessen in der schulbuchreihe erschienener titel elektrotherapie mir als versierte quelle für ausgewählte themen im bereich dieser therapieform diente dr hohlfelder vom orthopädischen geschichts und forschungszentrum für die unterstützung bei der recherche von bild und textmaterial http www.orthopaediemuseum.de der firma sanimed für die anlieferung und leihgabe der trainingsgeräte dem fotografen martin kreutter für die erstellungen der professionellen fotos dem fotomodell tobias mahnken für die perfekte umsetzung der bewegungsaufträge und die gute kooperation bei den aufnahmen dr günter körtner für die erstellung der grafiken sabine poppe für die Übernahme des lektorats in der kritischen endphase und katja kubisch für den schriftsatz hinweis in diesem buch wurde lediglich aus gründen der besseren lesbarkeit durchweg die männliche ansprache der therapeut der patient verwendet daraus ergibt sich dass selbstverständlich ebenso alle leserinnen angesprochen werden sollen.

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xi inhalt 1 geschichte der trainingstherapie 1 1.1 1.2 1.3 antike bis mittelalter 19 20 jahrhundert 21 jahrhundert 1 2 3 7 2 medizinische grundlagen 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 2.9 die muskeln die sehnen der knorpel der knochen physiologie pathophysiologie der schmerz immobilisation neuroanatomie biomechanik 9 10 17 19 20 21 25 28 29 32 3 pädagogische aspekte 3 3.1 3.2 3.3 lernzielorientierte planung der trainingstherapie transferleistungen motivation 37 38 39 40 4 psychologische aspekte 4 4.1 4.2 4.3 krankheitsbewältigung verhaltensänderung kommunikation 43 44 45 47 5 ziele und aufgaben der trainingstherapie 5 5.1 5.2 5.3 sportwissenschaftliche erkenntnisse und trainingstherapie was ist training trainingsziele 51 52 52 52 5

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xii 6 indikationen/kontraindikationen 5 6.1 6.2 indikationen kontraindikationen 53 54 54 7 prinzipien der trainingslehre 5 7.1 7.2 7.3 das prinzip homöostase trainingsprinzipien trainingsparameter 57 58 58 61 8 angewandte trainings und bewegungslehre 5 8.1 8.2 8.3 8.4 8.5 8.6 trainingsmittel kraft und krafttraining kontraktionsformen und arbeitsweisen der muskeln aufwärmen ­ abwärmen grundlagen der bewegungslehre ausdauer 63 64 64 65 68 68 70 9 trainingstherapie 5 9.1 9.2 9.3 75 befunderhebung 76 behandlungsmethoden 92 dosierung der trainingstherapie 102 10 untersuchung ­ therapie ­ training ­ dokumentation 5 10.1 10.2 10.3 10.4 10.5 10.6 10.7 10.8 10.9 10.10 10.11 10.12 das hüftgelenk das kniegelenk das sprunggelenk und der fuß untere extremität befundbogen behandlungsplan und dokumentation das schultergelenk glenohumeralgelenk das ellenbogengelenk das handgelenk obere extremität befundbogen behandlungsplan und dokumentation die halswirbelsäule die brustwirbelsäule die lendenwirbelsäule wirbelsäule befundbogen behandlungsplan und dokumentation 107 108 126 151 166 168 200 216 229 231 245 259 287 11 anhang 5 289

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xiii abkürzungen a abd add adl ar aste bam bws ct de dvz emg este ev ex flex gaba hws ik inv ir arterie abduktion adduktion activity of daily life außenrotation ausgangsstellung bewegungsausmaß brustwirbelsäule computertomographie dorsalextension dehnungsverkürzungszyklus elektromyographie endstellung eversion extension flexion gamma-aminobuttersäure halswirbelsäule isokinetik inversion innenrotation kgg lig ligg lwk lws m mm med-gv mrt mtt n nn osg pf pro proc procc rom sup tÜv usk-trainer gerätegestützte krankengymnastik ligamentum ligamenti lendenwirbelkörper lendenwirbelsäule musculus musculi medizinische geräteverordnung magnet-resonanz-tomographie medizinische trainingstherapie nervus nervi oberes sprunggelenk plantarflexion pronation processus processus range of motion supination technischer Überwachungsverein universal-sequenz-kombitrainer legende aktive bewegung des patienten passive bewegung durch den therapeuten widerstand durch den therapeuten x fixation durch den therapeuten

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xiv orientierung und beschreibung von positionen sowie richtungen im menschlichen körper ebenen sagittalebene lat sagitta pfeil durchschneidet den körper von vorne nach hinten von vorne betrachtet erscheint sie daher als linie medianebene lat medius in der mitte teilt den körper in zwei symmetrische hälften sonderfall theoretisch frontalebene lat frons stirn verläuft parallel zur stirn und senkrecht zur sagittalebene transversalebene lat transversus quer fläche die quer zum körper verläuft sie teilt den körper in eine obere und untere körperhälfte achsen sagittalachse verläuft senkrecht zur longitudinalachse und transversalachse durch die vordere und hintere körperwand longitudinalachse verläuft in längsrichtung des körpers transversalachse verläuft quer zum körper richtungsbezeichnungen und lage der körperteile kranial lat cranium schädel zum kopf hin oder nach oben hin orientiert kaudal lat cauda schwanz schwanzwärts d h zu den füßen oder nach unten hin anterior lat anterior anterius vorderer nach vorne posterior lat posterior posterius hinterer nach hinten ventral lat venter bauch bauchwärts nach vorne dorsal lat dorsum rücken rückenwärts nach hinten superior lat superior superius höher oben inferior lat inferior inferius niedriger unten lateral lat latus flanke seitlich von der körpermitte abgewandt medial mittlerer zur körpermitte hin in der mitte gelegen proximal lat proximus der nächste zum rumpf hin distal zum ende der gliedmaßen hin tibial auf der der tibia zugewandten seite des unterschenkels liegend fibular auf der der fibula zugewandten seite des unterschenkels liegend bewegungsrichtungen extension streckung flexion beugung abduktion wegführen der gliedmaßen vom rumpf in der frontalebene adduktion heranführen der gliedmaßen vom rumpf in der frontalebene elevation anhebung z b das heben des armes im schultergelenk über die horizontale wegführen der gliedmaßen vom rumpf in alle richtungen des raumes inversion rückfußkippung um eine von vorn innen nach hinten seitlich verlaufende fußgelenksachse unter anhebung der inneren fersenbeinauftrittsfläche rotation innen und außendrehung der gliedmaßen um die längsachse der gliedmaßen drehung des rumpfes supination auswärtsdrehung der hand durch drehbewegung der speiche um die elle in den radioulnargelenken bzw des fußes im unteren sprunggelenk mittel und vorfuß die handfläche kommt dadurch aus der nullstellung der neutral-null-methode daumen am herabhängenden arm vorn nach vorn bei gebeugtem unterarm nach oben [suppenlöffelhaltestellung die auswärtsdrehung des fußes hebung des inneren fußrandes erfolgt unter gleichzeitiger plantarflexion und adduktion pronation drehbewegungen des unterarms so dass der handrücken nach oben kommt hebung des äußeren bzw senkung des inneren fußrandes siehe auch inversion.

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1 geschichte der trainingstherapie dietmar seidenspinner 1.1 1.2 1.3 antike bis mittelalter ­ 2 19 20 jahrhundert ­ 3 21 jahrhundert ­ 7

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2 kapitel 1 · geschichte der trainingstherapie 1 lernziele kenntnisse über · den begriff der gymnastik · die historische entwicklung der apparativen trainingstherapie · die differenzierung der unterschiedlichen trainingskonzepte seit den 70er jahren · die einordnung der gerätegestützten krankengymnastik in die historische entwicklung von gymnastik und training 1.1 antike bis mittelalter die bedeutung von gymnastischen Übungen für die menschliche gesundheit ist im europäischen kulturkreis seit der antike bekannt damals wurden gymnastische Übungen hauptsächlich zur athletischen und ästhetischen ausbildung des körpers eingesetzt der begriff gymnastik entsprach in der griechischen antike dem heute verwendeten begriff training ein wissenschaftlich gebildeter gymnast trainer der athleten in der altgriechischen gymnastik war gleichzeitig auch in teilgebieten der medizin fachkundig.daher beinhaltet der begriff gymnastik streng genommen auch die kenntnis über die wirkungsweise von gymnastischen Übungen auf den menschlichen körper der ort des wirkens der gymnasten war das gymnasion die klassische trainingsstätte des griechischen sports 1.1.1 milon von kroton milon von kroton war zweifellos der berühmteste athlet der antike er kann ohne Übertreibung als der erfolgreichste olympionike aller zeiten angesehen werden 30 jahre lang hielt er unbesiegt die spitze im olympischen ringkampf und siegte mehrfach in olympia hervorgegangen war milon aus dem antiken leistungszentrum der stadt kroton,der damals bedeutendsten griechensiedlung in süditalien als ringkämpfer beherrschte er in der zweiten hälfte des 6 jh v chr seine disziplin nahezu eine generation lang es wird erzählt dass der kleine milon ein recht schwächliches kind gewesen sei das häufig von den kindern aus der nachbarschaft verprügelt wurde eines tages aber fasste er den entschluss diesem treiben ein ende zu machen er wollte unbedingt stärker werden und packte sein ziel bemerkenswert systematisch an er nahm ein gerade zur welt gebrachtes kalb auf den arm und trug es mehrmals um den elterlichen hof obwohl ihm das anfangs sehr viel mühe bereitete hielt er durch und wiederholte diese rundläufe täglich im laufe der zeit wuchs nicht nur das kalb sondern auch die kraft des milon und nach einem jahr natürlicher belastungssteigerung war er stark genug ein ausgewachsenes rind rund um das anwesen seiner eltern zu tragen nach hildenbrand die geschichte des milon von kroton ist trainingstheoretisch deshalb interessant weil deutlich wird dass umfang und intensität der vorbereitung für einen wettkampf den sportlichen erfolg bestimmen so lassen sich auch die erstaunlichen leistungen ägyptischer könige im bogenschießen ohne eine gezielte Übungspraxis nicht erklären bereits aus der vorgriechischen welt des alten orients und des alten Ägyptens sind sportliche leistungen überliefert die bis ins 3 jahrtausend v chr zurückreichen der ursprung des sports liegt also nicht im frühen griechenland sondern sehr viel weiter zurück die erste schriftlich aufgezeichnete systematische trainingsanleitung der weltgeschichte stammt aus dem 14 jh v chr aus der zeit des hethiterreiches hethiter großmacht vom 17 13 jh v chr in zentral süd und ostanatolien sowie syrien der in hethitischen diensten stehende pferdetrainer kikkuli hat sie in hethitischer keilschrift aufgezeichnet diese keilschrifttafeln sind bis heute als einmalige originaldokumente erhalten kikkuli beschrieb darin den aufbau eines trainings das der leistungsverbesserung von wagenpferden diente er überlieferte sehr detaillierte vorschriften über täglich wechselnde streckendistanzen die von den pferden nach einer gewöhnungsphase in unterschiedlichen gangarten zurückzulegen waren das zu verschiedenen tageszeiten angesetzte training lässt sich hinsichtlich seines steigerungsprinzips durchaus mit einem modernen intervalltraining vergleichen 1.1.2 trainingswissenschaftliches schrifttum das trainingswissenschaftliche schrifttum war seit dem 5 jh v chr weit verbreitet wie wir aus der antiken literatur wissen.während die schriften der wissenschaftlich ausgebildeten gymnasten auf einem hohen theoretischen niveau angesiedelt waren existierte aber auch eine stär-

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3 1.1 · antike bis mittelalter 1 ker der trainingspraxis verpflichtete gattung deren autoren so genannte paidotriben,trainer im eigentlichen sinne waren ein berühmter autor war etwa ikkos von tarent der als olympiasieger im fünfkampf des jahres 444 v chr über einschlägige athletische erfahrung verfügte die einzige trainingswissenschaftliche schrift aus der griechischen antike stammt von philostratos und wurde erst um die mitte des 19 jahrhunderts entdeckt darin wird dem trainer paidotribe das gebiet der reinen trainingspraxis zugewiesen dem gymnasten hingegen spezielle kenntnisse des trainings und bis zu einem gewissen grade auch der medizin wissenschaftlich ausgebildete gymnasten besaßen demnach einen für die damalige zeit sehr hohen wissensstandard da sie nicht nur kenntnisse über das gesamte sportliche trainingswesen besitzen mussten sondern auch grundkenntnisse der medizin,der psychologischen motivierung und sogar der rhetorik decker 1995 aus beruflichem interesse behandelten auch Ärzte das thema training sie stellten es in den größeren zusammenhang der lebensführung und hygiene nach dem urteil eines der größten antiken vertreter des faches des galen von pergamon 129­199 n chr ursprünglich gladiatorenarzt und später leibarzt der römischen kaiser marc aurel und verus,ist der antike begriff der gymnastik eindeutig der medizin untergeordnet decker 1995 kräftigen körperlichen Übung als zu frohen festen nationalen gepräges bei keinem der anderen neueren völker hat die gymnastik eine solche ausbildung und eine solche bedeutung erlangt als bei den deutschen 1.2.2 die schwedische heilgymnastik nach per hendrik ling und ihre bedeutung in deutschland um 1850 1.2 19 20 jahrhundert zu beginn des 19.jahrhunderts wurde gymnastik sowohl für pädagogische erziehung als auch zu medizinischer heilbehandlung eingesetzt 1.2.1 die turnerbewegung in deutschland nach friedrich ludwig jahn in deutschland entwickelte friedrich ludwig jahn 1878­1852 unter dem eindruck der napoleonischen fremdherrschaft das turnen seine ziele waren die wehrhaftmachung der jugend und die stählung der körperlichen und geistigen spannkraft zur bedeutung der turnerbewegung in deutschland schrieb der orthopäde friedrich busch 1844­1919 nach kreck 1987 in allen ländern wo deutsche in einer größeren zahl zusammen sind begründen sie neben einem gesangverein sicherlich auch einen turnverein und die turnhalle ist der gemeinsame versammlungsort sowohl zur der schwede per henrik ling 1776­1839 war maßgeblich an der entwicklung der krankengymnastik bis zum beginn des 20 jahrhunderts beteiligt aus der vorstellung jede muskelbewegung habe eine spezifische wirkung auf den organismus entwickelte ling ein höchst kompliziertes system von möglichst kleine muskeleinheiten betreffenden bewegungsübungen diese wurden in verschiedenen grundstellungen wie stehend,sitzend,liegend oder hängend ausgeführt.zwischen den einzelnen Übungen die in einer strengen reihenfolge auszuführen waren wurden massagen durchgeführt somit entstand ein komplexes system genau definierter Übungen deren wirksamkeit bei verschiedenen erkrankungen reproduzierbar war s abb 1.1 s 3 ling leitete in stockholm von 1813 bis zu seinem tode 1839 ein gymnastisches institut das mit öffentlichen geldern 1834 zum gymnastischen centralinstitut erweitert wurde lings fragmentarische schriften wurden unter dem titel allgemeine begründung der gymnastik erst nach seinem tode 1840 veröffentlicht lings schwedische heilgymnastik sollte ­ wenn auch in modifizierter form ­ für ca 100 jahre ein bedeutender bestandteil der krankengymnastik werden der medizinprofessor hans ferdinand massmann 1797­1874 hatte 1847 lings schriften ins deutsche übersetzt auch im ausland in london und petersburg wurden erste gymnastische institute nach lings ideen gegründet die weiteste verbreitung fand seine methode jedoch in deutschland sein werk bildete die grundlage für die späteren arbeiten gustav zanders 1.2.3 gustav zanders medicomechanische therapie ein halbes jahrhundert nach ling schrieb ein weiterer schwede ein bedeutendes kapitel der geschichte der gymnastik der arzt gustav jonas zander 1835­1920 s abb 1.2 s 3 entwickelte ein heilgymnastisches apparatesystem der medico-mechanischen therapie s abb 1.3 und 1.4 s 4

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