Unsere Wärme Ausgabe 3/2017

 

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Unsere Wärme Ausgabe 3/2017

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Das österreichische Magazin für energieeffizientes Heizen mit Öl. KESSELTAUSCH Der 50.000. Antrag ist geschenkt! PETITION Tausende fordern freie Heizungswahl STUDIE Der Ölverbrauch geht bald zurück KHoaesmitzeegnnüv­ mnesirttgigÖlsetliecisnht 3·2017 Österreichische Post AG, Firmenzeitung 12Z039355 F Retouren an Postfach 555, 1008 Wien www.heizenmitoel.at

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ARGUMENTE Keine Verfärbungen, keine Verformungen – dieser Tank ist in Ordnung. Foto: IWO D Zeit für einen neuen Tank? „Tanks haben eine lange Lebensdauer, Der Austausch eines älteren Heizöltanks kann sich lohnen: aber auch sie unter- Neue Modelle sind geruchsfrei, betriebssicher und platzspa- liegen einer gewis- rend. In bestimmten Fällen ist der Kauf eines neuen Produkts sen Alterung.“ dringend zu empfehlen. Christian Ulrich, IWO Info Deutsche Sachverständigen-Organisationen fordern einen Austausch von Kunststofftanks nach einer Lebensdauer von 30 Jahren. Die Vorgangsweise ist jedoch praxisfern: Entscheidend sind Verformung und Zustand des Tanks, nicht dessen Alter. O ftmals kommen heutzutage Kunst­ stofftanks aus Polyethylen (PE) und ­Polyamid (PA) zum Einsatz. Das hat viele Vorteile: Die Tanks sind doppelwandig kon­ struiert, eine integrierte Auffangwanne er­ spart somit den Auffangraum. Zudem kön­ nen sie miteinander kombiniert und so auch in verwinkelte Kellerräume eingebaut werden. „Heizöltanks haben eine lange Lebensdauer, aber auch sie unterliegen einer gewissen Alte­ rung“, erläutert Christian Ulrich, technischer Produktmanager beim Institut für Wärme und Öltechnik (IWO). Am Alter des Kunst­ stofftanks kann man sich dabei jedoch nicht orientieren. Wichtiger sind optische Kriterien wie Verformungen, die sich bei einer Besichti­ gung recht schnell zeigen. ▶ Elefantenfuß: Bei dieser begrifflichen An­ leihe aus der Tierwelt handelt es sich um eine Ausbuchtung im Bodenbereich des Tanks. ▶ Sattelbildung: Von Sattelbildung spricht man, wenn sich Tankdach oder Tankschei­ tel absenken. Dadurch können Leitungsan­ schlüsse beschädigt werden. ▶ Verfärbung: Durch direkte Sonnenein­ strahlung können die Behälterwände mit der Zeit spröde werden. ▶ Weißbruch: So genannte Weißbrüche im Kunststoff sind Anzeichen einer übermäßigen Dehnung und können in der Folge zu Lecks führen. ▶ Weitere Unregelmäßigkeiten: Veränderun­ gen in Form und Symmetrie des Tanks deuten auf die Notwendigkeit zum Austausch hin. Dazu zählen Ausbeulungen, Knickstellen und ungleiche Abstände.  2   unsere wärme 3·17

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08 Fotos: Thinkstock, Philipp Lipiarski, Emsland Touristik GmbH 12 22 Im Fokus: Ölkonzerne im All ���������������������������������������������������� 04 Kurzmeldungen: CO2 als Rohstoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 06 Klimawende: Grün im Tank ���������������������������������������������������� 08 Heizen mit Öl: Am ersten Stockerlplatz ���������������������������������� 11 Freiheit beim Heizen: Mehr als 15.000 Unterschriften ���������� 12 Kesseltausch: Und die Heizung gibt’s geschenkt! �������������������� 13 Service-Teil: Deko-Ideen für einen goldenen Herbst . . . . . . . . . 14 Hintergrund: Öl im Alltag ������������������������������������������������������ 16 Leserfrage: Was ist der Brennwert? ���������������������������������������� 17 Steuern: Heizen mit Öl wird unfair benachteiligt �������������������� 18 Studie: Der Ölverbrauch könnte bald schon sinken ������������������ 20 Reisen: Ein Erdölmuseum im Radlerparadies �������������������������� 22 Zukunft: Bodenschätze aus Asteroiden ������������������������������������ 24 Rätselspaß: Hirnjogging für Gewinnertypen ���������������������������� 26 Liebe Leserinnen und Leser, ein Blick auf den Steueranteil zeigt: Heizöl ist einer der am höchsten besteuerten Energieträger. Zusätzlich zur vollen Mehrwertsteuer von 20 Prozent wird Heizöl Extra Leicht mit der Mineralölsteuer, einem Fixbetrag von 9,8 Cent pro Liter, belastet. Für Festbrennstoffe hingegen gilt ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von 13 Prozent. Dies geschieht auf Kosten unserer Luftqualität. Selbst moderne Holzpellets-Anlagen setzen mehr als 600-mal so viel Feinstaub frei wie eine Ölheizung. Die Heizen mit Öl GmbH fordert die einheitliche Besteuerung aller Energieträger, um eine korrekte Entscheidungsgrundlage für Konsumenten zu schaffen. Berücksichtigt man die Vollkosten, ist die Ölheizung schon jetzt das günstigste Heizsystem (­ siehe Seite 11). Martin Reichard Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Heizen mit Öl GmbH, 1020 Wien, Untere Donaustr. 13–15/3. OG, Tel.: 01/890 90 36, Fax: 01/890 90 36-50; Geschäftsführer: Mag. Martin Reichard; Unternehmensgegenstand: Förderung des Austausches von Ölheizungsanlagen durch Anreizbildung für den umwelt- und klimafreundlichen Ersatz von alten Heizungs­anlagen durch moderne, sparsame und effiziente Ölheizungsanlagen. Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, Tel.: (01) 546 64-0, E-Mail: office@wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Zembacher Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Martin Reichard (HMÖ); Marketing: Elisabeth-Klara Betes-Kummer Redaktion: Mag. Reinhard Ebner Grafik/Layout: Make Media Mediendienstleistungen OG Titelbild: Thinkstock.com Druck: LEYKAM Let’s Print, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl Auflage: 111.924 Stück  unsere wärme 3·17 3

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I m F okus W eltraumagenturen und Ölkonzerne arbeiten schon seit ge­ raumer Zeit zusammen. Bislang waren es vor allem Satelli­ tenaufnahmen der Erde, an denen Letztere Interesse zeigten. Seit Kurzem jedoch erfolgt der Technologie-Transfer in die andere Rich­ tung: Im Visier sind die reichen Rohstoff-Vorkommen erdnaher As­ teroiden. Heben lassen sich diese Ressourcen nur mit dem Bohrund Förder-Know-how der Ölindustrie (mehr dazu ab Seite 24).  4   unsere wärme 3·17

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 unsere wärme 3·17 I m F okus 5 Fotos: Bryan Versteeg/Deep Space Industries

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K urzmeldungen Wussten Sie schon …? ... dass Nylon im Jahre 1935 einer der ersten synthetischen Stoffe war, der aus Erdölprodukten hergestellt wurde. Der US-amerikanische Chemiekonzern DuPont benötigte allerdings einige Jahre, bis er herausgefunden hatte, wie die Kunstfaser am besten zu vermarkten sei: nicht als Zelt, Hängematte oder Fall­ schirm – sondern als Damenstrumpf. Der 15. März 1940, der Tag des offiziellen Verkaufsstarts von Nylonstrümpfen, ging schließlich als „N-Day“ in die Geschichte ein. Die begrenzten Bestände in den Warenhäusern waren schon zur Mittagszeit ausverkauft. Polizeiabsperrun­ gen vor den Geschäften sollten für Ruhe sorgen. Frauen prügelten sich zwischen Regalen um die letzten Strümpfe. Zeitweise waren die begehrten „Nylons“ nur am Schwarzmarkt zu bekommen.  1,8 % ... beträgt der globale Anteil von Windund Solarenergie (Quelle: REN21 Global Status Report 2017). Am gesamten Energiemix? Nein, an den erneuerbaren Energien, die wiederum nur 19,3 % der gesamten Energienachfrage decken! „Für die absehbare Zukunft scheint es unmöglich, auf fossile Energiequellen zu verzichten“, schreibt dazu das Wirtschaftsmagazin „The Economist“. CO2 als Rohstoff Keinen besonders guten Ruf hat das so genannte Klimagas Kohlendioxid. Das könnte sich ändern: Im Rahmen des Projektes CORAL (= „CO2-Rohstoff aus der Luft“) erfor­ schen drei wissenschaftliche Institute, wie sich das Kohlen­ dioxid in der Luft als Ressource nutzen ließe – zur Herstel­ lung von Kunststoff oder Kraftstoff. Im Power-to-Gas-Verfahren wird zuerst Wasserstoff mittels Elektrolyse erzeugt. Aus diesem Wasserstoff werden an­ schließend mit CO2 Kohlenwasserstoffe synthetisiert. Zur Gewinnung des in der Luft enthaltenen Kohlendioxids gibt es bereits mehrere Technologien. Ziel des Forschungspro­ jekts ist nun, das effi­ zienteste Verfahren zu ermitteln und in einer Versuchsanlage zu tes­ ten. Mit Power-to-Gas würde nicht nur eine nahezu unerschöpfliche Rohstoffquelle erschlos­ sen, sondern auch die CO2-Konzentration in der Luft verringert.  Spannende Diskussion Besonders hochkarätige Gäste haben sich heuer zum alljährli­ chen Symposium des IWO (Institut für Wärme und Öltechnik) angekündigt. Unter der Leitung von Puls 4-Infochefin Corinna Milborn wird über den Klimaschutz und das Spannungsfeld der Energiepolitik zwischen Bevormundung und Konsumenten­ interesse diskutiert. Das Teilnehmerfeld garantiert für einen Austausch unter Be­ rücksichtigung des gesamten Meinungsspektrums. Teilneh­ mer der Veranstaltung am 19. Oktober im Wiener Palais ­Hansen Kempinski sind der Präsident des Ökosozia­ len Forums Franz Fischler (Foto), ÖGBPräsident Rudolf Hundstorfer, EU-Par­ lamentarier Paul Rübig, Sektionsleiter Energie Michael Losch (Bundesministeri­ um) und Eurofuel-Direktor Ernst-Moritz Bellingen. „Unsere Wärme“ berichtet darüber in der kommenden Aus­ gabe.  6   unsere wärme 3·17

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Fotos: Thinkstock, IWO, IWO D, OMV K urzmeldungen Wenn die Heizung pfeift Die Heizung pfeift und gluckert? Mor­ gens ist es im Bad noch kühl, der Heiz­ körper im Schlafzimmer hingegen glüht schon? Dann ist es höchste Zeit für ei­ nen hydraulischen Abgleich! Auch nach Erneuerung der Heizungsanlage oder Dämmung der Gebäudehülle ist dieser zu empfehlen. Werden die Räume eines Hauses trotz gleicher Thermostat-Einstellun­ gen unterschiedlich warm, ist vermutlich die Heizung nicht richtig eingestellt. Ein hydrauli­ scher Abgleich spart Energie und damit Kosten. Ein Installateur berechnet dabei die optimalen Einstellwerte für alle Komponen­ ten, indem er den Wärmebedarf der Räume und die Leistung der Heizflächen berücksichtigt. Ist die Heizungspumpe zu hoch einge­ stellt? Welche Durchflussbegrenzung gilt für die Heizflächen? Wie warm soll das Zimmer werden? Diese Fragen be­ antwortet der Installateur beim Ab­ gleich. Mithilfe einer Software errechnet er die optimale Vorlauftemperatur für das System und die nötige Wassermenge für die Heizkörper.  Newsticker • B ritischer Windkraft droht Flaute: Ausländische Investoren zögern wegen des Brexits. • Total in Kauflaune – der französische Konzern übernimmt die Öl- und Gassparte der dänischen Reederei ­Maersk um 6,35 Mrd. Euro. • 100 Mrd. US-Dollar in acht Jahren: In der russischen Jamal-Region wird groß investiert, um die Ressourcen der 236 bekannten Öl- und Gasfelder zu heben. • D eutsche Wintershall fördert dänisches Öl – Unterwasser-Pipeline transportiert Rohöl von der NordseePlattform zum Festland. „Unsere Wärme“-Musterhaus: Familie Tony (Kärnten) beheizte Nutzfläche: 180 m² Anzahl der Bewohner: 2 Kessel-Nennleistung der Altanlage: 65 kW Kessel-Nennleistung der Neuanlage: 31 kW Heizölverbrauch vor der Sanierung: 4.400 l Heizölverbrauch nach der Sanierung: 2.400 l Maßnahmen: Öl-Brennwertkessel Sonstiges: thermische Sanierung Investition: 6.400 Euro (Kesseltausch mit Förderung) Einsparung: 2.000 l Weitere Musterhaus-Projekte finden Sie in der Bro­ schüre der Heizen mit Öl GmbH (Bestellmöglichkeit unter www.heizenmitoel.at). Einsparung: 45 %  unsere wärme 3·17 Wolf Klima- und Heiztechnik GmbH Eduard-Haas-Straße 44 A-4030 Linz Telefon 0732/385041-0 Telefax 0732/385041-27 www.wolf-heiztechnik7.at

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HINTERGRUND Flüssig-Brennstoff sorgt für eine grüne Energiewende Klimaschutz und Energiewende gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Beides kann nur gelingen, wenn der Gebäudebereich einen Beitrag leistet. Voraussetzung: Notwendige Maßnahmen müssen für die Menschen ­bezahlbar sein. Unser Brennstoff wird sich in der Zukunft verändern. Er wird „grüner“. 8  E in technologieoffener Wettbewerb um die besten und günstigsten Lösungen für die Klima- und Energie-Herausforderun­ gen ist heute unverzichtbar. Der breite Ein­ satz effizienter Brennwertheizungen ist eine solche Lösung: Die Heizungsmodernisierung mit Brennwerttechnik sorgt allein aufgrund der Energieeinsparung für eine schnelle Ab­ senkung der Treibhausgasemissionen der Heizung. Zugleich sind Öl-Brennwertheizun­ gen vergleichsweise einfach mit erneuerbaren Energien zu verknüpfen. Zukünftig wird sich aber auch der Brennstoff verändern, indem er zunehmend „grüner“ wird. Einstieg in die Energiewende Allein der Austausch eines alten Ölkessels durch ein modernes Brennwertgerät senkt den Primärenergiebedarf und damit die Ener­ giekosten um bis zu 40 Prozent. In gleichem Maße werden auch weniger Treibhausg­ase ausgestoßen. Da die Modernisierung mit Brennwerttechnik ein besonders gutes Kos­ ten-Nutzen-Verhältnis aufweist, stellt sie für viele Hausbesitzer einen finanziell machba­ ren Einstieg in die Energiewende dar. Die In­ vestition für den Einbau der neuen Öl-Brenn­ wertheizung rechnet sich innerhalb ihrer technischen Lebensdauer. Damit lohnt sich die Modernisierung nicht nur für die Um­ welt, sondern auch für die Geldbörse. Brenn­ werttechnik ist eine ideale Basis für die Ein­ bindung erneuerbarer Energien, weil Heizöl als speicherbarer Energieträger stets Versor­ gungssicherheit gewährleistet. Solche Hybridheizungen, die die Wärmever­ sorgung auf mindestens zwei Säulen vertei­ len, sind ein entscheidender Bestandteil der  unsere wärme 3·17 Grafik und Fotos: IWO D, Thinkstock

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HINTERGRUND Aus erneuerbarem Strom wird Heizöl. künftigen Wärmeversorgung von Gebäuden. Dabei müssen sie nicht in einem Zug instal­ liert und finanziert werden. Sie können auch stufenweise ausgebaut und selbst Jahre spä­ ter noch um einen weiteren Energieträger er­ gänzt werden. Eine wesentliche technische Voraussetzung für den Ausbau der bestehen­ den Heizung zum Hybridsystem ist dabei das Vorhandensein eines Wärmespeichers, an den die verschiedenen Wärmequellen angeschlos­ sen werden können. Neben der Kombination von Ölheizung und Solarthermie-Anlage ist auch die Kombina­ tion von Ölheizung und Wärmepumpe oder Holz als ergänzende Wärmequelle beliebt. Künftig könnten sich solche Hybridsysteme mit Power-to-Heat um eine weitere Kompo­ nente ergänzen lassen. Hybridheizungen, die in der Lage sind, Strom oder Heizöl als Wär­ mequelle zu nutzen, können ihre Stromnach­ frage optimal an die jeweiligen Verhältnisse am Strommarkt anpassen – vollautomatisch und ohne Komfort-Einschränkung. Neue flüssige Energieträger – neue Perspektiven Flüssige Brennstoffe gewährleisten dank ein­ facher Speicherbarkeit und flexibler Trans­ portwege eine effiziente und sichere Ener­ gieversorgung. Um diese Vorteile langfristig nutzen zu können, wird an weiteren Innova­ tionen gearbeitet. Denn mit neuen, zuneh­ mend klimaschonenden flüssigen Energieträ­ gern kann insbesondere im Gebäudebereich eine flächendeckende Wärmeversorgung si­ chergestellt werden, ohne dass dafür hohe In­ vestitionen in Infrastruktur und neue Heiz­ geräte nötig sind. Die Verwendung von hydrierten Pflanzen­ ölen und Altspeisefetten ist da nur der An­ fang. Für die Zukunft geht es darum, das Po­ tenzial alternativer Brennstoffe zur Treib­ hausgasminderung noch deutlich zu steigern. Durch die Fokussierung auf Reststoffe, Holz, Stroh und andere geeignete Rohstoffquellen wie etwa Algen wird eine Nutzungskonkur­ renz zu Nahrungsmitteln bewusst vermieden. Bei der Entwicklung neuer flüssiger Energie­ träger werden verschiedene Ansätze verfolgt, um eine maximale Reduktion von Treib­ hausgasemissionen zu erzielen. Grundsätz­ lich geht es dabei um die Herstellung syn­ thetischer flüssiger Kohlenwasserstoffe aus unterschiedlichsten regenerativen Quellen (X-to-Liquid/XtL). Ziel ist die Entwicklung marktfähiger, innovativer Brennstoffe, die herkömmlichem Heizöl in höheren Anteilen beigemischt werden. Der Einsatz innovativer flüssiger ­Brennstoffe bringt die Energiewende gleich doppelt vo­ ran: Zum einen erhalten Öl-Brennwerthei­ zungen dadurch langfristig eine klimaneutra­ le Pers­pektive. Zum anderen werden die neu­ en Energieträger, dank der einfachen Speicher­ barkeit in den hauseigenen Tankanlagen, auch künftig immer dann bereitstehen, wenn eine direkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen nicht möglich ist. Dies gewährleistet dauer­ hafte Versorgungssicherheit. Auf teure Reser­ vekraftwerke und gegebenenfalls erforderliche zusätzliche Infrastruktur-Investitionen lässt sich verzichten. >> Flüssige Brenn­stoffe sind einfach zu speichern und f­lexibel zu t­ ransportieren. Damit sichern sie eine effiziente Energie­versorgung.  unsere wärme 3·17 9

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HINTERGRUND Aus Algen erzeugen Forscher der Bergakademie Freiberg einen CO2-neutralen Rohölersatz. Blick in einen modernen Heizungsraum mit Heizöltank, Speicher und Brennwertgerät. Flüssige Energieträger lassen sich auch aus Algen, Pflanzenresten oder Kunststoffabfall g­ ewinnen. X-to-Liquid (XtL)-Verfahren Unter X-to-Liquid wird die Herstellung syn­ thetischer flüssiger Kohlenwasserstoffe aus den unterschiedlichsten Kohlenstoffquel­ len verstanden. Wasserstoff kann dabei ent­ weder aus erneuerbarem Strom erzeugt wer­ den, oder er befindet sich in gebundener Form bereits in den Rohstoffen. Die einzel­ nen Grundverfahren lassen sich kombinieren und mit bestehenden Industrieprozessen wie der Zementherstellung verknüpfen. Das PtL-Verfahren stellt mithilfe von regene­ rativ erzeugtem Strom flüssige Energieträ­ ger her. Durch Elektrolyse wird Wasserdampf in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zer­ legt. Unter Druck entsteht aus H2 und beige­ mischtem CO2 eine Flüssigkeit aus Kohlen­ wasserstoffverbindungen – so genanntes „Blue C­ rude“. Dieses Ölsubstitut lässt sich ähnlich wie Mineralöl in einem Raffinerieprozess un­ ter anderem zu Heizöl veredeln. Das eröffnet neue Perspektiven: Vor allem in Ländern mit stabil hoher Sonneneinstrahlung bietet es sich an, auf (Wüsten-)Flächen Photovoltaik-An­ 10  lagen zu installieren. Die gewonnene Energie kann durch PtL-Verfahren gespeichert und in seiner flüssigen Form einfach und sicher transportiert werden. Zur Entwicklung emis­ sionsarmer flüssiger Energieträger ist auch die Nutzung von Algen oder Pflanzenresten sowie von anderen Abfallstoffen wie Kunststoffres­ ten im Biomass- oder eben Waste-to-Liquid (BtL/WtL)-Verfahren ohne Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion möglich. Dabei wird durch die Pyrolyse (thermische Zerset­ zung unter Luftabschluss) dieser regenerati­ ven Kohlenstofflieferanten Pyrolyse-Gas bzw. -Öl gewonnen. Vor allem Pyrolyse-Öl zeichnet sich durch eine besonders hohe Energiedichte und einfache Speicher- sowie Transportierbar­ keit aus. Die Pyrolyse-Produkte könnten an­ schließend in der Chemieindustrie und in Raf­ finerien als Rohstoff eingesetzt werden. Algen sind dabei nur ein Beispiel für die so genann­ te dritte Generation der Biomasse. Diese zeich­ net sich dadurch aus, dass sie keine landwirt­ schaftlichen Flächen benötigt. Die Energie­ wende kann kommen!   Quelle: IWO Deutschland  unsere wärme 3·17

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KOSTEN- UND PREISVERGLEICH Der erste Platz am Stockerl Im Jahresverlauf ist der Preis von Heizöl extra leicht abermals gefallen. Berücksichtigt man die Vollkosten (inklusive Anschaffung, Betrieb und Verbrauch), gilt ohnedies: Heizen mit Öl ist die günstigste Alternative unter den Heizsystemen. Heizöl EL Erdgas Pellets Brennholz Flüssiggas Fernwärme Erdwärme Der Vollkostenvergleich für ­September 2017 (Stichtag: 18. 9.) gemäß ÖNORM basiert auf der beispielhaften Berechnung einer Modernisierung der Heizungsanlage in einem Einfamilien-Haushalt. Angenommener Betrachtungszeitraum: 15 Jahre Technik: Heizöl, Erdgas u. FG auf Brennwertbasis (Erdgas Hi = 10,09 kWh/m3, Ho = 11,20 - 11,24 kWh/m3); Erdwärme (WP) mit Tiefenbohrung; Preise/Kosten: Preise inkl. aller Steuern; Quellen: WKÖ, propellets, AK, LWK, Handel, 9 Landesenergieversorger, HmÖ. verbrauchsgebundene Kosten: Brennstoffkosten, Transport, Nebenkosten, Hilfsenergie; kapitalgebundene Kosten: Wärmeerzeuger, Umformerstation, Abgasanlage, Kleinmaterial, Installation, Anschlussgebühren, Grabarbeiten, Bohrungen, Entsorgung u. Reinigung; betriebsgebundene Kosten: IInstandhaltung, Wartung, Service u. Reinigung der Anlage, Energiekostenabrechnung; Berechnungen: IWO-Österreich nach Modernisierung/Erneuerung einer bestehenden Ölheizung; Variantenberechnung mit verschiedenen Wärmeerzeugungssystemen nach ÖNORM M 7140; für die Berechnung wurde bei allen Energieformen der systembedingte Wirkungsgrad berücksichtigt. Grafiken: IWO  unsere wärme 3·17 Der Preis von Heizöl extra leicht (HEL) ist nicht nur h­ istorisch niedrig, sondern auch seit Jänner wieder ­deutlich gefallen. 11

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HEIZEN MIT ÖL Stimmen für Freiheit beim Heizen Mit ihrer Unterstützung der Initiative „Freiheit für unsere Wärme“ stellten sich besorgte Bürger gegen die gesetzliche Benachteiligung von Ölheizungen. Die Aktion war ein voller E­ rfolg: Bis zum Sommer wurden gut 15.400 Unterschriften gesammelt. Martin Reichard begab sich mit den Unterschriften zum Umweltministerium. Reichard und IWO-Gebietsleiter Gerald Petz vor dem niederösterreichischen Landhaus. 15.400 Unterschriften sind eine ­klare Absage an Politiker, die den Einbau von Ölheizungen ­verbieten wollen. S chwer bepackt traf Heizen mit Öl-Ge­ schäftsführer Martin Reichard Anfang Juli beim Umweltministerium ein. Mit da­ bei hatte er jene 15.400 Unterschriften, die im Rahmen der Aktion „Freiheit für u­ nsere Wärme“ bis Ende Mai gesammelt worden waren. Die Initiative fordert Wahlfreiheit des Wärmeträgers und wendet sich gegen politischen Zwang bei der Heizungswahl. Eine klare Absage an Politiker, die gefor­ dert hatten, den Einbau von Ölheizungen zu verbieten. „Mich freut es sehr, dass so vie­ le Österreicher aufgestanden sind, um für Freiheit bei der Heizungswahl einzutreten“, zeigte sich Reichard bei der Übergabe der Unterschriften an Bundesminister ­Andrä Rupprechter stolz. Fast 7.000 Unterschriften stammten aus Nie­ derösterreich, wo der Landtag im Mai ein Verbot von Ölheizungen ab 1. 1. 2019 in Neu­ bauten durchsetzte. Diese Unterschriften enttäuschter Bürger brachte der HMÖ-Ge­ schäftsführer nach St. Pölten zu Umweltlan­ desrat Stephan Pernkopf. Niederösterreich schädigt Häuslbauer Die Heizen mit Öl GmbH unterstützt Vorha­ ben, um Energieverbrauch und Emissionen zu senken. Daher wird auch die Erneuerung der alten Ölheizung finanziell gefördert. „Mit einem Verbot von Ölheizungen im Neubau wird das aber nicht gelingen“, ist Reichard überzeugt. Dadurch würden laut aktuellen Daten keine Emissionen eingespart. Statt­ dessen entstehe ein erheblicher Schaden für Häuslbauer in ländlichen Gebieten, die oft­ mals auf die Ölheizung angewiesen sind. Seit 1990 sanken die CO2-Emissionen durch Heizen um 42 Prozent. Österreichs Klima­ schutzziele für 2020 im Gebäudebereich wur­ den bereits 2014 erreicht. Reichard: „Dieser Beitrag kann sich sehen lassen. In anderen Bereichen hingegen wurden wesentlich weni­ ger Maßnahmen zur CO2-Reduktion gesetzt. Geht es nach so manchem Politiker, sollen wohl die Familien den gesamten Preis für die Energiewende bezahlen.“ Käme es zu Ein­ schränkungen bei der Heizungswahl, würden alle Wärmeträger teurer.  12   unsere wärme 3·17 Fotos: Philipp Lipiarski, IWO

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HEIZEN MIT ÖL Gewinnen Sie bis zu 10.000 Euro! Die Förderinitiative der Heizen mit Öl GmbH (HMÖ) trägt reiche Früchte: In Kürze ist schon der 50.000. Antrag auf Erneuerung der Ölheizung zu erwarten. Da heißt es, sich sputen, denn zum Jubiläum bekommt der Antragsteller die Heizung geschenkt. Ihre neue Ölheizung hätten Sie gern geschenkt? Dann stellen Sie am besten sofort einen Antrag auf Kesseltausch! D ie Marke von 50.000 HMÖ-Anträgen wird bald erreicht sein. Der Antragstel­ ler gewinnt gleich doppelt: Er senkt seinen Heizölverbrauch um bis zu 40 Prozent – was sich wohltuend auf Haushaltsbudget und Umwelt auswirkt. Das neue Öl-Brennwert­ gerät im Wert von maximal 10.000 Euro be­ kommt er zudem geschenkt. „Wer Chancen auf den Gewinn haben will, sollte bald einen Antrag stellen“, rät Martin Reichard, Geschäftsführer der Heizen mit Öl GmbH. Mehr als 49.000 Haushalte ha­ ben bereits einen Antrag auf finanzielle Un­ terstützung beim Heizkesseltausch gestellt. ­Reichard rechnet noch diesen Herbst mit dem 50.000. Antrag. Jeder ist ein Gewinner Der 50.000. Antragsteller wird zum glückli­ chen Gewinner eines modernen Brennwert­ geräts. Aber auch alle anderen haben gewon­ nen, denn die Heizen mit Öl GmbH schießt jeweils bis zu 3.000 Euro im Rahmen der Aus­ tausch-Förderung bei. Immer mehr Haushal­ te erneuern daher ihre alte Ölheizung. „Dass schon so viele Österreicher ihre Ölhei­ zung modernisiert haben, ist erfreulich und in jeder Hinsicht sinnvoll: Mit einer über­ schaubaren Investition senkt man dauer­ haft die Heizkosten und schont die Umwelt“, freut sich der HMÖ-Geschäftsführer. Mit der Gewinn-Aktion sollen noch mehr Menschen motiviert werden, auf effizientere Heizungen umzusteigen. Denn es gibt in den 760.000 ölbeh­ eizten Haushalten noch immer viele veraltete H­ eizanlagen. Reichard: „Bei keinem ande­ ren Energieträger lässt sich so viel Ener­ gie mit so geringen Investitionskosten ein­ sparen.“   unsere wärme 3·17 Info Förderungen der Heizen mit Öl GmbH: ▶ 2.500 Euro für die Erneuerung einer Heizanlage in einem Einfamilienhaus ▶ 3.000 Euro für Mehrfamilienhäuser mit drei bis zehn Wohneinheiten ▶ 5.000 bis 25.000 Euro für Wohnbauten und Gewerbeanlagen ▶ 500 Euro zusätzlich bei Kombination einer neuen Ölheizung mit Wärmepumpe oder Photovol­ taikanlage ▶ 1.000 Euro bei Kesseltausch mit Umstieg von Heizöl leicht auf Heizöl e­ xtra leicht 13 Foto: IWO D

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SERVICE ZUM HERAUSNEHMEN Blätterkranz Gelb, orange, rot, braun ... Die bunten B den fallen, sind eigentlich viel zu schad lassen. Mit relativ wenig Aufwand lasse einem Blätterkranz als Türschmuck vera licht drapieren. Das gilt nicht nur als auch einladend aus. Wie’s geht? Im Grunde nicht anders als fach einen Kranzrohling besorgen und Draht befestigen. Wer möchte, kann den Blüten, Schleifen und Bändern, Zapfen, k deren Fundstücken ausschmücken. Kupferglanz Wie schon in den 70ern sind aktuell Acc fer voll im Trend. Der Grund: Kupfer si eine warme Ausstrahlung. Die Farbe vari ähnelt jener des Herbstlaubs – von Ora hin zu zarten Rosé-Tönen. Unbehandelt Oxidation zudem eine jeweils individuelle Deko-Objekte damit zu Einzelstücken. Accessoires oder Einrichtungsgegenstände Verbindung mit anderen Materialien wie chen Anbietern zu finden. Besonders sch Sie sorgen für warmen Glanz in der beg Häkelspaß Zum Kuscheln braucht es Kissen. Zwisch ruht es sich noch entspannter. Wie’s geh Ring schließen. Anschließend werden ru gehäkelt, dann in jede Masche der Vorr lange bis der Radius rund 15 Zentimeter de Stäbchen sowie danach so genannte R Nadel von vorne rechts nach hinten ge von links hinter dem Stäbchen der Vorr wiederholt, bis die gewünschte Größe err mit Füllwatte befüllen. 14   unsere wärme 3·17

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Blätter, die im Herbst zu Bode, um sie dort verrotten zu en sie sich sammeln und zu arbeiten oder rund ums Wind- Glücksbringer, sondern sieht bei einem Adventkranz: Eindie Blätter am Stängel mit Kranz auch mit getrockneten kleinen Zierkürbissen und an- cessoires und Dekos aus Kupieht stilvoll aus und hat doch iiert je nach Verarbeitung und ange über Rot und Braun bis entwickelt das Metall durch e Patina. Optisch werden die e aus Kupfer oder Kupfer in Glas sind zurzeit bei zahlrei- hön sind Leuchten aus Kupfer: ginnenden kalten Jahreszeit. chen selbstgehäkelten Polstern ht: Drei Luftmaschen zu einem undherum acht feste Maschen runde zwei feste Maschen, so beträgt. Dann noch eine RunReliefstäbchen; dabei wird die eführt und der Faden jeweils runde hervorgeholt. Das wird reicht ist. Danach den Polster SERVICE ZUM HERAUSNEHMEN wABvvmeuZleKoarEbubrüWtruuErEmeoiftdsggisarühliDensicisiWaceuegksirectrpeahwtnhbliFsnthtüKenelnozbeeeneneSeüfdüSer.musueülwelimretmetiinriwrdenwtnsMvtosrrnsSimhfKAekrzem.neoofbbdteaoaeimdabreaacftrwgcnusimiirelsgrdefeegsesnukiuBnkieaargudmslraheegknefee.eGfanenrnebeosgüihuneLrewüsbescibloi,SsrlebalnnstLnrEapähchelesdinteengleaKWe.hövabtidiDulsdeae,i)natnemetzncnisteaeenngiüenreeesDbureeh,Ksn.nnuerncdfrraidrnusaiaßeaoirtdbnksz(aoeneeelDnnearnBuß.wzieen?ensiksMwsuddtaLapasrleKlcifaose.WuäPnbefgefcerrhufiüwietmuniEeütnlrrrtmehioins.mWärmatncikeniotbrhKdmtdegöerhnehseeceuee,iiDörbeamgWünrt.dtzhpiHarrnwrhsrlndsirdtn’eaiuoteaee!eaelEsmecibeuD,HenButnnurrzntruhriienmrSzdensabfFesnioddPcgarLttcgdwcmssbbKhu-fDoaeolskhikettalsdeblcmrntmneieüäeKeaeahwuerScedhynlikcsilhsZEknnbäihnenrpüemind-tiknstsnslGemsiienne,redorreiwstdseeiitaigonrKbäagnetecrtnglemktnenrdizKrtrhhssFsübesonettiiuziidfktrSehiereseeecncstüoHimusaibenfckirghrtäkieeedirKnmüncerzShaitiecsöakireesnehdzg.eluklhatrenuvaneilMrldeenntrpgroslncTuiaein.rietiogeeaewdiepeaphgnomgcedmen,trlnnueierehnpefnMeeodrmaias,Eägsmakefd)nbbsauatke.lbrnlunioieebKteGsuenelSisecMtPi-rraeismelIiigsFofuheüstlinmsobggictiDecgetiMlsrröctldilhtdseeahnesaobnptäehcuaaeseniusentimditTktihtstnnumnsecewdzntteVaroMttnsehraceldpeevder.ezsle-HeirhinltmaOoFon:ouwcremgedapuldbdhriadnsepetseesZenaiijneaertireahfteSAtetirand.lsbnssmtdlswbmkrtöser-eumtemeir.eHTrFtgntgeminemsnedetanböaereraEeddhifO,ineandfuehlrredieüaeöeevdnskmbasedecleredhinrhinnkteenshnbniüec-eoneal„Lrrtühirdv.tehterlcnbecwPeE.oi(ebnagztnolehilhmodolneeiengeäemre.nrunD-deskluiesnttmtstneaFatAmc-mzSdGaeKrfs.nhriepmebrüttiaüonrtznenesrrDzc“amiir.ett-hulaetlz--bennaueennu-trs-  unsere wärme 3·17 15

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