miteinander 2017

 

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Gemeinsamer Pfarrbrief der Evang. Kirchengemeinde Lechenich und des Kath. Seelsorgebereichs Rotbach-Erftaue

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2017 Kath. Pfarreiengemeinschaft reic tbac seelsorgebe ro h ELVANEGECLIShC-eHHrEftKaEIuReCHNENGIEMCEINHDE MITEINANDER Jahre Förderung Mädchenprojekt TALITA KUMI in Quito/Ecuador Carl--Schurz-Medaille für Talita Kumi e.V. (siehe Bericht auf Seite 36)

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GEISTLICHES WORT A wn adnedrseneödlsroedrsgleibcAehletnenSbeeirtgenerDoms stroeht eihne Plas- reic tbac tik des K„AümnsptlleerxsuWs“er(nUhe-ermrfFtaarrumaenuznegn). Sie stellt Christus dar, der vom Kreuz herab seine Arme um den Zisterziensermönch Bern- hard von Clairvaux (Begrün- der des Zisterzienserordens im Mittelalter) und den Reforma- tor Martin Luther legt. Diese Skulptur versinnbildlicht eine ökumenische Zusammenarbeit, die ein Miteinander zwischen den beiden christlichen Konfessionen kennt und lebt. Seit dem Jahr 1857 wird der Altenberger Dom konkret zu gleichen Rechten von der evan- gelischen und katholischen Gemeinde als Pfarr- kirche genutzt. Hier bei uns in Erftstadt können wir ebenso auf eine fruchtbare und vertrauensvolle ökumenische Zusammenarbeit zurückschauen. Zum Advent jeden Jahres können Sie z.B. die ökumenisch gestaltete Pfarrbriefausgabe „Miteinander“ in den Händen halten. Zuletzt durften wir uns über den Besuch des bekannten Kabarettisten Konrad Beikircher in der Kirche der Versöhnung freuen. Unterhaltsam heiter und mit klarem Blick brachte er uns das 500 Jahre Reformationsgedenken näher. Die gute ökumenische Zusammenarbeit in unseren Kirchengemeinden findet auch öffentliche Anerkennung. Unser Bürgermeister Volker Erner hat am „Talita-Tag“ den ökumenische Arbeitskreis „Talita Kumi“ für über 30 Jahre Engagement für das Mädchen-Hilfsprojekt in Ecuador mit der Carl-Schurz-Medaille ausgezeichnet. Der Seelsorgebereichschor „Neue Wege“ gab anschließend mit der Band ein begeisterndes Konzert, der Erlös war für „Talita Kumi“ bestimmt. Über viele Jahre hatte auch Pastor Wil- helm Hösen dieses Projekt persönlich durch seine Mitarbeit unterstützt. An dieser Stelle möchte ich schon jetzt alle ganz herzlich zur Mitfeier seines Goldenen Priesterjubiläums am 4. Februar 2018 um 11 Uhr in St. Kilian einladen. Wir gehen weiter auf dem ökumenischen Weg und hoffen zuversichtlich auf theologische Fortschritte in den Fragen über Kirche, Eucharistie/Abendmahl und Amt. Mit diesem Grußwort möchte ich gerne besonders unserem langjährigen Kirchenmusiker Theo Balkhausen für sein über vier Jahrzehnte hohes und treues Engagement als Chorleiter und Organist danken. Für seinen wohlverdienten Ruhestand begleiten ihn die besten Segenswünsche. Frau Aragione-Krey und Herrn Speckamp wünschen wir alles Gute und viel Freude bei ihren kirchenmusikalischen Aufgaben. „Siehe, dein Licht wird kommen“. Ich wünsche Ihnen allen, dass das Friedenslicht der Weihnachtsbotschaft in unserer Welt und in unseren Herzen ankommen kann: „Höchster, lichtvoller Gott. Erleuchte die Finsternis in meinem Herzen. Gib mir einen Glauben, der weiterführt, und Hoffnung, die durch alles trägt, und eine Liebe, die nichts ausschließt. Lass mich spüren, Herr, wer du bist, und erkennen, wie ich deinen Auftrag erfülle“. (Gebet von Franz von Assisi). So wünsche ich Ihnen in herzlicher ökumenischer Verbundenheit und im Namen des Pastoralteams eine gesegnete und lichtvolle Advents- und Weihnachtszeit und ein friedvolles, gesundes, gutes Neues Jahr 2018. Ihr Pastor Hans-Peter Kippels MITEINANDER 2017 2 IMPRESSUM Herausgeber: Evangelische Kirchengemeinde L­ echenich, An der Vogelrute, 50374 Erftstadt Pfarrgemeinderat der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Rotbach-Erftaue, Schloßstraße 3, 50374 Erftstadt Redaktion: Manfred Büschel, Martina ­Firmenich, ­Walter Friehs, ­Helga L­ eßmann, B­ arbara Niedeggen, Sabine P­ ankoke, Brigitte Peglow, M­ ichael Pies, ­Christoph ­Rader, Agnes Recker, ­Norbert Ruhnau, F­ ranz-Günter Runkel, Petra Trimborn, Sabine Weiden. V.i.S.d.P.: Christoph Rader Auflage: 10.000 Stück E-Mail: redaktion@rotbach-erftaue.de Layout und Herstellung: Michael Pies Die hier abgedruckten Artikel entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion. Für den Inhalt ist der jeweilige Autor verantwortlich. Wir sehen uns aber als Organ der Kirchengemeinden, in dem jeder grundsätzlich seine Meinung sagen kann. Die Redaktion behält sich allerdings vor, ­Artikel, die rassistisch, sexistisch, extremistisch o.Ä. sind, nicht zu veröffentlichen.

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EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE LECHENICH LIEBE GEMEINDE! N och einmal im Ausklang des Reformationsjubiläums und zu Beginn des 501. Jahres möchte ich Martin Luther zitieren. Denn seine Worte und das, was er uns mitgegeben hat, enden nicht am Silvesterfest 2017. Martin Luther hat einmal gesagt: Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das ewig bleibt. Wie hielt es der große Reformator also mit Weihnachten? Es gibt einen Stahlstich von Carl August Schwerdgeburth, der Luther mit seiner Familie am Christabend 1536 in der Stube zeigt. Er sitzt mit seiner Familie einträchtig an einem Tisch, es wird gemeinsam musiziert, im Hintergrund steht ein geschmückter Weihnachtsbaum. Luther saß nie unterm Weihnachtsbaum, sagen Historiker dagegen… Was davon nun stimmen mag, wollen wir mal dahingestellt sein lassen, aber sicher ist, dass Luther das Weihnachtsfest geliebt hat, mit seinem Lichterglanz und all der Hoffnung, die es ausstrahlt. Denn nirgends wurde für ihn Gottes Gnade, seine Zuwendung zu den Menschen, deutlicher. Aber dabei ging es ihm nicht um Kitsch oder eine kurze weihnachtliche Unterbrechung des Alltags, sondern um Hoffnung in der Welt, wie sie ist. Denn die Weihnachtsfreude blendet Leid und Kummer in der Welt nicht aus! Im Stall von Bethlehem, von dem Lukas berichtet, war wahrhaftig nicht alles gut. Schwierige Verhältnisse und Umstände, Verfolgung, Flucht. Das Leid ist auch in der Weihnachtgeschichte spürbar. Und auf der anderen Seite der Engel: „Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch eine große Freude.“ Und der Gesang der Heerscharen: „Ehre sei Gott in der Höhe und den Menschen ein Wohlgefallen und Friede auf Erden.“ – ein Versprechen. Das ist ein Kontrast – Leid und Sorgen, aber auch Verheißung und Zusage. Gott wird Mensch, dieses Geschenk ist uns gemacht und dieses Geschenk verbraucht sich nicht. Es ist uns nicht nur für ein kurzes Weihnachtsfest des Glücks geschenkt, sondern für alle Tage des Jahres, zu jeder Zeit. Die Freude und die Hoffnung darf sich in unseren Herzen fest setzen und Raum gewinnen… Gott ist uns Menschen nah, begleitet uns auf unseren Wegen. Und diese Zusage gilt auch auf den schweren Wegen des Lebens. Denn wir wissen, dass nicht alles gut ist, heute ebenso wie damals, dass viel Leid und Schmerz die Welt und die Menschen in ihr bedrücken. Aber wir hören die Botschaft immer wieder neu, damit sie uns Kraft und Mut geben kann, auch das Leid und die Sorgen miteinander zu teilen, um miteinander Wege zur Freude zu suchen. Ein Geschenk, das bleibt – das uns auch ins neue Jahr begleitet. Das Licht der Weihnacht scheint auf unsere Wege als Zeichen der Hoffnung. Auch durch die dunklen Tage singen die Engel uns zu: Fürchtet euch nicht! Möge diese Botschaft, dies Geschenk Gottes uns ewig mit Freude erfüllen! Pfarrerin Friederike Schädlich GEISTLICHES WORT MITEINANDER 2017 3

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reic tbac TON UNDseelsorgebe WORT, MUSIK UND SPRACHE – BEI DERro h h- er f taue ­VERKÜNDIGUNG HAND IN HAND AUS DEM PFARRVERBAND MITEINANDER 2017 4 INTERVIEW MIT JOHANNES SPECKAMP UND STEFFI ARAGIONE-KREY • Wie sieht euer beruflicher Werdegang aus? Steffi Aragione-Krey: Als Kind wurde mein musikalisches Interesse früh geweckt. Daraufhin nahm ich im Grundschulalter an der musikalischen Früherziehung an der Rheinischen Musikschule teil und ab dem Alter von neun Jahren bekam ich dort sechs Jahre lang Klavierunterricht. Nach meinem Realschulabschluss habe ich zuerst eine Ausbildung zur Radio- und Fernsehtechnikerin gemacht. Danach bin ich zur Kirchenmusik gekommen, die ich hobbymäßig seit meinem 13. Lebensjahr betreibe. Mein damaliger Organist hatte herausgefunden, dass ich Klavier spielen konnte und hat mich regelrecht dazu überredet, meinen ersten Gottesdienst zu spielen. Auch wenn ich anfangs nervös war: Es hat mir Spaß gemacht! Seitdem habe ich immer wieder Vertretungen in meiner Heimatgemeinde Chorweiler übernommen. Dann habe ich später während der zwei Jahre dauernden C-Ausbildung für Kirchenmusik das Orgelspielen und neben anderen, für den kirchenmusikalischen Dienst wichtigen Elementen zusätzlich auch Chorleitung erlernt, womit ich bis dahin noch nie in Berührung gekommen war. Johannes Speckamp: Angefangen habe ich in der Musikschule mit musikalischer Früherziehung. Dann wollte ich Schlagzeug lernen, was ich aber nicht durfte, sondern ich musste Klavier lernen. (heute mein Lieblingsinstrument!) Damit habe ich als Klavier-Schüler von Theo Balkhausen angefangen und im Alter von 15 Jahren mit dem Orgelunterricht begonnen. Ich habe dann auch schon mal die Chorbegleitung vertretungsweise übernommen, beim ersten Mal bei der Mozart D-Dur-Messe. Das vergesse ich nicht, weil ich mich darauf den ganzen Tag vorbereiten musste. 1990 habe ich an der Kölner Musikhochschule mit dem Studium begonnen und habe 1993 da mit dem B-Examen abgeschlossen. Bis 1999 habe ich privat weiter Klavier studiert bei Prof. Dr. Isaak Zetel. Über die drei Jahre Deutschland-Tour mit Kathy Kelly habe ich den Produzenten Johan Daansen kennengelernt, bei dem ich dann ein Jahr lang Ton- und Aufnahmetechnik gelernt habe. Das hilft mir heute enorm bei meiner Arbeit als Komponist, Arrangeur und Chorleiter. • Welche Aufgaben hast du als „Seelsorgebereichsmusiker“? Johannes Speckamp: Vor allem fallen mir damit Koordinationsaufgaben zu. Wir arbeiten im Seelsorgebereich jetzt mit zwei hauptamtlichen Kirchenmusikern, einem nebenamtlichen sowie mehreren freien Mitarbeitern. Ich muss dafür sorgen, dass alle Gottesdienste besetzt sind und dass die kirchenmusikalischen Gruppen sich auch untereinander helfen. Und wir haben alle zwei Monate die Verbindung über die Seelsorgebereichsmusiker-Konferenz für den Austausch auf Kreisebene und den Regionalkantoren. • Wo liegen die Schwerpunkte eurer Arbeit? Steffi Aragione-Krey: Mein Schwerpunkt wird zunächst der Aufbau einer Kinderchorschule sein. Wir haben vor, mit dem Konzept der „Kölner Chorschule“ den Chor strukturierter aufzuziehen, damit die Kinder bei uns nicht nur singen, sondern z.B. auch lernen „vom Blatt“ zu singen. Mit systematischer und zugleich spielerischer Chorarbeit kann man bei den Kindern viel erreichen. Das Ziel liegt darin, einen guten Kinderchor auf Seelsorgebereichsebene zu etablieren. • Welche Bedeutung hat in dem Zusammenhang die von Johannes seit Jahren gepflegte Arbeit in den Kindergärten? Johannes Speckamp: Ich habe damit vor acht Jahren in Gymnich angefangen als musikalische Kontaktstunde. Es hat sich schnell herausgestellt, wie wichtig das auch für die Sprachentwicklung der Kinder ist, wobei ich diesen An-

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spruch zunächst gar nicht hatte. Die Arbeit hat sich dann ausgedehnt, sodass ich auch in Ahrem und in Lechenich das Angebot gemacht habe. Der Grundstock des Kinderchors besteht tatsächlich aus ehemaligen Vorschulkindern aus den Kindergärten. Man hat einen ganz anderen Zugang zu den Kindern, wenn man sie vorher kennengelernt hat. Das Samenkorn für die Chorarbeit legen wir also schon im Kindergarten. • Wie seht ihr die Entwicklung in der ­Kirchenmusik? Steffi Aragione-Krey: Es ist schwierig. Mit dem alten Liedgut kann man die Kinder und jungen Leute heute nicht mehr begeistern. Es ist eine Gratwanderung: Man möchte das Alte erhalten, wertvolle Kirchenmusik aus den vergangenen Jahrhunderten, aber die Begeisterung dafür hat ständig nachgelassen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Hörgewohnheiten zu Hause, Umgang mit dem Glauben, Zeitgeist u.a.! Wir merken ja auch, dass wir mit „Neuen geistlichen Liedern“ (NGL) mehr begeistern können. In den Gottesdiensten und Chören singen wir mittlerweile beides. Eine gute gesunde Mischung ist wichtig für eine ansprechende Kirchenmusik. Johannes Speckamp: Ich glaube auch, dass das neue Liedgut ganz wichtig ist. Wir müssen etwas dagegen tun, dass Chöre aussterben. Wir sind der Meinung, dass wir die Kräfte bündeln müssen, wie wir das jetzt mit den Kirchenchören aus Lechenich, Gymnich und Dirmerzheim angefangen haben. Durch Steigerung der Qualität und ein interessantes Repertoire kann man auch heute noch Leute gewinnen. Dann hat auch die klassische Kirchenmusik neben der modernen durchaus eine Chance. Wir wollen auch die Kinder wieder an die Klassik heranführen. • Wie ist es gelungen, über 50 junge Leute zu gewinnen, die im Chor „Neue Wege“ mit Begeisterung proben und singen? Johannes Speckamp: „Neue Wege“ ist ein Chor der modernen Kirchenmusik. Teilweise werden Choristen darüber auch wieder an klassische Chormusik herangeführt. Was die Leute bei „Neue Wege“ begeistert, ist zum einen, dass sie merken, dass es tolle Kirchenmusik gibt, zum anderen, dass sie ihren Glauben wieder anders ausdrücken können. Es sind nicht nur die Melodien und der Rhythmus, sondern es sind auch die Texte, die ansprechen. Sprache und Musik müssen in der Verkündigung Hand in Hand gehen. Dadurch können wir auch Leute in die Gemeinden integrieren, die bis dahin kaum noch Kontakt zur Kirche hatten. Steffi Aragione-Krey: Es gibt auch viele Leute, die sowohl im Chor „Neue Wege“ als auch im Kirchenchor singen. Daran merkt man, dass Kirchenmusik sehr vielfältig ist und bleibt und es ist spannend, die Entwicklung weiter zu beobachten. • Inwieweit spielt das neue „Gotteslob“ eine Rolle? Steffi Aragione-Krey: Es kommt unseren Vorstellungen entgegen. Was das NGL angeht, ist es allerdings nicht so ganz gelungen. Da gibt es große Unterschiede zu den anderen Bistümern. Diesbezüglich soll es auch eine Verbesserung in Form einer Ergänzung geben, weil die Herausgeber gemerkt haben, dass man am NGL nicht vorbeikommt. Johannes Speckamp: Man muss allerdings sagen, dass man Jugendgottesdienste mit dem „Gotteslob“ gut gestalten kann, was mit dem alten „Kommt und singt“ kaum möglich war. Im Gotteslob sind noch viele „Schätze“ enthalten, die wir hervorrufen können. • Wie sieht die Zusammenarbeit aus? Johannes Speckamp: Steffi leitet jetzt den Ahremer Kirchenchor und ich leite den Seelsorgebereichs-Kirchenchor, der sich aus Dirmerzheim, Gymnich und Lechenich zusammensetzt. Die Orgelschwerpunkte haben wir auch gesetzt, bei den nicht regelmäßigen Gottesdiensten wird die personelle Besetzung von Fall zu Fall geregelt, was auch in der Vergangenheit mit Theo Balkhausen gut funktioniert hat. Hilfsbereitschaft hat hierbei unser Miteinander immer geprägt, was auch so bleiben wird. Liebe Steffi, lieber Johannes, herzlichen Dank für dieses Gespräch. Wir wünschen Euch eine angenehme und gute Zeit, viel Freude mit Euren Chören und Gottes Segen! Das Interview führte Christoph Rader MITEINANDER 2017 5

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ST. KILIAN MITEINANDER 2017 6 reic tbac DER WERTseelsorgebe DER STILLE ro h GEDANKEN AUShT-eArftIaZuÉe STILLE UND GEBET Wenn wir uns vom ältesten Gebetbuch leiten lassen, den biblischen Psalmen, finden wir dort zwei Grundformen des Gebets. Zum einen die Klage und den Hilferuf, zum anderen das Dankund Lobgebet. Es gibt noch eine dritte, weniger auffallende Form des Gebets, ohne ausdrückliche Klage oder Lob. So ist zum Beispiel Psalm 131 ganz von Ruhe und Vertrauen erfüllt: „Ich ließ meine Seele ruhig werden und still ... Hoffe auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit!“ Manchmal verstummt das Gebet, denn gelassene Gemeinschaft mit Gott kann ohne Worte auskommen. „Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.“ Das Gebet bedarf keiner Worte, ja nicht einmal eines Gedankens. Wie kann man zu innerer Stille gelangen? Manchmal schweigen wir, aber in uns diskutieren wir heftig weiter, stellen uns eingebildeten Partnern oder kämpfen mit uns selbst. Es erfordert eine gewisse Einfachheit, damit die Seele zum Frieden finden kann: „Ich gehe nicht um mit Dingen, die mir zu wunderbar und zu hoch sind.“ Stille halten heißt erkennen, dass ich nicht viel ausrichten kann, wenn ich mir Sorgen mache. Stille halten heißt Gott zu überlassen, was außerhalb meiner Reichweite und meiner Fähigkeiten liegt. Selbst ein ganz kurzer Augenblick der Stille ist wie eine Sabbatruhe, ein heiliges Innehalten. Unsere aufgescheuchten Gedanken lassen sich mit dem Sturm vergleichen, der das Boot der Jünger auf dem Meer von Galiläa erfasst, während Jesus schläft. Auch wir sind bisweilen verloren, verängstigt, unfähig uns selbst zu beruhigen. Aber Christus kann auch uns zu Hilfe zu kommen. Er drohte dem Wind und dem Meer, und „es trat eine große Stille ein“. Ebenso kann er unser Herz beruhigen, wenn es durch Angst und Sorgen aufgescheucht ist. Wenn wir Stille halten, richten wir unsere Hoffnung auf Gott. Ein Psalm legt nahe, dass die Stille sogar eine Art Lobpreis ist. Wir pflegen den ersten Vers von Psalm 65 so zu lesen: „Dir gebührt Lobgesang, o Gott“. Diese Übersetzung folgt der griechischen Lesart; auf Hebräisch heißt es indessen in den meisten Bibelausgaben: „Die Stille ist für dich, o Gott, Lobpreis“. Wo Worte und Gedanken aufhören, wird Gott in stillem Staunen und Bewundern gepriesen. DAS WORT GOTTES: DONNER UND STILLE Auf dem Berg Sinai spricht Gott zu Moses und den Israeliten. Donnerschläge, Blitze und anschwellende Jagdhornklänge gehen dem Wort Gottes voraus und mit ihm einher, wie wir im Buch Exodus lesen können. Jahrhunderte später kehrt Elija auf denselben Gottesberg zurück. Dort durchlebt er ein weiteres Mal die Erfahrung seiner Vorfahren: Orkan, Erdbeben und Feuer, und ist bereit, die Stimme Gottes aus dem Donner heraus zu hören. Aber der Herr ist nicht in den überlieferten Phänomenen seiner Macht. Als sich der große Lärm legt, hört Elija „ein Geräusch schwebenden Schweigens“, und da spricht Gott zu ihm. Spricht Gott mit lauter Stimme oder in einem Stillehauch? Soll man sich das am Fuß des Sinai versammelte Volk oder den Propheten Elija zum Vorbild nehmen? Wenn Worte laut gesagt werden, sind sie nicht zu überhören, beeindrucken sie. Aber wir wissen, dass sie so kaum das Herz erreichen. Man widersteht ihnen, anstatt sie zu beherzigen. Die Erfahrung des Elija zeigt, dass Gott nicht beeindrucken, sondern verstanden und empfangen werden will. Gott hat „eine Stimme schwebender Stille“ gewählt, um etwas zu sagen. Das ist ein Paradox: GOTT IST STILL UND SPRICHT DENNOCH Wenn das Wort Gottes sich mit „der Stimme schwebender Stille“ Gehör verschafft, ist es wirksamer denn je für die Umkehr unseres Herzens. Der Orkan auf dem Berg Sinai spaltete die Felsen, das stille Wort Gottes aber ist fähig, ein Herz aus Stein aufzubrechen. Die Stille bereitet den Menschen also auch auf eine neue Begegnung mit Gott vor. In der Stille kann das Wort Gottes die verborgenen Winkel des Herzens erreichten. In der Stille erweist es sich „kraftvoll und schärfer als das zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist“, wie es im Hebräerbrief zu lesen ist. Wenn wir Stille halten, verstecken wir

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uns nicht länger vor Gott, und das Licht Christi kann selbst das erreichen, heilen und verwandeln, dessen wir uns schämen. STILLE UND LIEBE Jesus Christus sagte: „Das ist mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“. Wir brauchen die Stille, um diese Worte zu hören und in die Tat umzusetzen. Wenn wir aufgescheucht und beunruhigt sind, haben wir beliebig viele Argumente und Gründe, nicht ohne weiteres zu verzeihen und zu lieben. Wenn wir aber „unsere Seele in Frieden und Stille“ bewahren, verflüchtigen sich diese Gründe. Vielleicht meiden wir manchmal auch deshalb die Stille und ziehen ihr den erstbesten Lärm, Worte oder Zerstreuungen vor, weil der innere Friede ein Risiko birgt: Er macht uns leer und arm, er zersetzt Bitterkeit und Auflehnung und er führt uns zur Selbsthingabe. Ist unser Herz still und arm, zieht der Heilige Geist in es ein, erfüllt er es mit bedingungsloser Liebe. Unmerklich, aber unaufhaltsam führt die Stille uns dazu zu lieben. Ich möchte Sie einladen, sich in unseren Taizégebeten der Stille hinzugeben, sie auch auszuhalten. Mit den Worten des Psalmbeters sprechen wir gemeinsam „die Stille ist für dich, o Gott, Lobpreis“ und geben uns gleichzeitig dem hin, was Gott uns in der Stille zu sagen hat. Ingo Krey MITEINANDER 2017 7

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ADVENT OFFENER ADVENTSKALENDER 2017 N unmehr zum 16. Mal veranstalten die evangelischen und katholischen Gemeindemitglieder den Offenen Adventskalender, auch Adventüre genannt. Es ist mittlerweile eine liebgewonnene Errungenschaft im Jahresverlauf des ökumenischen gemeindlichen Miteinanders geworden, das wir nicht mehr missen möchten. Denjenigen unter Ihnen, die noch nicht an einem solchen Abend teilgenommen haben, darf ich nur wärmstens empfehlen, einmal an einem oder gar mehreren Abenden den Weg nach draußen zu finden und zu einer solchen besinnlichen Stunde hin zu gehen. Was erwartet Sie – was wird von Ihnen erwartet? Man kommt zu der angegebenen Uhrzeit (Zuspätkommen stört die Besinnlichkeit!) und geht unaufgefordert eine Stunde später wieder nach Hause. Es gibt nur Glühwein oder Kaltgetränke und einige Plätzchen. Ein kleines „Programm“ soll Ihnen helfen, den Weg zurück zu sich selbst zu finden. Niemand will Vorbild für hervorragende Bewirtung für die anderen sein, sondern nur in Gemeinschaft mit netten Leuten eine besinnliche Stunde genießen. Lassen Sie sich darauf ein! Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass dieser Adventskalender auch in Ahrem, Herrig und in Konradsheim seit etlichen Jahren ein fester Bestandteil des Advents geworden ist. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine besinnliche Adventszeit und danken den Ausrichtern ganz herzlich für ihren Einsatz. Ihre ökumenischen Kirchengemeinden (Manfred Büschel) Fr 1.12. 19:00 Familie Fuchs Elsa-Brändström-Str. 54 Lechenich Sa 2.12. 17:00 Familie Stahl Paul-Keller-Straße 43 Lechenich So 3.12. 17:00 Ute Pratsch-Kleber Brabanter Weg Sozialhaus Lechenich Mo 4.12. 19:00 KFD Pfarrzentrum Lechenich Di 5.12. 19:00 Heinz-Kühn-Senioren­ zentrum Michael-Schiffer-Weg 1 Lechenich Mi 6.12. 19:00 Ortsausschuss St. Kilian Heddinghovener Kapelle Do 7.12. 19:00 Familie Schreiber Bernh.-Letterhaus-Str. 8 Lechenich Fr 8.12. 19:00 Familie Dr. Bienentreu Römerhofweg 9 Lechenich DRAUSSEN Sa 9.12. 17:00 Familie Löb Bussardweg 7 Lechenich So 10.12. 17:00 Echte Fründe Pfarrzentrum Lechenich Mo 11.12. 19:00 Pfarrcäcilienchor Rotbach-Erftaue Pfarrzentrum Lechenich Di 12.12. 19:00 Familie Schumacher Frenzenstraße 122 Konradsheim DRAUSSEN Mi 13.12. 19:00 Posaunenchor ev. Kirche Lechenich Do 14.12. 19:00 Hausgemeinschaft Herriger Str. 50 Lechenich Fr 15.12. 19:00 Familie Finster Karl-Arnold-Str. 13 Lechenich Sa 16.12. 17:00 Hausgemeinschaft Steinstraße 20 Lechenich So 17.12. 17:00 Familie Bausch Zehntstraße 14 Lechenich DRAUSSEN Mo 18.12. 19:00 Grüner Hahn Pfarrzentrum Lechenich MITEINANDER 2017 8 Do 21.12. 19:00 Familie Dr. Bormann Wilhelm-Leuschner-Str. 11 Lechenich Fr 22.12. 19:00 Der Bürgermeister Historisches Rathaus Markt Lechenich Di 19.12. 19:00 Weltladen Klosterstraße 4 Lechenich Sa 23.12. 17:00 Familien Dr. Gäntgen + Dr. Harbecke Taubenpfad 8 Lechenich Mi 20.12. 18:00 Familie Pies Pingsheimer Str. 9 Herrig DRAUSSEN So 24.12. 15:00 Heiliger Abend im Pfarrzentrum St. Kilian Lechenich

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ADVENT EIN „TÜRCHEN” ÖFFNEN DIE ZEIT DER ERWARTUNG GEMEINSAM ERLEBEN W ie schon in den vergangenen Jahren öffnet sich auch in diesem Advent wieder eine Tür, hinter der gastfreundliche Menschen wohnen. Sie laden zu sich nach Hause ein zu kleinen Adventsbesuchen und zur Einstimmung auf Weih- nachten. Schenken Sie sich gegenseitig in der allgemeinen Hektik vor Weihnachten etwas Zeit. Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Adventzeit. Ihre evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Gymnich und Dirmerzheim Di 5.12. – 18.30 Ortsausschuss Dirmerzheim Pfarrzentrum Sa 9.12. – 15.00 Krabbelgruppe Emmäuse Emmauskirche Di 12.12. – 18.30 Kämischhof Kerpener Str. 10 So 17.12. – 15.00 Frau Kohl Ardennenstr. 7 Do 21.12. – 18.30 Förderverein ­Geburtshaus Pater Kentenich Kunibertusplatz 9 Fr 1.12. – 16–18 Uhr KITA Dirmerzheim Remigiusstr. 39 Mi 6.12. – 18.30 Bibelkreis Pfarrzentrum St. Kunibert So 10.12. –15.00 Ev. Wohnheim Hephata Haagstr. 48 Mi 13.12. – 18.30 Bücherei Grundschule Gymnich Mo 18.12. – 18.30 Meditation St. Kunibert Fr 22.12. – 18.30 Fam. Röbkes Schützenstr. 32 So 3.12. – 14.00 Adventsbazar Emmauskirche Do 7.12. – 18.30 Fam. Robens Am Plexer 8 Mo 11.12. – 18.30 Meditation St. Kunibert Do 14.12. Ewiges Gebet St. Kunibert Di 19.12. – 18.30 Frau Schleicher Märchen Emmauskirche Mo 4.12. – 18.30 Meditation St. Kunibert Fr 8.12. – 18.30 AK Familienpastoral OA Gymnich Pfarrzentrum St-Kunibert Di 12.12. – 15.00 Kath. Familien­ zentrum St. Kunibert Am Flutgraben 4 Fr 15.12. – 15.00 Adventliches F­ orschen Städt. Kindergarten Schulstr. 2A Mi 20.12. – 18.30 Frau Schmücker Kampstr. 1 ÖKUMENISCHE MEDITATIONEN G erade die Advents- und Weihnachtszeit lädt ein, sich auf den Weg zu machen, um zu sich selbst, zueinander und auch zu Gott zu finden. Auch in der Bibel sind verschiedene Menschengruppen unterwegs nach Bethlehem: Maria und Josef, Hirten und Könige, Frauen und Männer aus der Bibel. Lassen sie sich anregen, sich ihnen anzuschließen und ihre Wege zur Krippe mitzugehen. Die besinnlichen Gottesdienste zur Thematik „Menschen auf dem Weg zur Krippe“ finden statt am 4., 11. und 18. Dezember, jeweils um 18.30 Uhr in St. Kunibert. Im Anschluss an die Gottesdienste wird im Rahmen der „Offenen Adventstüren“ zu einem kurzen Beisammensein bei Glühwein/Tee und Gebäck eingeladen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Kläre Schmitz MITEINANDER 2017 9

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STERNSINGER SEGENseelsorgebe BRINGEN, SEGEN SEIN ro h reic tbac GEMEINSAM GEhG-erEftNaueKINDERARBEIT – IN INDIEN UND WELTWEIT N ach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen weltweit rund 168 Millionen Kinder zwischen Mit Nachdruck setzen sich die Projektpartner des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘ in Indien und in vielen anderen Ländern weltweit fünf und 17 Jahren mehrere Stunden am Tag dafür ein, dass Kinder nicht ausgebeutet werden, arbeiten. Das sind elf Prozent aller Minderjäh- sondern lernen und spielen dürfen. Arbeitende rigen. Vor allem in Afrika südlich der Sahara Kinder unterstützen sie dabei, regelmäßig eine und im asiatisch-pazifischen Raum ist Kinderar- Schule zu besuchen und mehr Freizeit zu haben. beit verbreitet. Während ein Teil der Kinder vor Sie überzeugen Eltern davon, ihre Söhne und oder nach der Schule Arbeiten erledigt, die als Töchter besser zu schützen und ihnen Bildung „mithelfend“ bezeichnet werden, müssen rund zu ermöglichen. Sie helfen den Erwachsenen 85 Millionen Kinder unter ausbeuterischen und aber auch, Wege aus der Armut zu finden, damit gefährlichen Bedingungen arbeiten. Ob in Fa- sie auf das Einkommen ihrer Kinder verzichten briken oder in Haushalten, im Baugewerbe, im können. Bergbau oder auf dem Feld – oft arbeiten Kinder ohne jeglichen Schutz den ganzen Tag unentgeltlich oder für einen geringen Lohn. Die Schule können sie nicht besuchen, von Freizeit und Spiel ganz zu schweigen. Die harten Arbeitsbedingungen gefährden die Entwicklung und beeinträchtigen die Gesundheit dieser Kinder. Ihre Rechte werden massiv verletzt. Die Aktion Dreikönigssingen 2018 bringt den Sternsingern die unterschiedlichen Aspekte des Themas Kinderarbeit näher. Sie verdeutlicht ihnen, wie hilfreich und notwendig ihr Einsatz zugunsten ausgebeuteter Kinder ist und dass er gesellschaftsverändernde Kraft entfalten kann. Gleichzeitig möchte die Aktion das Bewusstsein der Kinder in Deutschland dafür schärfen, dass Daher steht der Einsatz auch von hier aus ausbeuterische Kinderarbeit gegen ausbeuterische verringert werden kann, etwa indem deutsche Kinderarbeit im Fokus Konsumenten keine von Kinderhand hergestell- der Aktion Dreikönigs- ten Produkte kaufen. singen 2018. Der spirituelle Leittext der Aktion stammt aus Beispielland ist in diesem Jahr Indien, das Land dem Lukasevangelium (Lk 4,14.16-21), dort mit den meisten arbeitenden Kindern weltweit. heißt es u.a.: „Er hat mich gesandt, / damit ich Offiziellen Statistiken zufolge müssen in dem den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich südasiatischen Land etwa zwölf Millionen Kin- den Gefangenen die Entlassung verkünde / und der arbeiten. Hilfsorganisationen sprechen von den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zer- bis zu 60 Millionen Jungen und Mädchen – und schlagenen in Freiheit setze.“ das, obwohl Arbeit für Kinder unter 14 Jahren in Indien im Jahr 2006 gesetzlich verboten wurde. Die große Mehrheit der arbeitenden Kinder lebt auf dem Land. Sie sind überwiegend in der Landwirtschaft, der Herstellung von Teppichen, Zigaretten und anderen Produkten beschäftigt. So auch Sangam, das Mädchen auf dem Aktionsplakat: Die Zehnjährige lebt mit ihren Eltern und drei Geschwistern in einem Dorf im Bundesstaat Uttar Pradesh. Als Tagelöhner verdient ihr Vater nicht genug, um die Familie zu ernähren. Sangam arbeitet deshalb fast zehn Stunden am Tag, die ganze Woche über. Die Teppiche, die sie knüpft, werden auch in Deutschland ver- Im Sinne dieser liebenden Begleitung ziehen die Sternsinger in unserem Seelsorgebereich zu Beginn des kommenden Jahres wieder durch unsere Straßen und bringen den Menschen Gottes Segen für das neue Jahr. Sie sammeln Spenden für die Projekte des Kindermissionswerkes, von denen eines ganz besonders unterstützt wird: das ökumenische Projekt Talita Kumi, dem wir in unseren Gemeinden schon seit vielen Jahren im ökumenischen Sinn sehr zugewandt sind. Ich bitte Sie die Sternsinger freundlich zu empfangen und durch Ihre Spende die Arbeit des Projektes „Talita Kumi“ weiter zu unterstützen. kauft. Ingo Krey MITEINANDER 2017 10

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STERNSINGER ST. JOHANN BAPTIST Vorbereitungstreffen: 24. November um 16.45 Uhr im Pfarrheim Aussendung: 28. Dezember um 10.30 Uhr im Kölner Dom Sammlung: 6. Januar 2018 Dankmesse: 6. Januar 2018 um 18.30 Uhr ST. KILIAN Vorbereitungstreffen: 21. November um 18 Uhr in der Kirche Aussendung: 28. Dezember um 10.30 Uhr im Kölner Dom Sammlung: 4. bis 6. Januar 2018 Dankmesse: 7. Januar 2018 um 10.30 Uhr ST. KUNIBERT Vorbereitungstreffen: 22. Dezember um 17 Uhr im Pfarrzentrum Aussendung: 28. Dezember um 10.30 Uhr im Kölner Dom Sammlung: 6. Januar 2018 ab 9.30 Uhr Dankmesse: 10. Januar 2018 um 18 Uhr ST. REMIGIUS Jeder, der einen Besuch der Sternsinger wünscht, kann sich bis zum 22. Dezember im Pfarrbüro (Telefon 5328) melden. Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, einen der in der Kirche ausgelegten Zettel auszufüllen, und diesen in das Kollektenkörbchen zu legen oder sich in der Kontaktstunde dienstags von 17 bis 18 Uhr zu melden. Die Sternsinger werden Sie dann am Samstag, dem 6. Januar 2018 besuchen. Nach der Messe am 7. Januar 2018 werden die Sternsinger Segensaufkleber anbieten und gerne Ihre Spenden zugunsten der Aktion annehmen. „GROSSE” UNTERSTÜTZUNG Seit einigen Jahren haben die Jungen und Mädchen, die als Sternsinger durch Lechenich ziehen, Zuwachs bekommen! Sie werden in toller Weise unterstützt durch mehrere Erwachsene, die als Sternsinger ebenfalls von Haus zu Haus ziehen. Immer wieder gibt es Anfragen, ob diese erwachsenen Sternsinger denn auch „echte Sternsinger“ wären… Zugegeben, das Bild scheint ungewöhnlich, aber Sie können beruhigt sein, auch die erwachsenen Sternsinger sammeln im Auftrag des Kindermissionswerkes Spenden für benachteiligte Kinder in der ganzen Welt. Sie können sich hierfür durch den offiziellen Sternsingerausweis legitimieren! Ich bin außerordentlich dankbar, dass so viele Erwachsene die Kinder bei dieser großen Spendenaktion unterstützen, sie tun dies – wie die Kinder – in ihrer Freizeit und natürlich unentgeldlich! Erfreuen Sie sich am Gesang und am Segenswunsch der Sternsinger und unterstützen Sie, wenn Sie mögen, die Arbeit des Kindermissionswerkes – unabhängig davon, ob die Sternsinger Kinder oder Erwachsene sein werden! Vielen Dank! MITEINANDER 2017 11

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EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE LECHENICH UMSTELLUNG DIAKONIESAMMLUNG A b diesem Jahr stellen wir von evangelischer Seite die Adventssammlung als Haustürsammlung ein. Wir danken allen Sammlerinnen und Sammlern, die sich in der Vergangenheit von Ende November bis Mitte Dezember aufmachten, um von Haus zu Haus zu gehen und eine Spende für die Diakonie/Caritas einzusammeln. Gleichzeitig wurde es aber auch immer schwerer, Menschen für diese Aufgabe zu gewinnen. Trotzdem wollen wir das Sammeln nicht aufgeben. Um es aber beiden Seiten zu erleichtern, den Gebenden und den Empfangenden, bitten wir jetzt auf diesem Weg um Ihre Spende für die Diakonie. Damit unterstützen Sie weiterhin Projekte des Diakonischen Werkes im Rheinland und natürlich die Diakonie der Gemeinde vor Ort. Damit ermöglichen Sie es uns, aus Diakoniemitteln Menschen zu helfen, die in finanzielle Not geraten sind und vor allem Familien mit Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, die an unseren Freizeiten teilnehmen möchten und dazu einen Zuschuss brauchen. Wir freuen uns und danken ganz herzlich, wenn Sie Ihre Spende auf das Konto der Gemeinde bei der KD-Bank, IBAN: DE69 3506 0190 1015 0991 07, Stichwort: Diakoniespende 2017, überweisen. Das Praktische hierbei ist: Ihr Kontoauszug gilt bis 100 Euro als Spendennachweis. Sie brauchen für Ihre Steuererklärung nicht auf eine Spendenquittung der Gemeinde zu warten, sondern nehmen einfach den entsprechenden Kontoauszug. Ab 100 Euro erhalten Sie selbstverständlich weiterhin eine Spendenquittung, wenn Sie Namen und Anschrift bei der Überweisung angeben. Wir hoffen, dass wir mit dieser Umstellung das Spenden für die Diakonie erleichtern! Das Ergebnis werden wir Ihnen im nächsten Gemeindebrief (Ausgabe März –Juni 2018) mitteilen. Sabine Pankoke,Vorsitzende des Presbyteriums JOHANN SEBASTIAN BACH (1685-1750) WEIHNACHTSORATORIUM SONNTAG, 3. KANTATE I DEZEMBER, 18 - III: UHR (1. ADVENT) SONNTAG, 7. KANTATE IV JANUAR, 18 - VI: UHR MITEINANDER 2017 12 Gestaltung: Walter Friehs, Gymnich, 08/2017 Version 1.0 EVANG. KIRCHE LECHENICH, AN DER DER VERSÖHNUNG VOGELRUTE 8 Evang. Kantorei Lechenich Lena-Maria Kramer - Sopran Javier Alonso (3.12.) / Christine Hoffmann - Alt Boris Pohlmann (7.1.)- Tenor OrchestKraandteolrlaMcaAorncchcGiimlioarzHniooefntfzemki-a-nEnrLfet-istBtuaandsgst Eintritt jeweils 20,00€ (Schüler und Vorverkauf ab 7. November bei: Studenten 15,00€) Schreibshop Marschalleck, Buchhandlung Evang. Gemeindebüro, Restkarten an der Köhl und Abendkasse

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ST. KILIAN HALLO, ICH BIN BRUNO! DER BÄR AUS DEM KINDERGOTTESDIENST I n diesem Jahr haben wir wieder viele schöne Kindergottesdienste gefeiert. Von drei besonderen Gottesdiensten will ich Euch heute erzählen. Im Februar hatten wir Besuch vom Lechenicher Prinzenpaar. „Lasst uns miteinander feiern!“ hieß unser Gottesdienst und passte so prima zum Motto des Prinzenpaares: „Minsche aller Colör fiere zesamme Fasteleer“. Aber nicht nur Minsche aller Colör, sondern auch viele Verwandte von mir wollten mitfeiern. Der Eisbär, der Pandabär, der Kragenbär, der Gummibär usw. Sie alle waren zu Besuch. Prinzessin Dagmar hat früher in unserem Vorbereitungskreis mitgearbeitet, und Prinz Theo hat uns schon mal bei der Darstellung einer bibl. Geschichte geholfen. Im November hatte unser Gottesdienst das Thema: „Gottes guter Segen sei mit dir“. Unser Kaplan Carlos Mendoza, der im Juni im Dom zu Köln zum Priester geweiht worden ist, hat uns seinen Primizsegen gespendet. In diesem Gottesdienst haben wir einiges zum Thema „Segen und Segnen“ gelernt. Der Primizsegen ist ein Einzelsegen, den der Neupriester so lange spenden kann, bis die nächsten neuen Priester geweiht werden. Dieser Segen ist also etwas ganz Besonderes, und so waren wir mächtig stolz, ihn erhalten zu haben. Als Gratulation zu seiner Primiz und als Dankeschön haben wir Kaplan Mendoza unsere Jesuskerze geschenkt. Wenn Du auch einmal mitfeiern möchtest, komm doch einfach mal vorbei (alle Kinder von 0 Jahren bis zur Kommunionvorbereitung)! Immer am ersten Sonntag im Monat (außer in den Ferien) um 11 Uhr im Pfarrzentrum. Mit „bärenstarken Grüßen”, Euer BRUNO So war es ein schönes Wiedersehen für uns alle beim KiGo. Im Juli haben wir die Bewahrung der Schöpfung, auch unterwegs im Urlaub, mit dem Thema: „Unsere Erde – Gott sein Dank“ behandelt. Ich wollte mich mit Badehose, Badelaken und Sonnenbrille auf meinen Urlaub vorbereiten. Mit dabei war auch Kasperle mit seinen Freunden, aber auch mit einigen Bösewichten, die leider einiges angestellt haben. Als hervorragend eingespieltes Team haben Vater und Großvater Harbecke die Kasperlefiguren mit Leben gefüllt. Sie haben uns das Thema nahegebracht, und die uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Begeisterung der Kinder war garantiert. Dafür von dieser Stelle noch einmal unseren herzlichen Dank. MITEINANDER 2017 13

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REISE ZU ROMANIK UND ­FACHWERK REISE N ach der Reise vor zwei Jahren zur Backsteingotik an der Ostseeküste fuhren wir diesmal vom 9. bis 14. Oktober mit einer Gruppe katholischer und evangelischer Christinnen und Christen aus Gymnich und Lechenich zu den Anfängen der Backsteingotik nach SachsenAnhalt in die Altmark. Für viele von uns „terra incognita“, unbekanntes Land. Mit dem außerordentlich engagierten Reiseleiter Michael Schwinge ging es zunächst über einen Abstecher in Magdeburg in das ehemalige Hansestädtchen Tangermünde. Wir bezogen mit 26 Teilnehmenden für fünf Tage unser Quartier im Hotel „Alte Brauerei“, um von hier aus die umliegenden Klöster, Dome und Kirchen zu erkunden, vieles über Kirchengeschichte und Politik zu erfahren und Zusammenhänge zu entdecken. So erfuhren wir z.B. über Tangermünde, dass Kaiser Karl IV hier residierte und plante, Tangermünde zu seinem Regierungssitz auszubauen. Daher wurde eine für diesen Ort sehr große Kirche erbaut, die St. Stephanskirche, die mit der weltberühmten SchererOrgel aufwarten kann. Wir hatten das Glück, dass der Kantor extra für uns ein kleines Orgelkonzert gab. Interessant auch, dass eine Novelle von Theodor Fontane, „Grete Minde“, hier in Tangermünde spielt. Eine Bronzefigur am Rathaus (natürlich in Backsteingotik) erinnert an diese tatsächlich ehemalige Bürgerin von Tangermünde. MITEINANDER 2017 14 Wir erkundeten am folgenden Tag das Kloster Jerichow, von Norbert von Xanten als Prämonstratenserkloster 1144 errichtet. Etlichen unter uns fiel dazu ein, dass dieser Norbert von Xanten auch das Kloster Knechtsteden (bei Dormagen) gründete. Das Kloster Jerichow zählt zu den Hauptwerken romanischer Baukunst in Deutschland und war Ausgangsbau der Großbauweise in Backsteingotik. Hier wurde die Bauweise mit Backsteinen erprobt und ausgebaut, denn anderes Baumaterial wie z.B. Sandstein stand hier nicht zur Verfügung. In den umliegenden Dörfern wurden ausgehend von dieser Bauweise viele Kirchen im gleichen Stil erbaut- natürlich viel kleiner! So z.B. in Wust, an deren Dorfkirche sich die Gruft derer von Katte anschließt. Hans Hermann von Katte, ein Jugendfreund Friedrichs des Großen, wurde hier beigesetzt, nachdem er nach einem aufgedeckten gemeinsamen Fluchtversuch mit Friedrich dem Großen festgenommen und zum Tode verurteilt worden war. Friedrich der Große musste mit ansehen, wie sein Freund hingerichtet wurde. Der Sarg Hans Herrmann von Kattes ist in der Gruft abseits der anderen „ehrbaren“ Familienangehörigen beigesetzt. Eine weitere Kirche befindet sich in dem kleinen Ort Schönhausen, dem Geburtsort Otto von Bismarcks. In dieser Kirche wurde Otto von Bismarck getauft, daneben befinden sich die Überreste des ehemaligen Guts und ein Museum. Hier feierten wir am Mittwochabend einen ökumenischen Gottesdienst, vorbereitet von Pastor Pikos. Er hielt eine Predigt über Martin Luther und den Thesenanschlag. Anschließend hatten wir die Gelegenheit, mit dem Ortspfarrer Herrn Ralf Euker und einigen Gemeindegliedern bei einem Imbiss ins Gespräch zu kommen. Auch fast dreißig Jahre nach der Wende haben es die christlichen Gemeinden immer noch schwer, hier Fuß zu fassen. Der Anteil der evangelischen Christen an der Bevölkerung beträgt knapp 20 Prozent, der der katholischen Christen ist noch geringer. Mit viel Engagement versuchen die kleinen Gemeinden vor Ort, ein gutes Beispiel für lebendige Christengemeinden zu sein. Es

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EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE LECHENICH wird viel für junge Familien, Kinder und Jugendliche getan. Auch um die Flüchtlinge, die in der Nähe untergebracht sind, kümmert sich die Gemeinde. Das Engagement des Pfarrers und der Gemeindeglieder hat uns sehr beeindruckt. Neben den kleinen Dorfkirchen standen auch größere romanische Backstein-Bauwerke auf dem Programm: Der Dom zu Havelberg sowie der Dom zu Brandenburg, beides durch ihre imposante Bauweise sehr beeindruckende Bauwerke. Beide Dome sind ebenfalls Gründungen des Prämonstratenserordens und enthalten Kunstwerke von europäischer Bedeutung. Am Tag unserer Rückreise stand die Kirche in Stendal auf dem Programm. Weit ragen die Türme der Marienkirche über die Landschaft und zeugen vom einstigen Reichtum der Handelsund Hansestadt. Wir bestaunten das Rathaus mit der stattlichen Rolandfigur und die angrenzende Marienkirche. Diese Kirche war 1283 durch das Geld von zwölf Kaufmannsfamilien erbaut worden, also eine Bürgerkirche. Natürlich hatte jede Familie einen Sitz vorne im Chorraum und oberhalb des Chorgestühls prangte das jeweilige Familienwappen. Eine interessante Marketingmethode… Beeindruckend auch der Holzlettner mit seinen plastischen Holzfiguren, alles noch original aus dem 13. Jahrhundert erhalten, ebenso das Triumphk­ reuz aus dem 14. Jahrhundert. Es war eine wirklich außerordentlich bereichernde Reise, bei der wir sehr viel über die romanischen Kirchen sowie die Backsteinbauweise gelernt haben. Unser Dank gilt unserem Reiseleiter Herrn Michael Schwinge, der durch sein profundes Wissen und seine begeisternde Vortragsweise den Funken für diese besondere Region Deutschlands hat überspringen lassen. Auch unsere Reisegruppe aus bekannten und neuen Gesichtern fand schnell zu einem vertrauten Miteinander. Allen, die eine Andacht vorbereitet hatten, sei an dieser Stelle ebenfalls herzlich gedankt! Sabine Pankoke EIFELPILGERN A m 15. September machte sich die aus zwölf Personen bestehende Pilgerschar auf, am oberen Mittelrhein in und um Leutesdorf das Wandern, die Natur und die Gemeinschaft zu genießen, Kraft zu schöpfen und Abstand zu nehmen von alltäglichen Anforderungen, die Beruf, Haushalt und Familie mit sich bringen. In Leutesdorf angekommen, ging es unter der sachkundigen Leitung von Matthias Wintermeier zunächst in den Weinkeller des Weingutes Sturm, wo wir in die Kunst des sanften Auspressens der Trauben sowie der Bestimmung von Öchslegraden und Säure eingeweiht wurden. Nach der ernüchternden Probe eines Schluckes unfertigen Rebensaftes, der erst auf dem Weg zum Wein war, ging es zur sehr spannenden und ausführlichen Weinprobe mit Döppekuchen. Es folgten zwei Wandertage mit zahlreichen An- und Abstiegen, prächtigen Ausblicken auf den sich tief unter uns windenden Rhein mit seinen Weinbergen, mit guten Gesprächen, Rast im Freien und Einkehr in Gasthäusern. Wir liefen und rasteten mit Sonne, und wir stellten uns unter und trotzten dem Regen. So hielten wir Einkehr im Hahnhof unterhalb von Monrepos und wärmten uns in der Brombeerschenke bei Brombeerpunsch und –glühwein und ließen uns die Leutesdorfer Küche schmecken. Für die vielen schönen Momente und Einblicke danken wir unserer Pfarrerin Sabine Pankoke und ihrem Ehemann Matthias Wintermeier, die die Weinprobe und die Wanderungen für uns organisiert haben, sehr. Und für den, der Lust bekommen hat, mit uns durch die Eifel, oder den Westerwald oder… zu pilgern: Das Eifelpilgern 2018 findet vom 14. bis 16. September statt. Weitere Informationen und Anmeldung: Sabine Finster, finster@kirche-lechenich.de Sabine Finster MITEINANDER 2017 15

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