Gemeindebrief Sommer 2017

 

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Gemeindebrief Sommer 2017

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Gemeindebrief Winter 2017

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Kultur und Soziales für Kinder in Langendreer Unterstützen Sie die Initiative jetzt mit Ihren Amtstaler-Spenden! Zur Förderung sozialer Stärken und kreativer Fähigkeiten von Kindern in Langendreer. Eine gemeinsame Initiative von Karsten Höser (Stadtteilmanager) und Dr. Sabrina Schröder (Inhaberin der Amts-Apotheke). FüimrsmStaieerrk isFmtüamrrkeSrie Amts ATamletrs -Apotheke Boc Apothekerin Dr. Sabrina Schröder e. K. Alte Bahnhofstraße 82 I 44892 Bochum (Langendreer) I Tel.: 0234 280717 2www.amtsapotheke.de I Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 08:00 – 18:30 Uhr I Sa.: 08:30 – 13:00 Uhr hum

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Begrüßung Liebe Leserinnen und Leser Inhalt Andacht Neuer Konfirmandenjahrgang Adventstermine Lutherbier Reisebericht aus Tansania Neues aus der Gemeinde Tafelausgabe umgezogen Gottesdienste Aus der Gemeinde Ausblick Amtshandlungen Adressen Gesichter aus der Gemeinde Weihnachtsgottesdienste Seite 5 Seite 6 Seite 7 Seite 12 Seite 15 Seite 19 Seite 17 Seite 23 Seite 29 Seite 37 Seite 41 Seite 45 Seite 46 Seite 48 Der nächste Gemeindebrief erscheint zu Ostern 2018. Redaktionsschluss: 17. Februar 2018 Impressum Herausgeber: Redaktion: Evangelische Kirchengemeinde Langendreer Alte Bahnhofstraße 28/30 44892 Bochum Karsten Höser Thomas Vogtmann redaktion@evkibo7.de Gestaltung: „Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär!“ - am Ende des Reformationsjubiläumsjahres das bekannte Weihnachtslied von Martin Luther. Es gehört zu Weihnachten wie Gebäck und Kerzenschein und wie die En­gel, die die Weihnachtsbotschaft verkün­den - vom Himmel hoch. Wie in jedem Jahr stellt sich in manchen Momenten die Frage: Was ist die „gute Mär“ von Weihnachten? Ist Weihnachten ein „Mär“chen: Eine Welt aus glitzernden Lichtern, Zimtduft und Heimlichkeiten, Geschichten und Ge­schenken und anheimelnden Weih­ nachtsmelodien? Zeigt sich die „Mär“ besonders auf Weih­ nachts“mär“kten Oder ist Weihnachten „mehr“: Eine Zeit, die die Herzen der Menschen rührt, dass sie mildtätiger sind, sich nach Frieden, Nähe und Liebe sehnen? Hat Weihnachten keinen religiösen Inhalt „mehr“? Wurde die „gute Mär“ am Ende abgekoppelt „vom Himmel hoch“? Und ist Weihnachten ein Spiegel unserer Zeit: Konsum und Freude - immer „mehr“? Oder leuchtet trotz und alledem an Weih­ nachten der Himmel: in der besonderen Atmosphäre, in unseren Wünschen und Sehnsüchten, in den Begegnungen, in den Erinnerungen ...? 3

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Die „gute neue Mär“, die Martin Luthers Weihnachtlied besingt: „Euch ist ein Kind­lein heut geborn!“ Ein Kind, in dem uns die Gegenwart und Wirklichkeit Gottes leuchtet. In dem Gott uns ganz menschlich begegnet. Dieses Kind `be­deutet´ uns die Zuwendung Gottes, die dem Weihnachtsfest seinen Glanz ver­leiht: „Des freut sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr.“ Diese Freudenbotschaft „vom Himmel hoch“ die die Engel zu uns auf die Erde bringen, nehmen wir auf in unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen in der Advents- und Weihnachtszeit und laden herzlich ein. Allen Leserinnen und Lesern eine geseg­nete Advents- und Weihnachtszeit! Pfarrer Thomas Vogtmann Andacht Warten im Advent Liebe Leserinnen und Leser,  vermutlich haben auch Sie vor nicht allzu langer Zeit irgendwo gewartet: auf Ihren Bus oder Ihre Straßenbahn. Beim Arzt, der sogar ein eigenes Zimmer dafür hat. An der Kasse vom Supermarkt. „Das dauert ja heute wieder!“ „Können die nicht mehr Kassen aufmachen?“ Schnell ist das gesagt. Aber haben wir bedacht, dass wir dadurch eine negative Stimmung verbreiten? Muss wirklich immer alles so schnell gehen? Beschweren wir uns nicht oft darüber, dass das Leben immer schneller wird, dass es immer mehr Stress gibt? „Jeder muss überall schnell sein“, singt die Gruppe „Revolverheld“ im Lied „Lass uns gehen“. Da wäre doch etwas „Entschleunigung“ genau richtig: Mal bewusst langsamer werden. Vielleicht kann auch eine ungeliebte Warte-Situation zur Entschleunigung beitragen, wenn wir sie bewusst erleben. Etwa als Mini-Meditation. Einmal tief durchatmen. Nicht unruhig, sondern ruhiger werden. Die Welt um einen herum mit etwas Abstand betrachten. 4

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Wahrnehmen, was man sonst eigentlich nicht sieht. Weihnachtsdeko. Ach ja, es ist ja Advent. Hier im Supermarkt bestimmt schon seit Anfang September. Auch so eine Wartezeit, der Advent. Worauf? Na klar, auf Weihnachten natürlich. Aber wer wartet denn auf Weihnachten? Ist es nicht eher so, dass das Fest mal wieder viel zu schnell kommt? Dass wir eilends sehen müssen, dass wir bis dahin mit den Vorbereitungen fertig werden? Warten auf Weihnachten – das erlebt man eigentlich nur bei den Kindern. Und vielleicht können wir uns an unsere eigene Kindheit erinnern: Dass die 24 Tage, die am Adventkalender gezählt wurden, unendlich lang zu sein schienen. Heute ist davon oft nichts mehr übrig. Dabei täte es uns bestimmt gut, den Aspekt des Wartens im Advent mal wieder bewusst zu erleben. Auch im Sinne der Entschleunigung. Zum Beispiel: Ja, ich kann die Lebkuchen, Spekulatius und Dominosteine schon nach den Sommerferien kaufen. Darüber kann ich mich aufregen. Nützt aber nichts. Oder ich kaufe sie (Weihnachten gibt’s ja nur noch die Reste.), lege sie in den Vorrat und freue mich darauf, die ersten davon am 1. Advent zu essen. Warte also, bewusst. Und freue mich, wie die Kinder. Denn außer dem nervigen Warten gibt es noch eine andere Art des Wartens: die freudige Erwartung, die Vorfreude. Solche Situationen kennen wir auch: Ein Warten mit Schmetterlingen im Bauch, mit Herzklopfen, ein Warten voller Sehnsucht. Auf das Wiedersehen lieber Menschen, die Geburt eines Kindes, einen lang ersehnten Urlaub. Oder eben das Warten der Kinder auf Weihnachten. Solch ein freudiges Er-Warten ist der Advent: ein Warten auf Weihnachten, das Fest der Erinnerung an die Ankunft Gottes als kleines Kind im Stall, denn Advent heißt Ankunft. Aber wir denken auch an die Ankunft Jesu in der Zukunft, an seine Wiederkunft: am jüngsten Tag oder zum Zeitpunkt unseres Todes. Daran denken wir nicht gerne. Darauf wollen wir gewiss nicht warten. Dabei ist es doch gerade die Botschaft Jesu, dass auch dann alles gut werden wird, dass es kein böses Ende ist: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ verspricht er uns (Joh. 11, 25). Das klingt eher nach Happy End als nach bösem Erwachen, und nicht weniger verspricht uns der, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8, 12). Und genau daran soll uns der Advent auch erinnern. Vielleicht denken wir einmal daran, wenn wir wieder leuchtende und blinkende Weihnachtsdeko sehen. Im Supermarkt oder wenn wir abends durch die adventlichen Straßen gehen oder fahren: Dass wir Lichter aufstellen im Advent, nicht um heller zu strahlen als der Nachbar, sondern um an das eine Licht der Welt zu erinnern, an dessen Ankunft, damals und in Zukunft, wir jetzt besonders denken. „Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus.“ Vielleicht hatte Joseph von Eichendorff dieses ruhige, freudige Er-Warten des Advents im Sinn, als er diese Zeilen schrieb. Ich wünsche Ihnen eine ruhige, erfüllte und gesegnete Adventszeit, ein Warten, das sich lohnt, voller Vorfreude, die ja bekanntlich die schönste Freude ist. Ihre Pfarrerin Caroline Peter 5

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Der neue Konfirmandenjahrgang 2017-2019 Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden, die nach den Sommerferien mit dem kirchlichen Unterricht begonnen haben, wurden am 17. September im Gottesdienst in der Christuskirche begrüßt. 70 Jungen und Mädchen, die für etwa anderthalb Jahre den Unterricht in ihren Gruppen bei Pfarrer Höner und Pfarrer Vogtmann besuchen und dann nach Ostern im Jahr 2018 konfirmiert werden. Sprachkurse Weiterbildung Nachhilfe Nachhilfe über das Bildungspaket Alle Fächer, alle Klassen 2 kostenlose Probestunden www.lernstudio-bochum.de Bochum-Langendreer · Hauptstr. 207 · Tel. 0234 - 79 210 021 6

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¶ Adventskalender ¶ 1. Advent ¶ Freitag 1. Dez ¶ 1. Advent 3. Dez ¶ Adventliches Literaturcafé Puppentheater Karfunkelstein spielt: „Kasper hilft dem Weihnachtsmann“. Alle Kinder erhalten ein kleines Geschenk. ¶ Dämmerschoppen zum Advent ¶ Konzert und Musik. ¶¶ Gottesdienste zum 1. Advent ¶ Christuskirche mit Abendmahl ¶ ¶ ¶ Michaelkirche Gottesdienst zum Ersten Advent mit dem Posaunenchor; im Anschluss: Grünkohl-Mittagessen im Gemeindehaus, kleiner Adventsbasar und gemeinsames Singen, Ende gegen 15.00 Uhr 15.30 Uhr Michaelkirche Birkhuhnweg 2 19 Uhr Michaelkirche Birkhuhnweg 2 11 Uhr Christuskirche Alte Bahnhofstraße 14 11 Uhr Michaelkirche Birkhuhnweg 2 8. Dez ¶ ¶ Musical Michael Wurst ¶¶ „¶Kleiner Engel rette mich!“ Karten: 20 Euro VVK, 23 Euro Abendkasse 9. Dez ¶ Musical Mic¶hael Wurst ¶ „Kleiner Engel rette mich!“ ¶ Karten: 20 Euro VVK, 23 Euro Abendkasse Pauluskirche Langendreerstraße 74 19 Uhr Einlass 20 Uhr Beginn Pauluskirche Langendreerstraße 74 16 Uhr Einlass 17 Uhr Beginn 7

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Ihr leistungsstarker Partner im Bereich der Gebäudeinstallation Rufen Sie uns an 02 34 / 36 97 75-0 Durch unsere jahrelange Erfahrung in der Gebäudeinstallation im privaten sowie auch im gewerblichen Bereich sind wir in der Lage, technische Neuerungen sofort und kompetent umzusetzen, um den hohen Erwartungen unserer Kunden gerecht zu werden. Als Elektromeisterbetrieb stellen wir Ihnen gerne unser ganzes Wissen, unsere Erfahrung und unser umfangreiches Leistungspaket im Bereich der gesamten Energie- und Gebäudetechnik zur Verfügung. Bei der Planung, Installation und Instandhaltung der elektrischen Anlage Ihres Wohnhauses, Miet- oder Gewerbeobjektes sind wir Ihr zuverlässiger Partner. Hauptstraße 166 · 44892 Bochum Tel.: 02 34 / 36 97 75-0 · Fax: 02 34 / 36 97 75-20 www.elektro-holzhaeuser.de 8

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Samstag 9. Dez ¶ ¶¶ Langendreerer Weihnachtsmarkt an der Christuskirche im Dorf ¶ 11 - 18 Uhr an der Christuskirche Alte Bahnhofstraße 14 ¶ ¶ 2. Advent ¶ ¶ 2. Advent 10. Dez Gottesdienste zum 2. Advent Michaelkirche Familiengottesdienst mit dem Kindergarten Birkhuhnweg ¶ „Kindermorgen im Advent“ in Michael 11 Uhr Michaelkirche Birkhuhnweg 2 10 Uhr Michaelkirche Birkhuhnweg 2 Samstag 16. Dez ¶ Weihnachtsbaumverkauf an der Michaelkirche ¶ mit Glühwein und Erbsensuppe am Mittag Ab 10 Uhr Michaelkirche Birkhuhnweg 2 ¶ 9

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16. Dez ¶ Adventskonzert „Freut euch, er kommt!“ Christuskirchen-Chor und Solisten Das Konzert zum Abschluss des schon zur Tradition gewordenen Projektchores steht unter dem Motto „Freut euch – er kommt in unsre Welt“. Musik und Texte zu Advent und Weihnachten, die den Betrachter vor der Krippe in Kompositionen aus 300 Jahren im Blickfeld haben, stehen auf dem Programm. Dazu zählen eine Adventsmesse von Michael Haydn, Werke von Telemann, Praetorius, Gluck und Rutter. 18. Uhr Christuskirche ¶Alte Bahnhofstraße 14 ¶ ¶ ¶¶ Zusammen mit einem Solistenquartett, der Klavierbegleitung von Elisabeth Luderer und Textrezitationen, gelesen von Ingrid Butterwegge, wird das Konzert unter der Leitung von Annette Kraus aufgeführt. Der Eintritt ist frei. ¶ 3. Advent ¶ ¶ ¶ Sonntag 17. Dez Gottesdienste zum 3. Advent Christuskirche 11 Uhr Christuskirche Alte Bahnhofstraße 14 ¶ ¶ Michaelkirche Familiengottesdienst mit dem Kindergarten Eislebenerstraße Pauluskirche Familiengottesdienst mit dem Kindergarten Langendreerstraße (Everstalstraße) 11 Uhr Michaelkirche Birkhuhnweg 2 11 Uhr Pauluskirche Langendreerstraße 74 10

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hinsehen – hingehen – helfen Adventssammlung der Diakonie 2017 Finden Sie auch, es gibt viel zu viel Not und Elend bei uns und auf der Welt? Wem soll oder kann man da überhaupt helfen? Dem Bettler am Bahnhof? Das Mädchen, das seinen Hauptschulabschluss nicht geschafft hat? Dem Familienvater, der nach einem Unfall keinen Arbeitsplatz mehr findet? Der Nachbarin, die Krebs hat und nicht mehr vor die Tür kommt? Dem Flaschensammler, der den ganzen Zug absucht? „Ich kann doch nicht jedem helfen!“ Diese Klage hört man immer wieder und dann wird einfach weggeschaut oder die Augen werden vor der Not anderer verschlossen. Oder die Verantwortung wird abgeschoben: „Soll sich doch der Staat darum kümmern. Es wird schon andere geben, die besser helfen können.“ Gut, dass wir in Deutschland einen funktionierenden Sozialstaat haben. Gut auch, dass es professionelle Hilfsorganisationen gibt, die wissen, wie sie Hilfe leisten müssen, damit diese ankommt. Diakonisches Handeln in der Nachfolge Jesu will aber anders sein. HINSEHEN – HINGEHEN – HELFEN: So könnte das Motto der Diakonie lauten. Hinsehen, wo Not ist und erkennen, welche Hilfe gebraucht wird. Hingehen und die Bedürftigen nicht links liegen lassen. Helfen und selbst aktiv werden, statt die Verantwortung auf andere zu schieben. Dafür setzen sich jeden Tag in unserer Region rund 140.000 hauptamtliche und 200.000 ehrenamtliche Mitarbeitende der Diakonie ein. Als Diakonie wollen wir nicht wegschauen, auch wenn die Medien und die öffentliche Aufmerksamkeit sich nicht interes- sieren. Als Diakonie agieren wir besonders dort, wo die blinden Flecken und Lücken im sozialen Netz sind. Als Diakonie wollen wir auch dort helfen, wo andere untätig bleiben. Dieses Engagement braucht Unterstützung. Jede Spende bei der Diakoniesammlung fördert genau diese Arbeit der Diakonie. HINSEHEN – HINGEHEN – HELFEN. Helfen Sie mit - überweisen Sie Ihre Spenden: Ev. Kirchengemeinde Langendreer - Stichwort: Adventssammlung Sparkasse Bochum IBAN DE96 4305 0001 0007 3076 06 11

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„Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken“ Luther und das Bier – ein Gemeindeprojekt 500 Jahre Reformation Dieses Jahr feiern wir das Reformationsjubiläum. Vor 500 Jahren brachte Martin Luther die Reformation mit seinen berühmten 95 Thesen ins Rollen. Mit vielen Aktionen, Vorträgen und dem Reformationsfest in der Michaelkirche feierten wir dieses Jubiläum. Immer wieder tauchten dabei Fragen auf, wie zum Beispiel „Was bedeuten Luthers Gedanken für uns heute?“ oder „Was würde Luther dazu sagen?“. 501 Jahre Reinheitsgebot 2016 wurde das Reinheitsgebot 500 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums wurde viel über die Bedeutung des Bieres geschrieben. Dabei wurde auch der heutige Umgang mit Bier zum Thema. Eine aktuelle Entwicklung dazu erregte meine besondere Aufmerksamkeit: der Trend zum CraftBier. Craft-Bier steht für Bier aus kleinen Brauereien, die sich zum Ziel gemacht haben, das Geschmacksspektrum dieses Gebräus zu erweitern. Ein Craft-Bier zeichnet sich also durch seinen speziellen Geschmack aus, der sich vom Einheitsbräu absetzt. Zusammen mit dem CraftBier-Trend entwickelte sich die Szene der Hobbybrauer. Immer mehr Menschen wollen ihr eigenes Bier herstellen, das ihrem persönlichen Geschmack entspricht. Bier ist demzufolge kein Rauschmittel, das möglichst massenkompatibel sein muss, sondern vielmehr ein besonderes Genussmittel. Für mich lag es da nahe, der Frage nachzugehen, wie Martin Luther zum Bier stand. Luther trank gerne Bier. So hat er seiner Frau, Katharina von Bora, in einem Brief geschrieben, sie möge ihm doch von ihrem selbstgebrauten Bier etwas zuschicken. Gleichzeitig warnte Luther in seinen Predigten aber auch vor übertriebener Trunksucht, die zur Zeit der Reformation ein weit verbreitetes Problem in Deutschland war. Er kam mit seiner Sichtweise des Bieres also der Einstellung der Craft-Bier-Szene gegenüber dem Gebräu sehr nahe. Craft-Bier und Hobbybrauerei ��������� 12

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lassen sich demnach gut mit einem Blick auf Luther und seine Einstellung zum Bier verbinden. Bierbrauen als Gemeindeprojekt Aus diesen Beobachtungen entstand die Flaschengärung. Wir mischten dem Jungbier ungefähr 8 Gramm Traubenzucker pro Liter bei und füllten es in Flaschen ab. In den Flaschen gärte das Bier dann weitere zehn Tage, bis es dann für weitere 14 Tage bei ca. 3°C im Kühlschrank der Gemeinde reifte. Dann war das Bier fertig! Es fehlten nur noch die Etiketten, die wir mithilfe von Milch auf die Flaschen klebten. schließlich die Idee, ein gemeinsames Bierbrauen als Gemeindeprojekt im Rahmen meines Vikariats anzubieten. Nach einem ersten erfolgreichen Testlauf konnte es dann losgehen. Ich besorgte Hopfen, Malz und Hefe und Geräte, die man zum Bier brauen benötigt und lud zum gemeinsamen Bierbrauen ein. Am 29. April trafen wir uns dann zum ersten Brauen in der Küche des Gemeindehauses an der Michaelkirche. Die Teilnehmenden waren zunächst überrascht, dass das Brauen so viel Zeit in Anspruch nehmen sollte. Ungefähr acht Stunden verbrachten wir mit Einmaischen, Läutern, Würzekochen, Hopfengaben, Whirpool und Filtern. Währenddessen hatten wir viel Zeit, uns über Luther, die Reformation und Bier zu unterhalten. Und obwohl das Brauen so lang gedauert hat, war das Bier am Ende des Tages Bier noch nicht einmal fertig! Erst am nächsten Tag war das Gebräu kalt genug, dass wir die Hefe hinzugeben konnten. Die Hefe sorgte für die Gärung, die eine Woche lang dauerte. Dann hatten wir ein Gebräu mit Alkohol, aber noch immer kein fertiges Bier. Dazu brauchte es noch einen weiteren Schritt: Das war viel Arbeit für 3 Kästen Bier! Aber es hat Spaß gemacht. Wir haben uns noch zwei weitere Male zum Bierbrauen getroffen, so dass wir am Ende vier Biersorten anzubieten hatten: Einmal Pils, einmal Alt und zwei Pale-Ale Sorten konnten beim Gemeindefest und beim Reformationsfest verkauft werden. Das Zitat „Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken“ stammt übrigens von Martin Luther. Er beschrieb damit den Umstand, dass es zur Zeit der Reformation kaum sichere Trinkwasserquellen gab. Erst durch den Brauprozess wurde das oft schmutzige Wasser trinkbar. Informationen zum Bier und seiner kulturellen Bedeutung sind im Buch „Bier. Eine Geschichte von der Steinzeit bis heute“ zu finden. Zum Thema Bier und Alkohol während der Reformationszeit empfehle ich den Aufsatz „Reformation und Alkoholismus“ von Fritz Blanke, der ganz leicht im Internet zu finden ist. Till Jonas Weiß-Worm 13

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Ihr Vor-Ort-Service: • Persönliche Beratung • Großes Arzneimittelsortiment • Anfertigungen von Rezepturen • Täglicher Lieferservice 14

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Tansania – ein Reisebericht Von Düsseldorf nach Daressalam Aufgeregt und voll bepackt bestiegen wir am 19. Juni das Flugzeug Richtung Abu Dhabi. Nach vielen Stunden Flugreise und einigen weiteren Stunden am arabischen Flughafen flogen wir weiter nach Daressalam in Tansania. Und als wir am 20. Juni dort ankamen, waren wir erst einmal ziemlich erschöpft. Daressalam begrüßte uns mit einem Wetter, wie man es von Afrika erwartet: Es war heiß, um die 35°C. Zum Glück war der Bus Richtung Hotel klimatisiert. Auf der Fahrt bekamen wir die ersten Eindrücke von Tansania: In Daressalam, dem Regierungssitz von Tansania mit über 4,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, herrschte viel Verkehr, dem man ansehen konnte, dass es so etwas wie einen TÜV hier nicht gab. Am Abend fuhren wir Richtung Strand. Wir konnten am Sandstrand unsere Füße im Indischen Ozean abkühlen, bevor wir in traumhafter Umgebung unser erstes Abendessen auf tansanischem Boden zu uns nahmen. Es wurde schnell dunkel und obwohl es erst früh am Abend war, kam es vielen von uns so vor, als sei es schon tief in der Nacht. Mit dem Bus in die Berge Der nächste Tag begann früh am Morgen mit einer erneuten Busfahrt ins fast 400km entfernte Lushoto. Die Aussicht aus den Fenstern änderte sich: Statt Hochhäusern und Verkehr sahen wir jetzt weite Landschaften, Palmen und Berge. Auch das Klima veränderte sich. Es wurde immer kälter. Die Temperatur fiel bis auf 15°C. Der erste Blick auf die tansanischen Berge war überwältigend. Die Serpentinen-Fahrt in der Abenddämmerung war eine Herausforderung für unsere Touristenmägen. Als wir unser Ziel erreichten, war die Sonne untergegangen. Unsere Gastgeber empfingen uns in der Dunkelheit des Abends mit freundlichen Worten und beeindruckenden Stimmen. Die Pastoren und Pastorinnen, mit denen wir die nächsten sechs Tage verbringen sollten, konnten wahnsinnig gut singen! Das war sofort klar. Austausch unter Geistlichen Die anschließenden zwei Tage verbrachten wir zum größten Teil in der Sekomu, der Sebastian Kolowa Memorial University. Hier tauschten wir uns über Fragen wie zum Beispiel „Was wird von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin erwartet?“ oder „Wie verstehen wir unsere Rolle als Pfarrerinnen und Pfarrer?“ aus. Wir hörten Vorträge, hielten Vorträge und diskutierten. In der Wahrnehmung und Vorstellung des Pfarrdienstes wurden große Unterschiede deutlich. Noch viel mehr als bei uns begegnet man einem Pfarrer oder einer 15

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